Suche nach der Vergangenheit
Elbland„Elbland“ mit dem wunderschönen Cover ist das erste Buch von Claudia Rikl, dass ich gelesen habe. Mir gefällt sehr gut, dass die Autorin hier ihre eigene Geschichte ihrer sudetendeutschen Familie und deren ...
„Elbland“ mit dem wunderschönen Cover ist das erste Buch von Claudia Rikl, dass ich gelesen habe. Mir gefällt sehr gut, dass die Autorin hier ihre eigene Geschichte ihrer sudetendeutschen Familie und deren Vertreibung, verarbeitet.
Auf drei wechselnden Zeitebenen erzählt die Autorin ihre Geschichte. In der Vergangenheit ab 1944 von Irma - ihrer Kindheit und Flucht aus Böhmen -, dem letzten gemeinsamen Familienurlaub im Jahr 1987 von Irma, ihrem Mann und den beiden Töchtern Nina und Katja und der Aufarbeitung der Vergangenheit durch Nina in der Gegenwart.
Als ihre Mutter Irma stirbt, verliert Nina den Boden unter den Füßen. Nach Jahren des Ausharrens an der Seite dieser gebrochenen Frau ist sie plötzlich frei und fühlt sich verlorener denn je. Um wieder festen Grund zu finden, reist sie ins tschechische Riesengebirge, wo die Familie ihren letzten gemeinsamen Urlaub verbracht hat. Nina will ergründen, was die Familie damals auseinandertrieb – und was das Land für sie bereithält, das ihre Mutter einst Heimat nannte: Böhmen.
Jetzt war ich richtig neugierig auf diese Familiengeschichte und deren Schicksal aber vieles wird nur angedeutet. Katja ist wohl 1987 in den Westen geflüchtet und der Vater hat sich von Irma getrennt aber wann genau, bleibt offen. Zurück bleibt nur Nina, die sich all die Jahre um die schwermütige und gebrochene Mutter Irma kümmert. Erst nach Irmas Tod gibt es erste Kontakte zu ihrem Vater und dann zu Katja. Sie tasten sich an vergangenes heran aber keiner kann sich erklären, warum Irma so festgefahren in ihrem Leben war und sie nie über ihre Vergangenheit geredet hat. Was ist damals passiert?
Nina ist klar, auch sie kann keine Nähe zulassen und macht sich auf die Suche, um ihren inneren Frieden zu finden. Sie reist nach Böhmen und hofft in der Vergangenheit ihrer Mutter Spuren zu finden.
Bruchstückhaft kommt schon einiges ans Licht aber auch vieles nicht deutlich genug um sie richtig einordnen und verstehen zu können. Bei den Zeitlichen und Inhaltlichen Themen hätte mir eine fließende Verknüpfung besser gefallen. Das Ende konnte mich nicht ganz überzeugen.
Fazit:
Das Thema um die Aufarbeitung von Flucht, Vertreibung und um eine zerrissene Familie, ist schon sehr Interessant aber mir persönlich fehlte einfach die Tiefe in der Geschichte.
Von mir 3 von 5 Sternen.