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Veröffentlicht am 21.06.2020

Ein RundumWohfühl Roman mit Realismus, Witz, zwei tollen Protas, Romantik und auch ernsten Themen

Alles auf Anfang
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Meine Meinung:
„Alles auf Anfang“ ist der erste Roman von Tomke Bekker. Der Schreibstil der Autorin ist locker, fließend, passt hervorragend zu ihrer Geschichte und ihren Charakteren und lässt einen das ...

Meine Meinung:
„Alles auf Anfang“ ist der erste Roman von Tomke Bekker. Der Schreibstil der Autorin ist locker, fließend, passt hervorragend zu ihrer Geschichte und ihren Charakteren und lässt einen das Buch in einem Rutsch lesen. Sie verbindet die witzigen, humorvollen Momente gekonnt mit ernsten, schwierigen Szenen und Themen. Die Geschichte ist aus der Sicht der beiden Protagonisten Kai und David geschrieben und lässt einen so nah an den Protagonisten, ihren Gedanken und Gefühlen sein. Ich finde beide Sichtweisen im Buch immer am besten und freue mich, wenn das der Fall ist.
Was mir auch sehr gut gefallen hat ist die Angabe des Datums bei jedem Kapitel. Oft muss ich nämlich überlegen welcher Tag gerade im Buch ist oder wieviel Zeit zwischen den Ereignissen vergangen ist. Bei diesem Buch weiß man immer genau wer gerade dran ist (David oder Kai) und welcher Tag und welches Datum in der Geschichte gerade ist.

Das Cover finde ich genau passend zur Geschichte des Buches. Es verbindet auf gekonnte Weise mehrere wichtige Momente des Buches und zeigt schon etwas von den Verbindungen der Charaktere zueinander. Für mich ein tolles Cover!

Die Protagonisten Kai und David sind ziemlich unterschiedlich in ihrer Art, Beruf und Lebensumstände.
Während David ein sehr offener, lebenslustiger Typ ist, der voll in seinem Beruf als Erzieher aufgeht und nach einem Tiefschlag in Bezug Beziehung erstmal auf Spass setzt. Ist Kai sehr schüchtern, hat noch nicht viel Erfahrung in Bezug auf Beziehungen oder Sex mit Männern und versucht nach der Scheidung von seiner Exfrau den Spagat zwischen Vatersein und arbeiten gehen hinzubekommen.
Das das alles andere als einfach oder unkompliziert ist, ist klar.

Deshalb war es umso so schöner die erste Begegnung von Kai und David zu lesen und zu erleben wie leicht, beschwingt und locker es sein kann. Trotz ihrer Unterschiede und Kais nicht großer Erfahrung, sind David und er direkt auf einer Wellenlänge und es passt für diesen einen Abend einfach alles zwischen ihnen.
Es ist ehrlich, leicht, wirkt nicht gezwungen und die Art und Weise wie es sexuell zwischen den beiden läuft ist sehr realistisch und passt genau zu den beiden Charakteren und Kais Erfahrungshorizont.

Generell schafft es Tomke Bekker das die Charaktere in ihrem Buch sehr glaubhaft, realistisch und ehrlich sind und auch handeln. Auch Davids Beruf als Erzieher in der Kita, wo Kais kleine Tochter hingeht und wie es dort zugeht zeigt sehr viel Realismus und Gespür für diesen Beruf. Ja es wird sogar öfter mit dem Klischee/ Vorurteil gespielt das oft von „Kindergärtnern“ statt Erziehern gesprochen wird. Ich fand das super, weil es zum Beispiel eine Sache ist, die mich schon immer gestört hat, wenn man „Kindergärtner“ sagt.

Besonders gefallen hat mir neben diesem Realismus, der Authentizität, dass die weiblichen Charaktere so „normal“, unaffektiert, unkompliziert, einfach ohne dieses „weibliche Charaktere in einem Gay Romance Buch müssen Zicken und gemein sein“ sind.
Gut die Mutter von Kai ist eine ganz eigene Hausnummer und sobald man das Buch liest bekommt anstrengende Mutter eine wirklich gute Bedeutung. Aber diese Mutter fällt für mich eben unter „bestimmte Figur einer Mutter“ und nicht Frauenfigur allgemein. Mütter sind nämlich einfach manchmal nervig und schwierig für die Kinder.
Aber Kais Exfrau, die Schwester seiner Exfrau, Davids Kolleginnen oder die Leiterin der Kita, alles Frauencharakter, die logisch, ohne gezicke, oder Attitüde sind und handeln. Sie sind eben ihrem Charakter entsprechend, aber nicht überzogen, klischeehaft oder unglaubwürdig.

Nach dem ersten Treffen von Kai und David kommt die Geschichte so richtig ins Rollen und steuert direkt auf das erste Problem zu: David ist der Erzieher von Kais Tochter und David macht sich Sorgen, dass mit der Kleinen was nicht in Ordnung ist und zuhause schlimme Dinge passieren. Tja keine guten Vorraussetzungen für eine Liebesgeschichte denkt man jetzt. Und ja es ist schwierig, es gibt eine Menge Missverständnisse, David war mehr als einmal ein Idiot, weil er einfach ein gebranntes Kind ist aus seiner letzten Beziehung und oft wollte ich Kai und David schütteln und sagen: Hört auf euch wie 15 Jährige zu benehmen.
Aber genau diese Missverständnisse, dass es eben nicht immer so leicht ist und man nicht einfach eine tolle Nacht mit einem Vater, dessen Kind in deinem Kindergarten ist, haben kann ohne das es komisch ist, machen auch wieder den Realismus und das Gute an dieser Geschichte aus.
David und Kai sind teilweise wirklich Idioten, aber sie sind nachvollziehbar, ehrlich und eben so wie sie sind in ihren Dummheiten, Missverständnissen, nicht reden und sich anstellen Phasen und Reaktionen.

„Alles auf Anfang“ ist eine sehr ehrliche, realistische, romantische, Geschichte, die auch ernste Themen, Probleme und Schwierigkeiten anspricht. Es ist eine Geschichte, die Spass macht zu lesen. Man freut sich mit den Charakteren, man lacht mit ihnen, leidet mit ihnen, möchte sie schlagen und schütteln, oder auch anderen Charaktere gerne mal den Kopf waschen und am Ende lächelt man und schließt das Buch mit einem guten Gefühl.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.06.2020

Wenn man sprichwörtlich in seine große Liebe stolpert

Jahreszeitenliebe / Herbstleuchten mit Adam
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Meine Meinung:
„Herbstleuchten mit Adam“ ist der zweite Band der „Jahreszeitenliebe Reihe“ von Sam Nolan. Jeder Band der Reihe ist in sich abgeschlossen und auch wenn die Charaktere aus den vorherigen ...

Meine Meinung:
„Herbstleuchten mit Adam“ ist der zweite Band der „Jahreszeitenliebe Reihe“ von Sam Nolan. Jeder Band der Reihe ist in sich abgeschlossen und auch wenn die Charaktere aus den vorherigen Bänden auftauchen und dabei sind, unabhängig voneinander lesbar. Oder anders: Man muss Band 1 und Janos Geschichte nicht gelesen haben, um Daniels Geschichte zu verstehen. Es macht natürlich viel mehr Spass, wenn man alle Bände liest, aber das kann man machen wie man möchte.

Die Gesichte ist in zwei Teile gegliedert. Teil 1 ist aus Daniels Perspektive geschrieben und Teil 2 aus Adams. Durch die Handlung, was alles so passiert ist das eine sehr gute Entscheidung gewesen und passt perfekt zur Handlung und den Charakteren.

Daniel ist einfach toller Protagonist. Er ist liebenswert, ein toller Sohn, super bester Freund, süß, niedlich, einfach zum Verlieben Aber er hat auch seine Unsicherheiten, bißchen Selbstzweifel bzw. sein Selbstbewusstsein ist nicht das eines „Ich bin super toll Typen“. Genau diese beiden Seiten von Daniel, seine so liebenswerte Art seinen Freunden, seiner Mutter gegenüber und das er Schwächen hat, mit seinem Selbstbewusstsein kämpft machen ihn so authentisch und greifbar. Daniel ist jemand, mit dem man sich gut identifizieren kann und der nie übertrieben oder unecht wirkt. Ich konnte sehr gut mit Daniel mitfühlen, ihn verstehen und seine Situation nachvollziehen. Kurzum: Der richtige Protagonist für diesen Roman.

Adam ist unglaublich charmant, weiß was er will, beharrlich, sanft, kann warten, voller Hingabe für Daniel, witzig und der perfekte erste feste Freund! Adam ist jemand, der in sich ruht, mit sich zufrieden ist und deshalb so sein kann, wie er eben ist, für sich und vor allem für Daniel. Das was Daniel an Selbstbewusstsein fehlt oder wo er noch nicht so weit ist, hat Adam das alles schon geschafft und steht mit beiden Beinen fest auf dem Boden.

Deshalb ist Adam der perfekte erste feste Freund für Daniel. Wenn sie zusammen sind, ist es einfach, harmonisch, leicht und wunderschön. Adam ist von Anfang an der beharrliche, mutige von den beiden. Er bringt den Stein quasi ins Rollen und lässt sich nicht von Daniels, ja teilweise schon bißchen Unwillen und seiner Schüchternheit abhalten oder vertreiben. Er geht mit großen Schritten auf ihn zu, wartet, gibt Daniel das Kommando für die Beziehung, nimmt sich dahingehend zurück und ist der Fels, wenn er einer sein muss.

In der Geschichte von Daniel und Adam geht es um Selbstbewusstsein, Mut, zu sich selbst finden, aber auch Themen wie Mobbing, Homophobie in der Familie, von der eigenen Familie zum Teil nicht akzeptiert zu werden, um Menschen, die ihre Macht missbrauchen und andere einschüchtern und unterdrücken wollen und es geht um Chancen, Freundschaft, zwei tolle Mutter-Sohn Beziehungen und wie man gemeinsam alles schaffen kann. Es ist eine romantische, süße, wunderschöne, aber auch ernste, manchmal traurige, lustige Geschichte mit zwei Müttern zum Lieben, einem Vater und Bruder zum Hassen, einem besten Freund zum knuddeln und einem wundervollen Paar, dass sich einfach gefunden hat und zusammengehört.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.06.2020

1. Liebe, Sommer, Mut, sich selbst finden und zu sich stehen

Jahreszeitenliebe / Ein Sommer mit Jano
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Meine Meinung:

Ich habe jetzt schon mehrere Bücher von Sam Nolan gelesen und bin immer wieder begeistert vom Schreibstil, den Protagonisten, der Geschichten und dem Gesamtpaket.
Bei „Ein Sommer mit Jano“ ...

Meine Meinung:

Ich habe jetzt schon mehrere Bücher von Sam Nolan gelesen und bin immer wieder begeistert vom Schreibstil, den Protagonisten, der Geschichten und dem Gesamtpaket.
Bei „Ein Sommer mit Jano“ sind die Protagonisten 17 und Jano 19 Jahre alt und damit noch nicht ganz und grade Erwachsen. Dementsprechend ist es in Bezug auf intime- und Sexszenen eher ruhiger und nicht immer so explizit geschrieben. Zur Geschichte von Tristan und Jano passt das aber hervorragend. Wie üblich ist die Geschichte aus Tristans und Janos Perspektive geschrieben, was das nachvollziehen, das Verstehen und sich Hineinversetzen in die Charaktere perfekt macht.

Tristan ist von Anfang an ein sehr einnehmender, ehrlicher und auch unglücklicher Charakter. Man merkt sofort, dass die Ereignisse zuhause, sein ungewolltes Outing, das Klarkommen damit schwul zu sein, sich nicht vor seinen Eltern geoutet zu haben und seine Freunde verloren zu haben ihm unglaublich zusetzt. Er ist verloren und so gar nicht der gutgelaunte Sonnyboy aus den ersten Seiten des Prologs. Tristan hat mit vielem zu kämpfen und ist vor allem noch nicht bereit sich, sich selbst und dem wie er eigentlich ist zu stellen.
Jano hingegen ist so ein „Ich zaubere dir ein Lächeln ins Gesicht“ Charakter. Er ist frei, offen, charmant, einfach mit sich im Reinen. Alles an Jano ist unbeschwert. Er ist geoutet und sein bester Freund ist ebenfalls schwul. Für ihn sind die Dinge einfach schon leicht und er ist bereits an dem „Ich weiß wer ich bin und werde nun dieser Mensch sein“ Punkt.
Durch Janos leichte, offene Art und das er sich von Anfang um Tristan bemüht, ihn zu verstehen, ihm zu helfen entsteht eine sehr unbeschwerte, langsame, sich gut entwickelnde Beziehung in der Jano immer versucht Tristan aus seinem Tief zu ziehen. So besteht die aufkeimende Beziehung, das Näherkommen der beiden aus viel Leichtigkeit und vielen emotional zärtlichen Momenten. Die ganze Geschichte zwischen beiden ist einfach „1. Liebe“ leicht und nicht schwierig, verkrampft oder anstrengend. Natürlich fällt Tristan Jano nicht sofort um den Hals und alle Probleme und Ängste von Tristen sind wie weggeblasen, aber die Autorin schafft es eine sehr gute Balance zu schaffen in der Tristan mit seinen Ängsten und Unsicherheiten beginnt sich langsam auf Jano und die Nähe einzulassen und in der man die Leichtigkeit des Sommers genauso spürt wie das, was Tristan zu schaffen macht.
Für mich stehen in dieser Geschichte die aufkeimende Beziehung, das Kennenlernen, das Näherkommen von Tristan und Jano, Tristans Entwicklung, sein Finden der 1. Liebe und sein Wiederfinden von sich oder überhaupt das Finden und zu sich selbst stehen im Vordergrund.

Die Eltern der beiden sind fantastisch. Ich habe lange kein Buch mehr gelesen wo so tolle, verständnisvolle, großartige Eltern vorgekommen sind. Sowohl Janos, als auch Tristans Eltern verhalten sich einfach nur toll und sind genauso wie Eltern sein sollten.
Silas, der kleine Bruder von Tristan, ist ein totales Highlight. Er ist wie ein kleiner jüngerer Bruder sein soll. Einfach zum Knuddeln, nervig, zum Liebhaben und auch aufregen. Jeder, der jüngere Geschwister hat wird jetzt schmunzeln und mich verstehen. Mich hat Silas oft an meinen kleinen Bruder erinnert und ich habe sehr viel geschmunzelt.

Tristans bester Freund Daniel (ja einen hat er noch) und Janos bester Freund Nemir sind tolle Nebencharakter super ab und sind genau von den Charakteren, was man sich als „beste Freunde“ Nebencharaktere in einem Buch wünschen kann.

Insgesamt ist „Ein Sommer mit Jano“ ein tolles Buch über die 1. Liebe, zu sich selbst finden und stehen, Verstehen, Toleranz, Familienbande, Mut und über die Leichtigkeit des Sommers. Also ein perfektes Sommerbuch mit einer wunderbaren Liebesgeschichte, die auch ernsten Themen Raum gibt und nicht einfach verblast, nachdem man es gelesen hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.03.2020

Wundervolle, realistische, tiefgründige, aber auch witzige und romantische New Adult Geschichte ohne 0815 und Klischees

Small Town Kisses
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„Small Town Kisses - Morgan & Nate“ ist das neueste Buch von Christiane Bößel und der 1. Band der „Minot Love Story“ Reihe über die vier Geschwister Morgan, Donovan, Tristan und Parker.
In jedem Band ...

„Small Town Kisses - Morgan & Nate“ ist das neueste Buch von Christiane Bößel und der 1. Band der „Minot Love Story“ Reihe über die vier Geschwister Morgan, Donovan, Tristan und Parker.
In jedem Band steht eines der Geschwister und seine/ ihre Love Story im Zentrum, aber natürlich gibt es immer ein Wiedersehen mit den anderen Geschwistern.
In diesem 1. Band geht es um Morgan, die älteste der vier Geschwister und Nate.

Ich bin wie auch dei den vorherigen Büchern total begeistert von Christiane Bößels Schreibstil Sie schafft es bei jeder ihrer Bücher die Dinge genau auf den Punkt zu bringen, die Emotionen, Gefühle und Gedanken der Charaktere wunderbar darzustellen und einem in jedem Moment nahezubringen. Der Stil ist einfach toll zu lesen, flüssig, dem Alter der Charaktere angepasst ohne derb, künstlich jugendlich oder gezwungen zu wirken. Das Buch lässt sich in einem Rutsch runter lesen. Wie bei der Autorin üblich ist „Small Town Kisses - Morgan & Nate“ aus der Sicht von Morgan und Nate erzählt und lässt einen damit hautnah an den Gedanken, Gefühlen, Handlungen der Protagonisten teilhaben und diese nachvollziehen. Ich bin immer ein großer Fan davon, wenn beide Sichtweisen in einem Buch zum Tragen kommen und deshalb freut es mich um so mehr, dass Christiane Bößel in ihren Büchern immer beide Sichtweisen hat.

Morgan und Nate sind zwei wundervolle Protagonisten und Charaktere. Auf der einen Seite Morgan, die, weil ihre Mum abgehauen ist, alles tut um für ihre Familie da zu sein und sie zu unterstützen. Ja es geht sogar so weit, dass Morgan zu Beginn des Buches wirkt als hätte sie einen Teil ihrer Träume, ihres Lebens aufgegeben oder zumindest komplett zurückgestellt um die große Schwester, fast schon die Mum zu sein und den Laden daheim mit Hilfe ihres Dads am Laufen zu halten. Aber Morgan ist eine wundervolle, liebevolle, unglaublich starke junge Frau, die wirklich gelernt hat den Laden zu schmeißen und es hinzubekommen. Ja Morgan konnte nicht alles machen was sie wollte und sie steckt öfter zurück, aber sie ist dabei nie traurig, macht irgendwem Vorwürfe oder mag ihr Leben nicht.
Und dann ist da Nate: Grade von Florida in die Kleinstadt gezogen und will einfach einen kompletten Strich ziehen und was anders. Da denkt man jetzt vielleicht: Häh? Weibliche Protagonistin glücklich in der Kleinstadt und männlicher Protagonist will einen Neuanfang? Ja genauso ist es. Nate ist derjenige, der alles verändern will und raus muss, raus aus seinem bisherigen Leben, weg von daheim und dem was ihn so belastet und ein Teil seines Lebens ist.
Nate ist so gar nicht der von sich total überzeugte Bad Boy oder heiße Typ, den man sonst aus New Adult Büchern so kennt. Nein er ist unsicher, hadert mit seiner Situation, hat phasenweise ein wirklich angeknackstes Selbstbewusstsein und zeigt einem sofort, dass er ein Problem damit immer stark zu sein, weil das einfach nicht funktioniert bei ihm.
Nate ist so überhaupt nicht 0815 und Klischee als Protagonist und auch Morgan ist nicht die typische New Adult Protagonistin.

Die entstehende Beziehung zwischen Morgan und Nate geht ziemlich schnell und ist auch sehr schnell ernst. Es gibt kein ewig langes Hin und Her, Gezickt, Überlegungen, ob der andere einen toll findet oder all das. Und für mich war das genau richtig. Trotz der schnellen Beziehungsentwicklung war es nie zu viel, kitschig, überzogen oder unrealistisch. Nate und Morgan haben eine wundervolle Chemie miteinander und für mich waren sie zu jedem Zeitpunkt realistisch, packend, ergreifend und auch greifbar als Paar.

Ja es gibt ein Drama und ja es kommt nicht am Anfang und auch nicht erst am Ende des Buches. Das Drama/ die Probleme, die zwischen Morgan und Nate im Laufe des Buches entstehen und aufkommen sind zwingend notwendig und nicht extra an den Haaren herbeigezogen oder künstlich geschaffen. Was Nate Morgan gegenüber nicht ausspricht und sie im Unklaren darüber lässt, ist etwas sehr reales, wichtiges, keine Kleinigkeit, die man einfach mal so erzählt, etwas das das eigene Leben einfach unglaublich beeinträchtig. Nate kann da nicht aus seiner Haut und man kann ihm als Leser auch keinen Vorwurf machen. Deshalb ja das Drama/ die Probleme kommen und sie lassen sich nicht aufhalten, ändern oder in Luft auflösen. Christiane Bößel hat sich in diesem Buch ein wirklich nicht einfaches Thema ausgesucht und Nate dadurch zu jemanden gemacht, der einem unglaublich nahe geht, besonders wenn man aus eigener Erfahrung versteht was Nate durchmacht. Nates Situation ist einfach nur authentisch, realistisch und ehrlich ohne Kitsch, ohne Übertreibung, ohne Beschönigung.
Die drei Geschwister von Morgan: Donovan und Tristan die 15 Jährigen Zwillinge und die 13 Jährige Parker sind genauso wie jüngere Geschwister wirklich sind. Sie sind in einem Moment Zuckersüß und man will sie einfach nur Knuddeln und im nächsten treiben sie einen in die Verzweiflung, man will sie gegen die Wand klatschen und wünscht sich ein Einzelkind zu sein. Oh ja jeder, der eine älter Schwester oder Bruder ist hat auch so einen von Morgans jüngeren Geschwistern zu Hause sitzen.

Morgans Dad ist ein wirklich toller und liebevoller Charakter. Er ist durch und durch der wundervolle Dad, der einen Hang zu sehr guten Ratschlägen und Weisheiten hat. Und die jeweils besten Freund von Nate und Morgan sind auf ihre Art genau richtig. Sie sind tolle beste Freunde und passen einfach zu Nate und Morgan.

„Small Town Kisses - Morgan & Nate“ ist realistisch, mit Charakteren, die man selbst so kennt, mit einer Geschichte, die zeigt wie die schlimmen Sachen sind und trotzdem einer Menge Witz, Romantik, Stellen zum Schmunzeln und Kopfschütteln, Knistern, Sexy und Wohlfühlen. Eine Geschichte ohne Kitsch, ohne 0815 oder einem überzogenen Ende. Einfach eine richtig gute New Adult Geschichte, die ich nur empfehlen kann!

Anmerkung: Vielen Dank an ForeverUllstein, NetGalley und Christiane Bößel für das Rezensionsexemplar und das ich es lesen durfte. Meine Meinung hat dies in keiner Weise beeinflusst.

SmallTownKisses

NetGalleyDE

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.03.2020

Wundervolle Story, die so viel mehr als nur eine Liebesgesichte ist und mit Ernst, Tiefgang und authentischen Charakteren überzeugt

All The Fucks We Give
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Meine Meinung:
Zuerst das Cover: Ich liebe dieses Cover einfach! Es ist wundervoll stimmig mit den Farben, dem Rauch und dem Titelschriftzug und zeigt direkt das dieses Buch nicht nur eine einfache Liebesgeschichte ...

Meine Meinung:
Zuerst das Cover: Ich liebe dieses Cover einfach! Es ist wundervoll stimmig mit den Farben, dem Rauch und dem Titelschriftzug und zeigt direkt das dieses Buch nicht nur eine einfache Liebesgeschichte ist. Das Cover ist genauso so stürmisch, aufwühlend, kräftig, aber auch sanft in den Farben, faszinierend wie die Geschichte dazu.

Der Schreibstil von Nina Kay ist wundervoll bildhaft, laut und ausdrucksstark, mit Szenen und Stellen, wo man die Gefühle greifen kann und es sich wie eine Filmszene für den Leser anfühlt. Aber sie ist auch an den richtigen Stellen leise, ernst, teilweise beängstigend realistisch und ergreifend.
Die Geschichte ist aus der Sicht von Julien und Sasha geschrieben. Was ich immer besonders toll finde, weil so einfach beide Seiten wunderbar nachvollziehbar sind.

Julien und Sasha sind zwei unglaublich authentische, ausdrucksstarke, ehrliche, greifbare und nachvollziehbare Charaktere und Protagonisten. Sie sind komplett unterschiedlich, aber ergeben zusammen eine perfekte Einheit.
Julien ist oft laut, hat viel zu viel Wut in sich, hält sich auch in seiner Sprache nicht zurück und sehr offen und extrovertiert und ein total charmanter, einnehmender Charakter. Er ist der typische „Ich finde schnell Freunde und lerne schnelle neue Menschen kennen“ Typ. Trotzdem gibt es oft Streit mit seinem Bruder, oder auf der Arbeit und Julien wirkt irgendwie noch nicht angekommen und als fehlt ihm etwas wichtiges.
Sasha ist da das genaue Gegenteil: Alles an ihm wirkt schüchtern, leise, sanft, ja fast als würde er sich lautlos durch die Welt bewegen und möchte unsichtbar sein. Ein Teil davon wie Sasha zu Beginn des Buches ist, ist völlig normal für jemanden, der mit 19 sein Studium beginnt, von zu Hause ausgezogen ist und dann auch noch in einen Bundesstaat gezogen ist. Da geht es Sasha wie jedem, der etwas neues, unerwartetes anfängt und erstmal damit klarkommen muss, dass die Schule jetzt aus ist und der nächste große Schritt beginnt. Aber genau das ist auch einfach realistisch und dürfte gar nicht anders sein.
Bei all dem sind Julien und Sasha aber auch zwei zutiefst unperferkte Charaktere. Beide haben ihre Dämonen, Ängste, Gründe warum Julien immer so voller Wut ist und Sasha sich so klein und unsichtbar macht und Probleme hat mit dem Bus zu fahren. Sie sind einfach menschlich voller Probleme, Schwächen und wirklich heftigen Päckchen, die sie tragen und aushalten müssen. Aber sie sind dadurch eben so echt, authentisch und realistisch wie man nur selten zwei Protagonisten findet.

Als Julien und Sasha sich das erste Mal begegnen ist es im Gegensatz zu vielen typischen NA Büchern keine unrealistische Situation, etwas extra erzeugtes und weit hergeholtes. Nein ihre erste Benennung ist geradezu alltäglich und könnte jedem von uns so passieren. Und sie ist erstmal ruhig, gar nicht laut, auffällig oder gar ein Feuerwerk. Aber gleichzeitig ist sie für Julien eben doch etwas gewaltiges. Julien schafft es Sasha, der eigentlich fast unsichtbar ist in dieser Situation und bei der Einfachheit der Umgebung wie eine Naturgewalt wahrzunehmen und fast schon eine innere Explosion ein Emotionen, Gedanken, Überlegungen zu erleben.
Ich muss sagen, dass die erste Begegnung der zwei ganz klar zu meinen Lieblingsstellen im Buch gehört.

Dass Julien bisher nie über Männer als potenzielle Partner nachgedacht hat, ist zwar in Juliens Überlegungen, aber ob Sasha jetzt ein Mann ist oder nicht, macht nicht die Geschichte aus und ist für Julien auch nicht der springende Punkt.

Die Geschichte von Julien und Sasha ist eine Liebesgeschichte. Aber sie ist auch so viel mehr. Sie ist eine Geschichte über eigene Grenzen und die Überwindung davon, über Ängste, Dämonen und wie man lernt mit ihnen zu leben und umzugehen, über Freundschaft, die erste Liebe, Liebe. Mut, über wirklich ernste und schwierige Themen und das Liebe einem Stärke gibt, aber man selbst nach Hilfe fragen muss und gefestigt sein muss.
Für mich ist es jetzt schon ein Jahreshighlight und ich kann nur sagen: Lest es!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere