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Veröffentlicht am 01.03.2021

Wunderschöne chinesische Romantasy, die ernster und düster ist und damit genau ins Schwarze trifft

Sternenglut. Prinzessin der Nacht
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Mit „Sternenglut. Prinzessin der Nacht“ entführt uns Amy Erin Thyndal wieder in die von chinesischen Märchen und Legenden durchdrungene Fantasy Welt rund um Midland und die Geschichte der Sternentöchter.
„Sternenglut“ ...

Mit „Sternenglut. Prinzessin der Nacht“ entführt uns Amy Erin Thyndal wieder in die von chinesischen Märchen und Legenden durchdrungene Fantasy Welt rund um Midland und die Geschichte der Sternentöchter.
„Sternenglut“ erzählt uns die Geschichte der allersten Sternentochter Ri und spielt einige Jahrhunderte vor den Ereignissen von „Sternenfeuer. Kaiserin der Drachen“ und ist somit die Vorgeschichte. Trotzdem empfehle ich allen zuerst mit „Sternenfeuer“ zu beginnen. Diese Reihenfolge ist für das Lesevergnügen, den Aufbau der Welt, das Kennenlernen der Charaktere und ein Nicht gespoilert werden am sinnvollsten.

Wieder einmal bin ich begeistert von dem Schreibstil der Autorin. Sie schafft es, dass man beim Lesen nur so über die Seiten fliegt, das Buch in einem Rutsch liest und dabei ganz genau die jeweilige Stimmung dieses erfasst. An vielen Stellen hat der Stil etwas poetisches und zaubert einen dadurch regelrecht in dieses durch chinesische Märchen und Legenden durchdrungene Fantasy Setting.
Wie schon bei „Sternenfeuer“ bin ich vom Setting, dem Aufbau der Welt, der starken Einbindung der chinesischen Märchen/ Legende Komponenten begeistert und fasziniert.

„Sternenglut“ ist zwar die Geschichte von Ri, der allerersten Sternentochter. Aber es geht nicht nur um sie, sondern auch um die Sterne und was hinter alledem steckt. All das was in „Sternenfeuer“ schon anklang, aber noch ziemlich vage war.

Direkt zu Beginn wird klar, dass hier alles ganz anders ist als in „Sternenfeuer“. Es ist eine Zeit des Krieges, der Armut, des Hungers, die Hoffnung geht allmählich verloren und den Menschen steht eine schwere Zeit bevor. Midland befindet sich mitten in einem Krieg mit Atlas und mit anderen Ländern. Die Sonne wird nicht mehr lange ihre Wärme, Kraft auf die Welt scheinen lassen und die Menschen wissen darum.
Deshalb kamen die Drachenwahrer Midlands auf die Idee eine Sternentochter zu erschaffen, diese zu unterrichten und mit Hilfe ihrer Magie eine Waffe im Kampf und eine mögliche neue „Sonne“ zu haben.

Ris Rolle, das was von ihr erwartet wird ist also von Anfang an klar. Umso schlimmer ist es da, dass sie ihre Magie nicht erwecken kann. Seit Jahren versucht Ri es, scheitert aber jedes Mal. Dadurch wird es allerdings nur schlimmer. Denn die Drachenwahrer sehen in ihr lediglich „ein Werkzeug“ und „eine Waffe“ im Kampf. Das führt dazu, dass Ri ein wirklich schreckliches Leben führt. Sie ist physischer und psychischer unter Drucksetzung, Folter und Missbrauch durch die Drachenwahrer ausgesetzt.
Und die Menschen Midlands sehen in Ris feuerroten Haaren und den grauen Augen eine Atlaerin, keine Frau aus Midland und verachten sie deshalb.
Aber Ri ist trotz oder vielleicht genau deswegen eine unglaublich starke, mutige und entschlossene Protagonistin. Sie zögert keinen Moment alles dafür zu tun um Midland zu helfen und eine Lösung zu finden. Obwohl sie leidet, sich die Schuld gibt, verliert sie nie die Hoffnung, dass es eine Lösung geben wird. Und für Ri ist ganz klar: Ich bin die erste Sternentochter und muss es hinbekommen und darf es nicht meinen jüngeren Sternentochter Schwestern Cai und Changye aufbürden.
Gemeinsam mit ihrem besten Freund, dem Kronprinzen Huoyan macht Ri sich auf zum Orakel um endlich eine Lösung zu finden und die ersehnte Magie einer Sternentochter zu erwecken.

Wie schon Xin in „Sternenfeuer“ stellt sich Ri einer ungewissen Reise und bekommt Unterstützung. In diesem Fall ist Huoyan neben Cai und Changye der einzige Vertraute Ris und ihre Familie.
Huoyan zwar offiziell noch der Kronprinz und seine Mutter, die Kaiserin regiert, aber in Wahrheit erfüllt er schon die Aufgaben des Kaisers und kommt seinen Pflichten nach. Gleichzeitig ist er Ri der beste Freund den man sich wünschen kann. Er ist immer für sie da, hasst es was die Drachenwahrer ihr antun und ist traurig darüber, dass er trotz seiner Macht das nicht verhindern oder ändern kann. Also tut Huoyan alles was er kann um für Ri da zu sein.

Man merkt richtig wie eng die Bindung zwischen Ri und Huoyan ist und man spürt beim Lesen deutlich wie diese Freundschaft anfängt sich zu verändern und in Richtung Liebe wandert. Wie es zu einer Verschiebung kommt und die beiden mehr ineinander sehen und füreinander fühlen. Es passiert ganz sanft und fließend auf dieser Reise und doch so perfekt und treffend, dass ich als Leserin dachte: Ja es konnte gar nicht anders kommen als so.

Ich sagte ja schon, dass es in „Sternenglut“ auch um die Sterne und was alles dahinter steckt geht. Das ist der andere Teil der Geschichte, der sich mit Ris Geschichte verbindet und zusammenfügt. Ein Charakter ist da besonders im Vordergrund und spielt für die Geschichte, für Ris Geschichte eine wesentliche Rolle. Wer „Sternenfeuer“ schon gelesen hat, wird eine Idee haben wie und was es damit auf sich hat.
Für alle anderen: Mehr wäre ein Spoiler.

„Sternenglut“ ist um einiges ernster, düsterer und bedrückender als „Sternenfeuer“. Ja sie hat schon leichte Dystopie Züge und die chinesischen Märchen/ Legende Anteile sind viel stärker eingebunden und noch präsenter. Es ist eine Geschichte über Mut, Stärke, darüber sich und seine Kräfte zu finden und Hoffnung. Gleichzeitig geht es um Liebe, Freundschaft, Vertrauen, aber auch um Verlust, das Überwinden eines solchen, nach vorne blicken, sich selbst weiterzuentwickeln und zu merken, dass es nicht nur sich selbst gibt und man manchmal einfach loslassen muss.

Eine wunderschöne Romantasy Geschichte, die mit den chinesischen Elementen, den leichten Dystopie Züge und den ernsteren Tönen genau ins Schwarze trifft.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.03.2021

Süße Liebesgeschichte & eine Geschichte über sehr wichtige Themen: ein perfektes Young Adult Buch

Girl on Ice
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„Girl on Ice“ ist das Debüt von Teodora Timea und sie hat eine wirklich wundervolle nachdenkliche und einfühlsame Young Adult Romance geschaffen, die sehr wichtige Themen behandelt und nach dem Lesen noch ...

„Girl on Ice“ ist das Debüt von Teodora Timea und sie hat eine wirklich wundervolle nachdenkliche und einfühlsame Young Adult Romance geschaffen, die sehr wichtige Themen behandelt und nach dem Lesen noch lange nachwirkt.

Der Schreibstil der Autorin transportiert gleichzeitig die Leichtigkeit der süßen Liebesgeschichte zwischen den Protagonisten, aber auch die Schwere, die Probleme von ihnen und erzeugt so immer das richtige Gefühl beim Lesen und passt einfach. Die Geschichte ist leicht, süß, voller Träume und Hoffnung, Liebe und Freundschaft, aber auch voller Ernsthaftigkeit, Schwere, Ängsten und Problemen und vielen Selbstzweifeln. All dem wird Teodora Timea auf fantastische Weise gerecht.

Was mir besonders gefällt: Das Buch spielt in Banff, einem für seinen Wintersport bekannten Ort in Kanada. Dort ist Eishockey und Eiskunstlauf quasi Programm und ja die Leute lieben diese Sportarten. Kanada als Hauptsetting finde ich eine tolle Idee. Besonders bei Büchern, in den Eissportarten vorkommen ist es toll, wenn nicht immer die USA genommen werden, sondern das für diese Sportarten total berühmte Kanada. So hat man beim Lesen auch direkt das passende Setting für die Geschichte vor Augen.

Abby ist dieses Mädchen, das seit 3 Jahren mit dem Verschwinden ihrer Mutter klarkommen muss und irgendwie versucht weiterzumachen oder besser gesagt ihr Allerbestes zu geben. Sie versucht im Eiskunstlauf immer noch besser zu werden, eine „Prinzessin auf dem Eis“, damit ihre Mum sie sehen kann und vielleicht endlich wieder nach Hause kommt. Gleichzeitig hat sie den Kontakt zu ihren Verwandten (ihrer Tante, den beiden Cousinen) und vor allem Easton komplett abgebrochen. Von quasi heute auf morgen hat Easton keinen Ton mehr gehört von seiner besten Freundin. Tja und das ist die emotionale Ausgangslage in der Abby sich befindet als Abbys Dad beschließt: Wir verbringen Silvester bei deiner Tante und ihrer Familie in Banff.

Easton ist einfach nur der süßeste, liebevollste und gleichzeitig traurigste Junge, der mir seit langem in einem Buch begegnet ist. Er ist der perfekte beste Freund und auch der perfekte feste Freund mit seiner ganzen liebevollen, charismatischen Art. Easton ist kein Bad Boy, hat keinen Überheblichkeitskomplex und versucht nicht die Mädchen zu beeindrucken, er ist einfach nur Easton. Und das macht ihn so charmant. Aber gleichzeitig ist er nicht ehrlich zu seiner festen Freundin Roxy, seinen Eltern und seiner Umgebung. Er trägt sehr starke Ängste, Sorgen und Probleme mit sich rum und kann einfach nicht darüber reden und die Wahrheit sagen. Er möchte nicht der Typ sein, der seine Freundin belügt, aber er hat Angst davor, dass Roxy es, ihn nicht versteht.

Easton und Abby sind sich in ihrem Verhalten unglaublich ähnlich, in ihren Sorgen. Natürlich bei Abby steht die Suche nach ihrer Mutter, dass sie sie findet und diese sich meldet im Vordergrund. Und damit verbunden bei Abby das Gefühl von „War ich nicht gut genug? Ist meine Mum deswegen verschwunden?“.
Aber genau dieses Gefühl von „Nicht gut genug sein und nicht genug sein“ ist es was auch Easton quält und ihn zu seinen Lügen greifen lässt, eine Maske aufsetzten lässt und Angst haben lässt. Dadrin gleichen die beiden sich auf erschreckende Weise.
Denn es geht bei Abby und Easton, in der Geschichte allgemein, nicht nur um eine zuckersüße Lovestory, es geht um Ängste, Perfekt sein wollen und es nicht können, es geht um Scheitern, das eigene Versagen und immer wieder um „das Nicht gut genug und gut genug sein“ für mich und vor allem für die anderen, für meine Eltern (Easton), für meine Mum (Abby).

Abby und Easton sind zusammen einfach wundervoll und perfekt. Ja sie haben diese „Wir sind von besten Freunden zu ineinander verliebt geworden und es ist genau, das wir beide sind“ Chemie, Ausstrahlung und Verbindung. Zusammen geben die beiden sich Stärke, Vertrauen sich an was sie quält, belastet, Ihnen Angst macht. Und gemeinsam schaffen sie es sich zu helfen, dem anderen einen Weg aufzuzeigen wie es anders gehen kann.

Die anderen Charaktere wurden ebenfalls sehr gut getroffen und fügen sich perfekt in die Geschichte und sind ein wichtiger Teil davon.
Eastons Eltern sind genau der Grund, warum Easton diese Ängste hat, sich nicht gut genug fühlt und lügt. Da kann man gar nicht anders als sie zu hassen.
Abbys Tante ist die ganze Zeit für Abby und möchte eine stabile Beziehung zu ihrer Nichte, egal was ihre Schwester getan hat.
Und dann ist da Roxy: Abbys Cousine und gleichzeitig Eastons Freundin. Mit ihr ist es lange Zeit im Buch sehr schwer. Sie hat Abby einfach nicht verziehen, das diese sich nicht mehr gemeldet hat und sie hat Angst, dass zwischen Abby und Easton etwas ist, gegen das sie nicht ankommt. Es ist also schwierig mit Roxy und ich habe sie eine zeitlang wirklich nicht gemocht. Aber auch Roxy ist wirklich entscheidend für die Geschichte, ihre Art und wie sie sich entwickelt.

„Girl on Ice“ ist zum einen eine zuckersüße Liebesgeschichte und zum anderen eine ernste, nachdenkliche Geschichte, die sich mit wichtigen Themen auseinandersetzt und meiner Meinung nach damit Dinge anspricht, die viele von uns nachvollziehen können oder sogar selbst als Jugendliche empfunden haben. Für mich ist „Girl on Ice“ ein unglaublich gelungenes Young Adult Buch.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.02.2021

Wunderschöne Romantasy Geschichte mit chinesischen Märchen und Legende Elementen zum Träumen

Sternenfeuer. Kaiserin der Drachen
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Mit „Sternenfeuer. Kaiserin der Drachen“ hat Amy Erin Thyndal es wieder geschafft mich komplett zu begeistern und zu verzaubern. Mit jedem neuen Buch der Autorin denke ich: Wow das ist noch toller geworden ...

Mit „Sternenfeuer. Kaiserin der Drachen“ hat Amy Erin Thyndal es wieder geschafft mich komplett zu begeistern und zu verzaubern. Mit jedem neuen Buch der Autorin denke ich: Wow das ist noch toller geworden und ich muss meine Lieblingsbücher neu sortieren.

Diesmal hat die Autorin eine Geschichte geschaffen in der sie chinesische Märchen- und Legendenelemente mit Romantasy verknüpft und kombiniert, so dass ein komplett neues und anderes Setting entsteht.

Und weil auch die Namen der Charaktere zum Teil chinesisch sind und der eine oder andere überlegt, wie man die Namen wohl richtig ausspricht, gibt es auf der ersten Seite eine kleine Übersicht zur „Aussprache der Namen“. Ein Detail, dass ich richtig gelungen finde und ja ich habe öfter mal nach vorne geblättert und die Aussprache nochmal nachgeschaut.

Da es keine Sonne mehr gibt, die auf die Erde scheint, wurden die Sternentöchter geboren, damit immer eine von ihnen Mithilfe ihrer Magie den Menschen/ Midland als Sonne dienen kann. Die Sternentochter, die auserkoren ist „die Sonne“ zu sein, weil sie die stärkste ist, wird auch die nächste Kaiserin Midlands.
Das ist die zugedachte Position, die die Protagonistin Xin einnehmen soll. Denn Xin ist in ihrer Sternentocher-Generation die mächtigste und damit die nächste „Sonne“.

Xins Freundinnen, die beiden anderen Sternentöchter ihrer Generation, Hua und Tian haben auch feste zugedachte Rollen.

Hua soll einmal die „Hüterin“ und damit Lehrerin und Ausbilderin der nachfolgenden Sternentöchter werden und Tian soll eine politisch-strategische Hochzeit zum Vorteil und Wohl Midlands eingehen.
So sind also alle Rollen und Aufgaben schon von Anfang an verteilt und alle drei wissen bereits von frühster Kindheit an was die Zukunft für sie bereithält und was man von ihnen erwartet.
Es geht also in „Sternenfeuer“ nicht nur um Xin, sondern auch um ihre Freundinnen Hua und Tian.

Auch Long, der Kronprinz Midlands und Prinz Tuca, aus einem anderen Königreich, spielen eine wichtige Rolle in der Geschichte.

Die Nebencharaktere haben ihre eigene Geschichte in der Hauptgeschichte und tragen diese.
Man möchte genau so sehr erfahren was mit Tian, Hua und Long passiert und was eigentlich Prinz Tuca in Midland will, wie man Xin auf ihrem Weg folgt und mitfiebert.
Alle Charaktere sind unglaublich sympathisch und liebevoll. Man versteht sie und ihre Beweggründe und es gibt ein Familiäres-Freundschaftsgefüge, so dass man mit allen mitfiebert, sich wünscht, das jeder von ihnen glücklich wird und man sie alle ins Herz schließt.

Das ist etwas was ich an Amy Erin Thyndals Büchern wirklich sehr mag: Die Charaktere, egal ob Haupt- oder Neben, unterstützen sich gegenseitig, sie stärken sich und sind einander gegenüber nicht feindlich, negativ oder sonst wie gestimmt.

Xin ist eine tolle und starke Prota, die voller Liebe für ihr Volk ist und nie daran gezweifelt hat, das es ihre Aufgabe ist die nächste „Sonne“ und Kaiserin zu werden. Aber, als ihr persönlicher Stern nicht mehr am Himmel leuchtet überfällt Xin Panik und Angst. Eigentlich hätte sie schon längst die nächste „Sonne“ werden sollen, aber weil die Zeremonie nur in einer Neumondnacht erfolgreich stattfinden kann und Neumond schon sehr lange nicht mehr da war, ist das noch nicht passiert.

Xin überlegt sich also zu handeln und will das Orakel aufsuchen, damit dieses ihr den Weg weist. Das ist der Punkt an dem Xin anfängt unsicher zu werden, mit sich zu hadern und nicht mehr so genau weiß was sie tun soll oder was eigentlich das Richtige ist.
Vielleicht ist sie ja doch nicht die perfekte Kandidatin für „die Sonne“, immerhin ist ihr Stern und damit ihre Magie weg. Und wie soll Xin „die Sonne“ sein ohne Magie?
Ja von einem auf den anderen Tag ist die so klare Zukunft für Xin auf einmal weg bzw. steht sie infrage. Und während Xin versucht zum Orakel zu kommen und Antworten zu finden, ist da Taron.

Taron, der Prinz Tuca begleitet hat nach Midland und nun zu Xins Reisegefährten auf dem Weg zum Orakel wird.
Taron ist auf der einen Seite undurchschaubar, für Xin und für den Leser. Man weiß nicht so genau wer er ist, was er in Midland möchte und warum er Xin eigentlich begleiten will. Und auf der anderen Seite spürt man genau wie Xin eine Vertrautheit bei Taron, ein Wiedererkennen und ja er ist ein einnehmender, begeisternder Charakter mit dem man gerne Zeit verbringen möchte.

Xin und Taron wachsen auf dieser Reise immer mehr zusammen, nähern sich an, stellen Fragen über sich in den Raum und fordern sich auch. Durch Taron überdenkt Xin ihre vorgefertigte Rolle, ihre Position und Taron kommt durch Xin auch ins Grübeln ob er denn mit allem so recht hat und es so ist wie er meint.
Sie lernen sich also kennen, nähern sich immer mehr an, gehen aufeinander zu und hinterfragen dabei den jeweils anderen und geben diesem zu denken über sich, so dass die Begegnung der beiden, die Annäherung und was daraus entsteht für beide eine Entwicklung zur Folge hat.

Xin und Taron sind für mich wie füreinander gemacht. Es spielt keine Rolle, dass sie sich ja erst kennenlernen und durch die gemeinsame Reise es vielleicht etwas schneller geht also üblich, es passt einfach bei den beiden. Da ist sofort die Verbindung, die Chemie, eine Band. Und als Leserin konnte ich darüber nur seufzen und mich freuen.

Die Geschichte von Xin, Hua und Tian, den Sternentöchtern Midlands ist eine wunderschöne romantische Fantasy Geschichte voller märchenhafter und auch magischer Elemente, mit Witz, starken weiblichen Charakteren, generell tollen Charakteren, der Suche nach sich selbst und der Frage „Was möchte ich wirklich im Leben“. Eine Geschichte voller Liebe, Hingabe, auch Selbstaufgabe für wichtige Dinge, Mut, Zusammenhalt und Freundschaft.

Von mir gibt es eine klare Empfehlung für dieses tolle Buch!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.12.2020

Wunderschöne Liebesgeschichte und NA Romance 2020 Jahreshighlight

Some Say We Won't
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Mit „Some Say We Won’t“ hat Nina Kay sich wieder einmal selbst übertroffen. Waren schon „All The Fucks We Give“ und „All The Nights We Stay“ Perlen und für mich ganz klare Highlights unter den New Adult ...

Mit „Some Say We Won’t“ hat Nina Kay sich wieder einmal selbst übertroffen. Waren schon „All The Fucks We Give“ und „All The Nights We Stay“ Perlen und für mich ganz klare Highlights unter den New Adult Romance Büchern, so legt sie mit ihrem neuesten Buch noch eine Schippe drauf und hat ein weiteres NA Romance 2020 Jahreshighlight geschaffen.
Ein klares 5 Sterne Buch!

Die Geschichte von Maël und Luca ist wunderschön, voller Zerbrechlichkeit, geprägt von langsamen Annähern und Auf einender zugehen der beiden, mit Schmerz, wirklich schlimmen und auch traurigen Erfahrungen auf beiden Seiten, aber sie ist auch so voller Hoffnung, sehr viel Stärke, gegenseitigem Mut machen und Mut gemacht bekommen, voller Kraft und Rückhalt.
Maël und Luca sind alleine und zusammen genau so wie sie sein sollen, perfekt und unperfekt zugleich, wunderschön und einzigartig.

Das Cover ist einfach nur perfekt für diese Geschichte. Beim Lesen des Buches dachte ich irgendwann: Dieses Cover das sind Maël und Luca, wenn sie explodieren, sich gemeinsam fallen lassen. Und zwar das gute explodieren, das was beiden hilft, sie loslassen lässt, gemeinsam.
Dann ist dieses Cover auch genau wie die Szene im Club, als Luca tanzt und Maël nur noch Luca sieht, alles in ihm zu summen, laut zu werden scheint und nichts mehr wichtig ist außer der tanzende Luca.
Ja für mich ist dieses Cover also gleich auf so viele Arten genau das perfekte Cover für „Some Say We Won’t“, eine Momentaufnahme der Geschichte.

Maël und Luca sind sehr unterschiedlich, in ihren Handlungen, ihrer Art, so wie sie mit den Dingen, die passieren umgehen und auch wie sie gegenüber ihren Freunden und Familie sind.
Maël ist einfach anders und das macht es seiner Umgebung oft schwer ihn zu versehen oder mit ihm klarzukommen. Oft liegt es sogar an der Umgebung, weil sie sich einfach keine Mühe machen, kurz innezuhalten und Maël genug Zeit geben, damit er er sein kann und sie ihn verstehen können. Aber ja Maël mag schwierig, anstrengend ja sogar pedantisch auf den ersten Blick wirken. Aber das ist einfach nur die Art, wie er ist. Er braucht feste Strukturen, klare Aussagen, dass man ehrlich ist und sich nicht verstellt, Regeln an denen er sich orientieren kann und es ist für Maël auch einfach nicht logisch, dass viele Menschen nicht offen und ehrlich durchs Leben gehen und über Kleinigkeiten die Unwahrheit sagen. Das mag so gar nicht einfach oder einnehmend sein für einen Protagonisten, was aber einfach nicht stimmt: An Maël ist alles auf seine Art wundervoll, nachvollziehbar und mit viel Authentizität. Maël ist durch sein Anderssein ungekünstelt, ehrlich, greifbar, ohne Heuchelei, er versteckt nichts und sagt es einfach.
Und ja ich finde ihn wundervoll!

Luca dagegen hat so etwas scheues, aber gleichzeitig auch ablehnendes, hartes an sich. Als er und Maël sich das erste Mal treffen, nimmt Luca die Situation ganz anders war als Maël und hat sofort so eine Distanzhaltung, während Maël über etwas unglaublich „Schönes“ und für ihn „Einzigartiges“ gestoßen ist. Luca ist einfach nur genervt, überfordert, will seine Ruhe und fühlt sich von Maël fast schon überrumpelt und empfindet diesen als aufdringlich.
All das liegt daran, dass der Luca, der neu in die Stadt kommt, in dem Club anfängt zu arbeiten, von zu Hause weg ist ohne seine neue Adresse zu hinterlassen, Maël als aufdringlich wahrnimmt, nicht der Luca ist, der ihr ganz früher mal war. Aber diesen Luca gibt es nicht mehr. Es gibt nur noch Luca, hier und jetzt und mit alle dem was ihm Angst macht, was ihn Nachts nicht schlafen lässt, was ihn erstmal nichts Schönes sehen lässt, was ihn misstrauisch macht und was dafür gesorgt hat, dass er seiner Familie seine neue Adresse nicht mitgeteilt hat. Und dieser Luca lernt erst wieder Vertrauen und Mut zu fassen, zu lachen, sich fallen zu lassen, auf Maël ein Stückchen zu zu gehen und nicht in die andere Richtung zu laufen, Maël nicht zu ignorieren, sondern hinzusehen und zu merken da passiert etwas: Mit mir und mit ihm. Und ja Luca macht erst viele kleine Schritte, dann schneller größere und stürzt wieder, zieht sich zurück, kämpft, will fast aufgeben, traut sich nicht mehr und doch fasst er Mut, fasst Stärkte, lässt es zu, dass er sich in Maël verliebt, das dieser sich in ihn verliebt.
Für Luca ist die Welt auf eine andere Art schwer, als für Maël und es ist wirklich schrecklich, zutiefst traurig und schlimm was das bei ihm ist und sorgt für viele schmerzhafte Momente im Buch. Aber Luca muss auch durch diesen schmerzhaften Prozess. Um wieder der glückliche, starke, mutige Luca zu werden.

Manchmal ist die aufkeimende Beziehung zu Maël dabei wunderbar und hilft und manchmal funktionieren die beiden auch einfach nicht, wenn etwas von Außen kommt, dass keiner von beiden im dem Moment kontrollieren und bewältigen kann. Aber sie schaffen es auch mit diesen Unzulänglichkeiten umzugehen.

Besonders bemerkenswert ist Tristan, der beste Freund von Maël. Tristan ist schon ewig mit Maël befreundet und er nimmt ihn komplett an so wie er ist. Ich finde Tristan hat eine Engelsgeduld und nur wenn er wirklich mit den Kräften am Ende ist und mit den Nerven fertig, bricht es aus ihm raus und er verliert sein Feingefühlt gegenüber Maël. Er ist unglaublich gut darin Maël zwar die wichtigen Dinge zu sagen ohne diesen vor den Kopf zu stoßen. Wie ein gut laufendes Uhrwerk achtet Tristan darauf, dass Maël die Gesellschaftshöflichkeiten nicht verletzt oder gemein wird ohne es wissen. Tristan ist immer da, wenn Maël ihn braucht und er ist auch da, wenn Maël gar nicht weiß, das er ihn braucht. Es ist einfach eine fantastische Freundschaft.

Eine weitere wirkliche Besonderheit ist Maëls Faszination für die Gebärdensprache. Man könnte es fast schon eine Art Besessenheit nennen. Aber Gebärdensprachen ist für Maël etwas wunderschönes, begreifbares, gleichzeitig faszinierendes und logisches. Er liebt diese Art der Kommunikation, hat eine Ehrfurcht davor und saugt es regelrecht auf. Das zeigt sich zum Beispiel in seiner Liebe zu dem Film „A Quiet Place“.
Da Lucas Mom Gehörlos ist und Luca mit seiner Mom in Gebärdensprache reden kann, kommt dann auch eine wunderschöne, interne Art wie Luca und Maël teilweisen miteinander kommunizieren in die Beziehung der beiden. Es hat etwas sehr intimes, wenn die beiden in Gebärdensprache miteinander reden. Und vieles was sie sagen, ausdrücken möchten bekommt so eine ganz neue, andere, stärkere Bedeutung und Relevanz.

  • Cover
  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 30.10.2020

Wie das echte Leben voller schöner, trauriger, schwierigen und guten Momenten

Für immer heißt nicht für ewig
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Meine Meinung:

Bei Jill Hobbs handelt es sich um das offene Pseudonym von Mirjam H. Hüberli. Ich muss zugeben, dass ich ein riesiges Fangirl der Autorin bin und bis jetzt jeden ihrer Romane gelesen habe. ...

Meine Meinung:

Bei Jill Hobbs handelt es sich um das offene Pseudonym von Mirjam H. Hüberli. Ich muss zugeben, dass ich ein riesiges Fangirl der Autorin bin und bis jetzt jeden ihrer Romane gelesen habe. „Für immer heißt nicht für ewig“ ist nun der erste Erwachsenen Liebesroman der Autorin und ich finde sie hat auch diesmal ihren Job als Autorin fantastisch gemacht. Der Schreibstil ist packend, emotional, sehr authentisch, mitreißend und witzig. Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an gepackt und war an manchen Stellen wie ein reales Abbild der Wirklichkeit. Die Geschichte von Jessie umfasst ein gutes Jahr und ist in vier Teile aufgeteilt (Sonnenblumen, Herbstzeitlose, Schneeglöckchen, VergissMeinNicht). Ich finde es super, dass die Autorin die Geschichte in diese vier Teile unterteilt hat. Jeder Teil, passend zu den Jahreszeiten lässt einen als Leser den Weg gemeinsam mit Jessie gehen und man bekommt ein perfektes Gefühl dafür wie viel Zeit vergangen ist und liest/ sieht die Veränderungen richtig.

Jessies Geschichte war für mich eine sehr aufwühlende, emotionale Geschichte, die mich unglaublich stark abgeholt hat und die ich erschreckend gut nachvollziehen konnte. Ohne es zu ahnen bin ich in eine Geschichte gestürzt, die den Geschichten aus meinem Familien- und Freundeskreis so gleicht und ähnelt, dass es mich schon fast erschreckt hat wie gut Mirjam H. Hüberli die Charaktere die Umstände der Trennung, das danach und alles was damit zusammenhängt gezeichnet hat. Das hat mir Jessies Geschichte so nah gebracht wie kein anderes Buch in der letzten Zeit.

Jessie ist eine tolle Protagonistin. Sie schafft es selbst in den harten, schwierigen Momenten irgendwie erhobenen Hauptes alles durchzustehen. Natürlich ist es schwierig, anstrengend und nach 20 Jahren als Ehefrau und Mutter eine Umstellung und Jessie muss auch erstmal wieder überlegen wer sie eigentlich ohne ihren Mann ist. Aber genau das meistert sie fabelhaft. Jessie macht Mut, ist in den harten Momenten ehrlich, authentisch und greifbar, sie reagiert niemals zu viel oder überzogen auf alles. Jeder Moment, jede Stelle und alles an Jessie war für mich als Leserin echt.

Charlotte (Charlie) und Marina, die besten Freundinnen von Jessie sind wundervoll. Ja sie haben jede auf ihre Weise eine einnehmende und auch wieder sehr authentische und ehrliche Art. Sie sind für Jessie da, unterstützen sie, sagen ihr aber auch ehrlich die Meinung und versuchen sie nicht in Watte zu packen, sondern sie auf ein Leben als unabhängige Single Frau vorzubereiten. Im Buch wird oft der Vergleich/ die Anspielung von Jessie, Charlie und Marina mit den Mädels aus der Fernsehserie „Sex and the City“ gezogen. Wegen Jessies Namen (Anspielung auf Sarah Jessica Parker, die die Rolle von Carrie Bradshaw spielt), ihrem Aussehen und dem Zusammenhalt der Freundinnen. Sie gehen wie bei „Sex and the City“ gemeinsam durch die Höhen und Tiefen des Lebens und jeder der drei ist wie in der Serie ihr ganz eigener Charakter. Ich dachte oft genauso sollen Freundinnen und Freundschaft sein. Loyal, ehrlich, zusammenhaltend, unterstützend und voller Liebe.

Jessies Kinder, vor allem die Tochter waren als Nebencharaktere auch eine Bereicherung. So manches Mal musste ich über die Reaktion der Teenagerkinder schmunzeln oder dachte: ja so macht man das als Tochter oder Sohn, genauso reagiert man. Ich wünsche jedem solche Kinder, der in Jessies Situation steckt.
Noch zu erwähnen ist der wohl süßeste Haustiercharakter aller Zeiten: Frau Meier, eine Mopsdame. Ich liebe diesen Hund.

Achim, der Noch-Ehemann von Jessie ist einfach ausgedrückt all das was man sich über einen solchen Mann vorstellen kann. Und wie oben schon erwähnt ist auch Achim erschreckend real und kommt manchen echten Menschen in seinem Verhalten, der Art wie er sich trennt und alles ab dann angeht so nah wie es eine Romanfigur nur kann.

Dann gibt es noch einen wirklich wunderbaren älteren Antiquitätenbesitzer, der eine nicht unwichtige Rolle in Jessies weiteren Leben, ihrem „Zurück-ins-Leben“ Plan spielt und dann ist da noch Sebastian. Der Klappentext erwähnt ihn ja schon ganz am Schluss, aber ganz ehrlich ich würde Spoilern und so vieles verraten, wenn ich jetzt was zu Sebastian schreiben würde. Also an dieser Stelle kein weiteres Wort von mir.

„Für immer heißt nicht für ewig“ ist ein wundervoller Roman voller Mut, Freundschaft, Neuanfängen, zu sich selbst finden (wieder), Liebe auf verschiedenen Ebenen, Freude, Trauer, vielen witzigen Momenten, Kraft und der Gewissheit, dass man alles schaffen kann und es nicht immer ein „Für immer“ geben muss um glücklich zu sein. Also lest dieses fantastische Buch und geht mit Jessie auf ihre Reise. Ihr werdet es nicht bereuen und am Ende begeistert das Buch mit einem Lächeln im Gesicht schließen.

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