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Veröffentlicht am 28.09.2020

Rundum-Wohlfühl-NA Buch ohne Klischees

Small Town Dreams
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Small Town Dreams - Tristan & Rylee“ ist der 2. Band der „Minot Love Story“ Reihe über die vier Geschwister Morgan, Donovan, Tristan und Parker von Christiane Bößel.
In jedem Band steht eines der Geschwister ...

Small Town Dreams - Tristan & Rylee“ ist der 2. Band der „Minot Love Story“ Reihe über die vier Geschwister Morgan, Donovan, Tristan und Parker von Christiane Bößel.
In jedem Band steht eines der Geschwister und seine/ ihre Love Story im Zentrum, aber natürlich gibt es immer ein Wiedersehen mit den anderen Geschwistern/ der ganzen Familie. In Band 2 geht es um Tristan, einen der Zwillinge und Rylee.

Ich tue mich seit einiger Zeit ziemlich schwer damit New Adult Bücher zu lesen und diese auch zu mögen. Aber und das ist das wirklich schöne und tolle: Die NA Bücher von Christiane Bößel können mich einfach jedes Mal aus Neue begeistern und packen. Ihr Schreibstil ist wirklich wunderbar darin die Dinge genau auf den Punkt zu bringen, die Emotionen, Gefühle der Charaktere, vor allem der Protagonisten darzustellen ohne zu kitschig, zu romantisch oder unrealistisch zu sein. Der Stil zeigt authentische, realistische, Charaktere, die zu ihrem Alter passen und rund sind. Wie immer lässt sich das Buch in einem Rutsch lesen. „Small Town Dreams - Tristan & Rylee“ ist aus der Sicht von Tristan und Rylee geschrieben und lässt einen so direkt an den Gefühlen, Handlungen und Gedanken der beiden Protagonisten teilhaben. Ich finde das immer super und freue mich, wenn Bücher beide Sichtweisen haben.

Mit Tristan & Rylee hat die Autorin wieder zwei wundervolle Protagonisten geschaffen.
Rylee fällt sofort aus der Rolle der typischen NA Prota: Sie ist selbstbewusst, stark, versteckt sich nicht und ihr ist es völlig egal, ob sie mit ihren zum Teil selbstgenähten/ komponierten Kleidungsstil aus der Rolle fällt. Als Halb-Koreanerin und mit Alleinerziehender Mutter passt sie auch gar nicht in das typische „graue Mäuschen od. ellenlange Beine“ Bild einer Prota in diesem Genre.
Und schon dort hat die Autorin mir wieder gezeigt, dass es ohne diesen 0815 Kram geht, dass nicht alle Protagonistinnen gleich aussehen müssen, den gleichen Hintergrund haben müssen oder Ängste und Selbstzweifel. Rylees Ängste wenn man so will haben nichts mit ihr selbst zu tun und liegen klar im wirklich kaum vorhanden Verhältnis zu ihrem „Erzeuger“ und wie sie Vertrauen kann.

Und Tristan ist auch kein typischer NA Protagonist. Er ist sehr feinfühlig, ehrlich, zieht Beziehungen einem One Night Stand vor, liebt seine Familie und wohnt wirklich gerne noch zuhause, geht seinem Schauspielstudium mit starker Leidenschaft nach und hat auch oft etwas zurückhaltendes und manchmal sogar schüchternes an sich, wenn er nicht gerade im „Schauspiel-Modus“ ist.

Die zwei haben sofort bei ihrem ersten Kennenlernen so einen „Das ist es!“ Moment. Die Sympathie, die Anziehung, das Interesse an einander ist sofort da. Es ist genau diese Art des Kennenlernen der beiden, das ich so toll finde in Christiane Bößels Büchern. Tristan & Rylee haben kein unnötiges Hin und Her, eine Art Hass-Anziehung, halt diesen ganzen, wie ich finde zutiefst, unnötigen aufgebauschten Anfangsritus eines typischen Kennenlernen. Nein da sind zwei Menschen, die sich sofort sympathisch finden, sich anziehend finden, wo es einfach schon direkt „Klick“ macht.
Da Tristan außerhalb der Studieninhalte wirklich etwas schüchtern und weniger selbstbewusst ist, weiß die gute Rylee sofort, das sie den ersten Schritt machen muss, wenn sie Tristan nahe kommen möchte. Auch das finde ich einen sehr gut gewählten Zug der Autorin. Eine Protagonistin, die einen tollen und gutaussehenden Typen vor sich hat, aber auf ihn zugehen muss, weil er einfach trotz seiner Attraktivität nicht gut in sowas ist.

Tja und Dank einer Übung in ihrem Schauspielkurs müssen sich Rylee & Tristan auf einmal in quasi das genaue Gegenteil von sich hineinversetzten btw. sie müssen diese Person eine Zeit lang sein. Und schwupps bekommt Tristan mehr Mut, mehr Leichtigkeit, mehr „jetzt kann ich endlich Rylee nahekommen wie ich es mir wünsche“. Das ganze „Ich bin eine Zeit lang jemand anderes“ funktioniert auch wirklich hervorragend und Tristan & Rylee schlüpfen wirklich in komplett andere Menschen, aber leider vergisst der liebe Tristan ein wirklich wichtiges Detail zu erwähnen. Und ohne es bewusst gewollt zu haben, schafft Tristan ein Schlamassel, schlittert in sein Drama mit Rylee und die Frage nach dem „Kann ich dir wirklich vertrauen?“ und „Wer bist du eigentlich wirklich?“ steht massiv im Raum und zwischen den beiden.
Die Autorin hat es geschafft, dass als alles quasi den Bach runtergeht und Tristan & Rylee in das Drama schlittern, das ganze mit Realismus, Verständnis für beiden, Nachvollziehbarkeit und ohne Kitsch darzustellen. Ich konnte Rylee absolut verstehen und nachvollziehen und an der einen Stelle, wo ich es dann doch mal nicht konnte, da kommt direkt von Rylee selbst die Erklärung, warum es ihr immer noch so schwer fällt. Und ich dachte nur: Danke, dass die Prota sich sofort erklärt, es mir als Leserin erklärt und es dann auch sofort mit Tristan klärt.

Die Geschwister sind wie immer ein Highlight in dieser Reihe. Sie sind einfach wie Geschwister (älter und jünger) so sind. Morgan, Donovan und Parker sind jetzt älter, aber immer noch genauso wie in Band 1 nur eben ihrem Alter entsprechend gewachsen. Donovan als Tristans Zwillingsbruder nimmt in diesem Band natürlich eine besonders starke Rolle ein und ist auch unmittelbar in die Geschichte mit Rylee verwickelt. Aber Donovan ist zu keiner Zeit ein schlechter Kerl, Bruder oder Freund. Er ist nicht schuld an irgendetwas und man merkt wie wichtig ihm sein Bruder ist.

Was ich auch besonders interessant und gleichzeitig traurig fand, ist wie die anderen drumherum die Zwillinge eigentlich wahrnehmen und zum Teil schon immer wahrgenommen haben. Abgesehen von ihrer Familie, sehen die meisten eine Einheit in Tristan und Donovan und haben wirklich so eine komische Vorstellung und Meinung davon, was die beiden tun, nur weil sie Zwillinge sind. Da merkt man, dass die anderen sich nie die Mühe gemacht haben, sich Tristan und Donovan mal als Individuen anzusehen und diese kennenzulernen.

Ein weiteres Highlight war das Schauspielstudium. Endlich mal ein Studium, dass super interessant ist und nicht eines dieser 0815 Studiengänge. Es gibt viele Moment, wo man Tristan und Rylee bei ihren Seminaren, Übungen begleitet und sogar in die Vorbereitung eines ganzen Stückes gezogen wird.

„Small Town Dreams - Tristan & Rylee“ ist eine Rundum-Wohfühl-NA Geschichte mit zwei tollen Protagonisten, die komplett ohne Klischee auskommen, wunderbar in die Geschichte passenden Nebencharakteren und einem interessanten Studium.
Von mir gibt es eine klar Leseempfehlung für die beiden!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.09.2020

Eine Mischung aus „Charlie‘s Angels“ & „Ocean‘s Eleven“ in Buchform

Pros & Cons: Steele
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Meine Meinung:

„Pros & Cons: Steele“ ist der Auftakt zu einer neuen Reihe von A. E. Wasp und auch mein erstes Buch von ihr.

Die Autorin konnte mich direkt zu Beginn fesseln, indem sie nicht Klassischerweise ...

Meine Meinung:

„Pros & Cons: Steele“ ist der Auftakt zu einer neuen Reihe von A. E. Wasp und auch mein erstes Buch von ihr.

Die Autorin konnte mich direkt zu Beginn fesseln, indem sie nicht Klassischerweise mit der Geschichte begonnen hat, sondern erst einmal eine Auflistung der Charaktere als „Wer ist mit von der Partie und Wer ist Wer“ ähnlich der Charakterauflistung im Programmheft beim Theater oder dem Cast eines Filmes gemacht hat. So kommt sofort dieses „Ah es hat was von einem Film, Theaterstück, das wird eine rasante Story“ Gefühl.
Ein wie ich finde gelungener und mal wirklich nicht typischer Einstieg in die Story. Und anstatt danach mit den Charakteren und der Geschichte loszulegen gibt es erstmal durch den Prolog, den „der interessierte Freund“ für sich beansprucht eine Übersicht über die sich versammelnden Herrschaften und was sie so machen.

Der Schreibstil ist flüssig, rasant, ohne zu schnell zu sein, es gibt eine Menge Humor, tolle Dialoge, eine sehr ausgelassene, aber doch spannende und immer passende Grundstimmung und ich habe das Buch in einem Rutsch runter gelesen.

Die Grundidee: Fünf Männer, jeder von ihnen in einem anderem Metier tätig und darin ein Meister zu einem Team zusammenzubringen, durch eine Erpressung bei der Stange zu halten und zu nötigen Aufträge zu erfüllen, klingt erstmal nicht wie eine gute Idee. Aber es ist genial. Zu Anfang wehren sich die Fünf noch, wirken als ob aus ihnen kein Team werden kann und sie sofort wieder abhauen wollen, aber nach kurzer Zeit ergänzen sie sich einfach richtig perfekt, in ihren Fähigkeiten und Talenten und man sitzt da mit dem Buch und denkt: Ja das wird so gut.

Den ersten Auftrag und Anfang darf Steele Alvarez machen, ein ehemaliger Special Forces Close Protection Specialist und nun Bodyguard.
Steele ist der Typ Mann wo man sofort denkt: Sexy, witzig, taff, stark, gewissenhaft in dem was er tut und ein Experte in seinem Job. Und genau so ist es. Er ist ein wirklich sympathischer Protagonist, der unglaublich viele Stärken ins ich vereint, aber in den Momenten, wo er schwach wird, seine Schwächen, Fehler zeigen und eingestehen muss, sich nicht zu stolz dafür ist. Klar er hat so eine Art, dass er der große Beschützer sein möchte und das führt zu so mancher Reiberei mit unserem anderen Protagonistin. Aber Steele möchte nur diejenigen beschützen, die ihm wichtig sind und kämpft mit Dämonen aus seiner Vergangenheit als Soldat und Fehlern für die er sich verantwortlich fühlt. Wenn er also zu beschützend ist, dann nur weil er in dem Moment nicht anders kann und nur so mit gerissenen Situationen umgehen kann.

Breck Pfeiffer, unser anderer Protagonist, ist nicht nur optisch das Gegenteil von Steele, sondern auch mit seiner ganzen Art. Er ist sehr attraktiv, weiß das auch, arbeitet als Escort-Boy und nein er ist kein kleiner süßer Schatz, der da irgendwie reingeraten ist ohne zu wissen was er tut. Er ist zwar jung, aber weiß genau was er will, tut, hat keine falschen Illusionen und muss nicht wie die Jungfrau gerettet werden.

Steele und Breck sind sofort auf einer Wellenlänge und flirten ziemlich offen und heftig miteinander. Kein Hin und Her, kein „Soll ich zeigen, dass ich ihn will“. Nein das zwischen Steele und Breck eine heftige Anziehung besteht ist jedem sofort klar, dem Team und dem Leser. Und das ist wirklich toll so.
Klar am Anfang ist Steele noch zurückhaltend, denkt zu beschützend, möchte Breck oder seine Lage nicht ausnutzen, aber als Breck klar sagt was und wen er will, ist alles klar und Steele gibt seine Zurückhaltung auf.
Zwischen den beiden gibt es eine Menge an Witz und Humor, wenn sie zusammen sind, tolle Dialoge, Auseinandersetzungen, die die beiden aber immer durch miteinander reden gelöst bekommen und wirklich tolle, heiße Sexszenen. Da ist einfach von Anfang die richtige Chemie vorhanden.

Der Rest des Teams und die zwei Damen (ich erzähle da jetzt nicht weiter, um nicht zu spoilern) sind wirklich klasse. Es kommt immer wieder zu witzigen, amüsanten Dialogen, ein bißchen erfährt man schon über die anderen, aber nie zu viel, es ist genau die richtige Mischung an Info, um neugierig auf die weiteren Bände zu bleiben.
„Pros & Cons: Steele“ ist eine Mischung aus „Oceans Eleven“, „Charlies Angels“ und Heist-Movies/ Serien. Es hat Spannung, Witz, ist sexy, tolle Charaktere, zwei Protagonisten, die super harmonieren, einen tollen Auftakt bilden, spritzig, zum Mitfiebern und Lachen. Man findet das Team sofort sympathisch, möchte umbedingt, dass sie den Auftrag schaffen, es dem „Bösen“ so richtig zeigen und ja auch wenn die Fünf alle was auf dem Kerbholz haben und quasi als Kriminell gelten, so wünscht man sich ab S. 1, dass die Jungs da heil rauskommen und am Ende gemütlich mit einem Cocktail ihren Erfolg feiern.
Von mir eine klare Leseempfehlung!


  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.06.2020

Ein RundumWohfühl Roman mit Realismus, Witz, zwei tollen Protas, Romantik und auch ernsten Themen

Alles auf Anfang
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Meine Meinung:
„Alles auf Anfang“ ist der erste Roman von Tomke Bekker. Der Schreibstil der Autorin ist locker, fließend, passt hervorragend zu ihrer Geschichte und ihren Charakteren und lässt einen das ...

Meine Meinung:
„Alles auf Anfang“ ist der erste Roman von Tomke Bekker. Der Schreibstil der Autorin ist locker, fließend, passt hervorragend zu ihrer Geschichte und ihren Charakteren und lässt einen das Buch in einem Rutsch lesen. Sie verbindet die witzigen, humorvollen Momente gekonnt mit ernsten, schwierigen Szenen und Themen. Die Geschichte ist aus der Sicht der beiden Protagonisten Kai und David geschrieben und lässt einen so nah an den Protagonisten, ihren Gedanken und Gefühlen sein. Ich finde beide Sichtweisen im Buch immer am besten und freue mich, wenn das der Fall ist.
Was mir auch sehr gut gefallen hat ist die Angabe des Datums bei jedem Kapitel. Oft muss ich nämlich überlegen welcher Tag gerade im Buch ist oder wieviel Zeit zwischen den Ereignissen vergangen ist. Bei diesem Buch weiß man immer genau wer gerade dran ist (David oder Kai) und welcher Tag und welches Datum in der Geschichte gerade ist.

Das Cover finde ich genau passend zur Geschichte des Buches. Es verbindet auf gekonnte Weise mehrere wichtige Momente des Buches und zeigt schon etwas von den Verbindungen der Charaktere zueinander. Für mich ein tolles Cover!

Die Protagonisten Kai und David sind ziemlich unterschiedlich in ihrer Art, Beruf und Lebensumstände.
Während David ein sehr offener, lebenslustiger Typ ist, der voll in seinem Beruf als Erzieher aufgeht und nach einem Tiefschlag in Bezug Beziehung erstmal auf Spass setzt. Ist Kai sehr schüchtern, hat noch nicht viel Erfahrung in Bezug auf Beziehungen oder Sex mit Männern und versucht nach der Scheidung von seiner Exfrau den Spagat zwischen Vatersein und arbeiten gehen hinzubekommen.
Das das alles andere als einfach oder unkompliziert ist, ist klar.

Deshalb war es umso so schöner die erste Begegnung von Kai und David zu lesen und zu erleben wie leicht, beschwingt und locker es sein kann. Trotz ihrer Unterschiede und Kais nicht großer Erfahrung, sind David und er direkt auf einer Wellenlänge und es passt für diesen einen Abend einfach alles zwischen ihnen.
Es ist ehrlich, leicht, wirkt nicht gezwungen und die Art und Weise wie es sexuell zwischen den beiden läuft ist sehr realistisch und passt genau zu den beiden Charakteren und Kais Erfahrungshorizont.

Generell schafft es Tomke Bekker das die Charaktere in ihrem Buch sehr glaubhaft, realistisch und ehrlich sind und auch handeln. Auch Davids Beruf als Erzieher in der Kita, wo Kais kleine Tochter hingeht und wie es dort zugeht zeigt sehr viel Realismus und Gespür für diesen Beruf. Ja es wird sogar öfter mit dem Klischee/ Vorurteil gespielt das oft von „Kindergärtnern“ statt Erziehern gesprochen wird. Ich fand das super, weil es zum Beispiel eine Sache ist, die mich schon immer gestört hat, wenn man „Kindergärtner“ sagt.

Besonders gefallen hat mir neben diesem Realismus, der Authentizität, dass die weiblichen Charaktere so „normal“, unaffektiert, unkompliziert, einfach ohne dieses „weibliche Charaktere in einem Gay Romance Buch müssen Zicken und gemein sein“ sind.
Gut die Mutter von Kai ist eine ganz eigene Hausnummer und sobald man das Buch liest bekommt anstrengende Mutter eine wirklich gute Bedeutung. Aber diese Mutter fällt für mich eben unter „bestimmte Figur einer Mutter“ und nicht Frauenfigur allgemein. Mütter sind nämlich einfach manchmal nervig und schwierig für die Kinder.
Aber Kais Exfrau, die Schwester seiner Exfrau, Davids Kolleginnen oder die Leiterin der Kita, alles Frauencharakter, die logisch, ohne gezicke, oder Attitüde sind und handeln. Sie sind eben ihrem Charakter entsprechend, aber nicht überzogen, klischeehaft oder unglaubwürdig.

Nach dem ersten Treffen von Kai und David kommt die Geschichte so richtig ins Rollen und steuert direkt auf das erste Problem zu: David ist der Erzieher von Kais Tochter und David macht sich Sorgen, dass mit der Kleinen was nicht in Ordnung ist und zuhause schlimme Dinge passieren. Tja keine guten Vorraussetzungen für eine Liebesgeschichte denkt man jetzt. Und ja es ist schwierig, es gibt eine Menge Missverständnisse, David war mehr als einmal ein Idiot, weil er einfach ein gebranntes Kind ist aus seiner letzten Beziehung und oft wollte ich Kai und David schütteln und sagen: Hört auf euch wie 15 Jährige zu benehmen.
Aber genau diese Missverständnisse, dass es eben nicht immer so leicht ist und man nicht einfach eine tolle Nacht mit einem Vater, dessen Kind in deinem Kindergarten ist, haben kann ohne das es komisch ist, machen auch wieder den Realismus und das Gute an dieser Geschichte aus.
David und Kai sind teilweise wirklich Idioten, aber sie sind nachvollziehbar, ehrlich und eben so wie sie sind in ihren Dummheiten, Missverständnissen, nicht reden und sich anstellen Phasen und Reaktionen.

„Alles auf Anfang“ ist eine sehr ehrliche, realistische, romantische, Geschichte, die auch ernste Themen, Probleme und Schwierigkeiten anspricht. Es ist eine Geschichte, die Spass macht zu lesen. Man freut sich mit den Charakteren, man lacht mit ihnen, leidet mit ihnen, möchte sie schlagen und schütteln, oder auch anderen Charaktere gerne mal den Kopf waschen und am Ende lächelt man und schließt das Buch mit einem guten Gefühl.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.06.2020

Wenn man sprichwörtlich in seine große Liebe stolpert

Jahreszeitenliebe / Herbstleuchten mit Adam
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Meine Meinung:
„Herbstleuchten mit Adam“ ist der zweite Band der „Jahreszeitenliebe Reihe“ von Sam Nolan. Jeder Band der Reihe ist in sich abgeschlossen und auch wenn die Charaktere aus den vorherigen ...

Meine Meinung:
„Herbstleuchten mit Adam“ ist der zweite Band der „Jahreszeitenliebe Reihe“ von Sam Nolan. Jeder Band der Reihe ist in sich abgeschlossen und auch wenn die Charaktere aus den vorherigen Bänden auftauchen und dabei sind, unabhängig voneinander lesbar. Oder anders: Man muss Band 1 und Janos Geschichte nicht gelesen haben, um Daniels Geschichte zu verstehen. Es macht natürlich viel mehr Spass, wenn man alle Bände liest, aber das kann man machen wie man möchte.

Die Gesichte ist in zwei Teile gegliedert. Teil 1 ist aus Daniels Perspektive geschrieben und Teil 2 aus Adams. Durch die Handlung, was alles so passiert ist das eine sehr gute Entscheidung gewesen und passt perfekt zur Handlung und den Charakteren.

Daniel ist einfach toller Protagonist. Er ist liebenswert, ein toller Sohn, super bester Freund, süß, niedlich, einfach zum Verlieben Aber er hat auch seine Unsicherheiten, bißchen Selbstzweifel bzw. sein Selbstbewusstsein ist nicht das eines „Ich bin super toll Typen“. Genau diese beiden Seiten von Daniel, seine so liebenswerte Art seinen Freunden, seiner Mutter gegenüber und das er Schwächen hat, mit seinem Selbstbewusstsein kämpft machen ihn so authentisch und greifbar. Daniel ist jemand, mit dem man sich gut identifizieren kann und der nie übertrieben oder unecht wirkt. Ich konnte sehr gut mit Daniel mitfühlen, ihn verstehen und seine Situation nachvollziehen. Kurzum: Der richtige Protagonist für diesen Roman.

Adam ist unglaublich charmant, weiß was er will, beharrlich, sanft, kann warten, voller Hingabe für Daniel, witzig und der perfekte erste feste Freund! Adam ist jemand, der in sich ruht, mit sich zufrieden ist und deshalb so sein kann, wie er eben ist, für sich und vor allem für Daniel. Das was Daniel an Selbstbewusstsein fehlt oder wo er noch nicht so weit ist, hat Adam das alles schon geschafft und steht mit beiden Beinen fest auf dem Boden.

Deshalb ist Adam der perfekte erste feste Freund für Daniel. Wenn sie zusammen sind, ist es einfach, harmonisch, leicht und wunderschön. Adam ist von Anfang an der beharrliche, mutige von den beiden. Er bringt den Stein quasi ins Rollen und lässt sich nicht von Daniels, ja teilweise schon bißchen Unwillen und seiner Schüchternheit abhalten oder vertreiben. Er geht mit großen Schritten auf ihn zu, wartet, gibt Daniel das Kommando für die Beziehung, nimmt sich dahingehend zurück und ist der Fels, wenn er einer sein muss.

In der Geschichte von Daniel und Adam geht es um Selbstbewusstsein, Mut, zu sich selbst finden, aber auch Themen wie Mobbing, Homophobie in der Familie, von der eigenen Familie zum Teil nicht akzeptiert zu werden, um Menschen, die ihre Macht missbrauchen und andere einschüchtern und unterdrücken wollen und es geht um Chancen, Freundschaft, zwei tolle Mutter-Sohn Beziehungen und wie man gemeinsam alles schaffen kann. Es ist eine romantische, süße, wunderschöne, aber auch ernste, manchmal traurige, lustige Geschichte mit zwei Müttern zum Lieben, einem Vater und Bruder zum Hassen, einem besten Freund zum knuddeln und einem wundervollen Paar, dass sich einfach gefunden hat und zusammengehört.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.06.2020

1. Liebe, Sommer, Mut, sich selbst finden und zu sich stehen

Jahreszeitenliebe / Ein Sommer mit Jano
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Meine Meinung:

Ich habe jetzt schon mehrere Bücher von Sam Nolan gelesen und bin immer wieder begeistert vom Schreibstil, den Protagonisten, der Geschichten und dem Gesamtpaket.
Bei „Ein Sommer mit Jano“ ...

Meine Meinung:

Ich habe jetzt schon mehrere Bücher von Sam Nolan gelesen und bin immer wieder begeistert vom Schreibstil, den Protagonisten, der Geschichten und dem Gesamtpaket.
Bei „Ein Sommer mit Jano“ sind die Protagonisten 17 und Jano 19 Jahre alt und damit noch nicht ganz und grade Erwachsen. Dementsprechend ist es in Bezug auf intime- und Sexszenen eher ruhiger und nicht immer so explizit geschrieben. Zur Geschichte von Tristan und Jano passt das aber hervorragend. Wie üblich ist die Geschichte aus Tristans und Janos Perspektive geschrieben, was das nachvollziehen, das Verstehen und sich Hineinversetzen in die Charaktere perfekt macht.

Tristan ist von Anfang an ein sehr einnehmender, ehrlicher und auch unglücklicher Charakter. Man merkt sofort, dass die Ereignisse zuhause, sein ungewolltes Outing, das Klarkommen damit schwul zu sein, sich nicht vor seinen Eltern geoutet zu haben und seine Freunde verloren zu haben ihm unglaublich zusetzt. Er ist verloren und so gar nicht der gutgelaunte Sonnyboy aus den ersten Seiten des Prologs. Tristan hat mit vielem zu kämpfen und ist vor allem noch nicht bereit sich, sich selbst und dem wie er eigentlich ist zu stellen.
Jano hingegen ist so ein „Ich zaubere dir ein Lächeln ins Gesicht“ Charakter. Er ist frei, offen, charmant, einfach mit sich im Reinen. Alles an Jano ist unbeschwert. Er ist geoutet und sein bester Freund ist ebenfalls schwul. Für ihn sind die Dinge einfach schon leicht und er ist bereits an dem „Ich weiß wer ich bin und werde nun dieser Mensch sein“ Punkt.
Durch Janos leichte, offene Art und das er sich von Anfang um Tristan bemüht, ihn zu verstehen, ihm zu helfen entsteht eine sehr unbeschwerte, langsame, sich gut entwickelnde Beziehung in der Jano immer versucht Tristan aus seinem Tief zu ziehen. So besteht die aufkeimende Beziehung, das Näherkommen der beiden aus viel Leichtigkeit und vielen emotional zärtlichen Momenten. Die ganze Geschichte zwischen beiden ist einfach „1. Liebe“ leicht und nicht schwierig, verkrampft oder anstrengend. Natürlich fällt Tristan Jano nicht sofort um den Hals und alle Probleme und Ängste von Tristen sind wie weggeblasen, aber die Autorin schafft es eine sehr gute Balance zu schaffen in der Tristan mit seinen Ängsten und Unsicherheiten beginnt sich langsam auf Jano und die Nähe einzulassen und in der man die Leichtigkeit des Sommers genauso spürt wie das, was Tristan zu schaffen macht.
Für mich stehen in dieser Geschichte die aufkeimende Beziehung, das Kennenlernen, das Näherkommen von Tristan und Jano, Tristans Entwicklung, sein Finden der 1. Liebe und sein Wiederfinden von sich oder überhaupt das Finden und zu sich selbst stehen im Vordergrund.

Die Eltern der beiden sind fantastisch. Ich habe lange kein Buch mehr gelesen wo so tolle, verständnisvolle, großartige Eltern vorgekommen sind. Sowohl Janos, als auch Tristans Eltern verhalten sich einfach nur toll und sind genauso wie Eltern sein sollten.
Silas, der kleine Bruder von Tristan, ist ein totales Highlight. Er ist wie ein kleiner jüngerer Bruder sein soll. Einfach zum Knuddeln, nervig, zum Liebhaben und auch aufregen. Jeder, der jüngere Geschwister hat wird jetzt schmunzeln und mich verstehen. Mich hat Silas oft an meinen kleinen Bruder erinnert und ich habe sehr viel geschmunzelt.

Tristans bester Freund Daniel (ja einen hat er noch) und Janos bester Freund Nemir sind tolle Nebencharakter super ab und sind genau von den Charakteren, was man sich als „beste Freunde“ Nebencharaktere in einem Buch wünschen kann.

Insgesamt ist „Ein Sommer mit Jano“ ein tolles Buch über die 1. Liebe, zu sich selbst finden und stehen, Verstehen, Toleranz, Familienbande, Mut und über die Leichtigkeit des Sommers. Also ein perfektes Sommerbuch mit einer wunderbaren Liebesgeschichte, die auch ernsten Themen Raum gibt und nicht einfach verblast, nachdem man es gelesen hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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