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Veröffentlicht am 19.09.2022

Gelungene Fortsetzung

Die Douglas-Schwestern – Das Paradies der Düfte
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Es handelt sich um den zweiten Teil der Trilogie rund um die Parfümerie Douglas. Ich habe den ersten Teil auch gelesen, mir war aber gar nicht bewusst, dass es der Auftakt einer Reihe ist.

An Band 1 ...

Es handelt sich um den zweiten Teil der Trilogie rund um die Parfümerie Douglas. Ich habe den ersten Teil auch gelesen, mir war aber gar nicht bewusst, dass es der Auftakt einer Reihe ist.

An Band 1 hatte ich kritisiert, dass einige Schlüsselszenen nicht historisch belegt sind und so wohl kaum stattgefunden haben (das Treffen mit Coco Chanel zum Beispiel). Bei der Fortsetzung ging ich eigentlich davon aus, dass es sich hauptsächlich um eine erfundene Geschichte handelt. Das Nachwort hat mich dann eines Besseren belehrt, denn tatsächlich wurde dieser Teil offensichtlich sehr gut recherchiert (ohne dass ich es im Detail nachgeprüft hätte). Natürlich ist es dennoch eine fiktive Geschichte, die auf historischen Begebenheiten beruht und es wird auch weiterhin die Begegnung mit Coco Chanel betont - darüber, dass diese nie stattgefunden hat, bin ich mittlerweile hinweg.

Das Buch hat sehr schnell und angenehm gelesen. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, vor allem dass sie so abwechslungsreich ist. Mancher mag meinen, dass sie mit vielen Themen voll gestopft ist, aber genau das lässt für mich keine Langeweile aufkommen. Es werden tatsächlich einige wichtige Dinge thematisiert: Politik (Nationalsozialismus), Rassismus (Asiaten in Hamburg), häusliche Gewalt, Finanzen (Inflation), Krankheit - aber im Mittelpunkt steht natürlich trotzdem immer der Duft.

Ich freue mich bereits auf den abschließenden dritten Teil.

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Veröffentlicht am 09.09.2022

Sehr berührend und furchtbar traurig

In unserem Universum sind wir unendlich
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Es war so traurig und schön, aber wirklich furchtbar traurig. Ansel lernt bei seinem Praktikum auf der Intensivstation Emil kennen. Emil, der unheilbar an Krebs erkrankt ist und sterben wird, raubt Ansel ...

Es war so traurig und schön, aber wirklich furchtbar traurig. Ansel lernt bei seinem Praktikum auf der Intensivstation Emil kennen. Emil, der unheilbar an Krebs erkrankt ist und sterben wird, raubt Ansel den Atem und den Verstand. So wie es das Buch bei mir getan hat.

Das Buch wird als Liebesroman für Jugendliche beworben. Ich bin mittlerweile schon etwas aus dieser Alterstufe draußen und kann nur sagen, dass es definitiv auch ein Buch für Erwachsene ist. Ich weiß eigentlich gar nicht so genau, ob Jugendliche mit dieser berührenden Geschichte umgehen können. Die Liebesgeschichte ist wunderschön, aber das Ende ist gewiss. Die Art wie die Reise bis zur letzten Seite des Buches erzählt wird, ist unglaublich ergreifend und ich war nicht nur einmal kurz davor in Tränen auszubrechen. Ich wollte, dass das Buch vorbei ist, dass es nun endlich geschieht. Aber ich wollte auch, dass es niemals endet. In etwa solche Gedanken hatte wohl auch Ansel.

Ich habe bereits mehrere Bücher der Autorin gelesen und mag ihren Schreibstil sehr. Dieses Buch ist in meinen Augen ihr bisher bestes Werk, weil es um so viel mehr geht als nur um eine Jugendliebe. Es geht um Trauer, um Abschied, aber auch um Freundschaft, Familie und die eigene Zukunft - egal was passiert, in unserem Universum sind wir unendlich.

In der Danksagung der Autorin werden Ansel und Emil auf eine Art erwähnt, die mich darüber nachdenken lässt, ob die Geschichte einen wahren Kern hat. Ich habe dazu nichts herausgefunden, vielleicht klingt es auch nur so. Sollte es wahr sein, können sich die beiden mehr als glücklich schätzen, dass ihre Geschichte auf dieser Art festgehalten wurde.

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Veröffentlicht am 06.09.2022

Nett für zwischendurch

Die Glücksbringerin
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Die Glücksbringerin Emma arbeitet im Fundbüro im Rathaus. Für einige verlorenen bzw. gefundene Dinge denkt sie sich Geschichten aus, was vielen noch Glück bringen soll.

Das Buch lässt mich etwas zwiegespalten ...

Die Glücksbringerin Emma arbeitet im Fundbüro im Rathaus. Für einige verlorenen bzw. gefundene Dinge denkt sie sich Geschichten aus, was vielen noch Glück bringen soll.

Das Buch lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Wie das Cover und der Titel vermuten lassen, hat es etwas sanftes und ruhiges. Emma wirkt auch in stressigen Zeiten irgendwie ruhig und angenehm. Ein Wohlfühlbuch, dem allerdings etwas fehlt. Die Geschichte an sich ist stimmig, aber trotz seiner besonderen Magie, die durchaus da ist, fehlt der Tiefgang und die Spannung.
Es läuft alles nach Plan, es gibt keine Überraschungen. Auf mich wirkte alles auch sehr naiv und wenig realistisch. Mir hat das rund herum gefehlt: Was hat Emma gemacht, bevor die Geschichte beginnt? Welche Kontakte hatte sie bevor sie neue knüpfte? Was ist mit ihrer Familie?

Ich hätte mir mehr Details über Emma gewünscht, um sie besser verstehen zu können. Manche Erlebnisse konnte ich nicht nachempfinden, weil ich ihre Reaktion ganz anders eingeschätzt hätte. Auf der einen Seite wird sie als naives und einsames Mädchen dargestellt, dann wieder reagiert sie wie eine erfahrene und selbstbewusste Frau. Diese Kombination gibt es natürlich, aber hier hat es sich für mich nicht richtig angefühlt.

Dennoch hat sich das Buch sehr schnell und angenehm gelesen. Es hat mir auch gefallen, jedoch würde ich es lediglich als nette Lektüre für zwischendurch einstufen. Ich hatte mir mehr erwartet.

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Veröffentlicht am 05.09.2022

Keine Bridgertons

Bridgerton - Neues von Lady Whistledown
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Eigentlich dachte ich ja, die Serie rund um die Bridgertons wäre schon abgeschlossen - bis plötzlich dieses Buch erschienen ist. Nach dem Lesen würde ich auch sagen, dass die Reihe abgeschlossen war. Hier ...

Eigentlich dachte ich ja, die Serie rund um die Bridgertons wäre schon abgeschlossen - bis plötzlich dieses Buch erschienen ist. Nach dem Lesen würde ich auch sagen, dass die Reihe abgeschlossen war. Hier handelt es sich mehr um ein zusätzliches Buch, in dem sehr peripher mal ein Bridgerton erwähnt wird (so ala damit das auch erledigt ist). Ansonsten kommt eigentlich nur Lady Whistledown vor, die den Lesern bekannt ist.

Das Buch beinhaltet zwei Geschichten, je 50% vom Buch. Der Inhalt ist der altbekannte: Es soll geheiratet werden! Und das natürlich im ton von London. Wie immer wird dies alles eifrig von Lady Whistledown kommentiert.

Die beiden Geschichten sind sehr kurzweilig und gehen aufgrund ihrer Kürze auch nicht super ins Detail. Sie haben mir sehr gut gefallen.
Mein einziger Minuspunkt ist: Hat es das Buch wirklich noch gebraucht? Die Serie war gut so wie sie ist. Ich habe mich jetzt mehr oder weniger dazu gezwungen gefühlt, das Buch zu lesen, um ja nichts zu verpassen (man verpasst nichts). Also, super Marketingidee, aber nachdem es eigentlich nichts mit den Bridgertons zu tun hat, finde ich das etwas irreführend.

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Veröffentlicht am 29.08.2022

Unbedingt die vorherigen Bände zuerst lesen!

Schlaft, Kinder, schlaft (Ewert Grens ermittelt )
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Schlaft, Kinder, schlaft ist bereits der 7. Band aus der Serie Ewert Grens ermittelt. Das war mir leider nicht bewusst - ich kenne die anderen Bücher also nicht.

Für den Kriminalfall an sich ist es nicht ...

Schlaft, Kinder, schlaft ist bereits der 7. Band aus der Serie Ewert Grens ermittelt. Das war mir leider nicht bewusst - ich kenne die anderen Bücher also nicht.

Für den Kriminalfall an sich ist es nicht weiter schlimm, wenn man mitten in der Serie einsteigt, denn dieser ist in sich abgeschlossen. Jedoch lebt so eine Krimiserie auch von der Entwicklung des Ermittlers und den anderen Menschen in seinem Umfeld. Ewert ist ein bereits älterer Kriminalpolizist, der sehr verschlossen ist und mit Überarbeitung zu kämpfen hat. Er ist bestimmt ein sehr interessanter Charakter, jedoch fehlte mir hier eben das Hintergrundwissen, das man bestimmt hat, wenn man bei Band 1 zu lesen begonnen hat. Auch um seine Beziehungen zu anderen Menschen zu verstehen, hätte ich wohl die Vorgeschichte gebraucht. Manchmal wurde nur ganz knapp wenn überhaupt angemerkt, warum das Verhältnis zu jemanden angeknackst ist. Das hat mir persönlich die Lesefreude etwas geschmälert.

Der Fall an sich ist sehr spannend, das Thema jedoch nicht einfach: Pädophile. Auch wenn die Szenen nicht übermäßig genau oder grauslich geschildert werden, sind alleine Andeutungen und wage Beschreibungen bei dieser Thematik schon sehr heftig. Dennoch hat ein bisschen die Emotionalität gefehlt. Dem Leser wurde durchgehend beschrieben, wie sehr dieser Fall den Ermittlern nahe geht, wie sehr sie an ihre Grenzen stoßen, trotzdem hat da etwas gefehlt, das ich nicht genau benennen kann.

Das Buch war spannend und interessant, jedoch aufgrund der oben genannten Punkte für mich leider nur Mittelmaß. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass das anders ist, wenn man Ewert schon länger begleitet.

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