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Veröffentlicht am 01.04.2021

Eine gelungene Fortsetzung

Kaleidra - Wer die Seele berührt
2

Der zweite Band setzt genau da an, wo der erste aufgehört hat. Emilia wurde entführt und findet sich in den Fängen des Quecksilberordens wieder, die es auf das Wasser des Lebens abgesehen haben. Für diesen ...

Der zweite Band setzt genau da an, wo der erste aufgehört hat. Emilia wurde entführt und findet sich in den Fängen des Quecksilberordens wieder, die es auf das Wasser des Lebens abgesehen haben. Für diesen Plan sind die Alchemisten auf Emilia angewiesen, denn noch haben sie nicht alle Bausteine zusammen.


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Emilia ist mir im ersten Teil wirklich ans Herz gewachsen. Sie und ihre Freunde waren für mich wirklich greifbar und Beweggründe und Entwicklungen authentisch. Auch im zweiten Teil finde ich Emilia sehr sympathisch und meistens fällt es leicht, sich mit ihr zu identifizieren und gemeinsam mit ihr neue Orte zu entdecken. Denn nach Band eins, der vorwiegend in Rom spielt, lernen wir nun neue Settings kennen.

Ein bisschen habe ich eine Entwicklung bei Emilia vermisst – sie entdeckt zwar zunehmend ihr Kräfte, aber irgendwie hatte ich gedacht, sie würde durch ihre Erlebnisse vielleicht noch etwas reifer, da fand ich sie im ersten Band teilweise sogar stärker als im zweiten.

Kira Lichts Schreibstil ist aber wie immer großartig – und hätte ich das Buch nicht im Rahmen einer Leserunde gelesen, hätte ich es sicherlich in einem Zug beendet, denn inmitten der Spannung fällt es schwer, zwischendurch abzubrechen und das Buch zur Seite zu legen. Dazu trägt auch das Cover bei, das wirklich wunderschön gestaltet ist und wunderbar an den Vorgängerband anknüpft.

Die Beschreibungen der Personen, Orte und Vorgänge sind so plastisch, dass der Leser wirklich in die Welt des Buches eintauchen kann. Besonders gut gelingt es Kira Licht, Realität mit Fiktion zu verbinden, ohne dabei unglaubwürdig zu werden. Stattdessen dachte ich meistens einfach: Ach, warum nicht?

Zwischen allem Ernst (immerhin wurde Emilia entführt und begibt sich auf ihren Missionen in große Gefahr), kommt der Humor nicht zu kurz. Dazu tragen vor allem die Charaktere bei, Bens trockene Sprüche, aber auch Situationskomik lockern das Buch auf und sorgen dafür, dass die Seiten nur so verfliegen.

Dabei werden immer mehr Details über Alchemisten, ihre Fähigkeiten und ihre Geschichte eingeführt. Auch das Rätsel um die Herkunft von Emilias Kräften spielt dabei eine Rolle.

Darüber hinaus bekommt Emilia in diesem Band einen eindeutigen Antagonisten gegenübergestellt, der zwischen Genie und Wahnsinn wankt. Dadurch gewinnt die Erzählung auch an vielen Stellen an Geschwindigkeit und wird interessanter. Dabei lässt die Spannung kaum nach – bis zur letzten Seite und wahrscheinlich auch bis in den letzten Band.

Gleichzeitig hat Emilia aber auch starke Freunde an ihrer Seite, die sie unterstützen. Bei allen Missionen gerät allerdings das Alter der Protagonisten zum Glück nie in Vergessenheit und so kommen auch Liebe und Freundschaft nicht zu kurz, ohne dabei zu aufdringlich zu sein. Doch auch hier bleiben noch einige Details offen, sodass wirklich ausreichend Stoff für Band 3 vorhanden ist.

Ehrlicherweise habe ich mir viele Stellen anders vorgestellt, was aber nicht negativ ist, denn Kira Licht hat es wirklich geschafft, mit unerwarteten Wendungen zu überraschen.

FAZIT: Für mich eine absolute Leseempfehlung. Ich bin sehr gespannt auf den dritten Teil, bin aber sehr optimistisch, dass nach zwei großartigen Bänden auch der Abschluss der Reihe super wird.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 28.10.2020

Emilia nimmt dich mit auf ihre Reise – ein großartiges Abenteuer

Kaleidra - Wer das Dunkel ruft
2

Emilia ist ein ganz „normales“ Mädchen. Gemeinsam mit ihren beiden besten Freunden Tizi und Matti besucht sie eine Schule in Rom und steht kurz vor dem Abschluss. Abgesehen von ihrer Vorliebe für Rätsel ...

Emilia ist ein ganz „normales“ Mädchen. Gemeinsam mit ihren beiden besten Freunden Tizi und Matti besucht sie eine Schule in Rom und steht kurz vor dem Abschluss. Abgesehen von ihrer Vorliebe für Rätsel ist an ihr auf den ersten Blick nichts außergewöhnlich. Bis sie bei einem Schulausflug auf das Voynich-Manuskript stößt. Die alte Schrift ist nicht entzifferbar, heißt es – aber warum erkennt Emilia dann einen Text? Nach und nach erfährt Emilia mehr über die Zusammenhänge von Alchemie, den drei Orden: Gold, Silber und Quecksilber. Schnell gerät Emilia mitten in die Welt rivalisierender Logen, chemischer oder magischer Möglichkeiten. Emilias Vorliebe für Rätsel kommt ihr dabei immer wieder zugute – denn bei ihrer Mission spielt die Zeit gegen sie.

„Kaleidra – Wer das Dunkel ruft“ – von Kira Licht hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Zum Glück ist das "Young Adult Fantasy"-Buch erst der erste Band einer Trilogie – Fans dürfen sich also auf die Fortsetzung freuen.

Das Buch lebt von der Protagonistin Emilia. Kira Licht schildert ihre Hauptfigur so nahbar, dass es leicht fällt, sich mit der 17-Jährigen zu identifizieren. Als Leser taucht man gemeinsam mit Emilia in eine unbekannte Welt ab und wird dabei an der Hand genommen. Auch weitere Figuren machen das Buch spannend. Interessant ist dabei auch die Einteilung von "Gut" und "Böse", denn während man sich beim Lesen schnell eine Meinung bildet, schafft Kira Licht es, mit überraschenden Wendungen diese Eindrücke immer wieder auf den Kopf zu stellen.

Der Schreibstil von „Kaleidra" ist sehr angenehm, beinahe kann man die Stimme der Ich-Erzählerin hören, die zwischen den Seiten zum Leben erweckt wird. Fragen, die ich mir beim Lesen stellte, bewegten auch die Emilia, sodass sich die Geschichte und das Wissen wirklich nach und nach entwickelte und nicht alle Informationen gleichzeitig auf den Leser einströmen.

Gefallen hat mir auch, dass die Welt der Alchemie mitten in unseren Alltag integriert wird. Durch die Anschaulichkeit wird dem Leser nicht zu viel zugemutet an unrealistischen Wendungen, was ein großes Plus ist. Dazu trägt auch der Erzählort bei. Wer einmal in Rom war, wird vieles wiedererkennen und sich dabei immer wieder aufs Neue in die Ewige Stadt verlieben. Diese Atmosphäre hat Kira Licht toll eingefangen. Während viele Geschichten an jedem x-beliebigen Ort stattfinden könnten, ist Kaleidra genau richtig platziert!

Trocken wird es in Kaleidra jedenfalls nie und der Lesespaß ist riesig. Umso mehr freut es mich, dass dieses schöne Buch solch ein besonderes Cover bekommen hat. Nicht nur, weil das Cover einfach schön aussieht und zum Lesen einlädt, sondern auch, weil es im Laufe der Geschichte immer mehr Sinn ergibt.


Natürlich spielen Freundschaft und ein bisschen Liebe auch eine Rolle in dem Buch. Allerdings gelingt es Kira Licht, dabei nicht die Geschichte in den Hintergrund zu drängen. Gelungen ist auch, dass Kira Licht es nicht nur Emilia erlaubt, sich zu entwickeln. Auch Ben vom Goldorden, der eine große Rolle spielt, macht einen Wandel mit, ebenso wie weitere Charaktere. Dass auch Nebenfiguren nicht „flach“ erscheinen, bringt dem Buch noch weitere Dynamik und ich freue mich in Band zwei nicht nur auf Emilia, sondern auch darauf, mehr über ihre Freunde zu erfahren – der ein oder andere darf dabei ruhig noch etwas mehr Raum erhalten.

Wer viele Fantasy-Bücher gelesen hat, wird auch bei Kaleidra ab und zu (selten) Vermutungen hegen, wie es weitergeht – sich dabei aber oft irren. Denn: Der Roman ist alles andere als vorhersehbar, immer wieder gibt es überraschende Wendungen! Dennoch ist der Roman sehr glaubwürdig.

Ich bin extrem gespannt auf den zweiten Teil und kann jedem Fantasy-Fan nur ans Herz legen, Kaleidra zu lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Atmosphäre