Einsam wie der Tod, von Bernhard Stäber, ein Norwegen-Krimi besonderer Art
Einsam wie der TodDie Journalistin Sanna ist schockiert: In einem reißerischen Video behauptet ein YouTuber, dass Sannas und Elins Vater noch lebt! Doch der Mann, der seine Familie terrorisierte und misshandelte, wurde ...
Die Journalistin Sanna ist schockiert: In einem reißerischen Video behauptet ein YouTuber, dass Sannas und Elins Vater noch lebt! Doch der Mann, der seine Familie terrorisierte und misshandelte, wurde vor langer Zeit für tot erklärt. Sanna will mit der Vergangenheit abschließen und bittet ihren Partner, den Privatdetektiv Wolf, den Fall neu aufzurollen und zu überprüfen, ob an dem Verdacht etwas Wahres dran ist. Doch dafür muss Wolf in Sannas traumatische Vergangenheit eintauchen - und was er dort findet, wird alles verändern. Der atmosphärische und spannende dritte Band der Norwegen-Krimi-Reihe von Bernhard Stäber um das ungleiche Ermittlerduo Wolf und Sanna.
Von Beginn an nimmt uns der Autor mit in die Vergangenheit, ins Jahr 2009, wo etwas Schreckliches passiert ist, was man sich nicht vorstellen mag und doch ist es geschehen. Die Story findet im Jahre 2024 seine Fortsetzung, wo ein nie geglaubter Gedanke droht, Wirklichkeit zu werden: „Er“ ist wieder zurück, doch wer ist er und wo versteckt er sich?
Bernhard Stäber versteht es mit Worten umzugehen und lässt die Story flüssig verfolgen. Immer wieder baut sich ein neuer Spannungsbogen auf und lässt uns nicht los, man möchte immer weiterlesen, und möchte nichts verpassen. Der Aufbau der Story ist geschickt gewählt, so dass man nicht direkt das große Geheimnis präsentiert bekommt und bis weit über 80% des Buches gelesen haben muss, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Dann dämmert es langsam, wie raffiniert das „Monster“ es geschafft hatte, damals zu überleben.
Doch was ist wirklich passiert im Mai 2009 und welche Auswirkungen hat dies auf die beiden jungen Mädchen, auch noch nach vielen Jahren des Versuchs des Vergessens? Warum können sie nicht abschließen und wie kann es sein, dass das „Monster“ noch nach vielen Jahren wieder so präsent ist?
In diesem Krimi fand ich besonders interessant, wie die unterschiedlichen Formen der psychischen Krankheiten beschrieben wurden, welche ich in der Theorie dank meines Studiums zum psychologischen Berater erlernen durfte und nun auch ein gutes Beispiel beschrieben bekommen habe. Der Autor konnte dies besonders gut beschreiben, was mit einem Menschen passiert und wie er diese Krankheit wahrnimmt. Oft liest man, dass eine solche Krankheit leider das Problem des ganzen Übels gewesen war, hier ist sie zum Glück so stark ausgeprägt, ansonsten wäre zum Ende ein noch schlimmeres Übel aufgekommen.
Bernhard Stäber ist es vollumfänglich gelungen, ein schreckliches Familiendrama in eine spannende Story zu verpacken. Das Ganze noch geschickt in den beiden beschriebenen Zeiträumen aufeinander abgestimmt, ergibt für mich ein sehr gelungenes Werk. Vielen Dank für die gute Unterhaltung