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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.02.2025

Ein erschreckend realistisches Szenario

Echokammer
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Ich musste erst einmal nachschlagen, was der Titel „Echokammer“ eigentlich bedeutet. Neben dem real existierendem Raum in der Tontechnik beschreibt der Begriff „Echokammer“ eine soziale Gegebenheit, in ...

Ich musste erst einmal nachschlagen, was der Titel „Echokammer“ eigentlich bedeutet. Neben dem real existierendem Raum in der Tontechnik beschreibt der Begriff „Echokammer“ eine soziale Gegebenheit, in der die eigene Meinung durch gleichgesinnte Personen wie ein Echo zurückschallt. Dieses Phänomen begegnet uns tagtäglich in den sozialen Medien. Auch in Ingar Johnruds Thriller wird eindrücklich anhand des rechten Milieus in Norwegen gezeigt, welche gefährlichen Auswirkungen sich ergeben, wenn wir aufhören, miteinander zu diskutieren und unsere Meinungen auszutauschen. Kurz vor der Neuwahl des Parlaments kommt es zu Terrorwarnungen, die die ehemalige Geiselunterhändlerin Lieselott Benjamin und den ehemaligen Anti-Terror-Ermittler Martin Tong als Team zusammenführen. Zudem gibt es Kapitel, in denen über die Interna der Arbeiterpartei mit Blick auf den juristischen Berater Jens Meidell erzählt wird. Anfangs musste ich mich etwas in die verschiedenen Orte und Charaktere einfinden, doch am Ende des Buches (mit Cliffhanger…) war ich so erfreut darüber, dass dieser Krimi der Auftakt zur einer Trilogie sein soll, dass ich den Anfang kurzerhand einfach noch einmal gelesen habe. Ich finde „Echokammer“ erschreckend realistisch und zudem hochaktuell. Neben den erwähnten Methoden des modernen Wahlkampfs wird in Zukunft bestimmt durch KI vieles noch komplizierter werden und auch die beschriebene Radikalisierung in Teilen der Gesellschaft halte ich leider nicht für dystopisch… Ein spannendes Buch, das ich gerne weiterempfehle!

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Hilfe oder Panikmache im Netz?

Digitale Diagnosen
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In Laura Wiesböcks „Digitale Diagnosen“ geht es um die immer häufiger anzutreffende Tendenz, in sozialen Medien auf psychiatrische Diagnosen zu treffen.
Die Soziologin hat kein populärwissenschaftliches ...

In Laura Wiesböcks „Digitale Diagnosen“ geht es um die immer häufiger anzutreffende Tendenz, in sozialen Medien auf psychiatrische Diagnosen zu treffen.
Die Soziologin hat kein populärwissenschaftliches Buch geschrieben, das mit übermäßig vielen Beispielen und langen Einleitungen die Seiten füllt, sondern sie dringt recht zügig zum Kern des Themas vor und beleuchtet gut verständlich die verschiedenen Seiten der Problematik.
„Ich habe einen Ohrwurm - ist das ADHS?“
Oder ähnliche haltlose Theorien, die in den sozialen Plattformen des Internets aber so zu Millionen von Klicks und Likes führen, werden analysiert und entmystifiziert.
Es wird deutlich unterschieden zwischen positiver Aufklärung über Krankheitsbilder und dem monetären Profit, den diverse Influencer aus den Sorgen der Follower schlagen.
Nach der Lektüre fiel es mir leichter, diverse Begriffe genauer zuordnen zu können und den Gefahren, die mit einer Relativierung psychischer Krankheiten einhergehen, besser entgegentreten zu können.

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Veröffentlicht am 14.12.2024

Morden alleine reicht nicht…

Mordscoach
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Pouh, wo soll ich anfangen?
Ich hatte gehofft, ein ähnlich originelles Buch wie Karsten Dusses „Achtsam morden“ in den Händen zu halten.
Das war wohl auch vom Ullstein Verlag so beabsichtigt, vergleicht ...

Pouh, wo soll ich anfangen?
Ich hatte gehofft, ein ähnlich originelles Buch wie Karsten Dusses „Achtsam morden“ in den Händen zu halten.
Das war wohl auch vom Ullstein Verlag so beabsichtigt, vergleicht man die Buchcover miteinander… Leider scheint nach dieser offensichtlichen Idee dann eine Krankheitswelle im Verlag ausgebrochen zu sein. Das Lektorat hat „Jörn“ (vielleicht Dusses Björn zu ähnlich?) auf der Rückseite des Buchs, zu „Jakob“, im Buch selbst, geändert. Aber eben ohne den Klappentext zu korrigieren…
Leider war es das dann auch schon mit den Ähnlichkeiten. Humor- und spannungsfrei begleiten wir die Protagonistin beim Töten diverser Personen, die allesamt flach bleiben und genau so wenig Empathie hervorgerufen haben, wie Sophie selbst. Für mich ist die Story des Buchs an den Haaren herbeigezogen und nicht immer nachvollziehbar. Pluspunkte gibt es für den flüssigen Schreibstil und die psychologischen Erklärungen; Teil zwei werde ich nicht lesen.

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Veröffentlicht am 14.12.2024

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

Moralische Ambition
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Beim täglichen Hören oder Lesen der Nachrichten scheint häufig alles verloren. Eine negative Schlagzeile jagt die nächste: Ob Klimawandel, Kriege, soziale Ungerechtigkeit - was kann „der kleine Mann“ dagegen ...

Beim täglichen Hören oder Lesen der Nachrichten scheint häufig alles verloren. Eine negative Schlagzeile jagt die nächste: Ob Klimawandel, Kriege, soziale Ungerechtigkeit - was kann „der kleine Mann“ dagegen tun? Rutger Bregmann zeigt in seinem 282 Seiten (plus vierzig Seiten Quellenverzeichnis) langen Buch, wie jede:r Einzelne von uns den Funken entfachen kann, der so vieles verändern könnte. Mich beeindruckt es sehr, wie weit sein eigener und der Horizont der hier porträtierten Persönlichkeiten reicht.
Zudem ist der Schreibstil des Autors flüssig, Grafiken, Fotos, Zitate und Auflistungen sorgen zusätzlich für Unterhaltung. Nach der Lektüre dieses Buches sollte es nur noch die wenigsten auf ihren Stühlen halten - gibt es doch so viel Sinnvolleres zu tun, als Serien zu schauen, sich zu beklagen oder den Kopf in den Sand zu stecken!

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Veröffentlicht am 20.11.2024

Geniale Urururenkel

Sherlock & You, Band 1 - Das Rätsel um das verschwundene Haus
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Mich sprach bereits das Cover und die Aufforderung „Löse den Fall“ an. Andrew Lane kannte ich bisher noch nicht.
150 Jahre, nachdem der berühmte Detektiv Sherlock Holmes seine Fälle gelöst hat, ...

Mich sprach bereits das Cover und die Aufforderung „Löse den Fall“ an. Andrew Lane kannte ich bisher noch nicht.
150 Jahre, nachdem der berühmte Detektiv Sherlock Holmes seine Fälle gelöst hat, möchte es ihm sein Urururenkel gleichtun. Wir haben nun das Glück, sein geheimes Tagebuch lesen zu dürfen. Um es unbefugten, kriminellen, Lesenden schwer zu machen, hat der 12-jährige Sherlock an das Ende eines jeden Kapitels ein Rätsel hinzugefügt, durch dessen Lösung man auf die richtige Seite zum darauffolgenden Kapitel gelangt. Die Rätsel machen viel Spaß und am Ende des Buchs sind sowohl Hilfen als auch die Lösungen zu finden. Aber nun zur Handlung. Sherlock lernt gleich zu Beginn eine weitere Nachfahrin einer anderen Berühmtheit kennen: die toughe (und einfühlsamere als er selbst) Verity Watson. Gemeinsam mit einem jugendlichen Hackerclub und einer Polizistin lösen sie ihren ersten Fall, in dem es um Bradley geht, der von seiner Klassenfahrt heimkehrt und sein Zuhause nicht mehr das ist, was es einmal war.
Mir gefällt der humorvolle, flüssige Sprachstil. Das Buch ist spannend geschrieben und ich kann es allen Kindern, die gerne mitraten und kombinieren, sehr empfehlen!

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