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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.05.2021

Ein wahres Kleinod - vollgepackt mit aktueller Meeresforschung

Wenn Haie leuchten
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Auf den ersten Blick kommt dieses Buch eher unscheinbar daher - klein und kompakt, wenn auch mit sehr ansprechendem Cover. Hinter den beiden Buchdeckeln verbirgt sich aber geballtes aktuelles Wissen der ...

Auf den ersten Blick kommt dieses Buch eher unscheinbar daher - klein und kompakt, wenn auch mit sehr ansprechendem Cover. Hinter den beiden Buchdeckeln verbirgt sich aber geballtes aktuelles Wissen der Meeresforschung.
Julia Schnetzer ist verliebt in ihr Studienfach Meeresbiologie, dem sexy Fach unter den Naturwissenschaften. Nachdem ihr ihre Eltern 2003 den Traum von einem Urlaub in der Südsee ermöglichten, hat sie das Meer nicht mehr losgelassen. Sie studierte Biologie und promovierte schließlich in Mariner Mikrobiologie. Mit diesem umfangreiches Wissen und einer Begabung für's Erzählen hat sie mit "Wenn Haie leuchten" ein Sachbuch vorgelegt, dass einen in die atemberaubende Welt des Meeres und der Mikrobiologie eintauchen lässt. Sie hat ihr Sachbuch dabei sehr clever aufgebaut, startet mit den Haien, ihrer Fähigkeit zur Fluoreszenz, wandert über uralte Geschöpfe und die hoch intelligenten Delfine immer tiefer in die Welt der kleinen Geschöpfe, lässt uns wissen, wie Fische sehen, um schließlich in ihrem Spezialgebiet der Mikrobiologie zu landen. Dabei erklärt sie auch komplexe und schwierigere Themen mit so viel Charme und kurzweiliger Sprache, dass sie mich als laienhaften Leser problemlos bei der Stange gehalten hat und ich mich aller bestens unterhalten fühlte und dabei noch jede Menge neues Wissen über die aktuelle Meeresforschung mitnehmen konnte. Ein kleines Manko ist meiner Meinung nach aber das Fehlen von Fotos, was ich dann doch nicht unerwähnt lassen wollte. Es gibt nur schwarz-weiß Zeichnungen.
Sehr gut hat mir aber der Ausblick „Was da draußen noch schlummert“ gefallen. Die Autorin stellt dabei kurz Aktivisten und Wissenschaftler vor, die mit ganz speziellen Projekten ihren Beitrag leisten, unsere Ozeane zu schützen. Und jeder einzelne von uns kann diese Projekte verfolgen und unterstützen und so auch seinen Beitrag leisten.
Jeder noch so kleine Schritt ist ein Schritt in die richtige Richtung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 13.04.2021

Hochinteressante Literaturanalyse in wunderschöner Aufmachung

Die Erfindung von Alice im Wunderland
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Im Dezember 1865 brachte der Mathematikdozent Charles Dodgson im Alter von 33 Jahren unter dem Namen Lewis Carroll das Märchen "Alice im Wunderland" heraus.
Heute gehören die Alice-Bücher zu den meistzitierten ...

Im Dezember 1865 brachte der Mathematikdozent Charles Dodgson im Alter von 33 Jahren unter dem Namen Lewis Carroll das Märchen "Alice im Wunderland" heraus.
Heute gehören die Alice-Bücher zu den meistzitierten und bekanntesten Büchern in englischer Sprache.
Der emeritierte Literaturprofessor Peter Hunt versucht mit der hier vorliegenden Literaturanalyse dem Mythos der Entstehungsgeschichte von Alice im Wunderland auf die Spur zu kommen. Kein einfaches Unterfangen, denn "undurchsichtig sind die Spiele, die der Autor treibt".
Peter Hunt schafft es aber auf außergewöhnlich kurzweilige Art und Weise, uns die Lebensumstände von Dodgson/ Carroll, sein Innenleben, die äußeren Einflüsse, die Verbindung der Geschichte zu Dodgsons Leben in Oxford und zur Namensgeberin Alice Lidell näher zu bringen.
Geschmückt ist dieses Sachbuch mit herrlichen, zum Teil colorierten Zeichnungen, Gemälden und wunderbaren Fotografien - Dodgson war leidenschaftlicher Fotograf. Er nahm auch gerne manche Moden der Zeit aufs Korn und verarbeitete sie in seinen Märchen.
"Die Erfindung von Alice im Wunderland - Wie alles geschah" ist ein komplettes, wunderschönes und hochwertiges Buch, das jedem Alice-Fan, der sich für die Geschichte hinter der Geschichte interessiert, eine große Freude bereiten wird.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.03.2021

Dem Glück auf der Spur - mal mehr mal weniger inspririerend

Die 12 Glücksbringer
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Michaela Merten und Pierre Franckh haben 12 Erfolgsautoren aus den unterschiedlichsten Bereichen gebeten, uns ihre Glücksformel zu verraten. Und wie so oft, fällt mir schon gleich zu Anfang auf, dass es ...

Michaela Merten und Pierre Franckh haben 12 Erfolgsautoren aus den unterschiedlichsten Bereichen gebeten, uns ihre Glücksformel zu verraten. Und wie so oft, fällt mir schon gleich zu Anfang auf, dass es schon bei der Definition, was Glück überhaupt ist, unterschiedlichste Auffassungen gibt. So verknüpfen viele Glück mit Zufriedenheit, Erfolg oder einer erfüllten Partnerschaft, für andere ist es vor allem die Selbstliebe. So unterschiedlich man Glück definiert, so unterschiedlich sind auch die Glücksrezepte.

In 12 Kapiteln erfahren wir von Psychologen, Schauspielern, einem Kinderbuchautor, Ärzten, Professoren, spirituellen Lehrern und Beziehungscouches, was ihr Rezept für ein glückliches Leben ist. Manche Texte haben mich angesprochen und zum Nachdenken gebracht. So fand ich die Kapitel von Thomas Brezina, Katharina Tempel und Julia Engelmann sehr anregend, erfrischend und inspirierend. Andere wiederum waren mir zu einseitig, konzentrierten sie sich doch alleinig auf Beziehungen. Einige Texte waren mir zu abstrakt oder zu abgedroschen. Alles in allem hab ich mich mit diesem Glücksbringer-Buch aber gut unterhalten gefühlt. Einiges hat mich inspiriert, vieles abgeholt und bestärkt. Manches hat mich unberührt gelassen. Das ist aber im Umkehrschluss auch das Gute an diesem Buch. Hier kann jeder etwas für sich finden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.02.2021

Ganz große Erzählkunst

Big Sky Country
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August wächst als Einzelkind auf einer Farm in Michigan auf. Der Vater ganz und gar Farmer, die Mutter, Kettenraucherin, interessiert an Büchern und den existentiellen Fragen des Seins. Die logische Konsequenz, ...

August wächst als Einzelkind auf einer Farm in Michigan auf. Der Vater ganz und gar Farmer, die Mutter, Kettenraucherin, interessiert an Büchern und den existentiellen Fragen des Seins. Die logische Konsequenz, die Eltern leben sich auseinander und schließlich packt seine Mutter die Koffer und zieht mit August nach Montana. August ist ein eher introvertierter, mundfauler Jugendlicher, der gerne mit den Händen anpackt und das Reden lieber anderen überlässt. Die Highschool besucht er ohne große Ambitionen. Er entpuppt sich als ganz passabler Footballspieler, wird in die Schulmannschaft aufgenommen, macht sich gut, aber auch das ohne große Begeisterung. Die deutlich ältere neue Freundin der Mutter fängt ein Verhältnis mit ihm an und bricht im sein unerfahrenes Herz. Seine Mutter sähe es gerne, wenn er nach dem Abschluss studieren würde, sein Vater hofft, dass er zuhause mitarbeitet und eines Tages die Farm übernimmt. August ist ein ziemlich normaler Heranwachsender, der mit seinem neuen Umfeld umzugehen lernen muss, zwischen den Wünschen seiner Eltern hin- und hergerissen ist, dem das erste Mal das Herz gebrochen wird, der in Schlägereien verwickelt wird, auf Partys zu viel trinkt. Eben all das, womit man auf dem Land in den USA wohl so groß wird. Nach der Highschool entscheidet er sich für eine Art Vagabundenleben, indem er verschiedenste Jobs u.a. auf einer Farm annimmt. Und hier, in der rauen, aber überwältigenden Landschaft Montanas sieht man ihn zum Mann heranreifen.

Big Sky Country ist eigentlich keine große Geschichte. Es ist die Geschichte eines heranreifenden jungen Mannes, der seinen Weg im Leben sucht.
Was dem Autor Callan Wink mit diesem Buch aber gelungen ist, ist ganz ganz große Erzählkunst. Er versteht es, einfache Tätigkeiten, das tägliche Leben, die atemberaubende Landschaft Montanas so eindrücklich, sprachgewaltig und einfach fantastisch zu erzählen. dass man mitlebt, mitfühlt, mitleidet und mitgenießt.
Ein Hemingway unserer Zeit? Ja, das würde ich unterschreiben.

  • Cover
  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 20.02.2021

Lehrreich, spannend und pfiffig illustriert

Socke und Sophie – Pferdesprache leicht gemacht
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Ich gehörte, als ich jung war, nicht zu den Mädchen, die pferdebegeistert waren. Das lag wohl zum einen am Mangel an Möglichkeiten und zum anderen daran, dass ich immer einen riesen Respekt vor Pferden ...

Ich gehörte, als ich jung war, nicht zu den Mädchen, die pferdebegeistert waren. Das lag wohl zum einen am Mangel an Möglichkeiten und zum anderen daran, dass ich immer einen riesen Respekt vor Pferden hatte.
Bei Sophie ist das ganz anders. Sie ist verrückt nach Pferden und reitet im Schulbetrieb auf dem Michaelis-Hof. Ihre Familie kann ihre Begeisterung für Pferde nicht so recht nachvollziehen, ist sie doch sehr aktiv im Fußball, vor allem ihr Bruder und ihr Vater. Er sähe es lieber, sie würde einen Mannschaftssport betreiben - schon wegen des Teamgeistes.
Für Sophie geht jedoch en Traum in Erfüllung, als man sie bittet, die Pflege eines misshandelten Ponys namens Socke zu übernehmen.
Eine spannende Geschichte nimmt ihren Lauf und man lernt dabei enorm viel über Pferde - wie sie ticken, was Ihnen Angst macht und wie man sich Ihnen gegenüber am besten verhält.
Ich habe beim Lesen dieses wirklich lehrreichen und spannenden Buches mehr über Pferde erfahren als in meinem ganzen bisherigen Leben. Und das war so wunderbar in die Geschichte von Sophie und Socke verpackt, dass es mir eine Freude war, dieses Buch zu lesen. Dazu ist es noch richtig pfiffig von FLIX illustriert.
Ich bin überzeugt davon, dass viele junge Leser viel Spaß mit dieser Lektüre haben werden. Juli Zeh versteht es, Pferdewissen und Pferdegeschichte perfekt zu kombinieren.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere