Platzhalter für Profilbild

Michaela1966

Lesejury-Mitglied
offline

Michaela1966 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Michaela1966 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.05.2021

Konnte mich nicht überzeugen

Schwarzwälder Morde
0

Im Schwarzwälder Polizeiposten in Bad Wildpark macht sich Langeweile breit.
Die Kommissare Schmälzle und Scholz haben überhaupt nichts zu tun.
Bis eine Moorleiche gefunden wird. Eine Frau mit eingeschlagenem ...

Im Schwarzwälder Polizeiposten in Bad Wildpark macht sich Langeweile breit.
Die Kommissare Schmälzle und Scholz haben überhaupt nichts zu tun.
Bis eine Moorleiche gefunden wird. Eine Frau mit eingeschlagenem Schädel.
Neben ihr lagen Silbermünzen und eine große Flasche Kirschschnaps.
Wer war diese Frau aus dem vorletzten Jahrhundert? Schmälzle freut sich über
diesen Fall. Nur wie will er einen Täter finden? Denn die Frau ist schon sehr lange tot.
Erzählt wird in zwei Zeitsträngen. Es geht immer wieder zurück ins Jahr 1869.
Der Schreibstil ist fließend aber auch sehr detailliert.
Dadurch wird alles sehr intensiv und besonders realistisch.
Vor allem, wenn Mundart gesprochen wird.
Die Orte sind sehr anschaulich und bildhaft beschrieben.
Man hat das Gefühl direkt vor Ort zu sein.
Die Autorin verliert sich manchmal zu sehr in Nebensächlichkeiten.
Die Charaktere bleiben einem sehr fremd. Es fällt einem schwer sich mit ihnen zu identifizierten.
Überhaupt fällt es mir sehr schwer sich auf diesen Fall einzulassen.
Es wird viel geredet, spekuliert.
Richtige Spannung kam nicht auf.
Dadurch konnte mich der Krimi nicht so recht begeistern und überhaupt nicht überzeugen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.05.2021

Sehr Authentische Geschichte

Der Morgen davor und das Leben danach
0

Am 12. Juni 2013 stürzt das Flugzeug auf dem Weg von Newark nach Los Angeles mit 192 Passagieren an Bord ab. Der 12jährige Edward Adler überlebt diesen Absturz, der zusammen mit seinen Eltern und seinem ...

Am 12. Juni 2013 stürzt das Flugzeug auf dem Weg von Newark nach Los Angeles mit 192 Passagieren an Bord ab. Der 12jährige Edward Adler überlebt diesen Absturz, der zusammen mit seinen Eltern und seinem drei älteren Bruder Jordan reiste. Er wird von seiner Tante und ihrem Mann adoptiert. Sein Leben muss nun in einer fremden Umgebung und vor allem ohne seinen geliebten Bruder, zu dem er aufsah, weitergehen. Auch wenn seine Tante und sein Onkel ihn wie einen eigenen Sohn aufnehmen, verständnisvoll sind und sich mehr um ihn sorgen, als ihm lieb ist, ist der Neuanfang doch sehr schwer. Halt findet Edward bei der gleichaltrigen Nachbarin Shay. Die beiden freunden sich an und machen drei Jahre nach dem Absturz eine Entdeckung, die Edward hilft, zu sich selbst zu finden, seinen eigenen Weg zu gehen und die es ihm als Überlebender einer Katastrophe ermöglicht, weiterzuleben.

Der Roman erzählt, dem Titel entsprechend, den Morgen und die Stunden vor dem Absturz und das Leben des einzig überlebenden Jungen unmittelbar nach dem Absturz und den gut drei Jahren danach.
Als einzig überlebender des Absturz steht Edward im Fokus der Öffentlichkeit. Seine Adoptiveltern schützen ihn vor den Medien und unerwünschten Kontaktaufnahmen von Neugierigen und Angehörigen der Toten. Das Buch handelt von Edwards Weiterleben ohne die Menschen, die er liebt.
Während Edward sich mit großer Unterstützung seiner Verwandten, seiner Freundin und Nachbarin, Ärzten und verständnisvollen Lehrern zurück ins Leben kämpft.
Die Geschichte ist sehr authentisch geschildert, was nicht nur daran liegt, dass das geschilderte Unglück mit einem überlebenden Jungen tatsächlich auf einem realen Ereignis beruht. Der Verlust der Menschen, die sein gesamtes Leben ausmachten, ist in dem Roman allgegenwärtig, Sein Neuanfang ist sehr einfühlsam geschildert und insbesondere die Entdeckung im letzten Drittel des Romans, die Edward eine neue Aufgabe gibt, zerreißt einem durch die Einzelschicksale, die den Toten und ihren Angehörigen ein Gesicht geben und sie heraus aus der Anonymität rücken, das Herz.
Ein wirklich sehr gut geschriebener Roman den man nicht aus der Hand legen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.09.2020

Entscheidung über Leben und Tod

GOTT
0

Ich habe hier wieder einen Schirach vorgefunden, der mich einfach nur begeistert hat.
In seinem Buch „Gott: Ein Theaterstück“ setzt sich der Autor und Strafverteidiger Ferdinand von Schirach mit einem ...

Ich habe hier wieder einen Schirach vorgefunden, der mich einfach nur begeistert hat.
In seinem Buch „Gott: Ein Theaterstück“ setzt sich der Autor und Strafverteidiger Ferdinand von Schirach mit einem fundamentalen ethischen Problem der Sterbehilfe auseinander.
Er greift wie so oft in seinen Werken ein hochaktuelles Thema auf, das er in Form eines Theaterstücks welches erstmalig im September 2020 aufgeführt wurde aufgearbeitet hat.
In dem neuen Stück möchte der 78-jährige Richard Gärtner sterben, obwohl geistig und körperlich gesund. Doch nach dem Tod seiner Frau will er einfach nicht mehr weiterleben; er sieht in seinem Leben keinen Sinn mehr. Sein Hausarzt verweigert ihm die Beihilfe. Nun diskutiert die Ethikkommission über diesen Fall. Doch am Ende müssen die Zuschauer – oder im Fall des vorliegenden Buch selbst ein Urteil fällen.
Abgerundet wird das Ganze , in denen sich Wissenschaftler mit dem Thema auseinandersetzen und dieses aus medizinischer, juristischer, theologischer und philosophischer Perspektive beleuchten.
Das Buch lässt sich gut lesen, aber man benötigt trotz der klaren und reduzierten Sprache des Autors ein wenig Zeit, um die verschiedenen Sichtweisen und Argumente sacken zu lassen. Ich habe sehr viel mit genommen aus diesem Buch. Man wird doch schon sehr nachdenklich bei diesem heiklem Thema.
Dieses Buch kann ich weiter empfelen, ein richtig guter Ferdinand von Schirach.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere