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Veröffentlicht am 24.04.2017

Damals wie heute tief beeindruckend

Die Wolke
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In der Schule hört die 14-jährige Janna die Durchsage, dass die Schule geschlossen wird. Der Grund ist der Super-GAU. Alle sollen in ihren Häusern bleiben und sich im Keller einquartieren. Zu Hause wartet ...

In der Schule hört die 14-jährige Janna die Durchsage, dass die Schule geschlossen wird. Der Grund ist der Super-GAU. Alle sollen in ihren Häusern bleiben und sich im Keller einquartieren. Zu Hause wartet Jannas kleiner Bruder Ulli auf sie und möchte mit ihr Reibekuchen machen. Die Eltern sind unterwegs und die beiden allein. Jannas Mutter ruft an und drängt sie, sich mit Ulli sofort auf den Weg nach Norden zu machen. Sie starten per Rad. Doch das ist nur der Anfang einer Reise, die voller Schrecken ist …

Gudrun Pausewang hat dieses Jugendbuch 1987 geschrieben. Sie hat damit die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl verarbeitet. Fukushima 2011 hat ebenfalls einige endlich wachgerüttelt. Dass dieses Thema auch heute noch brandaktuell ist und erneuerbare Energien wichtiger denn je sind, zeigen auch die jüngsten Vorfälle unsicherer AKWs – mitten in Deutschland.

Laura Maires Stimme klingt, wie die eines weiblichen Teenagers. Sie liest „Die Wolke“ in einem Tempo, das zur Story passt. Sie ist die ideale Janna. Wenn sie andere Personen „nachmacht“, erkennt man diese sofort als eigenständige Charaktere. Dabei wird es nie schräg oder unangenehm, wie das oft bei Sprechern ist. Es ist, als könne sie tatsächlich in all die Figuren und Rollen schlüpfen. Das hört sich sehr angenehm an und fesselt den Hörer.

Das Thema ist deprimierend, aber wichtig – zudem hat die Autorin es sehr gut umgesetzt. Wie „Wenn der Wind weht“ ist auch „Die Wolke“ beängstigend und traurig. Dennoch halte ich dieses Buch für eine herausragende Leistung. Sehr schön werden die Lügen und Intrigen dargestellt, die eine solche Katastrophe nach sich zieht. Von Flucht und Verzweiflung, Überlebenskampf und Wegsehen – die ganze Bandbreite – erzählt „Die Wolke“.

Wie eine solche Katastrophe die Menschen aufspaltet und ihre schlimmsten Seiten aufzeigt, beschreibt Gudrun Pausewang sehr eindrucksvoll. Die direkten und indirekten Auswirkungen des Extremfalls, das Verlorensein, die Sehnsucht, das Heimweh und das Elend der Flüchtlinge – alles ist noch heute so aktuell, wie vor dreißig Jahren. Mir fehlen die Worte, um zu beschreiben, wie sehr mich „Die Wolke“ berührt und ergreift. Das Hörbuch ist, obwohl gekürzt, sehr beeindruckend. Bei keinem anderen Hörbuch war es bisher rings um mich herum dermaßen still, wie hier.

Ich wünsche mir, dass möglichst viele Menschen das Buch lesen oder das Hörbuch genießen. Es kann und wird die Menschen verändern. Von mir von Herzen die vollen fünf Sterne!

Veröffentlicht am 23.04.2017

Starker dritter Teil der Serie um das tierische Detektiv-Duo

Kalle und Kasimir - Flitterwochen im Pfötchenhotel
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Endlich haben Linna und Mads „Ja!“ gesagt und somit unserem tierischen Detektiv-Duo die gemeinsamen Ermittlungen wieder leichter gemacht. Und zu einer Hochzeit gehören auch schöne Flitterwochen. Den Karibikurlaub, ...

Endlich haben Linna und Mads „Ja!“ gesagt und somit unserem tierischen Detektiv-Duo die gemeinsamen Ermittlungen wieder leichter gemacht. Und zu einer Hochzeit gehören auch schöne Flitterwochen. Den Karibikurlaub, den Mads‘ Mutter für die beiden gebucht hatte, verwandelten die beiden in Flitterwochen im Pfötchenhotel, um von ihren cleveren Vierbeinern nicht so lang getrennt sein zu müssen. Und so machen sich die vier auf den Weg in den Schnee zum Skifahren und Flittern. Doch das Verbrechen lauert überall. In der Ferienidylle sogar gleich mehrfach: Tiere werden entführt und wertvolle Gegenstände gestohlen. Das ist für Kalle und Kasimir natürlich ein gefundenes Fressen. Wäre ja gelacht, wenn sie die Fälle nicht aufklären würden! Was sie allerdings entdecken, stellt sie vor ein großes moralisches Problem …

Die Kalle & Kasimir Reihe ist locker und flockig geschrieben und liest sich auch ebenso. Tierischen Ernst findet man hier nicht und das ist gut so! Die beiden Tiere sind einfach liebenswert. So arrogant Kasimir erscheint, so einfältig wirkt Kalle – und doch ist es genau diese Mischung, die dafür sorgt, dass die beiden Helden mitten ins Herz treffen.

Auch in ihrem dritten Fall haben die beiden alle Pfoten voll zu tun. Diesmal kommt jedoch die Komponente dazu, dass nicht jedes Verbrechen aus Habgier begangen wird, sondern manchmal auch aus einer Not heraus. Hier ist es dann schwer, die Gerechtigkeit walten zu lassen. Auch die beiden Tierhelden müssen diese Prüfung bestehen.

Dazu kommt eine Prise Liebesgeschichte, die jedoch kein bisschen kitschig, sondern sehr witzig und sogar spannend ist. Während unser Kalle Sehnsucht nach seiner Amanda hat, lernt Kasimir am eigenen Leib, wie verwirrend Liebe sein kann.

Zu Kalles für den Leser witzigen Schwierigkeiten mit Fremdwörtern kommt Eddas Vorliebe für Sprichwörter. Urkomisch, wie passend die Autorin auf Hund und Katz umgedichtete Sprichwörter in die Geschichte eingewebt hat. Und dabei läuft sich dieser Gag kein bisschen müde, sondern macht süchtig nach mehr.

Serien schwächeln mit der Zeit gern, doch Kalle & Kasimir sind auch im dritten Band erfrischend und unterhaltsam, wie zum Start der Reihe. Es ist spürbar, dass die Autorin selbst Spaß beim Schreiben hat und noch viele Ideen in petto hat. Und genau darauf freue ich mich schon jetzt, denn Kalle & Kasimir sind mir sehr ans Herz gewachsen. Der obercoole Kater und der etwas einfältige Mops sind einfach ein unschlagbares Team. Sie haben sich – wie ihre menschlichen Mitstreiter – weiterentwickelt. Stillstand gibt es nicht, sodass bei allem Humor doch auch das wahre Leben widergespiegelt wird.

Die Serie macht einfach Spaß und eignet sich wunderbar, den Ernst des Lebens für ein Weilchen hinter sich zu lassen. Wer Tiere liebt und gerne lacht, wird mir zustimmen: hier kann man nur die vollen fünf Sterne geben!

Veröffentlicht am 21.04.2017

Die Tatorte Wien und Leipzig als Spur auf ein Schiff

Rachesommer
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Rezension zum Hörbuch vom Audiobuch-Verlag, Sprecher Hubertus Gertzen

In Wien ertrinkt ein renommierter Kinderarzt in einem offenen Kanalschacht. Die Anwältin Evelyn Meyers will beweisen, dass der Schacht ...

Rezension zum Hörbuch vom Audiobuch-Verlag, Sprecher Hubertus Gertzen

In Wien ertrinkt ein renommierter Kinderarzt in einem offenen Kanalschacht. Die Anwältin Evelyn Meyers will beweisen, dass der Schacht gut abgesichert war. Damit will sie die Firma ihres Onkels vor der Insolvenz schützen. Bei ihren Recherchen stößt sie auf erstaunliche Beweise …

In Leipzig ermittelt Walter Pulaski in einer psychiatrischen Klinik im Fall des vermeintlichen Selbstmord eines jungen Mädchens. Er ist jedoch schnell davon überzeugt, dass es sich um Mord handelt. Als er auf immer mehr ähnliche Fälle stößt, ahnt er, dass er einer großen Sache auf der Spur ist …

Evelyn und Walter treffen in Norddeutschland aufeinander und entdecken, dass beide eine Reihe Puzzleteilchen besitzen, die beim anderen zur Lösung beitragen. So tun sie sich zusammen und ermitteln gemeinsam. Das ist eine gute Idee und ein toller Plot, doch hatte ich sehr große Mühe, den Geschehnissen zu folgen. Die beiden Hauptpersonen sind zwar gut gezeichnet, haben Ecken und Kanten und sind somit interessante Personen, aber die vielen Perspektiv- und Zeitenwechsel haben mich hier sehr gestört.

Leider kann ich auch Hubertus Gertzen als Sprecher hier absolut nicht gut finden. Seine Stimme passt weder zu den Figuren, noch zur Story. Ihn kann ich mir eher bei Fantasy oder humorigen Büchern vorstellen. Das hat mich auf weiten Strecken sehr angestrengt und abgelenkt. Vermutlich wäre meine Bewertung etwas besser ausgefallen, hätte ein anderer Sprecher das Buch eingelesen.

Die eigentlichen Taten sind brutal und auffällig, dennoch ermitteln die beiden Protagonisten privat und ohne Auftrag – und kommen dabei sehr weit. Das ist für mich nicht wirklich logisch oder nachvollziehbar und ich frage mich, wieso die Polizei sich das gefallen lässt und warum sie nicht eingreift und selbst das eine oder andere herausfindet.

Das Ende kommt heftig und mit Knalleffekt, kann das Ruder aber nicht mehr herumreißen. Der Gedanke, wieso wer wann warum wurde, wie er/sie wurde, ist erschreckend. Die Story geht, trotz allem, an die Substanz.

Insgesamt fehlen mir eine klare Struktur und vor allem die passende Stimme. Deshalb kann ich für das Hörbuch leider nur drei Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 21.04.2017

Glasgows Unterwelt

Der unvermeidliche Tod des Lewis Winter
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In Glasgows Unterwelt ist Calum McLean als zuverlässig bekannt. Er hat den Dreh raus, nicht zu viele und nicht zu wenige Aufträge anzunehmen, um stets unter dem Radar zu bleiben. Calum ist ein Auftragskiller. ...

In Glasgows Unterwelt ist Calum McLean als zuverlässig bekannt. Er hat den Dreh raus, nicht zu viele und nicht zu wenige Aufträge anzunehmen, um stets unter dem Radar zu bleiben. Calum ist ein Auftragskiller. Sein neuester Job: Lewis Winter. Calum interessiert sich nicht für die Gründe, warum dieser kleinkriminelle Drogendealer beseitigt werden soll, sondern beginnt mit seinen Vorbereitungen. Doch der Auftrag stellt sich diesmal als schwieriger heraus, als es aussah …

Die erste Zeit war ich mir nicht sicher, ob ich es mit einem Krimi, Thriller oder doch einer Komödie zu tun habe. Die Widrigkeiten bei Calums Auftrag waren schon echt witzig. Dann wechselt der Plot zu den Ermittlungsarbeiten der Polizei und es sieht wieder anders aus. Leider bin ich bis zum Ende nicht wirklich überzeugt worden, dass es sich lohnt, die beiden nächsten Bände auch noch anzuhören. So hart es klingt, ich habe den Sinn dieses Hörbuchs einfach nicht finden können.

Johannes Steck gibt sein Bestes, den Charakteren Leben einzuhauchen und mit seiner Stimme mitzureißen. Doch zaubern kann er leider nicht – mich hat die Story nicht fesseln, nicht packen, nicht mitreißen können. Das liegt aber nicht am Hörbuch, sondern an der Story selbst.

Die Gedankengänge der Charaktere drehen sich – jeweils aus ihrer Sicht – immer um dieselbe Sache: wer hat Winter warum getötet und wie ist die einzige weibliche Figur darin verwickelt?

Recht schnell hatte ich eine Theorie, die aber weder bestätigt noch verworfen wurde, denn das Ende des Hörbuches ist komplett offen. Klar, man soll ja noch die beiden anderen Teile hören … Aber leider habe ich dazu momentan absolut keine Lust. Vielleicht werde ich im Laufe der Zeit doch noch neugierig, wie das wohl weitergeht, aber bisher sieht es schlecht aus.

Der Sprachstil ist teils recht witzig in seiner Schnoddrigkeit, aber insgesamt reicht das einfach nicht. Es fehlen einfach überraschende Wendungen und vor allem ein Spannungsbogen. Dass es auch einen korrupten Polizisten gibt, der in beiden Welten ein Bein hat und die Unterwelt quasi mit Informationen aus erster Hand versorgt, macht die Sache nicht besser.

Kurz und gut – ich bin leider sehr enttäuscht. Deshalb gerade mal zwei Sterne für dieses Hörbuch.

Veröffentlicht am 19.04.2017

Für mich die schönste Liebesgeschichte der Welt!

Love Story
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Oliver Barret IV ist Jura-Student auf der Harvard-Universität. Er lernt die Radcliff-Musik-Studentin Jennifer Cavilleri kennen. Er stammt aus reichem Hause, sie ist die Tochter italienischer Einwanderer. ...

Oliver Barret IV ist Jura-Student auf der Harvard-Universität. Er lernt die Radcliff-Musik-Studentin Jennifer Cavilleri kennen. Er stammt aus reichem Hause, sie ist die Tochter italienischer Einwanderer. Doch so groß der finanzielle Unterschied zwischen beiden ist, so groß ist auch die Anziehungskraft. Olivers Vater, ein Mann mit Prinzipien und einer Erziehung, die wenig Gefühl zulässt, ist gegen diese Verbindung. Das geht so weit, dass Oliver sich enterben lässt und Jenny erst recht heiratet. Das Glück der beiden scheint trotz aller Widrigkeiten und finanziellen Nöten perfekt zu sein. Doch als sie versuchen, Eltern zu werden, überrollt sie das Schicksal …

Erich Segal hat ein wunderbares Buch geschaffen, das nur knappe 150 Seiten hat und gleich im ersten Satz das Happy End komplett ausschließt. Sowohl das Buch als auch der Film haben mich verzaubert und in ihren Bann geschlagen – und nun hat das Hörbuch, wunderbar eingelesen von Mark Waschke, den Hattrick komplett gemacht.

Oliver erzählt seine und Jennys Geschichte. Dabei ist er ein wenig flapsig und locker, so wie es zu den beiden passt. Die großen Gefühle hört man dennoch zwischen den Zeilen super gut heraus. Da Oliver ebenso erzogen worden ist, wie sein Vater, hat auch er ein Problem damit, Gefühle frei und offen zu zeigen. Außerdem hat dieser Ton noch einen anderen Grund, doch den muss jeder Leser bzw. Hörer selbst herausfinden.

Dem Leser/Hörer bleibt viel Raum, um die groben Lücken mit eigener Phantasie zu füllen. Das klappt zumindest bei mir sehr gut! Beide treffen meine Art von Romantik absolut, auch wenn die meisten wohl eine andere Vorstellung davon haben. Dennoch ist die Tiefe der Gefühle der beiden immer präsent.

Es ist große Kunst, mit so wenigen Worten so viel zu sagen. Das schafft Erich Segal mit einer für den Leser erscheinenden Leichtigkeit, die ihresgleichen sucht. Seine Sprache ist einfach wunderbar, zärtlich, liebevoll – trotz aller Ironie und allen Wortwitzen. Ganz ohne Schwülstigkeit und Kitsch verzaubert dieses Hör-Buch.

Die wenigen Protagonisten werden ebenso mit wenigen Pinselstrichen gezeichnet, wie alles andere auch. Das passt hervorragend ins Gesamtkonzept. Dennoch hat man sie klar und deutlich vor Augen – die Netten ebenso, wie die Unsympathischen. Hier wird kein Wort zu viel gesagt und alle, denen die große Liebe bereits begegnet ist, werden wie ich hin und weg sein. Von mir ganz klar die vollen fünf Sterne!