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Veröffentlicht am 19.04.2021

So viel neue Lieblings-Rezepte!

Tasty Pride - Das Original
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Ehrlich gesagt bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich mich freuen oder weinen soll! Ich liebe die TASTY-Bücher und ich bin total verrückt nach Themenkochbüchern. Aber ich frage mich, ob die Queer-Food-Community ...

Ehrlich gesagt bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich mich freuen oder weinen soll! Ich liebe die TASTY-Bücher und ich bin total verrückt nach Themenkochbüchern. Aber ich frage mich, ob die Queer-Food-Community anders kocht und isst als die Hetero-Food-Community. Und ich frage mich, ob das jetzt nicht ein bisschen übers Ziel hinaus schießt und eher das Gegenteil des Gedanken bewirkt. In meinem direkten Umfeld gibt es da keine Unterschiede – wir essen alle gern, jeder hat seine Lieblingsgerichte und Speisen, die er/sie/es nicht mag und das völlig unabhängig von der sexuellen Orientierung. Auch hat sich bisher noch niemand, den ich kenne, gefragt, ob der Koch im Lieblingsrestaurant Queer ist oder nicht. Deshalb hadere ich da gerade stark mit der Schublade, die hier angelegt wird.

Die Rezepte selbst sind – wie könnte es anders sein – einfach toll! Bunt möchte ich nicht sagen, denn das sind Queer-Rezepte ebenso, wie Hetero-Rezepte. Möglicherweise liegt das an mir persönlich, da ich der Meinung bin, das Geschlecht oder die Geschlechtsidentität oder die sexuelle Orientierung haben null und nichts damit zu tun, was ein Mensch kann oder gar darf. Ich mag Einteilungen dieser Art schlicht nicht – wir sind alle Menschen. Mehr muss man nicht wissen, finde ich.

Nun aber zum Buch selbst! Wie gesagt, ich liebe die TASTY-Bücher, da sie immer frisch und fröhlich sind und auch ungeübten Kochenden (um beim Gendern zu bleiben) zeigen, dass Kochen eben nicht nur Arbeit macht, sondern auch jede Menge Spaß und Freude. Ganz besonders natürlich, wenn das Rezept gelingt und so schmeckt, wie man sich das vorgestellt hat! Hier bringt es Jesse Szewczyk in der Einleitung super gut auf den Punkt: ich fand mehr als nur ein Rezept, das ich fortan nicht mehr missen möchte!

Auch die Geschichten, die die Kochenden zu den Gerichten liefern, gefallen mir sehr. Das verbindet mich mit ihnen und den Gerichten, das macht einen eigenen Zauber aus und ich mag es, die Menschen damit ein bisschen kennenzulernen. Manche der Geschichten sind persönlicher als andere, manche beziehen sich nur auf das Gericht, andere auf Beziehungen. Alle gefallen sie mir, denn ich darf etwas erfahren über den Menschen, der so gern kocht und so ein leckeres Gericht und Rezept für dieses wunderbare Buch bereitgestellt hat.

Alle Beteiligten sind gleich zu Anfang aufgelistet, zudem gibt es eine kleine Beschreibung der Mitwirkenden am Ende des Buches. Mir hätte es sehr gefallen, wenn es auch zu jedem Namen ein Foto geben würde. Das hätte noch mehr zum Ausdruck bringen können, dass sie alle stolz auf sich sein können – und mir und sicher allen anderen Kochbegeisterten auch das Gefühl gegeben, herzlich willkommen zu sein. Nach der Auflistung der Küchenutensilien, die beim Kochen der Gerichte hilfreich sind, starten die Kapitel

Dips, Fingerfood & Snacks
Rind, Lamm & Schwein
Geflügel
Fisch & Meeresfrüchte
(Überwiegend) Vegetarisch
Beilagen
Süßes

Am Schluss findet sich noch ein Register – das ist mir immer sehr wichtig, da ich so schneller an das Gesuchte komme. Alle Rezepte sind wie gewohnt übersichtlich gestaltet, mit einer Zutatenliste, den Arbeitsschritten und mit wenigen Ausnahmen mit einem tollen Bild vom Gericht, was mir persönlich einfach wichtig ist, auch wenn Foodstylisten gern mal nachhelfen. Ich lasse mich einfach gern von den Fotos ebenso inspirieren, wie vom Titel und den Zutaten. Diese sind hier übrigens zum Teil etwas ausgefallener, sodass man besser vor dem Start darauf achtet, ob man alles hat bzw. ein Spezialitätenladen (z.B. Asia-Food-Handel) in der Nähe ist. Vorsicht bei „Süßes“: hier nimmt man schon allein davon zu, die Bilder zu betrachten!

Die Zusammenstellung der Rezepte ist sehr gelungen. Es gibt einfache Ideen, aber auch ausgefeilte, raffinierte (und nicht ganz so einfache) Gerichte. Diese Abwechslung mag ich sehr – und die vielen neuen Lieblingsrezepte machen es nicht gerade einfach, die guten alten Klassiker auf den Tisch zu bringen! Jepp, ich bin begeistert von den Rezepten und sobald die Pandemie uns wieder aus ihren Klauen lässt, werde ich genau aus diesem Buch für liebe Freunde kochen! Fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 13.04.2021

Gelungene Zusammenstellung

Indoor-Ernte
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In Städten hat man oft nicht die Möglichkeit, einen kleinen Garten anzulegen. Aber auch auf dem Land wohnt nicht jeder in einem Haus mit Gartenanteil. Wir haben das Glück, einen kleinen eigenen Garten ...

In Städten hat man oft nicht die Möglichkeit, einen kleinen Garten anzulegen. Aber auch auf dem Land wohnt nicht jeder in einem Haus mit Gartenanteil. Wir haben das Glück, einen kleinen eigenen Garten zu haben, aber mit diesem Buch gelingt es zusätzlich, im Haus und auch im Winter einiges zu ernten. Das finde ich spannend und großartig.

Carolin Engwert geht auf alles ein, was man vor dem Start wissen und beachten muss. Das startet bei der richtigen und guten Ausstattung, geht über die Substrate und die Beleuchtung bis zu Temperatur und Luftfeuchtigkeit, wobei sie auch auf die Probleme durch Schädlinge und Schimmel eingeht.

Die Pflanzen sind unterteilt in die Kapitel:
Keimsprossen &Microgreens
Salate & Gemüse
Speisepilze
Kräuter
Essbare Zimmerpflanzen

Bei allen gibt es informative Pflanzensteckbriefe, bei den meisten noch DIY-Vorschläge und Indoor-Specials. Die kleinen Checklisten sind sehr hilfreich. Alles ist aussagekräftig beschrieben und bebildert. Aber auch, was nicht möglich ist, wird erwähnt und erklärt. Die Tipps und Tricks sind teils alt – aber dadurch nicht schlecht! Man vergisst ja gern mal was und hier wird man wieder daran erinnert. Für Neueinsteiger ist das Buch genial, für alle, die sich schon länger mit dem Thema befassen, kann es aber auch mit neuen Ideen und Anregungen aufwarten.

Je nach Geschick und Ausdauer klappen die Vorschläge mehr oder weniger gut. Aber das ist ja im Leben immer und überall so und manchmal klappt eben erst der fünfte, sechste, siebte Versuch. Da so viele Ideen zusammengestellt wurden, findet man genug, das wirklich einfach klappt, und kann sich dazu eins der etwas schwierigeren Projekte heraussuchen.

Nicht nur mit Kindern, auch für sich selbst ist diese Beschäftigung bereichernd und inspirierend. Schon allein ein ewig nachwachsender Salat ist doch ein kleines Wunder, oder?

Mir gefällt dieses Buch richtig gut und ich probiere mich gerade nach und nach durch alle Vorschläge durch. Das macht riesig Spaß! Ich gebe fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 12.04.2021

Erinnerungen

Vati
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Monika Helfer erzählt hier aus ihrer Kindheit, ihrer Vergangenheit. Dreh- und Angelpunkt ist dabei ihr Vater, den sie Vati nennen soll (nicht mag?) und Mutti, wobei hier sowohl die (verstorbene) leibliche, ...

Monika Helfer erzählt hier aus ihrer Kindheit, ihrer Vergangenheit. Dreh- und Angelpunkt ist dabei ihr Vater, den sie Vati nennen soll (nicht mag?) und Mutti, wobei hier sowohl die (verstorbene) leibliche, als auch die Stiefmutter gemeint ist.

Ich empfand den Stil etwas ausholend und langatmig. Dadurch fiel es mir auch sehr schwer, der eigentlichen Geschichte auf den Grund zu kommen und interessiert dranzubleiben. Zu viel hat Monika Helfer drumrum erzählt und zu groß waren die Sprünge, sowohl zwischen den Personen, als auch den Zeiten. Das hat mich sehr angestrengt und eigentlich ist das genau das Gegenteil von dem, was ich von einer Geschichte erwarte. Die Autorin ist mir auch selbst zu distanziert gewesen. So wurde ich nicht in das Geschehen hineingezogen.

Der Vater ist Leiter eines Kriegserholungsheims und liebt Bücher. Von ihm erfährt man erstaunlicherweise trotz des Titels im Grunde nicht mehr, als von den anderen Familienmitgliedern. Dass viele männliche Mitglieder der Familie Josef hießen, wurde mir beispielsweise einfach zu langatmig erzählt.

Es fällt mir immer schwer, ein Buch gut zu finden, bei dem mir nicht eine einzige Person/Figur ans Herz wächst oder auch nur halbwegs sympathisch ist. Genau dieses Problem habe ich hier. Ich nehme am Schicksal aller nur ganz distanziert teil, fast fühle ich mich belästigt, fast möchte ich fragen: Warum erzählst Du mir das alles?

An die Stimme der Autorin musste ich mich leider erst gewöhnen. Für mich klingt sie nicht so wirklich angenehm, auch wenn das nicht sehr nett klingt.

Am Ende bleibe ich zurück und weiß nicht, was genau ich jetzt erfahren habe. Einzelne Szenen waren schön, interessant, bewegend – aber das Gesamtbild kann ich einfach nicht erkennen. So empfinde ich die Erinnerungen der Autorin – einzeln aufblitzende Szenen, für sie selbst wichtig, für Außenstehende nicht ganz so sehr, eine Erinnerung führt zur nächsten, die nicht unbedingt chronologisch dazugehört. Was erinnert sie richtig, wo trügt die Erinnerung? Nach so vielen Jahren ist das nicht so einfach zu beurteilen. Fakt ist, dass Monika Helfer es eben so und nicht anders erinnert. Wäre sie meine Mutter, wäre mir die Geschichte sicher näher, weil mir die Personen dann wenigstens geläufig gewesen wären. So aber ist es für mich unangenehm, ich fühle mich wie ein Beobachter, der nicht da sein sollte. Bleiben also drei Sterne.

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Veröffentlicht am 10.04.2021

Einsteigerbuch für Selbstversorgung aus dem eigenen kleinen Garten

Große Ernte aus kleinen Gärten
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Die Grundstückspreise schießen in die Höhe, sodass bei Neubau kleine Grundstücke von vielen Bauherren bevorzugt werden. Da bleibt dann nur ein kleiner Garten – aber aus dem kann man, wenn man weiß wie, ...

Die Grundstückspreise schießen in die Höhe, sodass bei Neubau kleine Grundstücke von vielen Bauherren bevorzugt werden. Da bleibt dann nur ein kleiner Garten – aber aus dem kann man, wenn man weiß wie, enorm viel eigene Ernte holen. Wie das geht, erklärt Axel Gutjahr in diesem Büchlein verständlich und auf den Punkt gebracht.

Dabei erkennt man, dass sich das meiste gar nicht so sehr von den großen Gärten unterscheidet. Man plant einfach nur genauer und überlegt, was wozu passt, was sich ergänzt, was sich gar nicht verträgt und was wann wächst. Von der Bodenbeschaffenheit angefangen über Unkraut, Schädlinge und Nützlinge, vorbei an Platzbedarf, Fruchtfolgen und Saatgutarten bis zu Pflanzenportraits ist an alles gedacht. Daran hängt sich dann noch eine Übersicht über das Gartenjahr.

Die Abschnitte sind kurz gehalten, sodass man sie schnell und leicht nachschlagen und lesen kann. Alles ist zudem reich und gut bebildert. Dennoch fehlt hier und da eines, das mir persönlich wichtig gewesen wäre. Als Beispiel sei die Quecke genannt. Ich kenne das Unkraut, aber ich wusste nicht, dass es so heißt. Entsprechend sagte mir der Name nichts. Hier hätte mir ein Foto sehr geholfen.

Man merkt schnell, dass dieses Buch erst der Anfang ist und man weitere Literatur benötigt, wenn man sich intensiv mit dem Thema und der Ernte aus dem eigenen kleinen Garten beschäftigen möchte. Deshalb ist für mich dieses Buch quasi Einsteigerliteratur. Nur mit diesem Buch allein kommt man nur eine kleine Strecke. Alles wird angerissen, aber nicht sehr tief behandelt. Deshalb vier Sterne von mir!

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Veröffentlicht am 05.04.2021

Was ein Gemälde so alles in Bewegung setzen kann!

Bernsteinsommer
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Christinas Mann Arne hat ihr eröffnet, dass er sie nicht mehr liebt. Das trifft sie weniger hart, als sie gedacht hätte. Doch dass ihr Vater sich durch seine Alzheimererkrankung immer mehr verändert und ...

Christinas Mann Arne hat ihr eröffnet, dass er sie nicht mehr liebt. Das trifft sie weniger hart, als sie gedacht hätte. Doch dass ihr Vater sich durch seine Alzheimererkrankung immer mehr verändert und sie ihn dadurch immer mehr verliert, schmerzt sie sehr. Früher war er Kriminalbeamter und malte in seiner Freizeit. Inzwischen lebt er im Heim und muss immer mal wieder eingesammelt werden, weil er sich auf Spaziergänge macht. Als sie durch Zufall auf ein Gemälde stößt, das unmöglich von ihrem Vater sein kann, beschließt sie, der Sache auf den Grund zu gehen. Dabei erfährt sie viel über ihre Vorfahren und lernt das Leben positiv zu sehen, egal, was da kommt …

In Anne Barns neuem Buch geht es um Gefühle. Ja, klar, mag man jetzt denken. Aber es geht eben nicht ausschließlich um Verliebtsein, Liebe, Beziehungen, sondern viel größere Gefühle, nämlich der Liebe zu einem Menschen, den man gerade an seine Krankheit verliert. Für die Angehörigen sind Alzheimer und Demenz eine schwere Belastungsprobe, aber wie es den Betroffenen selbst geht, weiß niemand so genau. Sie leben in einer anderen, für uns nicht erreichbaren Welt. Sind wir nicht verpflichtet, sie darin so glücklich wie möglich sein zu lassen, ganz gleich, was es uns selbst kostet? Auch wenn es scheinbar nur am Rande behandelt wird, durchzieht dieses Thema das ganze Buch. Es gefällt mir sehr, was das in mir bewirkt hat! Ich finde, das ist schon eine Kunst, ein „Randthema“ so geschickt dann doch zum Hauptthema zu machen.

Die Geschichte rund um Christinas Gefühlsleben ist in sich stimmig und sehr amüsant zu verfolgen. Ich muss sagen, ich hätte an Christinas Stelle dem Charme des jungen Kollegen des Vaters nicht widerstehen können. Die erneute Begegnung nach einigen Jahren und dem Scheitern der Ehe ist tatsächlich „ein Wink des Schicksals“, finde ich. Ein weiterer Strang ist die Geschichte rund um Christinas Arbeit, in der sie nicht nur aufgeht, sondern die ihr auch noch hilft, mit den Tiefschlägen des Lebens klarzukommen. Dass auch hier ein Umbruch stattfindet, bringt noch mehr „Leben“ in die Story.

Ganz ohne moralisch erhobenen Zeigefinger gibt Anne Barns dem Leser doch genug Denk-Stoff auf den Weg. Ihre Figuren schaffen es, die eigene Einstellung beim Lesen zu so einigen Dingen noch mal zu überdenken und mit anderen Augen zu betrachten. Das bereichert meiner Meinung nach enorm und deshalb kann auch „leichte Literatur“ viel bewegen und verändern.

Besonders schön finde ich, dass es kleine Berührungspunkte zu anderen Büchern der Autorin gibt. Wer ihre Bücher kennt, trifft – zumindest kurz und am Rande – auf „alte Bekannte“. Ich mag’s! Aber die Krönung für mich ist auch diesmal wieder die kleine Rezeptsammlung am Ende des Buches. Die Autorin kann nämlich nicht nur super schreiben, sondern mindestens ebenso gut backen! Wunderbar, dass sie ihre Rezepte mit den Lesern teilt.

Alle Fäden passen sehr schön zueinander und ergänzen sich gegenseitig. Man zweifelt nicht daran, dass alles genau so hätte passieren können. Gerade die beiden Szenen 1917 und 1942 sorgen dafür, dass der Kreis sich schließt und alles erklärt wird. Zwar war das Buch mal wieder viel zu schnell zu Ende, dennoch lässt es mich glücklich und bereichert zurück. Da fällt das Warten auf das nächst Buch der Autorin sehr schwer! Ich wurde bestens unterhalten und gebe glücklich fünf Sterne!

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