Tiefgründig und amüsant zugleich
All the things (s)he saidIm Rahmen der Leipziger Buchmesse habe ich im März die Knaur Romance Night mit meiner Freundin Mandy besucht. An diesem Abend war auch Autorin Inka Lindberg dabei und bereits während der vorgelesenen Seiten ...
Im Rahmen der Leipziger Buchmesse habe ich im März die Knaur Romance Night mit meiner Freundin Mandy besucht. An diesem Abend war auch Autorin Inka Lindberg dabei und bereits während der vorgelesenen Seiten habe ich gemerkt, welch besonderen Schreibstil die Autorin hat. Während des Lesens dann habe ich mir viele wunderschöne Passagen im Buch markiert, witzige Kommentare, aber auch tiefgründige Sätze.
Am Anfang des Romans bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Es hat richtig Spaß gemacht, zu lesen, denn ich konnte mit Protagonistin Skye mitfühlen, es war amüsant und gleichzeitig ernst. Im Mittelteil hatte ich so meine Schwierigkeiten, dran zu bleiben, mir fehlte ein bisschen „Spannung“. Das Ende wiederum hat mich dann noch mal so richtig mitgerissen. Ich liebe das Ende und vor allem Inkas Nachwort hat mich sehr berührt. Ich kann leider nicht viel zum Ausgang der Geschichte sagen, da ich niemanden spoilern möchte, aber ich kann mir kein besseres Ende vorstellen.
Auch wenn ich mit Mitte 30 nicht mehr ganz der Zielgruppe von Mitte bis Ende 20 entspreche, konnte ich mich dennoch gut in Skye hineinfühlen. Auch in meinem Alter kann es schwierig sein, neue Freundschaften zu schließen. Auch ist mit Mitte 30 nicht jeder gefestigt oder steht mit beiden Beinen fest im Leben oder hat seine/ihre Berufung gefunden. Den Roman würde ich deshalb allen empfehlen, die sich ein wenig verloren fühlen oder an sich zweifeln oder einfach eine Umarmung brauchen. Denn genau das hat vor allem das Ende der Geschichte geschafft: es fühlt sich wie eine Umarmung an.
Skye als Protagonistin kann ich nur bewundern, auch wenn ich nicht so ganz nachvollziehen kann, warum sie sich nicht um einen Archäologie-bezogenen Job bemüht oder einen anderen, der die Rechnungen bezahlt. (Hier muss ich aber sagen, dass ich einfach eine ganz andere Ausgangssituation habe als Mama, mit Ehemann und Selbständigkeit.) Ich liebe es, wie sie an sich arbeitet, wie sie sich ausprobiert, über sich hinauswächst. Dafür sind die Zwanziger da, aber eigentlich sollte man sich in jedem Alter weiterentwickeln und für sich und seine Träume einstehen.
Fazit
Selbstzweifel, Selbstfindung und Selbstliebe, die Liebe zu den Eltern und zu Freunden, Freundschaften, Träume – all diese wichtigen Themen hat Autorin Inka Lindberg in einen wundervollen Roman gepackt, der trotz aller Tiefgründigkeit mit Witz und Humor punktet.
Allgemeines zum Buch
Autor: Inka Lindberg
Verlag: Knaur
Erscheinungsdatum: 01.04.2025
Seiten: 400
Genre: LGBTQIA+-Romance
Einzelband
Meine Bewertung: 4/5 Sterne
Unbezahlte Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, das mir vom Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt wurde. Vielen Dank dafür!