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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.09.2025

solides Lesevergnügen mit Potenzial nach oben

Wackelkontakt
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Von Wolf Haas habe ich schon alles gelesen, da darf sein neues Buch „Wackelkontakt“ natürlich nicht fehlen. Das grelle gelbe Cover ist ein echter Hingucker, zieht alle Blicke auf sich und löst bei genauer ...

Von Wolf Haas habe ich schon alles gelesen, da darf sein neues Buch „Wackelkontakt“ natürlich nicht fehlen. Das grelle gelbe Cover ist ein echter Hingucker, zieht alle Blicke auf sich und löst bei genauer Betrachtung fast schon Augenbeschwerden aus. Nach den ganzen medialen Anpreisungen hatte ich mir jedoch mehr versprochen. Die Grundidee des Buches finde ich genial: Zwei Handlungsstränge, die sich über das Lesen des jeweiligen Buches in der Handlung miteinander verzahnen und zu einer Geschichte werden. Während der Lektüre wurde ich jedoch das Gefühl nicht los, dass man aus dieser Idee noch viel mehr hätte machen können. Die Hauptfigur Escher war mir von Anfang an sympathisch, aber ich hatte das Gefühl, dass man die Figur noch weiter hätte vertiefen können, ebenso wie die anderen Charaktere. Neben der interessanten zentralen Idee fehlt mir daher insgesamt noch etwas Tiefe und das gewisse Etwas, das das Buch zu einem absoluten Highlight machen würde. „Wackelkontakt“ ist dennoch ein solides Buch, das unterhält und leicht zu lesen ist. Daher kann ich die Lektüre empfehlen.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Zugfahrt Wien-München

In einem Zug
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Eine Zugfahrt von Wien nach München – so lange "dauert" der neue Roman von Daniel Glattauer. In diesem Zug sitzt Eduard Brünhofer, ein Autor von Liebesromanen, ihm schräg gegenüber Catrin Meyr. Durch Catrins ...

Eine Zugfahrt von Wien nach München – so lange "dauert" der neue Roman von Daniel Glattauer. In diesem Zug sitzt Eduard Brünhofer, ein Autor von Liebesromanen, ihm schräg gegenüber Catrin Meyr. Durch Catrins direkte Fragen entspinnt sich auf dieser Zugreise ein intensives Gespräch. So einfach ist der Plot, den Glattauer uns hier präsentiert. "In einem Zug" ist der Titel des Buches, und so hätte ich es wohl auch lesen sollen (und empfehle es jedem, es so zu lesen): in einem Zug durch das Buch. Glattauers Stil hat mir bisher immer gut gefallen, und auch dieser Text ist sehr gut geschrieben, leicht zugänglich und flüssig zu lesen. Dennoch hat mir das letzte "gewisse Etwas" gefehlt, das mich an das Buch gefesselt hätte. So habe ich es zwar Kapitel für Kapitel – im Buch Bahnhof für Bahnhof – gelesen, aber bei weitem nicht in einem Zug. Zwar sind die beiden Hauptcharaktere interessant gezeichnet, doch inhaltlich fehlte mir ein fesselndes Element. Trotz dieses - für mich - Fehlens einer komplexeren Handlung bzw. einer gewissen Spannung besteht kein Zweifel: Das Buch ist gut geschrieben, sehr solide und unterhaltsam. Daher gerne das Buch zur Hand nehmen, am besten in einem Zug!

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Irland 1994 mit Themen zum Nachdenken

Coast Road
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Der "Newcomer of the Year" bei den Irish Book Awards 2024, Alan Murrin, legt mit "Coast Road" einen beeindruckenden Debütroman vor. Murrin erzählt darin die Geschichte von Colette Crowley und Izzy Keaveney ...

Der "Newcomer of the Year" bei den Irish Book Awards 2024, Alan Murrin, legt mit "Coast Road" einen beeindruckenden Debütroman vor. Murrin erzählt darin die Geschichte von Colette Crowley und Izzy Keaveney im Küstenstädtchen Ardglas in Irland in den 1990er Jahren – eine Zeit, als Scheidung in Irland noch illegal war. Als bekennender Irland-Fan war ich sofort interessiert an diesem Buch, auch weil es inhaltlich um ein Thema geht, mit dem ich mich bisher noch nicht beschäftigt hatte. Murrins Schreibstil gefällt mir sehr gut: leicht zu lesen, eindringlich und fängt die Atmosphäre wunderbar ein. Die Charaktere sind sehr glaubwürdig dargestellt, insbesondere Colette, die Hauptfigur, hat mich überzeugt. "Coast Road" ist ein Roman, der mich ein wenig nachdenklich gestimmt hat. Die 1990er sind nicht allzu lange her, und dass Scheidung damals illegal war, kann man sich in der heutigen Zeit kaum vorstellen. Wer sich für eine atmosphärische Geschichte mit zeitlosen Themen interessiert, wird hier fündig!

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Pflegethematik, die zum Nachdenken anregt

Halbe Leben
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Die Autorin Susanne Gregor war mir bisher unbekannt, aber die aktuelle Thematik ihres Buches hat mich sofort angesprochen. Das Thema Pflege ist derzeit sehr präsent in unserer Gesellschaft, und auch in ...

Die Autorin Susanne Gregor war mir bisher unbekannt, aber die aktuelle Thematik ihres Buches hat mich sofort angesprochen. Das Thema Pflege ist derzeit sehr präsent in unserer Gesellschaft, und auch in meinem Umfeld höre ich viele Geschichten darüber. Pflegekräfte zu finden wird immer schwieriger. Das vorliegende Buch leistet etwas für mich sehr Wichtiges: Es erzählt nicht nur die Geschichte der zu Pflegenden und ihrer Familien, sondern auch die Hintergrundgeschichte der Pflegekraft. Auch Pflegerinnen und Pfleger haben zu Hause Familien, die sie für ihre Arbeit zurücklassen und durch das Pflegesystem nur sehr selten sehen. Der Schreibstil ist sehr klar. Dass keine direkten Reden vorkommen, ist mir nur am Anfang aufgefallen; danach konnte ich gut in das Buch eintauchen. Die Thematik regt zum Nachdenken an, ist natürlich insgesamt schwere Kost, aber aus meiner Sicht auf jeden Fall lesenswert, insbesondere weil es so nah an der Realität geschrieben ist.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Martin Mittelmeiers Roman über Thomas Mann im Exil

Heimweh im Paradies
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Thomas Mann ist eine vielschichtige und interessante historische Persönlichkeit. Nicht umsonst steht er in Mittelpunkt mehrerer Romane. Zuletzt legte Tilo Eckhardt im Buch Gefährliche Betrachtungen sein ...

Thomas Mann ist eine vielschichtige und interessante historische Persönlichkeit. Nicht umsonst steht er in Mittelpunkt mehrerer Romane. Zuletzt legte Tilo Eckhardt im Buch Gefährliche Betrachtungen sein Hauptaugenmerk auf Manns "Deutsche Ansprache", jetzt bei Martin Mittelmeiers Roman blicken wir auf Thomas Manns Zeit im Exil. Dieses Thema Exil wurde - meiner Wahrnehmung nach - bisher wenig Beachtung geschenkt, daher war mir das Buch sehr willkommen. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen, es beleuchtet viele Dinge und Fragen, die einen - zusammen mit Thomas Mann - zum Nachdenken anregen: Exil, temporäre Heimat, Krieg. Alles Themen, die leider derzeit auch sehr aktuell sind. Martin Mittelmeier schreibt das Ganze mit einem klaren, leicht zu lesenden Stil, der es einfach macht, sich auf die Geschichte und die Thematik einzulassen. Schönes Buch, empfehlenswert.

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