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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.10.2025

Gutes Buch mit verzaubernden Setting

Prinzessin der tausend Diebe – Betrayed
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Dieses Buch hat mich sofort gepackt und bis zum Ende nicht mehr losgelassen. Die Geschichte ist spannend, emotional und voller überraschender Wendungen, ohne künstlich dramatisch zu wirken. Alles greift ...

Dieses Buch hat mich sofort gepackt und bis zum Ende nicht mehr losgelassen. Die Geschichte ist spannend, emotional und voller überraschender Wendungen, ohne künstlich dramatisch zu wirken. Alles greift stimmig ineinander und entfaltet sich mit jeder Seite mehr.
Sora ist eine starke, eigensinnige Protagonistin, die nicht perfekt ist, aber genau dadurch authentisch wirkt. Sie wächst im Laufe der Geschichte, bleibt sich aber treu – und das macht sie besonders greifbar. Ran, der mysteriöse Tigergott, bildet einen spannenden Gegenpol, auch wenn man über ihn gern noch mehr erfahren hätte.
Das koreanische Setting – insbesondere Jeju und Busan – ist atmosphärisch beschrieben und hebt sich wohltuend von anderen Urban-Fantasy-Romanen ab. Die Einflüsse koreanischer Mythologie machen die Geschichte besonders und erinnern stellenweise an ein K-Drama.
Ein Highlight waren für mich die Höllenprüfungen, die nicht nur spannend, sondern auch thematisch tief sind: Es geht um Mut, Vertrauen und Menschlichkeit – nicht nur um Magie. Manche Szenen sind dabei intensiv und nichts für Zartbesaitete (Triggerwarnung beachten!), aber nie reißerisch.
Kleinere Schwächen gab es bei den Antagonisten, die teils etwas flach wirkten – mit Ausnahme von Jia, die eine spannende Hintergrundgeschichte bekommt.
Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und mitreißend. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und freue mich jetzt schon auf Band 2!

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  • Fantasy
Veröffentlicht am 06.09.2025

Fasselende Geschichte

The Knight and the Moth
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"The Knight and the Moth" hat mich auf vielen Ebenen überrascht – es ist kein typischer Vertreter des Fantasy-Genres, sondern ein außergewöhnliches Werk mit ganz eigener Stimme, das sich nicht in bekannte ...

"The Knight and the Moth" hat mich auf vielen Ebenen überrascht – es ist kein typischer Vertreter des Fantasy-Genres, sondern ein außergewöhnliches Werk mit ganz eigener Stimme, das sich nicht in bekannte Muster fügt. Bereits die ersten Seiten haben mich in eine düstere, geheimnisvolle Welt gezogen, auch wenn der Einstieg aufgrund der ungewöhnlichen Begriffe und des Systems der Weissagerinnen – die nur durch Zahlen bezeichnet werden – zunächst etwas verwirrend war. Doch genau dieses Ungewöhnliche hat mich neugierig gemacht, und je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat sich ein faszinierendes, dichtes Bild dieser Welt zusammengesetzt.
Die Welt von Traum ist durchzogen von Omen, uralten Gottheiten, düsteren Mythen und Anderswesen. Besonders gelungen ist das kreative Worldbuilding – mit vielen spannenden Details, wie der Kathedrale von Aisling, den Visionen aus der Quelle, der strengen Äbtissin und der alten Ordnung der Weissagerinnen. Gleichzeitig fühlte sich die Welt manchmal etwas zu klein an – als wäre das Potenzial für mehr da gewesen, das nicht ganz ausgeschöpft wurde. Einige Handlungsentwicklungen waren zudem recht vorhersehbar, was ein wenig Spannung nahm, während andere Wendungen – insbesondere das Ende – mich völlig überrascht und emotional sehr bewegt haben.
Sybil (Sechs), die Protagonistin, hat eine intensive Entwicklung durchgemacht: von der gehorsamen Seherin, die blind dem System folgt, hin zu einer selbstbewussten Frau, die beginnt, zu hinterfragen, sich zu wehren und ihren eigenen Weg zu gehen. Ihre Geschichte ist geprägt von innerem Wandel, schmerzhaften Erkenntnissen und dem Mut, für sich selbst einzustehen.
An ihrer Seite steht Rory, ein Ritter, der sich wohltuend von den typischen "Alpha-Männern" anderer Fantasygeschichten unterscheidet. Sensibel, loyal, tiefgründig – ein eher leiser, aber kraftvoller Charakter. Die Beziehung zwischen Sybil und Rory ist zart, ehrlich und geprägt von gegenseitigem Verständnis – ein subtiler Slow-Burn, der unter der Oberfläche brodelt und nicht auf kitschige Romantik setzt, sondern auf emotionale Tiefe. Es war keine klassische Liebesgeschichte, sondern vielmehr eine Verbindung auf Augenhöhe, die mich besonders durch ihre Authentizität überzeugt hat.
Und dann ist da Bartholomew – der Gargoyle. Er war für mich das absolute Highlight des Buches. Mit seinem Humor, seiner tiefen Loyalität und einer überraschend berührenden Hintergrundgeschichte hat er sich sofort in mein Herz geschlichen. In den stillen, traurigen Momenten wie auch in den humorvollen Szenen war er der Charakter, der dem Buch eine ganz besondere Seele verliehen hat. Jeder seiner Auftritte hat mich entweder zum Schmunzeln gebracht oder tief bewegt.
Der Schreibstil von Rachel Gillig ist fabelhaft – poetisch, atmosphärisch und trotzdem gut lesbar. Ihre Sprache erschafft Bilder, ohne dabei schwerfällig zu wirken. Gerade durch die Ich-Perspektive von Sybil konnte man tief in ihre Gedanken- und Gefühlswelt eintauchen. Die Mischung aus düsterer Stimmung, feinem Humor, Schmerz, Hoffnung und leiser Romantik hat mich besonders angesprochen. Selbst in ruhigeren Passagen konnte mich die Sprache tragen, auch wenn im Mittelteil gelegentlich etwas die Spannung nachließ.
Fazit:
The Knight and the Moth ist ein außergewöhnliches Fantasy-Erlebnis mit einem originellen Worldbuilding, das sich angenehm vom Einheitsbrei vieler Romantasy-Titel abhebt. Die düstere Atmosphäre, die tiefgründigen Charaktere – allen voran Sybil, Rory und der unvergessliche Bartholomew – sowie der fesselnde Schreibstil machen das Buch zu einem echten Leseerlebnis. Auch wenn die Welt stellenweise etwas zu klein wirkte und nicht jede Wendung überraschen konnte, hat mich das emotionale Ende vollkommen abgeholt. Wer auf der Suche nach einer intensiven, atmosphärischen Geschichte mit frischer Magie, glaubwürdiger Charakterentwicklung und einem Hauch dunkler Poesie ist, wird hier definitiv fündig.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
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  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 07.07.2025

Packender 2. Teil

Yrsa. Die Liebe der Wikingerin
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Kaum hatte ich den ersten Satz gelesen, da war es wieder da – dieses Gefühl, auf einem Schiff zu stehen, das von salziger Gischt und rauem Wind umweht wird. „Yrsa – Die Liebe der Wikingerin“ hat mich sofort ...

Kaum hatte ich den ersten Satz gelesen, da war es wieder da – dieses Gefühl, auf einem Schiff zu stehen, das von salziger Gischt und rauem Wind umweht wird. „Yrsa – Die Liebe der Wikingerin“ hat mich sofort zurück in eine Welt gezogen, in der Stärke, Stolz und Schmerz oft dicht beieinander liegen. Es ist der zweite Band um die junge Wikingerin Yrsa, und obwohl man ihn auch unabhängig lesen kann, würde ich jedem empfehlen, vorher den ersten Teil „Journey of Fate“ zur Hand zu nehmen. Nicht, weil man sonst nichts versteht – sondern weil man dann versteht, warum einen diese Geschichte so tief berührt.

Yrsa hat es geschafft: Sie darf mit den Männern segeln, darf kämpfen, darf hoffen. Und sie muss schnell lernen, dass zwischen Hoffnung und Enttäuschung oft nur ein Wimpernschlag liegt. Die Reise führt sie mit Gunnar und seinem Gefolge nach Friesland, um eine Handelsstadt zu überfallen – doch der eigentliche Kampf tobt nicht auf dem Schlachtfeld, sondern darunter. Neid, Misstrauen und das starre Rollenbild der Männer setzen Yrsa mehr zu als jeder Gegner mit Axt oder Schild. Sie wird zur Zielscheibe, zum Sündenbock, und plötzlich steht nicht nur ihr Traum auf dem Spiel, sondern ihr Leben.

Die Geschichte ist atmosphärisch dicht, kraftvoll geschrieben und voller kleiner, durchdachter Details, die die Wikingerzeit greifbar machen. Ich konnte das Holz der Schiffe beinahe riechen, den ständigen Druck spüren, der auf Yrsa lastet – und doch gab es Momente, in denen mich das Buch aus dieser Intensität herausriss. Besonders die vielen Rückbezüge zum ersten Teil waren mir manchmal zu viel des Guten. Sie bremsten den Erzählfluss und wiederholten Gedanken, die ich längst verstanden hatte. An einigen Stellen wirkte das Ganze dadurch etwas aufgebläht – hier hätte dem Roman eine Straffung gutgetan.

Ein weiterer Punkt, der mich nicht ganz überzeugen konnte, war der Umgang mit den Kämpfen. Statt mitten hinein in das Chaos von Stahl und Blut geworfen zu werden, musste ich mich oft mit Rückblicken oder Zeitsprüngen zufriedengeben. Für ein Buch, das eine Kriegerin in den Mittelpunkt stellt, war mir das eindeutig zu zahm. Stattdessen lag der Fokus stark auf der Gefühlswelt von Yrsa und Avidh. Ja, auch Wikinger haben Gefühle – aber wenn sie sich über viele Seiten immer wieder im Kreis drehen, verliert selbst das stärkste Herz an Wirkung.

Trotzdem: Die Geschichte hat Tiefe. Sie stellt große Fragen – nach Identität, nach dem Wert eines Lebens, nach Liebe und Loyalität. Und sie tut das ohne Pathos, sondern ganz natürlich eingebettet in die raue Welt, in der sie spielt. Besonders beeindruckt hat mich, wie subtil, aber wirkungsvoll das Thema der weiblichen Verletzlichkeit in einer von Männern dominierten Umgebung erzählt wird. Es wird nicht erklärt, nicht problematisiert – es ist einfach da. Und genau dadurch wirkt es so stark.

Ein kleiner Hauch von Mystik weht ebenfalls durch die Seiten – ein angedeutetes Erbe von Yrsas Mutter, eine mögliche Sehergabe. Leider bleibt dieser Strang blass und wird nicht weitergeführt, was ich sehr bedauert habe. Da schlummerte Potenzial, das ungenutzt blieb.

Die Sprache ist modern, klar und leicht lesbar – wer auf altertümliche Sätze und sperrige Begriffe hofft, wird hier nicht fündig. Dafür fliegen die Seiten nur so dahin. Und selbst wenn ich an der ein oder anderen Stelle mit dem Kopf schüttelte – sei es wegen der ausbleibenden Kämpfe, dem etwas zu reichlich bemessenen Spice oder der zu lang gezogenen Auflösung eines zentralen Geheimnisses – so war ich doch bis zur letzten Seite gefesselt.

Ein ganz besonderes Lob verdient das Nachwort. Selten habe ich so gerne die letzten Seiten eines Buches gelesen, nachdem die Geschichte offiziell beendet war. Bröhm gelingt es, ihre historische Einordnung mit so viel Leidenschaft und Klarheit zu schildern, dass man am liebsten gleich noch tiefer eintauchen möchte.

„Yrsa – Die Liebe der Wikingerin“ ist kein wuchtiger Actionroman, sondern ein vielschichtiges Porträt einer Frau zwischen Mut und Zweifel, Stärke und Sehnsucht. Es ist nicht perfekt – aber es ist lebendig, bewegend und so bildgewaltig, dass ich mich mehr als einmal festhalten musste, um nicht über Bord zu gehen.

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Eine fesselnde Mischung aus Liebe, Videospielen und emotionaler Tiefe – „Novel Haven“ hat mich völlig verzaubert

Novel Haven - Levels of Love
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In „Novel Haven“ von Anabelle Stehl geht es um Lara und Luca, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Lara arbeitet als Programmiererin bei PixelPulse und entwickelt dort ihr Herzensprojekt, ein Cozy ...

In „Novel Haven“ von Anabelle Stehl geht es um Lara und Luca, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Lara arbeitet als Programmiererin bei PixelPulse und entwickelt dort ihr Herzensprojekt, ein Cozy Game namens Novel Haven. Luca hingegen ist bei Bytes & Bits und arbeitet an seinem Horror-Game. Beide nehmen am GameChanger-Wettbewerb teil, um das dringend benötigte Preisgeld zu gewinnen – doch als sie sich dort begegnen, wird alles plötzlich anders.

Die Chemie zwischen Lara und Luca hat mich sofort gefesselt. Ihre Beziehung entwickelt sich auf eine so emotionale und herzliche Weise, dass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte. Luca ist ein wahrer „Green Flag“ – fürsorglich, unterstützend und mit einer tieferen Sensibilität, die mich immer wieder berührt hat. Besonders wie er Lara bei ihren persönlichen Problemen zur Seite steht, hat mich emotional richtig gepackt. Es war spannend zu sehen, wie sich ihre Beziehung entwickelt, ohne dass die Konflikte zwischen ihnen zu klischeehaft oder kindisch wurden – vor allem, weil sie ja eigentlich Konkurrenten sind.

Was mich besonders beeindruckt hat, war die Art und Weise, wie Anabelle Stehl schwierige Themen wie Trauma behandelt. Sie bringt diese Themen auf eine kraftvolle und einfühlsame Weise in die Geschichte ein, was sie umso realistischer und tiefgründiger macht. Es gab zwar einige Momente, in denen die Handlung etwas langsamer voranschritt, aber das hat mich nicht gestört. Ganz im Gegenteil: Es hat die Geschichte nur noch intensiver gemacht. Und das Ende? Völlig unerwartet, aber im allerbesten Sinne – ich war wirklich überrascht, was da noch alles passiert ist.

Was die Videogame-Thematik angeht, hatte ich vorher eigentlich nicht viel damit zu tun, aber das Buch hat mich richtig neugierig gemacht. Ich habe jetzt echt Lust, selbst ein paar Games auszuprobieren, vor allem nachdem ich so viel über die Entwicklung und den Wettbewerb erfahren habe. Anabelle Stehl schafft es, das Thema so spannend und lebendig zu gestalten, dass ich völlig mitgefiebert habe.

Nicht zu vergessen die Charaktere und ihre Freundesclique. Sie haben die Geschichte nochmal bereichert und für eine schöne Balance zwischen Spannung und zwischenmenschlicher Wärme gesorgt. Besonders die Entwicklung von Lara und Luca fand ich unglaublich schön. Ihre Reise zusammen war einfach so herzerwärmend, dass ich manchmal wirklich mitgefühlt habe, als wären sie echte Menschen.

Zusammengefasst: „Novel Haven“ hat mich wirklich begeistert. Anabelle Stehl hat es geschafft, eine tiefgründige und emotionale Geschichte zu erzählen, die mich nicht nur in die Welt der Videospiele eingeführt hat, sondern mich auch mit ihren wunderbaren Charakteren und ihrem einzigartigen Schreibstil gefesselt hat. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Band und kann es kaum erwarten, mehr von ihr zu lesen.

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Veröffentlicht am 05.06.2025

Hinter den Kulissen der Liebe

Beauty and the Bachelor
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Bereits das Äußere des Buches überzeugt auf den ersten Blick – ein stimmiges Design, ein aufwendig gestalteter Farbschnitt und kleine gestalterische Details, die Lust auf mehr machen. Doch was wirklich ...

Bereits das Äußere des Buches überzeugt auf den ersten Blick – ein stimmiges Design, ein aufwendig gestalteter Farbschnitt und kleine gestalterische Details, die Lust auf mehr machen. Doch was wirklich zählt, liegt zwischen den Seiten: eine Geschichte, die mehr ist als romantische Unterhaltung.
Kelly Oram erzählt in „Beauty and the Bachelor“ eine Liebesgeschichte, die in der glamourösen, oft inszenierten Welt einer Reality-Dating-Show spielt – und gerade deshalb besonders authentisch wirkt. Im Zentrum steht Vivian, eine junge Kostümbildnerin, die plötzlich selbst Teil der Show wird. Sie überzeugt nicht nur durch Kreativität und Stärke, sondern vor allem durch ihre Haltung und Integrität. Statt sich anzupassen, bleibt sie sich treu – und genau das macht sie so glaubwürdig.
Sebastian, der Bachelor der Sendung, wirkt zunächst kühl und kontrolliert. Doch im Laufe der Geschichte offenbart sich eine andere Seite: verletzlich, sensibel, innerlich zerrissen zwischen familiären Verpflichtungen und dem Wunsch, eigene Entscheidungen zu treffen. Diese Entwicklung ist nachvollziehbar erzählt – nicht übertrieben, sondern leise und schrittweise.
Die Beziehung zwischen Vivian und Sebastian lebt von Zwischentönen: leichten Provokationen, ehrlichen Gesprächen, unausgesprochenen Gefühlen. Es geht nicht um die große Inszenierung, sondern um Vertrauen, Rückschläge und das langsame Annähern zweier Menschen, die sich zunächst fremd und dann überraschend nah sind. Gerade die Balance zwischen Show und Ernsthaftigkeit gelingt der Autorin gut – unterstützt durch den flüssigen, emotional nahbaren Schreibstil.
Besonders gelungen ist die Atmosphäre hinter den Kulissen: Der Blick auf die Produktion, auf Drehpläne, Styling und Inszenierung verleiht der Geschichte Tiefe und Glaubwürdigkeit. Themen wie Mobbing, familiärer Druck oder sexuelle Belästigung werden sensibel, aber deutlich angesprochen – ohne belehrend zu wirken. Auch Vivians queere Regenbogenfamilie wird mit Wärme und Selbstverständlichkeit dargestellt.
Die Nebenfiguren tragen ebenfalls zum positiven Gesamteindruck bei. Sie wirken nicht wie Statisten, sondern wie echte Menschen mit eigenen Geschichten. Lediglich manche Entwicklungen – etwa familiäre Bindungen – hätten etwas mehr Zeit zur Entfaltung gebraucht.
Insgesamt aber überzeugt „Beauty and the Bachelor“ durch eine feinfühlige, moderne Liebesgeschichte, die zeigt, dass echte Nähe oft dort entsteht, wo die Masken fallen. Emotional, unterhaltsam und mit einem gelungenen Gleichgewicht aus Leichtigkeit und Tiefe.

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