Profilbild von Naddulein

Naddulein

Lesejury Profi
offline

Naddulein ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Naddulein über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.08.2025

Pure Wohlfühlatmosphäre

Lavendelblütenzauber (Im Herzen der Provence)
0

Kurz zum Inhalt (Achtung Spoiler!): Die Hamburgerin Charlotte erbt vollkommen unerwartet ein riesiges Anwesen mitten in der Provence inklusive Hotel, Lavendelfarm und 250 Tausend Euro von ihrem Vater, ...

Kurz zum Inhalt (Achtung Spoiler!): Die Hamburgerin Charlotte erbt vollkommen unerwartet ein riesiges Anwesen mitten in der Provence inklusive Hotel, Lavendelfarm und 250 Tausend Euro von ihrem Vater, den sie nie kennen gelernt hat. Sie entscheidet sich das Erbe anzunehmen und einen Neustart in Frankreich zu starten, unter anderem weil ihre Beziehung sowieso gerade in die Brüche gegangen ist. Vor Ort begegnet sie einer wundervollen Seele nach der nächsten, die sie alle bei ihren Plänen unterstützen, das gerade bekommene Hotel neu zu eröffnen. Natürlich ist auch ein wundervoller Mann namens Arnaud dabei, bei dem sich langsam aber sicher die gewonnene Freundschaft in Liebe verwandelt.

Fazit: Ich kann gar nicht stark genug betonen wie sehr ich diesen Schreibstil liebe! Er lässt einen wirklich nur so durch die Seiten fließen für ein wunderbares Leseerlebnis. Der Satzbau ist locker, leicht, spaßig, einfach angenehm geschrieben. Er lädt direkt ein ins Buch abzutauchen und man ist sofort wieder in der Geschichte, sollte man das Buch doch mal zur Seite legen. Die Umgebungsbeschreibungen sind so wundervoll detailliert, dass ich das Gefühl habe, als wäre ich selber in der Provence. Die Buchatmosphäre ist von vorne bis hinten einfach nur zum Wohlfühlen.

Es hätte durchaus die eine oder andere Spannung geben können, aber das Buch hat mir auch so gefallen. Es war einfach toll zu lesen und eine schöne Geschichte für alle Liebhaber der Romantik in einem zauberhaften Setting.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.08.2025

Zwei packende Geschichten in einem

Rungholt
0

Kurz zum Inhalt (Achtung Spoiler!): Janna lebt als einfache Wirtstochter im Jahre 1907 in der Nähe von St. Peter-Ording. Dort wird ein riesiger Eisbrocken angeschwemmt in dem etwas eingeschlossen zu sein ...

Kurz zum Inhalt (Achtung Spoiler!): Janna lebt als einfache Wirtstochter im Jahre 1907 in der Nähe von St. Peter-Ording. Dort wird ein riesiger Eisbrocken angeschwemmt in dem etwas eingeschlossen zu sein scheint. Dieses Ereignis zieht viele Schaulustige an, unter anderem die Schaustellerin Sigal. Diese besitzt ein Tagebuch einer gewissen Leonore, die in dem heutzutage versunkenen Rungholt lebte, aus den Jahren um 1360. Janna und Sigal lesen gemeinsam die Tagebucheinträge Kapitel für Kapitel:

Leonore hatte damals sowohl ihre Eltern, als auch ihren Verlobten verloren und lebt bei ihrem Vetter Thorstein. Dieser hat unangebrachte Gefühle ihr gegenüber, kommt aber mit einer geheimnisvollen Ehefrau namens Lara von einer Seereise zurück. Diese entpuppt sich als geheimnisvolles Meereswesen und die beiden Frauen freunden sich an. Thorstein wird immer kontrollsüchtiger, besitzergreifender und grausamer. Leonore beschließt gemeinsam mit Lara abzuhauen, doch Thorstein stellt ihr eine hinterlistige Falle.

Janna geht zwischen den Lesestunden mit Sigal ihren eigenen Rätseln nach und versucht das Geheimnis, um das Verschwinden ihres Bruders auf hoher See zu lüften, das der Bürgermeister zu vertuschen versucht.

Fazit: Das Buch hat mir wirklich richtig gut gefallen! Der Schreibstil, die Geschichten vermischt mit dem Sagen- und Mythenzauber, der einen miträtseln und -fiebern ließ. Ich würde das Buch zwar nicht direkt als Fantasybuch einstufen, sondern eher als einen historischen Roman auf Basis einer alten mythischen Sage, aber es ist absolut lesenswert und hat mich in seinen Bann gezogen! Es war eine tolle Erfahrung voller Gefühle.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.08.2025

Beklemmend reale Atmosphäre

Skarabäus
0

Inhalt (Achtung Spoiler!): Friedrich ist kein normaler kleiner Junge. Ihm scheinen Zahlen und Fakten zu beruhigen und er ist überdurchschnittlich schlau.
Seine Eltern sind getrennt und führen einen wahnsinnigen ...

Inhalt (Achtung Spoiler!): Friedrich ist kein normaler kleiner Junge. Ihm scheinen Zahlen und Fakten zu beruhigen und er ist überdurchschnittlich schlau.
Seine Eltern sind getrennt und führen einen wahnsinnigen Kampf um die Kinder. Letzten Endes bleibt die Schwester bei der Mutter und Friedrich wächst strengstens überwacht bei seinem Vater auf.
Dieser stellt Familienansehen und das Lobpreisen der Kriegsheldentaten der Vorfahren über alles. Er ist unnahbar, gewalttätig, kontrollsüchtig und emotionslos, passend zu seinem Job als Spion des BND. Die Stiefmutter ist verrückt und missbraucht ihn regelmäßig. Der Kontakt zur Mutter wird untersagt.
Friedrich will aus dieser Hölle ausbrechen, physisch und psychisch. Er flüchtet sich zum Teil in seine Gedankenwelt, die immer mal wieder mit der Realität verschwimmt und spaltet zum Schutz sogar einen Teil seiner Persönlichkeit ab. Er hat niemanden, dem er sich anvertrauen kann. Egal an welchen Ort, es Friedrich verschlägt, sei es Indien, Kairo oder der Schwarzwald, die Probleme bleiben dieselben. Der goldene Käfig und die Überwachung, sowie seine Psyche folgen ihm.
Das Highlight und, meiner Meinung nach, der grausamste Teil der Geschichte, spielt sich in dem „Dorf des Menschenfressers“ ab. Friedrich reiste in den Sudan mit der Hoffnung endlich der Überwachung zu entkommen, musste weiter nach Birao (Zentralafrikanische Republik) und steckte dort für circa 1,5 Monate fest. Erst verweigerten französische Soldaten ihm aufgrund seiner Herkunft mitzufliegen, dann ließ ihn ein Laster stehen. Er wurde zum Sterben zurückgelassen. Er verwahrlost, verliert extrem an Gewicht bis er nur noch Haut und Knochen ist, wird von Parasiten heimgesucht. Er überlebt wie durch ein Wunder dank seines enormen Lebenswillen und der Einheimischen.
Er gelangt zurück nach Deutschland, ist wiedervereint mit seiner Mutter und Schwester und erfährt, dass sein Vater angeblich erst die Stiefmutter und dann sich selbst erschossen haben soll.

Fazit: Dieses Buch verlangt einem viel ab. Es ist deprimierend, beklemmend, skurril und tragisch, aber absolut lesens- und empfehlenswert. Es ist ein auf und ab der Gefühle. Ich habe allerdings etwas mehr Action- und Spionage-Thriller-Elemente erwartet.
Der Autor hat eine Begabung mit seinem Schreibstil, die Charakterzüge und den Zustand des Protagonisten wiederzugeben, wodurch man ganz nah dran ist. Die Erzählart ist dementsprechend ungewöhnlich, sprunghaft, schnell und nicht immer zu 100% nachzuvollziehen. Die eine oder andere Passage lohnt sich deswegen doppelt zu lesen. Hubertus von Prittwitz hat in diesem Buch viele Elemente aus seiner eigenen Vergangenheit verarbeitet, sowie wahnsinnig gut recherchiert, was die Geschichte umso realer, grausamer und tragischer erscheinen lässt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.08.2025

Bedrückende Nachwendezeit

Verlassene Nester
0

Kurz zum Inhalt: Die 13-jährige Pilly lebt mit ihrem alkoholkranken Vater im Elbe-Grenzgebiet zwei Jahre nach der Wiedervereinigung. Die Mutter ist vor Jahren in den Westen abgehauen. Pilly sucht Anschluss ...

Kurz zum Inhalt: Die 13-jährige Pilly lebt mit ihrem alkoholkranken Vater im Elbe-Grenzgebiet zwei Jahre nach der Wiedervereinigung. Die Mutter ist vor Jahren in den Westen abgehauen. Pilly sucht Anschluss bei zwei älteren Mädchen und verbringt zusammen mit Ihnen den Sommer, wobei auch so die ein oder andere eher unschuldige sexuelle Erregung stattfindet. Plötzlich steht Pillys Mutter unerwartet vor der Tür und möchte sie in den Westen mitnehmen. Durch ein paar Nebengeschichten wird nochmal die Nazispitzelzeit, die Vietnamesenbelagerung und den Umbruch vor Ort aufgegriffen.

Fazit: Ich hatte etwas anderes von dem Buch erwartet und bin ein wenig enttäuscht, dabei hatte ich mich wirklich auf das Buch gefreut. Ich hatte durch den Klappentext die Hoffnung, dass uns diese sehr spezielle geschichtliche Etappe durch Pillys kindlich frohe Augen gezeigt wird. Aber es war weder kindlich, noch froh oder sonderlich emotional auf irgendeine Weise. Ich hätte mir mehr Gefühlsregungen gewünscht, aber ich war weit weg davon und ich bin sehr nah am Wasser gebaut.

Es war mir auf der einen Seite viel zu wenig Handlung und ich langweilte mich beim Lesen, auf der anderen Seite zu viel "Grausamkeit", und damit meine ich nicht die Nachkriegszeit.

Die zweite Hälfte des Buches war wesentlich besser als die erste, weil endlich mal etwas Fahrt aufkam.

Der Schreibstil an sich mit der Wortwahl, den Metaphern und den ständig wiederkehrenden Vogelassoziationen ist dafür umso beeindruckender. Man merkt wie sehr sich die Autorin hierbei Gedanken gemacht hat und mit welcher Sorgfalt geschrieben wurde. Die Sprünge zwischen Personen und Zeiten fand ich schwierig nachzuvollziehen und war anstrengend.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.08.2025

Charaktere und eine Umgebung zum Wohlfühlen für Pferdegirls

Weißt du wie wertvoll Liebe ist?
0

Kurz zum Inhalt (Achtung Spoiler!): Stefan Brandner ist Pferdezüchter mit Leidenschaft auf dem Lindenhof und ist eigentlich sehr glücklich mit seinen 48 Jahren. Als er dann aber sieht wie glücklich verliebt ...

Kurz zum Inhalt (Achtung Spoiler!): Stefan Brandner ist Pferdezüchter mit Leidenschaft auf dem Lindenhof und ist eigentlich sehr glücklich mit seinen 48 Jahren. Als er dann aber sieht wie glücklich verliebt seine Chefin Toni mit ihrem Freund Jan ist und sich die beiden auch noch verloben, fängt er an sein Single-Leben in Frage zu stellen. Genau zum richtigen Zeitpunkt erscheint Julia mit ihrem körperlich eingeschänkten 5 Jährigen Sohn für Therapistunden auf dem Hof. Sie macht gerade eine schwere Scheidung durch als sie und Stefan sich näher kommen. Um die Liebesgeschichte der beiden gibt es noch ein paar kleine Dramen: Kranke Pferde, Verflossene tauchen auf und auf dem Hof herrscht Personalmangel.

Fazit: Es handelt sich um eine leichte, seichte Liebesgeschichte ohne große Dramen, Tiefe oder Spannung, dafür aber mit herzallerliebsten Charakteren zum Wohlfühlen, die sich langsam aber sicher ins Herz schleichen. Das Buch hält auf jeden Fall was es verspricht und man kann gut dabei abschalten und zur Ruhe kommen. Man kann das Buch durchaus lesen ohne die vorherigen zu kennen, da alles bis auf ein paar Kleinigkeiten schlüssig sind. Die Geschichte wird aus vier (Stefan, Julia, Toni & Jan) verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Umgebungsbeschreibungen sind gut und man kann sich gerade den Hof sehr gut vorstellen.

Leider habe ich am Anfang etwas schwer getan in das Buch reinzufinden und habe mich erwischt wie ich zwischendrin, weil nichts passierte, Stellen übersprungen habe.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere