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Nadines_Buecher

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.12.2020

Von Vätern und Töchtern

Blutroter Schatten
1

Die Tochter eines in Sicherungsverwahrung befindlichen Serienmörders soll die einzige sein, die dazu beitragen kann den Schlitzer von München zu fassen. Ebenfalls ein Serientäter, der bei seinen Opfern ...

Die Tochter eines in Sicherungsverwahrung befindlichen Serienmörders soll die einzige sein, die dazu beitragen kann den Schlitzer von München zu fassen. Ebenfalls ein Serientäter, der bei seinen Opfern eine Empfehlung des Vaters Thomas Rohde hinterlässt. Die junge Frau bringt dies an die Grenzen, denn nicht nur Vergangenheitsbewältigung sondern auch persönliche Verwicklungen der ermittelnden Kommissare zum Fall Rohde oder Kämpfe mit der mehr als aufdringlichen Presse flankieren die Ermittlungen von Nadine Herfurth. Dass Rohde nur seiner Tochter Sam den Namen des Schlitzers verraten will, dies jedoch von Treffen zu Treffen mit ihr hinauszögert, scheint einem perfiden Plan zugrunde zu liegen. Blutig wird es, bis zur Katharsis, und einem Twist, der das Böse in der Welt lässt. Mal ein solider deutscher Thriller, der mit dem Zweifel an so manchem Protagonisten spielt. Der Fall nach einem Traum Sams benannt, die Kommissarin nachvollziehbar, die Charaktere gut durchleuchtet. Denn neben Sam, der Polizei und Rohde wird auch dem Schlitzer ein Erzählstrang gewidmet, um zu erzählten wie er wurde was er ist.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 23.10.2020

Facettenreiche Protagonistin

Capitana
0

Die Capitana ist Drogen-Queen in L.A., aber auch Mutter, Tochter, Schwester, Geliebte und Chefin. Wie auch im ersten Band um Lola Vasquez polarisiert die Protagonistin mehrfach durch die Art und Weise, ...

Die Capitana ist Drogen-Queen in L.A., aber auch Mutter, Tochter, Schwester, Geliebte und Chefin. Wie auch im ersten Band um Lola Vasquez polarisiert die Protagonistin mehrfach durch die Art und Weise, wie sie ihre Rollen ausfüllt. Für ihre Adoptivtochter und ihre Soldaten ist sie die Löwenmutter, ihre Nachbarschaft unterstützt sie gerne, allerdings am liebsten anonym. Damit sind ihr ihre Wahlverwandtschaften oft näher als die eigene Familie, hier erscheint sie bisweilen gnadenlos wenn es um das größere Ganze geht. Als Geschäftspartnerin ist sie knallhart, auch wenn das "eine Hand wäscht die andere" sie auch in dieser Story wieder an Grenzen führt und Allianzen neu ausgelotet werden müssen. Natürlich taucht ein weiteres Drogenkartell auf, das Lola ihre Stellung in L.A. streitig machen will, natürlich geraten Lola, ihre Familie und ihre Soldaten in tödliche Gefahr, natürlich kommt der ein oder andere Hauptcharakter ums Leben. Doch ist es auch hier wieder interessant, wer die Fäden in der Hand hält, wo und warum sie gerade dort zusammenlaufen. Wieder ein spannender Thriller, diesmal auch mit weniger unrealistischem Ende als in "Lola". Wird es eine weitere Story geben, oder reichen etwa zwei Kartell-Kriege aus?

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.09.2020

Wie Holmes und Watson - allerdings gegenwärtiger

Mord in Highgate
0

Die Art der Lösung von Kriminalfällen ist nicht neu, schließlich ist sie am großen Erzähler Arthur Conan Doyle und seinen Protagonisten Sherlock Holmes und Dr. Watson orientiert. Die Zusammensetzung des ...

Die Art der Lösung von Kriminalfällen ist nicht neu, schließlich ist sie am großen Erzähler Arthur Conan Doyle und seinen Protagonisten Sherlock Holmes und Dr. Watson orientiert. Die Zusammensetzung des ermittelnden Duos ist ebenfalls nicht neu, denn auch die Kombination aus Polizist oder hier Ex-Polizist und nun privater Ermittler plus Schriftsteller hat es auch bereits gegeben. Auch ein moderner, gegenwärtiger Sherlock Holmes wurde bereits in einer erfolgreichen britischen Fernsehserie umgesetzt. Dennoch vereint der Autor Anthony Horowitz in seinen Sherlock aufgreifenden Kriminalfällen, in denen er selbst als Protagonist auftritt, all dies auf bisher ungekannte und durchaus originielle Weise. Wie sollte es auch anders sein, hat Detektiv Hawthorne die Nase gerne vorn und manchmal sogar auch oben. Der Autor, der so gerne einmal einen Fall selbständig lösen möchte, wird jedoch auf seinen Job verwiesen: zusehen, zuhören und aufschreiben. Hinzu kommt ein nervtötendes und bedrohliches Polizisten-Duo, von dem sich Hawthorne plötzlich bedroht sieht. Auch wenn von vornherein klar ist, wer den Fall gänzlich lösen wird, so ist die Story jede Seite und jedes in der Gegenwart geschilderte Erlebnis des Gespanns wert. Schön britisch, kauzig, spannend, mit höchst interessanten Charakteren - Höhlengänger, überspannte Autorinnen, genervte Literaturagentinnen, neureiche Bauunternehmer, überforderte Witwen, penible Rechtsanwälte und untreue Ehemänner - und herrlichen Gedankenspielen. Schon allein die Wahl der Kapitelüberschriften könnte treffender nicht sein. Ein herrlicher Krimi-Spaß zum mitraten. Das Cover des Buchs zwar, wie von Hawthorne gewünscht, blutrot, aber nicht wirklich blutig. Der Name des Autors zieht, so dass man sich vom Klappentext fesseln lässt und gerne zu diesem Abenteuer greift.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.09.2020

Gute Krimi-Unterhaltung für Zwischendurch

Bunburry - Nur das Schaf war Zeuge
1

Ein Reigen an sehr eigenen aber umso liebenswerteren britischen Charakteren aus dem Dörfchen Bunnbury, die den Kriminalroman ausmachen: Start-Up-Multimillionär Alfie und die beiden legendäres Karamell ...

Ein Reigen an sehr eigenen aber umso liebenswerteren britischen Charakteren aus dem Dörfchen Bunnbury, die den Kriminalroman ausmachen: Start-Up-Multimillionär Alfie und die beiden legendäres Karamell herstellenden älteren Damen Marge und Liz lösen im beschaulichen England Kriminalfälle, dies zusammen mit Polizistin Emma, gleichzeitig Marges Nichte. Hinzu kommen je nach Fall weitere Figuren aus dem Dorf oder dem Bekanntenkreis der Protagonistinnen und Protagonisten: Pubbesitzerin Edith, ihr Sohn William und die vegane Schwiegertochter, ein aufdringlicher und schlecht zitierender Journalist, ein moderner Oscar Wilde, ein Druide und eine ganze Reihe an Chefs, die eher schlecht wegkommen, da sie Arbeit gerne und grundsätzlich ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern überlassen. Hinzu kommt dieses Mal noch eine Detektivin, von Alfie beauftrag seinen Vater zu finden, der angeblich eine Affäre mit seiner Erbtante und Freundin von Marge und Liz hatte. Der Mord, den es aufzuklären gilt, ist in einer Survival-Training-Gruppe passiert, der Tote wurde von einem Schäfer in einem Steinbruch gefunden. Also liegt es nahe, dass Londoner Alfie sich der Gruppe anschließen soll. Wie ein Vorabend-Krimi im Fernsehen in idyllischer Gegend bietet der Kriminalroman kurzweilige Unterhaltung und besticht, wie bereits mehrfach erwähnt, durch die handelnden Personen. Mehr über diese erfährt man, wenn man die gesamte Buchreihe verfolgt. Denn neben der jeweiligen Aufklärung gibt es auch Erzählstränge, die sich über mehrere Bände erstrecken, so wie die Suche nach Alfies Vater. Die Buchcover sind hübsch gestaltet, englisch-idyllisch, mit jeweils einer anderen Blüte, die den Titel der Reihe begleitet.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.09.2020

Thriller-Paket unterwegs auf mehreren Ebenen

Abgetaucht
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Als Fan von David Baldaccis Thrillern, die meist hartgesottene Protagonisten haben, begeistert mich, dass er hier nun eine Protagonistin gewählt hat. Atlee Pines ist FBI-Agentin in beschaulicher Gegend ...

Als Fan von David Baldaccis Thrillern, die meist hartgesottene Protagonisten haben, begeistert mich, dass er hier nun eine Protagonistin gewählt hat. Atlee Pines ist FBI-Agentin in beschaulicher Gegend in Arizona, doch sie ist nicht weniger taff als ihre Macho-Kollegen aus anderen Serien des Autors. Gefällt mir. Die Story von "Abgetaucht" ebenfalls "mehrlagig", d.h. mehrere Kriminalfälle werden erzählt. Es beginnt bereits temporeich, denn die Agentin rettet ein kleines Mädchen vor einem Pädophilen, verliert dabei jedoch gefährlich die Fassung. Warum, das entspinnt sich allmählich anhand Atlees Familiengeschichte. Zentraler Punkt die Kleinstadt, in der die Pines lebten und die Nacht, in der Atlees Zwillingsschwester Mercy entführt und sie selbst fast totgeschlagen wurde. Kaum beurlaubt und in Andersonville angekommen, um die eigenen Dämonen endlich zu beruhigen, wird eine Tote mit antikem Brautschleier aufgefunden. Hat dieser Mord mit dem Auftauchen der Agentin zu tun? Will man Atlee etwas sagen, oder liegen die Dinge ganz anders, als diese glaubt? Unheimlich spannend zu verfolgen, bekommt von mir trotz Cliffhanger das Prädikat "Pageturner". Einzig das Einbringen der Mafia hätte nicht sein müssen, neben all den thematischen und psychologischen Abgründen die enthalten sind, wirkt dies fast zu platt. Die Übersetzung ist angenehm geschrieben, die kurzen Kapitel halten das Tempo der Anfangssequenz. Das Cover - eine Frau im roten Mantel rennt vom Betrachter weg, der Hintergrund in grau-weiß gehalten, der Titel in kontrastierendem Blau gesetzt - mit dem groß gesetzten Titel des Autors lassen die zum Buch greifenden erahnen, was sie erwartet: Unterhaltung mit Thrill, runde Charaktere, gute Stories.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere