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Veröffentlicht am 13.12.2025

Eine Mischung aus Hobbit-Gemütlichkeit und den dunklen Schatten nordischer Sagen und Mythen

Quendel (Quendel, Bd. 1)
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Da ich bekennende Liebhaberin der ausschweifenden Beschreibungen Tolkiens bin, ist es wenig verwunderlich das mich die ausführlichen Beschreibungen in diesem Buch eher abgeholt als abgeschreckt haben. ...

Da ich bekennende Liebhaberin der ausschweifenden Beschreibungen Tolkiens bin, ist es wenig verwunderlich das mich die ausführlichen Beschreibungen in diesem Buch eher abgeholt als abgeschreckt haben.

Die Autorin nimmt einen mit in ein Land das mich stark an das Auenland und seine Einwohner erinnert. Die Quendel lieben gutes Essen, guten Pfeifentabak, Freundschaften und ein geruhsames Leben. Dennoch haben sie viel Mut im ehrlichen Herzen, wenn es darauf ankommt.

Ich mag die Charaktere sehr und habe die meisten davon direkt in mein Herz geschlossen.

Der Erzählstrang wechselt zwischen zwei Orten und beschreibt so, aus unterschiedlichen Perspektiven die mystischen und dunklen Ereignisse einer Nacht.

Die Autorin verwebt die gemütliche Quendelwelt mit nordischen Sagen und Mythen die sie in ein dunkles Nebeltuch hüllt.



Das Ende kommt sehr abrupt und lässt viele Fragen und Erlebnisse offen. Das hätte sich, sicher etwas abgerundeter gestalten lassen.

Nun muss ich mir schnell Band 2 und 3 besorgen um nicht mit dem Ende und den Fragen stehen gelassen zu werden : - )

Veröffentlicht am 13.12.2025

„Passt gut auf“ damit ihr keins der warmen und magischen Worte dieser schönen Winter und Vorweihnachtsgeschichte verpasst.

Das Schneeflockenmädchen
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„Passt gut auf“ … mit diesen Magischen Worten beginnt Marie das Schneeflockenmädchen jede ihrer Geschichten und Märchen.


Wir befinden uns in der Vorweihnachtszeit des Jahres 1925 und begleiten Marie ...

„Passt gut auf“ … mit diesen Magischen Worten beginnt Marie das Schneeflockenmädchen jede ihrer Geschichten und Märchen.


Wir befinden uns in der Vorweihnachtszeit des Jahres 1925 und begleiten Marie mit ihrem Pferd Rosinante und ihrem Hund Jaro auf der Reise in ihrem Pferdewagen von Weihnachtsmarkt zu Weihnachtsmarkt.
Marie erzählt Geschichten und Märchen oder hilft einfach mal im Haushalt oder auf dem Hof mit, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Marie ist eine warmherzige, ehrliche, mitfühlende junge Frau, die eine große innere Stärke ausstrahlt. Mit ihren Geschichten verzaubert sie nicht nur die Herzen der Kinder, sondern auch den Zuckerwatten Verkäufer Carl.
Das Buch nimmt uns mit in die Ereignisse der nächsten Tage und Wochen bis hin zum 24.12.1925.

Das Buch ist wie warme Schokolade vor einem Kamin:
Es ist warm und gemütlich, ab und zu ein Knistern, der Geruch von Schokolade nimmt uns in den Arm, der Geschmack ist voll, süß, ehrlich, erdend, warm und ein bisschen bitter.

Wie jedes Märchen darf auch diese Wintergeschichte wichtige Werte vermitteln. Werte wie: Respekt nicht Mitleid, Akzeptanz, Ehrlichkeit, und ein Authentisches geben und nehmen.

Auch transportiert die Erzählung die Wichtige Botschaft: dass Gutes wollen und Gutes tun/ Gutes meinen und Gutes machen, zwei verschiedene Schuhe sind.
Den Respekt beinhaltet, dass wir unserem Gegenüber etwas zu trauen und den Raum für eigene Entscheidungen zugestehen - auch und gerade, wenn wir diesen Menschen lieben - und vor allem das wir unserem Gegenüber nicht alle Verantwortung abnehmen!

Wir begegnen Menschen, die sich helfen, die freundlich sind, die sich respektieren und unterstützen, die vielleicht ihre Macken haben und auch mal etwas weniger perfekt machen ... aber eben Menschen wie du und ich!
Natürlich gibt es auch Menschen, die nicht in diese Werte passen. Wie im Märchen, in denen es auch den oder die Böse gibt.
Eine wundervolle Vorweihnachtsgeschichte, die so viele Werte einfach transportiert. Märchen erzählt - die mich an Früher erinnern - und gefühlvoll das Miteinander auf Augenhöhe aufzeigt. Außerhalb von Klassen, Einkommen, Lebens- und Wohnkonzepten.
Die Autorin weiß wie sie mit Worten, Bilder mahlt und hat mir in einer angespannten Zeit wirklich schöne, warme Vorweihnachts- Momente geschenkt.
Eine Absolute Empfehlung. Für Jung bis Alt.

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Veröffentlicht am 29.11.2025

Eine Geschichte voller Umbrüche, Leid und Herausforderungen, aber auch von Akzeptanz, Liebe, Mut und Verantwortung.

Der Äthiopier
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Das Buchcover strahlt aus, was das Buch geben wird.
Die unterschiedlichsten Farben des Lebens, widergespiegelt in einem Gesicht/in einem Leben.
Fragende, ruhige, wissende Augen. Schauen Sie zurück oder ...

Das Buchcover strahlt aus, was das Buch geben wird.
Die unterschiedlichsten Farben des Lebens, widergespiegelt in einem Gesicht/in einem Leben.
Fragende, ruhige, wissende Augen. Schauen Sie zurück oder nach vorne?
Fragen Sie nach der Zukunft des Landes, in dem er geboren wurde, das so viel erlebt hat und noch immer erlebt?
Der Äthiopier von Dorrit Bartel ist ein Roman nach einer wahren Geschichte.

Der Leser begleitet Adane durch sein Leben.
In der Savanne geboren, kennt er sein genaues Alter nicht, denn so etwas ist nicht wichtig im Stamm der Borana.
Eine völlig fremde Welt ist die Welt des Savannenkindes für mich, und doch bin ich schnell an Adanes Seite, verstehe den Wunsch nach einem Hund und die Liebe zu seiner Mutter.
Ich streife mit Adane durch die Savanne und verstehe die tiefe Wunde, die es hinterlässt, als sein Vater mit dem Ausspruch „Den dürren Nichtsnutz könnt ihr haben“ (Kapitel: Savannenkind) das bekannte Leben von Adane völlig überraschend beendet und ihn in eine Welt schickt, die er nicht kennt.
So muss Adane mit ca. 5/6 Jahren schon die erste große Veränderung hinnehmen. Savanne, Geschwister und Mutter verlassen.

Adane bricht auf in eine Welt, in der warmer Regen von der Decke fällt, die ihm Bildung ermöglicht, ihn aber auch vor viele große und kleine Herausforderungen stellen wird.
Er erlebt ein Äthiopien, das durch politische Machtkämpfe und Unruhen ihn immer wieder in Gefahr bringt.
Aber er weiß auch, jede Chance, die ihm das Leben bietet, zu nutzen.
Zwischen Freundschaft, Liebe und Leid, Herausforderungen und ruhiger Akzeptanz, Verantwortung und einer Heimat, die ihm fremd ist, findet er Wurzeln, die tief reichen.

Was mich an diesem Roman so fasziniert, sind die vielen Schichten, die dieser Roman mitbringt.
Ich durchlebe die Zeitgeschichte der letzten Jahrzehnte noch einmal mit anderen Augen und an anderen Orten.
Erlebe Toleranz und das Gegenteil davon.
Erfahre andere Denkweisen und Kulturen und das Integrieren und Respektieren der Unterschiede: „Er ist ihr Einziger. Sie soll ihn für sich haben.“ (Kapitel: Familienangelegenheiten)

Ein Roman, der viel in mir bewegt. Nicht durch laute Worte, sondern durch eine geerdete, ruhige Schreibweise.
Ich finde den Schreibstil perfekt für die Geschichte, die erzählt wird.
Die Autorin lässt mir Raum für meine eigenen Gedanken und Emotionen. Gleichzeitig nimmt sie mich an die Hand, vermittelt Halt und Ruhe, um mir die Welt ganz offen aus anderen Augen anzuschauen.
Eine Erzählung, die mir ein Land nähergebracht hat, das ich bisher eher nur auf der Landkarte einordnen konnte.
Eine Geschichte, die nicht spurlos an mir vorbeigeht.
Ein Buch, das man lesen sollte! Es wird eine Spur hinterlassen.

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Veröffentlicht am 24.11.2025

Endlich wieder ein neues Buch von Dan Brown!

The Secret of Secrets
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Um mit einem Zitat von Guru Robin Sharma zu beginnen (Buch auf Seite 62): „Alles wird zweimal erschaffen, zuerst im Geist und dann in der Realität“
Dan Brown hilft dem Geist auf jeden Fall mit seinem Erzähl- ...

Um mit einem Zitat von Guru Robin Sharma zu beginnen (Buch auf Seite 62): „Alles wird zweimal erschaffen, zuerst im Geist und dann in der Realität“
Dan Brown hilft dem Geist auf jeden Fall mit seinem Erzähl- und Schreibstil, seiner unglaublichen Recherche und dem vielen Wissen eine Realität zu erschaffen die einen das Buch nicht lesen, sondern erleben lässt.


Dan Brown nimmt uns diesmal mit nach, durch und unter Prag.
Wie nicht anders zu erwarten, hatte ich am Ende des Buches das Gefühl mich in Prag mindestens so gut auszukennen, als wäre ich wirklich dort gewesen!

Zum einen auf der Suche nach der Noetischen Wissenschaftlerin Katharine Solomon, zum anderen auf der Flucht vor einem ziemlich schlecht gelaunten Leutnant der BIS kommt Robert Langdon mal wieder ganz schön herum.
Nie hätten Katherine und Robert gedacht das sie wegen eines noch nicht veröffentlichen Manuskripts der Neotischen Wissenschaftlerin so in Bedrängnis und Gefahr geraten… und warum das alles? Was steht in Katherines noch nicht veröffentlichen Buch, dass sogar ihr Lektor von Penguin Random Hous in Gefahr gerät?

In diesem Buch treffen wir direkt auf drei Personen, die schon in früheren Werken Dan Browns vorkamen:
Robert Langdon, der auch in diesem Buch wieder die Hauptrolle spielt.
Die Noetische Wissenschaftlerin Katharine Salomon die schon in „das verlorene Symbol“ mit Robert Langdon zusammen Rätsel gelöst hat.
Ebenso haben wir von Jonas Faukman, Lektor der Bücher von Robert Langdon, in dem Buch „das verlorene Symbol“ gehört.
Weitere vielschichtige Charaktere und ein Golem spielen wichtige Rollen in den Verflechtungen und Ereignissen denen Robert Langdon begegnet.

Schon im Prolog nimmt mich Dan Brown mit und hat meine ganze Aufmerksamkeit.

Wie so typisch für die Bücher von Dan Brown, ist man am Ende des Buches auf jeden Fall klüger und gebildeterer als vor dem Buch.
Ob man nun etwas mehr aus Physik oder Neurowissenschaft mitnimmt, kulturell gebildeter ist und sich beim nächsten Prag Aufenthalt den Stadtführer spart.
Oder ob man über Sätze nach denkt wie „ wie definierst du den Tod“ (Seite 722) oder „Online bin ich ein körperloses Bewusstsein…“ (Seite 776) und anfängt sich die größte Frage aller Fragen zu stellen.
Man kann dieses Buch nicht lesen, ohne etwas mitzunehmen…

Auch wenn Dan Brown einen mit immensem Wissen füttert - welches man nicht in Gänze verstehen muss - ist dieses Wissen so verflochten mit der Geschichte, den Ereignissen und Rätseln, das es nicht langweilig oder langwierig wird. Ich liebe es auch im Lesen gefordert zu werden. Ja, man muss bei der Sache sein, wenn man das Buch liest, ein schnelles drüber fliegen verzeiht das Buch/ die Geschichte nicht.
Hat sie aber auch nicht verdient.
Zur Belohnung taucht man viel tiefer ein, versteht mehr, zieht Schlüsse, kommt des Rätsels Lösung näher, stellt sich Fragen…

Ich bin immer wieder erstaunt; Wie viel Arbeit muss darin strecken so viel Wissen in einen Thriller zu verknüpfen, dem Leser dabei noch eine ganze Stadt näher zu bringen und den Spannungsfaden auf Spannung zu halten und weder den Faden noch die Aufmerksamkeit des Lesers zu verlieren.


Am Ende bleibt mir nur zu sagen: Ein Absolutes Highlight und eine unbedingte lese Empfehlung. Hoffentlich dauert es nicht wieder 6 Jahre bis zum nächsten Buch.
Ich bin und bleibe Fan der Bücher von Dan Brown.

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Veröffentlicht am 22.11.2025

ich habe geweint und gelacht und das häufig zur gleichen Zeit

Ein Mann namens Ove
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„Er war ein Mann aus Schwarz und Weiß.
Und sie war Farbe. All seine Farbe"

Ein Mann namens Ove, hat klare Wertvorstellungen, ist eigenbrötlerisch, grummelig, hält an Ritualen fest – es muss ja alles ...

„Er war ein Mann aus Schwarz und Weiß.
Und sie war Farbe. All seine Farbe"

Ein Mann namens Ove, hat klare Wertvorstellungen, ist eigenbrötlerisch, grummelig, hält an Ritualen fest – es muss ja alles seine Ordnung haben - und will ansonsten eigentlich einfach seine Ruhe und vor allem endlich Sterben, um wieder bei seiner Frau Sonja zu sein.

Irgendwie schaffen es jedoch alle Menschen und Tiere um Ove herum, sich irgendwie in sein Leben zu stehlen und sein Projekt des Sterbens zu untergraben.
Angefangen mit einer Katze, die eher ein Flickenteppich aus Haut und Fell ist und vor seinem Haus nichts zu suchen hat.
Über die schwangere Parvaneh, ihre zwei Kinder und ihr Mann „der Trottel“ der nicht einmal einen Hänger rückwärts einparken kann, ohne den Briefkasten von Ove zu demolieren.
Hin zu weiteren Menschen aus der Reihenhaussiedlung und der Stadt die in Ove´s leben spazieren und dieses Gründlich durcheinanderbringen.

Ich habe Ove sehr schnell in mein Herzgeschlossen, mit seinen Werten, Klarheit und Ehrlichkeit, die vor allem in seinen Handlungen zu Tage tritt:
„Männer sind, was sie sind, weil sie Dinge tun. Nicht weil sie Dinge sagen“
Einfach ein Charakter der mich direkt mitnimmt.
Trotz seiner rauen Schale zeigt sich sein liebevoller und tiefgründiger Kern - manchmal mehr zwischen den Zeilen -.
Durch den Schreibstil schafft der Autor für mich einen direkten Zugang zu dem Hauptcharakter und den Nebenprotagonisten und treibt mich durch eine Vielzahl von Emotionen.
Oft begegnen wir auf ein und derselben Seite gegensätzlichen Emotionen und Aussagen, die sich so eine eigene tiefe verschaffen oder vergleiche die im ersten Moment seltsam wirken, sich aber als absolut treffend herausstellen und zum Nachdenken anregen: „Jemanden zu lieben, ist, als würde man in ein Haus einziehen…“

Zwischen Eigenbrötler Alltag, Freundschaft, Tragik und einer tiefgehenden Liebesgeschichte war es für mich an vielen Stellen zwischen Lachen und Weinen nicht weit und manchmal fand beides zur gleichen Zeit statt.


Es ist einfach eins dieser Bücher das Jeder mal gelesen haben sollte und das nachwirkt.
Nachwirkt in den vielen kleinen Aussagen zum Nach- und Überdenken anregt.
Es ist eins dieser Bücher, dass man immer mal wieder zur zur Hand nehmen kann.
In dem man sich Zitate markiert oder rausschreibt.
Ich werde es sicher nicht das letzte Mal gelesen haben und empfehle es ganz klar weiter!
Ich habe gleich nach beenden des Buches weitere Werke des Autors auf meine Wunschliste geschrieben.

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