Profilbild von NeleLiv

NeleLiv

Lesejury Profi
offline

NeleLiv ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit NeleLiv über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.07.2020

Jeden Tag ein neuer Himmel – wichtiges Thema mit nicht ganz überzeugender Romanze

Jeden Tag ein neuer Himmel
3

Ich habe dieses Buch als Manuskript während einer Leserunde gelesen und als allererstes muss ich sagen, dass ich anders lese, wenn ich rezensieren und mich über das Buch austauschen muss, weshalb diese ...

Ich habe dieses Buch als Manuskript während einer Leserunde gelesen und als allererstes muss ich sagen, dass ich anders lese, wenn ich rezensieren und mich über das Buch austauschen muss, weshalb diese Rezension etwas länger wird.
Die Autorin Violet Thomas hat sich in diesem Roman für ein sehr interessantes Thema entschieden. Und zwar geht es um Charlotte, welche nun ihren Beruf als Krankenschwester in einem Kinderhospiz wieder aufnimmt, nachdem sie ihre Tochter bis zu deren Tod gepflegt hat. Charlotte hört dann, ein paar Tage nach ihrem ersten Arbeitstag ein Lied des Straßenmusikers Sam, welches sie sehr emotional werden lässt. Und so nimmt die Geschichte nach und nach ihren Lauf.
Die Themenwahl habe ich sehr bewundert! Vor allem, da ich noch nie zuvor ein Buch über ein Kinderhospiz gelesen habe und ich glaube, dass dieses Thema von viel zu vielen Menschen verdrängt wird, da diese ihre Augen vor dem Traurigen verschließen wollen. Umso wichtiger ist es, darauf aufmerksam zu machen und den Menschen ihre Unwissenheit zu nehmen.
Die Umsetzung dieser Idee ist meiner Meinung nach jedoch nur teilweise gelungen.

Die Charaktere des Buches waren sehr unterschiedlich.
Charlotte ist eine sehr starke, aber auch emotionale junge Frau. Sie ist durch den Verlust ihrer Tochter geprägt, nimmt allerdings trotz der Trauer den Job im Kinderhospiz wieder auf, um den Kindern dort zu helfen. Sie ist eine von Schmerz gezeichnete Protagonistin, was sie sehr interessant macht. Außerdem ist es bewundernswert, wie sie mit ihrer Lebenssituation umgeht.
Der Straßenmusiker Sam ist sehr willensstark. Er tut alles, um seiner Leidenschaft der Musik nachzugehen und verzichtet sogar auf einiges, um seinen Wunsch, einmal als Musiker berühmt zu werden, zu erfüllen. Dabei wird er von seinem Bruder Marc unterstützt, der ihn bei sich wohnen lässt.
Ein weiterer interessanter und wichtiger Charakter ist Hamish. Er ist ein kleiner Junge, welchen Charlotte im Kinderhospiz betreut. Hamish hat zuvor einige Jahre auf der Straße gelebt und ist eine echte Kämpfernatur. Er war mit Abstand meine Lieblingsfigur in „Jeden Tag ein neuer Himmel“ und hat mir in jeder Szene ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.
Allgemein find ich die Charakterwahl sehr gelungen, allerdings hätten gerade Sam und Charlotte noch genauer gezeichnet werden können.

Den Schreibstil der Autorin fand ich ganz gut. Manche Szenen hätten durchaus detailreicher beschrieben werden können, aber ich konnte das Buch schnell lesen, obwohl mich die Handlung nicht wirklich fesseln konnte.
Positiv daran fand ich außerdem, dass die Songtexte, welche Sam geschrieben und gesungen hat, mit abgedruckt waren.

Die Handlung des Buches besteht aus vielen kleinen Handlungssträngen.
Da ist einmal die Geschichte zwischen Charlotten und Sam, die sich nach und nach entwickelt und die Handlung um Hamish, welcher immer schwächer wird. Dies sind die beiden Haupthandlungen. Dazu kommt unter anderem noch Charlottes Vergangenheit, die immer wieder eine Rolle spielt, der Streit mit einer ihrer Kolleginnen und Sams Gespräche mit seinem Bruder Marc.
Mir war diese Vielfalt manchmal (besonders gegen Ende des Buches) zu viel. Lieber wäre es mir gewesen, wenn die Autorin sich hier auf ein oder zwei Handlungsstränge konzentriert hätte. So war ich teilweise überfordert mit den vielen Ereignissen, die zwar alle genannt, aber immer nur kurz angeschnitten wurden. Besser wäre es meiner Meinung nach gewesen, weniger Ereignisse zu nennen, diese jedoch detailreicher darzustellen.
Zu Beginn des Buches waren die Kapitel noch nicht überladen, weshalb ich das erste Drittel echt gelungen fand. Vor allem die Beschreibungen von Sam über seine Begegnungen mit der Lady fand ich sehr gelungen.

Achtung Spoiler! (Das Fazit ist wieder spoilerfrei und ich habe es kenntlich gemacht)

Eine weitere gelungene Szene war das Schreiben des Songs „Sad Woman“. Sam ist in dieser Szene so vertieft in den Song und ich konnte mich richtig gut in ihn hineinversetzen.
Ab der Hälfte jedoch wurde mir die Handlung zu unübersichtlich.
Die Suche nach Stella wurde dazwischengeschoben und die Funkstille zwischen Charlotte und ihrer Kollegin Mary-Jane schien immer unwichtiger zu werden, obwohl sie immer mal wieder kurz erwähnt wurde. Aber eben nur kurz, ohne dass man gemerkt hat, dass Charlotte dieser Konflikt wirklich nahe geht. Auch die Lösung dieses Streits ist auf 2 oder 3 Seiten reduziert, obwohl eigentlich noch so viel mehr zu sagen gewesen wäre.
Dazu kommt, dass ich Charlotte und Sam nicht wirklich als Paar gesehen habe. Es hätte mir gereicht, wenn Charlotte in Sam einfach einen weiteren sehr guten Freund gefunden hätte, der sie in allem unterstützt. Es hat meiner Meinung nach nicht zwischen den Beiden gefunkt, und wenn doch, habe ich es wohl überlesen, denn ich war tatsächlich etwas überrumpelt, als Charlotte auf einmal die Gefühle zu Sam erwiderte.

FAZIT

Letztendlich fand ich das Buch nicht so gut, wie ich es auf den ersten Seiten erwartet habe. Für mich war es einfach zu überladen und auch die Romanze zwischen den beiden Protagonisten Sam und Charlotte konnte mich nicht so richtig überzeugen. Dennoch find ich das Thema des Buches super wichtig und find es gut, dass Violet Thomas sich daran begeben hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Figuren
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 19.06.2020

Der Kuss des Raben – Ein Buch mit Mystik und Thriller-Momenten

Der Kuss des Raben
0

Ohne die Empfehlung einer guten Freundin hätte ich dieses Buch von Antje Babendererde vermutlich nicht gelesen. Wenn auch der Klappentext interessant erscheint, so habe ich während der ersten Seiten nicht ...

Ohne die Empfehlung einer guten Freundin hätte ich dieses Buch von Antje Babendererde vermutlich nicht gelesen. Wenn auch der Klappentext interessant erscheint, so habe ich während der ersten Seiten nicht das Gefühl gehabt, in das Buch eintauchen zu können.
Aber mal von vorne:
Das Cover ist meiner Meinung nach sehr ansprechend, schlicht, aber schön gehalten. Der Titel weckt ebenfalls Interesse, vor allem, so ging es mir, da man schlecht einschätzen kann, in welches Genre das Buch tendiert. Auch nach dem Lesen bin ich mir da nicht so sicher… neben sehr mystischen und rätselhaften Geschehen tauchen immer mal wieder kleine Thriller-Momente auf. Auch Freundschaft, Verrat, Liebe, Vorurteile und (Aber)glaube spielen eine große Rolle.
Die Kapitel des Buches sind in Abschnitte mit dem Datum des Geschehens eingeteilt. Das ist relativ übersichtlich, allerdings spielen manche Abschnitte vor und andere nach dem Höhepunkt des Buches. So ist man direkt auf der ersten Seite damit konfrontiert, dass ein Unfall passieren wird/passiert ist, um welchen sich das gesamte Buch dreht. Diese Tatsache birgt eine gewisse Spannung, die sich durch die ganze Geschichte zieht.
Die Protagonistin Mila, welche als Austauschschülerin in Moorstein wohnt, verliebt sich in den immer schwarz gekleideten Tristan. Beide tragen jedoch große Geheimnisse mit sich herum, sodass das Netz aus Lügen, welches sie umgibt, immer weiterwächst. Durch einige Geschehnisse reißt dieses Netz jedoch und plötzlich ist nichts mehr so wie zuvor.
Mein Problem an dem Buch war, dass ich mich in keine der Figuren richtig hineinversetzen konnte. Mila ist in vielen Situationen sehr abergläubisch, und zwar so sehr, dass ich als Leserin nur die Augen darüber verdrehen konnte. Tristan ist mir von Grund auf unsympathisch und Lucas… schwierig. Die einzigen mir sympathischen Figuren waren Jassi, die beste Freundin von Mila, und Tilde, Milas Gastmutter. Leider waren die zwei für mich zu wenig in die Haupthandlung integriert (gerade zum Ende hin), sodass ich mich nicht wirklich „willkommen“ gefühlt habe und mich beim Lesen irgendwie fehl am Platz gefühlt habe.
Zum finalen Teil des Buches hat die Spannung allerdings gewonnen und ich kam doch noch in einen Lesefluss.

Achtung Spoiler! (Das Fazit ist wieder spoilerfrei und ich habe es kenntlich gemacht)

Das Ende hat mich dann allerdings doch etwas überrascht. Weder hätte ich damit gerechnet, dass Tristans Mutter versucht hat ihren Sohn zu töten, noch habe ich erwartet, dass Munin überlebt hat. Auch wenn ich gerne noch gewusst hätte, wie Tristans Unfall tatsächlich abgelaufen ist.
FAZIT

Alles in allem hat mir das Buch eher weniger gefallen, da ich mich nicht hineinversetzen konnte und ich erst in den letzten Kapiteln in einen Lesefluss gekommen bin. Dennoch hat es mich gerade zum Ende hin ein paar Mal ehrlich überrascht. Außerdem fand ich den Schreibstil der Autorin sehr gelungen. Ich kann dazu nur sagen, dass es bestimmt ein gutes Buch ist, jedoch nicht für mich.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.05.2020

Love Letters to the Dead - ein ganz besonderes Buch

Love Letters to the Dead
0

~ Lieber Kurt Cobain, ... ~

Ich bin unglaublich froh, dass ich damals so ewig auf meinen Bus warten musste… denn in der Kramkiste mit den Mängelexemplaren vor dem Buchladen an der Haltestelle fand ich ...

~ Lieber Kurt Cobain, ... ~

Ich bin unglaublich froh, dass ich damals so ewig auf meinen Bus warten musste… denn in der Kramkiste mit den Mängelexemplaren vor dem Buchladen an der Haltestelle fand ich einen wahren Schatz!

Nachdem ich „Love Letters to the Dead” beendet hatte, war mein Kopf für einen kurzen Moment wie leergefegt, bevor sich tausende Gedanken dort breit machen. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich dieses Buch mehr beschäftigt als manch anderes, und dass, obwohl ich mich erst an den etwas ungewöhnlichen Stil gewöhnen musste.

Aber am besten fang ich mal ganz von vorne an. Ich hatte auf Instagram bereits von dem Buch gelesen und als ich es dann einige Wochen später zufällig im Bücherladen entdeckte, habe ich es mitgenommen. Ich muss sagen, dass ich etwas überrascht war, als ich gemerkt habe, dass das gesamte Buch tatsächlich eine Sammlung von Briefen ist, hatte ich doch erwartet, dass es um diese Briefe herum noch eine Geschichte gibt. Doch es stellte sich schon nach ein paar Seiten heraus, dass eben diese Geschichte, durch diese Briefe erzählt wird.

Und zwar geht es um Laurel, welche im Englischunterricht die Aufgabe bekommt, einen Brief an eine verstorbene, berühmte Persönlichkeit zu schreiben. Ihren ersten Brief, mit dem auch das Buch beginnt, schreibt sie an Kurt Cobain. Sie merkt schnell, dass der Brief viel zu privat ist, um ihn bei ihrer Lehrerin abzugeben. Stattdessen fühlt sie sich von dem toten Musiker verstanden und beginnt weitere Briefe zu schreiben. Nicht nur an Kurt Cobain. Auch Judy Garland, Elizabeth Bishop, River Phoenix, Amelia Earhart, Amy Winehouse, Janis Joplin, Allan Lane, Jim Morrison, John Keats, Heath Ledger und E.E. Cummings werden von der Teenagerin angesprochen.

Immer wenn sie einen Film sieht, einen Song hört oder ein Gedicht liest, von welchem sie berührt wird, beginnt sie zu schreiben. Sie vertraut den Toten ihre Sorgen, Ängste und Geheimisse an, von welchen sie eine ganze Menge hat.
Neben dem üblichen Highschool-Kram, von Freundinnen bis zum ersten Freund, kommen nämlich noch die Trennung ihrer Eltern, der Umzug ihrer Mutter ins entfernte Kalifornien und ihr Leben bei der streng religiösen Tante Amy dazu. Ganz besonders bedrückt sie jedoch der Tod ihrer älteren Schwester May, welchen sie vor ihren neuen Freundinnen verheimlichen will, um ihr großes Geheimnis zu bewahren.

Mich haben Laurels Briefe sehr berührt. Ich kann nicht mal wirklich sagen wieso genau, aber ihre Geschichte, ihre Gefühle und ihre Ausdrucksweise in den Briefen fand ich einfach besonders. Das ganze Buch ist einfach besonders und ich kann nicht anders, als es wärmstens weiter zu empfehlen.

Und weil mich diese Briefe nicht mehr loslassen und mich dieses Buch so sehr inspiriert hat, möchte ich mich einfach einmal bei Ava Dellaira bedanken.
Chapeau!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2020

Berühre mich. Nicht. – eine Geschichte voller Geheimnisse und Überraschungen

Berühre mich. Nicht.
0

Mit „Berühre mich. Nicht“ hat Laura Kneidl meiner Meinung nach erneut ihr Können bewiesen. Nach den ersten zwei Kapiteln war ich zugegeben etwas skeptisch, doch diese Skepsis hat sich schnell wieder gelegt ...

Mit „Berühre mich. Nicht“ hat Laura Kneidl meiner Meinung nach erneut ihr Können bewiesen. Nach den ersten zwei Kapiteln war ich zugegeben etwas skeptisch, doch diese Skepsis hat sich schnell wieder gelegt und ich konnte besonders während der letzten Seiten gar keine Pause mit dem Lesen machen, weil ich so gefesselt war. Dazu kommt, dass auch in „Berühre mich. Nicht.“, wie es für den LYX-Verlag typisch ist, ein wichtiges Thema aufgegriffen wird, welches viel zu selten angesprochen wird. Aber dazu später mehr…
Zuerst einmal möchte ich klarstellen, warum der Roman den Weg in mein geliebtes Bücherregal fand:
Zum einen gefiel mir das schlicht gehaltene Cover gut, welches trotz dem rosa, was normalerweise nicht so meine Farbe ist, ansprechend auf mich gewirkt hat. Außerdem ist mir der Name „Laura Kneidl” sofort ins Auge gesprungen und ich musste direkt an „Someone New“ denken und habe gehofft, eine genauso tolle Geschichte hinter dem Cover vorzufinden. Und zu guter Letzt wirkte der Klappentext sehr ansprechend und geheimnisvoll, weshalb ich letztendlich nicht widerstehen konnte.
Und ich wurde tatsächlich nicht enttäuscht. Die Liebesgeschichte welche in „Berühre mich. Nicht.“ erzählt wird, ist für mich eine sehr besondere und gerade die Protagonistin Sage ist mir während des Lesens sehr ans Herz gewachsen.
Der Schreibstil Kneidls ist wie ich schon in „Someone New“ festgestellt habe, relativ einfach, aber gerade deshalb sind ihre Romane eine leichte Kost für zwischendurch. Dennoch schafft sie es, dass man sich perfekt in Sage hineinversetzen kann. Mit ihr hat Laura Kneidl eine sehr vielschichtige Protagonistin geschaffen, über die ich auf jeder Seite etwas Neues erfahren habe. Und ich bin mir sicher, dass ich noch längst nicht alles über sie weiß. Allein deshalb lohnt es sich, immer weiter zu lesen, doch damit nicht genug!
Sage hat, wie es der Klappentext schon verspricht, ein großes Geheimnis und obwohl man immer mal wieder etwas ahnt, wird dieses Geheimnis nie vollständig offenbart. Die Spannung hält demnach die ganze Handlung über an und ich persönlich konnte mich gar nicht mehr losreißen.

Achtung Spoiler! (Das Fazit ist wieder spoilerfrei und ich habe es kenntlich gemacht)

Außerdem ist das Buch mit sehr vielen Überraschungen gespickt. Ich hätte zum Beispiel niemals damit gerechnet, dass Luca der Bruder von Sages neuer Freundin April ist… aber ich muss zugeben, dieser Schachzug ist perfekt! Luca, der das komplette Gegenteil von Sage zu sein scheint, ist also plötzlich ihr neuer Mitbewohner und wer hätte nach ihrer ersten Begegnung im Wohnheim wirklich gedacht, dass die zwei tatsächlich zueinander finden? Ich zumindest habe an dem Gedanken nicht lange festgehalten.
Mein großes Highlight jedoch ist der innere Kampf, den Sage während der ganzen Handlung führt. Wem traut sie? Zieht sie ihre Therapie durch? Fliegt sie zurück nach Maine? Und die wichtigste Frage von allen: Wer ist er?
Das Thema, welches durch diesen Kampf und ihre Vergangenheit auf den Tisch kommt, könnte nicht erdrückender sein: Häusliche Gewalt! Ein Thema, welches in den wenigsten Romanen aufgegriffen wird, obwohl es in unserer Gesellschaft ständig vorkommt. Umso besser finde ich, dass Laura Kneidl sich traut, dieses Fass zu öffnen und die Umsetzung gelingt ihr, meiner Meinung nach, sehr. Ich muss allerdings gestehen, dass es mich zuerst etwas an „Hope forever“ von Colleen Hoover erinnert hat. Dieser Verdacht hat sich jedoch schnell verflüchtigt.

FAZIT

Insgesamt kann ich den Roman mit gutem Gewissen empfehlen. „Berühre mich. Nicht.“ ist eine gelungene Geschichte mit einer sehr interessanten Protagonistin. Der Roman ist einem angenehmen Schreibstil verfasst und die Handlung sorgt für einige Überraschungen. Die Spannung bleibt wegen Sages Geheimnis bis zur letzten Seite bestehen und auch nach dem Lesen werfen sich nur noch mehr Fragen auf, weshalb auch der nächste Teil den Weg in mein Bücherregal finden wird.

Veröffentlicht am 21.03.2020

Someone new - eine berührende, wichtige Geschichte

Someone New
0

"Someone New" beschreibt die einzigartige Liebesgeschichte zwischen den Protagonisten Micah und Julian. Die zwei Studenten begegnen auf ihrem Weg vielen Hindernissen. Da sind zum einen das Rätsel um Micahs ...

"Someone New" beschreibt die einzigartige Liebesgeschichte zwischen den Protagonisten Micah und Julian. Die zwei Studenten begegnen auf ihrem Weg vielen Hindernissen. Da sind zum einen das Rätsel um Micahs Bruder und der Streit mit ihren Eltern, wodurch die Jurastudentin fast verzweifelt, aber auch Julian verbirgt Geheimnisse, welche den Beiden im Weg stehen.

Ich habe das Buch gekauft, da mir zum einen das Cover super gut gefiel (es wirkte auf mich irgendwie geheimnisvoll) und weil mich der Klappentext neugierig gemacht hat. Vor allem der Satz: „Ich mache mir ständig Gedanken darum, was andere von mir denken.“, denn so ist es doch. Jeder von uns hat dieses Satz schonmal gesagt oder zumindest gedacht.
Und ich muss sagen, der Kauf hat sich gelohnt:
Laura Kneidl hat mich mit ihrem Roman sehr berührt. Ich fand es beeindruckend, wie sie die Gefühle der Protagonistin Micah in Worte gefasst hat und auch wenn ich noch nie in einer ähnlichen Situation war, hatte ich doch das Gefühl, genau zu wissen, wie es Micah gerade geht. Das zu schaffen ist eine Meisterleistung!

Achtung Spoiler! (Das Fazit ist wieder spoilerfrei und ich habe es kenntlich gemacht)

Laura Kneidl hat sich mit dem Roman an Themen gewagt, die in unserer heutigen Gesellschaft oft Tabuthemen sind. Das ist ein sehr mutiger Schritt und meiner Meinung nach ein sehr wichtiger!
Es darf nicht sein, dass sich Leute nur wegen ihrer Sexualität verstecken müssen. Schwul oder lesbisch sein ist kein Defekt oder Fehler. Homosexuelle Menschen sind nämlich genau das: Menschen. In einer Zeit, in der sich alle für Meinungsfreiheit einsetzen, sollte es doch selbstverständlich sein, dass ein jeder seine Sexualität so ausleben kann wie er will, solange er anderen nicht schadet. Someone New befasst sich mit genau diesem Thema. Mit dieser Homophobie die in einigen Kreisen leider auch heute noch existiert. Ein anderes angesprochenes „Tabuthema“ ist das „Trans-Sein“. Dabei verhält es sich meiner Meinung nach genau wie beim „Schwul-Sein“.
Beides sollten keine Tabuthemen mehr sein. Beides sollte von allen akzeptiert, angenommen und wertgeschätzt werden. Laura Kneidl hat deshalb genau das richtige getan und in dem Buch auf die falsche Einstellung der Gesellschaft aufmerksam gemacht, denn ganz ehrlich, wer hat Julian während des Lesens nicht in sein Herz geschlossen? Und wer von denjenigen hätte ihn nach dem Lüften seines Geheimnisses nicht mehr mögen können? Ich auf keinen Fall, denn er ist auch auf der letzten Seite noch derselbe Mensch, der er auf der ersten Seite war, wenn auch etwas aufgeschlossener.

FAZIT

Ich empfehle Someone New jedem weiter, der gerne in lebendige Geschichten eintaucht. Laura Kneidl schafft es in ihrem Roman, ihre Leser in die Welt ihrer Protagonisten zu entführen. Sie schafft es, dass man als Leser mit ihren Charakteren mitfiebert und mitlacht, aber auch mitweint, wenn es mal bergab geht. Das reine Gefühlschaos und trotzdem ist es eins der Bücher, die in meinem Kopf bleiben. Die Geschichte hat mich persönlich sehr getroffen und zum Nachdenken angeregt und wird mich so schnell nicht wieder loslassen.