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Veröffentlicht am 12.03.2026

Goldener Schrein

Der Schrein der Könige
8

Nach einem schweren Schicksalsschlag nimmt der lothringische Goldschmied Nikolaus im fernen Köln einen gewaltigen Auftrag an: Er soll einen goldenen Schrein zu Ehren der heiligen drei Könige erschaffen. ...

Nach einem schweren Schicksalsschlag nimmt der lothringische Goldschmied Nikolaus im fernen Köln einen gewaltigen Auftrag an: Er soll einen goldenen Schrein zu Ehren der heiligen drei Könige erschaffen.

Sabine Ebert entführt uns mit "Der Schrein der Könige" ins 12. Jahrhundert in Köln. Nikolaus von Verdun reist mit seinen drei noch lebenden Kindern in die große Stadt am Rhein, hat dort aber reichlich Mühe, überhaupt akzeptiert zu werden und diese riesige und sehr langwierige Aufgabe zu erfüllen.

Das Buch beschreibt das Leben von Nikolaus und seinen Kindern, bietet aber auch immer wieder Einblicke in die historischen Geschehnisse dieser Zeit. Ich fand es unglaublich spannend, das Leben der Handwerker dieser Epoche mitzuerleben und mehr über die Geschichte des Dreikönigsschreins zu erfahren. Nikolaus hat mir als Figur sehr gefallen. Er ist ein fleißiger, talentierter, aber leider auch vom Schicksal sehr mitgenommer Mensch, der mir von Anfang an sympathisch war. Auch seine Tochter Anne und der jüngste, kränkliche Sohn Bastien habe ich im Laufe der Geschichte sehr ins Herz gefasst. Der ältere Bruder Louis dagegen hat mich sehr oft gedanklich die Augen rollen lassen, so oft wie er den Ärger geradezu gesucht hat.
Die Geschichte hatte für mich alles, was einen guten historischen Roman ausmacht: sie war gut recherchiert, hat mich einiges über die beschriebene Zeit gelehrt, war sehr fesselnd mit Characteren, die mir ans Herz gewachsen sind. Auch die Ausstattung mit Personenverzeichnis und Glossar fand ich gut und hilfreich. Nur eine Karte vom damaligen Köln hat mir gefehlt. Mein einziger kleiner Kritikpunkt ist, dass es zum Ende hin große Zeitsprünge gab, die mich immer wieder aus dem Lesefluss rissen und ein wenig gehetzt wirkten. Hier hätte ich sehr gern noch ein paar Kapitel länger Zeit gehabt, um die Geschehnisse zu verfolgen.

Insgesamt aber ein richtig tolles Buch, dass ich gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 15.05.2025

Köstliche Pasta

Il mondo della Pasta
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Die ganze Welt der Pasta in einem wunderschön aufgemachten Buch, das wirklich Appetit auf mehr macht. Mir war bis jetzt nicht klar, wie viel es über italienische Pasta überhaupt zu sagen gibt und bin wirklich ...

Die ganze Welt der Pasta in einem wunderschön aufgemachten Buch, das wirklich Appetit auf mehr macht. Mir war bis jetzt nicht klar, wie viel es über italienische Pasta überhaupt zu sagen gibt und bin wirklich beeindruckt über die lange und sehr unterschiedliche Geschichte der einzelnen Sorten.
Aber natürlich gibt es nicht nur Hintergrundwissen in diesem Buch, sondern man lernt auch, Pasta selbst zu machen. Die einzelnen Schritte sind sehr gut beschrieben und durch die vielen Bilder auch gut nachzumachen. Besonders gefallen haben mir im Anschluss aber die köstlichen Rezepte aus den einzelnen Regionen Italiens. Klar, es ist einiges dabei, was bekannt ist, aber selbst bei einem Rezept wie Bolognese gibt es doch noch mehr zu entdecken, als ich bisher wusste.
Wenn es überhaupt etwas zu meckern gibt, dann dass das Buch unverschämt appetitanregend ist und leider, wie so viele Kochbücher, einen rauen, stoffähnlichen Einband hat. Dies lässt das Buch zwar hochwertig wirken, aber da ich es ja vor allem auch beim Kochen neben mir liegen habe, wäre mir ein Einband, von dem ich Flecken abwischen könnte, deutlich lieber. Aber das ist jetzt meckern auf ganz hohem Niveau. Il mondo della Pasta ist für jeden Nudelliebhaber das perfekte Buch voller Informationen und Rezepte.

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Veröffentlicht am 22.04.2025

Quantencomputer

QUBIT
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Ein Near-Future-Thriller mit Quantencomputern zum Thema, der noch dazu in Schottland spielt, das klang ganz nach einer Geschichte für mich. Nora Achtziger, eine junge Hackerin, wird samt Familie zu einem ...

Ein Near-Future-Thriller mit Quantencomputern zum Thema, der noch dazu in Schottland spielt, das klang ganz nach einer Geschichte für mich. Nora Achtziger, eine junge Hackerin, wird samt Familie zu einem Urlaub auf einer schottischen Burg eingeladen. Doch statt sich zu erholen, werden und ihre Freunde in einen Mordfall hineingezogen. Der Tote war maßgeblich an der Entwicklung eines Quantencomputers beteiligt.

Bei Qubit handelt es sich um den dritten Teil einer Reihe um die junge Hackerin. Die Vorgänger-Romane kenne ich nicht, ich kam aber auch ohne Vorwissen mit der Geschichte gut zurecht. Die Protagonisten sind sympathisch und die Schreibweise flüssig, gut zu lesen und nicht kompliziert. Die Reihe ist für Jugendliche geeignet, aber auch in meinem deutlich höherem Alter war das Buch spannend und interessant. Die nebenbei laufende Lovestory war nicht aufdringlich und "Oma Achtziger" sorgte mit ihren Eskapaden für einige Schmunzler, auch wenn ich diese manchmal etwas zu viel fand.

Am Ende fand ich es etwas schade, dass ich die anderen Teile der Reihe noch nicht kenne und darum einige Hintergrundinformationen (die fürs Leseverständnis nicht notwendig waren) nicht hatte. Aber das lässt sich ja immer noch ändern.

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Veröffentlicht am 30.01.2025

Teil 2 der kleinen Auszeit

Ein Gebet für die achtsam Schreitenden
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Dex und Helmling verlassen die Wildnis auf der Suche nach den Menschen und ihrer eigenen Bestimmung.



Der zweite Teil dieser Dilogie verläuft ebenso ruhig und positiv wie der erste. Wir lernen gemeinsam ...

Dex und Helmling verlassen die Wildnis auf der Suche nach den Menschen und ihrer eigenen Bestimmung.



Der zweite Teil dieser Dilogie verläuft ebenso ruhig und positiv wie der erste. Wir lernen gemeinsam mit Helmling Freunde und Familie von Dex sowie andere Menschen Pangas kennen und erfahren mehr über das Leben dort. Es ist sehr interessant, wie Helmling über die Menschen und ihre Gewohnheiten denkt und welche Fragen er stellt. Es ist eine vollkommen andere Sichtweise als die, die wir üblicherweise haben.

Auch in diesem Teil fehlt ein wenig Spannung, ja, aber Panga ist eine Welt, die ich tatsächlich sehr gern auch selbst mal besuchen würde. Ich habe mich in der Geschichte sehr wohl gefühlt und war am Ende enttäuscht, dass es nicht weitergeht. Zu gerne würde ich erfahren, wie es mit Roboter und Mönch weitergeht.

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Veröffentlicht am 30.01.2025

Kleine positive Auszeit

Ein Psalm für die wild Schweifenden
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Vor vielen hundert Jahren entwickelten die Roboter auf dem von Menschen besiedeltem Mond Panga sich von einfachen Arbeitsgeräten zu denkenden und empfindenden Wesen mit eigenem Bewußtsein.

An dieser ...

Vor vielen hundert Jahren entwickelten die Roboter auf dem von Menschen besiedeltem Mond Panga sich von einfachen Arbeitsgeräten zu denkenden und empfindenden Wesen mit eigenem Bewußtsein.

An dieser Stelle beginnt in den meisten Büchern der Kampf zwischen KI und Menschheit, es gibt Krieg und Zerstörung und die Menschheit kämpft um ihr Überleben. Bei Becky Chambers entscheiden sich die Roboter, ihre Arbeit niederzulegen und in die Wildnis zu ziehen, um unabhängig zu leben. Und die Menschen auf Panga ließen das zu. Beide Seiten entschlossen sich, sich gegenseitig in Ruhe zu lassen und ihr Leben ohne die jeweils andere Seite zu gestalten. Bis eines Tages zwei neugierige der jeweiligen Spezies aufeinanderstoßen und sich, immer noch friedlich, kennenlernen.

Diese Geschichte ist nicht voller nervenzerfetzender Spannung, sondern sehr ruhig, positiv und hoffnungsvoll erzählt. Auch wenn ab und zu ein wenig Spannung gefehlt hat, hat mir das kleine Büchlein sehr gut gefallen, wie eine kleine erholsame Auszeit zwischen all dem Chaos, den Krisen und den schlechten Nachrichten, die uns gerade so umschwirren.

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