Goldener Schrein
Der Schrein der KönigeNach einem schweren Schicksalsschlag nimmt der lothringische Goldschmied Nikolaus im fernen Köln einen gewaltigen Auftrag an: Er soll einen goldenen Schrein zu Ehren der heiligen drei Könige erschaffen. ...
Nach einem schweren Schicksalsschlag nimmt der lothringische Goldschmied Nikolaus im fernen Köln einen gewaltigen Auftrag an: Er soll einen goldenen Schrein zu Ehren der heiligen drei Könige erschaffen.
Sabine Ebert entführt uns mit "Der Schrein der Könige" ins 12. Jahrhundert in Köln. Nikolaus von Verdun reist mit seinen drei noch lebenden Kindern in die große Stadt am Rhein, hat dort aber reichlich Mühe, überhaupt akzeptiert zu werden und diese riesige und sehr langwierige Aufgabe zu erfüllen.
Das Buch beschreibt das Leben von Nikolaus und seinen Kindern, bietet aber auch immer wieder Einblicke in die historischen Geschehnisse dieser Zeit. Ich fand es unglaublich spannend, das Leben der Handwerker dieser Epoche mitzuerleben und mehr über die Geschichte des Dreikönigsschreins zu erfahren. Nikolaus hat mir als Figur sehr gefallen. Er ist ein fleißiger, talentierter, aber leider auch vom Schicksal sehr mitgenommer Mensch, der mir von Anfang an sympathisch war. Auch seine Tochter Anne und der jüngste, kränkliche Sohn Bastien habe ich im Laufe der Geschichte sehr ins Herz gefasst. Der ältere Bruder Louis dagegen hat mich sehr oft gedanklich die Augen rollen lassen, so oft wie er den Ärger geradezu gesucht hat.
Die Geschichte hatte für mich alles, was einen guten historischen Roman ausmacht: sie war gut recherchiert, hat mich einiges über die beschriebene Zeit gelehrt, war sehr fesselnd mit Characteren, die mir ans Herz gewachsen sind. Auch die Ausstattung mit Personenverzeichnis und Glossar fand ich gut und hilfreich. Nur eine Karte vom damaligen Köln hat mir gefehlt. Mein einziger kleiner Kritikpunkt ist, dass es zum Ende hin große Zeitsprünge gab, die mich immer wieder aus dem Lesefluss rissen und ein wenig gehetzt wirkten. Hier hätte ich sehr gern noch ein paar Kapitel länger Zeit gehabt, um die Geschehnisse zu verfolgen.
Insgesamt aber ein richtig tolles Buch, dass ich gerne weiterempfehle.