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Nicis_Buchecke

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.11.2017

Umfangreich

Das Fundament der Ewigkeit
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Wie lange haben wir auf eine Fortsetzung gewartet. Ich muss ehrlich gestehen nach all diesen Jahren waren mir die beiden Vorgänger nicht mehr so recht präsent. Aber ich kann sagen, dass man die ersten ...

Wie lange haben wir auf eine Fortsetzung gewartet. Ich muss ehrlich gestehen nach all diesen Jahren waren mir die beiden Vorgänger nicht mehr so recht präsent. Aber ich kann sagen, dass man die ersten beiden Teile nicht gelesen haben muss, um diesen Roman zu verstehen. Das einzige was alle gemeinsam haben ist die Kathedrale von Kingsbridge.
Das neue Werk von Ken Follett ist sehr umfangreich und man benötigt seine Zeit, um sich einzufinden und alle Charaktere kennen zu lernen. Auch die Handlungsorte sind vielfältig und man kann diesen Roman definitiv nicht nebenbei lesen. Denn wir befinden uns neben Kingsbridge in Paris, London, Spanien und anderen Orten. Man kommt also ganz schön rum und mit den Orten nehmen die Personen zu, die wir kennen lernen und eine Rolle für die Haupthandlung spielen. Irgendwann geht alles fließend ineinander über und die Wege der Personen kreuzen sich. Die Handlungsstränge laufen also zeitweise parallel und finden sich dann zusammen. Ein spannendes Konzept, was ich sehr gerne mag, aber mich auch manches Mal forderte. Man muss sich also alles sehr gut merken und am Ball bleiben. Ken Follett hat aber auch eine kleine Personenübersicht erstellt, auch wenn ich diese nicht brauchte. Der rote Faden ist natürlich Ned Willard und seine Familie. Ihn fand ich sehr sympathisch und sein Lebensweg ist einfach nur beeindruckend. Er ist eindeutig ein sehr intelligenter und strebsamer Mann, der sein Leben der Krone widmet. Und wenn wir schon bei der Krone sind kann man natürlich Elisabeth I. nicht ignorieren. Der Autor zeichnet hier ihr Leben und Wirken sehr gut nach, auch wenn es mir manchmal zu geschichtlich war. Überhaupt fand ich, dass dieser Roman manches mal eher einer Biographie der Königin und der Geschichte Englands glich, als Unterhaltung. Natürlich gibt es viel drumrum und viele Personen spielen eine Rolle, aber es geht um die Religionsfreiheit und dem Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken. Es war beeindruckend, wie unterschiedlich das Handeln der einzelnen Charaktere hier war und wie stark sie bereit waren für ihren Glauben einzustehen.
Dieser Roman ist großartig, wenn auch an menschen Stellen zu detailreich und langatmig. Man braucht definitiv Zeit und Ruhe, um die Gesamtheit zu erfassen und Ned Willard auf seinem Weg zu begleiten. Das Warten hat sich wirklich gelohnt und ich kann dem Autor nur Respekt zollen für dieses Werk.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein Buch, was zum Herbst gehört, wie der Nebel am Morgen

Das Seelenhaus
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Das Seelenhaus von Hannah Kent ist ein Roman, der für mich zum Herbst gehört wie die der Nebel am Morgen. Am Anfang war ich schon ein bisschen verwirrt und immer wieder stolperte ich über die vielen, sich ...

Das Seelenhaus von Hannah Kent ist ein Roman, der für mich zum Herbst gehört wie die der Nebel am Morgen. Am Anfang war ich schon ein bisschen verwirrt und immer wieder stolperte ich über die vielen, sich doch sehr ähnlichen isländischen Namen. Aber je mehr man sich einliest und ein Gefühl für diese Personen entwickelt verschwindet diese Verwirrtheit.

Hannah Kent hat mit Agnes eine wunderbare Hauptfigur gewählt, die es mehr als verdient, dass ihre Geschichte erzählt wird. Sie nutzt dafür verschiedene Formen der Erzählung. Einmal werden Protokolle oder Briefe gewählt, die einem die damalige Sprache und den Sachverhalt näherbringen. Dann wird die Geschichte von Agnes und ihrem Weg erzählt, welchen Menschen sie begegnet und wie mit ihr umgegangen wird. Und die Erzählweise, die mir am besten gefallen hat, ist die Ich-Perspektive aus der Sicht von Agnes. Diese Frau wird einem so nahe gebracht, man weiß nicht, ob man sie verurteilen oder mit ihr mitfühlen soll.

In ihrer Geschichte macht einem die Autorin deutlich, wie schwer und oberflächlich diese Zeit damals war. Mit welchen Herausforderungen, die Menschen in Island zu dieser Zeit zu kämpfen hatten. Viele Dinge, gerade das Gerede und die Vorverurteilung der Leute, brachten mich immer wieder zum nachdenken, denn gerade diese Dinge kann man auch auf die heutige Zeit übertragen.

Dieses Buch ist einfach ein Muss für jeden der auf gut recherchierte und doch nicht zu faktenreiche Romane steht. Man kann sich stundenlang in ihm verlieren und Island mit seinen Herausforderungen kennenlernen. Einfach alles in allem ein wunderbarer Roman mit einer faszinierenden Hauptfigur, der einen gespannt festhält.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein Muss für jeden Buchliebhaber

Eine Buchhandlung auf Reisen
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Ich muss ehrlich gestehen, dass ich "Das Haus der vergessenen Bücher" noch nicht gelesen habe. Ich habe es jedoch noch als eBook liegen und nach dem Lesen dieses Buches werde ich es mir sicher bald durchlesen. ...

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich "Das Haus der vergessenen Bücher" noch nicht gelesen habe. Ich habe es jedoch noch als eBook liegen und nach dem Lesen dieses Buches werde ich es mir sicher bald durchlesen. Ich fand es für mich praktisch "Das Haus der vergessenen Bücher" noch nicht zu kennen, denn es ist keine Notwendigkeit, um "Eine Buchhandlung auf Reisen" zu verstehen. Denn es ist ja bekanntlich die Vorgeschichte.
Ich war gespannt was mich erwartet. Ich bin wie sicher viele von uns ein Büchernarr und dieses Buch ist perfekt für jeden der Bücher liebt. Die Geschichte ist mit 191 Seiten nicht sehr lang und an einem Tag schnell durchgelesen. Die Kapitel selbst sind auch nicht zu lang, so dass ich immer zwischendurch ein wenig weiter lesen konnte.
Die Hauptcharaktere sind hier Roger Mifflin (der Buchhändler) und Helen McGill (die Käuferin des Parnassus). Ich fand Helen eine ehrliche und einfache Frau. Sie hat bis sie Roger traf immer nur an ihren Bruder und selten an sich selbst gedacht.
Roger Mifflin war für mich ein hinreißender Charakter, der mit seiner Ansicht zur Welt und zu Büchern sofort mein Herz erobert. Meine Lieblingsaussage von ihm in diesem Buch ist folgende:
"Wenn Sie einem Menschen ein Buch verkaufen, dann verkaufen Sie ihm nicht nur so und so viel Papier, Druckerschwärze und Leim- nein, Sie verkaufen ihm ein ganzes, neues Leben. Liebe und Freundschaft und Humor und Schiffe bei Nacht auf hoher See- Himmel und Erde, ich finde, das alles steckt in einem Buch - in einem wirklichen Buch!"
Ich finde diese Stelle zeigt deutlich seine Leidenschaft zu Büchern und zu seiner Tätigkeit. Ich als Leser wurde sofort von diesem Feuer und der Leidenschaft angesteckt und musste wissen, welche Abenteuer Helen mit dem Parnassus erlebt und wie weit Roger ihren Weg begleiten wird.
Ich bin mehr als begeistert von diesem Buch und es ist ein Muss für jeden Buchliebhaber, dieses Schmuckstück im Buchregal zu haben.

Veröffentlicht am 04.11.2018

Zutiefst bewegend

All In - Tausend Augenblicke
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Diese ist die erste Rezension, die mir richtig schwer fällt. Ich habe das Gefühl egal was ich über dieses Buch schreiben werde, es wird nicht genug sein. Ich werde nicht ausdrücken können, wie ich mich ...

Diese ist die erste Rezension, die mir richtig schwer fällt. Ich habe das Gefühl egal was ich über dieses Buch schreiben werde, es wird nicht genug sein. Ich werde nicht ausdrücken können, wie ich mich gerade fühle und was dieser Roman in mir ausgelöst hat. Aber ich kann es ja versuchen.
Wenn man diesen Roman beginnt zu lesen wird man direkt ins Geschehen gestürzt und ist plötzlich mittendrin statt nur dabei. Ich finde so etwas immer großartig und von dem her war ich direkt gefesselt und wollte ihn am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen.
Aber nicht nur der Schreibstil ist wunderbar sondern auch die Charaktere, denn diese sind so liebenswert, dass man sie gerne auf ihrem Weg begleitet. Kacey ist eine starke Persönlichkeit auch wenn es zu Beginn nicht so scheinen mag. Im Verlauf der Handlung lernen wir sie besser kennen und mir ist sie richtig ans Herz gewachsen. Sie verstellt sich nicht und ist eben wie sie ist.
Jonah bildet das perfekte Gegenstück Er ist ruhig und organisiert und hat ein klares Ziel vor Augen. Sein Schicksal bewegte mich sehr und ich glaube ich habe schon lange nicht mehr soviel beim Lesen geweint. Das liegt aber auch daran, dass ich durch meine eigene Lebensgeschichte einen viel engeren Bezug zum Thema habe. Daher muss ich auch ehrlich gestehen, dass mich die Handlung sehr ergriffen und mitgenommen hat. Ich brauchte hinterher tatsächlich ein paar Tage, um das Gelesene zu verdauen und konnte auch dieses Mal nicht direkt ein anderes Buch beginnen.
Dieser Roman bewegt, regt zum Nachdenken an und hinterlässt Spuren auf der Seele. Wer romantische Bücher mag und auch mal eine Geschichte lesen mag, die sich abseits der alltäglichen Wege bewegt ist hier genau richtig.
Ich freue mich jedenfalls sehr auf den zweiten Teil und bin gespannt, was mich darin erwartet.

Veröffentlicht am 24.02.2018

Schwächer als Teil 1

Verliere mich. Nicht.
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Nachdem ich den ersten Teil beendet hatte, wartete ich sehnsüchtig auf das Erscheinen dieses Buches. Und es schien sich endlos hinzuziehen, obwohl nicht so viele Monate dazwischen lagen, allerdings war ...

Nachdem ich den ersten Teil beendet hatte, wartete ich sehnsüchtig auf das Erscheinen dieses Buches. Und es schien sich endlos hinzuziehen, obwohl nicht so viele Monate dazwischen lagen, allerdings war ich mehr als glücklich endlich "Verliere mich. Nicht" in den Händen halten zu können. Nun würde mich nichts mehr davon abbringen zu erfahren, wie es mit Sage und Luca weitergehen würde. Wie auch schon beim Vorgänger, war der Schreibstil wunderbar mitreißend, so dass ich auch hier innerhalb von 48 Stunden dieses Schätzchen verschlungen hatte. Und natürlich ist man dann noch trauriger, dass es dann schon vorbei ist. Aber nun zu meinen Eindrücken.
Wenn ich ehrlich sein soll, fand ich diesen Roman nicht so überzeugend wie den ersten Band. Woran das genau lag, kann ich gar nicht sagen. Wir erleben die Handlung wieder aus der Sicht von Sage und sie scheint verändert. Sie ist stärker und arbeitet daran ihre Ängste abzubauen. Aber gab es im ersten Band noch recht viele Panikattacken und Schrecksituationen, so habe ich diese hier vermisst. Ich meine es freut mich natürlich für Sage, dass sie alles soweit verarbeitet hat und jetzt stärker ist und nur noch selten Situationen entstehen, die sie an ihre Grenzen bringen. Es fühlte sich jedoch für mich unnatürlich an, von 100 auf gefühlte 5 Situationen erschien mir eine extreme Veränderung. Auch Allan gerät in den Hintergrund auch wenn er hier und da noch auftaucht und auch eine tragende Rolle spielt durch seine Drohung, die ja bekanntlich zur Trennung beitrug Man könnte also sagen es dreht sich in diesem Roman direkt um Sage und Luca und ihre Gefühle füreinander. Daher wirkte es auf mich teilweise auch wie jede andere New Adult Geschichte und stellenweise fand ich Sage darin auch anstrengend. Sie will sich fernhalten, dann fühlt sie sich hingezogen, eifersüchtig und zickig und überhaupt wird sie dadurch leicht unsympathisch. Allerdings mag ich Luca als Charakter sehr und ich habe mich wirklich über dieses Wiederlesen gefreut. Auch wenn die Zeit mit ihm mal wieder viel zu kurz war.
Dieser Teil ließ mich an mancher Stelle zweifeln und manches erschien mir nicht so passend, aber es war trotzdem wieder ein einziger Sog und ich konnte dieses Buch nicht zu Seite legen. Ich richtig traurig, dass es nun vorbei ist. Aber ich werde die Augen offen halten und andere Romane der Autorin lesen, denn ihren Schreibstil finde ich einfach grandios und ich kann nicht genug davon bekommen. Hoffentlich erscheint bald wieder ein Roman in diesem Genre von Laura Kneidl. Ich würde mich sehr freuen.