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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein Buch, was zum Herbst gehört, wie der Nebel am Morgen

Das Seelenhaus
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Das Seelenhaus von Hannah Kent ist ein Roman, der für mich zum Herbst gehört wie die der Nebel am Morgen. Am Anfang war ich schon ein bisschen verwirrt und immer wieder stolperte ich über die vielen, sich ...

Das Seelenhaus von Hannah Kent ist ein Roman, der für mich zum Herbst gehört wie die der Nebel am Morgen. Am Anfang war ich schon ein bisschen verwirrt und immer wieder stolperte ich über die vielen, sich doch sehr ähnlichen isländischen Namen. Aber je mehr man sich einliest und ein Gefühl für diese Personen entwickelt verschwindet diese Verwirrtheit.

Hannah Kent hat mit Agnes eine wunderbare Hauptfigur gewählt, die es mehr als verdient, dass ihre Geschichte erzählt wird. Sie nutzt dafür verschiedene Formen der Erzählung. Einmal werden Protokolle oder Briefe gewählt, die einem die damalige Sprache und den Sachverhalt näherbringen. Dann wird die Geschichte von Agnes und ihrem Weg erzählt, welchen Menschen sie begegnet und wie mit ihr umgegangen wird. Und die Erzählweise, die mir am besten gefallen hat, ist die Ich-Perspektive aus der Sicht von Agnes. Diese Frau wird einem so nahe gebracht, man weiß nicht, ob man sie verurteilen oder mit ihr mitfühlen soll.

In ihrer Geschichte macht einem die Autorin deutlich, wie schwer und oberflächlich diese Zeit damals war. Mit welchen Herausforderungen, die Menschen in Island zu dieser Zeit zu kämpfen hatten. Viele Dinge, gerade das Gerede und die Vorverurteilung der Leute, brachten mich immer wieder zum nachdenken, denn gerade diese Dinge kann man auch auf die heutige Zeit übertragen.

Dieses Buch ist einfach ein Muss für jeden der auf gut recherchierte und doch nicht zu faktenreiche Romane steht. Man kann sich stundenlang in ihm verlieren und Island mit seinen Herausforderungen kennenlernen. Einfach alles in allem ein wunderbarer Roman mit einer faszinierenden Hauptfigur, der einen gespannt festhält.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein Muss für jeden Buchliebhaber

Eine Buchhandlung auf Reisen
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Ich muss ehrlich gestehen, dass ich "Das Haus der vergessenen Bücher" noch nicht gelesen habe. Ich habe es jedoch noch als eBook liegen und nach dem Lesen dieses Buches werde ich es mir sicher bald durchlesen. ...

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich "Das Haus der vergessenen Bücher" noch nicht gelesen habe. Ich habe es jedoch noch als eBook liegen und nach dem Lesen dieses Buches werde ich es mir sicher bald durchlesen. Ich fand es für mich praktisch "Das Haus der vergessenen Bücher" noch nicht zu kennen, denn es ist keine Notwendigkeit, um "Eine Buchhandlung auf Reisen" zu verstehen. Denn es ist ja bekanntlich die Vorgeschichte.
Ich war gespannt was mich erwartet. Ich bin wie sicher viele von uns ein Büchernarr und dieses Buch ist perfekt für jeden der Bücher liebt. Die Geschichte ist mit 191 Seiten nicht sehr lang und an einem Tag schnell durchgelesen. Die Kapitel selbst sind auch nicht zu lang, so dass ich immer zwischendurch ein wenig weiter lesen konnte.
Die Hauptcharaktere sind hier Roger Mifflin (der Buchhändler) und Helen McGill (die Käuferin des Parnassus). Ich fand Helen eine ehrliche und einfache Frau. Sie hat bis sie Roger traf immer nur an ihren Bruder und selten an sich selbst gedacht.
Roger Mifflin war für mich ein hinreißender Charakter, der mit seiner Ansicht zur Welt und zu Büchern sofort mein Herz erobert. Meine Lieblingsaussage von ihm in diesem Buch ist folgende:
"Wenn Sie einem Menschen ein Buch verkaufen, dann verkaufen Sie ihm nicht nur so und so viel Papier, Druckerschwärze und Leim- nein, Sie verkaufen ihm ein ganzes, neues Leben. Liebe und Freundschaft und Humor und Schiffe bei Nacht auf hoher See- Himmel und Erde, ich finde, das alles steckt in einem Buch - in einem wirklichen Buch!"
Ich finde diese Stelle zeigt deutlich seine Leidenschaft zu Büchern und zu seiner Tätigkeit. Ich als Leser wurde sofort von diesem Feuer und der Leidenschaft angesteckt und musste wissen, welche Abenteuer Helen mit dem Parnassus erlebt und wie weit Roger ihren Weg begleiten wird.
Ich bin mehr als begeistert von diesem Buch und es ist ein Muss für jeden Buchliebhaber, dieses Schmuckstück im Buchregal zu haben.

Veröffentlicht am 24.07.2017

Es gibt Bessere ...

Dirty, Sexy, Love
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Ich fand den Titel dieses Romans vielversprechend und daher war meine Neugier geweckt. Der Klappentext lockte mich auch und so musste ich es einfach lesen. Ich habe erst später entdeckt, dass dies der ...

Ich fand den Titel dieses Romans vielversprechend und daher war meine Neugier geweckt. Der Klappentext lockte mich auch und so musste ich es einfach lesen. Ich habe erst später entdeckt, dass dies der zweite Teil einer Reihe ist, jedoch war mir das beim Lesen gar nicht aufgefallen. Also man kann diesen Roman ohne Vorkenntnisse lesen, da sich jeder Roman um einen anderen Charakter aus der Dive Bar dreht. Ich hatte zumindest nicht das Gefühl, dass mir da irgendwelches Wissen fehlt. Sicherlich ist es ganz schön, wenn man "Crazy, Sexy, Love" vorweg liest, so sind einem die Charaktere schon bekannt, aber ich hatte nicht das verwirrte Gefühl der Leere, dass entsteht wenn einem der Vorgänger unbekannt ist und der Autor sich immer wieder darauf bezieht ohne näher zu erläutern. In diesem Roman dreht es sich größtenteils um Joe und Alex und diese beiden Charaktere zeichnet die Autorin ziemlich deutlich.
Wir erleben die Handlung aus Alex' Sicht und sind dadurch mit ihr stark verbunden. Ihr Charakter war für mich etwas schwierig, so wirklich warm bin ich mit ihr nicht geworden. Sie hat so ihre Macken und Denkweisen, die mir auf eine Weise etwas zu locker und auf andere Art wieder zu merkwürdig waren. Manches passte nicht so wirklich zusammen, aber das ist nur mein Gefühl. So wirklich nachvollziehen konnte ich manches nicht. Joe ist ein sehr sympathischer Mensch, der seine Familie und Freunde unterstützt und dabei sich selbst gerne mal vergisst. Ein Mann, der sich bei mir wirklich ins Herz geschlichen hat. Aber so im letzten Drittel legt er ein Verhalten an den Tag, das mir etwas suspekt war. Da hätte ich mir doch etwas anderes erhofft, was auch glaubwürdiger wirkt. Jedenfalls wirkte sein Handeln gegenüber den ersten zwei Dritteln für mich widersprüchlich.
Trotzdem fand ich die Grundidee ziemlich klasse auch wenn ich zu Beginn mehr Chatverläufe erwartet hatte. Diese werden später zwar mit eingebaut, aber doch eher im Mindestmaß.
Ich habe sicher schon bessere Erotikromane gelesen und werde daher diese Reihe auch nicht weiter verfolgen. Denn dieser Roman konnte zumindest bei mir nicht die Neugier auf Band 1 oder Band 3 wecken, auch wenn er sich locker und leicht weglesen ließ.

Veröffentlicht am 24.07.2017

Wunderbar

True North - Wo auch immer du bist
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Das ist eines dieser Bücher, bei dem mich eher der Klappentext zum Lesen animierte als das Cover. Dieses ist passend zum Roman gestaltet, allerdings sprach es mich nicht sonderlich an. Aber man soll ja ...

Das ist eines dieser Bücher, bei dem mich eher der Klappentext zum Lesen animierte als das Cover. Dieses ist passend zum Roman gestaltet, allerdings sprach es mich nicht sonderlich an. Aber man soll ja bekanntlich nicht nur auf das Äußere achten, sondern auch die inneren Werte berücksichtigen. Und ich muss sagen, ich bin froh, dass ich mich zum Lesen entschlossen habe.
Aufgrund des angenehm leichten und lockeren Schreibstils kommt man sehr gut in die Geschichte hinein. Diese wird dem Leser aus zwei Ansichten geschildert, was mir wirklich sehr gut gefallen hat. Unsere beiden Erzähler sind die Hauptprotagonisten Audrey und Griffin. Diese Erzählperspektiven sorgten bei mir als Leser dafür, dass ich mich besonders stark mit diesen Beiden verbunden fühlte. Dazu sind sie auch sehr sympathisch und haben mein Herz im Sturm erobert.
Audrey ist eine starke Persönlichkeit mit einem gewissen Grad an Tollpatschigkeit, der sie wirklich unheimlich süß und sympathisch macht. Ich habe sie gern auf die Reise nach Vermont begleitet. Zudem mochte ich als Fan von Kochsendungen ihr Geschick in der Küche sehr.
Griffin hat einen starken ersten Eindruck bei mir hinterlassen und er und seine Familie sind wirklich zum verlieben.
Besonders gefallen haben mir die landschaftlichen Beschreibungen, ich konnte die Bilder regelrecht vor mir sehen. Hier hat die Autorin wirklich ein gutes Händchen bewiesen und genau das richtige Verhältnis gewählt, beschreibend aber nicht erschlagend. Einfach ein wunderbares Gefühl durch diese Landschaft zu reisen.
Insgesamt kann ich sagen, dass ich diesen Roman gern gelesen habe auch wenn einiges zu perfekt wirkt und das Ende ziemlich vorhersehbar ist. Aber es ist ein tolles Buch über Liebe, Ehrgeiz, Familie und die Landschaft in Vermont rundet das Lesevergnügen ab. Ein toller Roman für den Sommer.

Veröffentlicht am 05.07.2017

Manchmal zu perfekt

Among the Stars
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Dieses Buch weckte meine Neugier besonders durch seinen Klappentext. Als das Buch bei mir ankam wollte ich nur kurz reinlesen. Der Schreibstil ist einfach und mitreißend. Aber natürlich kann ich als Bücherwurm ...

Dieses Buch weckte meine Neugier besonders durch seinen Klappentext. Als das Buch bei mir ankam wollte ich nur kurz reinlesen. Der Schreibstil ist einfach und mitreißend. Aber natürlich kann ich als Bücherwurm nicht leugnen, dass mich besonders die Hauptprotagonistin in ihren Bann zog, da sie Schriftstellerin ist. Elise ist wirklich eine sympathische Person, aber sie hat selbst mit ihrer Behinderung mehr Probleme, als andere Leute mit ihr. Sie zieht sich daher viel zurück und rückt sich selbst gern in den Hintergrund. Manchmal schon ein wenig zu sehr, wie ich fand. Auch das sie trotz Gehörverlusts so fließend sprechen kann, dass es die Leute meist nicht mitbekommen, dass sie taub ist, wirkte auf mich unglaubwürdig. Aber da spielen sicher eigene Erfahrungen eine Rolle. Trotz dieser kleinen Makel haben mich alle Charaktere in diesem Buch begeistern können und die unsympathischen Figuren rundeten das Leseerlebnis perfekt ab.
Ich war innerhalb von zwei Tagen mit diesem Buch durch und am Ende war ich richtig traurig, dass es schon vorbei war.
Sicher ist es ein New Adult Roman bei dem das ein oder andere Klischee erfüllt wird und ich hätte mir hier und da eine Kante gewünscht. Aber trotzdem konnte mich dieses Buch fesseln und ich konnte komplett abtauchen. Und das ist doch das wichtigste beim Lesen, die Welt um uns rum zu vergessen. Schön fand ich, dass die Autorin sehr gut vermittelte, dass kein Mensch fehlerfrei ist und jeder einen Makel hat. Letztlich ist es doch wichtig, dass wir uns selbst akzeptieren und unser Leben leben. Ich finde eine wichtige Mitteilung in unserer heutigen Gesellschaft.