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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2020

Wir haben Deine Schokolade gegessen! – Das sauböse Elternbuch

Wir haben deine Schokolade gegessen!
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Eltern und ihre Kinder sind nicht zu beneiden. Das Leben mit ihnen kann anstrengend sein. Den Kindern wird das Brot geschmiert, nach dem Toilettengang der Hintern abgewischt oder die Kotze mit Essensresten ...

Eltern und ihre Kinder sind nicht zu beneiden. Das Leben mit ihnen kann anstrengend sein. Den Kindern wird das Brot geschmiert, nach dem Toilettengang der Hintern abgewischt oder die Kotze mit Essensresten vom Kleid der Tante Sabine entfernt.

Eltern brauchen gute Nerven, und doch würden sie ihrem Nachwuchs das ein oder andere Mal auch gerne etwas ins Gesicht sagen, doch sie schweigen und schlucken ihre Bemerkung herunter.

Autorin Quinn Conroy hat in ihrem Buch diesen unausgesprochenen Gedanken einen Platz gegeben. Der Übersetzerin Caterina Kirsten ist es perfekt gelungen, diese ins Deutsche zu übertragen und passende Formulierungen zu finden.

Auch „Nicht-Eltern“ können über die Bemerkungen lachen. Neben einigen Sprüchen sind auch dazu passende Fotos zu sehen, die den Betrachter schmunzeln lassen. Da sich nur ein Spruch pro Seite befindet, ist das Buch schnell zu Ende. Das stört jedoch nicht, denn man wird es mehr als einmal in die Hand nehmen.

Dieses Buch eignet sich auch als Geschenk für Eltern oder solche, die es (noch) werden wollen. Ich empfehle es gerne weiter.

Veröffentlicht am 09.02.2020

Den Klaren sieht die Leber nicht – Männerleben auf dem Lande

Den Klaren sieht die Leber nicht
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Dietmar Wischmeyer berichtet als „Günther, der Treckerfahrer“ vom Leben auf dem Land. Günther klärt auf über die harte Realität und raue Sitten, die auf dem Land herrschen.

Wie bereits der Titel erahnen ...

Dietmar Wischmeyer berichtet als „Günther, der Treckerfahrer“ vom Leben auf dem Land. Günther klärt auf über die harte Realität und raue Sitten, die auf dem Land herrschen.

Wie bereits der Titel erahnen lässt, ist das Buch sehr „promillelastig“. Was einerseits belustigend ist, andererseits aber auch schnell das Bild vermittelt, dass Männer auf dem Lande bereits vor ihrem Tode gut konserviert sind. Er treibt es vielleicht auf die Spitze, aber niemals ohne zu übertreiben.

Günther erzählt frei heraus, und dadurch wird das Lesen etwas erschwert. Jedoch sorgt es dafür, dass man als Leser das Gefühl bekommt, mit ihm zusammen auf seinem Hof gemütlich den Tag ausklingen zu lassen. Natürlich nicht ohne einen Klaren auf dem Tisch oder ein kühles Blondes, je nach Gusto. Zwischendurch gibt es „Bauernweisheiten“, welche auch nicht allzu ernst zu nehmen sind. Dazu lockern Fotos mit Motiven des Landlebens Günthers Erzählungen auf.

Feministinnen sollten von diesem Buch lieber die Finger lassen. Aber dafür dürfte bereits der Buchtitel sorgen. Frauen, insbesondere Ehefrauen, erhalten im Buch spezielle Bezeichnungen, und der Umgang mit ihnen ist eher eine raue, besondere Art. Ich konnte darüber lachen und fand es witzig. Es passt einfach zu diesem Günter und wie er die Welt sieht.

„Den Klaren sieht die Leber nicht – Männerleben auf dem Lande“ ist ein schönes Buch für vergnügliche Lesestunden. Ich empfehle es gerne weiter.

Veröffentlicht am 26.01.2020

Wir sehen dich sterben

Wir sehen dich sterben
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In Berlin steht die Präsentation von MyView an. Unter Geheimhaltung wurde ein Chip entwickelt, der an den Sehnerv befestigt wird. Doch er wird keinem einzigen blinden Menschen das Sehen ermöglichen. Mithilfe ...

In Berlin steht die Präsentation von MyView an. Unter Geheimhaltung wurde ein Chip entwickelt, der an den Sehnerv befestigt wird. Doch er wird keinem einzigen blinden Menschen das Sehen ermöglichen. Mithilfe eines Streams kann durch diesen Chip jeder Mensch überall auf der Welt durch die Augen eines anderen dessen Leben verfolgen. Nina Kreutzer erhält Videostreams von Menschen, die scheinbar nicht wissen, dass sie einen solchen Chip in sich tragen, zugespielt. Die Wissenschaftlerin entdeckt, dass ein Chipträger nach dem anderen ermordet wird. Bei der Polizei glaubt ihr Tim Börde. Gemeinsam versuchen sie, weitere Morde zu verhindern, und geraten dabei selbst in Gefahr.

Mit „Wir sehen dich sterben“ erwartet den Leser ein spannender, rasanter Thriller. Auch, wenn die Geschichte um das Sehen durch „fremde Augen“ noch nach Sciencefiction klingen mag, lässt Autor Michael Meisheit es so realistisch wirken, dass man diesen Chip für möglich halten kann. Alles ist perfekt aufeinander abgestimmt und logisch durchdacht. Von Beginn an begleitet den Leser eine Gänsehaut.

Die Charaktere treten hier in den Hintergrund und sind nicht all zu emotional ausgearbeitet. Dies stört jedoch kaum, da der Schwerpunkt bei den Chips, der Rettung der Probanden und den Interessen verschiedener Gruppen an dieser Technologie liegt.

Immer wieder stellt sich beim Lesen die Frage, ob diese Technologie nun Fluch oder Segen für die Menschheit ist. Denn man sieht wirklich ALLES, wenn man den Stream verfolgt. Durch die guten Schilderungen lässt der Autor den Leser trotz des ernsten Themas auch mal lächeln. Dies lockert die Geschichte auf. Viele Wendungen lassen dem Leser kaum zur Ruhe kommen. Da der Leser auch immer wieder Einblicke in die Tätigkeiten und den Charakter des Killers bekommt.

„Wir sehen dich sterben“ ist ein Thriller ganz nach meinem Geschmack. Nach dem Lesen dieses Buches wird man die Welt mit anderen Augen betrachten. Im wahrsten Sinne des Wortes? Wer weiß das schon.

Ich danke dem Bloggerportal und dem Heyne Verlag für die Zusendung dieses E-Book Rezensionsexemplars.

Veröffentlicht am 26.01.2020

Gestohlene Träume

Gestohlene Träume
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Tia Marsh ist Expertin für griechische Mythologie. Nach einer Lesung trifft sie auf Malachi Sullivan. Sein Interesse gilt der Suche nach drei verschollenen Götterstatuen. Eine von ihnen gehörte Tias Ururgroßvater, ...

Tia Marsh ist Expertin für griechische Mythologie. Nach einer Lesung trifft sie auf Malachi Sullivan. Sein Interesse gilt der Suche nach drei verschollenen Götterstatuen. Eine von ihnen gehörte Tias Ururgroßvater, und der Legende nach ist diese Figur mit der Luisitania untergegangen. Allerdings möchte nicht nur Malachi die Statuen haben, und die andere Person ist bereit, über Leichen zu gehen.

Hier erwartet den Leser ein Auf und Ab der Gefühle. Langsam baut sich Spannung auf, welche bis zum großen Finale andauert. Zusammen mit den Hauptcharakteren erlebt man die Suche und die Geschehnisse, was für eine enge emotionale Verbindung sorgt. Natürlich kommt auch die Romantik nicht zu kurz, sie nimmt der Suche nach den Figuren aber keinen Raum, der Schwerpunkt der Geschichte sind die verschollenen Götterstatuen.

Ein guter Schreibstil sorgt für ein entspanntes Lesen. Tia, Malachi und ihr langsam anwachsendes Team sind gut ausgearbeitet. Sie nehmen den Leser mit auf ihr großes Abenteuer. An den richtigen Stellen platzierte Wendungen lassen keine Langeweile aufkommen, und das Buch ist viel zu schnell ausgelesen. Bei mir löste die Geschichte an vielen Stellen ein gutes Kopfkino aus. Ein wunderbares Buch.

Veröffentlicht am 26.01.2020

Das Geschenk

Das Geschenk
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Als Analphabet schlägt sich Milan Berg mehr schlecht als recht durchs Leben. Eines Tages steht er an einer Ampel. Neben ihm hält ein Auto. Das Mädchen auf dem Rücksitz drückt einen Zettel an die Scheibe ...

Als Analphabet schlägt sich Milan Berg mehr schlecht als recht durchs Leben. Eines Tages steht er an einer Ampel. Neben ihm hält ein Auto. Das Mädchen auf dem Rücksitz drückt einen Zettel an die Scheibe und scheint Hilfe zu brauchen. Doch Milan kann die Botschaft nicht entziffern. Trotzdem möchte er ihr helfen und verfolgt das Auto. Hätte er geahnt, auf welche Wahrheiten er stoßen würde, hätte er mit Sicherheit an der Ampel seinen gewohnten Weg fortgesetzt. Die Wahrheit kann grausam sein, und sie nicht zu kennen, ein wahres Geschenk.

Gut ausgearbeitete Figuren und eine Geschichte, die nur langsam Schicht für Schicht einen Teil der Wahrheit enthüllt. Immer wieder stellt sich die Frage, ob man diese wirklich wissen möchte. Gemeinsam mit Milan erlebt der Leser viele Wendungen und Veränderungen. Der Leser bekommt auch einen guten Einblick in Milans Leben und wie es ist, in einer Welt, die nur aus kryptischen Zeichen zu bestehen scheint, klar zu kommen – oder auch nicht.

Von Kapitel zu Kapitel steigt die Spannung, und das Kopfkino kommt immer mehr in Fahrt. Geschickt nimmt Sebastian Fitzek an einigen Stellen das Tempo heraus, nur um kurz darauf wieder Gas zu geben.

Kaum zu glauben, aber „mein Fitzek“ ist wieder da. Zwar haben mir seine letzten Bücher gut gefallen, aber es fehlte ihnen das gewisse Feeling, was für mich ein perfektes „Fitzek-Buch“ haben muss. Mit „Das Geschenk“ ist es endlich wieder da.

„Das Geschenk“ ist eine geniale Geschichte, welche auch einige Fragen aufwirft. Lange nach Beendigung des Buches geistern diese noch durch die Gedanken. Ein Psychothriller, der diesen Namen verdient hat, genau das ist dieses Buch.