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Nilchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.12.2024

Hat mächtig Spaß gemacht zu lesen!

Wir finden Mörder (Wir finden Mörder-Serie 1)
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Als ich Wir finden Mörder gelesen habe, war ich sofort von der charmanten und humorvollen Art der Erzählung gefesselt. Der Roman handelt von vier ungewöhnlichen Senioren, die sich im "Thursday Murder Club" ...

Als ich Wir finden Mörder gelesen habe, war ich sofort von der charmanten und humorvollen Art der Erzählung gefesselt. Der Roman handelt von vier ungewöhnlichen Senioren, die sich im "Thursday Murder Club" zusammentun, um ungelöste Verbrechen aufzuklären. Als in ihrer Nachbarschaft ein Mord geschieht, werden sie unerwartet selbst zu Ermittlern.
Besonders hat mir gefallen, wie Richard Osman die Figuren zum Leben erweckt. Jede der Senioren hat ihre eigenen Eigenheiten, und ihre Dynamik ist sowohl witzig als auch herzerwärmend. Die Mischung aus cleverem Plot, trockenem britischen Humor und warmherziger Charakterzeichnung macht das Buch zu einem echten Vergnügen.
Die Spannung bleibt bis zum Ende bestehen, und die überraschenden Wendungen halten einen bei der Stange. Ich kann diesen Krimi jedem empfehlen, der originelle Geschichten mit liebenswerten Figuren mag. Ein unterhaltsames Leseerlebnis von Anfang bis Ende!

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Veröffentlicht am 05.12.2024

Bin begeistert.

Gefährliche Betrachtungen
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Es gibt Bücher, die einen lange nach der letzten Seite beschäftigen – Gefährliche Betrachtungen von Tilo Eckardt ist für mich genau so ein Werk. Der Roman spielt im Sommer 1930 in Nidden, einem kleinen ...

Es gibt Bücher, die einen lange nach der letzten Seite beschäftigen – Gefährliche Betrachtungen von Tilo Eckardt ist für mich genau so ein Werk. Der Roman spielt im Sommer 1930 in Nidden, einem kleinen Künstlerdorf auf der Kurischen Nehrung, und erzählt von der Begegnung zwischen Thomas Mann und seinem Übersetzer Zydrunas Miuleris, der im Roman schlicht „Müller“ genannt wird.
Die historische Atmosphäre, die Eckardt in diesem Buch schafft, hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Nidden wird als eine Art Rückzugsort beschrieben, ein Ort, an dem Künstler und Intellektuelle Ruhe suchen, während sich in Europa bereits die Schatten des politischen Umbruchs abzeichnen. Die detailreichen Beschreibungen – von den Dünen, die wie endlose Wellen wirken, bis hin zu den einfachen Fischerhütten – lassen die Kulisse lebendig werden.
Im Mittelpunkt stehen jedoch die spannenden Dialoge und Dynamiken zwischen Thomas Mann und Müller. Mann wird hier nicht nur als der große Schriftsteller und Nobelpreisträger dargestellt, sondern auch als ein Mensch voller Ambivalenzen. Sein Bedürfnis nach Kontrolle und seine Selbstinszenierung stehen im Gegensatz zu Müllers stiller, aber tiefgründiger Persönlichkeit. Müller, ein Litauer, der in Deutschland lebt, trägt als Übersetzer die Bürde, nicht nur Manns Worte, sondern auch dessen Geist und Intentionen in eine andere Sprache zu übertragen. Sein innerer Konflikt, zwischen der Loyalität gegenüber Mann und seiner eigenen kulturellen Identität zerrissen zu sein, hat mich sehr berührt.
Besonders spannend fand ich die subtilen Spannungen zwischen den beiden: Mann, der Müller oft herablassend „mein Übersetzer“ nennt, erkennt zwar dessen Bedeutung an, bleibt aber gleichzeitig distanziert und elitär. Müller hingegen bewundert Mann, ringt jedoch mit seinem eigenen Selbstwertgefühl. Dabei spiegeln ihre Gespräche die politischen und gesellschaftlichen Brüche der Zeit wider – ein großartiges Beispiel für Eckardts Fähigkeit, persönliche Konflikte mit größeren historischen Themen zu verbinden.
Die historische Genauigkeit und die kunstvolle Ausarbeitung der Figuren machen diesen Roman zu einem echten Erlebnis. Eckardt gelingt es meisterhaft, nicht nur die äußeren Umstände der Weimarer Republik, sondern auch die inneren Konflikte der Intellektuellen dieser Zeit zu erfassen. Gefährliche Betrachtungen ist ein kluger, atmosphärischer Roman, der tief in die kulturellen und moralischen Fragen der 1930er Jahre eintaucht.
Für mich ist dieses Buch ein Muss für alle, die sich für Literaturgeschichte, Thomas Mann oder die Kunst des Übersetzens interessieren. Ich vergebe voller Begeisterung 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 05.12.2024

Als Wessi im Osten als Sehnsuchtsstiller

Junge aus West-Berlin
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Kennt ihr diese famose Reihe aus dem Galiani Verlag in der die legendäre Kat Menschik ihre Lieblingsbücher illustriert? Ich habe den schmalen Band 18: Junge aus West-Berlin von Maxim Leo gelesen und mich ...

Kennt ihr diese famose Reihe aus dem Galiani Verlag in der die legendäre Kat Menschik ihre Lieblingsbücher illustriert? Ich habe den schmalen Band 18: Junge aus West-Berlin von Maxim Leo gelesen und mich sehr gefreut diese sehr kurze Geschichte so schön illustriert zu sehen. Durch die markanten in grau gehaltenen Bilder kommt genau das richtige Flair zustande!
Keine 100 Seiten, daher ist der Inhalt auch schnell zusammengefasst, aber auch gut lesbar. Es geht um einen jungen Mann aus West-Berlin, wie der Titel schon sagt. Marc geht regelmäßig Ende der 80er Jahre mit einem Tagesvisum über die Grenze um dort als glamouröser Musikverleger jemand zu sein, bringt gewünschte Waren mit und wird von den Damen angehimmelt und er genießt den Sonderstatus, denn er im Westen nicht hat. Marc kommt abwechselnd mit Nele zu Wort, eine Frau, die es ihm in Ost-Berlin besonders angetan hat.
Toll erzählt, mächtig gut illustriert. Einfach lesen, macht Spaß. Lässt sich auch gut verschenken, auch an Nicht-Leser, wie gesagt, keine 100 Seiten und dann noch bebildert!

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Veröffentlicht am 05.12.2024

Gut geschrieben, inhatlich so maches mal zu viel des Guten

Endlich das ganze Leben
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Ich habe Endlich das ganze Leben mit gemischten Gefühlen beendet. Roberta Recchia erzählt die Geschichte der Familie Ansaldo, die durch den plötzlichen Tod der Tochter Betta in eine Abwärtsspirale aus ...

Ich habe Endlich das ganze Leben mit gemischten Gefühlen beendet. Roberta Recchia erzählt die Geschichte der Familie Ansaldo, die durch den plötzlichen Tod der Tochter Betta in eine Abwärtsspirale aus Schmerz, Geheimnissen und Konflikten gerät. Die Grundidee des Romans hat mich angesprochen, aber die Umsetzung war für mich oft zu überladen und dramatisch.
Die Familie stürzt von einem Drama ins nächste: unbewältigte Trauer, zerstörte Beziehungen, alte Geheimnisse – und das alles in einer düsteren, fast schon erdrückenden Atmosphäre. Es gibt aus meiner Sicht zu viele Themen, die die Autorin Roberta Recchia hier verarbeiten wollte.Besonders problematisch fand ich die expliziten Darstellungen von Gewalt und Missbrauch, die für mich schwer zu verdauen waren. Wer sich mit sensiblen Themen schwertut, sollte sich hier gut überlegen, ob dieses Buch die richtige Wahl ist.
Positiv hervorheben möchte ich Recchias Schreibstil. Sie schafft es, Emotionen eindringlich zu vermitteln, und die Kulisse des Rom der 1980er Jahre ist lebendig und atmosphärisch dargestellt. Doch trotz dieser Stärken hatte ich oft das Gefühl, dass weniger mehr gewesen wäre. Die komplexen Familienkonflikte hätten in einem entschlackten Plot viel besser zur Geltung kommen können.
Für mich war Endlich das ganze Leben eine durchwachsene Lektüre, die ich mit 3 von 5 Sternen bewerte. Wer dramatische Familiengeschichten mag und sich nicht an brutalen und triggernden Inhalten stört, könnte hier dennoch fündig werden. Für alle anderen könnte es aber schnell zu viel des Guten sein, wenn man „nur“ eine Familiengeschichte lesen wollte.

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Veröffentlicht am 05.12.2024

Schaurige Geschichten für frostige Nächte

Wintergeister
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Dieses schaurige Buch enthält 6 Kurzgeschichten, die allesamt von namenhaften Autorinnen aus dem englischsprachigen Raum verfasst worden. Wie beispielsweise Jess Kidd. Ich stelle das vorne an, da der Stil ...

Dieses schaurige Buch enthält 6 Kurzgeschichten, die allesamt von namenhaften Autorinnen aus dem englischsprachigen Raum verfasst worden. Wie beispielsweise Jess Kidd. Ich stelle das vorne an, da der Stil der Schauergeschichten sehr britisch und traditionell sind im besten Sinne!
Es sind allesamt Geschichten, die kurz nach dem 2. Weltkrieg spielen oder sehr viel früher. Alles haben eine sehr düstere Atmosphäre, es wird einem heiß und kalt und trotzdem leben die Texte oft von Andeutungen, wenn es um nicht-existente Wesen geht oder Geister.
Genau so wie man es sich wünscht, zum Gruseln, aber nicht dramatisch. Allerdings haben mich nicht alle gleichermaßen angesprochen. Mein Favorit der Sammlung ist die Geschichte „Jenkin“ von Catriona Ward. Genau so muss Grusel funktionieren.
Da es immer kalt, regnerisch und frostig ist in den Geschichten eignen sie sich hervorragend um bei nieseligem, kalten Novemberwetter gelesen zu werden oder eben im Dezember, Januar, Februar….
Fazit: Für immer mal wieder zwischendurch eine nette Abwechslung!

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