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Nilchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.09.2023

Spannend mit ungeahntem Ende

Düstergrab
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Die Reihe um das Ermittler-Duo Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn geht in die 6. Runde, allesamt heiß geliebt von seiner Leserschaft. Ich kannte bisher noch keine anderen Fall und bin nun recht spät mit ...

Die Reihe um das Ermittler-Duo Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn geht in die 6. Runde, allesamt heiß geliebt von seiner Leserschaft. Ich kannte bisher noch keine anderen Fall und bin nun recht spät mit diesem Band 6 „Düstergrab“ in die Elbmarsch-Reihe eingestiegen. Tat den Fällen und der Spannung keinen Abbruch, ich konnte gut folgen. Vor allem flutscht es nur so beim Lesen, da die Autorin Romy Fölck es wunderbar schafft einen mit ihrem leichten Schreibstil in den Bann zu ziehen.
Insgesamt haben mich die Charaktere, die hier vorkommen überzeugt, da lese ich auch gerne noch weiter.
Es startet mit der Beerdigung eines Schulfreundes von Frida. Am folgenden Tag wird sie alarmiert, denn das Grab scheint geschändet worden zu sein. Und siehe da, die Leichen haben sich verdoppelt im Grab. Nicht nur der Beerdigte liegt drin sondern eine weitere weibliche Leiche.
Dazu gibt es einen weiteren Strang, denn Haverkorn ist Cold Case-Ermittler und auch hier passiert einiges. Natürlich steigt die Spannungskurve immer weiter, nur der Schluss, da bin ich mir nicht so sicher, wie ich das finden soll. Ging nach einer steilen stetigen Spannungskurve doch recht abrupt und mit einer Wendung zu Ende, die ich nicht habe kommen sehen. Zweifle aber, ob das sooooo real ist! Aber dazu sind Bücher ja unter anderem da: fiktive Unterhaltung!
Auf jeden Fall konnte mich Fall 6 soweit überzeugen, dass nun Band 1 auf dem SUB liegt mit „Totenweg“!

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Veröffentlicht am 22.09.2023

Zu sich kommen

Normalhöhe Null
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Die in der Nähe von Hamburg lebende Autorin Anna Warner hat die Nähe zum Meer in ihren Text einfließen lassen auf eine wunderbare Art und Weise. Es geht um eine Villa an der Ostsee, die unbändige Natur ...

Die in der Nähe von Hamburg lebende Autorin Anna Warner hat die Nähe zum Meer in ihren Text einfließen lassen auf eine wunderbare Art und Weise. Es geht um eine Villa an der Ostsee, die unbändige Natur und Menschen, die es an diesen Ort zieht. Unter anderem zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Nora, ein Heimkind, nun Bauingenieuren mit Spezialgebiet Abriss ist eher distanziert. Peggy, offenes Herz, künstlerische Ader, ist genau das Gegenteil. Dann noch ein wirrer Professor, ein großer Hund sowie ein Kind ohne Schuhe. Alle treffen sie hier aufeinander und sind doch sehr mit sich selbst beschäftig und doch wollen sie die Villa vor dem Abbruch retten, der gemeinsame Nenner. Denn die Steilküste bricht ab und macht die Villa zu einem gefährlichen Ort.
Der Schreibstil ist bewusst und die Worte genau gewählt. Aus meiner Sicht gut geschrieben, aber es hat mich nicht ganz so doll mitgerissen wie ich es mir gewünscht hätte, auch wenn die Autorin Themenfelder anrührt, die auch mich interessieren, wie: Was macht einen Ort zu einem Zuhause? Wo fühlt man sich geborgen und was bedeutet Heimat für jeden individuell?
Fazit: Für Menschen, die Suchen und auch Finden wollen.

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Veröffentlicht am 22.09.2023

Hinter die Fassade schauen

Die schönen Jahre
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Wir begeben uns in das Italien, nach Rom der 80er Jahre und treffen auf ein ungleiches Freundinnen-Paar. Mehr geboren aus der Not heraus als aus tiefer Zuneigung. Denn die eine neidet der anderen ihr Leben ...

Wir begeben uns in das Italien, nach Rom der 80er Jahre und treffen auf ein ungleiches Freundinnen-Paar. Mehr geboren aus der Not heraus als aus tiefer Zuneigung. Denn die eine neidet der anderen ihr Leben und ihr Geld. Federica kommt aus einem gut situierten Elternhaus und hat die schönste Schwester weit und breit, Livia. Die Erzählerin ist arm und möchte genauso wie die andere begehrt und geliebt werden.
Jahre später, die beiden sind mittlerweile in ihren besten Jahren angekommen und hatten 30 Jahre lang keinen Kontakt, prallen ihre zurückgelassenen jugendlichen Persönlichkeiten gegen einander in der Gegenwart und bringen Unruhe. Eine Aufarbeitung, eine Reibung, eine Auseinandersetzung beginnt. Wo doch die Erzählerin mittlerweile eine berühmte Schriftstellerin ist, bleibt doch der Funken Unsouveränität zurück und eine Bitterkeit des Ruhms. Federica pflegt mittlerweile ihre Schwester und hat die offenen Arme verloren, die aus ihr in der Jugend die Anziehungskraft ausmachte.
Der Roman entblättert nach und nach die Beziehung der beiden. Wie sie zueinander standen, was sie verbindet und entzweit. Traumatische Erlebnisse paaren sich mit Entfremdung.
Kein leichter Tobak und auch sprachlich an der ein und anderen Stelle nicht so einfach verdaubar, gibt auch diese uns Raum für Interpretation – wie es auch zwischen den beiden viele Leerstellen im Ungesagten gibt.
Gut übersetzt wurde dieser in Italien hochgelobte Roman von Christiane von Bechtholsheim.

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Veröffentlicht am 21.09.2023

Das Bild der Füße

Kontur eines Lebens
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Tagtäglich passiert man alte Menschen auf der Straße, sie werden mit der Zeit unsichbar und verschwinden in Heimen. Die Geschichten, die sie in sich tragen, die eventuell bis heute schmerzen und nachklingen, ...

Tagtäglich passiert man alte Menschen auf der Straße, sie werden mit der Zeit unsichbar und verschwinden in Heimen. Die Geschichten, die sie in sich tragen, die eventuell bis heute schmerzen und nachklingen, nehmen wir nicht wahr. Besonders, wenn man bedenkt wie stark sich die Welt verändert hat seit den 50er und 60er Jahren im letzten Jahrhundert.
Und solch eine Geschichte erzählt uns der niederländische Autor Jaap Robben in seinem Roman „Kontur eines Lebens“. Den Titel finde ich äußerst treffend gewählt. Erzählt er die Geschichte er alten Frieda Tendeloo doch abwechselnd in der Gegenwart und in der Vergangenheit.
Über 80 Jahre ist sie nun alt, ihr Mann verstarb, sie nun im Pflegeheim mit viel Zeit zum Denken, viel Zeit für alte Wunden und Trauma wieder an die Oberfläche zu stoßen. Ihr Sohn Tobias kümmert sich rührend, selbst ein werdender Vater. Er ahnt nicht was in seiner Mutter vorgeht, die zu Beginn der 60er Jahre harte Zeiten erlebte, weil sie eine Affäre mit einem verheirateten Mann hatte und dann noch ein Kind von ihm erwartete. Unfassbar damals in den Niederlande.
Jaap Robben erzählt nicht nur exemplarisch was Frieda widerfahren ist sondern macht bewusst, dass diese Zeiten so anders waren und dann doch nicht so lange her. Die offene niederländische Gesellschaft war damals noch weit von ihrer liberalen Ader entfernt.
Diese Kombination aus gesellschaftlicher Entwicklung gebettet in einer persönlichen Geschichte macht den Roman sehr lesenswert.

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Veröffentlicht am 21.09.2023

Manipulierte Welt

Die Lügnerin
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Ich fand Friedemann Karigs Roman „Dschungel“ vor einigen Jahren grandios und somit wollte ich natürlich gleich „Die Lügnerin“ lesen!
Die Idee, dass jemand so gut lügen kann, dass alles geglaubt wird, ist ...

Ich fand Friedemann Karigs Roman „Dschungel“ vor einigen Jahren grandios und somit wollte ich natürlich gleich „Die Lügnerin“ lesen!
Die Idee, dass jemand so gut lügen kann, dass alles geglaubt wird, ist für mich eine Faszination. Ich kann einfach nicht lügen, werde knallrot und man sieht es mir einfach an, dass das was ich sage nicht stimmt. Also NULL Pokerface. Daher war diese Geschichte besonders reizvoll.
Es geht um Clara, die in einer Privatklinik behandelt wird und Gespräche mit ihrer Therapeutin führt und ihr deutlich macht, dass alles was sie anderen auftischt uneingeschränkt geglaubt wird. Clara ist faszinierend und bedenklich zugleich, schafft sie sich doch eine parallele Realität, die nichts mit der Wirklichkeit gemein hat.
Ein Konstrukt aus Schein und Sein, aus Lüge und Wahrheit, Täuschung und Enttäuschung, genau wie Manipulation. Friedemann Karig schreibt es unheimlich präzise und gut diese Figur Clara zum Leben zu erwecken. Humorvoll und mit vielen unerwarteten Wendungen punktet dieser Roman.
Fazit: Raffiniert konstruiert, gut geschrieben, eine klare Leseempfehlung meinerseits!

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