Liebe, Blut und Filmzitate – Wenn RomCom auf Slasher trifft
A Killer CrushMit ihrem Debüt A Killer Crush wagt Shailee Thompson etwas, das zunächst wie ein Drahtseilakt wirkt: eine romantische Komödie mit den Regeln eines Slasherfilms zu verschmelzen. Überraschenderweise funktioniert ...
Mit ihrem Debüt A Killer Crush wagt Shailee Thompson etwas, das zunächst wie ein Drahtseilakt wirkt: eine romantische Komödie mit den Regeln eines Slasherfilms zu verschmelzen. Überraschenderweise funktioniert genau dieser wilde Genre-Mix erstaunlich gut – und sorgt für einen Roman, der gleichermaßen schmunzeln lässt wie nervös die Seiten umblättern.
Im Mittelpunkt steht Jamie, die ausgerechnet über die Parallelen zwischen RomComs und Slasherfilmen promoviert. Eine herrlich nerdige Ausgangsidee – und eine, die plötzlich erschreckend real wird, als ein scheinbar harmloses Speed-Dating in einer alten Club-Location in Chaos, Panik und Mord umschlägt. Plötzlich steckt Jamie selbst mitten in der Art Geschichte, die sie sonst nur analysiert. Eingesperrt mit Fremden, einem Killer im Gebäude – und zwei potenziellen Love Interests, die ihr Herz ebenso durcheinanderbringen wie die Situation.
Was mir besonders gefallen hat, ist der Ton des Romans. Der Schreibstil ist lebendig, humorvoll und sehr dialoggetrieben. Die Kapitel beginnen jeweils mit leicht verfremdeten Filmzitaten – ein kleines Spiel, das beim Lesen richtig Spaß macht. Gleichzeitig kommentiert Jamie immer wieder das Geschehen mit ihrem Wissen über Genre-Regeln, was der Geschichte eine ironische Meta-Ebene verleiht. Man merkt: Die Autorin kennt ihre Filmklischees – und nutzt sie bewusst.
Der Plot selbst ist schnell, teilweise fast atemlos. Kaum hat das Speed-Dating begonnen, kippt die Atmosphäre in Richtung Horror. Von da an wechseln sich Spannung, Chaos, Flirts, Misstrauen und blutige Szenen ab. Ich konnte wirklich gut miträtseln, wer hinter den Morden steckt, und hatte mehrfach Momente, in denen ich dachte: „Okay, jetzt wird’s ernst.“ Gleichzeitig bleibt der Roman erstaunlich leichtfüßig – selbst mitten im Gemetzel blitzen Humor und romantische Dynamik auf.
Natürlich sollte man keinen strengen Realismus erwarten. Manche Situationen wirken überdreht, und die Figuren – abgesehen von Jamie und ihrer besten Freundin – bleiben teilweise eher skizzenhaft. Aber ehrlich gesagt passt das ziemlich gut zu der Idee hinter dem Buch. Slasher und RomComs leben schließlich beide von bestimmten Mustern, Tempo und Unterhaltung – und genau das liefert der Roman.
Besonders gelungen fand ich, wie Spannung und Romantik parallel aufgebaut werden. Während die Gruppe ums Überleben kämpft, entstehen trotzdem diese typischen „Meet-Cute“-Momente, die fast absurd wirken – aber genau dadurch charmant sind. Und obwohl ich nicht jede Filmreferenz erkannt habe, hat das den Lesespaß nicht geschmälert.
Unterm Strich ist das ein Buch, das weniger durch Tiefe als durch Energie überzeugt. Es ist blutig, witzig, manchmal herrlich absurd – und einfach sehr unterhaltsam. Für mich eine wirklich originelle Mischung, die ich so noch nicht gelesen habe.