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Nilchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.07.2021

Nicht nur für Zug-Fans!

In 80 Zügen um die Welt
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7 Monate und 70 000 Kilometer in Zügen hat die Autorin Monisha Rajesh mit ihrem Verlobten hinter sich gebracht und die Welt entdeckt! Schon der Wahnsinn was die beiden auf ihrer Reise alles erlebt haben ...

7 Monate und 70 000 Kilometer in Zügen hat die Autorin Monisha Rajesh mit ihrem Verlobten hinter sich gebracht und die Welt entdeckt! Schon der Wahnsinn was die beiden auf ihrer Reise alles erlebt haben und wirklich super, dass sie es zu Papier gebracht hat! Einziger Wehrmutstropfen ist, dass man dem Text schon anmerkt, dass er aus dem Englischen übersetzt ist – not a Problem, but if you can read the orginal! ;0)
Super gut gemacht ist die Klappenbroschüre vorne und hinten, da sind alle Strecken abgebildet, natürlich nur in klitzeklein, aber ersichtlich und hilft der Visualisierung! Ich hab‘ beim Lesen immer mal wieder nachgeschaut. Spricht natürlich für das gedruckte Buch. Es sind auch ganz dem klassichen Reisebericht entsprechend ein paar wenige Hochglanzfotos enthalten an 2 Stellen im Buch.
Spannend ist das Buch, doch muss ich ein ABER hinzufügen, denn bei aller Entdeckerfreude und Abenteuerlust ist Manches nicht ganz austarierte, die Balance der Informationen hätte besser gemacht werden können. Manches wird in epischer Breite erzählt, anderes wie vorbeiziehende Landschaften kommen nicht vor und auch der Fokus ist nicht immer so wie man ihn vielleicht erwarten würde.
Immerhin versucht die Autorin auf knapp 400 Seiten eine Reise von 7 Monaten zusammenzufassen! Das alleine ist schon eine große Kunst und hat daher großes Potenzial, dass der/die Leser:in nicht alles gut findet. Müssen wir auch nicht! Mir hat die gedankliche Reise trotz Kritik auf hohem Niveau äußerst viel Freude bereitet.
Ach und was das Buch sehr bereichernd macht, dass sie aus dem Blickwinkel einer Person of Color geschrieben wurde, anders als die unzähligen Backpaper-Berichte von Weißen. Den Unterschied merkt man in der Welt und das ist gut wie die Autorin hier ihre journalistische Seele zeigt und es hier dokumentiert.
Fazit: Einsteigen und gedanklich mal wieder auf der Schiene durch die Welt tingeln!

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Veröffentlicht am 03.07.2021

Zu belanglos

Enriettas Vermächtnis
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Der Klappentext las sich äußerst gut, es war auch auf den ersten Seiten ein Roman der mich ansprach, auf den ich mich freute. Doch dann wurde mir Enriettas Vermächtnis zum Verhängnis, denn die Geschichte ...

Der Klappentext las sich äußerst gut, es war auch auf den ersten Seiten ein Roman der mich ansprach, auf den ich mich freute. Doch dann wurde mir Enriettas Vermächtnis zum Verhängnis, denn die Geschichte langweilte mich zunehmend.
Da ist diese ominöse Person Enritetta, die ihr Vermächtnis auf 3 Personen verteilt, zum einen ihrem Sohn, einer Bekannten und ihrem Stiefsohn. Die Testamentseröffnung wird in Zürich vorgenommen, denn dort starb die Frau, die vor Jahrzehnten aus Südamerika nach Europa kam, man möchte fast flüchtete sagen. Diese Ausgangslage war spannend und vielversprechend und auch der Schreibstil ist leicht lesbar. Tja, und da hörten die guten Worte leider auch schon auf, denn der Roman hat wenig Tiefe und konnte mich nicht überzeugend. Es fehlt mir in diesem Roman schlicht weg die Raffinesse. Die Geschichte könnte so viel hergeben, aber ich finde es wird zu "einfach" erzählt und die Charaktere bleiben sehr eindimensional.
Die drei Wegen kreuzen sich in den Folgewochen, es brennen Liebschaften auf und alte Emotionen kochen hoch, aber in der Summe recht trivial und ohne Mehrwert für den Leser.
Schade, ich habe mehr erwartet und kann den Roman leider nicht empfehlen.

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Veröffentlicht am 03.07.2021

Kraftvolle Innenansicht

Schicksal
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„Das Leben drängt nach vorne, aber erst im Rückblick kann man es verstehen.“ (Seite 362)
Zeruya Schalev hat mit Schicksal einen kraftvollen Roman geschrieben über eine Frau, Atara, die wie der Titel sagt ...

„Das Leben drängt nach vorne, aber erst im Rückblick kann man es verstehen.“ (Seite 362)
Zeruya Schalev hat mit Schicksal einen kraftvollen Roman geschrieben über eine Frau, Atara, die wie der Titel sagt vom Schicksal be- bzw getroffen ist. Zunächst stirbt ihr Vater, der ihr ein schweres mentales Erbe mitgibt auf den letzten Metern, denn es gab in seinem Leben eine Ehefrau vor ihrer Mutter – Rachel. Diese zu finden ist eine intensive Bestimmung für Atara. Doch dann schlägt das Schicksal anderweitig zu und aus meiner Sicht liegt der Fokus nicht in der Suche und der Aufarbeitung der Vergangenheit des Vaters, wie es der Klappentext leider vermuten lässt. Nein, dieser Roman ist Trauerbewältigung und Annahme des Schicksals.
„Bei keiner Wahl, die wir treffen, verstehen wir bis ins Letzte, was sie für uns bedeutet.“ (Seite 251)

Der Roman spielt in Israel, wo auch die Autorin Zeruya Shalev in Haifa zu Hause ist. Diese Geschichte ist stark in den Makrokontext Israels eingebaut und ist ohne diesen Überbau undenkbar. Denn es kommen auch starke geschichtliche Elemente vor, die den Mikrokosmos Ataras bestimmen. Auch ist der Roman sehr jüdisch geprägt. Mich hat besonders ein Abschnitt über das traditionelle Schiv’a (Trauerwoche sitzen). Trotz dieses Settings hätte es aus meiner Sicht, auch in Hinblick auf die zu erwartende Geschichte tiefe historsiche Einblicke sein können.
Vielleicht deshalb prasseln die Wörter so hastig aus ihrem Mund, verheddern sich, ein Wort tritt das andere, rollt nach vorne, zieht sich wieder zurück, aber sie macht weiter, sie wird nichts auslassen. (Seite 142)
Was den Roman auszeichnet ist die fulminante Sprache, diese feurige Prosa die Zeruya Shalev uns Leser:innen offenbart. Sie nimmt uns mit in die dunklen und die hellen Winkel der Protagonistin und das mit Worten, die passender nicht aneinander gereiht sein könnten.
Fazit: Ein gelungenes Buch, aber eher für eine ausgewählte Leserschaft.

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Veröffentlicht am 28.06.2021

Bandenstarker Auftakt

Bruno Bratwurst und die tierisch wilde Meute (Bruno Bratwurst 1)
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Bruno Bratwurst ist ein Hund, dem so langweilig ist, dass er mit seinem Nachbar, dem dicken Boxer Bubi, eine Hundebande gründen will, die nur Schlimmes im Schilde führen will. Der Plan reift vor sich hin ...

Bruno Bratwurst ist ein Hund, dem so langweilig ist, dass er mit seinem Nachbar, dem dicken Boxer Bubi, eine Hundebande gründen will, die nur Schlimmes im Schilde führen will. Der Plan reift vor sich hin und gewinnt ein weiteres Bandenmitglied, Dackel Balduin von Wieselfingen! Leider gibt es da noch unliebsame Streunerkatzen, die seit kurzem ihr Unwesen in der Stadt führen und dagegen wollen die 3 nun angehen! Ob das gelingt?
Insgesamt ein nettes Erstleserbuch für schon etwas bessere Leser:innen, denn die Schrift ist groß und das Buch reichlich bebildert. Aber ich muss auch sagen, dass es etwas langweilig ist, eine sehr unaufgeregte Geschichte, die amüsant und wortspielreich ist, aber eben wenig spannend.
Bruno Bratwurst und die tierisch wilde Meute ist der Auftaktband einer neuen Reihe.
Das Buch wurde unter einem Pseudonym publiziert: Janne Nilsson, die eigentlich Dagmar H. Mueller heißt und schon über 100 Kinder- und Jugendbücher verfasst hat wie beispielsweise die Chaosschwestern. Warum nun unter einem Pseudonym publiziert wird, ist unklar, denn die Autorin hat in der Branche einen guten Ruf!
Fazit: Netter Lesestoff für Grundschulkinder, die es weniger aufregend mögen und Hunde lieben!

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Veröffentlicht am 28.06.2021

Oh je! Die eigenen Eltern entführt!?!

Joscha & Marie und die Frage, wie man seine Eltern rettet, ohne einen Urknall auszulösen
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Oh je! Die eigenen Eltern entführt!?! Was macht man da bloß? Genau, man heuert eine:n Detektiv:in an! In unserem Fall ist Joscha in der blöden Situation, dass seine Eltern von Gangstern entführt wurden ...

Oh je! Die eigenen Eltern entführt!?! Was macht man da bloß? Genau, man heuert eine:n Detektiv:in an! In unserem Fall ist Joscha in der blöden Situation, dass seine Eltern von Gangstern entführt wurden und sie eine Formel von ihm erpressen wollen, die seine Mutter erfunden hat. Polizei soll es keine geben, also sucht er eine:n Detektiv:in und so kommt Marie ins Spiel. Ein Mädchen, dass herrlich erfrischend ist, noch dazu Erfinderin mit Sozialphobie, die aber schier furchtlos erscheint. Eine gelungene Protagonistenkombination. Mal was anderes, nicht nur die ungewöhnliche Idee vom Autor Jens Baumeister der entführten Eltern sondern auch das Ermittlerduo ist gut gewählt und fern ab jeglicher Klischees.
Ein rasantes Kinderbuch, dass man ab der 3./4. Klasse gut lesen kann. Was irritieren könnte, sind Einschübe die in Form einer dritten Stimme in Kästen zwischen den Text gestellt sind. Mich hat es nicht gestört, könnten aber für schlechtere Leser in der Tat ein Thema sein um der Geschichte folgen zu können. Wenn man es mag, ist es gar unterhalsam.
Alles in allem ist „Joscha & Marie und die Frage, wie man seine Eltern rettet, ohne einen Urknall auszulösen“ aus meiner Sicht sehr gelungenes witziges Kinderbuch!

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