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Veröffentlicht am 02.06.2019

Verzaubert mit viel Witz und Charme

Sommerzauber auf der kleinen Insel
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Barbara Erlenkamp erzählt in ihrem Buch „Sommerzauber auf der kleinen Insel“ von der Karrierefrau Britta Hoffmann,
deren neues Feriendorf-Projekt sie als Teamleiterin auf die dänische Insel Laeso verschlägt. ...

Barbara Erlenkamp erzählt in ihrem Buch „Sommerzauber auf der kleinen Insel“ von der Karrierefrau Britta Hoffmann,
deren neues Feriendorf-Projekt sie als Teamleiterin auf die dänische Insel Laeso verschlägt. Dort angekommen gerät Brittas durchorganisiertes und auf Karriere getrimmtes Leben gehörig aus den Fugen, als sie feststellen muss, dass ihre alleinerziehende Mutter Charlotte ihr offensichtlich einiges aus ihrer Vergangenheit verheimlicht hat, als plötzlich nicht nur Brittas Halbschwester auftaucht. Als ihr dann auch noch der gutaussehende Tischler Jan Ole über den Weg läuft und etwas in der Luft liegt, wofür sie im Moment doch so gar keine Zeit hat und sie zudem begreift, dass in ihrem Projekt ein faules Spiel gespielt wird, ist das Chaos für Britta mehr als perfekt.

Hinter dem Autorinnennamen Barbara Erlenkamp steht das Ehepaar Christine und Andreas J. Schulte. Die Beiden haben als B. Erlenkamp bereits den Roman „Das kleine Café“ herausgebracht. Für mich ist es das erste Buch des Autoren-Duos.

Das Cover zeigt eine typische Sommerszene an einem Strand im Norden. Ein Reetgedecktes Haus steht auf einer grasbewachsenen Düne am Strand, nah der Gischt der sich brechenden Wellen. Im Vordergrund stehen Wildblumen und segelnde Möwen fliegen im strahlenden Sommerhimmel. Mich hat das Cover sofort an Urlaub, Auszeit und den Duft an Sonnenmilch denken lassen. Es hat mich angesprochen.

Das E-Book umfasst 229 Seiten und ist in 43 Kapitel unterteilt. Die Kapitelüberschriften beziehen sich auf den Inhalt des jeweiligen Kapitels. Die Autorin schreibt hier aus der allwissenden Erzählperspektive. Der Schreibstil ist flüssig und locker und ich konnte mich sehr schnell einlesen. Viel Spaß gemacht haben mir die oft sarkastische Art und Weise der Gedanken und Dialoge und die vielen tollen und mir bisher unbekannten Zitate und kleinen Lebensweisheiten.

Die Protagonistin Britta war mir auf Anhieb sympathisch. Ich konnte ihren inneren Zwiespalt – auf der einen Seite erfolgreich, strukturiert, den Erwartungen fast übergerecht werden - und auf der anderen Seite Sehnsucht nach Leben, Liebe, Spontanität und das Ausbrechen aus den selbstauferlegten Ketten – sehr gut nachvollziehen. In diesem Zwiespalt spiegelt sich der leider der nach wie vor bestehende Kampf der Frauen nach Anerkennung in der Geschäftswelt wieder.
Das fand ich toll! Schön war die Veränderung die Britta von Beginn des Romans bis hin zum Ende durchlaufen hat. Auch dieses fühlte sich sehr real an, dadurch war mir Brittas Charaktere schnell sehr nah.

Charlotte, Brittas Mutter, hat eine schwierige Rolle abgegriffen. Mutter und Tochter sind hier sehr gegensätzlich dargestellt, weswegen es immer wieder zu Schwierigkeiten zwischen den beiden kommt. Unbewusst habe ich mich auch ein bisschen auf Brittas Seite geschlagen und fand Charlotte zu Beginn etwas „schwierig“. Im Fortgang der Geschichte veränderte sich das dann etwas.
Persönliche Motive, die in der Vergangenheit liegen, haben Charlotte zu Entscheidungen zwingen lassen, die im Nachhinein betrachtet als Fehler angesehen werden können und ihr von Britta auch vorgehalten wurden. Ich kann hier tatsächlich beide Seiten verstehen und als Mutter nachvollziehen. Auch diese Umstände wirken echt und aus dem Leben gegriffen.

Barbara Erlenkamp lässt viele Personen auftreten, die alle auf die ein oder andere Weise wichtig sind für den Fortgang der Geschichte. Alle sind gut durchdacht und mit dem nötigen Tiefgang und Fingerspitzengefühl beschrieben, so dass sich viele Szenen des Buches, echt und real anfühlten, dadurch hat die Geschichte für mich Hand und Fuß.

Fazit:
Wer auf der Suche nach einer kurzweiligen Geschichte mit viel Herz, Humor und einer Prise Spannung ist, der wird in Barbara Erlenkamps „Sommerzauber auf der kleinen Insel“ fündig werden. Das Buch hat mir mit seinem lockeren und witzigen Schreibstil viel Spaß gemacht und ich musste oft schmunzeln, wenn nicht gar auflachen. Ich werde Ausschau nach weiteren Büchern von der Autorin halten.
4 von 5 Sternen

  • Cover
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Gefühl
Veröffentlicht am 12.05.2019

Wirklich spannend - Dunmor Castle - Band 1

Dunmor Castle - Das Licht im Dunkeln
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Der Roman Dunmor Castle – Das Licht im Dunkeln – von Kathryn Taylor erzählt von der jungen Innenarchitektin Alexandra „Lexie“ Cavendish, die während einer Dienstreise in das malerische Dorf Cerigh in Nordirland, ...

Der Roman Dunmor Castle – Das Licht im Dunkeln – von Kathryn Taylor erzählt von der jungen Innenarchitektin Alexandra „Lexie“ Cavendish, die während einer Dienstreise in das malerische Dorf Cerigh in Nordirland, ungewollt auf Ungereimtheiten und Geheimnisse Ihrer eigenen Vergangenheit stößt und dabei den attraktiven Grayson Fitzgerald – auch noch der größte Konkurrent von Lexies Chef – näher kennenlernt als ihr zunächst lieb ist. Als Lexies Spurensuche sie zunehmend in große Gefahr bringt und die Ereignisse sich überschlagen, muss sie entscheiden, wer Freund und Feind ist und ob vielleicht Grayson der Einzige ist, dem sie wirklich vertrauen kann...

Kathryn Taylor ist eine deutsche Autorin die es u.a. durch den Mehrteiler Colours of Love oder die Trilogie Daringham Hall in die Riege der Bestseller-Autoren geschafft hat. Dunmor Castle – Das Licht im Dunkeln ist der erste Band einer Dilogie. Es ist für mich nicht das erste Buch dieser Autorin.

Das Cover des Buches zeigt eine vom Betrachter abgewandte junge Frau mit einem Wildblumenstrauß im Arm, die am Rand einer grasigen Klippe auf ein Schloss – Dunmor Castle – gebaut auf Felsen und umgeben von dunklem Wasser schaut. Am oberen Rand des Covers verdichten sich dunklere Wolken am Himmel. Das Cover spiegelt für mich die Stimmung des Buches und gibt eine Art Vorausschau auf die Geschichte wieder. Mich hat es angesprochen.

Das E-Book umfasst 258 Seiten und ist aufgeteilt in 27 Kapitel. Kathryn Taylor schreibt die Handlung Ihres Romans aus der allwissenden Erzählperspektive. Ihr Schreibstil ist flüssig in einer klugen und bebilderten Sprache. Ich habe mich ohne Mühe in diesen Stil einfinden können.

Die einzelnen Charaktere ihres Buches beschreibt Kathryn Taylor Häppchenweise, sie lässt erahnen, dass sich hinter den Personen mehr verbirgt, als auf den ersten Blick sichtbar. Dadurch wirken die Protagonisten sehr vielschichtig, mit Detailliebe geschaffen. Die Autorin erzeugt dadurch zusätzliche Spannung, weckt Neugierde. Man ahnt, dass da noch mehr ist, man will und muss mehr erfahren.... Aufgelöst werden hier nicht alle in der Vergangenheit liegenden Ereignisse. Dadurch gelingt Kathryn Taylor die Aufrechterhaltung des Interesses an den Figuren über das Buch hinaus.

Auf Lexie Cavendish konnte ich mich gut einlassen, habe an ihrem Werdegang Anteil genommen und ordentlich mit ihr in den einzelnen Szenen „mitgefiebert“ - sie ist mir wirklich sympathisch.

Grayson Fitzgerald fand ich von der ersten Begegnung mit Lexie an anziehend, sexy und doch irgendwie undurchdringlich dargestellt. Hier liegt noch einiges im Dunkeln – was sehr spannend ist. Die starke Anziehungskraft der beiden zueinander hat mich ganz kribbelig gemacht.

Kathryn Taylor lässt viele Personen auftreten, die alle auf die ein oder andere Weise wichtig sind für den Fortgang der Geschichte, um den enormen Spannungsbogen des Romans aufrecht zu erhalten und natürlich, um die Leser regelrecht zu verführen, Theorien zu finden, wer hinter was, mit wem und überhaupt warum stecken könnte.
Trotzdem verliert sich die Autorin nicht selbst in losen Enden und einem wirren Netz aus Personen – die Geschichte hat für mich Hand und Fuß.

Dieser Roman war eine totale Überraschung und einfach pures Lesevergnügen für mich. Ich empfehle das Buch allen, die unterhaltsame und vor allen Dingen spannende Momente genießen wollen. Kathryn Taylor hat mich hier allzu oft atemlos, ja regelrecht durch die Geschichte gepeitscht und mich dabei oft aufs Glatteis geführt. Sie schafft es viele Szenen unverhofft in eine andere Richtung zu lenken und dabei trotzdem nicht den Faden zu verlieren. Der Roman ist klug aufgebaut, ohne konstruiert zu wirken. Ich bin total begeistert – Band 2 ist bereits vorbestellt!
5 Sternen von5

  • Cover
  • Geschichte
  • Atmosphäre
  • Erzählstil
  • Gefühl
Veröffentlicht am 24.02.2019

Herz + Witz + Sexyness = The Billionaire Prince von Virginia Nelson

The Billionaire Prince
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Virginia Nelson erzählt in „The Billionaire Prince“ die Geschichte vom attraktiven und schwerreichen CEO und Frauenschwarm Aiden Kelley, dessen klar strukturiertes Leben durch das unerwartete Auftauchen ...

Virginia Nelson erzählt in „The Billionaire Prince“ die Geschichte vom attraktiven und schwerreichen CEO und Frauenschwarm Aiden Kelley, dessen klar strukturiertes Leben durch das unerwartete Auftauchen seiner 10 Jahre alten Tochter Waverley, von der er bis dato nichts wusste, aus den Fugen gerät.
Einzig Aidens persönliche Assistentin Chelsey Houston, die sich im Verborgenen schon lange zu ihm mehr als hingezogen fühlt, vermag Aiden eine hilfreiche Stütze in der Schieflage seines Lebens zu sein und wieder dringend benötigte Ordnung ins Chaos zu bringen. Obwohl Chelsey doch eigentlich vernünftig sein und - um aus dem Dunstkreis ihrs sexy Bosses zu entfliehen - endlich kündigen wollte, lässt sie sich auf einen Roadtrip zum Grand Canyon mit dem frischgebackenen Vater und seiner aufgeweckten Tochter ein, um zu helfen diese einander näher zu bringen. Aiden kommt allerdings hier nicht nur seiner Tochter näher, er entdeckt auch die attraktive Frau hinter seiner Assistentin.
Durch einen Zwischenfall im Gran Canyon und das Auftauchen von Waverleys Mutter, ist das Gefühlschaos wirklich aller Beteiligten komplett und für Chelsey steht plötzlich mehr auf dem Spiel als nur der Job.

Die Autorin hat hiermit den 2. Band ihrer romantischen „Billionaire-Dynasties“ veröffentlicht. Mit Band 1 „The Penthouse Prince“ hat sich Virginia Nelson einen Namen gemacht. Für mich ist das das erste Buch der Autorin.

Das Cover und der Titel entsprechend dem aktuellen Trend der Zeit: Ein sexy-verwegener Mann im Anzug, der seine Krawatte zurechtrückt, prangt auf dem Cover, der Titel „The Billionaire Prince“ ist natürlich passend dazu. Beides hat mich, ganz ehrlich gesagt, nicht unbedingt umgehauen, aber auch nicht davon abgehalten mich für das Buch zu interessieren.

Das E-Book umfasst 180 Seiten und ist aufgeteilt in 20 Kapitel. Die Autorin schreibt aus der allwissenden Erzählperspektive, allerdings nennt sie einleitend jeweils den Namen des Protagonisten, auf den sich der nächste Teil bezieht, so dass es leserfreundlich gestaltet ist.

Virginia Nelson hat einen flüssigen Schreibstil, der mich ziemlich flott mitten ins Geschehen gebracht hat und mir fiel es überraschend leicht mich in die Protagonisten einzufinden.

Aiden hat für mich eine nachzuvollziehende Entwicklung durchlaufen, vom durchorganisierten Kontrollfreak, der sein Leben und seine Firma im Griff hat bis hin zum Mann, der Emotionen nicht nur für seine unverhoffte Tochter als auch Chelsey entwickelt. Er ist mir sympathisch. Mich hätten allerdings die Hintergründe und die Ursache seines Kontrollverhaltens sehr interessiert. Das hätte mein Bild von Aiden noch komplettiert.

In Chelsey konnte ich mich gut einfühlen. Sie, die wirklich versucht sich gegen die Gefühle zu wehren, die ihr Chef in ihr auslöst, die versucht vernünftig zu sein und den Kopf dem Herz vorziehen will, mit Unsicherheiten und einem nicht sehr ausgeprägten Selbstbewusstsein kämpft und sich deshalb schwer tut auf Aiden einzulassen und deshalb nicht glauben kann, dass ihr Chef eventuell doch mehr in ihr sieht, als seine Assistentin. Das sind oft sehr weibliche Denkweisen - das kenne ich auch gut und daher fiel mir die Identifizierung mit diesem Charakter denkbar leicht.

Margo Welles, als Mutter von Waverley, war für mich eine echte Überraschung. Nach dem Klappentext und den ersten Seiten war ich mir sicher, dass sie einen enormen Störfaktoren darstellen wird. Die Störwellen hielten sich aber tatsächlich in Grenzen und – auch wenn ich ihre Beweggründe ihre Tochter im Geheimen zu halten und niemand – trotz ihrer Bekanntheit als Model/Schauspielerin – von der Schwangerschaft etc. erfahren haben will – nicht nachvollziehen kann, bin ich froh, dass die Autorin Margo nicht gänzlich die undankbare Rolle der „zickigen Ex“ ausfüllen ließ.

Waverley ist mit ihren 10 Jahren hier sehr aufgeweckt, smart und fast altklug beschrieben. Ihr ausgeprägter Faible für Gestein und ihr beachtliches Wissen hierüber soll vermutlich die Brücke zur „Kauzigkeit“ ihres Vaters schlagen. Sie ließ mich in manchen Szenen schmunzeln. Trotzdem:
ich habe ein 10 jähriges Kind, und auch wenn ich weiß, dass jedes Kind anders ist, fiel es mir hier manchmal nicht ganz leicht Worte und Taten Waverleys auf ein 10-jähriges Kind zu münzen.

Die Geschichte hat grundsätzlich Hand und Fuß und ich fühlte mich gut unterhalten. Viele Szenen waren witzig, andere gingen mir ans Herz und die intimen Szenen zwischen Chelsey und Aiden waren sehr sexy beschrieben. Meine Lieblingsstelle im Buch war für mich das „Wahrheit-oder-Pflicht“-Spiel zwischen Chelsey und Aiden – überraschend gut!

Da ich als „hoffnungslose Romantikerin“ natürlich erst mal davon ausging, dass dieses Buch ein Happy End haben würde, konnte ich sehr entspannt durch die Auf- und Abs der Geschichte lesen. Aber zum Ende hin war ich dann zugegebenermaßen doch ganz schön kribbelig.

Fazit:
Wer auf der Suche nach einer netten Geschichte mit viel Herz, Witz und einem Schuss prickelnder Erotik ist, der wird hier auf seine Kosten kommen und ein kurzweiliges Lesevergnügen finden.

4 von 5 Sternen von mir.

  • Cover
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Gefühl
Veröffentlicht am 05.01.2019

etwas Spannung, wenig "sexy" und kein Ende...

Love & Danger - Verführerische Lügen
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Darum geht es:
Die junge Angelina Connelly ist angetrieben die Umstände des tragischen Todes ihrer geliebten Schwester Carly auf eigene Faust aufzuklären. Die Fäden einen sich bei dem wenig ehrbaren Chicagoer ...

Darum geht es:
Die junge Angelina Connelly ist angetrieben die Umstände des tragischen Todes ihrer geliebten Schwester Carly auf eigene Faust aufzuklären. Die Fäden einen sich bei dem wenig ehrbaren Chicagoer Geschäftsmann Marco Alighieri und Angelina lässt sich mutig auf ein lebensgefährliches Spiel ein, um ihre Schwester zu rächen. Der deutlich ältere Alighieri, kann sich der Schönheit Angelinas kaum entziehen und unternimmt deutliche Annäherungsversuche.
Einzig Alessandro Conte, die rechte und äußerst brutale Hand Marco Alighieris scheint in der Lage Angelinas Pläne durchkreuzen zu können.
Ein neuer Geschäftspartner ihres Chefs Alighieri, der attraktive Bad Boy Jake Paxton, stellt Angelinas Gefühlswelt nach und nach komplett auf den Kopf und die gegenseitige Anziehungskraft der Beiden lässt sich schließlich kaum verheimlichen. Doch auch hinter Jakes Fassade scheint mehr zu stecken, als auf den ersten Blick ersichtlich. Die Ereignisse spitzen sich dramatisch zu und am Ende muss Angelina entscheiden, ob sie Jake vertrauen kann oder an ihrem Plan nach Rache festhält.

Meine Meinung:
„Love & Danger – Verführerische Lügen“ ist der erste Teil einer Dilogie. Bei LYX hat Lauren Black unter dem Pseudonym Olivia Schwarz bereits die Burning-Souls-Trilogie veröffentlicht.
Ich habe zum ersten Mal etwas von der Autorin gelesen.

Von der Geschichte hatte ich mir einen erotischen Roman versprochen. Auf dieses Genre ließen mich mehrere Details schließen:
das Cover: in dramatischen Tönen ist hier der männliche Oberkörper eines Anzugsträgers zu sehen, der Ansatz eines Vollbartes ist sichtbar, sowie der Ausschnitt der linken Hand, die gerade dabei ist die Krawatte zurechtzurücken. Hierbei werden sowohl der tätowierte Unterarm, als auch Tattoos auf Ring- und Mittelfinger sichtbar. Also ganz der Typ: sexy Bad Boy
der Titel – „Liebe & Gefahr – Verführerische Lügen“, spricht eigentlich für sich
und zuletzt auch der Klappentext haben für mich die Erwartung eher in Richtung eines Romans mit erotischem Zug gelenkt.
Dabei herausgekommen ist, meiner Meinung nach, definitiv weniger Erotik und mehr Roman.

Die Autorin hat hier keine gänzlich neue Story erfunden. Ich hatte schnell Vermutungen worauf es letztlich hinauslaufen würde, dennoch hat Lauren Black es geschafft, den Spannungsbogen der Geschichte aufzubauen und bis zum Schluss – und leider auch darüber hinaus - zu halten.

Die Figuren konnte mir die Autorin nur in Ansätzen rüberbringen. Angelina hat ohne Frage ein Schicksalspäckchen zu tragen, trotzdem habe ich ihre Reaktion und ihr Verhalten in vielen Situationen einfach nicht abnehmen können, da war für mich vieles unstimmig und nicht authentisch. Jakes Charakter konnte die Autorin natürlich – aufgrund der ihm zugewiesenen Rolle – nicht bis ins kleinste Detail ausarbeiten, dennoch hätte sie ihn etwas interessanter oder geheimnisvoller gestalten können. Klar, Angelina und Jake waren mir weitestgehend sympathisch, aber definitiv zu farblos ausgearbeitet, angesichts ihrer beiden offensichtlich oder weniger offensichtlichen Hintergründe.
Fast am interessantesten fand ich Marco Alighieri und auch Alessandro Conte, deren Charaktere vielschichtiger und tiefer beschrieben wurden. Von beiden habe ich tatsächlich eine ganz gute Vorstellung gewonnen.

Der Schreibstil von Lauren Black ließ sich in „Love & Danger – Verführerische Lügen“ einigermaßen flüssig lesen. Was mir wirklich nicht gefiel und mich öfter verwirrte, war das Springen in der Erzählperspektive inmitten eines Kapitels. Ich musste manchmal anhalten und zurückblättern, um zu verstehen, aus welcher Sicht nun gerade erzählt wird. Das mag ein Stilmittel sein, mir hat das in diesem Fall den Lesefluss genommen. Hier hätte für mich der Wechsel der Perspektive z.B. Kapitelweise besser funktioniert.

Mein Fazit:
Grundsätzlich bietet die Geschichte ein sehr großes Potential: hohe Emotionalität und Identifizierung durch Angelinas Verlust des einzig verbleibenden Familienmitglieds und ihre diesbezüglichen Rachepläne, ein brutales mafiöses Umfeld und Momente Angelinas des „ertappt werden“ durch Alighieri oder Conte, die knisternden Begegnungen mit Jake Paxton, obwohl auch er ein falsches Spiel zu spielen scheint.

Oft hatte ich das Gefühl, die Autorin musste sich in einem festen Rahmen einer Anzahl von Seiten bewegen, so dass sie einzelne Begegnungen und Szenen nur lieblos oberflächlich anreißen konnte, statt sie mit Leidenschaft oder Detailreichtum zu füllen.
Eigentlich wirklich schade, denn die Idee des Plots ist gut und hätte mit etwas mehr „Tiefgang“ für echten Lesespaß sorgen können. Trotz allen Makeln fand ich es schon etwas spannend und ich war – vermutlich weil ich die Idee und das Potential der Geschichte gesehen habe – mehr als genervt, als es am Ende zu einem waschechten Cliffhanger kam.

  • Cover
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Erotik