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Veröffentlicht am 28.06.2017

Ein Protagonist, der polarisiert, und eine Geschichte, die dich einfach nicht mehr loslässt!

Duke-Reihe / Ohne Warnung
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Zum Inhalt: 

In Keene, einer kleinen verschlafenen Stadt in New Hampshire, herrscht das herrlichste Sommerwetter, doch Duke verkriecht sich in seinem abgedunkelten Zimmer. Er kann sich kaum bewegen, ohne ...

Zum Inhalt: 

In Keene, einer kleinen verschlafenen Stadt in New Hampshire, herrscht das herrlichste Sommerwetter, doch Duke verkriecht sich in seinem abgedunkelten Zimmer. Er kann sich kaum bewegen, ohne dass Wellen von Schmerzen seinen Körper durchfluten. Die Abreibung, die er gestern in der Kiesgrube von seinen vermeintlichen „Freunden“ bekommen hatte, war heftig - zu heftig. In den Tagen der Heilung schwört er sich, nie wieder ein Opfer zu sein ! Nie wieder ein Verlierer! Mit viel Einfallsreichtum und Finesse findet Duke Mittel und Wege, die perfekten Verbrechen zu inszenieren. Immer wieder findet er sich in Situationen wieder, die seine „dunkle Seite“ in ihm zum Handeln zwingen. Nur die Liebe kann ihn wieder auf die richtige Bahn bringen. Wird er diese finden? Das Buch nimmt den Leser mit auf eine spannende Reise quer durch die USA und begleitet Duke bei seiner Metamorphose vom schüchternen Jungen zum technisch versierten Computergenie, der mit einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und einer gehörigen Prise Gesellschaftskritik zu einem Bösewicht heranwächst, den man einfach mögen muss. Er gerät in einen Strudel von Gewalt, Liebe, Verlust, Abenteuern und der Suche nach sich selbst. Duke sucht nicht die Gewalt, aber sie findet ihn...



Über den Autor:

Sebastian Cohen, Jahrgang 1970, bereiste bereits mehr als 45 Länder und lebte viele Jahre in Panama, Ecuador und Nicaragua.
Die Erlebnisse vieler Orte und Reisen prägten ihn und verhinderten, Zeit zu finden, um erwachsen zu werden. Nichts ist spannender als zu reisen.
Alles ist vergänglich, doch Erinnerungen bleiben für immer. Inspiriert von seinen Reisen entstand die Idee, einige Orte und Abenteuer mit dem Protagonisten Duke zu verbinden.



Mein Fazit und meine Rezension: 

Duke war schon in jungen Jahren in der Opferrolle gefangen, doch er kannte einen Ausweg, um dieser zu entkommen: er ignorierte die Halbstarken, hielt sich von gefährlichen Situationen fern und kapselte sich von seinem Umfeld ab. Eigentlich ein ausgeklügelter Plan, doch eines Tages kann er den sechs Jungs der coolsten Clique in der Schule nicht widerstehen und folgt ihnen zur Kiesgrube. Dort angekommen wartet eine Mutprobe auf ihn, die lebensgefährlich ist. Doch Duke ist nicht naiv und schon gar nicht dumm genug, um sein Leben zu riskieren. Seinen Rückzieher werten die sechs Jungs als Feigheit und verprügeln ihn nach Strich und Faden. Duke nimmt es hin, doch in eben diesem Moment legt sich in seinem Inneren ein Schalter um: ab heute wird er nicht mehr länger das Opfer sein, ab heute würde er zurück schlagen, sich zur Wehr setzen und das mit Hilfe einer ausgeklügelten und todsicheren Taktik. Schon bald passieren die ersten tödlichen Unfälle... Was aber kann Duke davon abhalten? Wer oder was kann ihn von seinen Rachegelüsten ablenken? Wird er jemals aufhören? 

Zu Beginn der Geschichte ist Duke ein in sich gekehrter Junge mit wenigen Freunden. Er verbringt die meiste Zeit alleine. Dazu zu gehören wäre ein Traum von ihm, doch ist es nicht leicht. Schon früh wird man als Leser auf den schüchternen Duke aufmerksam und hat sich auch ein klares Bild von ihm geschaffen. Doch wenn man sich den Klappentext genauer durchgelesen hat, ist man irritiert. Wie bitteschön soll aus so einem Jungen ein eiskalter und brutaler Mörder werden? Ein Genie, das Verbrechen plant, die ihm aber nicht nachgewiesen werden können? Ein perfektes Verbrechen. Das Schlüsselereignis - welches nicht nur Duke, sondern auch uns Leser zutiefst betrifft -  lässt jedoch nicht lange auf sich warten. Und mit einem Mal beginnt der Umbruch, der Wandel hin zu einem anderen Duke - und der Leser ist mitten drin! Selbst während dem Lesen liefen mir kalte Schauer über den Rücken. Duke kannte man aus wenigen Kapiteln als einen ruhigen und netten Jungen, doch mit einem Ereignis ändert sich alles. Die Stimmung, die der Autor projiziert, war auch für mich deutlich spürbar und mehr als einmal dachte ich daran, wie nah Genie und Wahnsinn beieinander liegen. 

Duke hat mich sehr zwiegespalten zurück gelassen. Einerseits verstehe ich, dass er sich rächen will, dass er nicht immer das Opfer sein und endlich aus dieser festgefahren Rolle heraus möchte. Ich verstehe auch, dass er sich nach Gerechtigkeit sehnt und genau diese ihm nun mal nicht widerfährt. Und ja, ich verstehe auch noch, dass er sich an seinen Peinigern rächen möchte - auch, wenn ich es nicht unbedingt gut heiße. Nur sind seine Methoden doch wirklich eiskalt und unberechenbar. In Duke haben sich jahrelang Wut, Unterdrückung und Angst aufgestaut. Er hat immer zurückgesteckt, sich im Hintergrund gehalten und von allen gefährlichen Situationen fern gehalten - irgendwann ging es nicht mehr und seine Toleranzschwelle war überschritten. Bis hier her und nicht weiter! Duke ist zur Nemesis geworden - eine vergeltende Gerechtigkeit. 

Nur, wie kann man jemanden stoppen, der auf Rache aus ist? Und was, wenn er die Rache zu Ende gebracht hat - war es das? Oder bleibt der Drang, anderen überlegen zu sein und deren Leben in seinen Händen zu halten? Schicksal zu spielen, wenn nicht sogar Gott zu sein?

Als Leser begleiten wir Duke nicht nur in seiner Kindheit, sondern ebenfalls aufs College. Kurz vorher wurde er von seiner großen Liebe verlassen und so lernt er schnell, dass er sich letzten Endes nur auf sich selbst verlassen kann. Doch das Leben lässt sich nun mal nicht genau planen und hält einige Überraschungen für ihn parat. Schon bald werden seine Pläne ein weiteres Mal von der Liebe durchkreuzt und auch ich als Leser habe aufgeatmet. Schafft Duke nun endlich den Absprung? 

Für mich war es ein wahres Auf und Ab der Gefühle. Meine Emotionen sind wahrlich Achterbahn gefahren - von den vielen Loopings mal ganz zu schweigen! Nach wie vor kann ich Duke als Protagonist nicht genau greifen. Er polarisiert einfach. Einerseits kann man ihn verstehen und möchte ihn sogar anfeuern, dass er sich nicht immer alles gefallen lässt, nur die Art und Weise, wie er es umsetzt, hat mir mehr als einmal eine Gänsehaut beschwert - von den vielen Bildern aufgrund der Detail genauen Beschreibung des Autors mal abgesehen! (Ich spreche hier nicht nur von Farbe und Konsistenz, sondern auch von Gerüchen)

Sebastian Cohen hat mich von Band 1 seiner Duke-Reihe überzeugt! Duke fasziniert mich, zieht mich auf grausame Art und Weise in seinen Bann und stößt mich mit seinen Taten ab und doch, ist da noch etwas anderes, was mich unbedingt weiter lesen lassen möchte. Ich kann Band 2 kaum erwarten!

Veröffentlicht am 07.04.2019

Ich will nach Eden Bay!

Ein bisschen Abenteuer, bitte!
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Maya möchte aus ihrem langweiligen und so normalen Leben ausbrechen. Es geht einfach nicht voran, jeder Tag gleich dem anderen und irgendwie fehlt ihr das Abenteuer, der Kick, das gewisse Etwas! Und was ...

Maya möchte aus ihrem langweiligen und so normalen Leben ausbrechen. Es geht einfach nicht voran, jeder Tag gleich dem anderen und irgendwie fehlt ihr das Abenteuer, der Kick, das gewisse Etwas! Und was tut sie? Sie flüchtet regelrecht in die kleine Hafenstadt Eden Bay. Dorthin, wo jeder jeden kennt, wo eine eingeschworene Gemeinschaft herrscht und wo – Teufel nochmal! – nur heiße Typen zu leben scheinen. Und genau einen von ihnen trifft sie ziemlich schnell: Nathan. Der Eigenbrötler, der stets düster dreinschaut und unnahbar zu sein scheint, wird von der Gemeinschaft geschätzt und geliebt für seine offene Art. Moment mal: er soll offen sein? Maya ahnt, dass er genau der richtige für ihr Abenteuer ist, doch Nathan ist nicht so begeistert und traut der quirligen Fremden nicht über den Weg.

Maya hat es satt, dass immer alles in seinen geraden Bahnen verläuft. Ihr Leben ist kurz genug, muss es denn auch noch langweilig sein? Nein! Sie kann etwas daraus machen und das tut sie auch! Kurzerhand entflieht sie dem Alltag auf ziemlich imposante Art und Weise und findet sich in der kleinen Hafenstadt Eden Bay wieder. Nicht nur die wunderschöne Natur und die erholsame Stille haben es ihr hier sofort angetan. Auch die Einwohner scheinen regelrecht in einen Jungbrunnen oder einen Sexyness-Brunnen gefallen zu sein, denn ein Mann nach dem anderen könnte ein verheißungsvolles Abenteuer für sie werden. Und doch ist es für Maya nicht leicht, denn normalerweise ist sie ein angepasster Mensch, der immer das tut, was von ihr verlangt wird. Die Zeit der Veränderung ist angebrochen!

Nathan, ein in sich gekehrter Feuerwehrmann, der sich nach Außen hin immer gerne unnahbar gibt, trifft das erste Mal auf Maya und weiß direkt, dass diese Frau nur Probleme mit sich bringt. Ein Grund für ihn, Abstand von ihr zu halten, obwohl sie ihn doch fasziniert. Denn Nathan kann keine weiteren Probleme mehr gebrauchen, von denen hat er genügend eigene zu tragen. Doch er wäre nicht er, wenn er nicht auch der jungen Frau helfen würde, die seine Hilfe braucht – wenn auch etwas widerwillig. Als diese dann auch noch seine neue Nachbarin wird und ihm eines Morgens auf die Stirn zusagt, dass beide ein Abenteuer haben könnten, ist er nur noch baff. Was ist mit dieser Frau nicht normal?

Mit Maya konnte ich mich direkt identifizieren. Ich konnte all ihre Gedanken nachempfinden und auch die Tatsache, einfach mal weg zu wollen, raus aus allem, neu beginnen und endlich mal das Leben leben, das man selbst leben möchte und nicht das, was von einem erwartet wird! Oh ja, ich habe sie gefeiert, als sie nach Eden Bay gefahren ist und dort ihr Ding gemacht hat. In ihr hat sich so viel gelöst, was nicht einfach war. Sie musste mehrfach über ihren eigenen Schatten springen, den inneren Schweinehund niederringen und einfach mal spontan sein. Charakterzüge, die auch mir immer schwer fallen. Außerdem ist sie eine Chaotin durch und durch. Man muss sie Einach gern haben!

Mit dem Feuerwehrmann Nathan hingegen konnte ich mich zunächst nicht anfreunden. Auch mir – als Leser – gegenüber wahr er recht unnahbar und doch hat er mich zu Beginn fasziniert. Man hat direkt vermutet, dass hinter seiner harten Schale ein weicher Kern steckt und dass er einige Geschichten mit sich herum trägt. Im Laufe der Geschichte erfährt man sie auch und versteht ihn dann – was genau es ist, verrate ich natürlich nicht. Doch tatsächlich konnte ich irgendwann mit Fug und Recht behaupten: da haben sich tatsächlich Zwei gefunden! Aber aller Anfang ist schwer und so ist es auch nicht verwunderlich, dass Maya Nathan zunächst mit ihren Plänen abschreckt – genau das Gegenteil von dem, was sie eigentlich erreichen wollte.

Ich würde euch liebend gerne die vielen Anekdoten erzählen, die mir immer noch in bester Erinnerung geblieben sind, obwohl ich das Buch schon vor einiger Zeit beendet habe – aber: ich verrate nichts! Das einzige, was ich noch sagen kann ist: mit dieser Geschichte findet ihr nicht nur eine kleine Flucht aus dem Alltag nach Eden Bay, sondern auch Charaktere, die ihr direkt in euer Herz schließen werdet. Eine Geschichte voller Liebe, aber auch Spannung, gepaart mit Humor und vielen tollen Erinnerungen.

Saskias vor Charme und Witz sprühender Schreibstil hat mich direkt von Anfang an erfasst und nicht mehr losgelassen. Am liebsten möchte ich jetzt auch nach Eden Bay fahren und nie mehr zurückkehren! Eine klare Leseempfehlung für euch!

Veröffentlicht am 05.04.2019

Ein gelungener Auftakt! Ich brauche mehr!!!

Hearts on Fire
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Jonah Bergmann ist mit Leib und Seele Feuerwehrmann, doch auch er trägt eine Geschichte in sich, die er vergessen und ungeschehen machen möchte. Doch die Vergangenheit ist nicht zu ändern. Jonah ergreift ...

Jonah Bergmann ist mit Leib und Seele Feuerwehrmann, doch auch er trägt eine Geschichte in sich, die er vergessen und ungeschehen machen möchte. Doch die Vergangenheit ist nicht zu ändern. Jonah ergreift eine neue Chance und zieht nach nach München, um seine Stelle an der Münchner Wache 21 anzutreten. Er hat große und ehrgeizige Pläne, die ihm nicht nur Freunde verschaffen. Als ob die neuen Kollegen aber nicht schon genug wären, muss er sich auch noch mit den Möbeln herumschlagen, die bislang noch nicht angekommen sind. Und dann sind da auch noch die Pflegekräfte für seinen Bruder, die nicht Immer so exakt arbeiten, wie er es gerne hätte. Als ihm eines Tages dann noch Nina begegnet und die junge Pflegekraft ihm auch die Stirn bietet, sind Spannungen vorprogrammiert. Vielleicht wird es aber auch heiß …

Johan Bergmann ist das, was man sich unter einem pflichtbewussten und arbeitswütigen Feuerwehrmann vorstellt. Er ist stets zur Stelle, weiß, was von ihm gefordert wird und fordert von sich selbst auch nur Bestleistungen. Mit weniger gibt er sich nicht zufrieden. Kein Wunder also, dass er Tag für Tag unter Strom steht und sich nicht richtig abreagieren kann. Seine Vergangenheit tut sein übriges dazu, dass er einfach nicht abschalten kann. Aber wie soll er auch? Er ist immerhin für seinen Bruder verantwortlich.

Ausgerechnet in der turbulenten Zeit tritt auch noch Nina in sein Leben. Die Krankenschwester soll sich um seinen Bruder kümmern und macht ihre Sache mehr als gut, doch das will Jonah einfach nicht sehen – Streit ist da vorprogrammiert, denn auch Nina weiß, was sie will und auch, dass sie sehr gut in ihrem Beruf ist. Sie lässt sich nichts vorschreiben, schon gar nicht von einem Feuerwehrmann, der überhaupt keine Ahnung von der Krankenpflege hat. Doch auch bei ihr läuft nicht alles rosig. Frisch von ihrem Freund getrennt hinterfragt sie nicht nur ihren Werdegang, sondern auch ihre Beziehung und ihr bisheriges Leben. Weiß sie eigentlich wirklich, was SIE möchte? Oder war sie immer nur um das Wohl der Anderen bedacht gewesen?

Mit Jonah und Nina treffen wir in dieser Geschichte auf zwei Charaktere, die mächtig Zunder haben, besser kann man es einfach nicht ausdrücken! Der überaus korrekte und immer pflichtbewusste Jonah ist strukturiert, hat immer einen Plan und steckt seine Ziele sehr hoch, erreicht sie aber auch. Nina hingegeben war lange mit ihrem Freund zusammen, den sie mehr mitgeschleppt und unterhalten hat, als dass es eine ernsthafte Beziehung war. Erst bei der Hochzeitsplanung kommt es auch Nina in den Sinn. Während dem Lesen hatte schon ich einen mächtigen Hals auf ihren Freund und wäre am liebsten mitten in die Geschichte gesprungen, um meine Namensvettern mal ordentlich wach zu rütteln! Gott sei Dank hat sie es selbst gemerkt …

Bei Jonah hingegen wusste ich nicht so recht, auf was ich mich da einlasse. Er ist ein verschlossener und irgendwie negativ anmutender Charakter, doch man merkt direkt, dass es da etwas in seiner Vergangenheit gibt, das ihn sehr beschäftigt und verändert hat. Wie Nina bin auch ich erst langsam mit ihm warm geworden. Liegt wohl wirklich am Namen!

Was mir auch sehr gut gefallen hat, waren neben den detailliert beschriebenen Einsätzen (man fühlte sich wirklich, als sei man mit dabei und könne die Hitze der Flammen sprichwörtlich auf der Haut spüren!), auch die Protagonisten der weiteren Bände, die nach und nach aufgetaucht sind. So konnte man sich schon bereits im ersten Band (der im Übrigen unabhängig von den anderen gelesen werden kann) ein Bild von ihnen machen. Ich hoffe natürlich auch, dass ich in den weiteren Geschichten auf die anderen Charaktere treffe und auch etwas von der weiteren Entwicklung mitbekomme. Warten wir es mal ab!

Man sieht also, dass allein bei diesen Charakteren einiges vorprogrammiert ist und: ihr werdet es sicherlich nicht bereuen! Die Autorin Johanna Danninger hat mir mit ihrem lockeren und leichten Schreibstil einen guten Einstieg in die Welt der Wache 21 geschaffen. Ab und an war es mir etwas zu genau – insbesondere was die Wachenbesichtigung anging – aber letzten Endes hat einfach alles perfekt zusammengepasst! Ich bin total hin und weg von der ersten Geschichte der Romanreihe und kann jetzt schon kaum die nächsten Bände abwarten!

Wenn ihr also auch absolute Feuerwehrfans seid, dann seid ihr hier genau richtig! Ich bin absolut Feuer und Flamme! Danke, liebe Johanna!

Veröffentlicht am 24.03.2019

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?

Mit kleinem Gepäck
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Mit ihrem TV-Format „Wunderschön!“ habe ich Tamina Kallert schon oft auf ihren Reisen begleitet. Sie hat mir schon viele wunderschöne Orte in Europa, aber auch in Deutschland gezeigt. Orte, die meist „um ...

Mit ihrem TV-Format „Wunderschön!“ habe ich Tamina Kallert schon oft auf ihren Reisen begleitet. Sie hat mir schon viele wunderschöne Orte in Europa, aber auch in Deutschland gezeigt. Orte, die meist „um die Ecke“ liegen und mir doch so fremd waren und deren Schönheit ich als solche nicht gesehen oder erkannt habe. Ja, die liebe Tamina hat mir immer wieder gezeigt, dass wunderschöne Orte auch in der Nähe liegen können.

„Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“

Dieser Satz ist mir immer öfter in den Sinn gekommen, wenn ich ihren Geschichten gelauscht und die wunderschönen Bilder von Landschaften oder aber auch die herzlichen und lustigen Gespräche mit Einheimischen begleitet habe. Denn auch hier in Deutschland, vielleicht sogar gar nicht allzu weit von meiner Heimat entfernt, findet sie Plätze und Menschen, die einfach sehens- und erlebenswert sind. Dabei ist mir Tamina selbst stets authentisch, vollkommen offen für Neues und neugierig vorgekommen. Und genau das strahlt sie auch in ihrem Buch aus.

Auch hier erzählt uns Tamina mit ihrer offenen und lockeren Art, wie es ist, stets auf Reisen zu sein, einen Drehtag zu überstehen und den Dreh einer Szene so oft zu wiederholen, bis sie einfach perfekt ist und endlich „im Kasten“ ist – dass dabei mehrere Stunden für eine Szene, die gerade mal ein paar Sekunden lang ist, drauf gehen, sehr viel Arbeit und Ausdauer dahinter steckt, ist uns Zuschauern dabei meist gar nicht bewusst. Für mich kommt es vor dem Fernseher immer so vor, als seien die Szenen ganz spontan entstanden und sind direkt perfekt. Ja, auch hier steckt sehr viel Arbeit und Zeit dahinter. Ein großes Dankeschön an alle Beteiligten ist hier mal angebracht – DANKE!

In ihrem Buch erzählt uns Tamina also nicht nur über ausnahmslos tolle Momente in ihrem Leben, sondern auch Geschichten, die zum Nachdenken anregen. Sie berichtet von Momenten, die nicht nur sie traurig stimmen, sondern auch mich als Leserin. Sie zeigt, dass auch sie nicht immer nur glücklich und voller Zuversicht und Hoffnung ist, dass sie auch nachdenklich sein kann. Und doch überwiegen die vielen Glücksmomente, die sie auf ihren Reisen erfahren darf.

Tamina ist für mich eine Reisejournalistin, die ich immer liebend gern begleiten werde und – vielleicht auch einmal persönlich antreffen kann. Vielleicht verreist man irgendwann mal gemeinsam und geht gemeinsam neugierig auf die Suche nach Geheimnissen, heimischen Schätzen und den wunderschönen Orten sowie den interessanten Menschen und deren Geschichten dieser Welt.

Ich wünsche ihr noch viele wunderschöne Reisemomente, viel Licht, viel Ausdauer und Leidenschaft und ein offenes Herz für all die schönen Geschichten, die sie noch entdecken wird. Bitte schreib weitere Bücher und lass uns weiterhin teilhaben an deinen Reisen und Abenteuern, auf dass wir alle die Welt mit deinen Augen sehen lernen können.

Dieses Buch kann ich einfach allen Reiselustigen, Fernwehsüchtigen und Wunderschön-Fans empfehlen!

Veröffentlicht am 12.03.2019

Eine leichte Sommerlektüre

Das kleine Café am Meer
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Hannah entflieht ihrem alten Leben – zurück nach Mallorca, an einen Ort, an dem sie eine wunderschöne und aufregende Kindheit erlebt hat und viele Sommertage genießen konnte. Nach der ziemlich harten Trennung ...

Hannah entflieht ihrem alten Leben – zurück nach Mallorca, an einen Ort, an dem sie eine wunderschöne und aufregende Kindheit erlebt hat und viele Sommertage genießen konnte. Nach der ziemlich harten Trennung von ihrem Freund will sie einfach nur noch zu sich kommen, sich auf sich besinnen und endlich herausfinden, weswegen sie auf diesem Planeten ist. Viele Gedanken gehen ihr dabei durch den Kopf, sicherlich aber nicht der, nach einer neuen Liebe. Doch da hat sie den Plan ohne den gut aussehenden aber ebenso geheimnisumworbenen Sam gemacht, denn auch er ist drauf und dran, ihr gehörig den Kopf zu verdrehen. Doch was sucht sie eigentlich auf Mallorca? Ihre Vergangenheit oder ihre Zukunft?

Nachdem Hannah von ihrem Freund lapidar per Mail abserviert wurde und auch ihr Arbeitsvertrag einfach nicht verlängert wird, zieht es sie von Hamburg nach Mallorca – zurück auf die Insel, auf der sie in der Kindheit schöne Tage mit ihren Eltern verbracht hat. Ihre Eltern sind beide Tod, Hannah ist alleine, hat nur noch ihre Freundin und doch scheint ihr auch das nicht zu reichen, denn sie weiß, dass noch irgendetwas auf sie wartet. Aber was?

Und plötzlich taucht da der mysteriöse Sam auf für den Hannah zwei Wochen arbeiten soll, immerhin braucht sie eine Unterkunft und Einkommen. Doch Sam ist alles andere als ein herzlicher Mensch. Verschlossen und kühl reagiert er auf die Deutsche Hannah, so, als würde sie ihn stören. Oder steckt da einfach mehr hinter seinem Verhalten?

Die nachdenkliche, aber ebenso auch tollpatschige Hannah hat sich mit ihrem Sprung ins Wasser direkt in mein Herz katapultiert. Ich mag diese Frau und kann all ihre Fragen sehr gut nachvollziehen. Was erwartet mich noch? Was erwarte ich noch vom Leben? Auf wen oder was kann ich vertrauen? All diese Fragen stellt sich nicht nur Hannah, auch ich stelle sie mir, unabhängig von dem Roman.

Sam ist auch ein Mann, mit dem man erst auftauen muss. Ich war anfangs auch nicht sonderlich begeistert von ihm, aber mit der Zeit, war auch er ein Charakter, der einfach in dem Roman sein musste und den man im Nachhinein einfach nicht mehr wegdenken kann.

Wir treffen während dem Lesen aber noch auf viele weitere Figuren, die es dem Leser nach und nach schwer machen, sich in die Geschichte vollends einzufühlen, da jede einzelne von ihnen ihre Vergangenheit, ihre Ängste, aber auch Wünsche vor dem Leser ausbreitet. Ich finde es zwar toll, wenn die Geschichte lebendig ist und man mit vielen Menschen in Kontakt kommt, aber man sollte niemals die Hauptcharaktere aus den Augen verlieren. Das ist bei mir zeitweise geschehen, als Hannahs Freundin, sie überraschenderweise besuchen kommt und ebenfalls ihre Probleme im Gepäck hat.

Die Geschichte als solche ist flüssig und leicht geschrieben, den Schreibstil kenne ich ja schon von einem vorherigem Roman von ihr. Ich liebe diesen Schreibstil! Er ist locker und leicht und doch so voller Bilder, dass man meint, man selbst wäre auf Mallorca zugange und würde dort den Leuten begegnen und an Orangenblüten riechen.

Leider konnte mich die Geschichte um Hannah und Sam nicht wirklich fesseln, da es nun mal zu viel Ablenkung gab oder der Erzählstil ab und an auch zum ausschweifend war, dass man sich zusammenreißen musst, nicht drüber zu fliegen und Seiten zu Überblättern. Vielleicht hätten hier weniger Charaktere oder aber weniger Charaktere mit Problemen besser gepasst. Es war einfach zu viel. Das kleine Café am Meer ist somit auch leider in den Hintergrund gerückt.

Trotz allem kann ich dieses Buch als Sommerlektüre weiterempfehlen, insbesondere, wenn ihr euch auf die Orangenblüten freut und vielleicht einen Urlaub auf Mallorca geplant habt! Ich danke Netgalley für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!