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Veröffentlicht am 28.06.2017

Ein Protagonist, der polarisiert, und eine Geschichte, die dich einfach nicht mehr loslässt!

Duke-Reihe / Ohne Warnung
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Zum Inhalt: 

In Keene, einer kleinen verschlafenen Stadt in New Hampshire, herrscht das herrlichste Sommerwetter, doch Duke verkriecht sich in seinem abgedunkelten Zimmer. Er kann sich kaum bewegen, ohne ...

Zum Inhalt: 

In Keene, einer kleinen verschlafenen Stadt in New Hampshire, herrscht das herrlichste Sommerwetter, doch Duke verkriecht sich in seinem abgedunkelten Zimmer. Er kann sich kaum bewegen, ohne dass Wellen von Schmerzen seinen Körper durchfluten. Die Abreibung, die er gestern in der Kiesgrube von seinen vermeintlichen „Freunden“ bekommen hatte, war heftig - zu heftig. In den Tagen der Heilung schwört er sich, nie wieder ein Opfer zu sein ! Nie wieder ein Verlierer! Mit viel Einfallsreichtum und Finesse findet Duke Mittel und Wege, die perfekten Verbrechen zu inszenieren. Immer wieder findet er sich in Situationen wieder, die seine „dunkle Seite“ in ihm zum Handeln zwingen. Nur die Liebe kann ihn wieder auf die richtige Bahn bringen. Wird er diese finden? Das Buch nimmt den Leser mit auf eine spannende Reise quer durch die USA und begleitet Duke bei seiner Metamorphose vom schüchternen Jungen zum technisch versierten Computergenie, der mit einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und einer gehörigen Prise Gesellschaftskritik zu einem Bösewicht heranwächst, den man einfach mögen muss. Er gerät in einen Strudel von Gewalt, Liebe, Verlust, Abenteuern und der Suche nach sich selbst. Duke sucht nicht die Gewalt, aber sie findet ihn...



Über den Autor:

Sebastian Cohen, Jahrgang 1970, bereiste bereits mehr als 45 Länder und lebte viele Jahre in Panama, Ecuador und Nicaragua.
Die Erlebnisse vieler Orte und Reisen prägten ihn und verhinderten, Zeit zu finden, um erwachsen zu werden. Nichts ist spannender als zu reisen.
Alles ist vergänglich, doch Erinnerungen bleiben für immer. Inspiriert von seinen Reisen entstand die Idee, einige Orte und Abenteuer mit dem Protagonisten Duke zu verbinden.



Mein Fazit und meine Rezension: 

Duke war schon in jungen Jahren in der Opferrolle gefangen, doch er kannte einen Ausweg, um dieser zu entkommen: er ignorierte die Halbstarken, hielt sich von gefährlichen Situationen fern und kapselte sich von seinem Umfeld ab. Eigentlich ein ausgeklügelter Plan, doch eines Tages kann er den sechs Jungs der coolsten Clique in der Schule nicht widerstehen und folgt ihnen zur Kiesgrube. Dort angekommen wartet eine Mutprobe auf ihn, die lebensgefährlich ist. Doch Duke ist nicht naiv und schon gar nicht dumm genug, um sein Leben zu riskieren. Seinen Rückzieher werten die sechs Jungs als Feigheit und verprügeln ihn nach Strich und Faden. Duke nimmt es hin, doch in eben diesem Moment legt sich in seinem Inneren ein Schalter um: ab heute wird er nicht mehr länger das Opfer sein, ab heute würde er zurück schlagen, sich zur Wehr setzen und das mit Hilfe einer ausgeklügelten und todsicheren Taktik. Schon bald passieren die ersten tödlichen Unfälle... Was aber kann Duke davon abhalten? Wer oder was kann ihn von seinen Rachegelüsten ablenken? Wird er jemals aufhören? 

Zu Beginn der Geschichte ist Duke ein in sich gekehrter Junge mit wenigen Freunden. Er verbringt die meiste Zeit alleine. Dazu zu gehören wäre ein Traum von ihm, doch ist es nicht leicht. Schon früh wird man als Leser auf den schüchternen Duke aufmerksam und hat sich auch ein klares Bild von ihm geschaffen. Doch wenn man sich den Klappentext genauer durchgelesen hat, ist man irritiert. Wie bitteschön soll aus so einem Jungen ein eiskalter und brutaler Mörder werden? Ein Genie, das Verbrechen plant, die ihm aber nicht nachgewiesen werden können? Ein perfektes Verbrechen. Das Schlüsselereignis - welches nicht nur Duke, sondern auch uns Leser zutiefst betrifft -  lässt jedoch nicht lange auf sich warten. Und mit einem Mal beginnt der Umbruch, der Wandel hin zu einem anderen Duke - und der Leser ist mitten drin! Selbst während dem Lesen liefen mir kalte Schauer über den Rücken. Duke kannte man aus wenigen Kapiteln als einen ruhigen und netten Jungen, doch mit einem Ereignis ändert sich alles. Die Stimmung, die der Autor projiziert, war auch für mich deutlich spürbar und mehr als einmal dachte ich daran, wie nah Genie und Wahnsinn beieinander liegen. 

Duke hat mich sehr zwiegespalten zurück gelassen. Einerseits verstehe ich, dass er sich rächen will, dass er nicht immer das Opfer sein und endlich aus dieser festgefahren Rolle heraus möchte. Ich verstehe auch, dass er sich nach Gerechtigkeit sehnt und genau diese ihm nun mal nicht widerfährt. Und ja, ich verstehe auch noch, dass er sich an seinen Peinigern rächen möchte - auch, wenn ich es nicht unbedingt gut heiße. Nur sind seine Methoden doch wirklich eiskalt und unberechenbar. In Duke haben sich jahrelang Wut, Unterdrückung und Angst aufgestaut. Er hat immer zurückgesteckt, sich im Hintergrund gehalten und von allen gefährlichen Situationen fern gehalten - irgendwann ging es nicht mehr und seine Toleranzschwelle war überschritten. Bis hier her und nicht weiter! Duke ist zur Nemesis geworden - eine vergeltende Gerechtigkeit. 

Nur, wie kann man jemanden stoppen, der auf Rache aus ist? Und was, wenn er die Rache zu Ende gebracht hat - war es das? Oder bleibt der Drang, anderen überlegen zu sein und deren Leben in seinen Händen zu halten? Schicksal zu spielen, wenn nicht sogar Gott zu sein?

Als Leser begleiten wir Duke nicht nur in seiner Kindheit, sondern ebenfalls aufs College. Kurz vorher wurde er von seiner großen Liebe verlassen und so lernt er schnell, dass er sich letzten Endes nur auf sich selbst verlassen kann. Doch das Leben lässt sich nun mal nicht genau planen und hält einige Überraschungen für ihn parat. Schon bald werden seine Pläne ein weiteres Mal von der Liebe durchkreuzt und auch ich als Leser habe aufgeatmet. Schafft Duke nun endlich den Absprung? 

Für mich war es ein wahres Auf und Ab der Gefühle. Meine Emotionen sind wahrlich Achterbahn gefahren - von den vielen Loopings mal ganz zu schweigen! Nach wie vor kann ich Duke als Protagonist nicht genau greifen. Er polarisiert einfach. Einerseits kann man ihn verstehen und möchte ihn sogar anfeuern, dass er sich nicht immer alles gefallen lässt, nur die Art und Weise, wie er es umsetzt, hat mir mehr als einmal eine Gänsehaut beschwert - von den vielen Bildern aufgrund der Detail genauen Beschreibung des Autors mal abgesehen! (Ich spreche hier nicht nur von Farbe und Konsistenz, sondern auch von Gerüchen)

Sebastian Cohen hat mich von Band 1 seiner Duke-Reihe überzeugt! Duke fasziniert mich, zieht mich auf grausame Art und Weise in seinen Bann und stößt mich mit seinen Taten ab und doch, ist da noch etwas anderes, was mich unbedingt weiter lesen lassen möchte. Ich kann Band 2 kaum erwarten!

Veröffentlicht am 10.02.2019

Ein interessanter Auftakt

Die Fluch-Trilogie, Band 1: Der Fluch von Cliffmoore
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Bereits im Alter von 14 Jahren steht Lisas Welt Kopf: ihre Eltern trennen sich und sie zieht mit ihrer Mutter nach England. Nicht genug, dass sie dort keine Freunde hat und sich zuerst in der neuen Umgebung ...

Bereits im Alter von 14 Jahren steht Lisas Welt Kopf: ihre Eltern trennen sich und sie zieht mit ihrer Mutter nach England. Nicht genug, dass sie dort keine Freunde hat und sich zuerst in der neuen Umgebung und an der neuen Schule zurechtfinden muss, auch die Nachbarschaft macht das Einleben schwer, denn die Dorfbewohner sind alles andere als offen für die Neuen. Lisa tut dies erst ab, immerhin haben die Leute sie seitdem sie ein Kleinkind war nicht mehr gesehen und doch wird es immer mysteriöser. Insbesondere die schräge und wohlhabende Nachbarin scheint einen tiefen Groll gegen ihre Familie zu hegen und ehe sich Lisa versieht, ist sie nicht nur einem Abenteuer, sondern auch dunklen Geheimnissen auf der Spur. 

Als die 14-jährige Lisa mit ihrer Mutter in dem kleinen Örtchen Cliffmoore ankommt ist ihr bereits klar, dass sie es nicht leicht haben wird. Nicht nur das alte Cottage ihrer verstorbenen Großmutter ist ihr unheimlich, auch die Nachbarschaft macht ihr den Neustart in dem neuen Land nicht leicht. Auch in der neuen Schule will es zunächst gar nicht klappen, aber was erwartet man auch? Sie ist die Neue aus einem fremden Land und muss sich erst mal eingewöhnen. Einen kleinen Fauxpas begeht sie schon, als sie in der Uniform zur Schule kommt, die nur an Festtagen getragen werden soll. Aber hey, es gibt Schlimmeres. 

Irgendwann jedoch wird es Lisa zu bunt und sie setzt sich zur Wehr. Nicht nur ihr altes Kindermädchen, auch ihre Mutter verbergen Geheimnisse vor ihr und die haben definitiv etwas mit der seltsamen Tür im Keller zu tun und ihrer Familiengeschichte. Nicht nur Lisa, auch der Leser fragt sich so langsam, was hier eigentlich gespielt wird und warum sich alle so komisch benehmen. Ich persönlich hätte meine Mutter schon längst ins Kreuzverhör genommen oder aber so lange in alten Briefen und Dokumenten herum gewühlt, bis ich einen Anhaltspunkt gefunden hätte. 

Dass dann auch noch im Haus in der Nacht komische Geräusche auftauchen war eigentlich klar, gehört vielleicht auch zu einer schönen und gruseligen Geschichte dazu. 

Ich bin dem ersten Band der Fluch-Trilogie unvoreingenommen begegnet, kannte sie vorher noch nicht und ja - es waren reine Coverkäufe, ich geb's zu. Der Schreibstil passt zur Zielgruppe von Jugendlichen ab 12 Jahren und doch war er mir manchmal zu sehr aufgesetzt. Die Geschichte als solche ist wirklich interessant, man fühlt regelrecht mit Lisa mit und erlebt ihre Aufs und Abs hautnah mit, immerhin muss sie sich nicht nur auf ihre neue Umgebung einstellen, sondern auch damit zurechtkommen, dass sie in einem fremden Land leben, ihre Freunde alle in Deutschland sind und ihr Vater bereits eine neue Familie gegründet hat. Ganz schön viel harter Tobak für ein so junges Mädchen!

Doch Lisa ist für ihr Alter ziemlich tough und lässt sich nicht so leicht unterkriegen. In einigen Situationen hätte ich wohl in ihrem Alter das Weite gesucht, nicht aber sie. 

Für mich ist es ein schöner Auftakt einer Trilogie, die noch einige Geheimnisse und Abenteuer bereit hält. Leider war der erste Band an einigen Stellen entweder sehr zäh oder aber extrem abgehoben, sodass Lisa auch mir als Leserin ganz schön auf die Nerven gehen konnte. Der Spannungsbogen wird zwar gut aufgebaut, doch trotzdem kommt man hier nicht weiter, tritt oft auf der Stelle und wird während dem Lesen regelrecht frustriert zurückgelassen. Trotz allem werde ich die weiteren beiden Bände auch noch lesen, um endlich herauszufinden, was es mit diesem Familiengeheimnis auf sich hat. Es kann nur noch besser werden!

Veröffentlicht am 09.02.2019

Ein wundervolles Buch einer absoluten Powerfrau!

Wie Träume fliegen lernen
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"Zurück zu den Wurzeln" - wir kennen die charismatische und äußerst sympathische Judith Williams aus vielen Fernsehformaten, nicht zuletzt aus "Die Höhle der Löwen", doch Judith Williams war nicht immer ...

"Zurück zu den Wurzeln" - wir kennen die charismatische und äußerst sympathische Judith Williams aus vielen Fernsehformaten, nicht zuletzt aus "Die Höhle der Löwen", doch Judith Williams war nicht immer diese Powerfrau, die sie heute ist. Auch sie hat viele Rückschläge erlitten und musste ihre Träume, Wünsche und Ziele in ihrem Leben neu ordnen, neue Wege gehen. 

Genau darum geht es in ihrer Biografie. Judith Williams gibt uns Lesern einen intimen Einblick in ihr Leben, erklärt uns, was eigentlich ihr innigster Wunsch war und dass sie nicht immer vor der Kamera stehen wollte. Als Tochter eines Opernsängers ist Judith im Kindesalter viel gereist und richtete ihr Leben nach der Musik aus. Die Musik war ihre große Liebe und so ist es auch nicht verwunderlich, dass auch Judith eine Gesangskarriere anstrebte. Mit ihrer Stimme gelang es ihr auch, doch ein herber Schicksalsschlag raubte ihr diesen Traum und ließ sie einen anderen Weg beschreiten. 

Bevor ich dieses Buch gelesen hatte, wusste ich rein gar nichts über die Frau, die man nun täglich im Fernsehen sieht. Ich wusste nicht, dass sie eine leidenschaftliche Sängerin gewesen ist und aus gesundheitlichen Gründen damit aufhören musste. Ich wusste auch nicht, dass sie nach dieser niederschmetternden Diagnose in ein großes Loch gefallen ist, sich aber aus eigener Kraft wieder aufrappeln und daraus hervorklettern konnte. Ich wusste auch gar nicht, dass sie in der Nähe meiner Heimat aufgewachsen ist! Nein, mir war einiges über diese Frau verborgen geblieben.

Ein Absatz, der mich jedoch nachhaltig berührt hat, ist dieser hier:

"Judith, you are here for a reason - du bist aus einem bestimmten Grund hier. (...) Es gibt keinen geraden Weg zum Glück. Ein Lebensweg kann Ecken, Kanten, Loops haben, das ist nicht schlimm. Genau das ist das Salz in jeder Lebenssuppe!"

Ich kann ihr hier nur beipflichten und merke es selbst momentan intensiv: das Leben ist nicht immer einfach, es ist nicht nur voller Glück, Sonnenschein und Hoffnung. Im Gegenteil, manchmal ist der Weg so undurchsichtig, so holprig und über und über mit dunklen Wolken bedeckt, dass man nicht nur Angst hat, ihn zu beschreiten, sondern sich selbst davon abhält, ins Abenteuer zu gehen und auf der Stelle stehen bleibt, nur um nicht zu scheitern. Wir lassen uns und unser Leben von unseren Ängsten bestimmen, lassen uns von anderen klein halten oder klein machen. Dabei sind wir so viel mehr Wert. 

Und Judith hat es geschafft! Sie hat mit Unterstützung ihrer Lieben einen Weg gefunden, den sie selbst mit Glanz und Glitzer bestreut hat und den sie zu ihrem eigenen Weg gemacht hat. Judith ist heute dort, wo sie hin möchte, sie ist glücklich und zufrieden und gibt uns Lesern mit auf den Weg: Wagt etwas! Bleibt nicht stehen! Auch wenn euch das Leben nur Regen und Sturm schickt, wartet nicht, bis der Sturm vorüber gezogen ist, lernt im Regen zu tanzen! Seid ihr selbst und hört auf euer Bauchgefühl, denn ihr selbst wisst, was am besten für euch ist!

Ich habe Judith Williams nun mit ihrem Buch eingehender kennen lernen dürfen und sehe sie jetzt nicht nur als eine wunderschöne Frau im besten Alter, mitten im Leben stehend an, die viel erreicht hat - ich bewundere sie für das, was sie geschafft hat, für die Situationen, die sie gemeistert hat und kann sie als strahlendes und starkes Vorbild nehmen, sodass auch ich auf meinem mir vorbestimmten Weg voranschreite, nicht stehen bleibe und mich nicht aufhalten lasse. Wir lernen aus Fehlern und haben keine Angst vor Veränderung! Ich kann euch diese wunderbare, emotionale und doch Glückschenkende Biografie sehr empfehlen!

Veröffentlicht am 03.02.2019

Haltet die Taschentücher bereit!

Second Chance
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Cassie ist eine starke und unnahbare Frau, sie weiß, was sie will. Und was nicht. Das war nicht immer so. Als Mädchen war sie leidenschaftlich, hat ihre Gefühle zugelassen und sich Abenteuern und der Liebe ...

Cassie ist eine starke und unnahbare Frau, sie weiß, was sie will. Und was nicht. Das war nicht immer so. Als Mädchen war sie leidenschaftlich, hat ihre Gefühle zugelassen und sich Abenteuern und der Liebe hingegeben. Heute ist das anders. Ein Grund dafür ist Tanner. Was einst als großartige Geschichte und Jugendliebe begann, fand plötzlich ein jähes Ende. Doch heute ist Tanner wieder da. Schafft er es Cassie wieder zu der zu machen, die sie einmal war? 

Die Geschichte um Cassie und Tanner beginnt mit der toughen Erwachsenen Cassandra, die ihr Leben lebt, wie sie es möchte. Sie hat die Fäden in der Hand und lässt sie sich nicht wegnehmen. Sie ist erfolgreich und dynamisch. Gemeinsam mit ihrer Freundin Cathy hat sie schon einiges erlebt und es wird noch mehr. Denn auf einmal steht ihre Vergangenheit in Form von Tanner vor ihr. 

Tanner - in jungen Jahren auch Trip genannt - hatte es im Gegensatz zu Cassie nicht sehr leicht. Aufgewachsen in einer Pflegefamilie, die niemals eine wirkliche Familie mit Liebe und Zusammenhalt war, hat er sich durchs Leben geschlagen und war froh, zu überleben. Einzig und allein Cassie ist eine Person in seiner Vergangenheit, die sein Leben lebenswert gemacht hat. Als er jedoch einen großen Fehler begeht, ist sie weg und er wieder allein. 

Doch all das ist Vergangenheit und Tanner lebt im Hier und Jetzt und genau jetzt möchte er Cassie wieder haben, nur kann er ihre Liebe und vor allen Dingen ihr Vertrauen zurück gewinnen? Schafft er es, dass sie ihm verzeiht und ihm eine zweite Chance schenkt? Lest einfach selbst... 

Ich habe euch ein paar Dinge aus der Geschichte erzählt, wer aber jetzt meint, er müsse sie nicht mehr lesen, da ich zu viel erzählt habe, der irrt gewaltig! Rose Bloom hat mit Cassie und Tanner Charaktere geschaffen, die so sind wie du und ich. Sie sind keine bloßen Romanfiguren, sondern werden während dem Lesen so plastisch und so real, dass man irgendwann als Leser gar nicht mehr in der Lage ist zu unterscheiden, ob man eigentlich eine fiktive Geschichte liest oder eine Geschichte, die sich wirklich so zugetragen hat. 

Cassie und Tanner haben einiges zusammen erlebt, sie haben eine gemeinsame Vergangenheit, aber werden sie auch eine gemeinsame Zukunft haben? 

Während dem Lesen habe ich mit Tanner gekämpft und gebangt, habe mich mit Cassie zur Wehr gesetzt und meine aufwallenden Gefühle wieder zurück in die Schublade gesteckt, wo man sie nicht wieder verletzten kann und habe trotzdem gehofft, dass sich die Beiden wieder finden. 

In einigen Rezensionen habe ich den guten Rat "haltet Taschentücher bereit" gelesen und dem kann ich mich voll und ganz anschließen. Wer denkt, er hält mit dem Buch Second Chance eine einfache und seichte oder aber vielleicht auch stürmische, aber humorvolle Liebesgeschichte in der Hand, dem muss ich direkt sagen: Nein! Keineswegs! Ihr werdet eine Achterbahnfahrt der Gefühle durchmachen. Ihr werdet mit Cassie und Tanner in die Vergangenheit eintauchen und dort den Schmerz erfahren, den die beiden erlebt haben. Ihr werdet mit Tanner und Cassie kämpfen und ich garantiere euch auch: ihr wollt mehr als einmal in die Geschichte springen und die Charaktere schütteln oder ihnen die Leviten lesen. 

Eine seichte Romanze erwartet euch hier nicht. Doch genau das ist es, was Rose Bloom ausmacht. Leidenschaftliche Geschichten mit viel Tiefgang und Emotion. Emotionen, die uns Leser während dem Lesen wahnsinnig werden lassen und uns mit dem Ende des Buches jedoch ein Gefühl geben, selbst ein Teil der Geschichte gewesen zu sein. Das machte Rose Bloom aus. Von mir gibt es also eine klare Leseempfehlung und - erneut die Warnung - haltet die Taschentücher bereit!

Veröffentlicht am 27.01.2019

Ein packender Thriller, der dich so schnell nicht mehr los lässt!

Dunkelmädchen
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Elena macht den Albtraum aller Mütter durch: eigentlich müsste sie glücklich sein, denn ihre Familie wurde mit einem Kind bereichert. Doch leider ist Julia nicht das glückliche und zufriedene Baby, das ...

Elena macht den Albtraum aller Mütter durch: eigentlich müsste sie glücklich sein, denn ihre Familie wurde mit einem Kind bereichert. Doch leider ist Julia nicht das glückliche und zufriedene Baby, das man sich immer gewünscht hat. Julia ist ein Schreikind, Tag und Nacht aktiv und kaum zu bändigen. Elena wird in dieser schwierigen und für sie neuen Phase ihres Lebens allein gelassen. Ihr Mann flüchtet ins Büro und kehrt erst spät abends zurück. Auch im Urlaub - in einer französischen Burg - kann Elena nicht abschalten, doch wird sie auch einen Gedanken einfach nicht los: Julia ist nicht Julia - ihre eigene Tochter scheint ihr fremd zu sein. Aber was ist passiert? Hat sie sich emotional so sehr von ihr entfremdet? Oder ist tatsächlich etwas vorgefallen, von dem wir nicht einmal zu träumen wagen ... 

Stell dir vor, du bist schwanger. Überglücklich denkst du an all das, was kommen mag, an all die schönen Zeiten mit deinem wundervollen Kind. Natürlich ist es anstrengend, keine Frage. Natürlich wird es eine Umstellung für dich und deinen Partner, aber gemeinsam schafft ihr alles! Oder doch nicht? Was, wenn das Gegenteil eintritt von dem, was du dir so sehr gewünscht hast? Dein Kind ist auf der Welt und dein Leben hat sich in einen Albtraum verwandelt, nichts ist wunderschön, nichts ist einfach und auch liebevolle Gedanken wollen dir nicht in den Sinn kommen, wenn du an das Kleinod denkst, das da in der Wiege vor dir liegt und dir die Hölle auf Erden bereitet. 

Elena macht genau diese Zeit durch und ihr Partner lässt sie allein. Ihre geliebte Tochter Julia ist ein absolutes Schreikind und mag sich einfach nicht beruhigen lassen, egal, was Elena auch versucht. Die Zeit, die sie sich wunderschön vorgestellt hat, wird anstrengend. Sie schleppt sich von Tag zu Tag und funktioniert einfach nur noch für ihre Tochter, ihr eigenes Leben und ihre Bedürfnisse bleiben dabei vollkommen auf der Strecke. Doch eines Tages merkt Elena, dass mit Julia etwas nicht stimmt. Julia kommt ihr fremd vor und mit einem Mal sieht sie das Kleinkind vor ihr mit anderen Augen. Ist Julia wirklich ihre Tochter? Oder ist gar etwas viel Schlimmeres passiert? 

Als ich das Buch in den Händen gehalten habe, hat mich nicht nur das Cover fasziniert und mir einen kalten Schauer über den Rücken laufen lassen, auch der Klappentext hat mich direkt in seinen Bann gezogen. Ich kann von mir behaupten, dass ich bislang sämtliche Thriller von Heike Fröhling aka Leonie Haubrich kenne und liebe! Heike/Leonie hat einfach einen Schreibstil, der mich direkt in seinen Bann zieht. Mit ihren klaren und direkten Worten zieht sie mich mitten in das Buch hinein, lässt mich an der Geschichte teilhaben und macht mich nicht nur zu einem objektiven Leser. 

Auch bei diesem Buch war es nichts Anderes. Ich konnte direkt von der ersten Seite an mit Elena fühlen und bin gemeinsam mit ihr auf Spurensuche gegangen. Auch mir kam all das merkwürdig vor. Wie kann sich ein Kind von jetzt auf gleich so essentiell ändern? Wie kann ein Schreikind nahezu im einen charakterlichen Sprung vollzogen und sich so gewandelt haben? Noch kann ich mich an die gesamte Entwicklung im Buch erinnern, weiß, was vorgefallen ist, kann den zeitlichen Ablauf wiedergeben und könnte euch hier wirklich ALLES berichten. ABER, das tue ich nicht. Doch allein die Tatsache, dass ich noch alles rekonstruieren kann zeigt mir, wie sehr ich mich auf diese Geschichte eingelassen habe und wie sehr ich bis zum Schluss mitgefiebert habe. Fast atemlos bin ich am Ende der Geschichte angelangt und bin sprachlos aus ihr aufgetaucht! 

Ja, ich liebe die Geschichten von Leonie Haubrich und all meinen Lesern kann ich jeden einzelnen Thriller von ihr empfehlen, denn mit ihnen kommt ihr garantiert auf eure Kosten! Ihr wollt eine Achterbahnfahrt der Gefühle mitmachen? Ihr wollt so sehr in die Geschichte involviert werden, dass ihr sie nicht mehr zur Seite legen könnt, ohne über sie nachzugrübeln? Ihr wollt unbedingt wissen, was es mit Elena und Julia auf sich hat? Worauf wartet ihr? Legt los! Von mir erhaltet ihr eine wärmste Leseempfehlung! Vielen Dank Heike/Leonie für eine weitere Geschichte, die mich für einige Stunden die Realität vergessen ließ!