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Veröffentlicht am 12.04.2026

Erster Band einer Kinderbuchreihe

Starminster - Stadt in den Wolken
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Die elfjährige Astrid hat ihr ganzes bisheriges Leben im Rhabarberschuppen verbracht, wo sie ihre Mutter versteckt gehalten hat. Eines Tages bekommt sie Besuch von einer Frau mit Flügeln, die ihr eröffnet, ...

Die elfjährige Astrid hat ihr ganzes bisheriges Leben im Rhabarberschuppen verbracht, wo sie ihre Mutter versteckt gehalten hat. Eines Tages bekommt sie Besuch von einer Frau mit Flügeln, die ihr eröffnet, dass sie eine Librae ist, und sie mit in eine Stadt in den Wolken über London nehmen möchte.

Der Roman ist der Start in eine Reihe für Kinder ab 11 Jahren. Ich finde die Idee recht originell, dass es Menschen gibt, denen Flügel wachsen, und zwar Flügel die denen der verschiedenen Vogelarten gleichen, so dass sie als Adler, Buchfink, Schwan und so weiter bezeichnet werden, und die Eigenschaften dieser Vögel haben sollen. Im Anhang gibt es eine Auflistung der Vogelarten, deren Flügel man in diesem Buch trifft. Die Flügel lassen sich einziehen, so dass manche der Librae in London arbeiten, alle wohnen aber im sogenannten Überlondon, wo sie frei fliegen können, und durch ein magisches Netz unsichtbar bleiben.

Kinder haben zunächst keine Flügel, sie kommen erst mit der Pubertät zum Vorschein. In Überlondon gehen die Librae-Kinder in die Starminster-Schule, wo sie auch Fliegen lernen, zuerst theoretisch, nachdem sie flügge geworden sind, also ihre Flügel bekommen haben, auch praktisch.
Astrid hat zunächst noch keine Flügel, sie findet schnell eine Freundin, und lernt auch einige der anderen Kinder näher kennen. Als jemand, der nicht in Überlondon aufgewachsen ist, ist für sie alles neu, so dass sie es zusammen mit den Leser:innen erkunden kann. Schnell fragt man sich auch, warum Astrids Mutter sie verborgen hielt, und ob sie wusste, dass sie eine Librae ist.

Natürlich wäre ein reines in die Schule gehen und auf die Flügel warten, etwas langweilig gewesen, und so stellt sich Astrid manche darüber hinausgehende Frage, denn nicht alles scheint richtig in Überlondon zu sein. Und tatsächlich gibt es etwas nicht ungefährliches zu entdecken, und die Geschichte nimmt einen spannenden, aber auch ziemlich grausamen Verlauf. Für sensible Kinder könnte das etwas zu heftig sein.

Astrid mag man schnell, sie ist ein aufgewecktes Kind, das sich auch einzubringen weiß. Ihre Freundschaft zu Penelope, genannt Pent, und auch zu anderen Kindern wirkt authentisch und ist schön mit mitzuerleben. Dass sie die Dinge nicht hinnimmt, sondern hinterfragt, spricht auch für sie. Auch andere Charaktere sind gut gezeichnet, manche wirken eher überzogen, wie der Rektor der Schule, Ferguson Finifugal.

Auch das Worldbuilding gefällt mir gut, man hat schnell ein Bild von Überlondon vor Augen, und wer hätte nicht gerne Flügel und könnte fliegen? Dass das Fliegenkönnen nicht vom Himmel fällt, sondern man es erst richtig lernen muss, gefällt mir für ein Kinderbuch auch gut. Durch die verschiedenen Flügelarten lernt man zusätzlich verschiedene Vogelarten kennen, das regt auch zum Weiterrecherchieren ein.

Die Geschichte an sich empfand ich manchmal etwas aufgesetzt. Was spannend sein sollte, war für mich nicht immer ganz logisch, ich hätte mir in dem Zusammenhang auch etwas weniger Grausames gewünscht, gerade für einen ersten Band, in dem man erst einmal die Welt erkunden möchte. So hat mich die Geschichte vor allem gegen Ende wieder etwas verloren.

Der erste Band der Kinderbuchreihe führt eine interessante Welt innerhalb unserer Welt ein, die Protagonistin und einige andere Charaktere haben mir gut gefallen, nur die Geschichte hätte ich mir gerade in einem ersten Band etwas weniger heftig gewünscht, ich hätte gerne erst einmal die Welt zusammen mit der Protagonistin erkundet, ohne dass es gleich allzu gefährlich wird.

Veröffentlicht am 07.04.2026

Kleopatras Geschichte - von ihr selbst erzählt

Kleopatra
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Kleopatra, berühmt und berüchtigt, jede:r kennt ihren Namen, doch über die wahre Persönlichkeit weiß wahrscheinlich niemand Bescheid, denn, wie so oft, haben auch hier die Sieger die Geschichte geschrieben. ...

Kleopatra, berühmt und berüchtigt, jede:r kennt ihren Namen, doch über die wahre Persönlichkeit weiß wahrscheinlich niemand Bescheid, denn, wie so oft, haben auch hier die Sieger die Geschichte geschrieben.

Die Geschichte beginnt 51 v. Chr. Kleopatras Vater stirbt, und sie wird mit 18 Jahren Pharaonin. Man erfährt viel über den historischen Hintergrund, ihre Familie und Beziehungen, ihre politischen Probleme und Erfolge.

Saraa El-Arifi lässt Kleopatra in Ich-Form selbst erzählen, sie hat, sieht man sich die Quellen und ausgewählte Literatur im Anhang an, vielfältig recherchiert, doch, auch sie musste sicher interpretieren und konnte ihrer dichterischen Freiheit freie Bahn lassen, viele Zeugnisse, vor allem von Kleopatra selbst, gibt es nicht. Zu Beginn des Romans lohnt es sich, die Anmerkungen der Autorin zu lesen. Dass auch Fiktion im Spiel ist, sieht man unter anderem daran, dass sie einen mystischen Aspekt hinzugezogen hat, denn sie gibt den Ptolemäern eine göttliche Gabe, die allerdings bei Kleopatra vermisst wird, weshalb sie auch zeitweise von ihrem Volk nicht anerkannt wurde. Bezüglich dieser Gabe gibt es gegen Ende des Roman eine überraschende Wendung, die mir persönlich gefallen hat, und die einiges erklärt.

Die Ich-Form passt hier meiner Meinung nach sehr gut, man ist nahe dran an Kleopatra, die auch hin und wieder die Lesenden selbst anspricht. Kleopatra kann dadurch ihre Intentionen bezüglich ihrer Handlungen erläutern, und man erhält auch bessere Einblicke in die Beziehungen zu ihrer Familie und ganz besonders auch zu ihren beiden berühmten und mächtigen Geliebten, Julius Cäsar und Marcus Antonius.

Die Autorin erzählt eingängig und bildhaft, der Roman lässt sich zügig lesen und hat mich gut unterhalten, ich habe Kleopatra schon in Büchern, Filmen und anderen Medien getroffen, und so natürlich ein bestimmtes Bild von ihr, auch optisch, gleiches gilt auch für Cäsar und Antonius. Der Roman hat einen durchaus feministischen Touch, was man auch in manchen der Fußnoten erkennen kann. Kleopatra war eine starke Frau, eine Herrscherin, die wusste, was sie wollte, und die versucht hat, ihr Land zu schützen und zu bewahren, auch wenn sie sich dafür mit dem Ausland verbinden musste. Ich glaube, dass sich meine Sicht auf sie gewandelt, neue Facetten bekommen hat, und bin jetzt schon gespannt darauf, wann und wie ich sie wieder treffen werde.

Mich hat der Roman gut unterhalten, man darf natürlich nicht alles auf die Goldwaage legen, doch so oder so ähnlich könnte es gewesen sein. Besonders gut gefällt mir die Prämisse unter der Kleopatra ihre Geschichte erzählt, diese erfährt man erst sehr spät. Für mich ist der Roman gut geeignet, sich ein etwas anderes Bild der Pharaonin zu machen, und womöglich angeregt zu werden, sich weiter mit ihr zu beschäftigen.

Veröffentlicht am 05.04.2026

Hat mir noch besser als Band 1 gefallen

Fables
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Nachdem ein Feind das Märchenland erobert hat, sind die Fabel- und Märchenwesen, die Fables, in die reale Welt geflohen. Alle, die menschlich aussehen oder sich entsprechend verwandeln können, haben eine ...

Nachdem ein Feind das Märchenland erobert hat, sind die Fabel- und Märchenwesen, die Fables, in die reale Welt geflohen. Alle, die menschlich aussehen oder sich entsprechend verwandeln können, haben eine neue Heimat in New York gefunden und nennen ihre Gemeinde Fabeltown, doch jene, die das nicht können, leben auf der Farm, einem abgeschiedenen und magisch geschützten Ort.

Snow White, die stellvertretende Bürgermeisterin von Fabeltown, schaut in regelmäßigen Abständen auf der Farm nach dem Rechten, dieses Mal begleitet von ihrer Schwester Rose Red, die nach den Ereignissen im vorherigen Band noch Buße tun muss. Angekommen auf der Farm, stellt Snow White schnell fest, dass Weyland Smith, der Verwalter, verschwunden ist, und dann gibt es auch noch einen Mord.

Das Thema dieses Bandes ist schon mit dem Titel klar, aber natürlich gibt es hier einige Besonderheiten, denn die Bewohner:innen sind hier nicht nur Schweine, Kühe und Hühner, sondern auch der Tiger Shere Khan, eine Bärenfamilie mit ihrer Ziehtochter Goldilock und weitere aus vielen Geschichte bekannte Wesen. Die Namenschreibung habe ich übrigens aus dem Comicband übernommen. Der Ort ist abgeschieden und wird doch Sabotage noch abgeschiedener, und die Schwestern sind auf sich alleine gestellt. Was auf der Farm los ist, wird relativ schnell geklärt, doch wie kann man dagegen ankommen?

Schon der erste Band der Reihe hat mir gut gefallen, ich mag sowohl die Zeichnungen mit dem Charme der 1950er und 1960er Jahre und den kräftigen Farben, als auch die Geschichten an sich. Auch im zweiten Band trifft man wieder viele bekannte Fabel- und Märchenwesen, die im Anhang noch einmal näher beleuchtet werden. Die Geschichte ist spannend und hat ein paar Überraschungen auf Lager. Gut gefallen hat mir auch das abgeschlossene Setting.

Im Anhang finden sich Cover-Skizzen und weitere Entwürfe, sowie das schon genannte Personenverzeichnis.

Band 2 der Comicreihe hat mir noch besser als Band 1 gefallen, Idee, Charaktere, Zeichnungen und Setting unterhalten mich gut, ich freue mich schon auf die weiteren Bände.

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Veröffentlicht am 04.04.2026

Ein guter erster Einblick in Oscar Wildes Leben, Werk und Charakter

Oscar Wilde – die Comic-Biografie
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Sowohl der Titel als auch das Cover haben mich neugierig gemacht. Eine Comicbiografie, wie wird das aussehen? Oscar Wilde, der nicht nur durch seine Werke,k sondern auch durch sein Leben interessant und ...

Sowohl der Titel als auch das Cover haben mich neugierig gemacht. Eine Comicbiografie, wie wird das aussehen? Oscar Wilde, der nicht nur durch seine Werke,k sondern auch durch sein Leben interessant und unsterblich ist, und dann noch dieses wirklich schöne Cover, durch das man schon einen guten Eindruck des Künstlers bekommt. Ja, das wollte ich unbedingt lesen.

Und nun ist es gelesen, und ich bin ein bisschen schlauer als vorher. Oscar erinnert sich rückblickend an seine Kindheit, während er im Rahmen seiner Vortragsreise in den USA an einer Pokerrunde teilnimmt. Hier erzählt er auch von der Frau, die er zu heiraten gedenkt. Wir erfahren sein Leben in verschiedenen Etappen, die wichtig für ihn waren, unter anderem wie es kam, dass er seine Geschichten verlegen ließ, wie er Alfred Douglas, genannt Bosie, kennenlernt, und schließlich der Prozess, der ihn ins Gefängnis bringt. Man bekommt neben Einblicken in sein Leben und Werk vor allem auch eine guten Eindruck von seinem Charakter.

Die Zeichnungen, speziell die der Charaktere, hätte ich mir einen Touch realistischer gewünscht, sie geben den Charakteren aber deutliche Eigenschaften mit, so dass immer klar ist, wer wer ist. Sehr gut hat mir gefallen, wie das Motiv der Sonnenblume, die man auch auf dem Cover entdecken kann, immer wieder aufgenommen wird. Am Ende der Geschichte findet sich eine Auflistung der Werke Oscar Wildes und der Werke über ihn.

Der Comicband ist gut geeignet, einen ersten Blick auf Oscar Wildes Leben, Charakter und Werk zu werfen, er regt an, weiter und tiefer einzutauchen.

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  • Cover
Veröffentlicht am 31.03.2026

Ausführlicher Ratgeber

Geldanlage für Einsteigerinnen
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Der Ratgeber wendet sich, wie schon der Titel sagt, speziell an Frauen. Diese scheinen sich nicht so sehr mit Geldanlagen zu beschäftigen wie Männer, was, laut Autorin, bereits durch ihre Sozialisation ...

Der Ratgeber wendet sich, wie schon der Titel sagt, speziell an Frauen. Diese scheinen sich nicht so sehr mit Geldanlagen zu beschäftigen wie Männer, was, laut Autorin, bereits durch ihre Sozialisation bedingt ist. Dazu werden auch Quellen geliefert. Frauen haben aber mindestens genauso viele Gründe wie Männer vorzusorgen, sie dabei zu unterstützen und zu ermutigen ist Intention dieses Buches.

Wer investieren möchte, benötigt im besten Fall eine gute Finanzbildung, auch hier hilft der Ratgeber weiter. So gibt es zunächst eine Einführung in das Thema, bevor ins Detail gegangen wird. Der Ratgeber informiert umfassend über alles, was man zum Thema wissen muss. Je nach Intention zum Sparen, zum Beispiel als Altersvorsorge, für eine teuere Anschaffung, oder als Notgroschen, bieten Geldanlagen unterschiedliche Möglichkeiten.

Jede Art Geldanlage wird angesprochen, Sparkonten verschiedener Art, Aktien und ETF, Anleihen, Gold, Kryptowährungen, Immobilien, jeweils mit Vor- und Nachteilen, aber auch, wie man daran kommt, was man dabei beachten muss und so weiter.

Die Autorin spricht auch explizit Frauen an, die in der Familienphase stecken, und dadurch womöglich nur wenig investieren können. Gerade, aber nicht nur, für sie ist auch das Thema Altersvorsorge interessant.

Angesprochen werden auch die Steuern von Geldanlagen und was man darüber wissen muss. All das sehr detailliert, so dass jede bei ihrem Wissensstand abgeholt wird. Enthalten sind auch mehrere Checklisten und ein Glossar.

Der Ratgeber vermittelt umfassend, was Geldanlagenneulinge zum Thema wissen sollten, und kann sicher auch unabhängig vom Geschlecht interessant sein.