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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.03.2026

Wunderbarer Roman über eine wunderbare Autorin

Astrid Lindgren
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Es wird wohl kaum jemanden geben, der den Namen Astrid Lindgren nicht kennt, die meisten dürften auch ihre Bücher oder deren Verfilmungen kennen. Doch, wer weiß etwas über die Person Astrid Lindgren? In ...

Es wird wohl kaum jemanden geben, der den Namen Astrid Lindgren nicht kennt, die meisten dürften auch ihre Bücher oder deren Verfilmungen kennen. Doch, wer weiß etwas über die Person Astrid Lindgren? In diesem Roman erfährt man einiges über sie.

Der Roman erzählt die Jahre 1929 bis 1958, nicht durchgehend, sondern jeweils prägende Abschnitte. Astrid wird jung schwanger und muss ihren Sohn in eine Pflegefamilie geben, da sie nicht für ihn sorgen kann. Lange kann Lasse dort nicht bleiben, schon 3 Jahre später muss Astrid ihn zu sich holen, obwohl das ihr Leben verkompliziert, macht es sie auch glücklich. Mit diesem Ereignis startet der Roman. Geschichten erzählen gehört von Anfang an zu der Beziehung zwischen den beiden dazu.

Später wird Astrid heiraten, Ihr Ehename ist Lindgren, und sie bekommt ein zweites Kind, eine Tochter, für die Astrid die Geschichten von Pippi Langstrumpf erzählt, und diese führen schließlich dazu, dass Astrids Geschichten verlegt werden. Ich fand diesen Weg schön und interessant zu lesen, ebenso die Entstehung einiger anderer Geschichten. Interessant ist aber auch ihr beruflicher Werdegang abseits des Geschichtenerzählens. Eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielen ihre Eltern und Geschwister, man erfährt einiges über sie und auch über Astrids Kindheit. Wer Bullerbü kennt, hat eine gewisse Ahnung von dem Ort, an dem Astrid und ihre Geschwister aufgewachsen sind, und an dem sich auch ihre Kinder sehr wohlfühlen.

Mir war Astrid sofort sympathisch. Sie behält auch als erwachsene Frau ihre kindliche Seite, tobt mit ihren Kindern, hat Spaß und ist albern, ich kann das sehr nachfühlen. Astrid macht aber auch viel mit sich selbst aus, so zum Beispiel Probleme in ihrer Ehe. Man lernt hier eine interessante, liebenswerte und liebevolle Frau mit großer Phantasie kennen.

Susanne Lieder ist es gelungen, mir die Person Astrid Lindgren sehr nahe zu bringen. Der Roman lässt sich wunderbar lesen, Astrid und ihre Welt wurden vor meinen Augen lebendig. Wer Astrid Lindgren als Autorin mag, wird wahrscheinlich auch dieses Buch mögen.

Veröffentlicht am 06.03.2026

Originell, spannend und immer wieder überraschend

Deadly Ever After – Blut und Schnee
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Was passiert eigentlich nach dem Happy End eines Märchens? Eine, wenn vielleicht auch nicht die, Antwort erhält man in diesem Roman. Hier trifft man uf einige Märchen- und Sagenfiguren, und für manche ...

Was passiert eigentlich nach dem Happy End eines Märchens? Eine, wenn vielleicht auch nicht die, Antwort erhält man in diesem Roman. Hier trifft man uf einige Märchen- und Sagenfiguren, und für manche ging es leider auf Dauer nicht glücklich weiter ...

Da ist zum Beispiel Katharina, auch als Schneewittchen bekannt, deren Ehe nicht ganz so glücklich wurde wie erhofft, und die nun 15 Jahre nach ihrem Happy End verwitwet ist. Dafür hat sie jetzt ein Hobby, das anderen ihre Happy Ends verwehrt, nämlich Eroberungsfeldzüge.

Nicht jede:r ist findet das gut, und so entsteht nach und nach eine Rebellengruppe, die alles dafür tun will, Katharina zu besiegen. Wie es so ist, erleben die Mitglieder dieser Gruppe viele Abenteuer, mal gemeinsam, mal getrennt, bis sie schließlich vor Katharina stehen.

Ich mag Märchen, und ich mag die Werke der Gebrüder Orgel, dass beides einmal zusammenfällt, hätte ich mir vielleicht denken können, denn die Orgels überraschen immer wieder mit den Themen ihrer Romane. Im Roman gibt es einige Märchen- und Sagenfiguren zu entdecken und auch eine ganze Reihe Märchen- und Sagenmotive, ich habe nicht wenige entdeckt, aber wahrscheinlich auch genauso viele übersehen. Manche sind vielleicht auch ein bisschen anders als erwartet, und hinter anderen steckt mehr als gedacht, googeln lohnt sich deshalb hin und wieder.

Die Protagonist:innen sind ganz unterschiedlich, Tristan, Neffe des Baron Streich, der sich zu Beginn des Romans mitten in einer Schlacht gegen Katharinas Truppen befindet, ist zunächst sehr zögerlich und wirkt oft hilflos, wächst aber an seiner Aufgabe. Von Anfang an begleitet wird er von Linde, einer älteren Metzgerwitwe, die es faustdick hinter den Ohren hat. Unterwegs trifft man auf Hans, der offenbar allerhand hinter sich hat, einen Froschwandler und weitere Wesen, die man nicht immer gleich einschätzen kann. Am Ende hat Tristan eine illustre Gruppe um sich geschart, die selbst genug Fragen aufwirft.

Der Roman ist spannend und lässt sich zügig lesen. Was ihn aber vor allem auszeichnet sind die vielen Überraschungen, die man erlebt, wenig ist vorhersehbar, vieles anders als gedacht, manchmal aber auch doch nicht, Misstrauen ist oft angesagt, aber nicht immer begründet. Mir hat auch die Welt gut gefallen, die ebenso einige Überraschungen auf Lager hat.

Was mir auch gefällt ist, dass es ein Ende gibt, mit dem man zufrieden sein kann, dieses aber auch mehr als eine Möglichkeit für Fortsetzungen bietet. Ich wäre bei einem weiteren Teil sofort dabei.

Die Gebrüder Orgel haben wieder einmal einen besonderen Roman geschrieben, originell, spannend und immer wieder überraschend. Nicht nur Märchenfans werden hier gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Wichtiges Thema

Demokratie am Limit?
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Demokratien haben es dieser Tage nicht leicht, und das muss man noch nicht einmal weit weg schauen, auch bei uns in Deutschland steht sie mehr oder weniger auf der Kippe. Anfang 2025, vor der letzten Bundestagswahl, ...

Demokratien haben es dieser Tage nicht leicht, und das muss man noch nicht einmal weit weg schauen, auch bei uns in Deutschland steht sie mehr oder weniger auf der Kippe. Anfang 2025, vor der letzten Bundestagswahl, hat Marc Raschke mit seinem Buch „Du hast die Wahl“ bereits deutlich gemacht, was auf uns zukommen, und wie man das vielleicht noch vermeiden könnte. Doch die Wahl ging dann aus, wie sie ausging, und so folgt nun dieses Buch.

Marc Raschke ist ausgebildeter Journalist, studierter Politik- und Kulturwissenschaftler, sowie Historiker, er kennt sich also aus. Dieses Buch ist ein Resümee der aktuellen Lage in Deutschland, leider ist ein Rechtsruck nicht zu bestreiten, und es wird immer schwieriger, sich ihm entgegenzustellen, da die aktuelle Politik eher das Gegenteil tut, Polemik und Polarisierung sind an der Tagesordnung, es wird nach unten getreten, statt nach oben geschaut, Themen, die wirklich unter den Nägeln brennen von populistischen und polarisierenden Narrativen überlagert, und Fortschritte rückabgewickelt.

Das Buch ist aber auch mehr als das, es zeigt auch auf, dass wir immer noch etwas tun können. Die Zivilgesellschaft muss laut und solidarisch bleiben, sich wehren und organisieren, Fakes und Lügen aufdecken. Marc Raschke gibt Argumente, Denkanstöße und Handlungsmöglichkeiten an die Hand, der Untertitel des Buches „Warum unser Vertrauen schwindet, und wie wir es zurückgewinnen“ macht Hoffnung.

Leider ist die Entwicklung in unserem Land keine, die man mit positiven Gefühlen begleiten kann. Ich bin sicher nicht die Einzige, die das mit Sorgen betrachtet. Vielleicht schaffen wir doch noch eine Kehrtwende, dieses Buch könnte auch ein Weckruf sein.

Veröffentlicht am 28.02.2026

Hat mich gut unterhalten

How to Fight Fate: Ist es wahre Liebe, wenn das Schicksal den Seelenpartner vorherbestimmt? Enemies-to-Lovers-Romantasy Young Adult Buch ab 14 Jahren mit Farbschnitt nur in der 1. Auflage (Fate Dilogie, Bd. 1)
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Pazan, der Liebesgott, und Moyra, die Schicksalsgöttin, sind nicht nur ein Paar, sondern liegen auch seit 300 Jahren mit ihrer Schwester, der Kriegsgöttin Martia, im Krieg. Unter den Menschen gibt es einige, ...

Pazan, der Liebesgott, und Moyra, die Schicksalsgöttin, sind nicht nur ein Paar, sondern liegen auch seit 300 Jahren mit ihrer Schwester, der Kriegsgöttin Martia, im Krieg. Unter den Menschen gibt es einige, die göttliche Kräfte haben, und so zu Schicksal-, Liebes- und Kriegsnovizen werden. Wem zudem das Schicksal einen Seelenverwandten zuordnet, bekommt dadurch die Möglichkeit, seine Kräfte zu steigern, wer ohne Seelenverwandten bleibt, wird zum Kriegsdienst herangezogen.

Kiana ist eine Schicksalsnovin mit starken Kräften, doch ihr Seelenverwandter stirbt vor der offiziellen Vermählung, und so gilt sie als Verlorene, und soll an die Front. Doch es kommt anders, und Kiana landet mit einem Kriegs- und einem Liebesnovizen auf der Flucht, und stellt bald ihr ganzes bisheriges Wissen in Frage.

Die drei, die hier mehr oder weniger unfreiwillig zu Gefährten werden, gefallen mit sehr gut, und zwei von ihnen erinnerten mich schnell an die beiden Hauptcharaktere aus Saskia Louis‘ Mordsmäßig-Reihe, der Vibe zwischen ihnen ist sehr ähnlich, es gibt schlagfertige Dialoge, aber auch Gefühle, die zunächst nicht akzeptiert, die aber auch nicht geleugnet werden können. Die Geschichte hier wird aus diesen beiden Perspektiven jeweils in Ich-Form erzählt, wobei Kiana den umfangreicheren Part erhält. Der dritte im Bund ist freundlich, ein bisschen tollpatschig, und wirkt oft regulierend, ihn muss man einfach mögen. Zusätzlich gibt es noch einen tierischen Begleiter.

Erzählt wird in lockerem Tonfall, es gibt aber auch immer wieder ernste Töne. Die Gruppe ist auf der Flucht, was bedeutet, dass ihr Leben in ständiger Gefahr ist, so dass sich auch viele spannende Szenen ergeben. Es schwingt immer wieder Humor mit, unterm Strich ist der Roman sehr unterhaltsam.

Mir hat der Roman gut gefallen, es gibt eine glaubhaft gestaltete Welt, interessante Charaktere, deren Beziehungen untereinander nachvollziehbar sind, einiges an Humor, und eine spannende Geschichte, die mich gut unterhalten hat. Ich freue mich auf den zweiten Band der Dilogie.

Veröffentlicht am 22.02.2026

Hat mich gut unterhalten

Monsieur Lucile und die Suche nach dem Glück
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Luisa erhält einen Anruf ihrer Schwester, die Oma sei weg, und Luisa solle esie suchen. Luisa hat auch gleich eine Idee, wo sie suchen kann. Wenig später steht ein Rollstuhltaxi vor der Tür, Oma Elsa, ...

Luisa erhält einen Anruf ihrer Schwester, die Oma sei weg, und Luisa solle esie suchen. Luisa hat auch gleich eine Idee, wo sie suchen kann. Wenig später steht ein Rollstuhltaxi vor der Tür, Oma Elsa, die nach einem Oberschenkelhalsbruch nicht nur im Rollstuhl, sondern auch im Heim gelandet war, hatte keine Lust mehr, dort die Zeit zu vertrödeln, und wollte lieber ihren alten Freund Jean Baptiste Lucile wiedersehen. Luisa soll sie, neben dem Altrocker Fiete, der auch das Taxi fährt, und dem Lehrer und erfolglosen Schriftsteller Frederic, begleiten. Dass die Reise nicht nur durch verschiedene Länder, sondern auch Zeiten gehen würde, glaubt Elsa aber zunächst niemand.

Ich mochte die A. S. Tory-Romane der Autorin sehr, und war natürlich auf diesen Roman gespannt, endlich bin ich nun auch dazu gekommen, ihn zu lesen. In manchem hat er mich an die oben erwähnten Romane erinnert, jedoch bringt er seine ganz eigenen Geschichte mit.

Ich konnte mir die Reisenden alle gut vorstellen, bis auf Luisa, die kam mir, warum auch immer, nicht wirklich nahe, vielleicht, weil sie im Gegensatz zu den anderen, ein bisschen blass bleibt. Lucile selbst ist schwer zu greifen, aber das soll wohl auch so sein, denn er ist jemand besonderes.

Gut gefallen hat mir die Auswahl der Orte und Zeiten, in die gereist wird, wobei beides jeweils eine Einheit bildet, jede einzelne hätte mich auch interessiert. Während es den größten Teil des Romans eine zwar interessante, aber eher gemütliche Reise ist, wird es gegen Ende richtig spannend, denn jemand meint es nicht so gut mit der Gruppe.

Ein bisschen schade finde ich, dass der VW-Bus vom Cover nicht in den Roman Einzug gehalen hat, aber so ein Rollstuhltaxi hätte halt nicht so viel hergemacht ...

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, Orte und Zeiten finde ich passend gewählt, und am Ende wird es noch richtig spannend. Insgesamt wurde ich gut unterhalten.