Originell, spannend und immer wieder überraschend
Deadly Ever After – Blut und SchneeWas passiert eigentlich nach dem Happy End eines Märchens? Eine, wenn vielleicht auch nicht die, Antwort erhält man in diesem Roman. Hier trifft man uf einige Märchen- und Sagenfiguren, und für manche ...
Was passiert eigentlich nach dem Happy End eines Märchens? Eine, wenn vielleicht auch nicht die, Antwort erhält man in diesem Roman. Hier trifft man uf einige Märchen- und Sagenfiguren, und für manche ging es leider auf Dauer nicht glücklich weiter ...
Da ist zum Beispiel Katharina, auch als Schneewittchen bekannt, deren Ehe nicht ganz so glücklich wurde wie erhofft, und die nun 15 Jahre nach ihrem Happy End verwitwet ist. Dafür hat sie jetzt ein Hobby, das anderen ihre Happy Ends verwehrt, nämlich Eroberungsfeldzüge.
Nicht jede:r ist findet das gut, und so entsteht nach und nach eine Rebellengruppe, die alles dafür tun will, Katharina zu besiegen. Wie es so ist, erleben die Mitglieder dieser Gruppe viele Abenteuer, mal gemeinsam, mal getrennt, bis sie schließlich vor Katharina stehen.
Ich mag Märchen, und ich mag die Werke der Gebrüder Orgel, dass beides einmal zusammenfällt, hätte ich mir vielleicht denken können, denn die Orgels überraschen immer wieder mit den Themen ihrer Romane. Im Roman gibt es einige Märchen- und Sagenfiguren zu entdecken und auch eine ganze Reihe Märchen- und Sagenmotive, ich habe nicht wenige entdeckt, aber wahrscheinlich auch genauso viele übersehen. Manche sind vielleicht auch ein bisschen anders als erwartet, und hinter anderen steckt mehr als gedacht, googeln lohnt sich deshalb hin und wieder.
Die Protagonist:innen sind ganz unterschiedlich, Tristan, Neffe des Baron Streich, der sich zu Beginn des Romans mitten in einer Schlacht gegen Katharinas Truppen befindet, ist zunächst sehr zögerlich und wirkt oft hilflos, wächst aber an seiner Aufgabe. Von Anfang an begleitet wird er von Linde, einer älteren Metzgerwitwe, die es faustdick hinter den Ohren hat. Unterwegs trifft man auf Hans, der offenbar allerhand hinter sich hat, einen Froschwandler und weitere Wesen, die man nicht immer gleich einschätzen kann. Am Ende hat Tristan eine illustre Gruppe um sich geschart, die selbst genug Fragen aufwirft.
Der Roman ist spannend und lässt sich zügig lesen. Was ihn aber vor allem auszeichnet sind die vielen Überraschungen, die man erlebt, wenig ist vorhersehbar, vieles anders als gedacht, manchmal aber auch doch nicht, Misstrauen ist oft angesagt, aber nicht immer begründet. Mir hat auch die Welt gut gefallen, die ebenso einige Überraschungen auf Lager hat.
Was mir auch gefällt ist, dass es ein Ende gibt, mit dem man zufrieden sein kann, dieses aber auch mehr als eine Möglichkeit für Fortsetzungen bietet. Ich wäre bei einem weiteren Teil sofort dabei.
Die Gebrüder Orgel haben wieder einmal einen besonderen Roman geschrieben, originell, spannend und immer wieder überraschend. Nicht nur Märchenfans werden hier gut unterhalten.