Platzhalter für Profilbild

Papayamaja

aktives Lesejury-Mitglied
offline

Papayamaja ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Papayamaja über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.06.2020

Bodenständiger Detektivroman mit dem magischen Etwas

Hex Files - Hexen gibt es doch
0

Ivy Wilde ist durch und durch eine Couch-Potato und rührt ihren Finger so selten wie möglich, auch in ihrem Job als Taxifahrerin der Oxforder Straße. Wenn man Magie beherrscht, ist das natürlich doppelt ...

Ivy Wilde ist durch und durch eine Couch-Potato und rührt ihren Finger so selten wie möglich, auch in ihrem Job als Taxifahrerin der Oxforder Straße. Wenn man Magie beherrscht, ist das natürlich doppelt so einfach. Durch eine Verstrickung dummer Zufälle wird Ivy in die Bürokratie des Heiligen magischen Ordens hineingezogen und muss gemeinsam mit dem Leiter der institutionseigenen Ermittlungsbehörde zusammenarbeiten. Nicht nur, dass Ivy mit dem Orden nichts mehr am Hut haben möchte, auch der Ermittlungsleiter Raphael Winter ist ihr mit seiner fleißigen und herrischen Art und Weise ein Dorn im Auge. Das schließt seinen sexy Hintern selbstverständlich aus.
Von Faulenzen und ruhigen Abenden kann Ivy nur träumen, denn kurz nach ihrem erzwungenen Jobwechsel wird ein mächtiges, magisches Artefakt gestohlen und alle Anzeichen deuten auf interne Konflikte des magischen Ordens hin, die Raphael Winter mit Ivy im Schlepptau zu lösen hat.

Hex-Files ist ein Detektivroman der besonderen Art, bei dem auch die Flirtereien zwischen den Protagonisten nicht zu kurz kommen. Wer nach einer romantischen Darstellung von Magie in der modernen Gesellschaft und einem hitzigen Liebesroman Ausschau hält, ist hier allerdings fehl am Platz.

Der Roman punktet vor allen Dingen durch den Dialog der verschiedenen Charaktere, der von Ivy's sarkastisch-witzigem inneren Monolog begleitet wird und mit dem sie über die magische Gesellschaft sowie ihre Gesprächspartner herzieht. Auch die Auflösung des Diebstahls und des dahinter liegenden Motivs und der Aufdeckung der Problematiken in dem altehrwürdigen magischen Orden sind spannend aufgebaut und die Auflösung des Falles wird durch logische Schlussfolgerungen, einer gehörigen Portion Auffassungsvermögen und mit den ein oder anderen Finten versehen. Ein richtiges Lesevergnügen also.
Einen besonderen Charme erhält die Spurensuche noch durch Ivy's gewitzte Art und Weise sich mithilfe ihrer magischen Kenntnisse vor Arbeit und jeglicher Art von Anstrengung zu drücken sehr zum Missfallen von Raphael Winter. Dadurch entsteht eine frische, dynamische Ambivalenz zwischen den beiden Charakteren bei der man nach und nach auch mehr über die Beiden erfährt. Nicht genug um einen Roman zu füllen, aber doch ein gelungener Auftakt für eine Reihe. Ich freue mich definitiv auf mehr von Ivy Wilde, und hoffentlich auch von Raphael Winter.
Mein persönliches Manko ist, dass ich aufgrund des Untertitels mit mehr Hintergrundinfos zu Magie und Hexen gerechnet habe und deshalb dachte, dass die Thematik zwischen moderner und magischer Gesellschaft eine größere Rolle in der Erzählung spielen wird. So ist es in diesem Bereich noch sehr zurückhaltend dargestellt und ich hoffe dahingehend auch auf den zweiten Teil der Reihe. Beim Lesen hatte ich trotzdem großen Spaß gehabt und empfehle es wärmstens weiter an alle, die einen gewitzten, bodenständigen Detektivroman mit dem gewissen Extra suchen.

Meine Bewertung in Zahlen: 4.5/5 gesamt
Charaktere: 4
Handlung: 5
Erzählstil: 5
Cover: 4
Fantasy: 4

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasy
Veröffentlicht am 18.05.2020

Kurios, liebenswürdig, eine Hommage an die Erinnerung

Wie uns die Liebe fand
0

Eine Hommage an die Liebe und ihre Helferlein, eine berührende Familiengeschichte und das Aufleben alter & verdrängter Erinnerungen

Madame Nan, mit ihrem frechen und liebenswürdigem Mundwerk und ihren ...

Eine Hommage an die Liebe und ihre Helferlein, eine berührende Familiengeschichte und das Aufleben alter & verdrängter Erinnerungen

Madame Nan, mit ihrem frechen und liebenswürdigem Mundwerk und ihren stolzen 92 Jahren, erinnert sich an die Zeit, in der sie und ihre 4 Töchter ihrer alteingesessenen Heimatstadt neues Leben eingehaucht haben. Sie erzählt über ihr Leben, das sich seit Anbeginn ihrer Zeit in dem kleinen elsässischen Dorf Bois-de-Val abgespielt hat, in dem sie aufgewachsen ist, den zweiten Weltkrieg sowie die deutsch-französischen Anfeindungen miterlebt hat und in dem sie nicht nur einmal, sondern gleich zweimal ihre Liebe entdeckt hat und wie ihre vier Töchter ebenfalls dort großgezogen wurden und sich zu starken Persönlichkeiten entwickelt haben.

Mit viel Witz, Liebenswürdigkeit und einer gehörigen Portion kecker Kommentare (insbesondere in Bezug auf die Geräuschkulisse, die die Liebschaften der Nachbarn und ihrer Töchter begleite und die Persönlichkeiten, die sich da im Dorf tummeln) taucht der Leser in Madame Nans Erinnerungen ein und erfährt, wie es dazu kam, dass ein ganzes Dorf samt seiner umliegenden Umgebung mithilfe ein paar zauberhaften Liebeskugeln die Frühlingsgefühle aufleben ließ und welche Rolle dabei Madame Nan und ihre Töchter bei diesem kuriosen Phänomen spielten.

So liebenswürdig, frühlingshaft, witzig und charmant das Buch beginnt, so merkt man doch im Laufe der Geschichte, dass es in Madame Nans Vergangenheit auch viele traurige Ereignisse gab, die sie erst viel später wieder aufarbeiten kann und bei der wir sie begleiten dürfen.
Dabei wird auch die ein oder andere Lebensweisheit mit auf den Weg gegeben, sodass ich mich beim Lesen stets gut beraten gefühlt habe und in vielen Dingen ein großes Stück Wahrheit entdecken konnte.

Das Buch ist ungemein leicht in seiner Sprache verfasst und man fühlt sich gut in die elsässische Mundart und Lebensweise versetzt und am Ende erwartet einen eine kleine köstliche Überraschung, sodass man sich die Region um den Elsass sprichwörtlich nachhause holen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.05.2020

Feel-Good-Roman für einen entspannten Abend

Konfetti im Herz
0

Ein Buch für einen entspannten Feel-Good-Abend mit gemäßigtem Drama, sehr witzigen "down-to-Earth"-Szenarien und kecken Dialogen, die das kleine Romantikerherz höherschlagen lässt.

Im Fokus der Geschichte ...

Ein Buch für einen entspannten Feel-Good-Abend mit gemäßigtem Drama, sehr witzigen "down-to-Earth"-Szenarien und kecken Dialogen, die das kleine Romantikerherz höherschlagen lässt.

Im Fokus der Geschichte steht Anne - berufstätig, Mutter von drei aufgeweckten Kindern, quasi alleinerziehend und nun auch noch kurz vor der Scheidung -, und die damit kurz vor einem Neuanfang steht. Sie muss sich mit der Wohnungssuche, Kindererziehung und Schülerproblemen auseinandersetzen und dabei ihr eigenes Liebesleben managen. Besonders letzteres gestaltet sich als unerwartet schwierig und nervenaufreibend.

Zu Beginn der Geschichte erhält man einen schönen Einstieg in das chaotische und emotionsgeladene Leben von Anne. Besonders die Beziehung zu ihrer Familie, ihren Mitmenschen und zu sich selbst, wird gefühlvoll und nachvollziehbar beleuchtet. Da die Geschichte aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, fühlt man sich wie eine Freundin, die Annes Liebes- und Lebensabenteuer verfolgt, und ich habe die Charaktere alle sehr ins Herz geschlossen: die aufgeweckten Kinder, die verschrobene Etepetete-Mutter, ihre tat- und schlagfertigen Freundinnen und natürlich die von liebenswürdig bis eigenartig reichenden Verehrer.
Durch freche Dialoge und Annes bodenständige Haltung, sowie die lebensnah und mundecht verfassten Gespräche, wird das Lesen zu einem besonderen Vergnügen.

Der Spannungsbogen der Geschichte ist solide gebaut und wartet mit einigen Missverständnissen und unerwarteten Wendungen auf, die allerdings keinesfalls abgehoben und gekünstelt wirken. Das Liebes-Happy End von Anne bleibt aber schlussendlich doch absehbar, was mich persönlich nicht weiter gestört hat.

Während die Protagonistin um Anne sehr facettenreich dargestellt ist und auch die anderen Charaktere liebevoll in Szene gesetzt sind, fehlt mir bei letzteren ein ähnlicher Tiefgang wie bei Anne. Selbst die Kinder und die Liebesinteressenten werden teilweise nur oberflächlich tief beleuchtet. Da habe ich mir ehrlich gesagt mehr erwartet, da der Roman richtig stark einsteigt und Potential für ein paar interessante Konfliktherde aufzeigt.

Alles in allem ist "Konfetti im Herz" ein solider und schöner Familien-/ Liebesroman bei dem das Herz mitflattert und man aufgrund der witzigen Dialoge und frechen Kommentare ein Dauergrinsen beim Lesen hat. Dahingehend hat das Cover auf jeden Fall gehalten, was es verspricht: Gute Laune, Sommergefühle und ein Happy-End für Anne und ihre kleine Familie.

Meine Bewertung in Zahlen: 4,5/5 gesamt
Charaktere: 3,5
Handlung: 3,5
Erzählstil: 5
Cover: 5
Down-to-Earth-Romantik: 5

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 28.04.2020

Der "Thrill" bleibt leider aus.

Mit eurem Blut sollt ihr bekennen
0

Starker Anfang, zähe Mitte, rasantes Ende.

Clara Mohr, Kunsthistorikerin und geschiedene Mutter ohne Sorgerecht, wird in einen zweiten Fall verwickelt. In Deutschland werden mehrere Bischöfe ermordet. ...

Starker Anfang, zähe Mitte, rasantes Ende.

Clara Mohr, Kunsthistorikerin und geschiedene Mutter ohne Sorgerecht, wird in einen zweiten Fall verwickelt. In Deutschland werden mehrere Bischöfe ermordet. Die Umstände ihres Todes sind nicht eindeutig, die Schauplätze inszeniert und das Motiv der Morde unklar. Deshalb fordert die Polizei Hilfe an, um mit Insiderwissen Licht ins Dunkel zu bringen. Clara, die schon von einem früheren Fall Kontakt zum Polizisten Simon hat, spielt auch hier eine aktive Rolle in der Aufklärung der Morde und einer dahinterstehenden Verschwörung. Während weitere Morde drohen, muss sich Clara aber nicht nur um deren Aufklärung kümmern, sondern auch um ihr Liebesleben und die Beziehung zu ihrer Tochter.

Die Geschichte fängt stark an und fesselt mit dem ersten Mord. Schon früh lässt sich erahnen, dass die Kirchensymbolik und -geschichte eine große Rolle in der Handlung spielen wird. Im Laufe des Buches wird viel über die Hintergründe der Kirche erzählt und auch viel auf die innerpolitischen Reibereien eingegangen. Die kirchliche Welt wird dabei umfangreich und facettenreich dargestellt, teils etwas langatmig, aber doch interessant.
Begleitet werden diese von den inneren und zwischenmenschlichen Dialogen, die nur so vor Zynismus und Seitenhieben triefen. Was am Anfang der Geschichte noch amüsant war und vor allem die Hauptprotagonistin in ein sympathisches Licht stellte, wurde zunehmend schwieriger auszuhalten.
Mir fehlte der Zugang zu den Charakteren und ihren Persönlichkeiten, die mir eindimensional vorkamen. Besonders zu Clara und Simon konnte ich keine Bindung aufbauen, sodass emotionale Dramen mich nicht tiefer berührt haben und ich tatsächlich wie eine außenstehende Beobachterin die Geschichte verfolgt habe. Da ich den ersten Teil nicht gelesen habe, kann es sein, dass mir deshalb der Zugang zu den Protagonisten fehlt.
Der mittlere Teil der Geschichte kann mich deswegen auch nicht fesseln. Es fehlt an aktiven Spannungshandlungen und der Großteil der Handlung wird durch Gespräche und Deduktionen, sowie emotionales Drama vorangebracht.
Die Spannung wird erst wieder im letzten Abschnitt der Geschichte rasant und schon fast hektisch nachgeholt. Was schade ist, da die Erklärungen, Motive und Zusammenhänge der Morde gut und sinnig beschrieben wurde und auch einige Pointen die Spannung hochgetrieben haben.
Das größte Manko von allem, sind allerdings die Rechtschreibfehler, die das Leseerlebnis ungemein stören.

Kurz zusammengefasst: Ich würde das e-Book als Thriller nicht weiterempfehlen, aber der Einblick hinter die kirchliche Kulisse ist hier ganz interessant dargestellt.
Bewertung in Zahlen: 2/5 Gesamt
Handlung: 3/5
Charaktere: 2/5
Schreibweise/Erzählstil: 2/5
Cover: 3/5
"Thrill": 1/5

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.04.2020

Punktet durch den trockenen Humor und die Klischee-Charaktere

Bross. Showdown im Schlippers
0

Amüsante Geschichte, die durch ihren trockenen Humor und ihre Charaktere besticht.


Ein genialer, trister Kommissar hat einen Auftrag, den nur er erledigen kann: Den gefährlichsten Ausbrecher der Geschichte ...

Amüsante Geschichte, die durch ihren trockenen Humor und ihre Charaktere besticht.


Ein genialer, trister Kommissar hat einen Auftrag, den nur er erledigen kann: Den gefährlichsten Ausbrecher der Geschichte wieder dingfest zu machen. Mit unkonventionellen Methoden und der Hilfe seines Partners, sowie dem hiesigen Polizeidezernat ein turbulentes Unterfangen.

"Bross - Showdown im Schlippers" besticht in erster Linie durch die schlichtweg skurrilen Charaktere, die äußerst detailliert beschrieben sind und basiertend auf realtitätsnahen Klischees ad absurdum geführt werden. Mit viel trockenem Humor und antiklimatischer Situationskomik, sowie wiederkehrenden Gags, wird dem Leser ein Dauergrinsen aufs Gesicht gezaubert. Mir hat die Geschichte sogar ein paar laute Lacher entlockt (die ich normalerweise zu unterdrücken gelernt habe, da es in der Öffentlichkeit echt komisch kommt, beim Lesen laut aufzulachen).

Die Geschichte hält, was das Cover verspricht: Eine flotte Geschichte mit dem für Comics typischen Schreibstil, sprich: Dialog-basierte Handlung, überspitzte Charaktere und Situationen, eine action- und witzgeladene Verfolgungsjagd, sowie die ein oder andere Lebensweisheit mit Kommissar Bross, der genauso beschrieben ist, wie dargestellt.

Die Handlung ist unorthodox und simpel gehalten, kann aber durch bildhafte Beschreibungen von Personen, Umgebung und den kuriosen, aber gut durchdachten Zufällen bestechen. Was mich mitunter überrascht hat, ist, dass der Fokus der Erzählung weniger auf der hiesigen Ermittlungsjagd mit Bross liegt, als mehr auf einer humorvollen Auseinandersetzung mit gesellschaftstypischen Klischees. Dahingehend fand ich den Handlungsstrang nicht ungemein fesselnd, aber da die Charaktere den Charme der Geschichte ausmachten, hat mich das nicht weiter gestört. Man hat schon recht früh in den ersten Kapiteln gemerkt: Das ein oder andere sollte man hier nicht für voll nehmen und sich am besten zurücklehnen und die Achterbahnfahrt genießen. Besonders schön, ist dem Autor gelungen, einige interessante Pointen zu verdecken, sodass die Spannung weniger durch die Handlung als durch gewisse "Geheimnisse" aufrecht erhalten wurde.

Das Buch war mein Humor und ich habe die Geschichte genossen, aber hier kommt mein Aber: Besonders am Anfang musste ich mich lange in den Erzählstil einlesen, der mich auch gegen Ende noch einige Male aus der Bahn geworfen hat und mir dadurch der Lesefluss des Öfteren verloren ging, was besonders dem flotten Schreibstil der Ping-Pong-artigen Gespräche geschuldet ist. Das funktioniert bei Comic-Büchern mit eindeutig zugeordneten Gesprächsblasen besser als in einem Roman, auch wenn ich verstehe, dass diese Art von Gesprächsführung zum Gesamtpaket dazugehört und auch sehr passend war.

Alles in allem eine runde Geschichte, die ich vor allem wegen dem Humor und den Charakteren weiterempfehlen würde mit dem Zusatz, dass die Handlung Luft nach oben lässt.

Meine Bewertung in Zahlen: Gesamtbewertung: 3,5/5

Charaktere: 4/5

Handlung: 2/5

Schreibweise/ Erzählstil: 3/5

Cover: 5/5

Humor: 4/5

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere