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Veröffentlicht am 24.10.2021

Tolles Buch

Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit
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In diesem Buch wird an vielen Stellen mehr als deutlich dargestellt wie wichtig es ist Zahlen und Statistiken zu hinterfragen. Denn in unserer schnelllebigen Zeit werden genau diese vollkommen aus ihrem ...

In diesem Buch wird an vielen Stellen mehr als deutlich dargestellt wie wichtig es ist Zahlen und Statistiken zu hinterfragen. Denn in unserer schnelllebigen Zeit werden genau diese vollkommen aus ihrem Kontext gerissen und dienen nur dazu um Behauptungen zu untermauern, die bei genauerer Betrachtung absolut nicht stichfest sind. Meist dienen sie nur dazu um dem Artikel etwas Seriosität zu geben, jedoch erfährt man dann nicht einmal wie viele überhaupt an der Studie teilgenommen haben und wie die Begleitumstände waren. Schließlich geht es meist nur darum, dass der Beitrag für viel Empörung sorgt und nicht darum, denjenigen bestmöglich zu informieren. Bei dem Kapitel rund um die Videospiele, die angeblich Gewalttaten fördern sollen, wird genau das mehr als deutlich.

Vor allem jetzt während der Corona-Pandemie war es nicht übersehen wie verzerrt wissenschaftliche Diskurse dargestellt werden. In den Schlagzeilen las man ständig wie uneinig sich die Wissenschaftler untereinander waren und sich ständig ihre Meinung änderte. Dabei ist es vollkommen normal in der Wissenschaft zu diskutieren und seine Erkenntnisse dem neuesten Wissenstand anzupassen. Zudem ist es vollkommen normal auf manche Fragen keine konkreten Antworten zu haben, schließlich ist manches noch zu wenig erforscht. Manche Themengebiete sind zudem zu komplex, so dass man sie nun einmal nicht auf eine einfache, simple und am Besten noch kurze Antwort herunter brechen kann. Leider wird genau das heutzutage immer wieder verlangt und am Besten muss diese für viel Aufsehen sorgen und darf unter keinen Umständen langweilig sein.

Besonders gut haben mir bei diesem eBook die Grafiken gefallen, die die Sachverhalte gut veranschaulichen. Diese sind alle mit Quellenangaben versehen und man kann sie größer machen, damit man sie auch auf kleineren Readern gut lesen kann.

Vor kurzem hatte ich das "Komisch, alles chemisch" von der Autorin gelesen und ich kann mich nicht daran erinnern, dass der Schreibstil so flapsig wie in diesem Buch gewesen ist. Mich stört so etwas weniger, schließlich passt es zum Thema. Wenn doch einmal Fachbegriffe vorkommen, werden diese leicht verständlich erklärt. Es ist auf jeden Fall mal etwas anderes ein Buch über solche Themen in einem so saloppen Schreibstil zu lesen, der wohl eher für eine jüngere Zielgruppe gedacht ist.

Fazit:
Alles in allem zeigt das Buch wie wichtig es ist Statistiken und Zahlen zu hinterfragen, die einem im Alltag immer wieder begegnen. Dazu werden verschiedene Streitfragen aus allen möglichen Blickwinkeln beleuchtet und Interpretationsmöglichkeiten aufgezeigt. Die Autorin zeigt mal wieder wie wichtig die Wissenschaft ist und man Fakten braucht, um einen vertretbaren Konsens bei Streitfragen zu finden.

Veröffentlicht am 15.10.2021

Spannender Fall

Ostseeschmerz
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Was ich immer wieder als Story interessant finde ist, wenn jemand vom Ermittlerteam das Opfer bzw. den Täter rein zufällig im Vorfeld der Tat treffen. Dieses Mal tritt das Opfer auf Greta zu und möchte ...

Was ich immer wieder als Story interessant finde ist, wenn jemand vom Ermittlerteam das Opfer bzw. den Täter rein zufällig im Vorfeld der Tat treffen. Dieses Mal tritt das Opfer auf Greta zu und möchte gerne mit ihr zusammen einen Kriminalroman über eine wahre Begebenheit schreiben. Und genau dieses Angebot spiet im gesamten Thriller eine tragende Rolle und bringt Geheimnisse ans Licht, die wirklich erschreckend sind. Schon relativ früh konnte ich erahnen was es damit auf sich hat und es zeigt einfach mal wieder, dass manche Abgründe der menschlichen Seele einfach unendlich sind.

Und dann passiert der Mord ausgerechnet an der Ostsee in einer Gegend, die viel zu idyllisch für so eine Tat erscheint. Wie man am Cover erkennen kann geht es dieses Mal recht stürmisch und beängstigend zu.

Desweiteren geht es noch um die große Frage, wie gut man sein Gegenüber wirklich kennt. Und genau darüber muss sich Greta dieses Mal Gedanken machen. Wie reagiert man am Besten in so einer Situation und was sagt das über die eigenen Fähigkeiten als Ermittler aus?

Das schöne an den Büchern Elias Haller ist, dass er im Laufe der Handlung wichtige Informationen aus den vorigen Bänden erwähnt. Da ich eine Menge Krimi- und Thrillerreihen lese bin ich über jeden Autor dankbar, der einem kleine Erinnerungshilfen einbaut. Denn mittlerweile gibt es ja eine Menge Bücher in diesem Genre, die an der Ostsee spielen oder eben einen Ermittler haben, der nebenberuflich Bücher schreibt.

Die Reihe rund um Finkel und Silber ist so ganz anders als die um Frost oder Donner, denn sie ist viel ruhiger und konfrontiert einen nicht ständig mit fragwürdigen Charakteren oder ähnlichem. Aber trotzdem ist die Ostseereihe turbulent und hat genügend Nervenkitzel, also passend zum Genre Thriller.

Bei den Ermittlungen stellt sich schnell heraus, dass der Fall komplexer ist als ursprünglich vermutet. Durch die vielen kurzen Kapitel kommt ganz langsam Licht ins Dunkel, jedoch geraten immer mehr Menschen in das Visier des Täters und somit bleibt den Ermittlern nicht viel Zeit. Die Auflösung an sich hatte mich richtig überrumpelt, immerhin hatte ich viel zu lange eine ganz andere Person in Verdacht. Wenn der Autor eins kann dann ist es falsche Fährten legen und er schafft es erstaunlich oft mich hinters Licht zu führen.

Am Ende gibt es dann noch einmal einen gewaltigen Cliffhanger, der jede Menge Zündstoff und somit weit reichende Veränderungen verspricht. Deshalb freue ich mich schon richtig auf die Fortsetzung und mal schauen was die beiden Ermittler noch so erwartet.

Fazit:
Alles in allem ist es ein spannender Thriller über einen Fall, der weit in die Vergangenheit reicht und den man gut ohne Vorwissen lesen kann.

Veröffentlicht am 04.09.2021

Tolles Buch

Sträters Gutenachtgeschichten
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Das Genre Horror ist quasi perfekt für Kurzgeschichten, da man für den Thrill einfach keine Bindung zu den Charakteren aufbauen muss und der Jumpscares auch ohne diese meist super klappt. Und genau das ...

Das Genre Horror ist quasi perfekt für Kurzgeschichten, da man für den Thrill einfach keine Bindung zu den Charakteren aufbauen muss und der Jumpscares auch ohne diese meist super klappt. Und genau das merkt man hier, dass es eben nicht viel braucht um einem das Fürchten zu lehren.

Mir hat jetzt nicht alles durchweg gefallen und manchmal konnte ich nur den Kopf schütteln, aber mit der Erwartung bin ich auch nicht an die Kurzgeschichtensammlung heran gegangen. Einige Kapitel sind mir auf alle Fälle im Gedächtnis geblieben, sei es wegen den eigenartigen Vorkommnissen, den gruseligen Momenten oder den witzigen Stellen. Und einiges lässt sich ganz einfach unter dem Wort "skurril" zusammen fassen und lassen einen den Kopf schütteln. Das ist einfach für mich typisch Sträter und deshalb hatte ich auch genau das bei einigen Geschichten erwartet. Man muss halt immer noch eine Schüppe Wahnsinn drauflegen und das passiert dort. Und wenn er eins kann, dann ist es vom Ästchen aufs Stöckchen zu kommen und damit einer Geschichte ganz viel Leben einzuhauchen.

Bei einigen Geschichten saß ich lange davor und fragte mich, was daran jetzt gruselig gewesen sein soll. Für manches bin ich halt so gar nicht empfänglich und meist war mir die Idee zu der Story an sich zu abwegig um mich wirklich in das Szenario hinein versetzen zu können.

Mir gefällt die düstere Aufmachung des Covers, was wie gewohnt von seinen neueren Werken den Autor selbst zeigt. Die weißen Ränder lassen es so erscheinen, als wäre es richtig schön abgegriffen und eben älter als es eigentlich ist.

Fazit:
Zusammenfassend lässt sich schreiben, dass mich einige Geschichten wegen dem Erzählstil an seine heutigen Texte erinnern und man ganz klar seinen schwarzen Humor erkennen kann. Mich hat das Buch auf alle Fälle im großen und ganzen gut unterhalten und deshalb vergebe ich 4 von 5 Sternen. Es sind halt eher lustige, teils skurrile bis brutale Horrorgeschichten mit vielen recht bekannten Szenarien.

Veröffentlicht am 23.06.2021

Spannend

Tag der Erlösung
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Der Krimi ist definitiv nichts für schwache Nerven, da einige recht brutale Szenen vorkommen.
Dieses Mal geht es um ein sehr aktuelles Thema und einigen Szenen haben mich an bestimmte Nachrichtenausschnitte ...

Der Krimi ist definitiv nichts für schwache Nerven, da einige recht brutale Szenen vorkommen.
Dieses Mal geht es um ein sehr aktuelles Thema und einigen Szenen haben mich an bestimmte Nachrichtenausschnitte aus den letzten Jahren erinnert. Stellenweise wird der Krimi richtig politisch und es ist erschreckend wie realitätsnah das alles wirkt. Die einzelnen Vorkommnisse werden kritisch beleuchtet und man merkt, wie viele Gedanken sich der Autor diesbezüglich gemacht hat. Vor allem im ersten Teil nimmt das alles viel Raum ein und man merkt was für eine wichtige Rolle all das für den Verlauf der Handlung haben wird.

Was ich wirklich schön finde an den Büchern von Falkenberg ist, dass man viel über die jeweiligen Ermittler erfährt und man somit ganz leicht eine Bindung zu ihnen aufbauen kann. In jedem Teil bekommt man noch einmal während der Handlung grob skizziert was man über diese aus den vorigen Bänden wissen muss und deshalb ist es gar nicht so schlimm, wenn man neu in die Reihe einsteigen möchte oder eben einiges vergessen hat. Zudem erfährt man ziemlich viel über die Arbeit beim BKA und wie diese das Privatleben der beiden Ermittler beeinflusst. Neben diesen spiele noch viele weitere eine enorme Rolle, weshalb man sehr genau aufpassen muss beim Lesen um diese nicht miteinander zu verwechseln. Zeitweise war das wirklich anstrengend, da es einfach zu viele Namen waren.
Die Handlungsgeschwindigkeit ist für einen Krimi recht rasant und hat mich eher an Thriller erinnert.

Das Cover passt zum ersten Teil der Reihe und wirkt sehr bedrohlich und düster und passt somit wunderbar zur Handlung.

Was ich mir wirklich gewünscht hätte war eine klarere Kennzeichnung der Perspektivwechsel, bei der man sieht an welchem Ort und zu welcher Zeit das alles spielt. Das hätte beim Lesen einiges erleichtert, da dieses ziemlich oft wechselt. Ansonsten haben mir aber diese Wechsel sehr gut gefallen, schließlich handelt es sich um einen sehr komplexen Fall und somit bekommt man einen genauen Einblick in die möglichen Tathintergründe und in die Ermittlungen an sich.

Vor allem gegen Schluss fand ich den Fall weniger realistisch und man hatte das Gefühl, als hätte es einfach noch ein Feuerwerk am Schluss gebraucht samt unglücklich ausgewählter Szenen. Das ist auch der einzige wirklich Teil, der mir richtig negativ in Erinnerung geblieben ist.

Fazit:
Abschließend möchte ich noch festhalten, dass ich an hier der Rezension wirklich lange saß. Das lag hauptsächlich daran, da ich das Buch weder außerordentlich gut noch schlecht fand und mir lange Zeit nicht klar warum ich außer wegen dem flüssigen Schreibstil es ganz okay fand. Die Reihe werde ich definitiv weiterverfolgen und ich bin ganz gespannt darauf, was man noch über Westermanns Vergangenheit erfahren wird. Denn sie scheint schon sehr gute Gründe dafür zu haben, warum sie so eisern schweigt und man hat nie das Gefühl, als würde sie einem die ganze Wahrheit sagen. Und vielleicht schaffen es die beiden Ermittler ja im Laufe der Reihe endlich ein richtiges Team zu werden. Alles in allem gebe ich dem Krimi 3,5 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 09.05.2021

Spannend

Wenn die Toten sprechen
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Die Kapitel haben eine angenehme Länge und so kann man ganz leicht nach den bewegenderen Fällen mal eine Pause einlegen um Abstand zu gewinnen. Einige der genannten Umstände gingen mir ganz schön Nahe ...

Die Kapitel haben eine angenehme Länge und so kann man ganz leicht nach den bewegenderen Fällen mal eine Pause einlegen um Abstand zu gewinnen. Einige der genannten Umstände gingen mir ganz schön Nahe und deshalb ist es wirklich schön, dass die Fälle angenehm sachlich und professionell beschrieben werden. Alles andere wäre einfach unpassend und hat finde ich vor allem im Genre "True-Crime" nichts verloren. Wenn einmal Fachbegriffe vorkommen, werden diese leicht verständlich erläutert.

Besonders gut hat mir an diesem Buch die Einordnung der einzelnen Fälle gefallen. So erfährt man zum Beispiel viel darüber, was für eine Rolle das soziale Umfeld bzw. die Lebensweise spielt. Zusätzlich wird erläutert wie ein Rechtsmediziner überhaupt arbeitet, wann er überhaupt zum Tatort gerufen wird und wann er obduzieren muss. Hier räumt er mit vielen Vorurteilen auf und zeigt wie wenig seine eigentliche Arbeit mit dem gemeinsam hat, was man in diversen Unterhaltungssendungen gezeigt bekommt.

Immer wieder streut er dabei persönliche Anekdoten ein und zeigt somit wie der Beruf sein Privatleben beeinflusst. Unter anderem erzählt er aus seiner Zeit als Rettungssanitäter und die Jahre als leitender Oberarzt der Rechtsmedizin in Berlin, wobei die meisten Informationen die 12 Hauptfälle um die es geht passend ergänzen. Und dabei schafft er es nie den roten Faden zu verlieren, der sich durch das komplette Buch zieht. Man erfährt hier wirklich viel über die Rechtsmedizin in Deutschland und Buschmann scheut nicht davor zurück das Thema Gefühle anzuschneiden.

Zudem berichtet er auch über Fälle, die nie endgültig geklärt werden konnte. Manchmal wird aus ganz unterschiedlichen Gründen das Verfahren eingestellt und nicht immer können alle Beweise vor Gericht verwertet werden. Passend dazu wird auch erklärt wie so ein Prozess abläuft und welche Rolle Gutachten spielen.

Das Cover erinnert an die gelb-schwarzen Flatterbänder, die in den USA zum absperren von Tatorten dienen.

Ein wenig schade ist die geringe Seitenanzahl und für manche Fälle hätte ich mir gerne ein paar mehr Informationen gewünscht. Durch den angenehmen Erzählfluss gar nicht merkt wie viel man schon gelesen hat und deshalb kam es mir wahrscheinlich als zu wenig vor. Und da die Fälle anonymisiert erzählt werden ist es wahrscheinlich nicht möglich mehr ins Detail zu gehen.

Fazit:
Hierbei handelt es sich um ein wirklich schönes Buch, welches einem Einblicke in die Arbeitswelt eines Rechtsmediziners ermöglicht. Als spektakulär würde ich die beschriebenen Fälle jetzt nicht betiteln, jedoch haben sie allesamt einen Eindruck hinterlassen.