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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2017

Potenzial wird durch Liebesgeschichte beschränkt

Forever 21
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Ursprünglich veröffentlicht auf Books on Fire
http://www.booksonfire.de/2017/04/forever21-zwischen-uns-die-zeit.html

Zitat
"In ihrem früheren Leben hatte sich ihre Nahrungsaufnahme auf fertig angerichtete ...

Ursprünglich veröffentlicht auf Books on Fire
http://www.booksonfire.de/2017/04/forever21-zwischen-uns-die-zeit.html

Zitat
"In ihrem früheren Leben hatte sich ihre Nahrungsaufnahme auf fertig angerichtete Mahlzeiten in diversen Delis und hippen Salat-Bars beschränkt. Ava selbst war gerade einmal in Lage, Teewasser heiß zu machen." - Kapitel 20, Seite 242.


Gestaltung
"Zwischen uns die Zeit" ist zum jetzigen Zeitpunkt als ebook und als gebundene Ausgabe erschienen. Ich selbst habe eine Manuskriptfassung der Lesejury gelesen, die der gebundenen Ausgabe entspricht. Zum Äußeren des finalen Produkts kann ich daher nicht viel sagen. Bilder auf verschiedenen Social Media Websites zeigen allerdings das Buch als ein Buch bei dem es keinen Schutzumschlag gibt, sondern alles direkt auf den Rohling gedruckt wurde. Mir gefällt das immer ganz gut, da Schutzumschläge ziemlich anfällig für Risse und Knicke sind.

Im Inneren ist die Gestaltung äußerst simpel gehalten. So wurden zum Beispiel keine Verzierungen bei den Kapitelanfängen vorgenommen. Stattdessen beschränkt man sich auf die Durchnummerierung der Kapitel. Nach einer Leerzeile folgt dann ein Kapiteltitel, der mal mehr und mal weniger über die folgenden Geschehnisse verrät.

Insgesamt ist die Gestaltung in Ordnung, aber ich man hätte dort einiges mehr rausholen können.

Meine Meinung
"Forever 21 - Zwischen uns die Zeit" habe ich als Manuskript durch die Lesejury bekommen. Mich hat die Idee gereizt, dass jemand zur Strafe durch die Zeit reisen muss. Außerdem finde ich Zeitreise an sich immer äußerst interessant, da sie häufig in die verschiedensten Epochen der Zeit führt. So auch hier.

Mal findet sich Ava im 21. Jahrhundert wieder und mal landet sie in einer Zeit in der Plumsklos noch die Regel waren. Allerdings gefielen mir die einzelnen Geschichten nicht so sehr wie ich gehofft hatte. Sie basieren häufig auf Klischees und sind daher für Vielleser beziehungsweise für jeden der nicht erst seit gestern Fernseh schaut, äußerst vorhersehbar.

Über Ava erfährt man eigentlich nicht allzu viel. Es gibt Andeutungen, wie ihr früheres Leben war und was passiert ist, dass sie nun für immer durch die Zeit springt und Menschen helfen muss. Insgesamt erfuhr man aber eher mehr über die Personen, deren Körper sie übernommen hatte. Das war zwar kurzfristig interessant, aber langfristig meist vollkommen irrelevant. Ava selbst kommt ein wenig wie die Highschool-Bitch rüber, der wir in unserem Schulleben wohl alle begegnet sind. Wenn nicht, dann warst du es wahrscheinlich selbst. Ich finde es schön, wenn Charaktere nicht perfekt sind, aber Ava machte mir einfach zu sehr ein Geheimnis darum, wer sie ist oder war.

Kyran ist der zweite Protagonist. Ihn fand ich relativ farblos. Abgesehen von ein wenig Hintergrundstory und dass er dem ungewöhnlichen Geek-Klischee, der aber dennoch attraktiv ist, entspricht, ist das Einzige, was wir wirklich über ihn erfahren, seine Obsession mit Ava, die natürlich für ihn auch was ganz besonderes ist. Typisch Jugendbuch. Ich habe nichts gegen Liebesgeschichten in Jugendbüchern, aber sie sollten den Plot voranbringen. Bisher hat Kyran dazu nichts beigetragen. Ich vermute aber, dass ausgerechnet er, aufgrund seines Hobbys, Ava vom Fluch befreien wird. Wie in jedem anderen Jugendbuch auch. Hoffentlich täusche ich mich, denn ich möchte auch mal sehen, dass eine Protagonistin sich selbst aus dem Mist zieht, den sie sich eingebrogt hat. Zumal es eine gute Message an jüngere Leserinnen wäre, dass man nicht auf seinen Traumprinz warten muss.

Positiv aufgefallen ist mir der Schreibstil. Die 288 Seiten rannen durch meine Finger wie warme Butter. Teilweise war ich überrascht, dass ich schon wieder ein Kapitel hinter mir gelassen hatte. Das Gefühl "Ach ein Kapitel geht noch" kam bei mir definitiv auf.

Obwohl das Buch auf einem Cliffhanger endet, habe ich nicht das Bedürfnis direkt weiterlesen zu müssen. Es war insgesamt nicht schlecht, aber es konnte mich auch nicht vollkommen in seinen Bann ziehen.

Fazit
"Zwischen uns die Zeit" basiert auf einer genialen Idee mit viel Potenzial, welche sich leider selbst mit einer (bisher) unnötigen Liebesgeschichte selbst schwächt. Das Buch ist perfekt, um es an einem heißen Sommertag in der Sonne durchzuschmöckern.

Veröffentlicht am 20.02.2017

Genialer Schreibstil kann nicht über nervige Protagonistin und aufdringliche Liebesgeschichte hinwegtäuschen

Wir zwei in fremden Galaxien
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Ursprünglich veröffentlicht auf Books on Fire
http://www.booksonfire.de/2017/02/rezi-wir-zwei-in-fremden-Galaxien.html

Zitat
"Manche Leute behaupten, Liebe ist nicht wie im Kino, solche Momente existieren ...

Ursprünglich veröffentlicht auf Books on Fire
http://www.booksonfire.de/2017/02/rezi-wir-zwei-in-fremden-Galaxien.html

Zitat
"Manche Leute behaupten, Liebe ist nicht wie im Kino, solche Momente existieren überhaupt nicht. Aber diese Leute behaupten das nur, weil ihnen selbst noch nicht passiert ist. Weil es den meisten Leuten nie passiert. Aber es gibt diese magischen Momente, und das hier ist einer von ihnen." - Kapitel 14, Seite 130/131.

Gestaltung
"Wir zwei in fremden Galaxien" ist momentan als ebook, Hörbuch und als Hardcover verfügbar. Ich persönlich habe im Rahmen der Lesejury eine Druckfahne gelesen, welche der gebunden Ausgabe entspricht.
Mir gefällt das deutsche Cover sehr gut. Ich denke, es sollte die angepeilte Zielgruppe der weiblichen Jugendlichen zwischen 12 und 16 Jahren ansprechen. Allerdings empfinde ich, dass das Originalcover mehr mit dem Buch zu tun hat. Das Buch beginnt nämlich mit einer Beerdigung bei der immer die Szene von wegfliegenden Vögeln gezeigt wird und dies wurde schön im englischen Cover aufgegriffen. Allerdings verstehe ich, dass man das Cover geändert hat, da ich - als deutsche Leserin - im Buchladen wohl eher auf das lilafarbende Cover aufmerksam geworden wäre.
Das Innere ist eher schlicht gehalten. Die Kapitel tragen keine eigenen Titel. Über jedem neuen prankt in größerer Schrift "Kapitel x", wobei x durch die jeweilige Zahl der Kapitels zu ersetzen ist. Es ist also nichts besonderes. Ich glaube, da hätte man sich mehr einfallen lassen können.
Insgesamt eine nette Gestaltung, welche aber kaum Besonderheiten aufweißt, die sie im Meer der Jugendbücher herausstechen ließe.

Meine Meinung
Für "Wir zwei in fremden Galaxien" hatte ich mich bei der Lesejury beworben und wurde ausgewählt es lesen zu dürfen. Die Grundidee gefiel mir. Wie ergeht es eigentlich den Generationen auf einem Generationenschiff, die sich nicht dafür entschieden haben, sondern nur das Leben im All kennen?

Seren ist zu Beginn eine geniale Protagonistin. Ihr Sarkasmus gemischt mit Zynismus ist einfach unheimlich witzig und liest sich toll. Nebenbei erfährt man, wie es auf dem Schiff eigentlich so zugeht und welche Regeln und Pflichten es gibt.
Doch wie der Klappentext schon ankündigt, verliebt sie sich und nicht in den ihr zugewiesenen Lebenspartner. Ab dort beginnt die Geschichte in meinen Augen schlecht zu werden.

Sobald Seren auf Dom trifft, schaltet sich ihr Gehirn ab. Ihre gesamte Welt dreht sich nur noch um ihn. Ich verstehe es soweit, dass die ungeplante Liebe verboten ist auf der Ventura und dieses Gefühl natürlich etwas aufregendes ist. Es ist dennoch kein Grund alles über Bord zu werfen und unnötige Risiken einzugehen. Seren entwickelt sich von der lustigen, aber pessimistischen Protagonistin zurück zu einer Teenagerin in der Höchstphase der Hormone. Sie scheint aufzuhören logisch zu denken und reagiert impulsiv, was ihr mehr Schaden als Vorteile bringt.

Weiterhin gestört hat mich ihre Freundin Emme, wobei Freundin hier eigentlich in Anführungszeichen gesetzt werden müsste. Denn abgesehen davon oberflächlich zu sein, zeichnet sie sich durch ihre Abwesenheit aus. Im ganzen Buch taucht Emme vielleicht dreimal auf. Eine Freundschaft sehe ich zwischen Seren und ihr nicht, eher eine Zweckbekanntschaft aus der Erziehung - so heißt die Schule auf der Ventura.

Auch Dom blieb relativ blass als Charakter. Viel von ihm erfährt man eigentlich nicht. Zwar, dass er eine gewisse Vorgeschichte und natürlich auch eine zugeordnete Lebenspartnerin hat, aber sonst biegt er sich so wie es gerade zur Geschichte passt.

Ezra, welcher durch Serens Augen das Böse in Person ist, wurde mir mit der Zeit immer sympathischer. Ich hatte sogar Mitleid mit ihm. Seren hätte ich nichtmal geschenkt haben wollen und er muss sie auch noch heiraten. Vor allem gibt sie ihm nicht mal eine wirkliche Chance, dass sie einander besser kennenlernen könnten.

Wie bereits gesagt, wirklich positiv an dem Buch ist die Idee. Allerdings rückt mit der Zeit das Schiff und das Leben dort leider in den Hintergrund, da die viel zu schnelle Liebesgeschichte sich in den Vordergrund drängt. Würde man dies durch weitere Perspektiven, auf welche ich in Band 2 hoffe, erweitern, wäre es das Potenzial besser genutzt.

Allerdings muss ich Kate Ling einen genialen Schreibstil zusprechen. Er ist sehr locker und es fühlt sich wirklich so an als würde Seren einem die Geschichte als gute Freundin erzählen. Mich konnte der Schreibstil trotz der eher mageren Geschichte ans Buch fesseln, so dass ich die vorgegebenen Leseabschnitte immer am Stück durchgelesen habe.

Trotz aller Kritik möchte ich Band 2 lesen, da am Ende ein gewisser Cliffhanger entstand, der mich reizt. Ebenso sind noch einige Fragen offen, welche ich gerne geklärt hätte.

Fazit
Ein genialer Schreibstil, welcher mich ans Buch gefesselt hat, kann leider nicht über die aufdringliche Liebesgeschichte und die nervige Protagonistin sowie ihre blassen Kumpanen hinwegtäuschen.