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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.08.2022

Kunst, Familie, schwere Zeit

Zeitenwende am Potsdamer Platz
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Der zweite Teil rund um die Galerie am Potsdamer Platz. Alice lebt mittlerweile in London, doch eine Erbschaft führt sie zurück nach Berlin. Hier hat sich viel verändert und auch in ihrer Familie ist einiges ...

Der zweite Teil rund um die Galerie am Potsdamer Platz. Alice lebt mittlerweile in London, doch eine Erbschaft führt sie zurück nach Berlin. Hier hat sich viel verändert und auch in ihrer Familie ist einiges anders als vor ihrem Umzug....
Der Roman spielt fast komplett im Jahr 1938. Diese Zeit war eine schwarze Zeit, auch für den Kunstmarkt. Ich fand es sehr interessant zu erfahren wie die Nationalsozialisten mit Kunst umgegangen sind und wie viel sie sich ergaunert haben. Auch die Rolle der Galeristen in der Zeit war gut beleuchtet. Welche Rolle haben sie dabei gespielt Menschen auf der Flucht ihre Schätze abzukaufen. Wären sie immer fair? Aber auch die Situation der Juden wird anhand einer kleinen Familie emotional erzählt.
Ich fand es sehr gut das eine relativ kurze Zeitspanne behandelt wurde, dadurch wurden die Themen gut behandelt und es kam nichts zu kurz oder würde nur kurz angeschnitten.
Ich würde auf jeden Fall empfehlen den ersten Teil gelesen zu haben, einige Zusammenhänge sind dann besser zu verstehen.

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Veröffentlicht am 21.08.2022

Eine Geschichte die mich tief berührt hat

Die Schwestern von Auschwitz
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Die Schwestern von Auschwitz ist der zweite Roman den ich von der Autorin gelesen habe. Nachdem mich Das Mädchen aus dem Lager sehr berührt hat, wollte ich dieses Buch unbedingt lesen und wieder hätte ...

Die Schwestern von Auschwitz ist der zweite Roman den ich von der Autorin gelesen habe. Nachdem mich Das Mädchen aus dem Lager sehr berührt hat, wollte ich dieses Buch unbedingt lesen und wieder hätte ich einen emotionalen und tief erschütternden Roman vor mir.
Es geht um drei Schwestern die in der Slowakei aufwachsen, einst haben sie ihrem Vater das Versprechen gegeben immer füreinander da zu sein und dich nie zu trennen. Dieses Versprechen halten sie auch als die jüngste Schwester nach Auschwitz deportiert werden soll, kurzentschlossen geht die älteste Schwester mit ihr. Und auch die dritte Schwester kann diesem Schicksal nicht entfliehen. Doch so unglaublich das auch erscheinen mag, die schaffen es zu überleben....

Hether Morris schafft es diese unfassbare Geschichte in Worte zu fassen, die unglaublich berühren. Sie erzählt von der Grausamkeit im Lager und gleichzeitig vom Zusammenhalt und der Kraft die daraus entstehen kann.

Der Roman endet nicht mit dem Ende des zweiten Weltkrieges sondern erzählt weiter vom Leben der Schwestern. Von ihrer Heimkehr in eine Heimat die keine mehr ist. Vom Alltag der Überlebenden und dem Traum von einem Leben in Israel. Dieser Teil ist natürlich nicht so schrecklich wie der Teil im Lager, aber doch genauso wichtig und ich fand es sehr interessant zu erfahren wie es war wenn man überlebt hat und irgendwie mit der Vergangenheit Leben muss.
Die drei Schwestern haben wirklich gelebt und das macht für mich das Buch noch einen Tick emotionaler. Ich würde auch unbedingt nach dem Roman auch das Nachwort zu lesen das erzählt wie es zu diesem Roman gekommen ist.
Es ist ganz bestimmt keine leichte Kost, aber so ein wichtiges Thema das es gar nicht genug Bücher darüber geben darf.

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Veröffentlicht am 16.08.2022

Was für eine emotionale Geschichte

Die karierten Mädchen
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In den neunziger Jahren beschließt Klara ihre Lebensgeschichte auf Kassetten aufzunehmen. Sie ist fast blind, mittlerweile Witwe und beschließt endlich das zu erzählen, was sie nie erzählt hat...

Klare ...


In den neunziger Jahren beschließt Klara ihre Lebensgeschichte auf Kassetten aufzunehmen. Sie ist fast blind, mittlerweile Witwe und beschließt endlich das zu erzählen, was sie nie erzählt hat...

Klare Geschichte beginnt 1929, als sie als Hauswirtschaftslehrerin an ein Kinderheim kommt. Zunächst führt sie hier ein glückliches Leben. Doch dann nehmen sie das jüdische Mädchen Tilla auf. Das Baby ist Waise und wird zunächst im Heim heimlich aufgenommen und bald zu Klaras Ziehtochter....



Interessant fand ich den Alltag der Hauswirtschaftsschülerinnen, der sehr bildlich beschrieben wurde. Spannend war aber auch zu erleben, wie sich die Zeiten änderten und wie Klara sich entscheiden musste, wie weit sie sich mit den Nazies einlässt um ihr Heim zu retten und was das ganze für Tilla bedeutet.



Zwischendurch gibt es immer wieder kurze Abschnitte aus dem Jahr 1999 mit der älteren Klara. Die fand ich großartig. Ich möchte sie ab den ersten Sätzen und musste immer wieder über sie schmunzeln.



Ich lese sehr gerne Romane die über den Alltag der Menschen abseits der bekannten Geschichten der Geschichte erzählen. Jürgens wird einem doch das Leben der Menschen näher gebracht als in ihrem eigenen Alltag. Hier erleben wir eine junge Frau die in einer Zeit lebt, in der sie Entscheidungen treffen muss die es in einer anderen Zeit wohl nicht gegeben hatte.

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Veröffentlicht am 16.08.2022

Spurensuche auf hoher See

Die Passage nach Maskat
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Eine Seereise im Jahr 1929 beginnt ganz gemächlich. Der Fotograf Jung reist mit seiner Frau und deren Familie, allerdings ist er alles andere als Beliebt bei Doris Eltern und Bruder. Als Dora dann spurlos ...

Eine Seereise im Jahr 1929 beginnt ganz gemächlich. Der Fotograf Jung reist mit seiner Frau und deren Familie, allerdings ist er alles andere als Beliebt bei Doris Eltern und Bruder. Als Dora dann spurlos verschwindet und alle an Bord behaupten sie nie gesehen zu haben, beginnt Jung an seinem Verstand zu zweifeln und begibt sich mit der Kabinenstuadess Fanny auf Spurensuche.

Der Roman beginnt sehr ruhig und erzählt zunächst von Jung und seinen Eheproblemen, der illustren Gesellschaft auf dem Schiff und der Reise. Doch mit Doras Verschwinden nimmt er Fährt auf und wird richtig spannend. Ich möchte dazu aber nicht mehr schreiben, um niemanden die Spannung zu nehmen.

Erwähnen möchte ich aber die interessanten Einblicke in die Abgründe der besseren Gesellschaft die sich so gerne für etwas Besseres halten. Die Passagiere auf dem Schiff sind alle nicht gerade sympathischer Natur aber so lebendig dargestellt, das ich beim Lesen das Gefühl hatte mit an Bord zu sein. Ob es nun die berühmte Nackttänzerin, die englische Lady oder der herrische Vater von Dora war.

Ein spannender Krimi der uns auf eine interessante Seereise führt.

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Veröffentlicht am 16.08.2022

Maria Marc

Die Frau des Blauen Reiter
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Es ist doch wirklich Schade das so viele Künstlerinnen in der Vergangenheit, so wenig bekannt waren und sind. Oft kennt man sie nur als Frau von... Eine von ihnen ist Maria Marc. Sie hat nur elf Jahre ...

Es ist doch wirklich Schade das so viele Künstlerinnen in der Vergangenheit, so wenig bekannt waren und sind. Oft kennt man sie nur als Frau von... Eine von ihnen ist Maria Marc. Sie hat nur elf Jahre ihres Lebens mit dem Künstler Franz Marc verbracht und trotzdem ist sie nur als Die Frau des blauen Reiters bekannt. Doch wer war sie wirklich?
Der Roman umspannt zwar hauptsächlich ihre Zeit mit Franz Marc, aber das war auch eine wichtige Zeit in ihrem Künstlerleben. So wird von ihrem Kampf mit ihren Eltern um eine Stelle an der Damenakademie in München erzählt, ihren künstlerischen Werk und natürlich auch von ihrem privat Leben. Als unverheiratete Frau hatte sie es nicht leicht Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Heidi Rehn schafft es immer wieder ihren Charakteren so viel Leben einzuhauchen, als ob sie vor einem stehen würden. Dazu schafft sie es durch gute Recherche die Zeit und ihre Künstlerszene lebendig darzustellen. Zwar steht ganz klar die Liebesgeschichte und die damit verbundenen Schwierigkeiten im Vordergrund. Trotzdem gibt es auch interessante Einblicke in die Zeit. Gut gefallen haben mir da die großen Gegensätze zwischen dem Leben von Marias Familie und dem Leben in München und der Damenakademie.

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