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Veröffentlicht am 04.10.2020

Und die Moral von der Geschicht?

Achtsam morden
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Karsten Dusses erster Roman "Achtsam Morden" hat mich bereits mehrfach aus dem Bücherregal her "angesprungen", da ich schon den Titel sehr ansprechend fand. Der Klappentext versprach eine interessante ...

Karsten Dusses erster Roman "Achtsam Morden" hat mich bereits mehrfach aus dem Bücherregal her "angesprungen", da ich schon den Titel sehr ansprechend fand. Der Klappentext versprach eine interessante und amüsante Geschichte. Björn, erfolgreicher Anwalt für Strafrecht, ist weniger erfolgreicher Ehemann. Um die Ehe zu retten nimmt er auf Anraten seiner Frau an einem Achtsamkeitskurs teil. Und stellt fest, dass dieser nicht nur die Beziehung zu seiner Frau und seiner Tochter verbessert, sondern auch sonst sein Leben ziemlich auf den Kopf stellt. So bringt er dank seiner neuen Lebensphilosophie kurzerhand und sehr achtsam seinen Hauptmandanten um und übernimmt kurzerhand dessen Position als Gangsterboss.

Den einzelnen Kapiteln vorangestellt ist jeweils ein Zitat aus dem Achtsamkeitsratgeber von Björns Achtsamkeitscoach, auf das dann in den Kapiteln jeweils Bezug genommen wird, so dass wir uns hier als Leser in einer interessanten Mischung aus Achtsamkeitsratgeber und Krimi mit sehr schwarzem Humor wiederfinden, die bei mir eine Achterbahn der Gefühle ausgelöst hat. Es finden sich Passagen, die einen lauthals lachen lassen, aber auch sehr grausame Szenen, die mir teilweise zu viel waren. Die Achtsamkeitsratschläge hingegen sind sehr wertvoll, einige davon hab ich auch schon gleich selbst angewandt (ohne dabei zu morden ...). Der Schreibstil ist kurzweilig, anschaulich, unterhaltsam, kurz sehr gelungen, lediglich, dass die Ratschläge immer im Kapitel nahezu wörtlich wiederholt wurden fand ich teilweise etwas redundant und nervig. Die Charaktere sind gut herausgearbeitet und sehr lebendig als Figuren, die Wandlung der Hauptperson hinsichtlich des achtsamen Lebensstils erstaunlich und erfreulich, jedoch tat ich mich etwas schwer mit der Sympathie für Björn. Der Wandel vom "Bäh-Anwalt" zum Mörder ist im moralischen Sinne sicher kein Aufstieg und ich habe mich lange gefragt, worauf die Geschichte hinauslaufen soll, bin immer noch unschlüssig, ob ich mich nun über das Ende freuen soll (darf) oder nicht. Die Moral von der Geschichte bleibt für mich auf alle Fälle fragwürdig. Ganz furchtbar (unsympathisch) finde ich Björns Frau. Ich bin gespannt, wie sich die Geschichte zwischen den beiden weiterspinnt, der 2. Band wartet schon auf mich... Insgesamt tue ich mich mit einer abschließenden Bewertung des Buches schwer, es geht mir noch sehr nach und wie gesagt bin ich gespannt auf die Weiterentwicklung, insofern sehr gelungenes Buch. Es liest sich schnell und gut, unterhält und regt zum Nachdenken an, insofern bekommt es von mir auf alle Fälle eine Leseempfehlung. Auf manch grausame Details hätte ich jedoch gerne verzichtet, also nix für Zartbesaitete.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.10.2020

Packendes Auf und Ab um Mimi und Anton

Die Fotografin - Die Welt von morgen
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Die Welt von morgen ist der 3. Teil der Geschichte von Mimi Reventlow, der Wanderfotografin. Sie hat mit dem Wirtssohn Anton Laichingen verlassen und zieht wieder von Ort zu Ort, bis sie in Berlin eine ...

Die Welt von morgen ist der 3. Teil der Geschichte von Mimi Reventlow, der Wanderfotografin. Sie hat mit dem Wirtssohn Anton Laichingen verlassen und zieht wieder von Ort zu Ort, bis sie in Berlin eine Weile sesshaft werden. Doch die Zeiten für eine Wanderfotografin werden schwerer, Mimi bekommt immer weniger Angebote. Und so fassen sie und Anton einen mutigen Plan...

Erneut tauchen wir ein in Mimis Welt und man wird als Leser sofort gefangen, möchte wissen wie es mit der sympathischen Mimi und auch Anton weitergeht. Wie bereits die ersten beide Bände hat mir auch dieser hier sehr gefallen und ich kann kaum den nächsten erwarten (der immer noch nicht der letzte sein wird, wie ich gerade erfahren habe)! Die Figuren sind lebendig, überzeugend, hervorragend herausgearbeitet, die Hintergründe gut recherchiert. Einzig der Schluss hat einen fiesen Cliffhanger, was ich nicht mag, wenn ich dann auf den nächsten Band ein halbes Jahr warten muss. Insgesamt aber gibt es von mir eine volle Leseempfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.05.2020

Schokoladensüßer Auftakt einer Familiensaga

Die Schokoladenvilla
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Die Schokoladenvilla ist der Auftakt einer dreiteiligen Familiensaga. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die junge Frau Judith, Tochter eines großen Schokoladenfabrikanten, die ihren Weg sucht. Die klassische ...

Die Schokoladenvilla ist der Auftakt einer dreiteiligen Familiensaga. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die junge Frau Judith, Tochter eines großen Schokoladenfabrikanten, die ihren Weg sucht. Die klassische Rolle der Ehe- und Hausfrau ist nicht ihres, sie möchte gerne Schokolade produzieren. Ihre Mutter sucht ebenfalls ihr Glück selbstbestimmt und fernab des ungeliebten- arrangierten- Ehemannes. Beide müssen dafür Risiken eingehen und Verzicht üben, bevor sie ihren Weg finden.
Ein zentrales Thema des Romans ist also die Emanzipation, ohne dass dabei die Frauen zu revolutionär und kämpferisch wären. Dazu kommen die verschiedensten Formen an Liebesgeschichten, die unterschiedlich bewegend, nachvollziehbar und packend dargestellt sind. Dazu kommt ein bisschen historischer Roman, der die sozialen Umstände der Zeit ins Blickfeld bringt.
Am Anfang hatte ich etwas Mühe in die Geschichte reinzukommen und zu sortieren, wer wer ist, dann hat mich die Geschichte doch ordentlich gepackt und ich hab mal wieder bis spät in die Nacht gelesen. Insgesamt finde ich sehr viele Themen in die Geschichte gepackt und für die Dramatik, die sich plötzlich im letzten Teil einstellt, ist mir das Ende dann fast etwas zu flach. Die Charaktere sind sehr lebendig und nachvollziehbar. Im Verlauf konnte ich mich vor allem mit Judith sehr identifizieren und bin nun richtig gespannt, wie es ihr und ihrer Familie im weiteren wohl ergeht. Die Lektüre des Buches kann ich also absolut weiter empfehlen, ein absolutes Must-read ist es aber nicht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.03.2020

Ein echter Hülsmann

Meistens kommt es anders, wenn man denkt
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Meistens kommt es anders, wenn man denkt ist das neueste Werk von Petra Hülsmann. Ich habe kaum erwarten können, bis es erscheint. Und der Titel ist ja auch schon mal sehr vielversprechend. Die alten Cover ...

Meistens kommt es anders, wenn man denkt ist das neueste Werk von Petra Hülsmann. Ich habe kaum erwarten können, bis es erscheint. Und der Titel ist ja auch schon mal sehr vielversprechend. Die alten Cover mit den Streifen haben mir zwar besser gefallen als die neuen, aber mei nichts ist perfekt...
Die Geschichte liest sich sehr flüssig, der Schreibstil ist einfach gut. Die Liebesgeschichte ist wunderbar prickelnd, es knistert mal wieder aus den Seiten direkt heraus. Auch die Geschichte drumherum, an der die Protagonistin Nele erstmal wachsen muss, bevor sie ihr Happy End bekommt, ist absolut liebenswert und man ist gern dabei als Leser. Insgesamt funktionieren die Romane immer nach dem gleichen Schema, also keine großen Überraschungen, aber wenn man das mag (und ich mag es!9, dann ist man hier wieder gut bedient. Im Vergleich zu den Vorgängerromanen von Petra Hülsmann hat mich dieser nicht ganz so mitgerissen, was aber auch an meinen persönlichen Lebensumständen gelegen haben mag. Insgesamt bekommt auch dieser Roman von mir eine absolute Leseempfehlung und ich freue mich schon auf die Erscheinung des nächsten Hülsmann-Romans!

  • Cover
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Veröffentlicht am 22.03.2020

Turbulentes Finale der Trilogie

Die Ärztin: Die Wege der Liebe
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Die Ärztin-Wege der Liebe von Helene Sommerfeld ist der dritte Teil der Familiensaga um Ricarda Thomasius. Nachdem es im ersten Band vorwiegen um ihre Jugend und Ausbildung ging und im zweiten Teil um ...

Die Ärztin-Wege der Liebe von Helene Sommerfeld ist der dritte Teil der Familiensaga um Ricarda Thomasius. Nachdem es im ersten Band vorwiegen um ihre Jugend und Ausbildung ging und im zweiten Teil um ihren Beruf und ihre Eheschließung, kommt nun zunehmend die nächste Generation mit ins Spiel. Während des ersten Weltkriegs kehrt Ricarda zurück nach Berlin, während ihre älteste Tochter in die USA auswandert und ihr Sohn in den Krieg zieht. Die jüngste Tochter wird langsam erwachsen und zunehmend flügge. Ein abwechlungsreiches Familiendrama vor dem historischen Hintergrund des ersten Weltkrieges und der Entwicklung der Medizin in dieser Zeit.
Es wird in diesem Band sehr häufig und nach teils recht kurzen Abschnitten die Perspektive und der Schauplatz gewechselt, was ich als erfrischend empfunden habe, wenn auch manchmal etwas verwirrend. Insgesamt hat mich der Band mehr gepackt als die anderen und ich habe ihn sehr schnell durchgelesen, weil man als Leser durchaus in den Bann der Protagonistinnen gezogen wird, wenn mir auch manche Passagen unnötig dramatisch erschienen und ganz schön viele Themen auf einmal in den Roman gedrückt wurden. So sehr mich die Thematiken interessieren, fällt es mir doch ein bisschen schwer zu sagen, was ich jetzt vielleicht daraus "lernen" soll. Fasziniert hat mich der medizinische Hintergrund. Allerdings wurden mir Charaktere allesamt nicht sympathisch. Die Protagonistinnen sind alle starke, für ihre Rechte kämpfende Persönlichkeiten, die ich dafür durchaus bewundern kann, zur Freundin haben möchte ich davon aber keinen. Die Emotionen kommen mir dabei zu kurz bzw. wirken sie auf mich nicht authentisch. Das Ende des Romans ist mir dann ein bisschen zu platt und zu schnell für das, dass alles über 3 dicke Romane aufgebaut wurde letztendlich.
Als Fazit würde ich sagen, dass mich der Roman gut unterhalten hat, die ganze Trilogie durchaus lesenswert war, dass ich aber nun auch ganz froh bin, dass kein vierter Band mehr angekündigt ist.

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