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Veröffentlicht am 03.06.2018

Etwas zu wenig Spannung und ein überstürztes Ende

Zu nah
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Inhalt:
Die Polizistin Frankie Sheehan, die gerade nach einer Beurlaubung zurück im Berufsalltag ist, wird mit einem neuen Fall beauftragt. Nach und nach stellt sich heraus, dass Frankie in ihrem letzten ...

Inhalt:


Die Polizistin Frankie Sheehan, die gerade nach einer Beurlaubung zurück im Berufsalltag ist, wird mit einem neuen Fall beauftragt. Nach und nach stellt sich heraus, dass Frankie in ihrem letzten Fall ein Traumata erlittet hat, was sich durch Flashbacks äußert. Sie scheint noch nicht wieder ganz einsatzfähig zu sein, möchte aber alle vom Gegenteil überzeugen.

In ihrem neuen Fall, der zuerst nach einem Selbstmord aussieht, wurde die Wissenschaftlerin Eleonore Costello erhängt aufgefunden. Zunächst wird ihr Mann verdächtigt der Mörder zu sein, doch dieser ist wie vom Erdboden verschluckt. Macht ihn das nicht noch verdächtiger? Oder ist er vielleicht selber zu einem Opfer geworden? Kannten sich der Mörder und die Ermordete? Während die Befragungen und Recherchen laufen, wird eine zweite Leiche entdeckt, die auf dem ersten Blick nicht in Verbdinung mit dem Tod Eleonore Costellos zu stehen scheint. Doch dann erfahren die Ermittler Frankie und Baz, dass es doch eine Verbdinung zwischen ihnen gibt. Alle Spuren führen zu Eleonores Mann, doch der bleibt weiterhin verschwunden.

Je weiter das Polizeiteam ermittelt, desto mehr bringt sich schließlich Frankie selber in Gefahr. Hat sie in ihrem alten Fall vielleicht den falschen Mann einer Tat beschuldigt? Und hat ihr alter Fall vielleicht sogar etwas mit ihrem neuen zu tun? Kann es sein, dass der Täter von damals noch frei herum läuft? Neue Erkenntnise legen diese Vermutung nahe und Framkie merkt, dass sie viel weniger weiß, als sie dachte.

Spannungsaufbau und Story:


Leider fehlte dem Hörbuch stellenweise an Spannung. Jedenfalls konnte diese nicht das ganze Hörbuch über aufrecht gehalten werden. Oft hatte man das Gefühl, dass die Ermittlungen so gar nicht voran gingen und immer nur im Trüben gefischt wurde.

Um so schlimmer war dann leider auch das Ende, was einfach viel zu plötzlich daher kam. Es wurde ein Täter aus dem Hut gezaubert, den man so gar nicht auf dem Schirm hat. Im Grunde ist das nichts Schlechtes, wenn man nicht sofort den Täter erkennt, doch hier wirkte es einfach viel zu weit hergeholt und eindeutig konstruiert. Das war sehr schade, zumal das Ende dann auch noch viel zu überstürzt wurde. Die taffe Ermittlerin, die eigentlich recht viele Erfahrungen hat, verliert am Ende deutlich an Glaubwürdigkeit.

Mir erging es so, dass ich mit den Kopf geschüttelt habe und mich immer wieder fragen musste, ob das jetzt wirklich das Ende gewesen sein sollte. Vor allem die Auflösung kam viel zu schnell und unglaubwürdig daher. Ob es nun an der Kürzung des Hörbuches lag, mag ich nicht beurteilen, aber wenn man weiß, dass es eine Kürzung gab, kann man leicht den Eindruck gewinnen, dass hier zu viel gestrichen wurde.

Ein weiterer Kritikpunkt waren die ständigen Alleingänge und auch die Flashbacks von Frankie. Ich mag es nicht, wenn mehrere Fälle miteinander verknüpft werden. Egal ob diese später wirklich miteinander zusammen hängen, oder ob man auf eine falsche Fährte gelockt werden soll. Das hat mich leider von Anfang an an diesem Hörbuch gestört. Auch, dass Frankie irgendein Trauma verarbeiten musste und anscheinend noch gar nicht wirklich einsatzfähig war, machten die Sachen etwas unglaubwürdig. Ich fragte mich oft, wie man sie in diesem Zustand schon wieder mit so einenm Fall beauftragen konnte. Ansonsten wurde mir Frankie aber nach und nach immer sympathischer, nachdem ich sie am Anfang wirklich nicht leiden konnte. Aber da slag vor allem an den Flashbacks und ihre unfreundliche Art ihren Kollegen gegenüber. Zum Glück bin ich dann doch noch auf halber Strecke mit ihr warm geworden.


Hörbuchsprecherin:

Sabina Godec hat einen super Job gemacht. Sie liest sehr angenehm und haucht den Figuren Leben ein. Sie spricht recht unaufgeregt, aber weiß ihre Stimme bewusst einzusetzen. Männer und Frauen kann sie beidermaßen sprechen und man erkennt schnell, ob sie gerade einen Mann oder eine Frau spricht. Ihre Stimme ist leicht lau und sie bewegt sich in einer eher dunkleren Tonlage, was das Zuhören sehr angenehm macht. Für Frankie hätte es wahrscheinlich kaum eine bessere Sprecherin geben können. Sabina Godecs Stimme hat wie die Faust auf's Auge zu diesem Charakter gepasst.

Fazit:

Für mich grundsätzlich ein solider Thriller, auch wenn er mir teilweise zu wenig Spannung bot und leider auch ein zu überstürztes und konstruiertes Ende aufwies. Vor allem Letzteres hat mich sehr geärgert, weswegen ich nicht so viele Sterne vergeben kann, wie ich augrund der guten Sprecherin gerne würde.

Veröffentlicht am 08.07.2018

Zunächst verwirrend, dann durchaus spannend

Schwarzes Requiem
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Inhalt:
Erwan Morvan, pariser Polizeikommissar, hat sich zur Aufgabe gemacht, die dunklen Geheimnisse seines Vater Grégoire Morvan, graue Eminenz des französischen Innenministeriums, aus seiner Vergangenheit ...

Inhalt:


Erwan Morvan, pariser Polizeikommissar, hat sich zur Aufgabe gemacht, die dunklen Geheimnisse seines Vater Grégoire Morvan, graue Eminenz des französischen Innenministeriums, aus seiner Vergangenheit in Zaire zu ergründen. Damals in den Siebzigerjahren hatte sein Vater den grausamen "Nagelmann" zur Strecke gebracht, der seine Opfer mit Nägeln und Spiegelscherben folterte. Nun scheint dieser von den Toten auferstanden zu sein, denn einige ähnlich schrecklich zugerichteten Leichen, die die selbe Handschrift wie damals tragen, werden entdeckt. Wurde damals der falsche Täter gefasst oder gibt es einen Nachahmer? Was hat Grégoire Morvan zu vergergen? Wieso scheint es so, als wüsste er mehr, als er in den Jahren zugegeben hat? Im Alleingang versucht Erwan im Kongo die wahre Geschichte seines Vaters zu ergründen.

Während sich Erwan im Kongo auf eine lebensgefährliche
Schnitzeljagd begibt, um die Wahrheit seiner Familiengeschichte zu erfahren, ist sein Bruder Luic in Frankreich in ähnlich gefährlichen Kreisen untwegs. Erwan erfährt Schockierendes und konfrontiert seinen Vater mit den neuen Erkenntnissen. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse und über die Familie droht noch schrecklicheres hereinzubrechen. Das ganze Familiengerüst gerät ins schwanken und schließlich scheint auch der Rest der Familie in Gefahr zu sein, als am Ende alle Fäden zusammenlaufen, der "Nagelmann" erneut ins Spiel kommt und sich ein beunruhigendes, grausames, neues Bild ergibt.

Spannungsaufbau und Story:


Für mich war der Einstieg in die Geschichte recht schwierig. Zu viele Namen und zu viele Sprünge in Zeit und Ort erschwerten mir das Zuhören. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass man die Kürzung (die nicht unerheblich ist) vor allem am Anfang deutlich spürt. Oft wurden bestimmte Sachen als gegeben hingenommen, die mir noch nicht bewusst waren. So waren mir z.B. die Familienverhältnisse am Angang teilweise nicht klar. Außerdem musste ich oft sehr aufpassen um den Sprung von einer Person zur nächsten mitzubekommen. Zudem liefen viele Handlungsstränge parallel, die am Anfang noch nicht zueinander passen wollten.

Im Laufe der Geschichte wurde dies zum Glück deutlich besser, da man langsam mit den Figuren vertraut wurde und durch Erwans Recherchen auch mehr über die Hintergründe der Familiengeschichte und die Zusammenhänge mit dem "Nagelmann" erfahren hat. Es wurde für mich mit der Zeit immer spannender. Und die Fäden und Erzählstränge liefen sinnvoll zusammen.
Viele Situationen und Ereignisse waren einfach nicht vorhersehbar und es gab auch den einen oder anderen Schockmoment. Mit dem Ende habe ich z.B. nicht wirklich gerechnet, was grundsätzlich ein gutes Zeichen ist.

Ich befürchte allerdings, dass die meisten Ungereimtheiten oder fehlende Charakterentwicklungen, die im Laufe der Geschichte auftraten, vor allem auf die extreme Kürzung zurückzuführen ist. Vielleicht hat es dem Hörbuch einerseits ganz gut getan, da so die Spannung immer aufrecht gehalten wurde und die Ereignisse aufeinander folgten, ohne dass zu große Leerstrecken entstanden sind. Andererseits fehlte mir bei den Charakteren teilweise die Tiefe und auch einige Situationen wurden dann doch eine Spur zu schnell abgehandelt.

Aus diesen Gründen bin ich recht zwiegespalten was dieses Hörbuch angeht. Einerseits war die Spannung immer da, andererseits zu wenig Chraktertiefe und zu unrealistische Situationen. Die extreme Gewalt hat mich persönlich nicht gestört, dafür habe ich schon zu viele und auch heftigere Thriller gehört/gelesen, als dass mich das hätte schocken können. Aber ich denke da ist jeder anders. Für mich hielt sich das alles noch in Grenzen.

Hörbuchsprecher:

Dietmar Wunder hat auch in diesem Hörbuch wieder einen großartigen Job gemacht. Seine Stimmfarbe ist angenehm, leicht rauchig und daher perfekt für Thriller jeglicher Art geeignet. Er schafft es den Charakteren Leben einzuhauchen und spricht sowohl Frauen als auch Männer perfekt, ohne dass es befremdlich wirkt, wenn er mal einer ältere Dame seine Stimme leihen darf. Nie scheint er eine Betonung falsch zu setzen und schafft es mit angepasster Dynamik in der Stimme an den richtigen Stellen Spannung aufkommen zu lassen. Für mich einer der besten Hörbuchsprecher, die wir in Deutschland haben.

Fazit:

Für mich grundsätzlich ein spannender Thriller, auch wenn ich am Anfang von den vielen Namen, den Orten und den Zeitsprüngen ziemlich verwirrt war. Erst mit der Zeit habe ich mich in die Geschichte einfinden können, die dann doch ziemlich mitreißend wurde. Für den Sprecher gibt es von mir die volle Punktzahl!