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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.04.2025

Highlight mit leichten Schwächen

Staying Alive
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Der Titel trifft es auf den Punkt, denn in „Staying Alive“ kämpft Nicki im hektischen Krankenhausalltag buchstäblich ums Überleben (ihrer Patientinnen). Und da Nicki nun mal ÄRZTIN ist, verweist der Untertitel ...

Der Titel trifft es auf den Punkt, denn in „Staying Alive“ kämpft Nicki im hektischen Krankenhausalltag buchstäblich ums Überleben (ihrer Patientinnen). Und da Nicki nun mal ÄRZTIN ist, verweist der Untertitel zurecht darauf, dass es sich hierbei nicht um einen Arztroman handelt – es kommt halt eben doch auf die kleinen Unterschiede an.

Der Roman ist sehr originell und unterhaltsam. Mit viel schwarzem Humor zeichnet Eva Mirasol ein realistisches Bild des stressigen Krankenhausalltags. Dabei gelingt ihr gekonnt der Spagat zwischen skurrilen Szenen und tiefgründigen Themen (ernsthafte Erkrankungen, Versterben von Patient
innen und Selbstzweifel). Besonders gut gefällt mir, dass man einen Einblick in die Herausforderungen und Vorurteile erhält, mit denen Ärztinnen auch im wahren Leben konfrontiert werden.
Die Hektik der Rettungsstelle wird durch die kurzen Kapitel, gelegentliche Gedankensprünge und den „schnellen“ Erzählstil noch unterstrichen. Doch leider wirkt dadurch alles auch recht oberflächlich. Nicki (Protagonistin und Ich-Erzählerin) bin ich daher als bis zuletzt nicht richtig nahe gekommen.
Die Autorin, die selber Ärztin ist, verwendet viele medizinische Fachbegriffe, welche anschließend in Fußnoten auf humorvolle Weise erklärt werden. Zwar empfand ich diese Erläuterungen durchaus interessant und hilfreich, doch insgesamt waren sie so zahlreich und ausführlich, dass sie meinen Lesefluss beeinträchtigt haben.
Sprach- und Erzählstil waren nicht immer ganz rund und die Handlung wirkte teilweise sehr konstruiert. Zudem verwendet die Autorin zahlreiche Zitate von Fußballern, Filmcharakteren, etc. und kreiert zumeist auf diese Weise die herrlich skurrilen und humoristischen Szenen.

Fazit:
Auch wenn der Roman ein paar kleine Schwächen hat, brachte mich die Lektüre oft zum Schmunzeln und Nachdenken. Für mich ist „Staying Alive“ daher definitiv ein Highlight und absolut lesenswert.

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Veröffentlicht am 28.04.2025

Anders als erwartet

Verliebt in Stockholm
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Ich bin ein großer Schweden-Fan und liebe Stockholm. Für mich ist es eine der sehenswertesten und freundlichsten Städte der Welt. Daher haben mich der Titel und das Cover des Buchs direkt angesprochen. ...

Ich bin ein großer Schweden-Fan und liebe Stockholm. Für mich ist es eine der sehenswertesten und freundlichsten Städte der Welt. Daher haben mich der Titel und das Cover des Buchs direkt angesprochen. Meine Erwartung: Eine schwedische Lovestory voller Leichtigkeit, Sommervibes und Musik.
Ich war dann doch etwas überrascht über die teils ernsten Sorgen der Protagonistin: Mira ist Violinistin und hat schwer mit einer Schulterverletzung zu kämpfen. Auch in Sachen Liebe läuft nicht (mehr?) alles rund, als sie ihre Jugendliebe William wiedertrifft. Denn eigentlich führt Mira eine recht oberflächliche Beziehung mit dem Stargeiger Alessandro. Und so bestimmen Alltagsprobleme und eine unspektakuläre Love-Triangle das Geschehen. Dabei wird die Handlung aus Miras Sicht auf zwei Zeitebenen erzählt, was mir persönlich sehr gut gefallen hat.
Leider konnten weder der Schreibstil noch die Handlung mich so ganz in ihren Bann ziehen. Besonders schade finde ich, dass das Setting – Stockholm – kaum eine Rolle spielt.
Zwar ist „Verliebt in Stockholm“ für mich persönlich kein Must-Read, doch insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 10.04.2025

Sommergold

Sommergold
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Ich habe das Buch im Rahmen eines Readalongs gelesen und muss gestehen, dass ich mir das Buch selbst nicht unbedingt ausgesucht hätte, da Romance nicht so mein Genre ist. Allerdings hat mit der Part rund ...

Ich habe das Buch im Rahmen eines Readalongs gelesen und muss gestehen, dass ich mir das Buch selbst nicht unbedingt ausgesucht hätte, da Romance nicht so mein Genre ist. Allerdings hat mit der Part rund um Gwendolyn und ihr mysteriöses Verschwinden neugierig gemacht – und ich wurde nicht enttäuscht!
Die Handlung fand ich spannend, auch wenn sie stellenweise vorhersehbar war. So hat das Buch mich immer mehr in seinen Bann gezogen und mich in die irischen Wicklow Mountains entführt. Durch den tollen Schreibstil konnte ich mir alles bildlich vorstellen. Das Setting und die Atmosphäre haben mich regelrecht verzaubert. Die Charaktere wirkten zudem, mit ihren Ecken und Kanten, sehr authentisch und sympatisch.
Ich kann das Buch allen empfehlen, die gerne stimmungsvolle Geschichten rund um Romance, Musik, das Überwinden von Schicksalsschlägen und Historisches mögen.

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Veröffentlicht am 08.04.2025

Eine süße Romanze

Pride und Prejudice und Pittsburgh
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Mit „Pride und Prejudice und Pittsburgh“ ist Rachael Lippincott eine zuckersüße, sappic Slow-Burn-Romance mit historischem Setting gelungen. In dem Buch begleitet man die beiden Protagonistinnen Audrey ...

Mit „Pride und Prejudice und Pittsburgh“ ist Rachael Lippincott eine zuckersüße, sappic Slow-Burn-Romance mit historischem Setting gelungen. In dem Buch begleitet man die beiden Protagonistinnen Audrey und Lucy dabei, wie sie ihr bisheriges Leben hinterfragen: Was will ich wirklich? Soll ich meinem Herzen folgen oder meine Pflicht erfüllen? Wer bin ich und was macht mich glücklich? – Am Ende finden sie womöglich nicht nur zu sich selbst, sondern auch zueinander…
Die Handlung wird abwechseln aus den Perspektiven der beiden Protagonistinnen wiedergegeben. Während Audrey mit Selbstzweifeln kämpft, versucht Lucy die Erwartungen ihres Vaters zu erfüllen. Eigentlich hatte sie sich bereits damit abgefunden, einen Mann zu heiraten, den sie nicht liebt und das obwohl sie insgeheim von einer Lovestory mit Happy End träumt. Doch als Audrey auf magische Weise in ihr Leben tritt, ändert sich alles: „In einem anderen Leben, wenn ich dich nie kennengelernt hätte, dann hätte ich Mr. Caldwell vielleicht heiraten und so tun können, als wäre alles in bester Ordnung“
Der Schreibstil ist eher einfach und modern gehalten, brachte mich aber immer wieder zum Schmunzeln. Audrey und Lucy sind sehr süß zusammen, auch wenn es mir persönlich ein wenig an Romantik und Leidenschaft gefehlt hat. Die Story ist ziemlich vorhersehbar und zieht sich etwas. Ich hätte mir daher ein bisschen mehr Spannung gewünscht. Dennoch ist es eine süße Liebesgeschichte für zwischendurch, die sich vor allem für junge Leser*innen eignet.

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Veröffentlicht am 01.04.2025

Das Leben ist kein Ballett

Chopin in Kentucky
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Das Leben ist kein Ballett…

„Chopin in Kentucky“ ist eine sehr bewegende Comming-of-Age –Geschichte, die in mir ein Wechselbad der Gefühle ausgelöst hat.
Die zehnjährige Marie hat einen großen Traum: ...

Das Leben ist kein Ballett…

„Chopin in Kentucky“ ist eine sehr bewegende Comming-of-Age –Geschichte, die in mir ein Wechselbad der Gefühle ausgelöst hat.
Die zehnjährige Marie hat einen großen Traum: Sie möchte eine Ballerina sein. Doch die Voraussetzungen dafür sind alles andere als gut. Sie wächst mit vielen Geschwistern in einer armen Familie auf, die schwer unter ihrem streng katholischen Vater zu leiden hat. - Themen wie Gewalt, Depressionen und Vernachlässigung spielen eine große Rolle in dem Buch. Teilweise waren die dargestellten Szenen für mich nur schwer zu ertragen und führten sogar zu Flashbacks.
Maries Überlebensstrategie kam mir sehr vertraut vor: Mit ihrer kindlichen Fantasie und Leichtigkeit erschafft sie sich einen Freund, der ihr hilft, das Erlebte zu ertragen. So wird der Geist des Komponisten Chopin zu ihrem inneren Helfer und Begleiter. Es entsteht eine humorvolle und sarkastische Stimmung, die zwar von Bitterkeit geprägt ist, aber auch einen Funken Hoffnung versprüht. Durch Chopin kann Marie ihre unterdrückten Gefühle zum Ausdruck bringen, denn der Komponist hat stets eine zynische Bemerkung parat und spendet dem jungen Mädchen so indirekt etwas Trost. Marie wirkt in ihrem Denken sehr erwachsen für ihr Alter, was aufgrund der Umstände jedoch verständlich ist.
Ich habe mich oft in Marie wiedergefunden und konnte ihre Gedanken und Emotionen absolut nachvollziehen. „Chopin in Kentucky“ ist definitiv keine leichte Kost, doch Elizabeth Heichelbech schafft es einen recht abstrakten Bewältigungsmechanismus von Kindern, die traumatischen Situationen ausgesetzt sind, greifbar zu machen. Ich bin begeistert von dem Buch und dem Schreibstil der Autorin.

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