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Veröffentlicht am 24.05.2021

Sehr spannende Idee

Die Mitternachtsbibliothek
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Nora möchte sterben. Nachdem ihr Kater gestorben war, sie gekündigt wurde, ihr einziger Klavierschüler absagte und ihr ein ehemaliger Freund die Meinung geigte, sieht sie einfach keinen Sinn mehr darin, ...

Nora möchte sterben. Nachdem ihr Kater gestorben war, sie gekündigt wurde, ihr einziger Klavierschüler absagte und ihr ein ehemaliger Freund die Meinung geigte, sieht sie einfach keinen Sinn mehr darin, weiterzumachen. Doch dann muss sie feststellen, dass der Weg ins Jenseits gar nicht so einfach ist. Anstatt zu sterben, landet Nora in der Mitternachtsbibliothek, die ihr die Möglichkeit gibt, jedes Leben zu leben, das hätte sein können. Und so beginnt Nora ihre Reise. Für welches Leben wird sie sich entscheiden?

Die Idee zum Buch hat mich fasziniert. Es ist etwas vollkommen anderes, als die Bücher, die ich normalerweise lese. Aber ich wollte es ausprobieren und Autor Matt Haig eine Chance geben. Und ich bin froh, dass ich das getan habe.

Auf den ersten Blick ist Nora ein Verlierer-Typ. Innerhalb eines Tages wenden sich alle Freunde und Bekannte von ihr ab. Wenn sie nicht mehr da wäre, würde sie auch niemand vermissen. So zumindest der Eindruck. Doch dann nimmt sie die Herausforderung der Mitternachtsbibliothek an, und muss sich zwangsläufig weiterentwickeln und verändern. Sie lernt spontan zu sein, kleine Dinge wertzuschätzen und dass nicht alles ihre Schuld ist. Diese Entwicklung mitzuverfolgen hat mir persönlich viel Spaß gemacht.

Die anderen Figuren kommen und gehen. Einige lernen wir ein bisschen besser kennen, andere sind nur in einem einzigen Leben präsent. Nur Mrs. Elm, die ehemalige Schulbibliothekarin von Noras Schule, nimmt eine größere Rolle ein. Sie verwaltet die Mitternachtsbibliothek und ist sozusagen Noras Mentorin. Sie führt Nora durch die verschiedenen Leben, erklärt ihr die Zusammenhänge und leitet sie letztendlich auf den richtigen Pfad. Ich finde, jeder sollte eine Mrs. Elm in seinem Leben haben.

Interessant fand ich Hugo, der dasselbe durchmacht wie Nora. Von ihm hätte ich mir mehr gewünscht, vielleicht dass er in mehr als einem Leben aufgetaucht wäre. Solche kleinen Zufallsbegegnungen hätten mir gut gefallen.

Ganz allgemein war die Geschichte gut ausgearbeitet und konzeptioniert. Die Idee mit den vielen Leben hat mir gut gefallen. Ich fand auch, dass es ausgewogen war, welche Leben Nora probiert und wie lange sie in diesen verweilt. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass wir in einigen Leben länger oder kürzer gewesen wären. Ein paar Kapitel haben mir gar nicht gefallen, dafür hätte ich mehr von anderen Kapiteln gewollt. Es ist natürlich schwer, die perfekte Balance zu finden, und es allen recht zu machen, ist sowieso unmöglich. Aber das waren die Gefühle, die ich während des Lesens hatte.

Das Ende war für mich vorhersehbar. Schon nach ein paar Kapiteln, war mir klar, wie es ausgeht. Das ist aber nicht nur schlecht, da Nora die Chance bekommt, es besser zu machen. Und ich glaube fest daran, dass sie das hinbekommt.

Insgesamt hat mir „Die Mitternachtsbibliothek“ gut gefallen. Die Geschichte regt zum Denken an, ich mochte die Idee und die Hauptfigur. Teilweise hätte ich mir ein bisschen mehr Tiefe gewünscht, vor allem wenn es um Noras Entwicklung geht. Ich weiß noch nicht, ob ich Matt Haig für mich entdeckt habe, aber vielleicht lese ich doch irgendwann noch mehr Bücher von ihm.

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Veröffentlicht am 24.05.2021

QualityLand geht in die zweite Runde

QualityLand 2.0
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Die Geschichte von QualityLand und seinen Bewohnern geht in die zweite Runde. Peter Arbeitsloser, Kiki Unbekannt, Martyn Vorstand und viele mehr begegnen uns in dem fiktiven Land in der Zukunft wieder.

Dieses ...

Die Geschichte von QualityLand und seinen Bewohnern geht in die zweite Runde. Peter Arbeitsloser, Kiki Unbekannt, Martyn Vorstand und viele mehr begegnen uns in dem fiktiven Land in der Zukunft wieder.

Dieses Mal soll das Geheimnis um Kikis Herkunft gelüftet werden. Sie versucht, ihre Eltern zu finden und muss nebenbei noch dem sogenannten Puppenspieler entkommen, der ihr nach dem Leben trachtet. Gleichzeitig sinkt Martyn Vorstand Level für Level, ohne dass er weiß warum. Und obwohl er dagegen ankämpft, kann er einfach nichts ausrichten.
Satiriker und Autor Marc-Uwe Kling taucht wieder in QualityLand ein und lässt seine Figuren erneut tanzen. Doch diesmal haben sich die Rollen komplett getauscht. Während Peter immer weiter aufsteigt, fällt Martyn ins Bodenlose. Somit ergeben sich völlig andere Möglichkeiten für eine neue Geschichte.

Peter taut ein wenig weiter auf. Er ist mittlerweile Maschinentherapeut und kümmert sich um die psychischen Probleme der diversen Haushaltshelfer. Ein verängstigter Staubsaugerroboter und ein eifersüchtiger Kühlschrank sind hier nur einige Beispiele. Kiki finde ich immer noch sehr sympathisch. Sie ist tough, weiß, was sie will und nimmt es sich auch. Martyn hingegen ist einfach nur ein Ekel, obwohl ich es trotzdem krass finde, was im Laufe der Geschichte mit ihm passiert. Die physische und psychische Gewalt, die ihm zukommt, fand ich persönlich sehr unpassend. Erst einmal war es wirklich erschreckend, aber es hat auch den Lauf der Geschichte holprig gemacht.

Was mich allerdings immer noch zum Lachen gebracht hat, waren die Nachnamen der Figuren. Wie auch im ersten Teil gilt die Regel, dass jeder Junge den Beruf seines Vaters als Nachnamen annimmt, und jedes Mädchen den Beruf ihrer Mutter. Ich habe mich also sehr über die Zwillinge Scarlett Strafgefangene und Robert Aufseher amüsiert. Ich mochte auch den staubtrockenen Humor des Autors, der aus fast jedem Kapitel herauskam. Schon bei seinen „Känguru-Chroniken“ und im ersten Teil von „QualityLand“ hat mich das sehr gut unterhalten.

Die Geschichte ist ein wenig actionreicher als der Vorgänger, was mir aber gut gefallen hat. Es gibt mehrere Kämpfe zwischen den Akteuren, und immer wieder ist der Puppenspieler im Mittelpunkt. Dieser wird am Ende auch entlarvt, und ich muss zugeben, dass ich mit der Auflösung nicht gerechnet hätte.

Wie auch schon im ersten Teil sind die Kapitel unterbrochen von Werbung aus QualityLand und dem neuen Podcast von Dan & Dan. Letzteres war nicht so mein Fall, aber die Werbung fand ich wieder sehr unterhaltsam. Ich hätte mir vielleicht mehr Verschwörungstheorien oder ähnliches gewünscht, aber alles in allem halte ich die Kapiteltrenner immer noch für eine sehr gute Idee.

Die Auflösung von Kikis Geschichte hat mich leider nicht überzeugt. Da habe ich mehr erwartet. Ihren Mama-Roboter fand ich spitze, aber die ganzen Verflechtungen drum herum hätte ich gern ausgeklügelter gesehen.

Das Ende des Buches hat mich aber wieder etwas milder gestimmt. Es war sehr clever beschrieben, wie mehrere Sachen gleichzeitig passieren, und die Geschichte endet für mich tatsächlich mit einem Knall. Das hat mir wieder sehr gut gefallen und zeigt auch schon die Möglichkeit für eine Fortsetzung.

Insgesamt hat mich „QualityLand 2.0“ gut unterhalten. Teilweise war es schwer, durch die Geschichte durchzukommen, aber ich habe es bis ans Ende geschafft. Mir haben ein bisschen die Eastereggs gefehlt, von denen ich im ersten Teil mehr entdecken konnte. Trotzdem mochte ich das Buch und hätte nichts dagegen, wenn es noch einen dritten Teil geben würde.

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Veröffentlicht am 24.05.2021

"La Goulue" - Die Unersättliche

Die Tänzerin vom Moulin Rouge
3

In einem kleinen Dorf nahe Paris lebt Louise Weber in ärmlichen Verhältnissen. In einer Wäscherei arbeitet sie sich die Hände wund und den Rücken krumm. Doch sie träumt von mehr. Sie möchte an dem schillernden ...

In einem kleinen Dorf nahe Paris lebt Louise Weber in ärmlichen Verhältnissen. In einer Wäscherei arbeitet sie sich die Hände wund und den Rücken krumm. Doch sie träumt von mehr. Sie möchte an dem schillernden Leben am Montmartre in Paris teilhaben, berühmt werden und Geld im Überfluss besitzen. Immer wieder schleicht sie sich heimlich weg, übt sich im Tanz und steigt - gefördert von Berühmtheiten wie Auguste Renoir - zur Königin des Moulin Rouge auf. Doch Louise scheint ihr Leben nicht genießen zu können. Getrieben von der Angst, alles zu verlieren, setzt sie ebendies aufs Spiel - und balanciert dabei gefährlich nah am Abgrund.

Autorin Tanja Steinlechner hat sich die historische Figur Louise Weber, alias "La Goulue", geschnappt und ihre Geschichte erzählt. Das Buch beruht also auf einer wahren Begebenheit. Diesen autobiografischen Aspekt fand ich sehr interessant, vor allem da ich vorher überhaupt nichts über Louise Weber wusste.

Im ersten Abschnitt fand ich Louise sehr sympathisch. Sie hatte den verständlichen Wunsch, aus ihrem tristen Alltag auszubrechen. Sie nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand, reißt alle Brücken hinter sich ab und beginnt ein neues Leben. Diese Willensstärke war bemerkenswert und inspirierend.

Allerdings entwickelt Louise sich zu einer unbarmherzigen und egozentrischen Persönlichkeit. Sie geht ihren Weg ohne Rücksicht auf Verluste und reißt dabei jeden mit, der sich ihr in den Weg stellt. Sogar ihre besten Freunde stößt sie von sich, nur um ihren Erfolg zu sichern. Ich mochte Louise' Gedanken nicht, wie sie mit ihren Mitmenschen umgegangen ist und dass sie jedes Mal wieder aus der Reihe tanzen musste.

Nebenfiguren gibt es in diesem Buch zuhauf. Vor allem kommen viele Charaktere vor, die es auch in der Realität wirklich gegeben hat. Das hat mir sehr gut gefallen, besonders da ich ein besseres Gefühl für die damalige Zeit bekommen habe. Wer war wie aktiv, wer hat die Zeit geprägt? Und die Interaktionen mit Louise und diesen Berühmtheiten fand ich auch spannend. Es ist klar, dass bei dieser Vielzahl an Figuren nicht jede bis zum Schluss dabei bleibt. Teilweise hat es mir auch gefallen, wie schnelllebig Louise' Bekanntschaften waren. Trotzdem hat es mich ein bisschen gestört, dass einige Figuren so schnell wieder verschwunden sind. Von der anfänglichen Gruppe, in die Louise hineinrutscht, ist am Ende überhaupt nichts mehr übrig.

Was mir hingegen sehr gut gefallen hat, war die Beschreibung des Montmartre. Die Tänzerinnen, die Akrobaten, die Musik, die Eröffnung des Moulin Rouge. Das ganze schillernde Leben des Vergnügungsviertels von Paris, in dem man jede Nacht ausgegangen ist und etwas Neues erlebt hat, hätte ich gern einmal persönlich erfahren. Diese Passagen, in denen der Montmartre auflebt, waren meine Favoriten.

Ich bin sicher, dass der Aufstieg und Fall von "La Goulue" so stattgefunden hat, wie die Autorin es beschreibt. Aus meiner Sicht ist es aber schwierig, eine Hauptfigur zu haben, die man nicht mögen kann. Dadurch habe ich mich von der kompletten Geschichte distanziert. Außerdem sind mir zu viele Fragen offen geblieben. Es gibt viele Personen, die eine Zeit lang eine Rolle gespielt haben und dann urplötzlich verschwinden. Was passiert beispielsweise mit Valentin, Mimi oder Nicolas? Wo sind Adolphe, Paul und Auguste hin? Am Ende passiert leider alles viel zu schnell und zu unübersichtlich, sodass ich persönlich einfach nur vor den Kopf gestoßen war.

Insgesamt muss ich leider sagen, dass "Die Tänzerin vom Moulin Rouge" keine Geschichte für mich war. Ich habe auf eine inspirierende, spannende und unterhaltsame Erzählung gehofft. Am Anfang war sie das auch, aber mit zunehmender Seitenzahl hat mich das Buch immer weniger gefesselt. Ich konnte mich mit der Hauptfigur nicht identifizieren, und am Ende hat mir zu viel gefehlt. Schade.

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Veröffentlicht am 18.05.2021

Finale für Blair und die Valkyren

The Last Goddess, Band 2: A Kiss Stronger Than Death
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Das Chaos ist über Valhalla hereingebrochen, Fenrir hat sich aus seinen Ketten befreit und die Midgardschlange ist in Vancouver aufgetaucht. Alles Vorzeichen von Ragnarök, dem Weltuntergang. Und alles ...

Das Chaos ist über Valhalla hereingebrochen, Fenrir hat sich aus seinen Ketten befreit und die Midgardschlange ist in Vancouver aufgetaucht. Alles Vorzeichen von Ragnarök, dem Weltuntergang. Und alles ist Blairs Schuld. Um Ryan das Leben zu retten, hat sie ihn nach Valhalla gebracht und somit alles Böse ausgelöst. Nun muss Blair alles daran setzen, um die Welt zu retten. Doch kann sie das, ohne ihren Freunden weh zu tun?

Die Cover aller beider Teile sind wunderschön. Auf beiden sind verschnörkelte Äste zu sehen, die sich durch die Buchstaben des Titels winden, und ich denke, dass das Teile von Yggdrasil sein sollen. Die Farben fallen direkt auf, und nach dem Lesen muss ich auch sagen, dass beide Titel perfekt zu den Geschichten passen. Also schon auf den ersten Blick ist hier vieles richtig gemacht worden.

Die Figuren sind aus dem ersten Teil bekannt. Wir lesen wieder aus der Perspektive von Blair, der Valkyre und Nachfahrin der Todesgöttin Hel. Ihr bester Freund Ryan stammt vom Gott des Chaos ab und sollte somit eigentlich auf der Seite von Blairs Gegnern stehen. Dann gibt es noch Zev, ein guter Freund von Blair, der sich allerdings als Fenrirwolf herausgestellt hat. Und die anderen Valkyren, wie beispielsweise Ayane, Eirlys oder Thyra, versuchen ebenso wie Blair, das Ende der Welt zu verhindern.

"A Kiss Stronger Than Death" ist auf jeden Fall actionreicher als sein Vorgänger. Im ersten Teil musste die Story erst aufgebaut werden. Blair musste ihr Schicksal erkennen, nach Valhalla kommen und viele Leute kennenlernen. Im Finale kann sich die Geschichte ausbreiten, und es muss Ergebnisse geben. Das hat die Autorin gut umgesetzt. Die Handlung ist rasanter, und dementsprechend schnell lassen sich auch die Seiten umblättern.

Was mir besonders gut gefallen hat, war, dass Blair es tatsächlich schafft, Zev auf ihre Seite zu holen. Von Anfang an will sie ihn unter keinen Umständen verletzen, und das gelingt ihr dann auch. Ich hätte mir ihren Kampf zwar bedeutungsvoller und tiefgründiger vorgestellt, aber es ist alles so gekommen, wie es sollte.

Die Legende besagt, dass die Götter zurück in die Welt kommen, wenn es den Valkyren gelingt, Fenrir zu besiegen. Die Umsetzung dazu, also wie die Götter letztendlich zurückkehren, fand ich grandios. Großes Lob an die Autorin Bianca Iosivoni für diese Idee!

Das Ende ist erwartungsgemäß natürlich ein Happy End für Blair. Mir hat gut gefallen, dass sie ihr Studium begonnen und gleichzeitig in Valhalla aktiv bleibt. Nicht ganz so happy aber trotzdem verständlich war, dass nicht alle Mitstreiter überlebt haben. Ich finde aber, dass dies zu so einer Geschichte dazugehört. Es wäre unrealistisch, wenn alle von der guten Seite überleben würden.

Sprachlich war ich dieses Mal leider nicht so begeistert. Vor allem bei zwei Ausdrücken sind mir viele Wiederholungen aufgefallen. Und zwar sind das einmal die Fingernägel, die Blair sich immer wieder in die Hände gräbt, und das Flattern im Magen im Zusammenhang mit Ryan taucht auch oft auf. Blairs Gemütszustände in den Situationen, in denen sie nervös oder sauer ist, kann man sicherlich auch abwechslungsreicher beschreiben.

Vom Finale hatte ich mir eigentlich erhofft, dass es noch eine Spur besser als der erste Teil wird. Das war leider nicht so, vor allem weil für mich mehr sprachliche Schwächen zu finden waren. Nichtsdestotrotz habe ich die beiden Bücher sehr gern gelesen und würde sie auf eine Stufe stellen. Ich mochte die Figuren, die Geschichte und die Auflösung und würde die Bücher jedem Fantasy-Fan empfehlen.

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Veröffentlicht am 18.05.2021

Außen und innen wunderbar

The Last Goddess, Band 1: A Fate Darker Than Love
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Blair ist ein ganz normales Mädchen, das außerhalb von Edmonton in Kanada lebt. Doch ihre Familie ist alles andere als normal. Blairs Mutter ist eine Valkyre, eine Soldatin Valhallas, die Heldenseelen ...

Blair ist ein ganz normales Mädchen, das außerhalb von Edmonton in Kanada lebt. Doch ihre Familie ist alles andere als normal. Blairs Mutter ist eine Valkyre, eine Soldatin Valhallas, die Heldenseelen sammelt und auf Ragnarök, den Weltuntergang, vorbereitet. Blairs ältere Schwester Fenja wird ausgebildet, um die Fähigkeiten und die Aufgabe ihrer Mutter zu übernehmen und selbst eine Valkyre zu werden. Und dann ist da noch Ryan, Blairs bester Freund, in den sie sich unmerklich verliebt hat. Nach einem Unfall, der Blairs Familie auseinanderreißt, ist nichts mehr wie früher. Blair muss sich durch ihre Vergangenheit kämpfen, Verantwortung übernehmen und dann auch noch herausfinden, wie ihr Schicksal mit dem von Ryan verknüpft ist.

In „A Fater Darker Than Love“ von Bianca Iosivoni dreht sich alles um die nordische Mythologie. Odin, Thor, Loki, Hel, der Weltenbaum Yggdrasil und der Weltuntergang Ragnarök: All diese Elemente spielen eine wichtige Rolle in der Geschichte und interessieren mich schon von Haus aus. Die Autorin verarbeitet die Mythologie sehr geschickt in einer Romantasy-Erzählung, wodurch ich mich gut unterhalten gefühlt habe.

Blair ist die Hauptfigur der ganzen Geschichte. Mit wenigen Ausnahmen erleben wir die Story aus ihrer Perspektive. Sie war mir von Anfang an sympathisch. Sie ist stark, witzig und überzeugt von ihrem Weg. Obwohl sie viel durchmachen muss, lässt sie sich trotzdem nicht davon abbringen. Außerdem sind ihre Kräfte extrem spannend, wenn auch gefährlich.

Ryan hat mich an meinen besten Freund aus Schulzeiten erinnert. Dadurch habe ich mich direkt mit ihm verbunden gefühlt. Schon früh in der Geschichte wird klar, welche Vergangenheit er hat und wo er herkommt. Ich glaube, ich hätte es besser gefunden, wenn dies erst später offenbart worden wäre. Dann wäre die Überraschung größer gewesen, und er hätte sich seine Seite trotzdem noch aussuchen können. Prinzipiell mochte ich ihn aber sehr gern.

Zev und die anderen Valkyren kamen bei mir genauso gut an. Anfangs war es ein wenig schwierig, sie alle einzuordnen, aber mit der Zeit bekommt man das raus. Am besten hat mir gefallen, dass sie alle so unterschiedliche Charaktere hatten. Nicht jeder konnte Blair leiden, und alle hatten ihre Stärken und Schwächen. Von Zev hatte ich mir ein bisschen mehr erhofft, vielleicht sogar, dass er zu Ryans Konkurrent wird. Aber sein Schicksal liegt leider gänzlich woanders.

Die Idee der Valkyren fand ich sehr stark. Ich weiß nicht, ob es in den nordischen Sagen auch so ist, dass sie von den Göttern abstammen, aber der Gedanke gefiel mir sehr gut. Die Geschichte, die Bianca Iosivoni um sie gesponnen hat, hat mir wirklich gut gefallen. Es gibt Action, es gibt Spannung, es gibt Romantik. Obwohl ich ehrlich sagen muss, dass ich die romantischen Szenen nicht so sehr mochte, weil sie meines Erachtens repetitiv waren. Da wäre sicherlich mehr drin gewesen.

Das Ende hat mir auch gut gefallen. Bis zur letzten Seite gibt es Wendungen, die ich so nicht vorhergesehen habe. Bei einer Figur hat sich zwar mein schlechtes Gefühl bestätigt, aber wie sich letztendlich alles gefügt hat, habe ich nicht kommen sehen.

Insgesamt war „A Fate Darker Than Love“ endlich mal wieder ein spannender, interessanter und kurzweiliger Fantasy-Roman, wie ich ihn lange nicht gelesen habe. Ich mochte die Figuren, ich mochte die Geschichte und ich mochte ganz besonders die kleinen Details, die das Buch besonders machen. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Teil und somit das Finale, das hoffentlich sogar noch ein bisschen besser wird.

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