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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.04.2021

Absolut unerwartet, überraschend gut

Back To Us
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Als sie Kinder waren, hat Fleur und Aaron eine tiefe Freundschaft verbunden. Doch dann ist Aarons Familie weggezogen, und die beiden haben sich aus den Augen verloren. Jetzt, sechzehn Jahre später, stehen ...

Als sie Kinder waren, hat Fleur und Aaron eine tiefe Freundschaft verbunden. Doch dann ist Aarons Familie weggezogen, und die beiden haben sich aus den Augen verloren. Jetzt, sechzehn Jahre später, stehen sie auf einmal wieder voreinander. Während Fleurs Gefühle förmlich übersprudeln, kann Aaron sich an nichts erinnern. Hin- und hergerissen versucht Fleur, Aaron wieder näherzukommen. Doch sie muss sich entscheiden, welche Person sie sein will: die Fleur aus ihrer Kindheit oder das komplette Gegenteil?
„Back To Us“ ist ein New Adult-Roman von Morgane Moncomble, die ihre Leidenschaft für K-Dramen zum Ausdruck bringt. K-Dramen sind Fernseh- oder Webserien aus Südkorea, in denen tragische Liebespaare zueinander finden und in denen das Happy End vorprogrammiert ist. Sowohl die Autorin als auch ihre Hauptfigur sind große Fans dieser Kultur. Vor diesem Buch hatte ich davon noch nie etwas gehört, aber ich wollte mich darauf ein- und überraschen lassen.

Fleur ist von einem aufgeschlossenen kleinen Mädchen zu einer sehr schüchternen und verängstigten Frau herangewachsen. Sie zweifelt viel an sich selbst und glaubt, dass die Welt einfach böse ist. Andererseits ist sie aber auch sehr einfühlsam und empathisch. Als sie ihren ehemaligen besten Freund wiedertrifft, ändert sich für sie alles. Ich mochte Fleur sehr gern, und es hat mir Spaß gemacht, sie auf ihrem Weg zu begleiten.
Was ich ein wenig seltsam fand, war die Tatsache, dass Fleur sich auf einmal um 180° wendet. Am Anfang ist sie schüchtern und hat schon fast panische Angst vor Menschen, aber plötzlich ist sie offen, fährt ohne Probleme zur GamesCom und ins Disneyland. Diese extrovertiertere Fleur hat mir viel besser gefallen, gar keine Frage, aber hinsichtlich des Charakterdesigns hat es nicht ganz gepasst bzw. hat mir ein Übergang gefehlt.

Aaron kommt zuerst wie ein eiskalter Nerd herüber, der kein Interesse an seinen Mitmenschen hat. Aber tief in seinem Inneren ist er verletzlich und sensibel. Durch seinen Gedächtnisverlust hat er Panikattacken und muss mit vielen Dingen fertig werden. Doch durch sein Wiedersehen mit Fleur, fängt er an alles aufzuarbeiten, sich zu öffnen und seine Umwelt wahrzunehmen. Diese Entwicklung fand ich wirklich sehr schön geschrieben, von seinen anfänglichen Zweifeln bis hin zu dem Punkt, an dem er sich seine Gefühle eingesteht.

Mit fast jedem neuen Kapitel wechseln wir die Perspektive. Wir sehen abwechselnd aus Fleurs und Aarons Augen und bekommen so die Möglichkeit, uns in beide Hauptfiguren hineinzuversetzen. Dadurch ist die erste Liebesszene von Fleur und Aaron sehr innovativ geschrieben. Während der Szene wechseln wir schnell zwischen den beiden Charakteren hin und her. Das habe ich so noch nicht gelesen und fand es wirklich clever.

Natürlich gibt es auch einige Nebenfiguren in der Geschichte. Zum einen wären da Fleurs Mitbewohnerinnen, Dana und Eleanor, von denen ich mir viel mehr gewünscht hätte. Sie kommen immer mal mit ihren Problemen vor, aber insgesamt finde ich, dass sie zu kurz kommen. Fleurs und Aarons Arbeitskollegen spielen ebenfalls eine Rolle. Emma und Nicolas stechen unter ihnen hervor. Emma war zu Anfang etwas unnahbar, taut aber gegen Ende auf. Nicolas mochte ich anfangs überhaupt nicht. Doch nachdem er sein kleines Geheimnis offenbarte, habe ich ihn mit anderen Augen gesehen und sogar begonnen, ihn zu mögen.

Der dramatische Konflikt hat mir auch gut gefallen. Es war sehr krass, was Aaron als Kind zugestoßen ist, und ich muss sagen, dass die Autorin das wirklich gut verpackt hat. Die ganze Zeit wird durch dieses Geheimnis eine gewisse Spannung aufgebaut, weil man als Leser unbedingt wissen möchte, was passiert ist. Das sorgt – zusammen mit vielen anderen Details – dafür, dass man einfach weiterlesen möchte.
Morgane Moncomble verarbeitet unzählige Gefühle in ihrem Buch. Es fließen literweise Tränen, was mir irgendwann ein wenig übertrieben vorkam. Natürlich müssen die Figuren Jahre an Erinnerungen verarbeiten, und ich möchte niemals durchmachen, was die beiden durchgemacht haben. Trotzdem wurde mir das Salzwasser irgendwann zu viel.

Das Ende fand ich sehr gut gemacht. Wir springen ein Jahr in die Zukunft und sehen, was aus Fleur und Aaron geworden ist und wie sie sich weiterentwickelt haben. Somit hat die Geschichte einen runden Abschluss. Allerdings hätte ich mir irgendwie einen spektakuläreren Brief von Aaron gewünscht, aber das ist jammern auf hohem Niveau.

Insgesamt ist es Morgane Moncomble tatsächlich gelungen, mich zu überraschen. Anfangs war ich eher skeptisch, was die Story anging, weil ich befürchtete, dass alles sehr schnulzig werden würde. Es sind tatsächlich viele Gefühle in der Geschichte verarbeitet, aber dabei habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt. Ich hätte nicht gedacht, dass mir das Buch so gut gefällt, aber das hat es tatsächlich getan.

  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 28.03.2021

Klang sehr spannend, hat aber leider meine Erwartungen nicht erfüllt

Dare to Trust
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Als Tori ihren Job im Café verliert und droht auf der Straße zu landen, ist die Stelle als Haydens Assistentin in seinem Musiklabel wie eine Erlösung für sie. Was sie allerdings nicht weiß: Hayden ist ...

Als Tori ihren Job im Café verliert und droht auf der Straße zu landen, ist die Stelle als Haydens Assistentin in seinem Musiklabel wie eine Erlösung für sie. Was sie allerdings nicht weiß: Hayden ist der Junge, den sie früher in der Schule gequält und gedemütigt hat. Sie erkennt ihn zwar nicht wieder, er sie aber schon. Und nun hat er sich auf die Fahne geschrieben, ihr alles zurückzuzahlen, was sie ihm damals angetan hat.

Ich habe zuerst eine Leseprobe von etwa 40 Seiten gelesen, um ein Gefühl für die Geschichte zu bekommen. Diese Probe hat mich so sehr angesprochen, dass ich mir das Buch dann gekauft habe. Die anfänglichen Kapitel sind schon so voller Gefühle und Gegensätzlichkeiten, dass ich spannende Konflikte und eine interessante Entwicklung erwartet habe.

Die Perspektive wechselt nach jedem Kapitel zwischen den beiden Hauptfiguren Tori und Hayden. Tori stammt ursprünglich aus einer wohlhabenden Familie, hat nach dem Tod ihres Vaters aber alles verloren. Nun versucht sie sich irgendwie über Wasser zu halten und jeden einzelnen Tag zu überstehen. Sie hat weder Freunde noch Familie, von denen sie Unterstützung erwarten könnte. Bei Hayden ist es genau andersherum. Er ist in einem Kinderheim aufgewachsen, wurde dann aber adoptiert und hat sich ein erfolgreiches Leben aufgebaut. Mit seinen Eltern und seinen ebenfalls adoptierten Geschwistern verbindet ihn eine vertrauensvolle Beziehung.

Nun treffen diese beiden vollkommen unterschiedlichen Personen aufeinander und müssen sich mit der Anziehung zwischen ihnen und ihren Unterschieden auseinandersetzen. Das Konfliktpotential ist enorm hoch und verspricht eigentlich viel Spannung. Diese Erwartungen haben sich aber leider überhaupt nicht erfüllt.

Achtung: Ab jetzt gibt es Spoiler! Wenn ihr das Buch selbst lesen wollt, kauft es euch schnell und lest den Blogbeitrag vorerst nicht weiter!

Hayden kommt sehr schnell von seinen anfänglichen Plänen ab. Nachdem er Tori ein paar Tage lang die unmöglichsten Aufgaben gegeben hat, hört er urplötzlich damit auf und bemüht sich um eine ernsthafte Beziehung. Und zack sind die beiden zusammen. Alle sind glücklich, niemand hat etwas dagegen. Dann findet Tori natürlich heraus, dass Hayden der Junge aus ihrer Vergangenheit ist und verlässt ihn. Der Konflikt ist schon irgendwie von Anfang an klar, aber ich finde ihn wirklich nicht gut umgesetzt.

Die urplötzliche Romantik, die fast schon schnulzig ist, ist für mich zu viel. Da hätte ich mir mehr Herausforderung, mehr Kurven und mehr Hindernisse gewünscht. Dann kommt auf einmal die Trennung, für die es für mich keinen Grund gibt. Also die ganze Geschichte ist meines Erachtens nicht rund. Da hätte man viel mehr draus machen können.

Hinzu kommt auf einmal die Lösung von Toris finanziellen Problemen. Das war eigentlich ein nur kurz angeschnittenes Thema, das mit dem neuen Job gelöst war. Doch innerhalb eines Kapitels hat Tori ihr gesamtes Vermögen wieder. Das hat mich tatsächlich aus dem Lesefluss gerissen, weil es so gar nicht in die restliche Geschichte gepasst hat.

Es gibt viele Handlungsfäden, die für mich aus dem Knäuel der Storyline herausragen und letztendlich ausfransen. Mit der Verlobung von Haydens Schwester ist niemand zufrieden, nicht einmal sie selbst. Und die Probleme von Haydens Bruder werden nur kurz angesprochen und sind mit dem Vorschlag eines Therapeutengesprächs abgehakt. Kyle ist zwar in einer neuen Pflegefamilie, aber ob er sich dort einlebt und wohlfühlt, erfahren wir nicht. Wir wissen nur, dass Hayden sie für vernünftig hält. Vieles bleibt für mich einfach ungelöst und scheint mir an das Ende gequetscht, damit es irgendwie abgeschlossen ist.

Insgesamt habe ich mich sehr auf das Buch gefreut, aber es blieb letzten Endes hinter meinen Erwartungen zurück. Die Idee hat mich fasziniert, da sie so viel Potential beinhaltet hat. Tori und Hayden waren auch schöne Hauptfiguren mit tiefgründigen Hintergrundgeschichten. Ihre tatsächliche Entwicklung hat mich allerdings nicht überzeugt. Sehr schade.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.03.2021

Die spannende Fortsetzung der Midnight Chronicles

Midnight Chronicles - Blutmagie
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Cain ist eine Blood Huntress, die nichts und niemand von ihrem Ziel abbringen kann, die nächste Leiterin des Quartiers in Edinburgh zu werden. Sie befolgt die Regeln, trainiert bis zum Umfallen und tut ...

Cain ist eine Blood Huntress, die nichts und niemand von ihrem Ziel abbringen kann, die nächste Leiterin des Quartiers in Edinburgh zu werden. Sie befolgt die Regeln, trainiert bis zum Umfallen und tut alles, um immer besser zu werden. Doch dann steht plötzlich Warden vor ihr, den sie jahrelang nicht gesehen hat und mit dem sie dunkle Erinnerungen teilt. Und auf einmal dreht sich ihre Welt vollständig auf den Kopf. Warden hingegen verfolgt nur ein Ziel: den Vampirkönig Isaac finden und ihn töten. Dabei nimmt er keine Rücksicht auf die Menschen um ihn herum, auch nicht auf Cain…

Die Midnight Chronicles sind ein gemeinschaftliches Projekt von Laura Kneidl und Bianca Iosivoni. Insgesamt sind bisher sechs Bände geplant, die noch viel Spannung versprechen. „Blutmagie“ ist nun also der zweite Teil der Reihe.

Lead Autorin ist diesmal Laura Kneidl, die die Geschichte von Cain und Warden komplett neu aufgelegt hat. Roxy und Shaw, die die Titelhelden des ersten Bandes waren, kommen allerdings auch vor und unterstützen die Geschehnisse. Von den beiden werden wir dann im nachfolgenden Teil wieder mehr erfahren, wenn Bianca Iosivoni ihre Geschichte weitererzählt.

Wir erleben die Story abwechselnd aus den Perspektiven von Cain und Warden. Beide Seiten haben mir gut gefallen. Ich fand die Beschreibungen der Gedanken und Gefühle sehr authentisch. Außerdem mochte ich den Schlagabtausch, den die beiden sich ständig liefern. Die Dialoge waren unterhaltsam und witzig, sodass es mir viel Spaß gemacht hat, sie zu verfolgen. Es erwarten uns viele Überraschungen während des Lesens, die sich gegen Ende häufen und auf jeden Fall Lust auf mehr machen.

Cain und Warden mochte ich als Figuren beide gern. In ihrem Ehrgeiz, ihrer Stärke und ihrem Tatendrang sind sie sich sehr ähnlich, aber durch ihre Ansichten trotzdem auch sehr unterschiedlich. Die Konflikte, die sich ständig daraus ergeben haben, waren spannend und nachvollziehbar. Außerdem sind sie durch die Vergangenheit miteinander verbunden, was die ganze Sache nur noch interessanter macht.

Ein für mich sehr beeindruckendes Detail ist Cains Name. Der wird nämlich nicht K-E-Y-N ausgesprochen, wie ich zuerst vermutet hatte, sondern wie der englische Name Jane. Darauf wäre ich nie gekommen, wenn es nicht erwähnt worden wäre. Und doch sind es solche Kleinigkeiten, die die Figuren besonders machen.

Ich habe es schon bei vorherigen Rezensionen von Laura Kneidls Büchern geschrieben, und ich schreibe es auch jetzt wieder: Ihre romantischen Szenen sind einfach unschlagbar. Es ist wundervoll, wie sie die Gefühle und Empfindungen beschreibt, wie sie den Leser hinhält, nichts beschönigt und nichts verheimlicht. In diesem Buch gibt es passend zu einer Szene sogar eine Illustration auf der letzten Seite.

Noch ein kleines Easteregg erwartet diejenigen, die „Das Flüstern der Magie“ von Laura Kneidl kennen. Es sei hier nicht zu viel verraten, aber ich habe mich wahnsinnig gefreut!

Die Reihe der beiden Autorinnen beheimatet eine große Anzahl an verschiedenen Charakteren. Teilweise ist es ein bisschen schwer, alle richtig einzuordnen und auseinanderzuhalten, aber mit Fortschreiten der Bücher wird dies wahrscheinlich einfacher.

Das Finale kam für mich komplett unerwartet. Es war actiongeladen, blutig und überraschend. Das halboffene Ende hat mich dieses Mal nicht so sehr gestört wie noch beim ersten Teil. Hier habe ich mich eher darauf gefreut, dass die Geschichte weitergeht. Cain und Warden blicken in eine ungewisse Zukunft, und ich möchte sie gern weiterhin begleiten.

Insgesamt war „Blutmagie“ für mich stärker als der erste Teil „Schattenblick“. Die Geschichte war spannender und die Gefühle authentischer. Außerdem hat sich der Abschnitt der Reihe abgeschlossen angefühlt, obwohl die Story noch nicht endet. Das Gefühl hatte ich bei „Schattenblick“ nicht. Trotzdem freue ich mich auf den dritten Teil, wenn die Geschichte von Roxy und Shaw weitergeht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2021

Robert Langdon ist zurück

Der Da Vinci Code
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Harvard-Professor und Symbolologe Robert Langdon wird mitten in der Nacht von einem Anruf geweckt. Der Kurator des Louvre in Paris, Jacques Saunière, ist ermordet aufgefunden worden, und ausgerechnet Robert ...

Harvard-Professor und Symbolologe Robert Langdon wird mitten in der Nacht von einem Anruf geweckt. Der Kurator des Louvre in Paris, Jacques Saunière, ist ermordet aufgefunden worden, und ausgerechnet Robert Langdon war als letztes in seinem Terminkalender verzeichnet. Der französische Polizeichef Bezu Fache sieht Langdon als seinen Hauptverdächtigen und will ihm eine Falle stellen. Doch dann kommt ihm Saunières Enkelin Sophie zur Hilfe, und gemeinsam fliehen sie nicht nur vor der Polizei, sondern decken auch ein Jahrtausende altes Geheimnis aus der Geschichte Frankreichs und der Kirche auf.

Nachdem Dan Brown in seinem ersten Teil der Robert Langdon-Reihe, „Illuminati“, die Kirche schon ordentlich ins Schwitzen gebracht hat, versucht er es einfach nochmal. Dieses Mal beschäftigt er sich mit dem Heiligen Gral, seiner Legende und seinem Zusammenhang mit der Familie Jesu Christi.

Robert Langdon tritt in seiner gewohnt charmanten Art auf. Er erklärt historische Details, ist aufmerksam und will Sophie unter allen Umständen beschützen, obwohl er sie gerade erst kennengelernt hat. Selbst wenn sein Leben bedroht wird, bleibt er sachlich und konzentriert, wovon ich persönlich sehr beeindruckt bin.

Sophie Neveu ist Robert Langdon sehr ähnlich. Sie hat einen analytischen Verstand, kann ihre Gefühle gut verbergen und ist genauso sachlich. Sie lernt viel von ihrem Begleiter, kann ihm aber genauso viel zurückgeben. Die Geschichte ihrer Familie ist mehr als interessant, und im Laufe des Buches gibt es so manches Geheimnis zu entdecken.

Die Geschichte ist sehr ausgeklügelt und feingliedrig durchdacht. Jedes Detail stimmt, auch wenn man über manche Sachen zweimal nachdenken muss. Ich habe das Buch einmal gelesen und jetzt nochmal als Hörbuch gehört. Obwohl ich wusste, wie es ausgeht, fand ich es doch spannend, die Geschichte neu zu entdecken. Dass die historischen Fakten, die der Autor uns auftischt, nicht immer der Wahrheit entsprechen, finde ich persönlich nicht schlimm. Die Fiktion macht dieses Buch nur noch spannender.

Am besten hat mir die „Geschichtsstunde“ im Herrenhaus von Sir Leigh gefallen. Die Analyse des Gemäldes „Das letzte Abendmahl“ hat mir sehr viel Spaß gemacht. Egal, ob die Details so stimmen oder nicht, Sir Leighs Ausführungen sind faszinierend.

Die Auflösung kam für mich beim ersten Mal überraschend. Ich hatte nicht damit gerechnet, wer hinter der gesamten Verschwörung steckt. Als ich das Buch jetzt zum zweiten Mal erlebt habe, konnte ich auf alles achten, was später noch wichtig werden würde. Dadurch hatte ich ein viel besseres Verständnis für die Zusammenhänge.

Insgesamt habe ich „Sakrileg“ auch beim zweiten Mal sehr genossen. Ich mochte die Geschichte, die historischen Details und die Figuren. Die Story war wirklich clever konstruiert, und es hat Spaß gemacht, sie noch einmal neu zu entdecken. Im Vergleich zum ersten Teil der Reihe war dieses Buch ein wenig schwächer, aber trotzdem immer noch bemerkenswert.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2021

Rückkehr auf die Queen Anne

Lady Arrington und die tödliche Melodie
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Es wiederholt sich, was sich wiederholen muss. Erneut befindet Mary Elizabeth Arrington sich in einer Krise. Einer Schreibkrise, um genau zu sein. Ihr neuester Roman will sich einfach nicht fertig schreiben ...

Es wiederholt sich, was sich wiederholen muss. Erneut befindet Mary Elizabeth Arrington sich in einer Krise. Einer Schreibkrise, um genau zu sein. Ihr neuester Roman will sich einfach nicht fertig schreiben lassen. Daher beschließt sie, auf die Queen Anne zurückzukehren, das luxuriöse Kreuzfahrtschiff, das ihr schon beim letzten Mal über die Schreibblockade hinweggeholfen hat.

Aber auch dieses Mal wird es kein Vergnügungsurlaub. Beim klassischen Abendkonzert fällt auf einmal der Pianist aus der Reihe und spielt ein Stück völlig außerhalb des Konzerts. In der Nacht wird er erstochen am Flügel der Eingangshalle gefunden. Wollte sich jemand rächen, der nur das Konzert genießen wollte? Oder steckt doch viel mehr hinter diesem Mord?
Mary Arrington kehrt in ihrer gewohnt britischen und sympathischen Art zurück. Der Auftakt in die jeweilige Geschichte gefällt mir bisher immer gut. Wir bekommen Zeit uns zurechtzufinden und uns auf das Reiseziel einzustellen. Gleich zu Anfang werden die neuen Mitreisenden und Begleiter vorgestellt und somit der Rahmen abgesteckt.

Vier Figuren treffen wir von der letzten Reise wieder und zwar den Schiffsarzt Germer, Kapitän MacNeill, der Mary gegenüber ein wenig aufgeschlossener ist sowie Sandra und Antonio, die auch dieses Mal in Marys Team spielen und ihr helfen, den Fall zu lösen.
Hinzu kommen zahlreiche zusätzliche Nebenfiguren, die mehr oder weniger wichtig für die Handlung sind. Einige sollen uns natürlich vom Mörder ablenken und auf eine falsche Spur führen. Bei einer der Figuren hatte ich von Anfang an ein schlechtes Gefühl, bin aber immer wieder davon abgekommen. Schließlich hat sich mein Verdacht aber doch bewahrheitet, wenn auch in keinster Weise so wie ich vermutet hatte.

Genau wie im Vorgänger muss sich Mary erst irren, bevor sie den wahren Mörder entlarven kann, und genau wie im Vorgänger finde ich die Auflösung ein bisschen weit hergeholt. Die Geschichte ist sehr ausgeklügelt und wirklich tiefgründig durchdacht, aber Mary muss schon wieder die komplette Vergangenheit des Mörders und des Ermordeten aufarbeiten, um auf die abschließende Lösung zu kommen. Das geht auch einfacher und trotzdem nicht weniger spannend.

Die Geschichte ist unterhaltsam und sehr flüssig geschrieben. Ich mochte Marys trockenen Humor sehr gern, aber auch ihren Ehrgeiz und ihre Bissigkeit. Sie wollte den Fall unbedingt lösen, und nichts konnte sie daran hindern. Was ich von den romantischen Entwicklungen halten soll, weiß ich noch nicht genau. Da werde ich den nächsten Roman abwarten müssen.

Was mir bei den Kreuzfahrtkrimis auch gut gefällt, sind die unterschiedlichen Orte, die wir nebenbei entdecken können. Im letzten Band waren wir in der Karibik unterwegs, dieses Mal sind es nördlichere Gefilde. Beim ersten Teil hatte ich mir schon gewünscht, die Landausflüge ein bisschen auszubauen, dieses Mal ging es mir wieder genauso. Da steckt eine Menge Potential drin, und es juckt mir in den Fingern, dieses auszuschöpfen.

Insgesamt habe ich auch den zweiten Band der Lady Arrington-Reihe gern gelesen. Es hat wieder Spaß gemacht, Mary und ihr Team bei der Spurensuche zu begleiten und dem Mörder Schritt für Schritt näher zu kommen. Die Auflösung hätte ich mir ein bisschen einfacher gewünscht, dafür hätte ich gern mehr von den Reisezielen gehabt. Den nächsten Teil werde ich mir aber trotzdem kaufen.

  • Cover
  • Erzählstil
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  • Charaktere