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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.11.2018

Die verschwundenen Mädchen

Die Suche
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Inhalt: Detective Sergant Kate Linville von Scotland Yard wohnt einige Tage in dem Bed & Breakfast der Familie Goldsby, weil sie ihr Elternhaus in Scarborough verkaufen möchte.
Dann wird die Leiche der ...

Inhalt: Detective Sergant Kate Linville von Scotland Yard wohnt einige Tage in dem Bed & Breakfast der Familie Goldsby, weil sie ihr Elternhaus in Scarborough verkaufen möchte.
Dann wird die Leiche der vor einem Jahr verschwundenen 14-jährigen Saskia Morris in den Hochmooren gefunden und nur wenig später verschwindet Amelie, die ebenfalls 14-jährige Tochter der Goldsbys. Eher unfreiwillig wird Kate in den Fall hineingezogen.

Meine Meinung: Die Ermittler Kate Linville aus London und Chief Inspector Caleb Hale von der Polizei in Scarborough sind mir bereits aus dem Buch „Die Betrogene“, das einige Jahre früher spielt, bekannt. Beide Charaktere sind zwar sympathisch, aber ziemlich problembeladen. Kate ist äußerst unscheinbar, zurückhaltend und hatte noch nie eine Beziehung. Caleb kämpft täglich gegen seine Alkoholsucht. Beide ermitteln unabhängig voneinander.
Der Schreibstil von Charlotte Link ist wie immer sehr flüssig zu lesen, aber obwohl es in der ersten Hälfte des Buches immer wieder fesselnde und spannende Passagen gibt, zieht sich die Handlung doch ziemlich. Doch je weiter ich las, desto mehr packte mich das Buch.
Wie bei der Autorin üblich, erzählt sie aus mehreren Perspektiven, was die Geschichte komplexer macht und der Leser Einblick in die Gedanken und Handlungen der verschiedenen Protagonisten bekommt. Alle Charaktere sind individuell ausgearbeitet, egal ob sympathisch oder unsympathisch. Besonders interessant fand ich die Kapitel aus der Sicht des Täters und trotz diverser Spekulationen war ich ebenso ratlos wie Kate und Caleb. Bis zum spannenden Ende gibt es noch einige überraschende Wendungen.

Fazit: Ein komplexer, zum Schluss immer spannender werdender Kriminalroman, der mir trotz einiger Längen gut gefallen hat.

Veröffentlicht am 12.11.2018

Die Nachkriegszeit in Berlin

Die Schwestern vom Ku'damm: Jahre des Aufbaus
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Inhalt: Berlin im Mai 1945. Der Krieg ist endlich vorbei, doch die Stadt liegt in Trümmern. Auch das Kaufhaus der Familie Thalheim am Ku’damm ist zerstört. Dennoch lassen sich die Schwestern Rike, Silvie ...

Inhalt: Berlin im Mai 1945. Der Krieg ist endlich vorbei, doch die Stadt liegt in Trümmern. Auch das Kaufhaus der Familie Thalheim am Ku’damm ist zerstört. Dennoch lassen sich die Schwestern Rike, Silvie und Florentine Thalheim nicht entmutigen. Besonders Rike setzt alles daran, das Kaufhaus wieder aufzubauen. Der Weg dahin ist allerdings alles andere als einfach…

Meine Meinung: In diesem ersten Teil einer Trilogie geht es um Rike, die älteste der Thalheim Schwestern und spielt in der Zeit von 1945 bis 1951. Rike ist äußerst zielstrebig und wird im Laufe des Buches ganz und gar zur Geschäftsfrau. Ihrem Vater gefällt nicht immer, dass sie nun den neuen Weg vorgibt. Nach dem Tod ihres Großvaters erfährt sie von einem Geheimnis ihrer Mutter, das sie sehr bewegt.
Ihre Schwester Silvie ist dagegen lebhaft und lebenshungrig, doch auch sie unterstützt die Familie so gut sie kann.
Die kleine Schwester Florentine ist noch sehr jung und rebellisch. Trotzdem mochte ich sie gern. Ihre Geschichte wird erst im dritten Teil erzählt.
Brigitte Riebe erzählt sehr anschaulich und interessant von den entbehrungsreichen Nachkriegsjahren. Die Bevölkerung leidet unter Hunger, Wohnungsnot und der klirrenden Kälte des ersten Nachkriegswinters. Es fehlt an allem. Viele Männer werden noch vermisst und die Frauen sind auf sich allein gestellt, was sie umso stärker macht. Auch die politische Situation lässt die Autorin geschickt in die Geschichte einfließen. (Eine chronologische Übersicht der nennenswertesten geschichtlichen Ereignissen in Berlin findet sich auf den letzten Seiten des Buches.)
Nachdem Rike zufällig die Jüdin Miriam trifft, die vor dem Krieg zusammen mit ihrer Mutter bei den Thalheims Mode entworfen und genäht hat, wagen sie zusammen einen Neuanfang und planen sogar eine Modenschau.
Der Schreibstil ist flüssig und einfach zu lesen, aber leider konnte mich das Buch nicht völlig fesseln. Mit den meisten Charakteren konnte ich mich nicht so richtig anfreunden und die Liebesgeschichte fand ich ziemlich langweilig. Vielleicht war es nur der falsche Zeitpunkt für mich.
Dennoch ist „Die Schwestern vom Ku’damm - Jahre des Aufbaus“ ein interessanter Familien-Roman über den Wiederaufbau eines großen Kaufhauses im Berlin der Nachkriegszeit, der die harte, aber auch hoffnungsvolle Zeit gut widerspiegelt.

Veröffentlicht am 08.11.2018

Manchmal halten wir das, was wir haben, für selbstverständlich

Ein Weihnachtsfest in Småland
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Inhalt: Alva ist seit 29 Jahren mit Michael verheiratet und ihre Ehe ist inzwischen etwas langweilig geworden. Als Martin zu Weihnachten die ganze Verwandtschaft einläd und Alva deshalb den geplanten Urlaub ...

Inhalt: Alva ist seit 29 Jahren mit Michael verheiratet und ihre Ehe ist inzwischen etwas langweilig geworden. Als Martin zu Weihnachten die ganze Verwandtschaft einläd und Alva deshalb den geplanten Urlaub zu zweit in Schweden absagen muss, beginnt sie, über ihr Leben nachzudenken. Über ihre Ehe, ihren Beruf und ihre Vergangenheit. Sie erinnert sich an die Sommerurlaube mit ihren Eltern in Schweden und an ihre erste Liebe.

Meine Meinung: Ich wollte vor dem Einschlafen noch ein paar Seiten lesen - zwei Stunden später hatte ich dann dieses kleine Buch (128 Seiten) beendet. Der Schreibstil von Stina Lund lässt sich sehr angenehm und flüssig lesen und ich konnte das Buch nicht zur Seite legen. Alva, die 53-jährige Protagonistin, mochte ich von Anfang an sehr gerne und konnte mich gut in sie hineinversetzen.
Die Geschichte, die nur innerhalb weniger Tage spielt und ein paar Rückblicke enthält, ist eher ruhig und regt zum Nachdenken an. Besonders passend zum Thema fand ich einige Aussagen von Alvas Kollegin Maritt.
Z.B.: „Manchmal halten wir das, was wir haben, für selbstverständlich. Und darüber vergessen wir, wie besonders das ist, was wir haben.“
oder „Man kann nicht einfach fliehen, nur weil einem nicht gefällt, was geschieht - vor allem dann nicht, wenn man selbst die Schuld daran trägt.“
Die winter- und weihnachtliche Stimmung in Schweden mit den alten Bräuchen, dem Schneefall, dem Elch und der Gemütlichkeit im Ferienhaus, hat mir auch gut gefallen. Je weiter ich las, desto warmherziger habe ich die gesamte Stimmung des Buches empfunden. Auch das Ende fand ich schön und sehr passend für ein Weihnachtsbuch.

Fazit: Mir hat diese kleine Weihnachtsgeschichte sehr gut gefallen. Allerdings würde ich sie eher älteren Leserinnen (vielleicht ab 40 Jahren) empfehlen.
Wegen des schönen Covers und des kleinen Formates ist dieses Buch eine schöne Geschenkidee.

Veröffentlicht am 05.11.2018

Eine sehr komplexe Geschichte

Die Tochter des Uhrmachers
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Inhalt: Birchwood Manor 1862. Der talentierte junge Maler Edward Radcliff verbringt mit Künstlerfreunden einige Zeit in seinem neuen Landhaus an der Themse. Doch dann wird seine Verlobte ermordet…
Im Jahr ...

Inhalt: Birchwood Manor 1862. Der talentierte junge Maler Edward Radcliff verbringt mit Künstlerfreunden einige Zeit in seinem neuen Landhaus an der Themse. Doch dann wird seine Verlobte ermordet…
Im Jahr 2017 entdeckt die junge Archivarin Elodie Winslow die Sepiafotografie einer wunderschönen jungen Frau und die Zeichnung eines Hauses, das ihr bekannt vorkommt. Elodie verbindet mit diesem Haus eine Geschichte aus ihrer Kindheit. Neugierig geworden, beginnt sie nachzuforschen…

Meine Meinung: Die bildhafte und oft poetische Sprache von Kate Morton hat mir wie immer gut gefallen und lässt sich sehr flüssig lesen. Doch in diesem Roman besteht die Geschichte aus ungewöhnlich vielen Charakteren und vielen verschiedenen Handlungssträngen, die in der Zeit hin und her springen. Hauptprotagonistin ist Birdie, die Tochter des Uhrmachers. Ihre Geschichte zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Ich mochte sie sehr gern, genauso wie Lucy und Ada. Mit Elodie dagegen, der Protagonistin in der Gegenwart, konnte ich leider nicht richtig warmwerden.
Viele der Handlungsstränge spielen zu unterschiedlichen Zeiten auf Birchwood Manor. Dieses wunderbare, etwas unheimliche Haus ist ein tolles Setting. Der mystische Teil der Geschichte hat mich zuerst etwas gestört, doch im Lauf der Geschichte gefiel er mir immer besser. „Die Tochter des Uhrmachers“ ist eine sehr komplexe Geschichte, bei der der Leser schon mal schnell den Überblick verlieren kann. Ich mag es nicht so gern, wenn ich mich immer wieder auf neue Charaktere und damit auch auf eine ganz neue Handlung einstellen muss. Wenn ich mich gerade in die neue Handlung eingefunden hatte, gab es einen erneuten Wechsel. Auch gab es für mich einige Längen. Trotzdem lässt sich die Geschichte absolut flüssig lesen und Kate Morton ist es wunderbar gelungen, die Handlungsstränge schließlich zusammenlaufen zu lassen. Die Aufklärung der Zusammenhänge und der Geschehnisse im Sommer 1862 haben mir richtig gut gefallen.

Veröffentlicht am 29.10.2018

Eine zauberhafte Winter- und Weihnachtsgeschichte

Sternstunde
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Inhalt: Die fast achtjährige Kim hat am Heiligen Abend Geburtstag. Deshalb hat der Weihnachtsstern eine ganz besondere Bedeutung für sie. Als sie im Radio hört, der Stern wäre nur ein Komet aus Gas und ...


Inhalt: Die fast achtjährige Kim hat am Heiligen Abend Geburtstag. Deshalb hat der Weihnachtsstern eine ganz besondere Bedeutung für sie. Als sie im Radio hört, der Stern wäre nur ein Komet aus Gas und Staub, ist sie fassungslos. Der nette Astrophysiker Arthur Sanftleben aus der Nachbarschaft erklärt ihr daraufhin einiges über „ihren“ Stern.

Meine Meinung: Diese kurze, aber wunderschön erzählte Winter- und Weihnachtsgeschichte verbreitet sehr schnell eine angenehme und wohlige Atmosphäre. Die kleine Kim muss man einfach sofort gernhaben und auch ihr Bruder und ihre Eltern sind sehr liebenswert. Eine gut gelaunte und harmonische Familie in der Vorweihnachtszeit. Auch die anderen Charaktere sind sehr warmherzig beschrieben und wirklich sympathisch. Sogar Kims Mitschüler Max hat seine netten Seiten und das Ende hat mir besonders gut gefallen.
Die Erklärungen von Herrn Sanftleben - übrigens ein sehr passender Name für den Mann - fand ich sehr schön und kindgerecht.

Fazit: „Sternstunde“ von Karin Kalisa ist ein optisch und inhaltlich ganz bezauberndes Buch, das ich gerne weiterempfehle.