Profilbild von Rebecca1120

Rebecca1120

Lesejury Star
offline

Rebecca1120 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Rebecca1120 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.03.2025

Spannung ausbaufähig

Kalt wie die Nacht
2

Der Prolog führt nach Oslo zu Jan Tore Kjerstad. Der junge Mann aus wohlsituiertem Elternhaus hat hier sein Jurastudium abgebrochen, um dann das angefangene Kunststudium ebenfalls fallenzulassen. Er ist ...

Der Prolog führt nach Oslo zu Jan Tore Kjerstad. Der junge Mann aus wohlsituiertem Elternhaus hat hier sein Jurastudium abgebrochen, um dann das angefangene Kunststudium ebenfalls fallenzulassen. Er ist nachdem seine Eltern ihm den Geldhahn zugedreht haben, chronisch pleite. Doch dann wird er Zeuge eines Überfalls auf einen Juwelier, was seinem Leben eine Wendung bringt. Ob zum Besseren, sollte jeder selbst nachlesen.
Dann geht’s im Thriller mit dem Jahr 2023 weiter, also 14 Jahre später. Rolf Larsen, genannt Wolf, hat seinen Job bei der Krispo on Oslo gekündigt, alle Brücken hinter sich abgebrochen und will nun in Bø, als selbstständiger Privatermittler arbeiten. Hier hat er die Hälfte eines kleinen, alten Hauses von seiner Frau Anne geerbt. Ihr viel zu früher Tod geht ihm immer noch sehr nahe. Gleich am Tag seines Einzugs in dieses abgeschiedene Haus verhält er seinen ersten Auftrag. Er soll herausfinden, ob Sofias Ehemann fremdgeht. Für Wolf ein eher langweiliger Job, denkt er anfangs. Doch dann kommt alles ganz anders…
Ich konnte sehr gut nachvollziehen, wie schwer Wolf es fällt den Tod seiner Frau zu verarbeiten. Liebevoll denkt er oft an sie und spricht noch immer mit ihr bei Problemen. Schließlich hat er das früher auch immer gemacht. Loslassen und neu anzufangen fällt schwer.
Als interessante Figur habe ich Sanna, die Teilzeitjournalistin empfunden. Sie hat in ihrer Kindheit schreckliche Dinge erlebt und erträgt größere Menschenansammlungen und Stress nur sehr schwer. Eigentlich keine guten Voraussetzungen für den Job als Journalistin. Genau wie Sannas Chef erkennt auch Wolf bald, wie groß das Potential dieser so ruhigen, zurückgezogenen Frau ist. Ja, ich mag diese Frau auch. Bis der Leser den Zusammenhang zwischen Jan Tore und den heutigen Ereignissen erfährt sind viele Seiten zu lesen. Ich hätte mir die Handlung straffer gewünscht. Zu viel Zwischenmenschliches, was nicht mit dem Verbrechen unmittelbar im Zusammenhang steht, ließ bei mir die Spannung sinken. So gibt’s von mir auch nur 3 Lese-Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 16.03.2025

nicht so spannend wie der erste Teil

Der Wolf im dunklen Wald
0

Im Dragener Forst findet eine Drückjagd statt, doch die endet jäh, als einer der Teilnehmer brutal mit sieben Messerstichen massiv verletzt auf einer Lichtung tot aufgefunden wird. Carla Seidel, die ermittelnde ...

Im Dragener Forst findet eine Drückjagd statt, doch die endet jäh, als einer der Teilnehmer brutal mit sieben Messerstichen massiv verletzt auf einer Lichtung tot aufgefunden wird. Carla Seidel, die ermittelnde Beamtin, geht von einem Racheakt aus. Die Stichverletzungen sind ein Zeichen für unbändige Wut und lassen auf eine beziehungstat schließen. Während Carla im Umfeld des Toten recherchiert, hat ihre Tochter ganz andere Sorgen. Sie hat die Morgenstunden mit ihrem Schwarm Fabian auf einem Anstand mit dem Beobachten des Wildwechsels verbracht. Lana versteht nicht, warum sich Fabian am nächsten Tag nun so zurückgezogen hat.
Um Lanas und auch Carlas persönliche Probleme zu verstehen, sollte man den ersten Band unbedingt gelesen haben. Gerade Lana, die körperliche Nähe kaum zulässt, ist diese Freundschaft und der Wunsch mit Fabian ihre Zeit zu verbringen ein riesiger Fortschritt. Für meinen Geschmack hat die Autorin den Dämonen der Vergangenheit von Mutter und Tochter in diesem Teil zu viel Raum gegeben. Der eigentliche Krimi und mit ihm die Spannung kam dadurch in meinen Augen zu kurz. Es gibt noch weitere Tote und die Zusammenhänge zwischen den Morden, das Motiv des Mörders, wären dann besser zum Ausdruck gekommen. Zum Ende hin nimmt der Krimi dann aber nochmal richtig an Fahrt auf und ich konnte sogar die Wut des Täters nachvollziehen. Ehrlich gesagt, hatte ich Mitleid mit ihm. Insgesamt gibt’s von mir 4 Lese-Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.03.2025

überraschende Wendungen bringen Spannung

Die Brandung – Moorengel
0

Der Sommer hat es in sich, Trockenheit überall und Mensch wie Tier leidet unter der brütenden Hitze. Doch das darf die Ermittler der Polizeidienststelle Norgaard, einer Nebenstelle der Flensburger und ...

Der Sommer hat es in sich, Trockenheit überall und Mensch wie Tier leidet unter der brütenden Hitze. Doch das darf die Ermittler der Polizeidienststelle Norgaard, einer Nebenstelle der Flensburger und dicht an der dänischen Grenze gelegen, nicht davon abhalten ihren Job zu machen. Der Auslöser ihres neuen Falls ist eine Dose mit einem Teilfinger, den Fria Svensson anonym mit der Post erhält. Sie übergibt die Dose an die Polizei, die auch bald den anonymen Absender ermitteln kann. Als die Polizei dann den Fundort näher untersucht, entdecken sie ein Horrorszenario. Sechs Leichen werden aus dem Thorsberger Moorsee geborgen. Als wäre das nicht genug, wird auch noch ein 6jähriges Mädchen als vermisst gemeldet.
Ja, ich habe es als atemberaubend empfunden, was auf Hauptkommissar Ohlsen und sein Team alles auf einmal hereinstürzt. Anfangs fand ich Ohlsens Anweisungen an seine Kollegen noch sehr strukturiert und lösungsorientiert. Doch mit zunehmenden Ermittlungen und trotz der zusätzlichen Unterstützung durch zwei Kollegen aus Flensburg merkt man, seine Verzweiflung und Ohnmacht, weil sich zwischen den Toten keine Verbindungen ermitteln lassen. Außerdem lässt Ohlsen Tilda, das verschwundene kleine Mädchen, keine Ruhe. Ich fand die Einblicke, die der Leser in Tildas Pein erhält, unter die Haut gehend. Tildas Selbstvorwürfe alles falsch gemacht zu haben, den Anforderungen der überforderten Mutter nicht gerecht zu werden, haben mich richtig traurig gemacht. Sie kann das alles nicht begreifen und versucht auf ihre kindliche Art damit umzugehen.
Fria, die ihre Polizeiausbildung abgebrochen hat und nun als Archäologin und Leiterin des rerup Museums in Dänemark arbeitet, mochte ich sehr. So ganz kann sie ihre genetischen Anlagen was Polizeiarbeit betrifft nicht abstreifen, schließlich sind Vater und Brüder ebenfalls bei der dänischen Polizei tätig. Wen wundert’s, dass sie da der Polizei Norgaard beratend zur Seite steht. Fand ich sie anfangs, als es um den Finger und die Wasserleichen ging noch sehr aufdringlich gegenüber den Norgaarder Ermittlern, so hat sich im Weiteren gezeigt, dass sie durchaus eine Hilfe ist.
Besonders gut hat mir der Schluss gefallen. Da fallen, nur durch eine aufmerksame Beobachtung plötzlich alle bisherigen Puzzleteile an die richtige Stelle. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt und die Spannung nimmt nochmal richtig Fahrt auf. Von mir gibt’s 4 Lese-Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.03.2025

spannend, beängstigend und so aktuell

Echokammer
0

Es ist kein Buch, dass man schnell mal so nebenbei liest. Dafür gibt es zwei Gründe. Einmal Zum einen sind da sehr viele Akteure und Schauplätze. Hier den Überblick zu behalten war für mich eine Herausforderung. ...

Es ist kein Buch, dass man schnell mal so nebenbei liest. Dafür gibt es zwei Gründe. Einmal Zum einen sind da sehr viele Akteure und Schauplätze. Hier den Überblick zu behalten war für mich eine Herausforderung. Auf der anderen Seite ist das Thema so brandaktuell, dass man das Gelesene erst einmal verarbeiten muss. Was hier geschildert wird, könnte sich in jedem x-beliebigen demokratischen Staat so zutragen. Ehrlich gesagt, beängstigte es mich.
Doch nun zum Buch. In Norwegen stehen Parlamentswahlen an und es ist die Arbeiterpartei, die mit aller Macht versucht wieder die Mehrheit zu erreichen. Der Autor zeigt sehr detailliert auf, wie die Kandidaten um Stimmen kämpfen. Hört sich grob an, sind aber in Wirklichkeit sehr gezielte und genau gesteuerte Informationen, Versprechen zu Parteiziele, die den Wähler zu seinen Gunsten einnehmen sollen. Selbst das gleiche Parteiabzeichen schützt nicht vor Verrat. Geschickt führt der Autor hier vor Augen, wie der Wähler beeinflusst wird und wie Selbstauskünfte der Wähler, Stichwort Wahl-O-Mat, für Datenabgriffe genutzt werden. Ich empfand das genauso realistisch wie beängstigend.
Auf der anderen Seite ist da die Terrorbedrohung. Es wird vor Augen geführt, wie vielfältig die Möglichkeiten dafür sind und wie schwierig es ist dem zuvorzukommen. So empfand ich gerade diese Stellen im Buch super spannend und habe die beiden Ermittler Liselott Benjamin und Martin Tong für ihren Mut und ihren Spürsinn bewundert. Gerade Tong, der in meinen Augen eigentlich ein Säufer und Aussteiger ist, hat sein großes Herz wie auch starke Nerven gezeigt und mich von sich überzeugt. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne und eine uneingeschränkte Lese-Empfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.03.2025

aufregend geht's weiter

Felsengrund
0

Nachdem mir der erste Teil ausgesprochen gut gefallen hat, war Band 2 für mich ein Muss. Ich denke auch, dass man erst Teil 1 und dann diesen 2. Band lesen sollte.
Denn bei der so weit verzweigten und ...

Nachdem mir der erste Teil ausgesprochen gut gefallen hat, war Band 2 für mich ein Muss. Ich denke auch, dass man erst Teil 1 und dann diesen 2. Band lesen sollte.
Denn bei der so weit verzweigten und in höchsten Kreisen agierenden steinreichen Familie Falck, kann man leicht die Übersicht verlieren. Zum Glück hat der Autor gleich zu Beginn einen Stammbaum der Falck-Familie vorangestellt. Doch nun zum Buch. In diesem Band geht es sehr spannend und aufregend weiter. Alexandra Falck, von der Familie Sasha genannt, hat die Leitung der millionenschweren SAGA-Gruppe übernommen. Sie geht in dieser Aufgabe auf. Aber auch ihr Bruder Sverre hätte gern, da er nun aus Afghanistan zurückgekehrt ist, mehr Führungsverantwortung bei SAGA. Da sind Konflikte vorprogrammiert. Außerdem verdichten sich die Hinweise, dass es im Unternehmen einen Maulwurf gibt der Firmeninterna weitergibt. Unklar ist, für wen der Maulwurf arbeitet - für die Russen, für die Amerikaner? Das herauszufinden, ist Johnny Bergs Aufgabe.
Als Olav stirbt, ändern sich zwangsläufig auch die Aktienanteile und -mehrheiten. Ein Tauziehen um Stimmen beginnt, lässt die Familienzweige noch weiter auseinanderdriften und macht Minderaktionärin Constanze Falck zu einer begehrten Bündnispartnerin. Gerade sie hat in diesem Band für einige Überraschungen gesorgt als sie ihre Jahrzehnte gehüteten Geheimnisse gegenüber Johnny offenlegt.
Für mich war es sehr spannend mitzuerleben, wie die Falcks Risiken abwägen, Deals eingehen, nur um dann zu erleben, dass der Plan nicht aufgeht. Es ist ein auf und ab von Erfolgen, Niederlagen, Liebe, Enttäuschung und Wahrung von alten und neuen Geheimnissen und dem Kampf um Macht. Keine leichte Kost, aber durchaus lesenswert. Von mir gibt’s 4 Lese-Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere