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Veröffentlicht am 01.12.2021

sehr weitschweifige Erzählweise

Die Hafenärztin. Ein Leben für die Freiheit der Frauen (Hafenärztin 1)
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Das Buch führt den Leser nach Hamburg ins Jahr 1910. Hier lernt man 3 junge Menschen kennen, die alle mit ihrem Leben unzufrieden bzw. davon enttäuscht sind. Eine davon ist Anne Fitzpatrick, die nach 12 ...

Das Buch führt den Leser nach Hamburg ins Jahr 1910. Hier lernt man 3 junge Menschen kennen, die alle mit ihrem Leben unzufrieden bzw. davon enttäuscht sind. Eine davon ist Anne Fitzpatrick, die nach 12 Jahren in England als ausgebildete Medizinerin in ihre alte Heimat zurückkehrt. Sie hat einen Traum: sie will benachteiligten Frauen helfen, ihre Not lindern und ihnen einen Zufluchtsort zu geben. Die zweite ist Helene Engelbert, die unter der Strenge ihres Vaters leidet und die nicht Mann, Kinder und Herd als ihr Lebensziel sieht. Der Dritte im Bunde ist Berthold Rheydt, Kommissar, der gerne mehr Verantwortung im Dienst übernehmen würde, vielleicht auch nur, weil er so hofft sein Trauma zu vergessen.
Alle drei lernen sich kennen, als Helene zur Einweihung von Annes neuem Frauenhaus eine Frauenleiche im Wasser entdeckt. Darum ranken sich alle weiteren Ereignisse. Dabei lässt sich das Buch recht flüssig lesen. Es ist in meinen Augen aber ein zu ausufernder Erzählstil, der bei mir zu Lasten der Spannung ging. Die konnte ich bei mir nicht feststellen. Es lag der Autorin sicher mehr daran, die damaligen (fehlenden) Rechte der Frauen zum Ausdruck zu bringen. Mit der Figur der Anne Fitzpatrick ist es ihr jedenfalls gelungen uns eine starke und vor Schwierigkeiten nicht zurückschreckende Frau näher zu bringen. Von mir gibt’s 3 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 30.11.2021

hinter der Fassade verbirgt sich der Mensch

Mehr als die Finsternis
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Auch Gut Mohlenberg, eine Nervenheilanstalt in der Nähe von Lüneburg, leidet unter der Wirtschaftskrise und der Inflation. Da ist jeder neue, zahlende Patient willkommen. Als Friederike die 17-jährige ...

Auch Gut Mohlenberg, eine Nervenheilanstalt in der Nähe von Lüneburg, leidet unter der Wirtschaftskrise und der Inflation. Da ist jeder neue, zahlende Patient willkommen. Als Friederike die 17-jährige aufmüpfige Luise vom Bahnhof abholen will, bekommt sie gleich noch zwei weitere Neuzugänge – Luises versnobte Gouvernante Frl. Wermut und eine hochschwangere traumatisierte junge Frau, die kein Wort spricht. Friederike will den beiden jungen Frauen helfen, ein Ziel, das sie vor schwierige Aufgaben stellt und ihr ganzes Können verlangt.
Auch in diesem Teil setzt die Autorin ihr fachliches Wissen um die Psyche und die Verhaltensmuster der Menschen geschickt ein, um uns Lesern unterhaltsame Lesestunden zu garantieren. Wir lernen liebenswerte Charaktere ebenso wie nicht zur „Norm“ passende Personen kennen. Gut Mohlenberg ist eine verschworene Gemeinschaft in der Menschlichkeit vor Äußerlichkeiten steht. Ich fand die Figur der Gouvernante, die geformt von eigenen, negativen Erfahrungen anfangs wie ein Drache in Menschengestalt erscheint, die aber diese Maske geschickt ausnutzt und gegen Ungerechtigkeiten einzusetzen versteht. Schon beeindruckend, was diese Dame schon alles erlebt und sich angeeignet hat. Mir hat der 2. Teil gut gefallen. Deshalb vergebe ich 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 29.11.2021

gelungene Fortsetzung - spannend und unterhaltsam

Die Wege der Söhne
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Auch in Bernried am Starnberger See beeinflussen Hitlers Ideologien und Ziele das Leben der Familien von Falkenbach und Lehmann. Ferdinand, der nur um seinen Vater zu beeindrucken, sich in der Armee aufnehmen ...

Auch in Bernried am Starnberger See beeinflussen Hitlers Ideologien und Ziele das Leben der Familien von Falkenbach und Lehmann. Ferdinand, der nur um seinen Vater zu beeindrucken, sich in der Armee aufnehmen ließ, sieht endlich einen Weg sich dieser Verpflichtung „elegant“ zu entledigen. Er verpflichtet sich in der Porzellanfabrik künftig auch Waffen herzustellen, so wie es bereits Wilhelm in der Topffabrik umgesetzt hat. Dieser Plan bringt er so einige Unruhe in die 3 Familien….
Mit diesem vierten Falkenbach-Band ist der Autorin wieder einmal ein aufregender und sehr unterhaltsamer Familienroman gelungen. Es zeigt sich auch hier wieder, wie gut sie die Charaktere beschreiben kann, so dass sie lebendig wirken. Auch wenn die Jugend jetzt zunehmend eigene Entscheidungen treffen will, zeigt es sich doch, dass die Hilfe und Unterstützung der Väter noch immer gerne angenommen wird. In meinen Augen ist Wilhelm der menschlichste von den drei Vätern. Paul-Friedrichdagegen ist noch genauso berechnend und kaltherzig wie immer. Er sieht nur sich, ist manipulativ und hat sich in eine Abhängigkeit gebracht, die ihn vernichten wird (denke ich jedenfalls). Wenn es nach diesen Charaktereigenschaften geht, müsste Leopold Lehmann eigentlich Pauk-Friedrichs Sohn sein. Denn der hintergeht nicht nur seinen Vater Wilhelm, sondern bringt alle 3 Familien in große Gefahr. Ja dieser Teil ist aufregend und lässt dabei aber so viele Fragen und kommende Entwicklungen offen, dass ich mich bereits heute auf den Folgeband freue.
Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne und eine absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 20.11.2021

bin voll begeistert

In ewiger Freundschaft (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 10)
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Das Buch aufschlagen und abtauchen – so war das bei mir mit diesem 10. Teil der Taunus-Krimi-Reihe. Das ist mir unwahrscheinlich leichtgefallen, war es doch wie alte Freunde wieder zu treffen. Aber es ...

Das Buch aufschlagen und abtauchen – so war das bei mir mit diesem 10. Teil der Taunus-Krimi-Reihe. Das ist mir unwahrscheinlich leichtgefallen, war es doch wie alte Freunde wieder zu treffen. Aber es ist diesmal ein völlig anderer, deshalb nicht minder spannender Fall dem Oliver von Bodenstein, Pia Sander und ihr Team aufklären müssen.
Für Oliver steht die Auflösung des Falls auch unter Zeitdruck, da er wichtige private Dinge klären muss, weil er weitreichende Entscheidungen gefällt hat. Die in den Krimi einfließenden persönlichen Probleme der Akteure, lassen dieses Buch so authentisch erscheinen und wenn ich an Oliver denke, geht mir das Herz auf. Für ihre vorherigen Tauniskrimis Henning als Erfolgsautor zu benennen, warum nicht – ich fands lustig.
Nele Neuhaus lässt uns mittel dieses Falls hinter die Kulissen des Verlagswesens schauen, was ich sehr interessant fand. Dabei hoffe ich, dass diese Klüngelei und Machtgier nur der Fantasie der Autorin entsprungen sind. Denn hier im Buch spinnt sie den Faden um die Freunde, die vielleicht doch keine echten Freunde sind, sehr geschickt. Ich fand das bis zum Schluss sehr spannend, weil die Aufdeckungen und damit verbundenen Wendungen so weitreichend und nicht vorhersehbar waren.
Für mich ein Krimi, den ich gerne weiterempfehle und der von mir 5 Lese-Sterne erhält.

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Veröffentlicht am 11.11.2021

zu weitschweifig, dadurch geht Spannung verloren

Die letzte Schuld
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1946: Am Nordrand von München wird die Leiche einer Frau gefunden. Ihr Ernährungszustand lässt darauf schließen, dass es sich weder um eine ehemalige Strafgefangene noch um eine Vertriebene handelt. Kommissar-Anwärter ...

1946: Am Nordrand von München wird die Leiche einer Frau gefunden. Ihr Ernährungszustand lässt darauf schließen, dass es sich weder um eine ehemalige Strafgefangene noch um eine Vertriebene handelt. Kommissar-Anwärter Emil Graf nimmt unter der Anleitung von Captain Joe Simon die Ermittlungen auf. Am Tatort trifft Emil eine alte Bekannte – Billa Löwenfeld, die als Fotojournalistin im Auftrag der Amerikaner in Sachen Aufarbeitung der Nazizeit recherchiert. Billa gelingt es, die Tote zu identifizieren und gemeinsam mit Emil beginnen sie weiter zu ermitteln…
Die Kurzbeschreibung des Buchs hatte mich neugierig gemacht. Es ist schon eine mir bisher nicht so im Detail bekannte Zeit, die dem Roman zugrunde liegt. Die Autorin beschreibt in diesem Roman sehr genau, wie die Fragebögen im Zusammenhang mit der Entnazifizierung auf Widerwillen in der Bevölkerung gestoßen sind, als Strafe der Siegermächte angesehen wurden. In dem Zusammenhang blühte der Handel mit „Persilscheinen“. Aber gerade wegen dieser Detailverliebtheit hat sich bei mir keine echte Spannung aufgebaut. Die blieb auf der Strecke. Auch Billas neue Entdeckungen im Zusammenhang mit Hitlers Haus der Kunst, konnte das nicht verbessern. Schade. Darum kann ich auch nur 3 Lese-Sterne vergeben.

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