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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.10.2025

absolut lesenswert

Flüsternde Erinnerungen
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Jojo arbeitet als Physiotherapeut in einem Altenheim in Hamburg. Er mag seinen Job, doch dann verletzt sich eine Insassin wegen seiner Unachtsamkeit, muss ins Krankenhaus. Seine Lieblingskollegin rät ihm ...

Jojo arbeitet als Physiotherapeut in einem Altenheim in Hamburg. Er mag seinen Job, doch dann verletzt sich eine Insassin wegen seiner Unachtsamkeit, muss ins Krankenhaus. Seine Lieblingskollegin rät ihm in den Harz zu seinem Vater zu fahren bis sich die Wogen wieder geglättet haben.
Jojo war seit damals nicht mehr in seiner alten Heimat und bei seinem Vater. Einfach, weil er damals schreckliches erlebt hat und das ganze Dorf und seine Freunde ihm mit Anfeindungen und Misstrauen begegnet sind. Vielleicht wäre jetzt, nach 7 Jahren, genau der richtige Zeitpunkt seinen Vater zu besuchen. Es kommt, wie Jojo befürchtet hat, alle alten Bekannten und ehemaligen Freunde blicken ihn misstrauisch an, manche offen feindselig und dann wird wieder jemand vermisst…
Anfangs werden nur Jojos Erinnerungen, eigentlich hat er ja gar keine, an das was vor 7 Jahren passiert ist angedeutet. Das hätte durchaus kürzere gefasst sein können. Aber als der Autor mir dann Einsicht in die Geschehnisse von damals gegeben hat und als Jojo versucht, seine gut verschlossenen Erinnerungen zu wecken, hat das Buch für mich so richtig seine Spannung entwickelt. Es hat mich wirklich gepackt zu erfahren, was in den Wäldern nahe des Achtermanns vorgegangen ist und noch immer dort getrieben wird. Dabei hat mich das Ende völlig überrascht. Diesen Thriller kann ich uneingeschränkt empfehlen. Von mir gibt’s 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

hinter den Kulissen - lebendiger Einblick in Preußens Geschichte

Sieben Jahre
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Es ist mit über 850 Seiten mit Sicherheit keine leichte Lektüre – im doppelten Sinne. Jedoch habe ich es nicht bereut zum Buch gegriffen zu haben. Tanja Kinkel hat es verstanden mich in das 18. Jahrhundert ...

Es ist mit über 850 Seiten mit Sicherheit keine leichte Lektüre – im doppelten Sinne. Jedoch habe ich es nicht bereut zum Buch gegriffen zu haben. Tanja Kinkel hat es verstanden mich in das 18. Jahrhundert Preußens zurückzuversetzen. Kleine Details, wie Kaffee versetzt mit Senfkörnern, zeichnen diesen Spiegel der Zeit zu Lebzeiten Friedrich II. von Preußen aus. Die Ränkespiele innerhalb der königlichen Familie fand ich sehr anschaulich beschrieben. Friedrich ist ein Meister darin seine Brüder und Schwestern mit scharfen Worten, mit Sinnbildern zwischen den Worten wie auch mit der seiner Position innewohnenden Macht als König, zu beherrschen und zu benutzen. Wie die Autorin dies im Buch herausgearbeitet hat und in eine lebendig wirkende Geschichte eingebettet hat, finde ich sehr gelungen. Dabei ist es mir bei den Dialogen nicht immer leichtgefallen die Zwischentöne herauszufiltern. Wie das Verhältnis zwischen Friedrich und seinem jüngeren Bruder Heinrich herausgearbeitet wurde, hat mir unwahrscheinlich gut gefallen. Es ist eine Hassliebe, gezeichnet von dem Bedürfnis zu herrschen und dem Widerstand wie auch dem Aufbegehren gegen diese Herrschaft. Auch wenn es Friedrich nie offen zugeben würde, sieht er in Heinrich sein jüngeres Ich im Aufbegehren gegenüber seinem dominanten Vater.
Das Buch zeichnet auch aus, dass Nebenfiguren hier gezielt und sehr lebendig zur Abrundung der Handlung einfließen. Wissen ist Macht, nicht nur unter den Regenten, sondern auch bei den Bediensteten. So gleicht auch Hannibals Leben anfangs dem eines Spielballs. Er lernt aber recht schnell, dass sein Wissen über die Herrschaft, mehr noch sein Schweigen darüber, durchaus zu seinem Vorteil zu nutzen. Mir ging es da wie Prinzessin Amalie, ich mochte diesen Kammermoor.
Insgesamt gebe ich 5 Lese-Sterne für diesen historisch fundierten und so anschaulich geschriebenen Roman über den 7jährigen Krieg, so dass ich ihn auch uneingeschränkt weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Rache oder Gier? Spannend gemacht

Mord an Weihnachten
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Staatsanwalt Broder Jacobsen hat ein gespaltenes Verhältnis zur Insel Föhr. Er ist dort aufgewachsen, seine Eltern betreiben dort noch heute ein Inselcafé. Aber Broder kämpft noch heute gegen die Erinnerungen ...

Staatsanwalt Broder Jacobsen hat ein gespaltenes Verhältnis zur Insel Föhr. Er ist dort aufgewachsen, seine Eltern betreiben dort noch heute ein Inselcafé. Aber Broder kämpft noch heute gegen die Erinnerungen an seinen kleinen Bruder, der dort vor 12 Jahren ums Leben gekommen ist. Gerade jetzt an Weihnachten, wo seine Abwesenheit noch mehr schmerzt. Nur seinen Eltern zu Liebe ist er gekommen, nur kurz, so denkt er. Aber dann kommt es auf dem Weihnachtsbasar zu einer Vergiftung, die auf Mord hinweisen….
Ich habe das Buch wieder verschlungen. Es war so spannend und wendungsreich, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Auf der einen Seite finde ich die Hauptfigur, Staatsanwalt Broda Jacobsen, sehr sympathisch, aber auch das Zusammenspiel zwischen Inselpolizei und dem Ermittler aus Flensburg haben mich überzeugt. Da gibt es kein Kompetenzgerangel oder persönliche Befindlichkeiten. Das hätte die Aufklärung der Morde, denn bei einem wird es nicht bleiben, noch schwieriger gemacht. Staatsanwaltschaft und Polizei mussten ihre Theorien zum möglichen Tatmotiv mit jedem weiteren Mord ohnehin oft genug hinterfragen. Immer wieder geriet ein anderer Dorfbewohner in ihren Focus. Das fand ich unheimlich spannend, so dass mich die Aufklärung der Morde am Ende total verblüfft hat. Ich kann diesen Krimi zu 100% weiterempfehlen und 5 Lese-Sterne sind wohlverdient.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Genauso informativ wie lustig geschrieben

Ich hab da nur kurz draufgeklickt, und jetzt ist alles weg!
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Mich hat der Titel angelockt und ich kann sagen, dass ich mich wunderbar kurzweilig mit dem Buch unterhalten gefühlt habe. Der Autor zeigt nicht nur das technische Fehlverhalten seiner Kunden auf, er hat ...

Mich hat der Titel angelockt und ich kann sagen, dass ich mich wunderbar kurzweilig mit dem Buch unterhalten gefühlt habe. Der Autor zeigt nicht nur das technische Fehlverhalten seiner Kunden auf, er hat auch immer eine Lösung für sie. Manchmal habe ich mich gefragt, woher er bei den kurzen Fehlerbeschreibungen seiner Kunden gleich die mögliche Ursache dafür parat hat. Jahrelange Berufserfahrung?
Gefallen haben mir die Ausführungen zu den im Büro ausgeführten Rankinglisten der Kundenaussagen. Oder auch die Beschreibung seines Kollegen Wulf, der täglich im Büro auf die Einhaltung seiner auf 20 limitierten Wortanzahl achtet. Dass beide, Philipp und Wulf, ein eingespieltes Team sind, merkt man beim Lesen auf jeden Fall. Das nutzen die beiden auch geschickt, um ihre mitunter starrsinnigen Kunden auf den richtigen Weg zu bringen. Insgesamt gesehen haben mich die humorvollen Beschreibungen der Kundenprobleme zum Schmunzeln und kurzweilige Lesestunden gebracht. Ich habe den Lesestoff aber auch als Ratgeber für Lernwillige empfunden. Mit meinen 60++ hat er mich, auch wenn ich mich selbst als computeraffin einschätzen würde (Selbstüberschätzung?), spätestens bei den Quantencomputern abgehangen. Insgesamt gesehen gibts von mir 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 11.10.2025

eine Frau mit großem Herz

ANNA
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Ende des 19. Jahrhunderts lebt Anna im kleinen Ort Zäziwil in der Schweiz. Sie arbeitet als Köchin in der Krone, dem örtlichen Gasthaus. Kochen ist Annas Leidenschaft und hier kann sie ihr Können zeigen. ...

Ende des 19. Jahrhunderts lebt Anna im kleinen Ort Zäziwil in der Schweiz. Sie arbeitet als Köchin in der Krone, dem örtlichen Gasthaus. Kochen ist Annas Leidenschaft und hier kann sie ihr Können zeigen. Aber eines weiß Anna gewiss: ihr Herz gehört Paul, ihn wird sie heiraten. Doch dann stirbt die Wirtin und ihr Mann Fritz ist mit den 8 Kindern und der Wirtschaft überfordert. Er fragt Anna, ob sie nicht in seine Stube ziehen will, sprich ihn heiraten. Auch wenn das Herz etwas anderes sagt, nimmt Anna diese Herausforderung an….
Aus Überliefertem und Erinnerungsstücken aus Annas Leben erzählt die Autorin hier die Lebensgeschichte der fleißigen Anna mit dem so großen Herzen. Auf der einen Seite weiß Anna, dass sie Paul liebt, aber der hat ihr noch keinen Heiratsantrag gemacht. Als Wirtin der Krone hätte sie ein gesichertes Auskommen, wenn das auch mit 8 Kindern und der Wirtschaft ein arbeitsreiches Leben bedeutet. Aber davor schreckt sie nicht zurück. Zudem würde eine Ablehnung von Fritz Antrag ihr Ansehen im Ort arg schädigen. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, denn Annas Leben wird noch viele Herausforderungen für sie bereithalten.
Ich hätte mir gewünscht, dass im Buch Annas Bedenken, ihre Zerrissenheit mehr zum Ausdruck gebracht worden wären. So hat sich Anna nur der neuen Aufgabe gestellt, ohne dass der Leser ihre innere Zerrissenheit erleben konnte. Ich hätte gerne tiefer in ihr Herz geschaut.
Sehr gelungen fand ich, weil es Annas Liebe zum Kochen und Backen so gut vermittelt hat, dass der Leser die angepriesenen Rezepte nachlesen und somit nachkochen kann.
Insgesamt gebe ich 3,5 Lese-Sterne.

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