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Veröffentlicht am 15.04.2020

unterhaltsam, lesenswert, super Geschichte

Der Sozius
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In diesem Buch spielen zwei Personen die Hauptrolle. Da gibt es einmal den Sozius, der mit viel krimineller Energie ausgestattet, seinen Lebensunterhalt im großen Stil organisiert/finanziert. Stück für ...

In diesem Buch spielen zwei Personen die Hauptrolle. Da gibt es einmal den Sozius, der mit viel krimineller Energie ausgestattet, seinen Lebensunterhalt im großen Stil organisiert/finanziert. Stück für Stück lernt der Leser den kriminellen Lebensweg des Sozius kennen. Bewundernswert fand ich dabei seinen Einfallsreichtum, das heißt mit welchen Mitteln und Tricks er solvente Menschen und Firmen manipuliert, ausnutzt und erpresst. Da habe ich des Öfteren gedacht: alle Achtung. Doch mit Frauen hat er nicht wirklich Glück.
Dann ist da Teresa Mücke, Studentin, angehende Journalistin. Sie hat sich die Aufgabe gesetzt über das Leben und Wirken des Sozius ein Buch zu schreiben. Betreibt dazu aktiv Recherche. Doch privat sie hat so einige Schwierigkeiten - familiäre, finanzielle und auch ihre Gefühle betreffende. Rückhalt und Zuspruch findet sie bei Schneider. Die Sticheleien zwischen beiden sind spritzig, witzig, einfach klasse. Man merkt beim Lesen, die Freundschaft zwischen den beiden. Eine Freundschaft ohne Wenn und Aber. Schneider hätte ich auch gerne als Freund.
Den Anfang fand ich etwas unglaubwürdig. Da wird der Sozius zu Hause von Blutjoe (einem Auftragskiller) bedroht und bleibt dabei total gelassen. Das konnte ich nicht nachvollziehen. Aber dann wurde das Buch immer interessanter. Egal ob es im Kapitel gerade um den Sozius oder um Teresa ging, gelang es mir in die jeweilige Handlung abzutauchen. Ich fand es sehr unterhaltsam, wenn es auch erst ganz zum Schluss zu einer Wendung kommt. Einer Wendung, durch die in meinen Augen die Geschichte erst richtig "rund" geworden ist. Mir hat das Buch unterhaltsame wie kurzweilige Lese-Stunden gebracht, so dass ich 4 Lese-Sterne vergebe. Gerne empfehle ich es weiter.

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Veröffentlicht am 13.04.2020

lebendig, unterhaltsam, empfehlenswert

Ein Traum vom Glück
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Katharina (Kathi) ist 34 Jahre und der Krieg hat ihr alles genommen. Ihr Mann gilt als vermisst, ihr Heim in Berlin ist zerstört und so bleibt ihr und ihren beiden Kindern bei ihrer mürrischen Schwiegermutter ...

Katharina (Kathi) ist 34 Jahre und der Krieg hat ihr alles genommen. Ihr Mann gilt als vermisst, ihr Heim in Berlin ist zerstört und so bleibt ihr und ihren beiden Kindern bei ihrer mürrischen Schwiegermutter im Ruhrpott Unterschlupf zu nehmen. Aber Katharina hat einen Traum: von ihrer Mutter bereits in jungen Jahren angelernt, ist sie eine geschickte Näherin und möchte einen eigenen Modesalon eröffnen. Doch bis dahin ist noch ein weiter, steiniger Weg….
Das Buch ist geprägt von einer lebendigen Schreibweise. Da gibt es zum Beispiel die neugierige Nachbarin Elfriede, die so ihre eigenen Ansichten zur Kindererziehung hat. Denn bei ihr müssen die drei Jungs täglich Prügel beziehen und wenn sie sich beim Spielen mal verletzten, darf man nur nach Hause kommen, wenn etwas gebrochen ist oder Blut fließt. Ich kann mir diese Frau richtig vorstellen. Gleichzeitig gelingt es der Autorin auch dem Leser, die Naivität oder besser Unbedarftheit einiger handelnder Personen durch ihren humoristischen Schreibstil wunderbar zu vermitteln. Das Lesen wird dadurch kurzweilig und macht Spaß. Besonders hat mir Kathis jüngste Tochter Bärbel mit ihren Tollen Ideen wie man die Verbote der Mutter zum eigenen Vorteil interpretieren bzw. umgehen kann, gefallen. Da musste ich des Öfteren schmunzeln.
Gleichzeitig erkennt man aber auch wie lebenshungrig Kathi ist und wie beharrlich sie doch an ihrem Traum vom eigenen Modegeschäft festhält. Eine wirklich liebenswerte Figur.
Mich hat dieser Roman wunderbar unterhalten, so dass ich ihn gerne an alle Liebhaber von Familiengeschichten weiterempfehle. So gibt’s von mir auch 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 13.04.2020

Deutsch-Deutsche Geschichte – wunderbar in Familiengeschichte umgesetzt

Die Bilder unseres Lebens
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Familie Lindemann betreibt seit Jahrzehnten in Leipzig das Kino Schauburg. Für Ursula Lindemann ist das Kino ihr Leben. Doch nun nach dem verlorenen Krieg ist Deutschland im Umbruch, die Menschen leben ...

Familie Lindemann betreibt seit Jahrzehnten in Leipzig das Kino Schauburg. Für Ursula Lindemann ist das Kino ihr Leben. Doch nun nach dem verlorenen Krieg ist Deutschland im Umbruch, die Menschen leben unter den Besatzermächten mit starken Einschränkungen. Im Osten, von den russischen Besatzern regiert und beeinflusst, soll nun ein sozialistisches Deutschland aufgebaut werden. Die Familie ist unsicher wie es weitergehen soll – mit dem Kino, mit dem Leben allgemein. Ja und damit beginnt die wunderbar unterhaltsame und bei mir viele Erinnerungen weckende Geschichte der Familie Lindemann. Eine Geschichte die uns nochmal vor Augen führt wie die Entwicklung der beiden deutschen Staaten gelaufen ist. Sie zeigt aber, und das finde ich sehr gut, nicht nur das Negative der DDR mit seiner Bespitzelung durch die Stasi, der fehlenden Selbstbestimmung des Einzelnen, den mangelnden Produkten in den Regalen, nein sie zeigt auch dass die Menschen im Westen ebenfalls manipuliert wurden (werden) >mit Konsum und der Macht des Geldes<.
Da Stefan kurz vor dem Mauerbau ebenfalls in den Westen geflohen ist um seiner Verhaftung zu entgehen, ist Familie Lindemann direkt von dieser Teilung betroffen. Jahrelang können sich Eltern, Kinder und Geschwister nicht sehen. Für mich waren das alles Rückblenden in meine Kindheit und Jugend, die sehr realistisch und keineswegs verträumt die Geschichte des geteilten Deutschlands anhand der Familie widerspiegeln. Es hat mich stark berührt.
Gleichzeitig sind in die Geschichte immer wieder Namen von Schauspielern, Filmen, Regisseuren und Fernsehsendungen eingearbeitet, die bei mir das Kopfkino >ja stimmt, das haben wir damals auch immer gesehen< anspringen ließ. Die Autorin hat damit sehr viel Liebe fürs Detail bewiesen und für mich den Roman lebendig erscheinen lassen.
In meinen Augen ist das eine rundum gelungene Familiengeschichte, die alte Erinnerungen weckt, die nichts verklärt und die Geschichte des geteilten Deutschlands und was die Menschen in dieser Zeit umgetrieben hat sehr gut widerspiegelt. Darum gibt es von mir 5 Lese-Sterne und eine 100%ige Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 02.04.2020

witziger Erzählstil, der etwas andere Krimi

Die Toten vom Lärchensee
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Arno Bussi ist Gruppeninspektor beim österreichischen BKA und seine Hauptaufgabe sind Statistiken. Doch jetzt hat ihn der Innenminister Qualtinger als Sonderermittler nach Stubenwald am Lärchensee geschickt, ...

Arno Bussi ist Gruppeninspektor beim österreichischen BKA und seine Hauptaufgabe sind Statistiken. Doch jetzt hat ihn der Innenminister Qualtinger als Sonderermittler nach Stubenwald am Lärchensee geschickt, also an die vorderste Front. Er soll nun endlich den Mörder aus einem 5 Jahre zurückliegenden Mord zu ermitteln und den Cold Case lösen. Im Dorf trifft er auf die unterschiedlichsten und vom Autor auch wunderbar umrissenen Charaktere. Da gibt es die geschwätzige Ehefrau des örtlichen Polizisten Bernhard Franz nebst Bernhardiner Bernhard, Bauprojektleiter mit Hang zu Totenköpfen und Laura Gams, die Inselbesetzerin. Schrägste Figur in meinen Augen ist aber Arno Bussi. (Wer so einen Namen als Polizist hat, hat doch eigentlich von vornherein verloren, oder?). Er freut sich endlich vor Ort zu ermitteln, aber bitte nicht hetzten, immer langsam, nur nicht ins Schwitzen kommen und überanstrengen. Vor allem müssen die Grundbedürfnisse gesichert sein: Essen und Trinken.
Mir hat der Schreibstil wunderbar gefallen, auch wenn ich bisher noch keinen Krimi in der Art gelesen habe. Beim Lesen musste ich immer wieder schmunzeln wegen der vielen „schrägen“ Beschreibungen. Hier nur mal zwei Beispiele: Arno bezeichnet sich als „gelernten Österreicher“ oder er versucht ein weinig Temperatur in dieses kalten Fall (Cold Case) zu bringen. Einfach herrlich. Überhaupt hat der Autor eine eigenwillige, dabei aber gefällige Schreibweise. So schrieb er immer „der Artur“ denkt, „dem Artur“ gefällt. Das erinnerte mich an Kinderbücher, bringt aber dadurch wunderbar Bussis zum Teil recht ausgeprägte Blauäugigkeit und Naivität zu Ausdruck. Mir hat das Lesen Spaß gemacht, das Buch hat mich kurzweilig unterhalten und darum gibt’s von mir 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 30.03.2020

zu viele Abschweifungen gehen zu Lasten der Spannung

Karl Valentin ist tot
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Mich hatte der Titel neugierig gemacht. Die Geschichte ist schon unterhaltsam. Besonders der Ermittler Tom Perlinger mit seine „Großfamilie“ gefällt mir ausgesprochen gut. Ehrlich, menschlich und zielorientiert ...

Mich hatte der Titel neugierig gemacht. Die Geschichte ist schon unterhaltsam. Besonders der Ermittler Tom Perlinger mit seine „Großfamilie“ gefällt mir ausgesprochen gut. Ehrlich, menschlich und zielorientiert geht er an die Aufklärung des Falls. Und da gibt es so einiges aufzuklären. Nicht nur der Brand im Carl-Valentin-Elite-Gymnasium, das fällt als Mordermittler gar nicht in seinen Zuständigkeitsbereich. Da ist ja die Leiche von Marianne Eichstädt im Keller. Sollte deren Mord mittels des Feuers verschleiert werden? Außerdem hat sich im Gymnasium auch noch Fabian Brühl in Treppenhaus in den Tod gestürzt. Alles das und noch einiges mehr decken die Ermittler in Laufe ihrer Recherche auf.
Das Buch liest sich gut. Allerdings haben mich die vielen Ab-/Ausschweifungen etwas gestört. Die Zitate und Ausführungen um und von Carl Valentin empfand ich als zu umfangreich. Sie haben bei mir die Spannung gedämpft. Zwar ist das der direkte Bezug auf den Titel des Buches und der Nachricht an der Büste im Treppenhaus der Schule, aber in meinen Augen eben zu viel. Zum anderen haben mir die detaillierten Beschreibungen der Münchner Straßen und Örtlichkeiten nicht wirklich geholfen mich in das Buch besser einzufinden. Vielleicht ist das eher ein Krimi für lokale Leser? Insgesamt betrachtet gebe ich daher auch nur 3,5 Lese-Sterne für diesen Krimi.

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