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Veröffentlicht am 29.09.2025

Eiskalter Pageturner!

Ein unerwarteter Gast
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Eigentlich ist es meine absolute Traumvorstellung: ein schönes Farmhäuschen, mitten in der Natur und die nächsten Nachbarn so weit entfernt, dass man sie in ihrem Häuschen mit bloßem Auge nicht sehen kann. ...

Eigentlich ist es meine absolute Traumvorstellung: ein schönes Farmhäuschen, mitten in der Natur und die nächsten Nachbarn so weit entfernt, dass man sie in ihrem Häuschen mit bloßem Auge nicht sehen kann. Wäre da nicht dieser unnötige Schneesturm, der nicht nur sämtliche Verbindungen zur Außenwelt kappt, sondern auch noch fremde Menschen anweht, die ihrer Umwelt nicht wohlgesonnen sind und finstere Geheimnisse mit sich herum tragen.

Heather Gudenknauf versteht es, kurzweilig zu erzählen und ihre Leser mit jeder Seite mehr zu fesseln. „Ein unerwarteter Gast“ ist spannungsgeladen ab Seite eins! Dank ständiger Szenenwechsel erschafft Gudenknauf drei Welten. Vergangenheit und Gegenwart stehen sich stets gegenüber. Zeitgleich setzt sie auf eine dritte Erzählebene, die ich lange nicht einordnen konnte. Weder ist klar, wann dieser Handlungsstrang spielt, noch, wer die Figuren überhaupt sind und wie sie sich in das Gesamtbild einfügen sollen.

Nur langsam ergeben sich nach und nach alle Puzzleteile zu einem schlüssigen Gesamtbild, das zu keiner Zeit (über)konstruiert wirkt. Mir war zwar relativ schnell klar, wer die „unbekannten“ Personen sein könnten, nichtsdestotrotz lag ich bis zum Schluss bei der wichtigsten aller Fragen, wer nämlich hier die Waffen schwingt, vollkommen falsch. Und genau so soll doch purer Nervenkitzel funktionieren, oder?

Auch ihre handelnden Personen zeichnet Gudenknauf wunderbar realistisch und glaubwürdig. Wylie war mir ab dem ersten Moment sympathisch. Mit ihrer leicht unterkühlten Art, die aber genauso zur herzensguten Löwin mutieren kann, war es ein Leichtes, mit Wylie zu fühlen. Aber auch die meisten anderen Charaktere haben ihren Charme und überzeugen voll und ganz.

Alles in allem hat Heather Gudenkauf auf ganzer Linie abgeliefert. „Ein unerwarteter Gast“ ist ein wahrer Pageturner, der mit großartigen Twists bis zum Schluss überzeugen kann.

Fazit: Dieser Thriller hält, was er verspricht. Ohne großen Budenzauber und mit eiskalter Präzision hat mich Heather Gudenkauf restlos begeistert. Wer nach einem neuen Pageturner sucht, findet ihn hier. Perfekt für knackige Wintertage!

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Spicy, tiefgründig, cool geplottet

Wicked Mind
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Sienna schreibt heimlich anonyme spicy Romane über eine Affäre mit dem besten Freund ihres Vaters Nikolai Hale. Dieser ist zwanzig Jahre älter, Milliardär und unglaublich attraktiv. Als Sienna sich einer ...

Sienna schreibt heimlich anonyme spicy Romane über eine Affäre mit dem besten Freund ihres Vaters Nikolai Hale. Dieser ist zwanzig Jahre älter, Milliardär und unglaublich attraktiv. Als Sienna sich einer Reise anschließt, bei der auch Nikolai anwesend ist, kommen sich die beiden das erste Mal näher. Zuerst sind es nur Blicke, dann zufällige Berührungen und letztendlich wird Siennas Roman wahr. Es funkt gewaltig zwischen den beiden und sie geben sich ihrer Gefühle hin, obwohl sie wissen, dass diese Liebe strikt tabu ist. Wird es dennoch ein Happy End geben?

Sienna ist eine wundervolle und herzensgute Protagonistin. Sie sehnt sich nach Liebe und Anerkennung von ihrem Vater und flüchtet sich in ihre Fantasiewelt. In ihren Romanen kann sie die Liebe erfahren, die ihr in Wahrheit so sehr fehlt. Deshalb habe ich ihr das mit Nikolai auch von Herzen gegönnt. Dieser wirkt anfangs etwas kühl, aber im Laufe der Story erfahren wir, warum er nur schwer jemanden an sich ranlässt und welche Geheimnisse er tatsächlich verbirgt. Die knisternde Spannung zwischen Sienna und Nikolai war durchweg greifbar und sie haben perfekt miteinander harmoniert. Da ist Herzklopfen vorprogrammiert!

Mov punktet mit einem flüssigen und bildhaften Schreibstil. Das Setting Barcelonas hat sie wunderbar ausgewählt und die gefühlvolle Atmosphäre gekonnt aufgegriffen. Der versprochene Spice war definitiv da, perfekt umgesetzt und dabei erfrischend realistisch, ohne irgendwelche Übertreibungen.

Die Plottwists haben mich gekillt! Mov scheint eine Meisterin darin zu sein, ihre Leser in die Irre zu führen und dann wieder neu zu überraschen. Mich hat sie damit auf jeden Fall voll abgeholt. Bitte mehr davon!

Fazit: Ein starker Auftakt dieser Trilogie. Ich mochte die tiefgründige Story, die Schärfe zwischendurch und die Entwicklung der Charaktere sehr. Auf die Fortsetzungen freue ich mich jetzt schon und kann euch dieses Buch guten Gewissens weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Opfer müssen ernst genommen und geschützt werden!

Opfer Nummer 11
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Hannah Allen war erst vierzehn Jahre alt und noch Schülerin, als sie von „The Ghost“, dem Serienmörder Peter Harris, entführt wurde. Sie war sein elftes Opfer und er hat ihr diese Zahl auf ihren Bauch ...

Hannah Allen war erst vierzehn Jahre alt und noch Schülerin, als sie von „The Ghost“, dem Serienmörder Peter Harris, entführt wurde. Sie war sein elftes Opfer und er hat ihr diese Zahl auf ihren Bauch tätowiert. Wie durch ein Wunder hat Hannah überlebt und sich einer Selbsthilfegruppe angeschlossen, um ihre Qualen zu verarbeiten. An ihrem letzten Abend in der Therapiegruppe erscheint DI Conrad Wallace bei Hannah. Conrad hat ihren Fall vor zehn Jahren bearbeitet. Er erzählt ihr, dass eine vermisst gemeldete Schülerin tot aufgefunden wurde. Es gibt eindeutige Parallelen zu den Peter-Harris-Morden und das Opfer trug ebenfalls ein Brandzeichen, die Nummer 13. Doch was ist mit Opfer Nummer 12 passiert? Klar ist, es muss einen Nachahmungstäter geben, denn Peter Harris sitzt noch immer im Gefängnis ...

Ich mochte Hannah auf Anhieb, da sie eine starke und selbstbewusste Frau ist. Was sie erlebt hat, ist schwer zu verarbeiten und es war schön zu sehen, welchen Erfolg sie mit der Selbsthilfegruppe feiern konnte. Die Mädels dort haben Ähnliches erlebt und ich finde, Kitching hat die Gewalt, die Angst und die vielen anderen Emotionen, die Frauen weltweit täglich erleben, hervorragend und vor allem authentisch dargestellt. Sie geht zudem auf die Hasskommentare in den sozialen Medien ein, die abscheulich und opferbeschämender nicht sein könnten. Viel zu oft wird den Opfern die Schuld an der Tat gegeben, denn vielleicht war der Rock zu kurz oder man ist selbst schuld, da man nachts einfach nicht allein nach Hause hätte gehen sollen.

Jess Kitchings sensibler Schreibstil ist hier wirklich außergewöhnlich. Sie erzählt offen, dass dies ihr bisher persönlichstes Buch ist, da es sich intensiv mit den Folgen von Gewalt und sexuellen Übergriffen für die Opfer und der in unserer Gesellschaft weit verbreiteten Schuldzuweisung an die Opfer auseinandersetzt. Das drückt sie auch mit ihrer Sprache aus und hat eine herzzerreißende Geschichte geschrieben, die ein ganz dickes Lob verdient. Alle Opfer sind lebenslang Opfer. Sie erleben das Trauma jeden Tag neu, und Selbsthilfegruppen und Freundschaften sind ihre Lebensgrundlage. Dieses Buch unterstreicht die gute Arbeit, die sie leisten, und zeigt, dass sie dringend gebraucht werden.

Fazit: Eine Geschichte, die mir unter die Haut ging und mich nachdenklich machte. Am Ende war ich dankbar, dass es sich hier nur um eine fiktive Story handelte, doch die Botschaft von Kitching ist klar und deutlich: Opfer müssen ernst genommen und geschützt werden!

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Ein wahrhaft dämonisches Meisterwerk!

Heart of the Damned – Ihr Versprechen ist sein Untergang
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Ich gebe zu, ich war skeptisch. Die Beschreibung mit der "Fake-Verlobten" und "Enemies-to-Lovers"-Konstellation klang nach einem gängigen (mittlerweile recht ausgelutschten) Trope. Doch die Geschichte, ...

Ich gebe zu, ich war skeptisch. Die Beschreibung mit der "Fake-Verlobten" und "Enemies-to-Lovers"-Konstellation klang nach einem gängigen (mittlerweile recht ausgelutschten) Trope. Doch die Geschichte, die sich daraus entwickelt hat, hat mich absolut umgehauen. Dieses Buch ist ein Paradebeispiel dafür, wie man einen bekannten Plot-Ansatz neu und aufregend erzählen kann.

Die Welt, die hier mit so viel Liebe zum Detail erschaffen wurde, ist eine fesselnde Melange aus Magie, Dämonen und knallharter menschlicher Politik. Die anfängliche Einführung in das Geflecht der Königreiche und der mächtigen Erzfürsten ist ein genialer Schachzug, der einen sofort in diese komplexe Welt hineinzieht. Und obwohl die Vielzahl an Charakteren und Namen anfangs vielleicht ein wenig überwältigend wirkt, ist es die unglaubliche Tiefe der Hauptfiguren, die diese Geschichte zum Leben erweckt.

Scarlet ist eine Heldin, wie ich sie mir wünsche: eine taffe Überlebenskünstlerin, die mehr zu verbergen hat, als ihr lieb ist. Ihr Credo "Ich werde heute nicht sterben" ist nicht nur ein Spruch, sondern eine Philosophie, die sie mit Kampfgeist und Magie in einer durch und durch gefährlichen Welt am Leben hält. Was sie aber so unglaublich greifbar macht, ist ihre menschliche Seite – die Art und Weise, wie sie trotz all ihrer Stärke langsam Mauern einreißt und sich auf die Menschen um sie herum, allen voran König Ren, einlässt. Ich wäre gern ein bisschen mehr wie sie.

Und König Ren? Er ist erfrischend anders. Er bricht mit dem Klischee des düsteren, grimmigen Protagonisten. Unter seiner königlichen Fassade verbirgt sich ein loyaler, selbstloser und überraschend sanfter Mann, dessen eigenes dunkles Geheimnis der Geschichte eine weitere, packende Ebene verleiht. Die Dynamik zwischen ihm und Scarlet ist elektrisierend – ihre schlagfertigen Dialoge sind ein absolutes Highlight. Ich lieb die beiden!

Dieses Buch ist pure, ungestüme Spannung. Es lässt einem kaum Zeit zum Verschnaufen, die Ereignisse überschlagen sich. Vertrauen wird aufgebaut und im nächsten Moment brutal gebrochen. Zwischen Dämonenkämpfen, politischen Intrigen und der ständigen Gefahr, dass Scarlets Identität auffliegt, wird die Spannung auf einem konstant hohen Niveau gehalten. Die Atmosphäre ist düster und hoffnungslos, aber keineswegs negativ. Man leidet mit den Charakteren, spürt die drohende Gefahr und wird von den unvorhersehbaren Wendungen in den Bann gezogen.
Die Geschichte ist unvorhersehbar, und der dunkle Ton bleibt lange im Gedächtnis.

Fazit: Ich muss zugeben, dass meine Erwartungen ziemlich gering waren. Was wie ein weiterer müder Abklatsch bekannter Tropes klang, entpuppte sich jedoch als eine große Überraschung, die mich schier aus den Socken gehauen hat. Wer sich nach einem Wirbelwind aus unerwarteten Wendungen und packenden Intrigen sehnt, der wird dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen können. Ein wahrhaft dämonisches Meisterwerk!

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Bewegend, düster, dramatisch!

Coram House
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Alex Kelley ist Schriftstellerin und hat sich hauptsächlich auf True Crime spezialisiert. Nachdem ihr letztes Buch gefloppt ist, versucht sie sich diesmal daran, die Geschehnisse des Coram House aufzuarbeiten. ...

Alex Kelley ist Schriftstellerin und hat sich hauptsächlich auf True Crime spezialisiert. Nachdem ihr letztes Buch gefloppt ist, versucht sie sich diesmal daran, die Geschehnisse des Coram House aufzuarbeiten. Das einstige Waisenhaus birgt eine dunkle Vergangenheit und das damalige Verschwinden des kleinen Tommy ist immer noch nicht aufgeklärt. Alex bekommt Unterstützung von der ansässigen Polizei und Akteneinsicht in die früheren Vernehmungen. Je näher sie den Geheimnissen kommt, umso mehr Leichen tauchen plötzlich auf. Wer wird der oder die Nächste sein?

Ich mochte Alex als Protagonistin sehr gerne. Die Story wird einstig aus ihrer Sicht erzählt, wobei einige Kapitel Vernehmungsprotokolle aus den 80er Jahren sind. Alex ist wissbegierig, ehrgeizig und voller Tatendrang. Die erschütternden Geschehnisse in dem damaligen Waisenhaus gehen ihr ziemlich nahe und lassen ihr einfach keine Ruhe. Mir ging es ähnlich, denn was da ans Tageslicht kam, war mitunter schon schwer zu verarbeiten. Dass die Kinder nicht beim Namen genannt wurden, sondern Nummern zugewiesen bekamen, fand ich erschreckend genug. Aber zu erfahren, welche Schäden die täglichen Misshandlungen und der Missbrauch durch Priester und Nonnen angerichtet haben, hat mir wirklich den Atem geraubt. Harte Kost!

»Wissen Sie, was ich die ganze letzte Woche gemacht habe? Aussagen gelesen. Von missbrauchten Kindern. Von Kindern, die gesehen haben, wie andere missbraucht wurden. Ich habe die Aussage einer Frau gelesen, die mit angesehen hat, wie ein Kind ins Wasser gestoßen wurde, wie man es ertrinken ließ – und niemand hat ihr geglaubt. Können Sie sich vorstellen, wie es ist, wenn man so was mit sich herumträgt?« (Zitat)

Seybolt hat die Story mit ihrem dramatischen und düsteren Schreibstil perfekt in Szene gesetzt. Sie hat es nicht nur geschafft, den Spannungsbogen konstant oben zu halten, sondern mich dank der durchweg bedrückenden Atmosphäre an die Handlung zu fesseln. Ich konnte es kaum erwarten, weitere düstere Geheimnisse aufzudecken und noch tiefer in die Geschichte des verruchten Waisenhauses einzutauchen.

PS: Ich könnte Heidi Jürgens stundenlang zuhören! Sie ist eine großartige Sprecherin. Ihre Stimme klingt angenehm und hat so eine gewisse beruhigende Wirkung, die stark im Kontrast zum Erzählten steht. Mega!

Fazit: Ein bewegender Thriller, der mich emotional mächtig herausgefordert hat. Die düsteren Geheimnisse rund um das Waisenhaus sind gewiss nichts für schwache Nerven, aber Seybolt hat hier eine tolle Story daraus geschaffen, die ihr unbedingt lesen oder hören solltet.

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