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Veröffentlicht am 11.03.2021

Spannung, Nervenkitzel und ein interessantes Thema

Todesrauschen
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Der Einstieg hat mir gut gefallen. Ich war sofort mit den altbekannten Charakteren vertraut und hatte schon nach den ersten paar Seiten Schnappatmung. Generell geht es in diesem Teil sehr rasant zu. Das ...

Der Einstieg hat mir gut gefallen. Ich war sofort mit den altbekannten Charakteren vertraut und hatte schon nach den ersten paar Seiten Schnappatmung. Generell geht es in diesem Teil sehr rasant zu. Das Richtige also für jemanden wie mich, der temporeiche und spannungsgeladene Thriller mag. Immer wieder warten raffinierte Cliffhanger auf den Leser, sodass ein Weglegen des Buches unmöglich wird.

Jula Ansorge ist eine toughe Frau - und immer noch auf der Suche nach ihrem Bruder Moritz. Ihre Liebe zu ihm lässt sie über Leichen gehen und auch wieder mit Hegel zusammenarbeiten, denn dieser hat Hinweise darauf, dass Moritz womöglich noch am Leben ist. Dass ihr dies nicht leicht fällt, wissen wir ja bereits aus Teil 1 und 2. Aber die Situation hat sich leicht verändert, und nun heißt es: Sympathien außer Acht lassen und als Team fungieren.

Vom Phonetiker Matthias Hegel war ich absolut fasziniert. Zum ersten Mal in dieser Reihe erschien er mir fast menschlich, weil er langsam aus sich herauskommt und greifbarer wird. Außerdem wirft er mit all seinem Fachwissen lässig und gekonnt um sich und hat mich als Leser damit echt begeistert. Die Phonetik ist ein sehr interessantes Fachgebiet.

„Wenn wir sprechen produzieren wir an unseren Stimmlippen ein sehr breites Spektrum an Frequenzen. Artikulation ist also nichts anderes als die Verformung unseres Sprachtrakts auf eine Art, die bestimmte Resonanzfrequenzen entstehen lässt. Wenn wir von jemandem beispielsweise ein B, ein A oder ein EU hören, identifiziert unser Gehirn ganz genau diese spezifischen Resonanzfrequenzen.“ (Zitat)

Persönliches Fazit: Kliesch hat eine Must-read-Reihe erschaffen, die ich jedem Thriller-Fan ans Herz legen möchte, und bei "Todesrauschen" sogar noch eine ordentliche Ladung an Spannung, Nervenkitzel und Wissen draufgepackt. Bei diesem Thriller stimmt einfach alles!

/RO, Sabrina

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Veröffentlicht am 08.03.2021

Regt zum Nachdenken an

Kim Jiyoung, geboren 1982
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Kim Jiyoung, eine junge gebildete Frau, wächst in einer von Sexismus bestimmten Männerwelt auf. Bereits als Kind muss sie lernen, dass Mädchen und Frauen für ihre Brüder, Väter, Ehemänner die eigenen Bedürfnisse ...

Kim Jiyoung, eine junge gebildete Frau, wächst in einer von Sexismus bestimmten Männerwelt auf. Bereits als Kind muss sie lernen, dass Mädchen und Frauen für ihre Brüder, Väter, Ehemänner die eigenen Bedürfnisse zurückzustellen haben. Bis ins Erwachsenenalter schafft sie es nicht, sich aus dem vorgegebenen Rollenbild zu lösen. Dem Druck, der auf ihr lastet, ist sie nicht länger gewachsen. Ohne es zu merken, flüchtet sie sich in ihr bekannte Frauenbilder, die ihren Gedanken eine Stimme geben. Der ständige Verzicht sowie die an sie gestellten Erwartungen zerren an ihrer psychischen Gesundheit.

„Im Jahr 2014, dem Jahr als Jiyoung ihre Arbeit aufgab, kündigte jede fünfte verheiratete Südkoreanerin ihren Job wegen Heirat, Schwangerschaft oder Kinderbetreuung beziehungsweise Kindererziehung.“ (Zitat, Seite 196)

Jiyoung ist kaum älter als ich. Das Gesellschaftsbild, in dem sie aufwächst und lebt, die Rolle, die sie zu spielen hat, sind für mich jedoch unvorstellbar. Jiyoungs Geschichte hat mich betroffen gemacht. Denn es ist noch mal etwas ganz anderes, sich mit einem individuellen Schicksal, das auf wirklich jeder Frau lasten könnte, auseinanderzusetzen. Dieser Roman schafft Nähe und kratzt intensiv an unseren Emotionen.

Cho Nam-Joo erzählt die Geschichte in einer klaren Sprache aus der Sicht des behandelnden Psychiaters. Sein objektiver Blick auf die Dinge verstärkt die eigentliche Dramatik der Story. Sämtliche Figuren sind glaubwürdig gezeichnet. Kim Jiyoung ist dabei besonders tiefgründig gestaltet. Sie fordert unser Mitgefühl und lässt uns darüber nachdenken, welche Folgen gefestigte Rollenbilder auf unser Leben haben.

Persönliches Fazit: Dieses Buch regt zum Nachdenken an. Jede(r) von uns wird die ein oder andere Situation so oder ähnlich schon einmal selbst erlebt haben. Cho Nam-Joo rüttelt auf. Sie zeigt schonungslos Missstände auf und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Dass dieser Roman auf massenhafte Proteste gestoßen ist, spricht für sich. Dieses Buch hat unsere Aufmerksamkeit in jedem Fall verdient!

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Veröffentlicht am 07.03.2021

Unterhaltsam trotz kleiner Defizite

Der Countdown-Killer - Nur du kannst ihn finden
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Podcasts sind das Medium dieser Zeit, mit dem man neben den sozialen Netzwerken viele Menschen aller Altersklassen erreicht. Aber ob das das Mittel der Wahl ist, einen Mörder zu jagen? Das konnte ich mir ...

Podcasts sind das Medium dieser Zeit, mit dem man neben den sozialen Netzwerken viele Menschen aller Altersklassen erreicht. Aber ob das das Mittel der Wahl ist, einen Mörder zu jagen? Das konnte ich mir nicht vorstellen.

Elle, die Protagonistin, betreibt einen Podcast, der sich mit den Opfern ungelöster Mordfälle befasst. Zu den Opfern eines Verbrechens gehören für sie auch die Angehörigen, die mit den Folgen der Tat und vor allem mit dem Unwissen weiterleben müssen. Zur Zeit hat sie sich dem Countdown-Killer verschrieben, der seine Opfer rein zufällig auszuwählen scheint, solange das Alter stimmt: die Mädchen, die zuerst entführt und dann getötet werden, sind immer ein Jahr jünger als sein letztes Opfer. Der Killer konnte nie geschnappt werden, und Elles Motivation ist geweckt.

Erzählt wird die Story aus unterschiedlichen Perspektiven. Elle, selbstverständlich, führt den Leser durch das Jetzt: die aktuellen Morde und die Ermittlungen der Polizei. Auf einer zweiten Ebene wird das bisherige Werk des Countdown-Killers beschrieben, und zwar in Form von Elles Podcast. Die Transkripte erzählen die Geschichte eines Mörders, der sich durch die Jahrzehnte bewegt, ohne dass es einen Hinweis auf ihn gibt. Es werden Experten interviewt, aber auch Angehörige, die das Ganze aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen, da man so die Hintergründe erklärt bekommt, ohne dass sie entweder ganz „beiläufig“ in der Story Erwähnung finden oder einfach plump niedergeschrieben werden.

„Jeder hat sein Schlüsselerlebnis, einen Menschen, ein Ereignis oder eine Nachricht, das ihn auf die Spur gesetzt hat.“ (Zitat)

Insgesamt hat mir die Idee sehr gut gefallen. Durch die verschiedenen Erzählstile war das Lesen abwechslungsreich und die Spannung stockte nicht. Allerdings stieg sie sehr langsam an und so richtig los ging es erst nach der Hälfte der Geschichte. Danach wird es für den geübten Thrillerleser aber keine Überraschungen mehr geben, denn in gewisser Weise sind alle Verbindungen so offensichtlich dargestellt, dass sich die eigentlich spannende Suche nach dem Mörder nicht mehr als spannend darstellt.

Was mir gar nicht gefallen hat, war, dass der Countdown-Killer in der Story immer wieder nur „CK“ genannt wurde, sogar in der wörtlichen Rede. Ein Spitzname für einen Spitznamen, und für so einen brutalen Mörder sehr harmlos klingend – das passte nicht. Auch Elles einfacher Zugang zu den Behörden war etwas leichtgängig, aber verschmerzbar.

Persönliches Fazit: Ein unterhaltsamer Thriller, der durch das Podcast-Element spannend und zeitgemäß gestaltet wurde und trotz kleiner Defizite bei mir punkten konnte.

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Veröffentlicht am 05.03.2021

Langweiliger Stil, viele Fehler, aber interessantes Thema

Verletzte Seelen
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Entweder bin ich zu blöd, habe zu hohe Ansprüche und Erwartungen oder ein völlig anderes Buch in den Händen gehalten als einige andere LeserInnen. Die sind nämlich total begeistert von der Story, finden ...

Entweder bin ich zu blöd, habe zu hohe Ansprüche und Erwartungen oder ein völlig anderes Buch in den Händen gehalten als einige andere LeserInnen. Die sind nämlich total begeistert von der Story, finden den Schreibstil außergewöhnlich und stecken die Autorin mit ihrem Debüt in dieselbe Liga wie Karin Slaughter, Elisabeth Herrmann und Charlotte Link. Äh, wie bitte? Da klappt mir echt die Kinnlade runter.

Nicht nur, dass da so unglaublich viele Rechtschreib- und Grammatikfehler enthalten sind (fängt schon in der Beschreibung an), dass mein innerer Monk seine Klamotten gepackt hat und ausziehen wollte. Der Schreibstil erinnert auch eher an einen Schulaufsatz eines Grundschülers. Das meine ich überhaupt nicht böse, aber ich kann das nun mal nicht schönreden. Mal unabhängig davon, dass ich sowohl Schachtel- als auch abgehackte Sätze wirklich schrecklich finde.

Baumgartner hätte so viel mehr aus dem Plot machen können. Obwohl das Thema Mobbing oft von AutorInnen aufgegriffen wurde, ist es ob seiner Aktualität nach wie vor wichtig und interessant. Das war der primäre Grund, weswegen ich mich für dieses Buch entschieden habe. Ich wollte wissen, inwieweit Baumgartner bestimmte Aspekte inhaltlich integriert und ein Stück weit reflektiert. Leider fehlt ihr dafür offenbar das nötige Verständnis bzw. hapert es vor allem an der Umsetzung im schriftstellerischen Bereich. Es wird viel um den heißen Brei geredet, und so kann man getrost Passagen überspringen, ohne etwas zu verpassen. Dabei geht natürlich die Spannung flöten.

Tja, mit einem langen Seufzer habe ich (endlich!) die Buchdeckel geschlossen und mich gefragt, was ich da eigentlich gelesen habe. Das war definitiv mein Flop des Monats (Februar).

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Veröffentlicht am 02.03.2021

Außergewöhnliche Geschichte!

Meeresglühen (Romantasy-Trilogie, Bd. 1)
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Als ich das erste Mal die Beschreibung las, stand sofort fest, dass ich mehr über Ella und Ari erfahren wollte. Bereits die ersten Zeilen haben mich gefangen und verzaubert. Dank des bildhaften Schreibstils ...

Als ich das erste Mal die Beschreibung las, stand sofort fest, dass ich mehr über Ella und Ari erfahren wollte. Bereits die ersten Zeilen haben mich gefangen und verzaubert. Dank des bildhaften Schreibstils durfte ich allerlei Feinheiten, detaillierte Ortsbeschreibungen und beinahe poetische, lyrische Klänge genießen.

"Ich streiche über die goldgestreifte Muschel in meiner Hand, fahre über das feine Perlmutt und die rauen Kanten."

Schön, oder?

Erzählt wird aus Ellas Sicht, die mir als tragende Schlüsselfigur ob ihrer Leichtfüßigkeit, Lebensfreude und nicht zuletzt ihrer Hilfsbereitschaft wegen sehr ans Herz gewachsen ist. So jemanden wünscht man sich als beste Freundin.

Ari übernimmt den mysteriösen Part, wirkt stets um Ella besorgt und hat etwas wirklich Faszinierendes an sich, dem man sich kaum entziehen vermag. Zwar wusste ich relativ früh, was es mit Ari auf sich hat, dennoch gelang es der Autorin spielend leicht, die Spannung hoch zu halten, sodass ich gerne weiterlas.

Richtig interessant fand ich den Hauptteil, als Ari uns seine Welt gezeigt hat. Dabei hatte ich immer das Cover vor Augen, in all seiner Farbpracht, das - wie Aris Beschreibungen - zum Träumen einlädt.

Ich habe die Geschichte förmlich verschlungen. Das Buch, das ich normalerweise nicht aufgeschlagen hätte, weil ich selten über den Tellerrand schaue, das mich aber dermaßen in seinen Bann gezogen hat, dass ich derzeit am liebsten mit jedem darüber reden möchte. In der stillen Hoffnung, dass noch viele andere es gelesen haben oder noch lesen werden.

"Hast du dich schon einmal gefühlt, als ob die ganze Welt um dich wie neu erschaffen wurde? Als würdest du alles zum ersten Mal sehen?" (Zitat Seite 44)

Persönliches Fazit: Was für eine außergewöhnliche, tiefgehende und magisch anziehende Geschichte! Ein Reihenauftakt, den ich jedem Liebhaber von phantastischen Elementen und geheimnisvollen Figuren weiterempfehlen möchte.

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