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Veröffentlicht am 15.03.2018

Packende Geschichte

Spiel der Zeit
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Eigentlich hatte ich keine rechte Ahnung, was mich beim Lesen dieses Buches erwarten würde. Ich war super gespannt und neugierig. Wie ich in anderen Rezensionen bereits erwähnte, lese ich sonst mehr Psychothriller, ...

Eigentlich hatte ich keine rechte Ahnung, was mich beim Lesen dieses Buches erwarten würde. Ich war super gespannt und neugierig. Wie ich in anderen Rezensionen bereits erwähnte, lese ich sonst mehr Psychothriller, bin jedoch den anderen Genres gegenüber nicht abgeneigt, weswegen ich den Schritt in Richtung Historisches wagte.

Das Buch beginnt in England im Jahr 1920 mit Maisie, die kurz vor ihrer Hochzeit mit Arthur Clifton steht und eines Tages auf einem Ausflug einen fremden Mann kennenlernt. Um nicht ohne sexuelle Erfahrungen in die Ehe zu gehen, schläft sie mit diesem Mann ... und wird schwanger. Für niemanden um sie herum bestehen Zweifel, dass das Kind von ihrem Ehemann Arthur Clifton ist - außer für Maisie. Sie bringt in Bristol einen Sohn zur Welt und gibt ihm den Namen Harry. Auch er wird im Glauben gelassen, dass Arthur sein leiblicher Vater ist.

Harry wächst in sehr ärmlichen Verhältnissen auf. Tagsüber lungert er lieber in den Hafenanlagen herum anstatt zur Schule zu gehen. Eines Tages begegnet er Old Jack Tar, einem geheimnisvollen Einsiedler, der in einem ausrangierten Eisenbahnwaggon auf dem Hafengelände lebt. Im Laufe der Zeit freunden sich beide an. Dank Old Jack Tar geht Harry wieder zur Schule und wird sogar Mitglied in einem Chor. Mit seinem Talent und seiner außergewöhnlichen Gesangsstimme, erregt er schon bald Aufmerksamkeit. So führt es dazu, dass ihm ein Stipendium an der Eliteschule St. Bedess angeboten wird. Sie öffnet Harry eine ganz neue und vielseitige Welt. Schon nach kurzer Zeit hat er zwei beste Freunde gefunden. Außerdem lernt die hübsche Emma Barrington kennen und lieben. Er ahnt nicht, dass ihre beiden Familien mehr gemeinsam haben, als es auf den ersten Blick scheint.

Der Schreibstil des Autors ist leicht verständlich, präzise und flüssig. Ich hatte keine Probleme mit Wortwahl und Satzbau. Außerdem ist die Erzählweise zeitlich angepasst und macht die Geschichte dadurch um einiges authentischer. Überdies wechselt der Stil öfter zwischen Ich-Erzählung und Erzählung in der dritten Person hin und her.

Die Charaktere wurden gut ausgearbeitet. Dem Leser werden Personen unterschiedlichsten Standes und unterschiedlicher Herkunft nähergebracht. Sie alle haben eine eigene bewegende Geschichte zu erzählen. Ganz besonders wird mir die von Harry’s Mutter Maisie Clifton in Erinnerung bleiben.

Als ich das Buch das erste Mal sah, war es um mich geschehen. Ich finde das Cover großartig gelungen! Ich mag Wasser, Schiffe, Häfen und Stege, die Farbe Blau ... hachz. Ich könnte das Buch stundenlang betrachten.

Fazit: Mich hat die Geschichte sofort gepackt und bis zum Ende hin nicht mehr losgelassen. Es ist daher unabdingbar, dass ich alle weiteren Teile dieser Saga lesen werde. Und ich freue mich jetzt schon sehr darauf!

Veröffentlicht am 15.03.2018

Herrlich beklemmende Atmosphäre

Scherbenseele
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Auch wenn die Story eine Weile brauchte, um mich richtig in Fahrt zu bringen, so war die düstere und herrlich beklemmende Atmosphäre dieses Romans praktisch ab der ersten Seite voll präsent.

Und darum ...

Auch wenn die Story eine Weile brauchte, um mich richtig in Fahrt zu bringen, so war die düstere und herrlich beklemmende Atmosphäre dieses Romans praktisch ab der ersten Seite voll präsent.

Und darum ging es: Im Vordergrund der Geschichte steht eine Reihe mysteriöser Selbstmorde, die in letzter Zeit von Jugendlichen verübt werden. In diesem Zusammenhang taucht immer wieder der Name eines Künstlers namens "Hunger" auf. Alle Jugendlichen trugen bei ihrem Suizid eine Kassette des Interpreten bei sich. Die Selbstmorde sollen von Kriminalkommissar Jens Hurtig untersucht werden, der gerade von einem Kurzurlaub in den Dienst zurückkehrte.

Der Schreibstil des Autoren-Duos hat mich ein wenig verwirrt. Erzählt wird in kurzen Abschnitten und meiner Meinung nach zu vielen Perspektivewechseln, was konzentriertes Lesen erforderte. Ich musste öfter unterbrechen, weil mir das Lesen zu anstrengend wurde.

Die Charaktere wurden gut ausgearbeitet. Sie werden größtenteils, wie eigentlich der ganze Roman, von einer düsteren Stimmung begleitet. Das gefiel mir gut. Ich mag es ja eher melancholisch und abgründig ;) Leider war es mir nicht möglich, zu den Charakteren eine gewisse Beziehung aufzubauen, dafür waren die Perspektivewechsel einfach zu häufig. Rückblickend blieb mir lediglich Jens Hurtig wirklich im Gedächtnis.

Das Cover ist ein richtiger Augenschmaus! Es ist dunkel gehalten und kommt beängstigend rüber, was angesichts des Genres auf Leser/-innen ja vermutlich eher anziehend wirkt - wie bei mir. ;)

Fazit: Dieser Psychothriller hat durchaus einige positive, interessante und erschreckende Stellen, die nichts für Zartbesaitete sind. Insgesamt wurde ich jedoch ziemlich konfus und mit zu vielen Fragezeichen zurückgelassen. Mir ist die Auflösung irgendwie zu kurz geraten. Dennoch werde ich auch die anderen Teile lesen. Ich bin einfach zu neugierig! :D

Veröffentlicht am 15.03.2018

Ein Thriller, den man nicht so schnell vergisst

BLACKOUT - Morgen ist es zu spät
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In Blackout - Morgen ist es zu spät schildert Marc Elsberg ein "Was-wäre-wenn-Szenario" ... mitten in Europa.

Die Stromnetze brechen zusammen und europaweit wird die Stromversorgung unterbrochen. Strom ...

In Blackout - Morgen ist es zu spät schildert Marc Elsberg ein "Was-wäre-wenn-Szenario" ... mitten in Europa.

Die Stromnetze brechen zusammen und europaweit wird die Stromversorgung unterbrochen. Strom ist nach Wasser und Lebensmitteln ein absolut unverzichtbarer Bestandteil der modernen Welt. Unser ganzes Leben lang sind wir daran gewöhnt, dass der Strom direkt aus der Steckdose kommt, wann immer wir ihn benötigen. Doch was wäre, wenn er uns plötzlich und überraschend nicht mehr zur Verfügung stünde? Nicht kühlende Kühlschränke, kein frisches Wasser mehr, keine funktionierenden Toiletten ... Wie würden wir unser Leben dann wohl meistern?

Die Katastrophe beginnt in Italien. Zunächst geht man von technischen Schwierigkeiten aus und hofft, dass sich diese innerhalb weniger Stunden beheben lassen. Nach mehreren Tagen wird schließlich klar, dass mehr hinter diesem Stromausfall steckt als anfangs vermutet. Von wem gehen die vermeintlichen Hackerangriffe aus? Die Krisenstäbe tagen, verschiedene Katastrophenschutzmaßnahmen sind eingeleitet. Wasser, Lebensmittel, Heizwärme und sogar die wichtige Krankenversorgung werden stetig knapper und fallen irgendwann ganz weg/aus. Der gesellschaftliche Zusammenhalt beschränkt sich nur noch auf das Nötigste und die öffentliche Ordnung bricht zusammen. Jeder kämpft um das eigene Überleben. Der pure Egoismus und die blanke Angst sind wesentlich stärker als alle Konventionen der Zivilisation.

Der Schreibstil ist flüssig und präzise. Der Autor versteht es, seine Inszenierungen geschickt zu stricken und einzusetzen. Dabei wählt er bewusst leicht verständliche Wörter und hält auch den Satzbau angenehm einfach.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet. Sie sind weder zu komplex noch zu trist. Allerdings blieb mir kein einzelner Charakter nachhaltig in Erinnerung, was bei solch einer Thematik sicher nicht relevant ist. Der Fokus liegt einzig auf den Geschehnissen und den allgemeinen Gefühlsbeschreibungen.

Für mich war der ständige Wechsel der Schauplätze etwas ungewohnt, zeigte mir jedoch das physische wie auch das psychische Leiden der Bevölkerung in ganz unterschiedlichen Gegenden. Ich konnte mich gut in die Lage der Opfer hineinversetzen und hatte oft ein mulmiges Gefühl beim Lesen. Manchmal jedoch wird der Realitätssinn des Lesers arg strapaziert.

Das Cover ist salopp gesagt okay. Mir fällt auch nichts Besseres ein, was den Inhalt des Buches irgendwie spiegeln würde. Vielleicht ein paar Stromleitungen über einer Europakarte?

Fazit: Ein Thriller, den man nicht so schnell vergisst. Der Denkanstoß über die Abhängigkeit unserer Bevölkerung ist, meiner Meinung nach, sehr gelungen. Marc Elsberg schrieb im Nachwort, dass er Kompromisse eingehen musste, um den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. In Wirklichkeit bräche die Infrastruktur vermutlich viel schneller zusammen. Schockierend, oder?

Veröffentlicht am 15.03.2018

Sehr anspruchslos ...

All About a Girl
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Was hatte ich mich auf dieses Buch gefreut! Ich glaube, dass ich stundenlang gejubelt habe als ich es dann endlich in den Händen hielt. Tja, normalerweise ist Vorfreude bekanntlich die schönste Freude ...

Was hatte ich mich auf dieses Buch gefreut! Ich glaube, dass ich stundenlang gejubelt habe als ich es dann endlich in den Händen hielt. Tja, normalerweise ist Vorfreude bekanntlich die schönste Freude ... aber nicht hier, leider.

England, Wolverhampton, 1999. Erzählt wird die Geschichte der 14-jährigen Johanna Morrigan, die gemeinsam mit ihren Eltern und vier Geschwistern in einer Sozialsiedlung lebt. Beide Elternteile sind ausgesprochen chaotisch und schwierig. Der Vater träumt von einer Karriere als Musiker und die Mutter scheint dauer-schwanger zu sein. So ist es schon beinahe verwunderlich, dass Johanna selbst noch ungeküsst ist. Um dennoch erste sexuelle Erfahrungen zu sammeln, begibt sie sich auf körperliche Erkundungstour und legt gern mal selbst Hand an. Ihr oberstes Ziel: Entjungfert werden! Niemand merkt, wie es in Johannas Herzen rebelliert. Auf der Suche nach abgedrehten Aktionen gerät sie immer mehr ins Taumeln.

Der Schreibstil ist im Großen und Ganzen einfach gehalten, manchmal süffisant, frech und spritzig. Genau das, was die Mädels heutzutage lesen möchten. Mir war es etwas zu ... wie soll ich sagen ... unspektakulär.

Die Hauptprotagonistin wirkt ob ihrer Charakterschwächen äußerst authentisch. Da ich in den 90ern aufgewachsen bin, konnte ich mich gut in manche Szene hineinversetzen. Johanna hat eine derbe Ausdrucksweise und eine ziemlich große Klappe. Sie macht genau das, was ihre gerade in den Sinn kommt. Leider fand ich dennoch, dass man noch mehr hätte aus ihr herausholen können. Noch mehr hinterfragen, mehr ins Detail gehen, um sich wirklich mit ihr identifizieren zu können.

Das Cover ist natürlich seeeehr ansprechend für Leserinnen ;) Ich mag sonst kein Pink oder Rosa, aber hier gefällt mir die Farbauswahl. Das Mädchen auf dem Cover könnte Johanna sein. Eyeliner, Doc Martens, Schwarz und rebellisch. Würde absolut passen.

Fazit: Dieses Buch ist wohl nur etwas für Leser/-innen, die nicht allzu hohe Ansprüche an ihre Lektüre stellen und auch über Dinge lachen können, über die man sonst nur stark alkoholisiert lachen würde. Es war nicht langweilig, aber schon irgendwie enttäuschend. Es hat mich tatsächlich leicht verstört zurückgelassen. Kann ich leider nur eingeschränkt weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 15.03.2018

Was für ein Krimi!

Blauer Montag
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Was für ein Krimi!

Die Psychologin Frieda Klein hat ihre eigene kleine Londoner Praxis, in der sie die unterschiedlichsten Patienten begrüßt. Alan Dekker ist einer von ihnen. Er ist schon eine Weile bei ...

Was für ein Krimi!

Die Psychologin Frieda Klein hat ihre eigene kleine Londoner Praxis, in der sie die unterschiedlichsten Patienten begrüßt. Alan Dekker ist einer von ihnen. Er ist schon eine Weile bei ihr in Behandlung. Oft erzählt er in den Sitzungen von seinem unerfüllten Kinderwunsch. Er wünscht sich einen Sohn und weiß schon ganz genau, wie dieser aussehen könnte. Eines Tages entdeckt Frieda ein Foto in der Zeitung. Es zeigt einen 5-jährigen vermissten Jungen, der den Vorstellungen ihres Patienten beinahe detailgetreu ähnelt. Frieda ist verblüfft. Wie kann das möglich sein? Hat Alan etwas mit der Kindesentführung zu tun?

Je mehr Frieda Klein in diesem mysteriösen Fall ermittelt, desto mehr dunkle Geheimnisse kommen plötzlich ans Licht.

Der Schreibstil ist überaus angenehm und flüssig. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive des Beobachters, wobei die Standorte fortwährend wechseln. Die Autoren nehmen uns mit in ihre Geschichte und schaffen es, dass wir die Protagonisten fast lebendig vor uns sehen. Außerdem zeichnen sie filigran die verwobenen Linien in deren Beziehungssträngen. Kein Wunder also, dass man mit jeder Seite misstrauischer wird und bald jedem der Charaktere letztendlich zutrauen würde, der Täter zu sein.

Die Hauptprotagonistin wirkt sehr authentisch und sympathisch. Auch andere Charaktere wurden gut ausgetüftelt. Jeder Einzelne hat seine wesentlichen Merkmale und unverkennbaren Züge.

Das Cover ist herrlich düster und zeigt ein verregnetes London. Die Farben harmonieren miteinander. Habe ich erwähnt, dass ich London liebe? Nein? Na gut ... ich liebe London!

Fazit: Ich bin absolut begeistert von diesem Krimi und freue mich tierisch auf die anderen Bände der Reihe. Die nächsten beiden Teile habe ich schon hier stehen :)