Wie würdet ihr reagieren, wenn ein Elternteil von euch urplötzlich verschwindet?
Soul of the forestGenau das ist nämlich der Aufhänger des Buches, das ich heute rezensiere: Soul of the Forest von Sara Brandt. Darin geht es um Emma, die ihren verschwundenen Vater sucht und dabei wesentlich mehr entdeckt, ...
Genau das ist nämlich der Aufhänger des Buches, das ich heute rezensiere: Soul of the Forest von Sara Brandt. Darin geht es um Emma, die ihren verschwundenen Vater sucht und dabei wesentlich mehr entdeckt, als ihr lieb ist.
Die Story an sich und die Charaktere finde ich gut gelungen. Gerade Emma mit ihren Bindungsängsten war für mich nachvollziehbar gestaltet und Caleb dagegen mit seinem Optimismus ein wunderbarer Kontrast. Auch er hat sehr gute Gründe für sein Verhalten und seine Einstellung.
Die übrigen Figuren blieben dagegen etwas blass. Sie zeigen zwar ein paar auch nicht unbedingt klischeehafte bzw. negative Eigenschaften, aber das Ganze bleibt leider zu sehr an der Oberfläche, besonders das Konfliktpotenzial, das daraus entstehen könnte. Dafür steht einfach die Liebesgeschichte viel zu sehr im Vordergrund. Sie ist richtig süß, gerade für jüngere Leser bestens geeignet, obwohl die beiden schon älter sind (Anfang Zwanzig?).
Die Autorin hat zudem einige ungewöhnliche Ideen für die Handlung, die mich immer wieder überrascht haben. Leider bricht an einigen sehr interessanten Stellen plötzlich die Szene ab (ich sage nur: See) und geht woanders weiter. Da hätte ich zu gerne einen tieferen Einblick gehabt, was genau passiert ist. Auch manche Beschreibungen der Umgebung sind etwas dürftig und nichtssagend, vor allen was den Weltenbau angeht. Da liegt so viel Potential drin, das nicht voll ausgeschöpft wird.
Grundsätzlich mochte ich die Story und die Figuren sehr. Allerdings hätte man einiges noch weiter ausbauen können, um die magische Atmosphäre noch zu verstärken. Für jüngere Leser, die mehr auf die Liebesgeschichte wert legen, ist das Buch wahrscheinlich genau richtig.
Von mir gibt's 3,5 von 5 Eichenblätter.