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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.05.2024

Wie würdet ihr reagieren, wenn ein Elternteil von euch urplötzlich verschwindet?

Soul of the forest
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Genau das ist nämlich der Aufhänger des Buches, das ich heute rezensiere: Soul of the Forest von Sara Brandt. Darin geht es um Emma, die ihren verschwundenen Vater sucht und dabei wesentlich mehr entdeckt, ...

Genau das ist nämlich der Aufhänger des Buches, das ich heute rezensiere: Soul of the Forest von Sara Brandt. Darin geht es um Emma, die ihren verschwundenen Vater sucht und dabei wesentlich mehr entdeckt, als ihr lieb ist.

Die Story an sich und die Charaktere finde ich gut gelungen. Gerade Emma mit ihren Bindungsängsten war für mich nachvollziehbar gestaltet und Caleb dagegen mit seinem Optimismus ein wunderbarer Kontrast. Auch er hat sehr gute Gründe für sein Verhalten und seine Einstellung.

Die übrigen Figuren blieben dagegen etwas blass. Sie zeigen zwar ein paar auch nicht unbedingt klischeehafte bzw. negative Eigenschaften, aber das Ganze bleibt leider zu sehr an der Oberfläche, besonders das Konfliktpotenzial, das daraus entstehen könnte. Dafür steht einfach die Liebesgeschichte viel zu sehr im Vordergrund. Sie ist richtig süß, gerade für jüngere Leser bestens geeignet, obwohl die beiden schon älter sind (Anfang Zwanzig?).

Die Autorin hat zudem einige ungewöhnliche Ideen für die Handlung, die mich immer wieder überrascht haben. Leider bricht an einigen sehr interessanten Stellen plötzlich die Szene ab (ich sage nur: See) und geht woanders weiter. Da hätte ich zu gerne einen tieferen Einblick gehabt, was genau passiert ist. Auch manche Beschreibungen der Umgebung sind etwas dürftig und nichtssagend, vor allen was den Weltenbau angeht. Da liegt so viel Potential drin, das nicht voll ausgeschöpft wird.

Grundsätzlich mochte ich die Story und die Figuren sehr. Allerdings hätte man einiges noch weiter ausbauen können, um die magische Atmosphäre noch zu verstärken. Für jüngere Leser, die mehr auf die Liebesgeschichte wert legen, ist das Buch wahrscheinlich genau richtig.

Von mir gibt's 3,5 von 5 Eichenblätter.

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Veröffentlicht am 22.05.2024

Lest ihr gerne Fantasygeschichten, in denen die Figurenentwicklung im Vordergrund steht?

Götterdämmerung - Verlockung
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(Vorneweg: Das ist die Rezension zu einem zweiten Band einer Reihe und könnte deswegen Spoiler enthalten!)

Denn das trifft genau auf die Götterdämmerung-Reihe von Celina Weithaas zu. Der zweite Teil "Verlockung" ...

(Vorneweg: Das ist die Rezension zu einem zweiten Band einer Reihe und könnte deswegen Spoiler enthalten!)

Denn das trifft genau auf die Götterdämmerung-Reihe von Celina Weithaas zu. Der zweite Teil "Verlockung" ist ab heute auf Amazon erhältlich und ich durfte das Buch vorab lesen. Passend zum Releaseday stelle ich es euch etwas genauer vor.

Hab ich mich beim ersten Band noch sehr schwer getan, in die Geschichte reinzufinden, weil der Anfang ziemlich handlungsarm war, wird man hier mitten reingeworfen. Der Fantasyanteil ist hier deutlich höher als im Vorgänger, wie ich finde. Die Götter spielen eine wesentlich größere Rolle und lassen die Realität mitunter zur grausamen Fantasie werden und umgekehrt. Das schafft eine bedrohliche Atmosphäre, in der Grenzen verschwimmen und ich nur noch gehofft habe, dass sie da irgendwie lebend rauskommen.


Und auch das Innenleben der Charaktere, besonders das Samanthas, kommt viel besser und spannender zur Geltung. Zwar nehmen so interessante Figuren wie Vladimir und Lancelot nicht soviel Raum ein, wie ich es mir gewünscht hätte. Doch dafür ist Sams Entwicklung sehr intensiv beschrieben. Gefangen zwischen Angst, Misstrauen und ihren Gefühlen zu Cam werden ihre Motive immer deutlicher. Man versteht sie sehr viel besser als im ersten Band und das macht ihre Erlebnisse umso Herz zerreißender. Ich sag nur soviel: Ich hab richtig, richtig doll mit ihr mitgelitten.

Insgesamt hat mir dieser Teil besser gefallen als der erste. Der Schreibstil ist wieder eine Wucht, so poetisch und ausdrucksstark. Die Bilder, die Celina erschafft, haben ein ums andere Mal richtig abgeholt. Ab und an gibt es ein paar Längen, aber sie fallen nicht so sehr ins Gewicht wie bei "Verschwörung".

Deswegen gebe ich dem Buch 4,5 von 5 ungewollten Bitten an Fortuna.

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Veröffentlicht am 26.04.2024

Wie geht ihr mit der Trauer um einen geliebten Menschen um?

If only I had told her
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Nachdem ich vom ersten Band "If he had been with me" so begeistert war, habe ich mich natürlich wahnsinnig auf den zweiten Teil gefreut, vor allem weil es darin um Finns Sicht gehen sollte. Leider trifft ...

Nachdem ich vom ersten Band "If he had been with me" so begeistert war, habe ich mich natürlich wahnsinnig auf den zweiten Teil gefreut, vor allem weil es darin um Finns Sicht gehen sollte. Leider trifft das nur bedingt zu, doch der Roman konnte mich trotzdem mitreißen.

Am Anfang erlebt man nochmal bestimmte Szenen aus Finns Sicht. Das hat bei mir einiges aus Band 1 wieder hochgeholt, sowohl von der Erinnerung als auch von den Emotionen her. Man weiß zwar, wie es endet, aber trotzdem fand ich es extrem emotional zu lesen, wie es sich mit seinen Augen abgespielt hat. Davon hätte ich aber liebend gerne mehr gehabt, vor allem aus der Vergangenheit.

Stattdessen wird die Geschichte aus der Sicht von Finns bestem Freund Jack und Autunm weitererzählt. Ich spoilere dies hier beswusst, da durch den Klappentext ein völlig anderer Eindruck entsteht und das die Leser enttäuschen kann - obwohl der weitere Verlauf der Story wieder sehr gefühlvoll wird. Gerade Jacks Blick auf die Ereignisse war für mich wahnsinnig aufschlussreich und interessant. Und es hat mich nicht weniger mitgenommen als Band 1. Die Autorin schafft es wunderbar, alles so nachvollziehbar und realistisch zu schildern und bringt einem sämtliche Reaktionen auf das Ende des ersten Teils richtig schmerzlich nahe.


Insgesamt gebe ich dem Roman deswegen 4 von 5 Regentropfen.

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Veröffentlicht am 26.04.2024

Welches ist euer liebstes Fabelwesen?

Der Fuchs von Aramir
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In "Der Fuchs von Aramir" gibt es nämlich jede Menge davon, von Drachen über Phönixe, Einhörner, Greife und Kobolde bis hin zu Elfen. Und die Art und Weise, wie die Autorin sie darstellt, finde ich richtig ...

In "Der Fuchs von Aramir" gibt es nämlich jede Menge davon, von Drachen über Phönixe, Einhörner, Greife und Kobolde bis hin zu Elfen. Und die Art und Weise, wie die Autorin sie darstellt, finde ich richtig genial.

Aber erst einmal allgemein zum Buch: Am besten hat mir sofort das Setting gefallen. Eine Küstenstadt, unterteilt in verschiedene Viertel, die alle unterschiedlich sind, da sie von verschiedenen Clans beherrscht werden. Diese haben sich mit jeweils anderen Fabelwesen verbündet und arbeiten mit ihnen zusammen. Die einzelnen Stadtteile passen perfekt zu den Charakterisierungen der Wesen, die sie bewohnen. Deswegen kann man sich gerade Aramir, aber auch das Reich der Elfen super vorstellen.

Die Figuren, allen voran Devan und Rouka, sind einfach zum Verlieben. Mutig, manchmal etwas zu draufgängerisch ergänzen sie sich perfekt. Ihre kleine Lovestory fand ich auch richtig niedlich, obwohl sie mal mehr, mal weniger im Vordergrund stand und zum Glück nicht zu aufdringlich rüber kam.
Die übrigen Protagonisten hatten auch alle ihren Charme, selbst die vermeintlich bösen. Ganz besonders möchte ich hier Calinda erwähnen, ein völlig eigensinniger Charakter, an den man sich erst gewöhnen muss.

Die Geschichte an sich ist sehr komplex, vor allem für ein Jugendbuch für jüngere Leser. Trotzdem ist sie sehr gut verständlich und punktet mit vielen originellen Ideen.
Einzig der Einschub mit Jolons "Bestrafung" wirkte auf mich etwas deplatziert, weil mir der Sinn dahinter nicht wirklich klar wurde. Im Roman wird auf alle Fälle nicht geklärt, ob er was daraus gelernt hat.

Unterstützt wird das alles von wunderschönen Illustrationen, in die ich ganz verliebt bin und die dem einzigartigen Cover und dem märchenhaften Farbschnitt in nichts nachstehen.

Deshalb gebe ich dem Buch 4 von 5 Traumwespen.

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Veröffentlicht am 26.04.2024

Lest ihr gerne klassische Gruselgeschichten?

Der Tod der Jane Lawrence
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Ich liebe ja die Klassiker wie "Frankenstein", "Dracula" und die Stories vom Edgar Allen Poe. Deswegen hat mich der Klappentext von "Der Tod der Jane Lawrence" sofort angesprochen. Es erinnerte mich an ...

Ich liebe ja die Klassiker wie "Frankenstein", "Dracula" und die Stories vom Edgar Allen Poe. Deswegen hat mich der Klappentext von "Der Tod der Jane Lawrence" sofort angesprochen. Es erinnerte mich an eine Mischung aus "Rebecca" und "Jane Eyre". Es beginnt ähnlich, aber ist doch etwas ganz Eigenes.

Die Stimmung ist anfangs sehr nüchtern, was allerdings perfekt zu Jane passt, die eher rational veranlagt ist und für Gefühle nur wenig Platz in ihrem Leben lässt. Dann entwickelt die Story einen langsamen, aber stetigen Sog, sobald Jane ihren zukünftigen Ehemann kennenlernt. Spätestens als klar wird, dass etwas auf Lindridge Hall nicht mit rechten Dingen zugeht, will man unbedingt wissen, welche Geheimnisse das Anwesen verbirgt. Die Figur des Augustin Lawrence, die erst sehr positiv und dann immer mysteriöser und undurchsichtiger wird, tut ihr Übriges dazu.

Im Laufe der Geschichte, unterstützt vom düsteren Setting des halb verfallenen Hauses, erlebt man immer schaurigere Szenen, die die Spannung weiter anheizen. Was ja auch einen guten Schauerroman auszeichnet. Dann wird es zunehmend verwirrender und abstruser. Am Anfang passt es noch gut dazu, eine wahnhafte Grundstimmung zu erzeugen, doch zum Schluss hin hab ich mich sehr schwer getan, den Ausführungen weiter zu folgen. Manches wirkt echt an den Haaren herbeigezogen, selbst für Fantasy. Gerade weil Jane ja eigentlich so gar nichts mit Magie zu tun hat.

Insgesamt hat mir das Buch recht gut gefallen, vor allem die beiden Hauptcharaktere fand ich extrem toll charakterisiert. Der Grusel ist verglichen mit heutigen Horrorfilmen vergleichsweise harmlos, passt aber super zu den Vorlagen. Die Spannung ist eher psychologisch und weniger auf Schockmomente ausgelegt. Nur das wirre Ende ist wirklich gewöhnungsbedürftig und da muss man erstmal durchsteigen und sich darauf einlassen können.

Deswegen gebe ich dem Roman 4 von 5 Skalpellen.

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