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Veröffentlicht am 22.06.2025

Kaiserin Sisi mal ganz anders

Als im Hotel Messmer der Tee ausging
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Von Kristina Hortenbach kannte ich bisher nur ihre witzige Gartenkrimireihe, aber als Promi-Reporterin liegt ein Roman über das mondäne Baden-Baden zur Kaiserzeit natürlich nahe.

Kaiserin Augusta und ...

Von Kristina Hortenbach kannte ich bisher nur ihre witzige Gartenkrimireihe, aber als Promi-Reporterin liegt ein Roman über das mondäne Baden-Baden zur Kaiserzeit natürlich nahe.

Kaiserin Augusta und Kaiser Wilhelm, der Kronprinz von Wales und Kaiserin Sisi, sie alles treffen sich 1883 im Kurort Baden-Baden und mittendrin Klara. Die junge Dienstmagd ist vor einer Zwangsverheiratung aus ihrer Heimat im Schwarzwald geflohen und betrachtet mit großen Augen die Welt der Schönen und Reichen.

Im Hotel Messmer haben es die Dienstboten gut. Zwar wartet auch auf sie harte Arbeit und von einem 8-Stunden-Tag ist man weit entfernt, aber die Dienstherren sind fair und gerecht und man muss nicht befürchten wegen eines geringen Vergehens gleich auf die Straße geworfen oder vom Chef belästigt zu werden. Die Zeiten waren damals hart für die einfachen Arbeiter und der Autorin gelingt es mühelos, den Kontrast zum glanzvollen Leben der Adeligen so lebendig zu schildern, dass ich mich wunderbar in diese Zeit hineinversetzen kann.

Fasziniert hat mich die Geschichte von der Haarpracht von Kaiserin Sisi, die ihr bis zu den Knöcheln ging und täglich mehrere Stunden der Pflege bedurfte und welchen Aufwand das Waschen dieser Haare bedeutete.

Neben vielen Kleinigkeiten, die mich in die Belle Epoche versetzen, schließe ich Klara immer mehr in mein Herz, die mutig und mit einem Kämpferherz sogar einen Anschlag auf den deutschen Kaiser verhindert.

Wer Baden-Baden kennt, wird einige bekannte Orte wiederfinden und das macht diese Geschichte so authentisch, diese Mischung von Fiktion und Realität.

Mir hat diese Zeitreise sehr gut gefallen, ich habe mit Klara gelacht und geweint und habe das Buch in einem Rutsch ausgelesen. Jetzt gönne ich mir einen Messmer Tee, denn mir ist zum Glück der Tee noch nicht ausgegangen, 😉 auch wenn es sich nur um einen Teebeutel und nicht um einen eigens von Otto Messmer für die Kaiserin kreierten Tee handelt.

Sehr gerne empfehle ich „Als im Hotel Messmer der Tee ausging“ weiter.

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Veröffentlicht am 22.06.2025

Humorvoller Schwaben-Krimi

Butterbrezeln und Betrüger
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Trickbetrügerin Katrin Schimmelpfennig ist das Pflaster in Berlin zu heiß geworden und so zieht sie kurzerhand zu ihrer besten Freundin Eva ins beschauliche Weilheim. Der Kontrast zu Berlin könnte nicht ...

Trickbetrügerin Katrin Schimmelpfennig ist das Pflaster in Berlin zu heiß geworden und so zieht sie kurzerhand zu ihrer besten Freundin Eva ins beschauliche Weilheim. Der Kontrast zu Berlin könnte nicht größer sein und mit Glitzerfummeln und High Heels fällt Katrin inmitten der Landfrauen auf wie ein bunter Hund.

Auch wenn ich für Betrüger wenig übrighabe, die anderen Menschen mit vorgegaukelten Gefühlen das Geld aus der Tasche ziehen und insbesondere die Enkel-Trick-Masche zutiefst verabscheue, schleicht sich Katrin in mein Herz. Immerhin hat sie ja „nur“ gutbetuchten Männern das Geld aus der Tasche gezogen und verachtet Menschen, die ältere Menschen um ihre letzten Ersparnisse bringen.

In Weilheim versucht es Katrin erstmals mit ehrlicher Arbeit und sucht Anschluss an die Landfrauen, nicht so einfach, wenn man selbst nach vielen Jahren noch als „Reingeschmeckte“ gilt.

Ein Toter im Backhäusle bietet für Katrin die Gelegenheit, endlich mal zu zeigen, was in ihr steckt und die Landfrauen von dem Mordverdacht zu befreien. Gleichzeitig darf sie aber auch nicht das Interesse der Polizei wecken, was für ein Nervenkitzel. Wie sie versucht Zeugen zu belauschen und dabei kaum ein Wort des schwäbischen Dialekts versteht, war so herrlich komisch, ich habe Tränen gelacht.

„Butterbrezeln und Betrüger“ ist ein Angriff auf meine Lachmuskeln, macht richtig gute Laune, die Heldin ist originell und das Ende lässt viel Spielraum für neue Abenteuer in Weilheim mit den Landfrauen, die überhaupt nicht so spießig sind, wie es zunächst den Anschein hat.

Ich vergebe fünf lachende Sterne und freue mich schon auf weitere Fälle mit Katrin und dem Kommissar.

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Veröffentlicht am 22.06.2025

Spannende Neuentdeckung

Ligurisches Erbe
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Bei manchen Büchern weiß ich schon auf der ersten Seite, dass ich das Buch lieben werde und das war bei „Ligurisches Erbe“ der Fall. Der Autor war mir bisher unbekannt, aber das ist auch kein Wunder, da ...

Bei manchen Büchern weiß ich schon auf der ersten Seite, dass ich das Buch lieben werde und das war bei „Ligurisches Erbe“ der Fall. Der Autor war mir bisher unbekannt, aber das ist auch kein Wunder, da es sich um seinen ersten Krimi handelt. Ich hoffe, Armin Fuhrer ist ähnlich erfolgreich wie sein Protagonist und es werden noch viele weitere Krimis mit Bestseller-Autor Sebastian Wolf folgen 😉.

In einem beschaulichen Bergdorf in Ligurien treibt ein Mörder sein Unwesen und da die örtliche Polizei bis auf den Nachwuchspolizisten Flavotti ziemlich unfähig ist, hält es der Bürgermeister für eine gute Idee, den Thriller-Autor Wolf mit den Ermittlungen zu beauftragen.

Eigentlich wollte Wolf sich in dem Refugium eines Freundes nur seinem nächsten Thriller widmen, aber die Neugierde treibt ihn an, gemeinsam mit Flavotti auf Mörderjagd zu gehen und dabei kommt er dem Täter näher als ihm lieb ist.

Hier passt für mich alles. Ein spannender Fall mit Rückblenden in die Vergangenheit, ein sympathischer Ermittler, dessen ironische Sprüche genau mein Geschmack sind und eine tierische Heldin, die für gute Laune sorgt. So macht Lesen Spaß und richtig Lust auf einen Abstecher nach Ligurien.

Ich vergebe begeisterte 5 Sterne und freue mich schon auf weitere Abenteuer von Wolf und seiner Hündin Jackie.

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Veröffentlicht am 22.06.2025

Witziger Baden-Krimi mit Seitenhieben auf Schwaben

Wenn die Tannen Trauer tragen
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Hauptkommissar Thomas Häberle ist trotz seines Namens kein Schwabe, sondern aus Berlin nach Freiburg gekommen, was den Chef der Spurensicherung, Manuel Palmer aber nicht daran hindert, permanent Schwaben-Witze ...

Hauptkommissar Thomas Häberle ist trotz seines Namens kein Schwabe, sondern aus Berlin nach Freiburg gekommen, was den Chef der Spurensicherung, Manuel Palmer aber nicht daran hindert, permanent Schwaben-Witze auf ihn abzufeuern. Ich habe sehr gelacht und muss mir dringend einige zum Eigengebrauch merken. 😉

Der Mord an einer Frau führt in die Schwarzwälder Kunstszene und die besteht aus mehr als aus Bollenhüten und röhrenden Hirschen. Gekonnt führt der Autor die Ermittler und auch mich immer wieder auf falsche Spuren. Da ich die Region kenne, macht es doppelt Spaß mit dem Ermittlerteam durch den Schwarzwald zu fahren.

In „Wenn die Tannen Trauer tragen“ gibt es kein Schwarz-Weiß denken, sondern die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen manchmal ein wenig. Ich habe Verständnis für manche Taten, denn nicht alle Opfer sind auch wirklich unschuldig.

Mir gefällt das witzige Geplänkel zwischen den Ermittlern, ich ertappe mich dabei, wie ich einer Betrügerin die Daumen drücke und würde mich in der WG mit Thomas Häberle und Profiköchin Lotte Merckheim auch sehr wohl fühlen.

„Wenn die Tannen Trauer tragen“ ist spannend und amüsant zugleich und ich freue mich schon auf weitere Fälle für die Kripo Freiburg. Zum Abschluss noch ein Spruch, den ich bei Gelegenheit selbst mal anbringen möchte:

„Deine Weisheit erhellt nicht nur deinen eigenen Weg, sondern auch den derer, die das Glück haben, in deiner Nähe zu sein.“

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Veröffentlicht am 22.06.2025

Sommer, Sonne, Schusswechsel

Jagd unter Palmen
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Nachdem sie eine Schussverletzung nur knapp überlebt hat, hat sich Kriminalhauptkommissarin Sofia Bitter vom LKA Stuttgart beurlauben lassen und plant sich im Haus ihrer Großeltern auf Gran Canaria zu ...

Nachdem sie eine Schussverletzung nur knapp überlebt hat, hat sich Kriminalhauptkommissarin Sofia Bitter vom LKA Stuttgart beurlauben lassen und plant sich im Haus ihrer Großeltern auf Gran Canaria zu erholen. Doch die Ruhe währt nur kurz, denn unter der kanarischen Sonne erwartet sie ein spektakulärer Raubüberfall.

Mir gefällt, dass sich Sofia nicht unterkriegen lässt und beharrlich ihre Ziele verfolgt. Nur dass mit dem Ausruhen bekommt sie nicht so gut hin. Mit ihrer großen Erfahrung beschließt sie, der örtlichen Polizei unter die Arme zu greifen. Etwas, was bei Inspector Jefe García nur mäßige Begeisterung hervorruft. 😉

Ich genieße meine Auszeit am Meer, bin froh, dass ich nicht in einer dieser Betonburgen bin, sondern in einer der „viel kleineren, schmucken Ansiedlungen, die sich wie bunte Bauklötze in die olivgrüne Hügellandschaft schmiegten.“

Hautnah bekomme ich mit, wie der Raubüberfall geplant war, was mich ein wenig an Oceans Eleven erinnert, ohne dass die Verbrecher auch nur annähernd so attraktiv wären wie George Clooney oder Brad Pitt, schade eigentlich.

Jagd unter Palmen ist spannend, Sofia ist eine interessante Persönlichkeit, die ich gerne besser kennenlernen würde und so hoffe ich auf weitere Fälle von Sofia und Jefe auf Gran Canaria.

Sehr gerne vergebe ich 5 Sterne und empfehle diesen Krimi weiter.

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