Kaiserin Sisi mal ganz anders
Als im Hotel Messmer der Tee ausgingVon Kristina Hortenbach kannte ich bisher nur ihre witzige Gartenkrimireihe, aber als Promi-Reporterin liegt ein Roman über das mondäne Baden-Baden zur Kaiserzeit natürlich nahe.
Kaiserin Augusta und ...
Von Kristina Hortenbach kannte ich bisher nur ihre witzige Gartenkrimireihe, aber als Promi-Reporterin liegt ein Roman über das mondäne Baden-Baden zur Kaiserzeit natürlich nahe.
Kaiserin Augusta und Kaiser Wilhelm, der Kronprinz von Wales und Kaiserin Sisi, sie alles treffen sich 1883 im Kurort Baden-Baden und mittendrin Klara. Die junge Dienstmagd ist vor einer Zwangsverheiratung aus ihrer Heimat im Schwarzwald geflohen und betrachtet mit großen Augen die Welt der Schönen und Reichen.
Im Hotel Messmer haben es die Dienstboten gut. Zwar wartet auch auf sie harte Arbeit und von einem 8-Stunden-Tag ist man weit entfernt, aber die Dienstherren sind fair und gerecht und man muss nicht befürchten wegen eines geringen Vergehens gleich auf die Straße geworfen oder vom Chef belästigt zu werden. Die Zeiten waren damals hart für die einfachen Arbeiter und der Autorin gelingt es mühelos, den Kontrast zum glanzvollen Leben der Adeligen so lebendig zu schildern, dass ich mich wunderbar in diese Zeit hineinversetzen kann.
Fasziniert hat mich die Geschichte von der Haarpracht von Kaiserin Sisi, die ihr bis zu den Knöcheln ging und täglich mehrere Stunden der Pflege bedurfte und welchen Aufwand das Waschen dieser Haare bedeutete.
Neben vielen Kleinigkeiten, die mich in die Belle Epoche versetzen, schließe ich Klara immer mehr in mein Herz, die mutig und mit einem Kämpferherz sogar einen Anschlag auf den deutschen Kaiser verhindert.
Wer Baden-Baden kennt, wird einige bekannte Orte wiederfinden und das macht diese Geschichte so authentisch, diese Mischung von Fiktion und Realität.
Mir hat diese Zeitreise sehr gut gefallen, ich habe mit Klara gelacht und geweint und habe das Buch in einem Rutsch ausgelesen. Jetzt gönne ich mir einen Messmer Tee, denn mir ist zum Glück der Tee noch nicht ausgegangen, 😉 auch wenn es sich nur um einen Teebeutel und nicht um einen eigens von Otto Messmer für die Kaiserin kreierten Tee handelt.
Sehr gerne empfehle ich „Als im Hotel Messmer der Tee ausging“ weiter.