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Redrose

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.05.2026

Ein Thriller, der unter die Haut geht und nachhallt

Tief
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Der Bodensee, ob auf der österreichischen Seite, wie hier im Buch oder aber auch auf der deutschen Seite, ist nicht nur das idyllische Urlaubsparadies für Touristen. Besonders im Sommer lockt der See viele ...

Der Bodensee, ob auf der österreichischen Seite, wie hier im Buch oder aber auch auf der deutschen Seite, ist nicht nur das idyllische Urlaubsparadies für Touristen. Besonders im Sommer lockt der See viele an, während im Winter der Nebel über dem Wasser hängt. Die Autorin schreibt über ein brandaktuelles Thema und lässt mich betroffen zurück.

Es geht um Flüchtlinge und darum, dass wir die Falschen zurückschicken in eine Welt, in die sie nicht mehr gehören- Diejenigen, die sich angepasst haben, die arbeiten, freundlich sind und Freunde haben. Diese sind zuhause anzutreffen und können zurückgeschickt werden. Aber wir behalten diejenigen, die ins kriminelle Milieu abtauchen, die nicht zu finden sind oder schlimmer noch, die in Machtpositionen aufgestiegen sind und diese gegenüber ihren Landsleuten missbrauchen.

Es geht um Rache, um falsch verstandenes Ehrgefühl und Unschuldige müssen leiden. Und mittendrin Kommissar Heinzle, der feststellen muss, auch wenn er sich politisch eindeutig links einordnen würde, dass auch er vor dem Alltagsrassismus nicht gefeit ist.

Heinzle ist menschlich, er ist echt, ein Big Bulle, der Fehler macht, aber für die Gerechtigkeit kämpft. Und ich mag seinen Freund „Sense“, der ihn immer wieder erdet.

Etliche Menschen werden ermordet, um die meisten ist es nicht wirklich schade und Heinzle und ich jagen vielen falschen Spuren hinterher.

Das Ende lässt mich betroffen zurück. Religiöser Fanatismus, verblendete „Gotteskrieger“, radikalisierte Jugendliche, das alles ist auch in meiner Heimat zu finden und macht mir Angst für unsere Zukunft.

„Tief“ hat mich gepackt und aus meiner Komfortzone geworfen. Ein Thriller, der mehr ist als reine Fiktion, der so real erscheint, dass es mich schaudert. Der aufrüttelt und zur Diskussion anregt, der in einer Schulklasse die Schüler vielleicht mehr abholt als Goethe und Schiller.

Das Buch berührt mich wie sein Titel: Tief.

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Veröffentlicht am 24.05.2026

Hochspannung am Monte Baldo

Der Teufel vom Gardasee
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Der Gardasee, ein liebliches Urlaubsparadies, verwinkelte kleine Orte, leckeres italienisches Essen, abends ein Gelato an der Uferpromenade genießen, so kenne ich diese Region. Aber es geht auch anders, ...

Der Gardasee, ein liebliches Urlaubsparadies, verwinkelte kleine Orte, leckeres italienisches Essen, abends ein Gelato an der Uferpromenade genießen, so kenne ich diese Region. Aber es geht auch anders, denn der Teufel geht um. Ein Bombenleger tötet scheinbar wahllos Menschen.

Ich erhalte Einblick in die schwarze Seele des Mörders und es erschreckt mich, was er als Kind erdulden musste, aber auch, was das aus ihm gemacht hat.

Zwischen politischen Machtgerangel im Polizeiapparat versucht Dokumentarfilmer Luca Spinelli die Bekennervideos zu entschlüsseln. Zum Glück immer mit dabei ist sein treuer Hund Belmondo.

Dies ist bereits der vierte Teil der Reihe und Luca und sein Polizistenfreund Tomasio machen Lust, auch die ersten drei Teile zu lesen.

Der Teufel vom Gardasee ist spannend und lässt mich von der ersten Seite an nicht mehr los. Ich freue mich über die Rettung eines ausgesetzten Hundes und darüber, dass Luca sein Herz wieder für eine Frau öffnen kann. Aber wird das Glück von Dauer sein, wenn plötzlich ein Dämon aus der Vergangenheit wieder auftaucht?

Sympathische Ermittler, eine mutige Fellnase und ein spannender Fall, was will man mehr?

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Veröffentlicht am 24.05.2026

Überraschend anders, die neue Emma Peel

Swinging Cologne
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Köln in den wilden sechziger Jahren. Chrissy van Larken ist jung und noch auf der Suche nach einem Sinn in ihrem Leben. Seit dem Tod ihrer Eltern lebt Chrissy bei ihrer mondänen Tante und weigert sich, ...

Köln in den wilden sechziger Jahren. Chrissy van Larken ist jung und noch auf der Suche nach einem Sinn in ihrem Leben. Seit dem Tod ihrer Eltern lebt Chrissy bei ihrer mondänen Tante und weigert sich, den Ansprüchen ihres Vetters Achim gerecht zu werden, dem Familienoberhaupt.

Die junge Rebellin erklärt sich schnell bereit, eine vermisste junge Frau zu suchen. Die Recherche in Nachtclubs lenkt sie ab von der Langeweile ihres Lebens. Leider ist Diplomatie nicht gerade Chrissys Stärke und so schafft sie es mühelos eine Rockergang gegen sich aufzubringen. Glücklicherweise gibt es gleich zwei heldenhafte Männer, die sie aus gefährlichen Situationen retten.

Chrissy van Larken erinnert an Emma Peel, das neue Frauenbild, welches sich nicht damit zufriedengab, als Heimchen am Herd zu enden, sondern mit Intelligenz und Humor punkten kann. Dabei aber durchaus fraulich bleibt und die Männerwelt entzückt.

„Swinging Cologne“ hat mich überzeugt und das Ende macht Hoffnung auf weitere Fälle für Chrissy, der das Ermitteln offenbar im Blut liegt.

Von mir gibt es 5 Sterne für diesen erfrischenden Start in eine neue Reihe und ich freue mich schon auf ein Wiedersehen mit Amando und Willie.

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Veröffentlicht am 14.05.2026

Mitreißend, emotional, überwältigend

Die Ozeanschwimmerin
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Ich begleite die Autorin Charlotte mit den unterschiedlichen Pseudonymen bereits seit mehr als 5 Jahren und immer wieder gelingt es ihr mich zu überraschen. Ob es als Charlotte McGregor ist mit meinem ...

Ich begleite die Autorin Charlotte mit den unterschiedlichen Pseudonymen bereits seit mehr als 5 Jahren und immer wieder gelingt es ihr mich zu überraschen. Ob es als Charlotte McGregor ist mit meinem Zufluchtsort Kirkby, dem schottischen Bullerbü für Erwachsene, als Charlotte Taylor mit den magischen Wal-Begegnungen oder ob sie als Teil des Duos C.C. Ravenmiller in fantastische Welten eintaucht, mich fasziniert ihre Vielfältigkeit und ihre große Stärke ist es, dass sie ihre Leserinnen mitnimmt in ihre Bücher. Ich kraule kleine Babydrachen, freue mich auf witzige Wortgefechte mit Lord Seidentüchlein in Jons Pubs oder gehe auf Whale Watching Tour Auge in Auge mit den größten Säugetieren der Welt. Ich werde Teil der Bücher, fühle mit den Protagonisten, als würde ich in ihrer Haut stecken und ertrinke in einem Strudel an Emotionen, nicht selten wird auch ein Päckchen Taschentücher benötigt 😉.

Von daher war es keine Frage, dass ich auch „Die Ozeanschwimmerin“ auf ihrer Oceans´s Seven Challenge begleiten will. Als Charlotte Tarnowski beglückt mich die Autorin mit einer Geschichte über eine junge Frau, die Ehemann, Sohn und Hund bei einem Bootsunglück verloren hat. Ich kann mir nicht annähernd vorstellen, wie sich Sophie fühlen muss, wenn von einem auf den anderen Tag alles weg ist, wofür sie gelebt hat. Nur im Wasser fühlt sich Sophie noch lebendig und aus einer spontanen Idee heraus, plant sie die schwimmerische Antwort auf die „Seven Summit“ Herausforderung der Bergsteiger zu wagen. Das freie Durchschwimmen der sieben schwierigsten Meerengen ohne Neoprenanzug, unter extremen Bedingungen wie kaltem Wasser, Strömungen, Haien und Quallen. Selbst geübte Schwimmer, zu denen ich ganz sicher nicht gehöre, sind an dieser Herausforderung gescheitert, mich fröstelt schon allein der Gedanke daran.

Und die Autorin schont uns nicht. Schon auf den ersten Seiten schwimmt Sophie in einen Quallenteppich und ich staune, was der Mensch alles ertragen kann. Wie stark wir sein können, wie groß trotz allem Leid der Überlebenswille ist. Es berührt mich zutiefst, wenn Sophie auf die Frage, ob sie keine Angst hätte, antwortet: „Nein, wovor soll ich mich fürchten, nachdem mir das Schlimmste schon passiert ist?“

Sophie ist krass, mir fällt kein anderes Wort ein, welches sie besser beschreibt. Ist sie mutig? Oder verrückt? Aber ich schwimme mit ihr durch die Seiten dieses Buches, erfahre durch Rückblenden von ihrer Jugend und hoffe, dass sie eines Tages doch wieder Angst verspürt, denn dann hat sie wieder etwas gefunden, was sie nicht verlieren möchte.

Wie es Sophie schafft, mit ihrem Mut und ihrem eisernen Willen alle um sie herum zu inspirieren und zu motivieren ist beeindruckend. Sie ist trotz ihrer Leistungen keine Angeberin und ich würde mir wünschen, dass es mehr Menschen gibt wie sie. „Die Ozeanschwimmerin“ kämpft gegen starke Strömungen und auch ich habe diesen Sog verspürt, dem ich nicht widerstehen konnte, der Sucht immer weiterlesen zu müssen und das Buch nicht aus den Händen legen zu wollen. Die Geschichte hallt noch lange nach und macht Lust auf mehr.

5 Sterne plus und eine unbedingte Leseempfehlung für das Highlight meines Jahres.

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Veröffentlicht am 14.05.2026

Der erste Band der Mord im Gepäck-Reihe

Tote trinken keinen Riesling
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Seitdem ich mit Mitte Zwanzig meine Eltern auf einer Busreise begleitet habe, meide ich Busreisen lieber. Nach meinen Erfahrungen sind die Senioren zwar feierwütig, aber geh faul und am Ende dieser Woche ...

Seitdem ich mit Mitte Zwanzig meine Eltern auf einer Busreise begleitet habe, meide ich Busreisen lieber. Nach meinen Erfahrungen sind die Senioren zwar feierwütig, aber geh faul und am Ende dieser Woche hatte ich das dringende Bedürfnis auf Auslauf. Raus aus dem Bus und rein in die nächste Wirtschaft ist nicht mein Verständnis von Urlaub.

Vielleicht hätte mir eine Busreise mit Rosi Ritter als Reiseleiterin besser gefallen. Immerhin ist Rosi Anwärterin auf das goldene Fähnchen, „den Oskar der Reiseleiter, der traditionell bei der Mannheimer Weihnachtsgala verliehen wurde.“

Rosi weiß, „Das Geheimnis einer guten Rentnertour war simpel: Jede Sehenswürdigkeit diente vor allem als Zwischenstopp auf dem Weg zum nächsten Snack.“, womit sich meine eigenen Erfahrungen ja wieder bestätigt haben 🤣.

Auf dieser Tour wird Rosi von ihren alten Freundinnen Olga und Monique begleitet und das ist gut so, denn diese Tour wird wie keine jemals zuvor. Während einer Pipi-Pause im Wald, stolpert eine der Reiseteilnehmerinnen über eine Leiche und diese ist keine Unbekannte für Rosi. Bei der Toten handelt es sich um eine Winzerin aus der Region.

Nachdem die beiden Kriminalhauptkommissare der ehemaligen Kommissarin Olga nicht kompetent genug erscheinen, startet das Trio seine eigenen Ermittlungen. Was insbesondere bei Rosi gemischte Gefühle hervorruft, da sie einen Großteil der Verdächtigen persönlich kennt.

Mit sehr viel Humor startet Lilly Hess in diese neue Reihe und die Senioren machen richtig Spaß. So ein Mord ist eine herrliche Abwechslung zum Alltag und so eine aufregende Reise hat noch keiner der Teilnehmer bisher erlebt. Mit ganz viel Situationskomik und den drei so unterschiedlichen, aber sympathischen Heldinnen, komme ich aus dem Schmunzeln nicht mehr raus. Dabei gelingt es der Autorin meisterhaft mich in die Irre zu führen und immer neue falsche Spuren zu legen, denen ich brav hinterher hechle.

Rosi, Olga und Monique beweisen, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören. „Wenn das eigene Gesicht mehr Falten aufweist als das Werk eines Origami-Meisters und andere Menschen einem jeden Fauxpas lächelnd durchgehen lassen, hat man die Grenzen von Gut und Böse überschritten – und wahre Freiheit erreicht.“ Fast freue ich schon darauf, ebenfalls dieses Stadium zu erreichen 🤣. Bis es aber so weit ist, hoffe ich noch mehr Anregungen für einen aktiven Lebensabend zu erhalten mit weiteren Fällen aus der „Mord im Gepäck Reihe“.

Tote trinken keinen Riesling ist ein gelungener Start in eine neue Reihe, die ich sehr gerne weiterempfehle.

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