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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.06.2026

Ein Wettbewerb der Kunstdiebe

Tödlicher Coup am Montmartre
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Nachdem ich das 1. Maiwochenende in Paris verbracht habe, erkenne ich wieder viel mehr der „Tatorte“ in Commissaire Morels Welt. Leider ist Genevieve nicht auf ihrer Morgenrunde an mir vorbei gejoggt, ...

Nachdem ich das 1. Maiwochenende in Paris verbracht habe, erkenne ich wieder viel mehr der „Tatorte“ in Commissaire Morels Welt. Leider ist Genevieve nicht auf ihrer Morgenrunde an mir vorbei gejoggt, ich hätte sie gerne einmal persönlich kennengelernt. 😉

Die taffe Französin mit dem abenteuerlichen Fahrstil gilt innerhalb ihrer Familie von Kunstdieben als das schwarze Schaf, da sie die andere Seite gewählt hat und für die Polizei arbeitet.

Mein Highlight ist immer wieder Mamie, die Oma von Genevieve, die trotz ihres Alters sehr gewieft ist und immer noch ihre Coups plant. Doch ist Mamie womöglich auch Teil des Wettbewerbs der Kunstdiebe, der im Darknet aufgerufen wurde?

Hier ist wieder nichts, wie es scheint. René Lafitte gelingt es erneut, sowohl die Polizei wie auch seine Leser auf falsche Spuren zu jagen und für den ein oder anderen Kunstdieb endet der Wettbewerb tödlich. Dabei genieße ich immer ein wenig Extraluxus, schlürfe Pommery Champagner mit Mamie, lerne die Nobelherbergen von Paris und ihre absurden Preise kennen und kann und will mich dem Flair von Paris nicht entziehen.

Tödlicher Coup am Montmartre hat mich wieder bestens unterhalten. Ein spannender Fall, eine unwiderstehliche Protagonistin und ganz viel savoir vivre fühlen sich an wie ein Kurzurlaub an der Seine. Bitte mehr davon.

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Veröffentlicht am 04.06.2026

Historischer Wien-Krimi mit Herz und Humor

Raub in der Wiener Werkstätte
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Es geht wieder in die Wiener Werkstätte und ich habe mich auf ein Wiedersehen mit Lili Feigl gefreut. Die taffe junge Frau hat es nicht leicht im Leben. Ihr Vater ist krank und kann kaum noch zum Familieneinkommen ...

Es geht wieder in die Wiener Werkstätte und ich habe mich auf ein Wiedersehen mit Lili Feigl gefreut. Die taffe junge Frau hat es nicht leicht im Leben. Ihr Vater ist krank und kann kaum noch zum Familieneinkommen beitragen und immer wieder wird sie gezwungen für ihn die Dokumentenfälschungen vorzunehmen, für welche sie ins Gefängnis kommen könnte. In der Wiener Werkstätte hat sie einen Job als Putzfrau bekommen, dabei ist sie so talentiert, dass sie etliche der dort arbeitenden Künstler locker in die Tasche stecken könnte. Als dann noch ihr ehemaliger Verlobter aus dem Gefängnis entlassen wird, wird es richtig brenzlig für Lili.

Ich habe wieder richtig mitgefiebert mit Lili und hoffe sehr, dass nicht eines Tages ausgerechnet der sympathische Oberkommissar Max von Krause hinter ihre kriminelle Vergangenheit kommt. Aber Max hat gerade ganz andere Probleme. In den Villenvierteln von Wien treiben Juwelendiebe ihr Unwesen und einer der Einbrüche endet sogar tödlich.

Ich mag es, wie die Autorin die Vergangenheit zum Leben erweckt und mich mitten nach Wien ins Jahr 1907 katapultiert. Das Leben damals wäre ein Grauen für mich gewesen, die gesellschaftlichen Zwänge, die Benachteiligung der Frauen in allen Bereichen. Ganz besonders regt mich die Doppelmoral auf. Dienstbotinnen, die unehelich schwanger sind, werden verachtet und landen auf der Straße, während der Hausherr, der hierfür oftmals verantwortlich ist, aber nicht zur Verantwortung gezogen wird.

Schmunzeln musste ich über die Versuche von Max´ Mutter, die den verarmten Adeligen möglichst gewinnbringend verkuppeln möchte.

Beate Maly erzählt ihre Geschichten so realistisch, dass man meinen könnte, sie wäre damals dabei gewesen. Ich rieche förmlich den Unrat, der in den Gassen der Armenviertel verrottet und Ratten anzieht und trotzdem scheinen die Reichen nicht unbedingt glücklicher.

Raub in der Wiener Werkstätte habe ich mal wieder verschlungen, weil ich unbedingt den Mordfall lösen und ein bisschen mehr Zeit mit Lily und Max verbringen wollte.

Wer Lust auf spannende Kriminalfälle im historischem Wien mit einem sympathischen Ermittler-Duo hat, dem empfehle ich Raub in der Wiener Werkstätte sowie die gesamte Reihe sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 03.06.2026

Sodom und Gomorrha am Gardasee

Mord und Gelato
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Commissario Fabio Angelotti ermittelt jetzt in Riva am Gardasee. Von seinem alten Team aus Brescia ist ihm lediglich seine rechte Hand Manuela geblieben, alle anderen Ispettori sind ihm noch unbekannt. ...

Commissario Fabio Angelotti ermittelt jetzt in Riva am Gardasee. Von seinem alten Team aus Brescia ist ihm lediglich seine rechte Hand Manuela geblieben, alle anderen Ispettori sind ihm noch unbekannt. Sein alter Widersacher Vize Questore Colombo hielt es für eine gute Idee, Angelotti alle „Problemfälle“ der Polizei als neue Mitarbeiter unterzujubeln. Aber schon bald stellt Fabio fest, dass fast jeder so seine speziellen Fähigkeiten hat, die nur richtig gefördert werden müssen.

Mir hat gut gefallen, wie sich die „Underdogs“ entwickelt haben und dass Korruption und Verbrechen endlich mal bestraft werden, wäre es doch nur in der Realität auch so 😉.

Fabio Angelotti ist ein Commissario, wie er sein sollte und ich kann seine deutsche Freundin Charlotte sehr gut verstehen, dass sie sich bei ihm wohl fühlt, denn er ist kein typischer Italo-Macho, sondern liebevoll und unterstützend.

Ich finde es witzig, dass man Fabios Stimmung an seinen Haaren ablesen kann. Immer wenn er aufgeregt ist, zerwühlt er seine Locken und mehr als einmal müssen ihm die Kollegen dezent einen Kamm reichen 🤣

Es gibt viel zu ermitteln am Gardasee und die Autorin überrascht ihren Commissario mit immer neuen Wendungen. Ich habe gelacht und gebangt mit den Protagonisten, mich diebisch gefreut über eine ganz besondere Überraschung, welche in Brescia wartet und mich sehr wohlgefühlt am Gardasee.

Mord und Gelato macht gute Laune, nimmt mich mit auf eine Reise und lässt mich wieder an das Gute im Menschen glauben. Sehr gerne vergebe ich 5 Sterne und empfehle Mord und Gelato weiter. Ich gönne mir jetzt noch ein leckeres Eis und hoffe auf weitere Fälle für meinen Lieblingskommissar in Riva del Garda.

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Veröffentlicht am 31.05.2026

Jeder möchte lange leben, aber keiner möchte alt werden (Jonathan Swift)

Die Glorreichen 77. Rache kennt keinen Ruhestand
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Während Udo Jürgens noch trällert „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“, ist spätestens mit dem Einzug in ein Altersheim klar, dass die Tage gezählt sind.

In der Seniorenresidenz Leonardo können es sich ...

Während Udo Jürgens noch trällert „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“, ist spätestens mit dem Einzug in ein Altersheim klar, dass die Tage gezählt sind.

In der Seniorenresidenz Leonardo können es sich betuchte Senioren allerdings gutgehen lassen. Hier riecht es nach „Schnittblumen, poliertem Holz, einem Hauch Parfum, Kaffee und frisch gebackenem Kuchen“. Eine Hausdame sorgt für das Wohl der Bewohner und das Leonardo gleicht mehr einem Hotel als einem Altenheim. Hier lässt sich sogar das Alter gut ertragen.

Aber als der Eigentümer wechselt und eine raffgierige Investmentgruppe ans Ruder kommt, sollen die Preise drastisch steigen und die Bewohner werden sogar rüde bedroht. Wie gut, dass sich ausgerechnet ein Profikiller als neuer Mieter präsentiert, um die Bewohner bei ihrem Aufstand zu unterstützen.

Was passiert eigentlich, wenn ein Profikiller alt wird und eine beginnende Blasenschwäche das stundenlange Ausharren auf sein Opfer erschwert? Mit dieser Thematik habe ich mich bisher noch nie befasst, vermutlich, weil ich glücklicherweise noch nicht die Bekanntschaft dieser Berufsgruppe gemacht habe. 😉

Jo Brenner versagt bei seinem letzten Auftrag, da er es nicht übers Herz gebracht hat, sein Opfer in Anwesenheit dessen Dackels zu erschießen. Ich liebe den Stil des Autoren-Duos, herrlich unaufgeregt, mit einer großen Prise Humor und Ironie. Die Geschichte ist skurril, aber witzig und ich kann es kaum glauben, dass mir sogar ein Profikiller ans Herz wächst. Ist es wegen seiner Tierliebe oder ist er im Grunde seines Herzens vielleicht einfach doch ein guter Mensch?

Die anderen Bewohner sind eine muntere Truppe und fest entschlossen, sich nicht einfach vertreiben zu lassen, auch wenn die Gegenseite immer härtere Geschütze auffährt und es die ersten Toten gibt.

„Die Glorreichen 77“ feiert das Alter und zeigt etwas überspitzt, welch geringen Stellenwert alte Menschen in Deutschland leider nur noch haben. Von den Kindern nur noch als Hindernis auf dem Weg zum Erbe angesehen oder von der Polizei als senile Störenfriede, da kann einem angst und bange werden.

Trotz des ernsten Themas hatte ich viel zu lachen, die Geschichte ist so abstrus und komisch, aber auch so menschlich und die Bewohner mit all ihren Eigenheiten machen Lust, selbst ins Leonardo einzuziehen.

Ich wurde wunderbar unterhalten, vergebe sehr gerne 5 Sterne und freue mich schon auf ein Wiedersehen in Band 2.

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Veröffentlicht am 31.05.2026

Man ist nie zu alt für Veränderungen.

Spätsommerglück
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Hannah hat sich nach dem Tod ihres Mannes in ihrem Leben als Witwe eingerichtet, so richtig glücklich ist sie aber nicht. Mit Ende fünfzig hadert sie mit ihrem Beruf als Übersetzerin und möchte sich nicht ...

Hannah hat sich nach dem Tod ihres Mannes in ihrem Leben als Witwe eingerichtet, so richtig glücklich ist sie aber nicht. Mit Ende fünfzig hadert sie mit ihrem Beruf als Übersetzerin und möchte sich nicht länger mit blutige Krimis beschäftigen. Die fiesen Charaktere setzen ihr zu und rauben ihre Energie. Ich kann Hannah sehr gut verstehen. Während ich früher keine Probleme mit blutrünstigen Thrillern hatte, genieße ich heutzutage lieber Cosy Crime oder eine romantische Liebesgeschichte.

Finanziell ist Hannah glücklicherweise abgesichert, aber trotzdem sucht sie noch nach einer Betätigung, die ihr Freude bringt. Spontan entschließt sie sich für eine Bewerbung als Granny Au-pair in Schweden und das stellt sich als ziemlich gute Idee heraus.

Die Gastfamilie ist herzlich und liebenswert, die beiden Kinder nehmen sie mit offenen Armen auf und auch landschaftlich hat Schweden einiges zu bieten. Leider ist Opa Anders ihre Anwesenheit ein Dorn im Auge und lässt sie das auch deutlich spüren.

Heike Abidi erschafft mal wieder sympathische Protagonisten, bei denen ich am liebsten selbst einziehen möchte. Granny Au-Pair gibt es übrigens tatsächlich, falls jemand nach der Lektüre von „Spätsommerglück“ selbst Lust bekommen hat, im Ausland als Ersatz-Oma tätig zu werden.

Mir gefällt, wie Hannah noch einmal aufblüht und sich endlich wieder gebraucht fühlt. Neue Freunde findet und mutig andere Wege geht und das ist es auch, was uns jung hält. Die bekannten Pfade verlassen und etwas Neues ausprobieren, das sollten wir uns in jedem Lebensalter vornehmen.

Dies ist nicht mein erstes Buch der sympathischen Autorin und auch sicherlich nicht mein letztes. Ich fühle mich in ihren Büchern aufgehoben, abgeholt, sie schreibt über Menschen wie du und ich, voller Verständnis und Empathie für die kleinen und großen Kümmernisse im Leben und am Ende nehme ich immer etwas für mich selbst mit.

Sehr gerne vergebe ich 5 Sterne und empfehle „Spätsommerglück“ weiter.

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