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Veröffentlicht am 05.01.2026

Keine leichte Kost

James
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Die Leseprobe für dieses Buch hatte mich neugierig gemacht, obwohl ich „Huckleberry Finn“ nie gelesen habe. Einer Zusammenfassung zufolge, nach der ich anschließend geschaut hatte, hat Everett viele Handlungsteile ...

Die Leseprobe für dieses Buch hatte mich neugierig gemacht, obwohl ich „Huckleberry Finn“ nie gelesen habe. Einer Zusammenfassung zufolge, nach der ich anschließend geschaut hatte, hat Everett viele Handlungsteile der Vorlage aufgenommen und andere hinzugefügt (was zu erwarten war, insbesondere um die Zeiträume mit Leben zu füllen, in denen Huck und „Jim“ getrennt sind). Er weicht aber offenbar stellenweise auch von der Originalgeschichte ab.

Insgesamt ist hier ein Text entstanden, der trotz des grundsätzlich schwierigen Themas anfangs von bissigem Humor und einem ironischen Ton geprägt ist. Dieser verliert sich im weiteren Verlauf immer weiter – was passend ist, da auch die Handlung zunehmend düsterer bzw. die Realität des Lebens als Sklave immer deutlicher erzählt wird.

Im Endergebnis ist das Buch stilistisch zwar locker und flüssig zu lesen, aber alles andere als leichte Kost, sondern eine zuweilen bitterböse Geschichte, aus der sich trotz des historischen Settings auch immer mal wieder ein Bogen in die Gegenwart spannen lässt.

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Veröffentlicht am 14.01.2025

Hat mich nicht völlig überzeugen können

Die Burg
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Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, weil ich Thematik und Setting außerordentlich ansprechend und interessant fand. Auch hatte ich schon viel Gutes zu Ursula Poznanski gehört, bisher aber noch ...

Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, weil ich Thematik und Setting außerordentlich ansprechend und interessant fand. Auch hatte ich schon viel Gutes zu Ursula Poznanski gehört, bisher aber noch kein Buch von ihr gelesen.

Es geht dann auch vielversprechend los. Mit der bunt gemischten Truppe, die das neue KI-gesteuerte Exiterlebnis des ambitionierten Nevio testen soll, sowie dem Personal der Burg wird zwar eine Fülle von Personen eingeführt, doch durch die Tatsache, dass schwerpunktmäßig aus nur zwei Perspektiven erzählt wird, ist es leicht, den Überblick zu behalten. Die Erzählweise bedingt auch, dass man als Leserin unterschiedlich viel über die Figuren erfährt, was ich grundsätzlich völlig in Ordnung finde, allerdings hätte es bei Alissa und Maxim für meinen Geschmack ruhig noch etwas mehr in die Tiefe gehen können. Nevio hätte ich vor nicht allzu langer Zeit wohl noch als Karikatur empfunden, aber die Realität hat dafür gesorgt, dass er mir inzwischen doch recht lebensnah erscheint.

Anfangs hat mir die Geschichte wirklich gut gefallen. Die unterschiedlichen Sichtweisen der grundverschiedenen Personen waren unterhaltsam, und auch die langsame Zuspitzung, bei der den Beteiligten erst nach und nach klar wird, dass etwas nicht stimmt und wie groß das Ausmaß ist, fand ich gelungen. Allerdings erreicht die Geschichte irgendwann einen Ekelfaktor, der meines Erachtens unnötig ist, und die Auflösung am Ende empfand ich als recht enttäuschend und nicht völlig plausibel.

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Veröffentlicht am 31.01.2024

Zu Beginn träge, dann solide Unterhaltung

Anatomy
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Die erste Hälfte dieser Geschchte zog sich für mich ein wenig. Das lag unter anderem an einigen unnötigen Wiederholungen, zum Beispiel zur Familienstuation der Protagonistin Hazel oder zu ihren Zukunftsaussichten, ...

Die erste Hälfte dieser Geschchte zog sich für mich ein wenig. Das lag unter anderem an einigen unnötigen Wiederholungen, zum Beispiel zur Familienstuation der Protagonistin Hazel oder zu ihren Zukunftsaussichten, vor allem aber daran, dass die Handlung wie sie in der Inhaltsangabe angegeben wird eigentlich erst zur Mitte so richtig beginnt.

Ab diesem Punkt empfand ich das Buch als sehr unterhaltsam. Zwar kam keine große Spannung auf, und die Wendungen konnten mich wenig überraschen, da ich die eingestreuten Hinweise in der Regel vor Hazel zu deuten wusste, aber die Hauptfiguren waren mir sympathisch, die Atmosphäre lebendig beschrieben und die medizinischen Einzelheiten interessant dargestellt – wenn auch manchmal etwas eklig. Über den zum Teil sehr unwahrscheinlichen Verlauf der Handlung konnte ich leicht hinwegsehen, auf den Fantasy-Anteil am Schluss hätte ich allerdings lieber verzichtet – ab dem Moment, in dem ich ihn erahnt habe, habe ich mir gewünscht, dass ich mich irre. Aber er war wohl notwendig, um das Ende so zu schreiben wie es ist.

Wer angesichts des Untertitels eine große Liebesgeschichte erwartet, wird vermutlich enttäuscht sein. Bis auf wenige (dafür teilweise sehr schnulzige) Passagen spielt sich diese eher im Hintergrund bzw. nebenbei ab.

Ich habe das Hörbuch gehört, hier jedoch nur die Printverson gefunden. Die Hörbuchgestaltung hat mir gefallen, auch wenn ich mich in eine der weiblichen Stimmen erst hineinhören musste und die gelegentlich sehr unterschiedliche Interpretation der Charaktere durch die verschiedenen Sprecher*innen gewöhnungsbedürftig war.

Insgesamt reicht es bei mir für 3,5 Sterne und den Wunsch, auch den zweiten Teil kennen zu lernen.

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Veröffentlicht am 29.01.2024

Starker Einstieg, schwaches Ende

Der Stich
10

Die Grundidee für dieses Buch fand ich ausgesprochen reizvoll, und auch dass Winter neben dem Thema der Genmanipulation weitere Themen wie Flucht oder den Umgang der Menschheit mit der Umwelt allgemein ...

Die Grundidee für dieses Buch fand ich ausgesprochen reizvoll, und auch dass Winter neben dem Thema der Genmanipulation weitere Themen wie Flucht oder den Umgang der Menschheit mit der Umwelt allgemein aufnimmt, habe ich als Pluspunkt empfunden.

Die Geschichte startet vielversprechend, man ist von Anfang an mitten im Geschehen, und es passiert ziemlich viel. Gleich zu Beginn wird eine Reihe von Figuren eingeführt, und es wird auch schnell deutlich, wo unsere Sympathien und Antipathien liegen sollen. Die gelungene Beschreibung der real existierenden Schauplätze lässt diese vor dem inneren Auge lebendig werden. Wissenschaftliche Hintergrundinfos sind geschickt in die Handlung eingewoben und – so weit ich das als Laie beurteilen kann – gut recherchiert. In einem mitreißenden Erzählstil baut Winter zügig einen Spannungsbogen auf und hält diesen zunächst gekonnt, was bei mir anfänglich zu der Bereitschaft führte, das ein oder andere Klischee, mit dem die Geschichte aufwartet, wohlwollend in Kauf zu nehmen.

Leider verliert sich dieser Spannungsbogen im weiteren Verlauf zuerst in immer abstruseren Handlungssträngen und verpufft schließlich in einer beinahe banalen Auflösung und einem im Zeitraffer erzählten Ende. Meine hiervon verursachte Enttäuschung konnte auch das lesenswerte und informative Nachwort nicht mehr wettmachen, so dass es insgesamt nur für eine mittelmäßige Bewertung reicht.

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Veröffentlicht am 25.01.2024

Gemischte Gefühle

Der Alchimist
0

Dieses Buch lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück.

Es enthält viele gute und bedenkenswerte Gedanken und Botschaften, z.B. dass Geschehnisse aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden können, ...

Dieses Buch lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück.

Es enthält viele gute und bedenkenswerte Gedanken und Botschaften, z.B. dass Geschehnisse aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden können, was gerade bei unangenehmen Erfahrungen einen großen Unterschied machen kann. Auch um Träume und individuelle Lebenswege geht es sowie um das große Ganze, das hier Weltenseele genannt und sowohl religiös als auch esoterisch betrachtet wird.

Das könnte ganz viel Stoff zum Nachdenken sein, leider werden die Schlussfolgerungen im Text sehr oft gleich mitgeliefert, so dass der Raum für Interpretationen und das Lesen zwischen den Zeilen begrenzt ist. Außerdem ist die Geschichte an manchen Stellen überraschend engstirnig – da erwähnt der Protagonist eine bestimmte Sache nicht, weil „Araber daran nicht glauben“, und auch Lernen gelingt letztendlich nur auf eine ganz bestimmte Weise, und wer es auf andere Art versucht, scheitert irgendwann oder tritt auf der Stelle.

Die poetische Sprache hat mir gefallen, der Erzählstil ist jedoch eher distanziert, was ich generell weniger mag – ich bin gern nah dran an den Figuren, über die ich lese.

Dank des überschaubaren Umfangs war es so insgesamt eine nette kleine Geschichte. Wäre sie länger, hätte sie mich vermutlich irgendwann genervt.

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