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Veröffentlicht am 01.08.2021

Einfühlsam erzählte Geschichte und zwei ganz außergewöhnliche Hauptfiguren

Ever – Wann immer du mich berührst
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Abbi befindet sich nach einem schweren Autounfall in der Rehaklinik, denn sie muss wieder laufen lernen. Sie macht nur kleine Fortschritte und wird langsam ungeduldig, ist kurz davor, aufzugeben. Nachdem ...

Abbi befindet sich nach einem schweren Autounfall in der Rehaklinik, denn sie muss wieder laufen lernen. Sie macht nur kleine Fortschritte und wird langsam ungeduldig, ist kurz davor, aufzugeben. Nachdem David sie widerwillig als Patientin aufnimmt, macht Abbi erstaunliche Fortschritte. Durch seine empathische und wohlwollende Art schafft er es, Abbi ihre Angst vor möglichen Schmerzen zu nehmen. Eigentlich wollte sich David von ihr fernhalten, denn ihr Vater hat seiner Familie etwas Unverzeihliches angetan und der Hass den David auf ihn entwickelt hat, kann er nur schwer unterdrücken.

Das Buch sticht mit seinen vielen Facetten, der gut durchdachten Geschichte und den außergewöhnlichen Charakteren aus dem Sumpf der N/A Romantikschmökern heraus. Der Phantasie der Autorin sind da zwei wirklich tolle Figuren entsprungen, die ich mit all ihren Stärken und Schwächen sofort in mein Herz geschlossen habe.

Abbis Kampf mit und gegen sich selbst, ihren Niederlagen und ihren Fortschritten, machen aus ihr eine sehr sympathische und authentische junge Frau. Sie kommt aus einer privilegierten Familie, wuchs einigermaßen behütet, wenn auch häufig in Abwesenheit ihrer vielbeschäftigten Eltern, auf und materiell fehlte es ihr an nichts. An ihr ist aber nichts Klischeehaftes, was man Kindern reicher Eltern oft vorwirft, außer vielleicht, dass ihr der Blick für das Fehlen von materiellen Besitztümern fehlt. Abbi mochte ich aber besonders deshalb, weil sie so kompromisslos ehrlich war. Zu sich, aber auch zu allen anderen. Sie hält nichts von Lügen und spricht jeden potenziellen Konflikt an, sodass erst gar kein Konflikt entstehen kann. Ich hätte gern nur halb so viel Rückgrat wie Abbi.

David bringt sie damit allerdings oft aus dem Konzept. So offen und ehrlich ist eben eigentlich kaum einer und man ist dann gezwungen ebenso offen zu sein und die Konflikte sofort und direkt zu besprechen. Die Konfrontation mit Abbis aggressiven, aber sehr liebenswerten Ehrlichkeit, hat David oft sprachlos gemacht, aber auch seinen Horizont erweitert. Ihn mochte ich auch sehr gerne. Ein aufopferungsvoller und aufrichtiger Mensch. Jemand, dem andere Menschen wichtig sind, der sich selbst wahrscheinlich viel zu oft zurückstellt, um andere glücklich zu machen. Einzig seine ständige Gedankenschleife um sein furchtbar „verhunztes“ Leben (er hatte es wirklich nicht einfach!) und den Hass auf Abbis Vater, war mir insgesamt ein bisschen zu viel. Ich hatte es beim dritten, vierten Mal schon verstanden…

Das Verhalten der beiden Hauptfiguren wird durch ihre Vergangenheit glaubhaft erklärt und ich konnte die Handlungen und Motive der beiden sehr gut nachvollziehen.

Die beiden kommen sich ungewollt näher und das Knistern und die Anziehung zwischen den beiden war beinah greifbar. Anfangs fand ich David für einen Physiotherapeuten ein bisschen zu forsch. Auch wenn die beiden sich offenbar von Beginn an zueinander hingezogen fühlten, ging mir die Professionalität ein bisschen zu schnell verloren. David hat sich zwar immer wieder dazu ermahnt, professionell zu bleiben, es gab aber Situationen, da hätte ich mich an Abbis Stelle extrem übergriffig behandelt gefühlt - Anziehung hin oder her.

Die Sidestory über die Verbindung der beiden Familien von Abbi und David war auch interessant und spannend. David befand sich in einer Zwickmühle und kam dadurch immer wieder in echt schwierige Situationen. Er hat das aber alles sehr gut und mutig gelöst. Ich denke, dass Abbi ihm den letzten Schubbs in diese Richtung gegeben hat, weil sie selbst ja auch so mutig und direkt ist.

Mit ihrem einfühlsamen Schreibstil hat die Autorin in einem sehr angenehmen Erzähltempo eine wunderschöne Liebesgeschichte geschaffen, die mit viel Gefühl und wenig Drama auskommt und es nicht nötig hat, alles in einem übertriebenen Happy End in kitschiges Wohlgefallen aufzulösen. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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Veröffentlicht am 30.07.2021

Faszienierende Geschichte

Die Harpyie
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"Ich fragte meine Mutter, was eine Harpyie sei; sie sagte, dass sie Männer für das strafen, was sie tun"

Das Buch erzählt die Geschichte einer Ehe. Der Mann geht fremd und die beiden treffen eine Übereinkunft, ...

"Ich fragte meine Mutter, was eine Harpyie sei; sie sagte, dass sie Männer für das strafen, was sie tun"

Das Buch erzählt die Geschichte einer Ehe. Der Mann geht fremd und die beiden treffen eine Übereinkunft, wie sie damit umgehen wollen.

Dem Schreibstil war ich sofort verfallen. Ich wollte keinen Satz verpassen, manche las ich sogar zweimal. Das Buch ist wirklich auf eine außergewöhnliche Art und Weise geschrieben.

Mit der Protagonistin Lucy konnte ich mich nicht identifizieren, aber sie hat mich fasziniert. Sie ist eine interessante Figur mit einer undurchsichtigen Vergangenheit. Etwas schlummert in ihr und die Verknüpfung mit dem Bild einer Harpyie oder viel mehr mit den verschiedenen Bildern einer Harpyie hat mich beeindruckt.

Die Atmosphäre hatte was Unheilvolles, es war düster und hat dafür gesorgt, dass ich fast die ganze Zeit sehr angespannt gelesen habe.

Die Verletzung auf ihrer Seite und die Schuld auf seiner waren klar zu spüren. Aber da war auch noch der Wunsch, wieder zurück zu dem zu kommen, was die beiden hatten. Sie wussten nur nicht, wie. Sie finden dann aber doch noch einen Weg. Einen ungewöhnlichen, aber er scheint für sie zu funktionieren.

Jakes Angebot hat irgendeinen Wesenszug in Lucy angesprochen, der bisher wohl tief in ihr verschlossen gewesen war... Das Angebot und dessen Umsetzung veränderte sie.

Es ist ja so schon schwer genug, eine Beziehung zu retten, in der betrogen wurde. Aber was danach kam... Ich konnte mir kaum vorstellen, dass man danach noch normal weitermachen kann. Das übersteht doch keine Ehe. Krasse Idee.

Ich bin mir nicht sicher, ob Jake seinen Vorschlag nicht recht schnell bereut hat. Ob er vielleicht gedacht hat, dass sie ihn nicht annehmen würde oder ob er nicht damit gerechnet hat, was dann auf ihn zukommt. Aber er macht keinen Rückzieher. Vielleicht hat er wirklich gehofft, so seine Ehe zu retten.

Mir hat es gefallen, wie Mutterschaft in diesem Buch als das dargestellt wird, was es ist und nicht wie die Allgemeinheit es gern hätte. Was von einer Frau verlangt wird, wie eine perfekte Mutter von der Gesellschaft gezeichnet wird, ein sehr unrealistisches Bild. Ihre Auseinandersetzung mit sich selbst, ihrer Vergangenheit, ihrer Ehe und ihrem Selbstbild als Mutter mochte ich sehr.

Das Ende fand ich irritierend und ehrlich gesagt etwas besorgniserregend ^^ ich bin mir nicht sicher, ob ich das Werk in seiner Gänze begriffen habe, fand es aber im Gesamten richtig gut. Vor allem der Schreibstil hat es mir angetan. Ich verstehe, warum das Buch polarisiert. Ich hatte ein außergewöhnliches Leseerlebnis und bin froh, dass ich mich für dieses Buch entschieden habe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.07.2021

Was uns (un-)menschlich macht

Bloom
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Endlich konnte gegen diese zerstörerischen Alienpflanzen ein Herbizid hergestellt werden. Aber die Menschen können sich nur kurz in Sicherheit wiegen, da fängt es schon wieder an, merkwürdige Dinge zu ...

Endlich konnte gegen diese zerstörerischen Alienpflanzen ein Herbizid hergestellt werden. Aber die Menschen können sich nur kurz in Sicherheit wiegen, da fängt es schon wieder an, merkwürdige Dinge zu regnen. Dieses Mal sind es keine Pflanzensamen. Was ist es dann? Eier? Larven? Eins ist klar, der Horror aus dem Weltall ist noch nicht überstanden...

Die Welt ist noch immer voller Monsterpflanzen, denn es kann einfach noch nicht genügend Vernichtungsmittel hergestellt werden. Zuerst wurde die Erde mit fremder Flora ausgestatte und jetzt folgt Fauna. Überall beginnen gruselige Insekten zu schlüpfen und die Menschen anzugreifen. Das scheint eindeutig eine Vorbereitung auf eine Invasion zu sein.

Anaya, Petra und Seth haben herausgefunden, dass sie nur zur Hälfte menschlich sind. Man kann es jetzt ganz deutlich sehen, sie entwickeln sich immer weiter, aber alle unterschiedlich. Und die kanadische Staatsgewalt weiß es jetzt auch. Sie stufen sie als Gefährdung ein. Sie werden weggesperrt mit weiteren jugendlichen Hybriden, die so sind, wie sie. Das Militär will sie testen, macht Experimente und langsam bekommt man das Gefühl, dass sie sie selbst als Waffe einsetzen wollen. Wer sind in dieser Geschichte eigentlich die wahren Monster? Alle haben Angst, keiner weiß mehr, wie man sich richtig verhalten soll, Verrat und Misstrauen findet sich jetzt an allen Ecken. Sogar unter unseren drei Freund:innen.

Ich fand es echt schlimm, wie die Kinder dort behandelt wurden... Sie haben ihnen ihre Menschlichkeit einfach abgesprochen und ihnen im selben Zug ihre Menschenrechte genommen... Das war teilweise echt brutal.

Die Geschichte entwickelte sich in eine unerwartete Richtung. Irgendwie war es plötzlich „wir gegen den Rest der Welt“. Dann wird auch noch entdeckt, dass die Jugendlichen Sender/Empfänger in ihren Köpfen eingepflanzt bekommen haben. Können sie Signale senden und empfangen? Von wem, an wen? Was bedeuten die kryptischen Botschaften? Steht nun wirklich eine Invasion bevor?

Es ergibt sich eine interessante Entwicklung sowohl von den Kräften als auch den Charaktern der Figuren. Die entwickeln sich zusammen mit ihren Fähigkeiten in die eine oder andere Richtung. Das hat einfach eine interessante Dynamik zwischen den verschiedenen Hybriden geschaffen.

Die Alien-DNS schien bei manchen die Oberhand zu gewinnen, aber macht es sie dann zu Verbündeten der Aliens oder überhaupt zu Feinden? Ich denke eher, dass die unmenschliche Behandlung sie zu Feinden der Menschen machen könnte, aber nicht ihre DNS.

Die Figuren waren alle etwas eigen. Besonders Esta war mir suspekt. Sie hatte plötzlich sehr radikale und engstirnige Ansichten... Und Seth hat sich im Vergleich zum ersten Buch in eine Richtung entwickelt, die ich nicht mochte. Es passte aber richtig gut zur Geschichte. Es brachte eine spannende Dynamik rein. Und Petra ist mir irgendwann nur noch auf die Nerven gegangen. Alte Petze.

Insgesamt eine schöne Fortsetzung. Man merkt schon, dass es ein „Horrorbuch“ für jüngere Leser:innen ist, aber das hat den Lesespaß nicht gebremst. Das Buch endet mit einem wirklich fiesen Cliffhanger, der mich neugierig auf Band 3 zurückließ.

  • Cover
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Veröffentlicht am 24.07.2021

Sehr spannender Auftakt

Neon Birds
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Ein Virus aus Nanobots, ein gescheitertes Experiment, verwandelt die Menschen in emotionslose hochfunktionale Zombies. Die Nanobots lernen und die Mojas werden von Generation zu Generation besser, gefährlicher, ...

Ein Virus aus Nanobots, ein gescheitertes Experiment, verwandelt die Menschen in emotionslose hochfunktionale Zombies. Die Nanobots lernen und die Mojas werden von Generation zu Generation besser, gefährlicher, effizienter - tödlicher! Die Menschen versuchen die Mojas in Sperrzonen von sich fernzuhalten, aber sie haben einen Weg gefunden. Der Kampf zwischen Moja und Menschen wird unausweichlich und mittendrin kämpfen Luke, Flover, Okijen und Andra um das Überleben der Menschheit.

Den Einstieg fand ich super. Es startet actionreich, ich war gleich mittendrin und das Kopfkino lief auch direkt mit. Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Die Details werden nur langsam eingestreut, immer wieder kommen neue Informationen, die die Welt, die die Autorin geschaffen hat, ein Stück weiter vervollständigen.

Das World Building mochte ich auch sehr gerne. Wir befinden uns im Jahr 2021, die technologischen Fortschritte gepaart mit den erzwungenen Einschränkungen wegen des Virus, sind eine geniale Mischung. In der Sperrzone befinden sich ca 4 Millionen Mojas. Die Dimensionen sind schon krass.

Die Mojas sind auch total gut ausgearbeitet. Sie entwickeln sich weiter, was echt beunruhigend ist, denn sie waren ohnehin schon schneller, stärker und schlauer als die nicht modifizierten Menschen.

Unsere Held:innen müssen sich nicht nur den Mojas entgegen stellen, sondern auch noch irgendwelchen Terroristen. Es gibt da nämlich noch eine Sekte, die den KAMI Virus als Gott verehren. Ob sie aber wirklich mit all dem etwas zu tun haben, ist nicht sicher.

Einzig mit den Figuren konnte ich nicht viel anfangen. Ich mochte sie, sie waren auch einigermaßen authentisch, aber ich habe keine Connection zu ihnen aufbauen können. Die Beziehung zueinander waren nicht so gut ausgearbeitet und ich konnte auch keine Charakterentwicklung erkennen.

Es wird aus vier Perspektiven erzählt. Luke hält sich aus irgendeinem Grund versteckt und ist untergetaucht. Von seinen Eltern wird er sogar für tot gehalten. Was hat er für ein Geheimnis?

Und Flover hat eine Psycho-Mutter, die ihn versucht dazu zu bringen, etwas zu sein, was er nicht ist. Die beiden sind Mitbewohner und studieren zusammen an derselben Uni. Er und Luke sind beste Freunde, aber gespürt habe ich das irgendwie nicht, auch wenn es ständig gesagt wurde.

Okijen ist ein hochrangiger Wunder-Soldat, dessen Körper technisch verbessert wurde. Ihn fand ich am wenigsten greifbar.

Andras Rolle in der ganzen Geschichte ist für mich noch unklar, aber irgendwie vermute ich, dass sie eine Schlüsselrolle hat.

Die Welt ist brutal, genau wie die Menschen, die sie bevölkern. Die Umstände haben sie so geformt. Manchmal hat mich ihr unbarmherziges Handeln schockiert. Es muss häufig kurzer Prozess gemacht werden. Keine Zeit für Mitgefühl. Zögern kann tödlich sein.

Ich hatte das Gefühl, der Fokus lag auf der Spannung und auf der Action und nicht auf Charakterentwicklung. Das war aber nicht so schlimm, das Buch hatte auch so ein starken Sog.

Das Ende hat mich völlig fertig gemacht, es war so nervenaufreibend. Es passierte so viel und so schlimm und überraschend und schockierend und spannend und :D

Das Buch endet mit ungefähr 500 Cliffhangern auf einmal. Ich bin richtig gespannt, wie es in Teil zwei mit unseren Held:innen weitergeht. So viel Potential, dass alles den Bach runtergeht!!

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Veröffentlicht am 23.07.2021

Der Anfang war vielversprechend, doch konnte das Buch das Versprechen leider nicht halten…

Kronenkampf. Geschmiedetes Schicksal
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Beim Kronenkampf soll festgestellt werden, wer gerade der oder die Stärkste magisch Begabte unter den Kupfernen oder den Eisernen ist. Denn nur die stärksten und mächtigsten Magiebegabten sind bestimmt, ...

Beim Kronenkampf soll festgestellt werden, wer gerade der oder die Stärkste magisch Begabte unter den Kupfernen oder den Eisernen ist. Denn nur die stärksten und mächtigsten Magiebegabten sind bestimmt, das Land zu regieren. Eigentlich wollte Fiana nie Teil des Kronenkampfes sein, hat ihr Leben lang ihre Geheimnisse vor aller Augen hüten können, doch plötzlich und unerwartet nimmt sie selbst daran teil und ihr dunkelstes Geheimnis droht aufzufliegen.

Der Einstieg in die Geschichte, ein kurzes Ritual und ein großes buntes Fest, hat mir sehr gut gefallen. Die Atmosphäre war mystisch und auch wenn ich zu dem Zeitpunkt noch gar keinen Durchblick hatte, wurde ich von der Geschichte gefangen genommen. Der Anfang war vielversprechend, doch konnte das Buch das Versprechen leider nicht halten…

Ich kam sehr schnell durch die Seiten, der Schreibstil lässt sich angenehm lesen, fühlt sich authentisch an. Zu Fiana hatte ich schnell eine Connection und ich mochte sie eigentlich ganz gerne. Sie schien selbstbewusst und nicht einfach alles mit sich machen zu lassen, weiß sich zu wehren. Ein dunkles Geheimnis umgibt sie und mir war lange Zeit nicht klar, worin es bestand. Dieses Geheimnis bringt sie dazu, ständig zu wiederholen, dass sie den Kronenkampf auf keinen Fall gewinnen will. Sie wünscht sich in einer Endlosschleife, zu verlieren und betont immer wieder, dass sie sich nicht zur Königin eignet. Das war so ermüdend, bis mich ihr zunächst sympathisches Wesen am Ende einfach nur noch genervt hat.

Eine hochbegabte Magierin, die den Kronenkampf auf keinen Fall gewinnen will. Ich hab’s ihr irgendwann auch einfach nicht mehr abgekauft... „Ich will doch nur alle vor meinen Kräften schützen blabla...“ Am Ende kann sich dann aber doch plötzlich erstaunlich schnell und unaufgeregt mit ihrem Schicksal abfinden. Es wurde am Ende tatsächlich nachvollziehbar, warum sie sich so verhalten hat. Genervt hat’s mich bis dahin aber trotzdem.

Ich konnte mit Fiana insgesamt dann doch nicht so viel anfangen. Ständig macht sie das Richtige und was "schicklich" ist. So selbstlos und stellt sich immer zurück. Meeeeh... Ne ^^ Die Connection, die ich am Anfang zu ihr aufgebaut hatte, hab ich relativ schnell verloren.

Kayden fand ich auch erst sympathisch und später eher anstrengend. Kupfernen und Eisernen ist es verboten, sich zu vereinen. Aus ihrer Verbindung kann etwas Furchtbares entstehen. Man kann sich in einen Dragen verwandeln oder sterben. Beides keine sehr angenehmen Vorstellungen, aber leider kann man sich nicht aussuchen, in wen man sich verliebt. Das Love Interest war von Anfang an zum Scheitern verurteilt und ich war tatsächlich gespannt, wie die Autorin das auflösen würde.

Die Idee, die Welt und die Auflösung waren echt cool und der Kronenkampf um den Eisenthron auch einigermaßen spannend. Allgemein fand ich die Welt und die Art der Menschen (und der Magiebegabten), zu leben sehr interessant. Ich wollte wissen, was es mit den Dragen auf sich hat und mit den beiden verschiedenen Arten von Magie. Die Geschichte hätte aber gerne etwas aufregender erzählt werden können. Zwischendurch wurde es meiner Ansicht nach grundlos künstlich in die Länge gezogen. Der Spannungsbogen war eher flach.

Am Ende konnte mich das Buch nicht ganz überzeugen. Ich mochte die meisten Figuren nicht und habe mich an einigen Stellen einfach gelangweilt. Für die außergewöhnliche Idee und die Auflösung der gesamten Story konnte ich mich aber begeistern, weswegen ich das Buch unter den aufgezählten Vorbehalten schon weiterempfehlen kann.

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