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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.04.2021

Tolles Finale mit viel Potential für die zweite Staffel

Die Totenbändiger. Leichenfunde
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Den Schock vom Cliffhanger des letzten Teils musste ich erst noch verdauen. Klar, dass bei diesen Todesfällen die Familie Hunt erstmal als die Hauptverdächtigen gelten...

Die ganze Sache heizt natürlich ...

Den Schock vom Cliffhanger des letzten Teils musste ich erst noch verdauen. Klar, dass bei diesen Todesfällen die Familie Hunt erstmal als die Hauptverdächtigen gelten...

Die ganze Sache heizt natürlich die Diskussion um die Frage nach der Gefahr, die potentiell von Totenbändigern ausgeht, weiter an. Ich fand es schön, dass aber immer mehr Leute auch die Menschen hinter den Totenbändigern sehen und nicht nur die Gefahr. Das lässt hoffen :)

Das zweite Pärchen, das sich gebildet hat, war absehbar, aber ich bin damit überhaupt nicht glücklich... Das passt für mich überhaupt nicht und ich hätte mir etwas anderes gewünscht. Das macht mich richtig unzufrieden

Der Plan, den die Familie ausgeheckt hat, ist gut! Damit hatte ich nicht gerechnet. Hoffentlich bringt die Aktion sie auch wirklich weiter. Gute Aktion 😁

Die Ereignisse überschlagen sich. Evan wird immer besser im Abwehren. Blaine baut Mist. Es werden neue Entdeckungen gemacht. Cam versucht sich an noch mehr zu erinnern. Schrittweise nähern wir uns der Lüftung von Cams mysteriösen Fall. Die Fäden ziehen sich langsam zusammen.

Dieser Teil war wieder sehr actionreich und voller überraschender Wendungen. Von vielen Erkenntnissen war ich überrascht und über einige bin ich auch echt schockiert. Es ist alles noch viel schlimmer, als erwartet.

Die Autorin erzählt eine spannende Geschichte mit viel Witz und Herzlichkeit und spricht ganz nebenbei wichtige gesellschaftliche Themen an. Das zieht sich durch die ganze Reihe. Fremdenhass, LGBTQ, selbstverletzendes Verhalten und einen angemessenen Umgang mit all diesen Dingen. Die Geschichte ist nicht nur unterhaltsam, man kann auch viel dabei (über sich und andere) lernen.

Das Finale der ersten Staffel fand ich richtig gut. Sowohl der Schreibstil, die sympathischen Charaktere und die authentischen Dialoge sind der Autorin in der gesamten Reihe absolut gelungen. Die Figuren und die Beziehungen zwischen ihnen entwickeln sich interessant und die Geschichte ist voller Ideenreichtum und spannend geschrieben. Einiges blieb noch offen und es wurden auch ein paar neue Stränge und Theorien aufgemacht. Viel Stoff für die Fortsetzungen. Ich bin ein Fan der Totenbändiger-Reihe und freue mich auf die zweite Staffel.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.04.2021

Viel Action, wenig Drama. Dieser Teil gefiel mir besonders gut.

Die Totenbändiger. Staffel 1: Äquinoktium. Unheilige Nacht. Band 5-6
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Es findet irgendeine Art der Veränderung bei den Geistern und Wiedergängern statt, jemand scheint sie zu manipulieren. Aber wer und zu welchem Zweck? Und hat das alles was damit zu tun, was Cam damals ...

Es findet irgendeine Art der Veränderung bei den Geistern und Wiedergängern statt, jemand scheint sie zu manipulieren. Aber wer und zu welchem Zweck? Und hat das alles was damit zu tun, was Cam damals passiert ist?

Im letzten Band lag der Fokus auf der Perspektive der Kids, dieses Mal begleiten wir mehr die älteren Protagonist:innen. Finde ich gut ausbalanciert. Die Geschichte kommt so nicht ins Stocken und bleibt spannend. Diese Passagen gefallen mir immer etwas besser, weil weniger Drama.

Die Hinweise ihres Falls verdichten sich und trotzdem komme ich einfach nicht dahinter, was genau die Hintergründe sind und wie alles zusammenhängt. Und hinter jedem neuen Fall vermute ich eine Verbindung zu Cams Fall und ich weiß nie, ob ich mich irre... Ich werde es wohl erst ganz am Schluss wissen.

Die Häppchen, die wir beim Lesen bekommen, sind gerade groß genug, um zu spekulieren, aber nicht zu viel, dass die Spannung abflacht.

Ganz ohne Cam und seine Freunde bzw. "Geschwister" müssen wir aber nicht auskommen. Auch sie sind wieder dabei und bereichern das Lesevergnügen mit ihren ehrlichen und authentischen Charakterzügen :) ich kann nur immer wieder betonen, wie sympathisch die Figuren ausgestaltet wurden, mit ganz viel Tiefe und Authentizität.

Die Idee eines Seelenverstecks fand ich von Anfang an cool, aber jetzt eines genauer kennenzulernen war schön. Und den Seelenstern fand ich auch toll ⭐

Jaz und Ellie sind richtig süß zusammen. Sowieso sind die zwei ganz tolle Figuren. Die zwei mag ich mit am meisten. So herzlich und stark und mutig, einfach sympathisch :)

Ich habe mich mal wieder sehr über den freundschaftlichen Schlagabtausch zwischen den einzelnen Figuren amüsiert. Die Dialoge machen einfach Spaß. Die Mischung von Witz und Dunkelheit ist der Autorin absolut gelungen.

Endlich kommen auch noch ein paar mehr Hinweise zu Cams Fall ans Licht. Wir kommen immer näher! Bald wird der Fall gelöst. Ich will dringend wissen, was es mit den Ereignissen von damals und heute auf sich hat.

Und der obligatorische (schockierende) Cliffhanger ist wirklich der schlimmste bisher... Ich muss unbedingt wissen, wie es weitergeht!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.04.2021

Ist lesenswert, wenn auch weniger eingängig in ihrer Botschaft und leider etwas schwächer als die Vorgänger.

Die Letzten ihrer Art
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Wir begleiten drei Menschen aus drei verschiedenen Jahrhunderten. Gemeinsam haben sie ihre Leidenschaft für vom Aussterben bedrohte Tierarten - vor allem für Wildpferde. Alle kämpfen sie auf ihre Weise ...

Wir begleiten drei Menschen aus drei verschiedenen Jahrhunderten. Gemeinsam haben sie ihre Leidenschaft für vom Aussterben bedrohte Tierarten - vor allem für Wildpferde. Alle kämpfen sie auf ihre Weise für das Überleben ihrer Art.

Eva lebt mit ihrer Tochter Isa 2068 in Norwegen. Es ist niemand mehr da, ganz Europa wandert. Die Dürre hat sie zur Flucht gezwungen. Zuerst gab es einen Kollaps, darauf folgte ein sieben Jahre anhaltender Krieg. Das Ökosystem ist völlig aus dem Gleichgewicht geraten. Einige Tierarten überlebten das nicht, andere profitierten davon.

Nun lebt sie abgeschottet auf ihrem Hof, beschützt wilde, beinah ausgestorbene Tiere und hat keinen Kontakt zur Außenwelt, seit die Telefonverbindungen abgebrochen sind. Ihre Tochter möchte sie zum Weggehen bewegen, aber Eva hängt an dem Hof und an ihren Wildpferden.

Als Louise auftaucht und sie sie bei sich aufnehmen, ändert sich die Dynamik. Ich mochte, wie die Autorin zeigt, dass schwere Zeiten das Schlechteste, aber auch das Beste in den Menschen hervorbringt. Louise ergänzt die kleine Familie perfekt.

Karin ist Tierärztin und ihre Geschichte beginnt 1992 in der Mongolei Karin, denn dort startet sie ein Auswilderungsprojekt für Wildpferde. Sie bringt die Takhis zurück in die mongolische Steppe. Es sind die Pferde, die schon auf den Höhlenmalereien der Steinzeit zu sehen waren und sie hat eine ganz besondere Beziehung zu ihnen.

Ich mochte Mathias, Karins Sohn. Er ist so offenherzig und direkt, sehr sympathisch. Die Beziehung zwischen Mutter und Sohn schien durch irgendetwas erschüttert und ich bin nicht dahintergekommen, warum sie Karin ihm gegenüber so distanziert verhält. Sie ist ihm gegenüber so abweisend. Ich habe die Beziehung der beiden nicht so richtig verstanden. Er hat eine Drogen-Vergangenheit. Die Distanz, die von ihr ausgeht, konnte ich aber trotzdem nicht verstehen. Schuld? Scham? Kann sie sich einfach nicht in die Mutterrolle einfügen? Auch sonst konnte ich nicht viel mit ihr anfangen. Mit Karin bin ich nicht warm geworden. Sie ist so anstrengend. Ich habe ständig über sie die Augen gerollt. Die Versuche ihrer Mitmenschen, mit ihr in Beziehung zu gehen, hat sie allesamt abgeschmettert. Sie lebt scheinbar nur für ihre Tiere. Und die Geschichte der Auswilderung der Pferde habe ich mit Begeisterung verfolgt. Mit eine:r sympathischeren Protagonist:in hätte es aber noch mehr Spaß gemacht ^^

Zuletzt ist da noch Michail. Er lebt 1883 in St Petersburg und auch er interessiert sich für Wildpferde. Er hat eine hohe Stellung in einem Zoo und möchte ein paar Exemplare als Attraktion herholen.

Auch wenn seine Geschichte eigentlich ziemlich spannend war, hat sie sehr lange gebraucht, bis sie mich packen konnte. Er und Wilhelm planten eine Reise in die Mongolei, um Wildpferde einzufangen. Bis sie endlich aufgebrochen sind war die Hälfte des Buches vorbei und es ist nichts Nennenswertes passiert. Dafür mochte ich die beiden Figuren in dieser Geschichte am liebsten. Michail und Wilhelm sind beide ganz besonders. Liebenswert und brennen für ihre Leidenschaft. Ich dachte die ganze Zeit, es würde vielleicht zwischen den beiden knistern. Ich habe mich mit den beiden sehr wohlgefühlt.

Ich mag Maja Lundes Art zu erzählen. Es sind zunächst immer drei Geschichten von verschiedenen Menschen aus unterschiedlichen Zeiten. Erst hat man gar nicht das Gefühl, dass die Geschichten etwas miteinander zu tun haben, aber am Ende erkennt man die losen Fäden und dass zwar jede Geschichte für sich steht, aber alles auch irgendwie zusammenhängt.

Außerdem hab ich mich sehr gefreut, eine der Geschichten aus dem letzten Buch in diesem hier weiterlesen zu dürfen. Es war eine Geschichte, die mich damals schon sehr betroffen gemacht und sehr interessiert hat und sie hat in diesem Buch noch einen Abschluss bekommen.

Insgesamt hat mir das Buch ganz gut gefallen. Es gab allerdings viele Längen und mit einigen Figuren hatte ich meine Probleme. Es war schwächer als die beiden Vorgänger, aber die warnende Botschaft, die dahintersteckt ist einfach lesenswert. Ich bin schon gespannt auf den Abschlussband.

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Veröffentlicht am 12.04.2021

Herzzerreißend und sehr bewegend

Blumen für Algernon
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Dieser Roman erzählt die Geschichte von Charlie, bei dem eine Intelligenzminderung vorliegt und der mit Hilfe einer Operation innerhalb eines Experiments zu einem überdurchschnittlich hohen IQ kommt.

Die ...

Dieser Roman erzählt die Geschichte von Charlie, bei dem eine Intelligenzminderung vorliegt und der mit Hilfe einer Operation innerhalb eines Experiments zu einem überdurchschnittlich hohen IQ kommt.

Die Geschichte wird in Form von Fortschrittsberichten erzählt. Charlie hat den Auftrag bekommen, seine täglichen Erlebnisse in eine Art Tagebuch zu schreiben, um seine Fortschritte innerhalb des Forschungsprojektes nachverfolgen zu können. Die Art des Erzählens fand ich sehr einnehmend und gut durchdacht. Es hat mir das Lesen zwar nicht sehr leicht gemacht und ich habe relativ lange für die wenigen Seiten gebraucht. Nichtsdestotrotz war es ein außergewöhnliches Leseerlebnis für mich.

Charlie erklärt uns, dass er bei einem Experiment mitmachen würde und dafür eine Operation brauche, die seine Intelligenz steigern sollte. Man hat bei ihm einen IQ von 68 und somit eine Intelligenzminderung errechnet. Er geht in eine Schule für "retardierte" Erwachsene und möchte gerne intelligenter sein. Er glaubt nämlich Intelligenz ist der Schlüssel zum Glück. Er hofft, dass er dann endlich Freunde findet.

Dafür muss er ein paar Tests durchlaufen. Bei einem davon muss er gegen einen Mäuserich namens Algernon antreten. Dasselbe Labyrinth und wer es schneller ans Ziel schafft. Algernon gewinnt.

Durch seine Intelligenzminderung wirkt Charlie sehr kindlich. Häufig versteht er die Dinge ganz anders, kann das große Ganze nicht begreifen. Er ist aber sehr sympathisch und versucht sich die Welt trotzdem auf irgendeine Weise zu erklären. Ich mochte ihn von Anfang an. Und durch den Tagebuchstil fühlte ich mich ihm auch sehr nah. Er ist stets darauf bedacht, alles richtig zu machen und die Menschen um sich herum zufrieden zu stellen.

Es kommt nur langsam heraus, um was für ein Experiment es sich handelt und welche Ziele die Forschenden verfolgen. Charlies Perspektive ist recht eingeschränkt und man verrät ihm auch nicht sehr viel. Es blieb also im Großen und Ganzen erstmal ein Geheimnis.

Mit seiner Intelligenz wuchs natürlich auch sein Verständnis von dem, was die Menschen um ihn herum mit ihm anstellten. Er musste feststellen, dass die Menschen nicht mit ihm, sondern über ihn lachten und dass sie keine echten Freunde waren, sie hatten ihn nur zu ihrer Belustigung bei sich. Es war schwer auszuhalten. Der arme Charlie. Und leider wächst mit seiner Intelligenz nicht seine emotionale Reife, was ihn vor weitere Problematiken stellt.

Er erinnert sich an mehr und mehr und kann die Ereignisse mit seiner neu erworbenen Intelligenz nun anders bewerten. Rückblickend betrachtet sind ihm irgendwie nicht sehr viele gute Dinge in seinem Leben passiert. Ich hatte kein gutes Gefühl. Es lag etwas in seinen Erinnerungen verschüttet und ich hatte Angst, was passiert, wenn es rauskommt.

Dieses Buch hat mich wütend gemacht. Was Menschen tun, um sich besser zu fühlen, um sich überlegen zu fühlen, um über ihre eigene Minderwertigkeit hinwegzutäuschen. Charlie beginnt zu verstehen, dass das alles auf seine Kosten passierte.

"Selig sind, die geistig arm sind" …das soll natürlich nicht die Moral der Geschichte sein, aber man hatte schon das Gefühl, dass Charlie glücklicher war, als er noch nicht begriff, was um ihn herum passierte. Seine Entwicklung war spannend zu verfolgen und ich habe ihm nur das Beste gewünscht.

Zuletzt glaube ich, will die Geschichte uns sagen, dass auch vermeidlich dumme Menschen, Menschen, denen wir uns überlegen fühlen, Menschen sind. Es sind fühlende Wesen, die mit genauso viel Respekt behandelt werden sollten, wie alle anderen auch. Es ist eine herzzerreißende Geschichte, die ich gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 10.04.2021

"Zwischen Leben und Tod liegt eine Bibliothek"

Die Mitternachtsbibliothek
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Als Nora stirbt, wacht sie einer Bibliothek auf - voller Bücher mit möglichen Leben von ihr. Manche sind ihrem Leben sehr ähnlich, andere sind ganz anders. Manchmal reichen kleine Entscheidungen, um ein ...

Als Nora stirbt, wacht sie einer Bibliothek auf - voller Bücher mit möglichen Leben von ihr. Manche sind ihrem Leben sehr ähnlich, andere sind ganz anders. Manchmal reichen kleine Entscheidungen, um ein Leben in eine ganz andere Richtung zu lenken. Nora bereut so viel… vielleicht hat sie es in einem anderen Leben besser gemacht? Sie probiert die Leben aus, eines nach dem anderen. Findet sie das Leben für sich, dass wirklich lebenswert ist?

Die Thematik des Buches find ich super! Der Einstieg war aber ziemlich deprimierend. Hat mich voll runtergezogen :D Nora steckt in diesem schwarzen Loch. Matt Haig hat ihre depressive Stimmung so gut transportiert, dass ich selbst ganz niedergeschlagen war und Noras Entscheidung, ihr Leben zu beenden, nachvollziehen konnte. Sie konnte einfach nichts finden, wozu es sich noch zu leben lohnt... Da gab es natürlich mit Sicherheit noch was, irgendetwas gibt es immer, aber sie konnte es nicht sehen oder es war nicht genug.

Sie landet in der Bibliothek und es fühlt sich an, wie eine neue Chance.

Es war nur so, dass sie keine Erinnerungen an das alternative Leben hat, in das sie schlüpfte. Das war echt ungeschickt. Sie war dann gar nicht der Mensch, den das jetzige Leben geformt hat, sondern die alte Nora in einem fremden Leben. Wie sollte sie wissen, ob sie glücklich ist, wenn sie gar nicht der Mensch ist, dem das Leben gehört? Es ist einfach utopisch als Absolventin eines Philosophie-Studiums in die Gletscherforschung zu gehen. Ich fand es unglaublich frustrierend, wie ausgeschlossen - von vornherein - ein Verbleib in diesen ganzen Leben war. Wozu denn das Ganze?

Ich glaube, es ging darum, zu sehen, dass man im Leben zu viel bereut, obwohl man gar nicht weiß, ob eine andere Entscheidung einen letztendlich glücklicher gemacht hätte. Es zeigt, dass Erfahrungen und ihre Bewertungen den Menschen formen und dass Entscheidungen aus jemandem eine komplett andere Person machen können. Das Buch hat mich dazu gebracht über mich und meine Entscheidungen nachzudenken und darüber zu philosophieren, was passiert wäre, wenn ich manchen Menschen nicht begegnet wäre. Wer wäre ich dann? Die Menschen, die einen durch das Leben begleiten, formen dich. Es ist echt erstaunlich, wie viel eine Abbiegung nach links statt nach rechts ausmachen kann. Für deine gesamte Persönlichkeit.

"Man sollte die Bedeutung nebensächlicher Dinge nie unterschätzen" S. 281

Nora selbst konnte ich ehrlich gesagt nicht leiden. Ich konnte ihre Entscheidungen und ihre Gedankengänge nicht nachvollziehen, fand, dass sie ständig egoistisch und unbedacht gehandelt hat. Ihre Entwicklung fand ich aber interessant und ich mochte, zu welchen Schlüssen sie am Ende gekommen ist.

Das klingt vielleicht verrückt, aber als ich das Buch beendet hatte, habe ich so eine tiefe Zufriedenheit für mein Leben empfunden. Nicht dass ich zuvor unzufrieden gewesen wäre, aber ich habe die Zufriedenheit bewusst wahrgenommen. Das sollte ich öfter mal machen, war ein gutes Gefühl :D

So ganz rund fand ich das Buch allerdings nicht. Ich bin mir nicht sicher, ob das mit den zeitlichen Abläufen so immer hingehauen hat und ich glaube, es war auch in seiner Eigenlogik nicht ganz konsistent. Trotzdem mochte ich das Buch sehr gerne. Es hat mich gut unterhalten und mir spannende Denkanstöße mitgegeben. Die Geschichte hat mir einfach ein gutes Gefühl gegeben.

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