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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.10.2020

Ich liebe den Schreibstil, die Charaktere und die Story!

Nevernight - Die Rache
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Mias Plan scheint aufgegangen zu sein, sie hat ihre Rache an Scaeva bekommen. Nun muss sie noch mit ihren Freunden und ihrem Bruder aus der Stadt fliehen. Doch als sie erfährt, dass dieser doch noch am ...

Mias Plan scheint aufgegangen zu sein, sie hat ihre Rache an Scaeva bekommen. Nun muss sie noch mit ihren Freunden und ihrem Bruder aus der Stadt fliehen. Doch als sie erfährt, dass dieser doch noch am Leben ist, muss sie ihre Pläne ändern. Ein totgeglaubter Freund zeigt ihr allerdings einen ganz neuen Weg auf. Ist dieser Weg nun ihr Schicksal?

Die Zusammenfassung der Geschehnisse der ersten beiden Teile war wieder sehr hilfreich und erleichterten mir den Einstieg enorm. Dieses Mal gab es auch viel weniger Fußnoten. Eigentlich schade, die haben schon ein bisschen den Charakter der Trilogie ausgemacht. Außerdem erfahren wir endlich, wer die Erzählperson der Trilogie ist.

Der Schreibstil gefällt mir so gut. Dass er ein bisschen herb ist und an der einen oder anderen Stelle viel geflucht wird, passt perfekt zum Buch und zur Atmosphäre. Ich bin wirklich ein Fan des Schreibstils des Autors. Humorvoll, zynisch, leidenschaftlich, trocken und trotz allem sehr angenehm zu lesen.

Alle Puzzleteilen lassen sich langsam zu einem Gesamtbild zusammensetzen, aber es fehlten ein paar und manche waren eindeutig von einem anderen Puzzle und ließen sich nicht einsetzen :D Mias Weg ändert sich, Mias Feinde werden Freunde und umgekehrt. Es folgen unglaubliche Offenbarungen und Enthüllungen, die erst das Ausmaß dieser komplexen, aber geschickt zusammengesetzten Geschichte deutlich machten. So gut durchdacht. Ich bin beeindruckt! Ich hab selten ein Buch gelesen, dass so geschickt alles in einen Gesamtzusammenhang bringt. Alles machte plötzlich Sinn, auch die Dinge, über die ich mir eigentlich gar keine Gedanken gemacht hatte 😱 Mia erkennt die Wahrheit und bekommt eine letzte große Aufgabe. Ihre Bestimmung ist eine andere, als sie geglaubt hat...

Mias Entwicklung finde ich sehr gelungen. Sie hat sich so verändert, aber ist sich trotzdem immer treu geblieben. Sie hat endlich Freunde und Liebe in ihr Leben gelassen und hat gelernt zu vertrauen. Trotzdem ist sie immer noch mutig, selbstlos, ein bisschen lebensmüde und hat immer noch all die Eigenschaften, die sie zu Mia machen. Diese Figur hat der Autor mit so viel Tiefe und Details ausgestattet. Aber auch die anderen Charaktere. Keiner bleibt blass, alle bekommen Farbe und sind dreidimensional.

Es gab viele spannende Momente, aber auch viele berührende. Es ist humorvoll, aber auch tiefsinnig. Es ist einfach ein rundum gelungenes Gesamtpaket. Ich habe bei dieser Reihe rein gar nichts zu meckern. Sehr ungwöhnlich :D

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.10.2020

Die Idee fand ich super, die Charaktere konnten mich aber nicht überzeugen.

Elbendunkel 1: Kein Weg zurück
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Luz lebt in ihrer „Heile-Welt“-Blase als Tochter eines hochrangigen Mitglieds der Elbensicherheitsbehörde, die für eine Unterdrückung und Beschneidung der Rechte für Elben kämpft. Dort herrscht ein regelrechter ...

Luz lebt in ihrer „Heile-Welt“-Blase als Tochter eines hochrangigen Mitglieds der Elbensicherheitsbehörde, die für eine Unterdrückung und Beschneidung der Rechte für Elben kämpft. Dort herrscht ein regelrechter Elbenhass, was die Gesellschaft spaltet. Leider verliebt sich Luz in einen Halb-Elben, der sie mit einem Ruck in eine ihr bisher unbekannte Realität zieht, vor der sie bisher geschützt war. Durch einen dummen Zufall wird sie von der Behörde aufgelesen und einem Bluttest unterzogen, welcher ihr ganzes Leben von nun an auf den Kopf stellt. Auf der Flucht lernt sie, dass nicht alles ist, wie man es ihr beigebracht hat und muss plötzlich um ihr Leben kämpfen.

In dieser Welt herrscht Ungerechtigkeit: es gibt kein gleichberechtigtes Miteinander von Menschen, Licht- und Dunkelelben. Elbenkinder und Mischlinge ab 50% Elbenblut werden in Anstalten zu Demut erzogen. Sie alle werden gekennzeichnet, gebranntmarkt und gechippt. Die neusten Gesetze verlangen sogar einen Killswitch in den Implantaten bei den Dunkelelben, denn diese gelten als gefährlich, weil gewaltbereit und höchst aggressiv sein sollen.

Ich bin erstmal überhaupt nicht in die Geschichte reingekommen. Die Geschichte beginnt stark, steuert aber dann auf ein heilloses Durcheinander zu. Wer hat jetzt wen verraten und wer steht auf wessen Seite und welche Seiten gibt es überhaupt? Auch der Schreibstil ist sehr angenehm, aber ich konnte einfach keine Connection zu den Figuren aufbauen. Die Autorin war zwar sehr bemüht, sie mit viel Tiefe und Farbe auszugestalten, für mich waren sie aber alle keine Sympathieträger*innen. Es hat mir ein bisschen an Authentizität gefehlt. Ich konnte einige Handlungen nicht nachvollziehen und diese Dreiecksgeschichte mit den beiden männlichen Protagonisten fand ich anstrengend und auch nicht richtig authentisch... Vielleicht lag es auch daran, dass die Motive der Figuren teilweise so undurchsichtig waren. Das alles führte leider dazu, dass ich die Geschichte zwar interessiert, aber emotional distanziert gelesen habe.

Die Idee hinter der Geschichte gefällt mir sehr gut. Es werden Vorurteile, Diskriminierung, Fremdenhass etc. behandelt und in einer kreative Fantasy-Story umgesetzt. Die politischen Überlegungen und Debatten, aber auch die persönlichen Auseinandersetzungen und Feindschaften waren interessant und spannend zu lesen. Die Autorin hat sich hierzu offensichtlich viele Gedanken gemacht. Trotzdem war so dreiviertel des Buches eher zäh aus den oben genannten Gründen...

Auf den letzten Seiten ging es dann aber doch noch rasant und spannend zu. Die Autorin hat es den Protas nicht leicht gemacht und ihnen viele Stolpersteine in den Weg gelegt. Die Situation wurde immer auswegloser und ich fing an, richtig mit ihnen mitzufiebern. Das letzte Viertel konnte mich dann doch noch packen.

Hier gibt es viel Potenzial und noch Luft nach oben. Da ich mich aber doch sehr durch das Buch kämpfen musste, weiß ich noch nicht, ob ich die Reihe weiterverfolgen werde. Das Ende hat mich aber schon neugierig gemacht. Mal schauen...

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.10.2020

Eine Geschichte voller Nervenkitzel, Überraschungen, Außerirdischen, Raumschiffen, witzigen KIs und sympathischen Charakteren.

INFINITUM - Die Ewigkeit der Sterne
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Wir schreiben das Jahr 2257. Kira Navárez ist mit ihrer Crew auf Forschungsmission und stolpert versehentlich über ein außerirdisches Relikt. Mit diesem Sturz ändert sich alles. Ein merkwürdiges fremdes ...

Wir schreiben das Jahr 2257. Kira Navárez ist mit ihrer Crew auf Forschungsmission und stolpert versehentlich über ein außerirdisches Relikt. Mit diesem Sturz ändert sich alles. Ein merkwürdiges fremdes Material scheint sich mit ihr zu verbinden, umschließt sie und lässt sie nicht mehr gehen. Sie wird vollständig von ihm eingeschlossen und ist von da an wie eine zweite Haut. Es scheint eine Seele zu haben und ein Gedächtnis, welches Kira sich jetzt mit ihm teilen muss. Es ist schwer zu kontrollieren und schlägt bei Gefahr wild um sich. Bald findet sich Kira in einer Situation wieder, in der sie die einzige Chance der Menschheit ist, sie gegen eine Armee blutrünstiger Außerirdischer verschiedenster Spezies zu verteidigen.

Das ist wirklich eine magere Beschreibung der vielen Dinge, die in dieser außergewöhnlichen Geschichte passieren…

Ich bin gut in das Buch gestartet. Die Schreibstil liest sich angenehm und man kommt schnell durch die Seiten. Trotzdem habe ich für diese Geschichte eine gefühlte Ewigkeit gebraucht. Das Buch braucht sehr viel Vorlauf, da es sich um eine komplexe Welt und eine noch komplexere Geschichte handelt, die erstmal eingeführt werden muss. Sehr lange war mir gar nicht klar, wo das ganze hinführen soll. Außerdem werden unseren Held*innen so viele Steine in den Weg gelegt, dass man glaubt, es würde niemals enden. Immer, wenn ich geglaubt habe, sie kämen der Lösung nah, ging irgendwas schief. Kira scheint echt das Unglück anzuziehen. Entweder hat sie Pech oder wahnsinnige Ideen oder ist lebensmüde, aber immer reißt sie andere mit ins Unglück. Es war fast nicht auszuhalten… Das Buch war an einigen Stellen so stressig. Mehr als einmal hab ich innerlich "neeeeeiiin" geschrien und mich gefragt, wie man jetzt aus so einem Dilemma wieder rauskommen soll.

Das Buch ist lang, aber so richtige Längen habe ich eigentlich nicht wahrgenommen. Gut, mit den vielen physikalischen, chemischen und technischen Erklärungen und Beschreibungen wollte er sicher nur angeben :D die hatten meines Erachtens keinen Mehrwert für die Geschichte.

Die Charaktere mochte ich alle gerne. Sie ergänzen sich gut. Kira ist stark, mutig und klug. Sie ist nicht ohne Fehler – sie macht sogar ständig Fehler… Aber sie ist selbstlos und immer darauf bedacht, das Richtige zu tun. Auch, wenn nicht immer klar ist, was das überhaupt ist.

Kiras Entwicklung durch die gesamte Geschichte fand ich beeindruckend. Sie lernt dazu, lernt mit Rückschlägen umzugehen, steht immer wieder auf, egal, wie oft sie fällt. Es hat mich nur gestört, dass Kira sich ständig für alles Mögliche die Schuld gibt, obwohl sie ganz offensichtlich keinen Einfluss auf die Geschehnisse hatte oder es nicht besser wissen konnte... Alle paar Seiten denkt sie darüber nach, was sie hätte anders machen können und "hätte ich doch bloß..." Das war etwas zu viel des Guten. Sie hat sich und ihren Handlungen einfach zu viel Bedeutung beigemessen.

Kiras selbsternanntes Ziel ist nun die Rettung der Menschheit, sogar die Rettung des gesamten Universums. Diesem hohen Ziel muss sie sich glücklicherweise nicht alleine stellen. An ihrer Seite kämpfen ganz wunderbare, einzigartige Menschen. Zu Beginn sind erstmal andere Charaktere im Fokus, welche schnell an Bedeutung verlieren. Schade eigentlich, denn ich mochte sie. Die Figuren in diesem Buch sind dem Autor wirklich genial gelungen. Allesamt smpathisch mit Ecken und Kanten und einigen Macken, die ich im Verlauf des Buches lieben gelernt habe. Ich habe mich in der Crew der Wallfish richtig wohlgefühlt. Ihr humorvoller, wertschätzender Umgang miteinander war einfach schön :) Die Figuren handelten alle nachvollziehbar und waren in ihren Dialogen und Gedanken authentisch. Ich will nicht zu viel verraten, lernt die Charaktere lieber selbst kennen, denn das ist der halbe Spaß.

Der Autor hat so viele kreative Ideen, die manchmal meine Vorstellungskraft gesprengt haben :D Das Buch ist lang, denn es musste viel beschrieben werden, weil viele Dinge einfach nicht existieren und schwer vorzustellen sind. Die vielen Details und bildhaften Beschreibungen machten die Geschichte erst lebendig. Es lohnt sich, durchzuhalten. Ich hätte auch noch länger in dieser erstaunlichen Welt bleiben können :) Der Umfang des World Buildings ist wirklich riesig.

Die Auflösung war merkwürdig. Ich bin mir nicht sicher, ob ich damit zufrieden bin. Ein interessantes, unerwartetes Ende. Aber ich glaube, ich hätte mir ein anderes gewünscht.

Ein umfangreiches, kreatives, manchmal auch verwirrendes Werk, das ich problemlos weiterempfehlen kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.10.2020

Es lohnt sich, hinter die Fassade eines Menschen zu blicken

Dort, wo die Sterne im Wasser leuchten
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Sie hat ihren besten Freund verloren, als sie sieben Jahre alt war. Er ist ertrunken, doch sie hat immer noch Begegnungen mit ihm, Träume... Sky will einen Neuanfang. Aber wie kann der gelingen, wenn die ...

Sie hat ihren besten Freund verloren, als sie sieben Jahre alt war. Er ist ertrunken, doch sie hat immer noch Begegnungen mit ihm, Träume... Sky will einen Neuanfang. Aber wie kann der gelingen, wenn die Vergangenheit einem wie ein Schatten folgt.

Gleich der Einstieg ins Buch ist sehr berührend aus der kindlichen Perspektive von Skyler geschrieben. Das war schon der erste Moment, bei dem ich schlucken musste... Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und kann sämtliche Gefühle auf die Leser*innen projizieren. Ich bin selten so tief in ein Buch eingetaucht.

Man wird sehr schön durch das Buch und Skylers Leben geführt. Ihr Leben ist ein Scherbenhaufen und mit dem Umzug zu ihrem Vater versucht sie einen Neuanfang.

Der Therapeut Richard scheint der erste Mensch zu sein, der richtig hinhört, der Sky wirklich hört. Er gibt ihr Respekt und Wertschätzung in ihren Erlebnissen und nimmt sie ernst. Und auch wenn sie sich sträubt, die Therapie wahrzunehmen, merkt man doch, dass sie hofft, er könnte ihr vielleicht helfen... Nach ihrem ersten Gespräch war ich erst begeistert von seiner Art, danach fing ich an, an seinen Methoden zu zweifeln. Sehr konfrontativ und, was er aufgerüttelt hat, wurde von ihm abschließend nicht ordentlich aufgefangen und aufgearbeitet. Fand ich nicht gut.

Damians anfängliches Verhalten hat mich unglaublich wütend gemacht. Ich konnte mich gut in Sky hineinversetzen, ich hatte direkt eine Connection zu ihr. Ich konnte ihre Wut verstehen und ihre Angst fühlen... Das ist der Autorin wirkliche hervorragend gelungen. Sowieso fand ich die Figuren alle authentisch und in ihren Handlungen nachvollziehbar. Vor allem, wenn man entdeckte, welche Gründe hinter dem einen oder anderen Verhalten steckten...

Ich mochte die Freundschaft, die sich so schnell zwischen Sky, Lexi und Co gebildet hat. Sie ist so echt und warm und wenn sie sich zusammen über etwas gefreut haben, hab ich mich mitgefreut :) Die Figuren sind so liebevoll und detailreich ausgearbeitet.

Die Beziehung zwischen Sky und ihrem Bruder und ihre Dialoge haben mich tief berührt. Es steckte so viel Inhalt in dieser kurzen Begegnung.

Es wurde noch richtig rasant zum Ende hin und mein Herz hat so schnell geschlagen... Von einem Moment, der alles änderte, bekam ich eine richtige Gänsehaut. Das alles hat die Geschichte nochmal richtig abgerundet. Was für ein spektakuläres Ende! Wirklich ein Gesamtkunstwerk.

Es ist eine Geschichte über Schmerz, Angst und Verlust, aber auch über Mut, Hoffnung, Freundschaft, Familie und Liebe. Heilsame Begegnungen, die Überwindung von Ängsten und das gemeinsame Anpacken von Problemen. Das alles verpackt in einer unglaublich berührenden und authentischen Geschichte. Dieses Buch hat mich begeistert und mir das ein oder andere Tränchen in die Augen getrieben. Eine dringende Weiterempfehlung. Lest dieses Buch.

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Veröffentlicht am 21.10.2020

Spannende Idee. Ich bin sehr neugierig auf die Fortsetzungen.

Das Juwel - Die Gabe
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Der Adel war kurz davor, auszusterben. Es kamen nur noch kranke oder Kinder mit Fehlbildungen zur Welt. Sie starben früh. Manche Frauen konnten überhaupt keine Kinder mehr bekommen. Menschen wie Violet, ...

Der Adel war kurz davor, auszusterben. Es kamen nur noch kranke oder Kinder mit Fehlbildungen zur Welt. Sie starben früh. Manche Frauen konnten überhaupt keine Kinder mehr bekommen. Menschen wie Violet, die Surrogate, haben Fähigkeiten, eine genetische Mutation, die dem Adel helfen kann, zu überleben. Sie werden in Anstalten ausgebildet und zu Gehorsam erzogen und dann unter den Adligen versteigert. Bei Violet ist es nun auch so weit, der große Tag der Auktion steht kurz bevor...

Wir begleiten die Geschichte aus der Perspektive von Violet und sind genauso unwissend, wie sie. Was genau mit ihr passieren wird, wo sie landen wird, ob es ihr dort gut gehen wird... Ihre Überforderung und Unsicherheit hat sich eins zu eins auf mich als Leserin übertragen.

Die erste Hälfte zeichnet sich durch eine starke Passivität der Protagonistin aus. Sie hat kaum einen Einfluss auf das, was mit ihr passiert und lässt sich so treiben, lässt alles auf sich wirken und schaut, dass sie einfach überlebt. Ich habe diesen Teil der Geschichte interessiert verfolgt. Diese Welt ist fremd und kompliziert, wenn man ihr nicht angehört und so mussten die Protagonistin und ich uns erstmal zurecht finden :D Es passiert trotzdem recht viel, aber irgendwann wurde es mir doch zu langweilig. Ich habe schon gewartet, dass ein bisschen Action in die Geschichte kommt. Der Fokus liegt stark auf den Machtverhältnissen, politischen Interessen und deren Um- und Durchsetzung innerhalb des Adels.

Es war wirklich schwer auszuhalten, wie der "Adel" mit den Mädchen umgeht, wie mit ihnen und über sie gesprochen wird. Sie werden objektifiziert und sind das Eigentum der Herzoginnen und Fürstinnen. Ich konnte die Demütigung spüren und habe mir so gewünscht, dass Violet sich aus dieser Situation irgendwie befreien kann... Kleine Gesten des Ungehorsams konnte sie sich erlauben.

Die meisten Figuren bleiben zunächst oberflächlich, nur von Violet erfährt man sehr viel. Ihr hat die Autorin viel Tiefe und Farbe verliehen.

Nach und nach wird klar, dass in den adeligen Kreisen merkwürdige Dinge vorgehen. Intrigen und Machtspiele sind dabei die offensichtlichsten, aber da ist noch mehr... Beunruhigendes...

Auf den letzten Seiten geht alles plötzlich ganz schnell, es passiert richtig viel, ein großes Durcheinander und endet mit einem bösen Cliffhanger.

Mir hat der erste Band gut gefallen, er hat nur sehr lange gebraucht, um in die Gänge zu kommen. Jetzt, wo ich weiß, worum es geht und was auf dem Spiel steht, bin ich richtig gespannt auf die Fortsetzung.

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