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Veröffentlicht am 16.01.2021

Die Reihe ist in Ordnung, aber den Hype darum kann ich nicht nachvollziehen

Selection – Die Elite
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Von den 35 Mädchen bei Beginn des Castings sind nur noch sechs Mädchen übrig. America und Maxon sind sich nähergekommen und er hat ihr sogar seine Liebe gestanden. Doch mit dem Auftauchen von Aspen, der ...

Von den 35 Mädchen bei Beginn des Castings sind nur noch sechs Mädchen übrig. America und Maxon sind sich nähergekommen und er hat ihr sogar seine Liebe gestanden. Doch mit dem Auftauchen von Aspen, der nun im Palast als Wache arbeitet, geraten ihre Gefühle ins Chaos und sie weiß plötzlich nicht mehr, was sie will. Ist sie überhaupt bereit, eine Prinzessin, eine Königin zu sein? Wem gehört letzten Endes ihr Herz?

Dieser zweite Teil setzt genau dort an, wo der erste aufgehört hat. Elise und Natalie scheinen aus strategischen Gründen weiter im Rennen zu sein. Marlee ist der Publikumsliebling und auch ich habe sie ins Herz geschlossen. Sie ist eine der schönsten Figuren in dieser Reihe und die einzige, die ich wirklich gut leiden kann. Ihre Geschichte habe ich am liebsten gelesen. Kriss und Celeste werden mit der Zeit größere Konkurrentinnen für America. Und wo im vorherigen Teil Maxons Entscheidung schon feststand, bringen Americas merkwürdige und ziemlich fragwürdige Aktionen diese ins Wanken.

America ist in ihrem Verhalten weder konsistent noch konsequent. Sie hat sich bisher nie von irgendwem in ihre eigene Meinung reinquatschen lassen. Aber für die Geschichte schien es wohl wichtig gewesen zu sein, dass sie sich wieder an ihre Liebe zu Aspen erinnert und der streut Zweifel an den Motiven und der Authentizität des Prinzen. Sie kann sich zwischen den beiden nicht entscheiden und dieser Zwiespalt nimmt einfach zu viel Raum in dieser Geschichte ein. Sie ist wütend auf Maxon, weil er sich mit den anderen Mädchen trifft, wobei er da mit offenen Karten spielt, während sie sich heimlich mit Aspen trifft und das aber völlig in Ordnung findet… Ähm?!?!

Mir fiel die Entscheidung ganz leicht. Aspen ist ein Mistkerl, der sie entweder unterschätzt, sie absichtlich kleinhalten will oder diese Dinge sagt, um sie für sich zu behalten. Egal, wieso, ich mag ihn nicht. Maxon ist die bessere Wahl. Er muss noch einen schärferen Blick für die Realität bekommen, aber er ist auf einem guten Weg. Mit America an seiner Seite können sie die Situation zum Besseren wenden. Sie hat ein gutes Gefühl für das Unrecht, das draußen herrscht und er ist besonnen und strategisch clever genug, um die Ideen umzusetzen.

Der dystopische Aspekt dieser Geschichte ist eigentlich richtig interessant. Ich verstehe nicht, warum sich die Autorin so sehr auf das Liebesdreieck fixiert hat und die spannende Hintergrundgeschichte so fahrlässig vernachlässigt. Die politischen Ereignisse, das Kastensystem, die Rebellen… all das spielt eigentlich eine große Rolle, doch auch nach diesem zweiten Band bin ich immer noch nicht schlauer als vorher. Was ich weiß ist, dass America Probleme hat, sich zu entscheiden und mehr Zeit braucht...

Ihre Emotionen gehen mit ihr durch und sie verhält sich dumm und unvernünftig. Ein bisschen Besonnenheit würde America echt guttun. Ich wollte sie schütteln, als sie ihren dämlichen Plan in die Tat umsetzen wollte... so gedankenlos... Es hat mich ziemlich in Aufruhr versetzt und dem Buch ein wenig mehr Spannung gegeben, aber man, hat das Mädchen mich aufgeregt. Ich meine, sie hat ja Recht, aber das hätte auf so viele verschiedene Arten und Weisen schiefgehen können...

Schön finde ich aber Americas Beziehung zu ihrer Familie. Ihre sie und ihre Schwester sind ein Herz und eine Seele und ihr Vater findet tatsächlich immer genau die richtigen Worte. Seine Briefe und, was er zu ihr sagt haben mich regelmäßig zu Tränen gerührt :)

Irgendwie war ich ja schon gefühlsmäßig voll dabei... aber es waren so viele negative Emotionen :D

Die Auseinandersetzung mit dem Kastensystem und den Rebellen bekamen in diesem Teil ein klein wenig mehr Raum. Ich hoffe, dass dem ganzen im dritten Teil noch mehr Beachtung zuteilwird. Dieses Dreiecksding ist jetzt ausgereizt und wir könnten uns spannenderen Aspekten dieser durchaus interessanten Welt zuwenden. Mit dieser Hoffnung im Hinterkopf mache ich mich dann wohl mal an den dritten Teil der Reihe :D

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Veröffentlicht am 15.01.2021

Atmosphärischer Thriller mit schlimmer Sogwirkung und spannenden Page-Turnern. Der beste Thriller seit langem!

Hinter diesen Türen
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Rowan stößt zufällig bei einer Internetrecherche auf eine Anzeige. Eine Familie mit vier Kindern sucht eine Nanny. Die Bezahlung ist stattlich, das Angebot verlockend. Trotz der Warnungen, dass die vorherigen ...

Rowan stößt zufällig bei einer Internetrecherche auf eine Anzeige. Eine Familie mit vier Kindern sucht eine Nanny. Die Bezahlung ist stattlich, das Angebot verlockend. Trotz der Warnungen, dass die vorherigen Kindermädchen alle schnell und überstürzt wieder gekündigt haben, nimmt sie den Job an und zieht in das Haus mit ein. Doch mit dem Haus stimmt was nicht, die merkwürdigen Ereignisse häufen sich und langsam werden die Geheimnisse an die Oberfläche gezerrt.

Stilistisch handelt es sich bei dem Buch um einen Brief, den Rowan aus dem Gefängnis an einen Anwalt - Mr Wrexham - schreibt, von dem sie sich Hilfe erhofft. Sie ist nämlich unschuldig angeklagt, einen Mord an einem Kind begangen zu haben. Niemand glaubt ihr und sie hofft, dass sich das ändert, wenn sie die ganze Geschichte erzählen kann. Man merkt aber meistens gar nicht, dass für dieses Buch die Briefform gewählt wurde - Gott sei Dank. Über 300 Seiten Brief hätte ich sehr anstrengend zu lesen gefunden. Hin und wieder wird man daran erinnert, wenn Rowan den Empfänger direkt anspricht.

Die Atmosphäre wechselte zwischen bedrückend, beängstigend und nervenaufreibend. Ich war gefesselt von Rowans Geschichte. Ich war mit ihr zusammen beunruhigt, genervt, schockiert, verängstigt und irgendwann total in Panik. Mein Puls raste bei jeder schockierenden Entdeckung, bei jeder beunruhigenden Erkenntnis. Das Buch übte einen Sog auf mich aus. Ich wollte wissen, was in diesem Haus vor sich ging, konnte es mir aber beim besten Willen nicht erklären. Außerdem beginnt Rowans Brief mit der Erwähnung eines toten Kindes. Ich war die ganze Zeit in ängstlicher Erwartung, wie es zu diesem Ereignis kommen würde... Ich war 368 Seiten dermaßen angespannt :D Ich hab auch Geräusche gehört und mich vor jedem Schatten erschreckt. Ich hab so mitgefiebert.

Mit dem Plot-Twist hat mich die Autorin voll erwischt. Damit hätte ich im Leben nicht gerechnet. Und auch die Auflösung... Ich hatte schon Sorge, dass manche Fragen ungeklärt bleiben. Aber mit einigen wenigen schockierenden Sätzen ist alles aufgeklärt und ich bin völlig geplättet. Was für ein großartiger Thriller. Der hatte wirklich alles! Atmosphäre, Schockmomente, Herzrasen, Plottwists und eine absolut zufriedenstellende, wenn auch sehr überraschende Auflösung. Ich bin begeistert!

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Veröffentlicht am 14.01.2021

Irgendwie unspektakulär, aber trotzdem unterhaltsam

Fall of Legend
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Gabriel Legends Club, in den er so viel Arbeit und Herzblut reingesteckt hat, geht den Bach runter. Gerade, als er keinen Ausweg mehr sieht, tritt Scarlett Priest in sein Leben, oder - genauer gesagt - ...

Gabriel Legends Club, in den er so viel Arbeit und Herzblut reingesteckt hat, geht den Bach runter. Gerade, als er keinen Ausweg mehr sieht, tritt Scarlett Priest in sein Leben, oder - genauer gesagt - wird sie in sein Leben gezerrt. Ihre Reichweite könnte dafür sorgen, seinen Club zu retten. Legend überzeugt Scarlett mit fragwürdigen Mitteln, ihm zu helfen. Diese eine Begegnung reicht aus, um die Welt der beiden zu erschüttern.

Der Einstieg in die Geschichte war furchtbar. So unlogisch und erzwungen, dass ich das Buch erst mal zwei Wochen liegen lassen musste. Es wurde dann zwar nur langsam besser, aber das wurde es.

Es wird aus der Sicht von Scarlett und Legend erzählt. Zwei Figuren, die zunächst mal nur damit beschäftigt sind, sich gegenseitig attraktiv zu finden und versuchen, sich das auszureden. Das war unglaubwürdig und lahm… Ich hatte echt Sorge, dass das der gesamte Inhalt des Buches sein wird. Es handelte sich dabei aber nur um den Aufhänger und mit der Zeit bekam die Story mehr Inhalt.

Scarlett scheint ein sehr humorvoller Mensch zu sein. Die Kapitel, die aus ihrer Perspektive erzählt wurden, haben mich regelmäßig amüsiert :) Ihre Freundinnen scheinen mit ihr durch Dick und Dünn zu gehen, wirken aber eher oberflächlich und etwas melodramatisch.

Legend war soweit auch ganz sympathisch, aber ich konnte mit seinem Charakter nichts anfangen. Er gibt sich unnahbar und auch ich konnte keine Connection zu ihm aufbauen.

Ich fand keinen richtigen Zugang zu der Geschichte. Die Thematik fand ich nicht so interessant und auch der Verlauf der Geschichte war nicht wirklich mitreißend. Einzig die Figur Scarlett war ein Lichtblick. Ihr Charakter bekam viel Tiefe und Farbe und ich konnte sie gut leiden. Sie war authentisch und in ihren Handlungen (bis auf dieses merkwürdige Verhalten am Anfang) gut nachvollziehbar. Ihre persönliche Geschichte war spannend und ich habe sie gerne gelesen.

Was ich auch gut fand, war dass es tatsächlich eine Story gab, was in diesem Genre nicht selbstverständlich ist ^^ Die beiden Protas sind nicht einfach übereinander hergefallen, sondern näherten sich langsam, auf der einen Seite vorsichtig, auf der anderen Seite auch mutig, aneinander an. Man spürte ein ständiges Knistern, aber nicht nur auf körperlicher Ebene (wenn diese Ebene auch eine sehr große Rolle spielt) und es wird nicht allzu vulgär. Ich mochte, dass Lust und Verlangen nicht die wichtigsten Gefühle dieser Geschichte waren. Es gab auch schöne sinnliche, prickelnde Passagen. Ich hab zwar nicht so ganz verstanden, wieso die beiden den jeweils als etwas Verbotenes betrachteten... Für mich gab es keinen ersichtlichen Grund, warum die beiden nicht hätten zusammen sein sollen. Aber sie waren auf jeden Fall 300 Seiten lang damit beschäftigt, sich den jeweils anderen aus dem Kopf zu schlagen.

Mit dem Einstieg habe ich mich wirklich schwergetan. Die Umstände, unter denen die Figuren sich kennenlernen ist völliger Quatsch und das hat mich total genervt. Es wurde besser mit der Zeit, was vor allem an Scarlett und dem angenehmen Schreibstil der Autorin lag. So richtig überzeugt bin ich zwar nicht, aber ich wurde ganz gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 14.01.2021

Eine schöne Geschichte mit viel Witz und Grusel und einem Hauch von Romantik

Die Nebel von Skye
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Enya und ihre Familie werden von ihrer Großtante zu einem Kurzurlaub auf das Dunvegan Castle in Schottland auf der Insel Skye eingeladen. Enya sieht darin ihre Chance, ein Filmprojekt zu verwirklichen, ...

Enya und ihre Familie werden von ihrer Großtante zu einem Kurzurlaub auf das Dunvegan Castle in Schottland auf der Insel Skye eingeladen. Enya sieht darin ihre Chance, ein Filmprojekt zu verwirklichen, dass ihr zu einem Stipendium verhelfen soll, um Regie studieren zu können. Es heißt die frühere Bewohnerin des Schlosses spuke noch immer in den Gemächern herum. Und tatsächlich geschehen allerhand unerklärliche Dinge. Wird das Schloss tatsächlich heimgesucht? Befindet sich Enya in Gefahr?

Das Buch beginnt Zuhause bei Enyas Familie, wo wir erstmal einen groben Überblick der Lebenssituation der Familie bekommen. Sobald die Verhältnisse geklärt sind, geht die Reise nach Schottland los. Beim Schloss angekommen, verliebt man sich sofort in die Insel. Das Setting ist wirklich schön und durch die detailreichen Beschreibungen der Autorin, fühlte ich mich in die malerische winterliche Atmosphäre Schottlands hineinversetzt. Mit ihrem Schreibstil konnte die Autorin mich sofort für sich einnehmen. So gelöst und locker mit einem angenehmen Humor, dass ich mich beim Lesen richtig wohlgefühlt habe.

Enya ist ein ziemlich voreingenommenes junges Mädchen, das sich anhand des Aussehens einer Person ein vorschnelles (und teilweise vorurteilsbehaftetes) Bild macht. Zu Beginn fand ich sie nicht so sympathisch, weil mich ihrer Äußerungen und Gedanken zu den Menschen in ihrem Umfeld geärgert haben. Das zieht sich das ganze Buch über durch, trotzdem war sie mir – mit Ausnahme dieser nervigen Eigenschaft – sympathisch. Sie ist klug, witzig, neugierig und weiß, was sie will. Sie bei ihren abenteuerlichen Begegnungen zu begleiten, sich mit ihr zu gruseln und zu versuchen, die Puzzleteile zusammenzufügen, hat Spaß gemacht. Was ist Realität und was ist Täuschung? Tatsächlich ist die Geschichte aber recht geradlinig und hält nicht allzu viele Überraschungen bereit. Das war schade, ich hätte mir vor allem für die Auflösung einen kleinen Page-Turner gewünscht, aber die Geschichte war trotzdem schön zu lesen.

Auch hat es Spaß gemacht, die vielen Nebenfiguren kennenzulernen. Die Figuren waren alle einzigartig und hatten einen bestimmten Wiedererkennungswert. Tiefe und Farbe bekam aber nur Enya, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird.

Für tierische Wegbegleiter kann ich mich in Büchern sowieso immer erwärmen, aber Herman, die Fledermaus, hat es mir besonders angetan :D So ein süßes und tollpatschiges Ding <3

Die Lovestory war nett, aber hat nicht wirklich viel zur Story beigetragen. Würde man sie einfach weglassen, wäre es gar nicht aufgefallen. Trotzdem war es süß, wie Enya und Jona sich langsam näherkommen.

„Die Nebel von Skye“ ist eher ein Buch für jüngere Jugendliche, konnte mich aber auch sehr gut unterhalten. Kleinere Mängel, wie das Fehlen von überraschenden Wendungen oder des einen oder anderen Stolpersteins, schmälerten das Lesevergnügen kaum. Das Ende war nicht so spektakulär, wie ich es mir gewünscht hatte, aber dennoch zufriedenstellend. Ich habe mich beim Lesen sehr wohlgefühlt und empfehle die Geschichte gerne weiter.

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Veröffentlicht am 12.01.2021

Interessante Idee mit wenig überzeugenden Charakteren und langatmiger Handlung. Trotzdem unterhaltsam und lesenswert, wenn man durchhält...

Das Institut
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Luke ist ein hochintelligenter 12-jähriger Junge, der nichts mehr lernen kann auf der Begabten-Schule, auf der er sich befindet. Deswegen möchte er jetzt auf zwei renommierten Colleges studieren. Das ist ...

Luke ist ein hochintelligenter 12-jähriger Junge, der nichts mehr lernen kann auf der Begabten-Schule, auf der er sich befindet. Deswegen möchte er jetzt auf zwei renommierten Colleges studieren. Das ist aber nicht das einzige Besondere an ihm. Er besitzt auch noch latente telekinetische Kräfte, die er zwar nicht kontrollieren kann, aber ab und zu bewegt sich mal ein Mülleimer, was ihn immer irritiert. Bevor er seine Zukunftspläne in die Tat umsetzen kann, wird er entführt und seine Eltern ermordet. Er landet mit einigen anderen Kindern im Institut. Dort werden an ihnen eine Reihe an Experimenten durchgeführt, um ihre Fähigkeiten zu testen, sie zu erweitern und sie für die Menschen, die dort arbeiten, nutzbar zu machen. Die Kinder, die vom Institut „rekrutiert“ werden, durchleben dort die schlimmsten Qualen und überleben nicht länger als ein paar Monate. Die Zeit ist also stark begrenzt. Sie wollen fliehen, aber was können ein paar Kinder schon gegen diese Übermacht an erwachsenen Verbrechern ausrichten…

Ich hab die ganze Zeit über keinen Schimmer gehabt, was überhaupt los ist. Der Einstieg ins Buch war so verwirrend: Wieso krieg ich die Geschichte von einem Ex-Cop erzählt, der sich jetzt in irgendeiner unbedeutenden Kleinstadt als Nachtklopfer bewirbt? Und was zum Teufel ist überhaupt ein Nachtklopfer :D und dann kriegen wir in einem neuen Abschnitt das Leben eines 12-jährigen global überbegabten Jungen erzählt, der von heute auf morgen in ein Institut verschleppt wird. Was ist nur los in diesem Buch :D

Das Buch wird von einer ständigen Grundspannung begleitet, einer gewissen Neugier und einer ständigen Alarmbereitschaft, dass irgendwas noch viel schlimmeres passieren wird. Es passiert auch ständig was, aber es ist halt irgendwie die ganze Zeit dasselbe. Nach 350 Seiten wird es dann endlich so aufregend, dass ich quasi durch die Seiten gehetzt bin. Oh Gott, ich war so in Panik :D Vor und nach dieser Passage plätschert die Geschichte aber einfach nur so vor sich hin. Ich hab mich durchgebissen, weil ich dachte, es würde sich lohnen. Ich dachte, King wird mich mit einem Mind-Blow-Effekt für diese zähe Geschichte entschädigen. Und, meeeiin Gott... kann der Mann sich nicht kürzer fassen... 🙄

Es war furchtbar mitzuerleben, wie im Institut mit den Kindern umgegangen wird. Als wären sie den Dreck unter ihren Fingernägeln nicht wert. Es waren doch Kinder :(

"Kein Bedauern. Null Empathie. Nichts. Ihm wurde klar, dass er für sie kein Kind war. Sie hatte in ihrem Kopf eine entscheidende Trennung vorgenommen. Er war eine Testperson" S. 232

Leider konnte ich zu den Figuren keine Connection aufbauen. Vor allem zum kleinen Luke fand ich keinen Zugang. Ich glaube aber, auch der Autor konnte sich nicht in das Kind einfühlen und eindenken. Es ist sowieso schwierig, aus einer kindlichen Perspektive zu erzählen und ich glaube, je länger die eigene Kindheit zurückliegt, desto schwieriger ist es, sich in einen - in dem Fall 12-Jährigen - hineinzuversetzen. King ist es jedenfalls in diesem Buch nicht so ganz gelungen, einen authentischen Protagonisten zu kreieren.

Zu lesen, wie die Freundschaft sich zwischen den Kindern entwickelt und ihr Zusammenhalt sie stärkt, hat trotzdem Spaß gemacht. Die Kinder waren allesamt sympathisch und ich habe mit ihnen auf eine Flucht gehofft.

Ich war ungefähr 750 Seiten lang verwirrt, neugierig und ehrlich gesagt auch etwas genervt von dem vielen Nichts, das passierte. Das Finale war dann gleichermaßen episch wie tragisch, endet aber mit einer enttäuschend langweiligen Auflösung, die ich so oder so ähnlich erwartet hatte (obwohl ich eigentlich dachte, ich liege falsch, weil ich auf ein spektakuläreres Ende gehofft hatte…).

Die Geschichte war trotz allem interessant und ich habe sie auch gerne gelesen. 300 Seiten weniger hätten dem Buch sicher nicht geschadet. Der Zweck des Instituts hat sich mir letzten Endes nicht erschlossen. Eigentlich braucht’s das Institut gar nicht, es gibt wirklich bessere Möglichkeiten, dessen Ziele zu erreichen. Ich denke, es besteht einfach fort, wegen dem Größenwahn der Menschen… Wie auch immer. Es kam eine interessante Story dabei raus, die ich trotz meiner Kritikpunkte recht unterhaltsam fand.

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